Selbermach Samstag LXVII

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

43 Gedanken zu “Selbermach Samstag LXVII

  1. Hier noch mal mein Beitrag zum Homo-Gesülze:

    Skandal! Evander Holyfield bezeichnet Schwule als “nicht normal”

    Das war allerdings ein oder zwei Tage vor dem Hitzlsperger-Einwurf.

    Meine erste Reaktion auf die Schlagzeile auf Spiegel Online war positiv. Ich fand es auch gut, daß sich mal ein Homo-Ballkünstler „äußert“. Ärgerlich ist vielmehr, daß daraus solch eine Blase geworden ist und daß allen möglichen Leuten wieder Homophobie unterstellt wird. Man hat hier den Eindruck, daß die Medien nicht mehr deskriptiv berichten, sondern eine homophile Normativität zum Ausdruck bringen.

    Interessant ist z.B. dieser ziemlich dümmliche Artikel auf Spiegel Online:

    Bildungsplan für Baden-Württemberg: Lehrer hetzt gegen sexuelle Toleranz

    Die zwar etwas konservativ gehaltene, aber doch sachliche Petition eines Lehrers wird dort in einer ziemlich peinlichen und tendenziösen Weise dämonisiert. Schöner Satz in diesem lächerlichen Pamphlet:

    Auch vom rechten Rand der Gesellschaft kommt Zuspruch. Ein signifikanter Teil der Unterzeichner fanden über die rechtspopulistische Webseite „Politically Incorrect“ zu dieser Petition, zeigt die Auswertung der OpenPetition.de-Software.

    Hat wohl bei Andreas Kemper studiert. Der ganze Rest dieses Artikels ist derart schwachsinnig, daß sich die Lektüre lohnt. Ist auch nicht so lang der Text. Dort wird zum Beispiel bemängelt, daß eine erste Fassung der Petition nicht den Antidiskriminierungsbestimmungen des Portals genügte. Na, wenn das mal kein Kriterium ist! 🙂

  2. Jupp heidi, jupp heida, Selbermach-Samstag. Endlich wieder subversiv gegen den femizentrischen Staat agitieren. Solange es noch legal ist. (vgl. z.B. http://www.blu-news.org/2013/09/26/eu-will-feminismus-kritik-verbieten/).

    Alles fällt, wie üblich, unter „meiner Meinung nach“. Von den verlinkten Inhalten distanziere ich mich, empfehle sie aber als lesenswert weiter.

    Agens:

    http://agensev.de/meldungen/warum-schweigt-der-bundespraesident-2/

    Birgit Kelle:

    http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/7819-sigmar-gabriel-und-die-erziehung-in-teilzeit

    Monika Ebeling:

    http://blog.monika-ebeling.de/ich-heisse-siegfried/#more-1624

    http://blog.monika-ebeling.de/so-eine-sauerei/#more-1626

    http://blog.monika-ebeling.de/der-rote-samtkasten/#more-1633

    Arne, Man tau & co:

    http://cuncti.net/machbar/657-fuer-eine-ausgewogene-berichterstattung-zur-gleichstellungspolitik

    http://man-tau.blogspot.de/2014/01/wie-alice-schwarzer-einmal-man-tau-zum.html#more

    Höchst beunruhigend:

    https://www.google.de/#q=Feminismus+Kritik+verboten&tbm=nws

    Hier noch Kritik an den lieben Müllstrommedien: http://www.nachdenkseiten.de/?p=19807#more-19807

    Desweiteren empfehle ich, gerade auch Journalisten, einen täglichen Blick auf

    http://genderama.blogspot.de

    Ansonsten sag ich nur weiterverbreiten (Extra-Leseempfehlung für Journalisten!):

    https://allesevolution.wordpress.com/2013/04/20/selbermach-samstag-xxix/#comment-72249

    Meine Reihe „Feministinnen mit Tierfilmszenen ärgern“ (Hintergrund: http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html), heute: Enten, Konkurrenz mehrerer Männchen um ein Weibchen (nicht unbedingt sexuelle Gewalt, wie Titel des Videos suggeriert)

    Zur Vertiefung (HA HA HA):

  3. Schweswig hat den Vorschlag der 32h-Woche für *beide* Elternteile eingebracht. Ich kann nur sagen: Super. Ein Argument weniger den Vater in den Job zu drängen.

  4. Abteilung „Lebenshilfe“ von Eurem Alexander

    15 einfache Pick-Up-Tipps jenseits von Pick-Up

    Auch hier wieder: Geld hilft ENORM.

    Ist leider so.

    Anderes zu glauben, wäre romantisch-illusionär (seltene Ausnahmen gibt es allerdings, nur sind sie halt nicht die Regel, werden auch nie zur Regel werden – gentechnische/endokrinologische Interventionen außen vor).

    Männer! Tröstet Euch: Fette, hässliche, ältliche Frauen haben es auch nicht leicht. Selbst Feminist.I.n-Werden ist nur von eingeschränktem Wert.

    Fette, hässliche, ältliche Männer können immer noch reich und mächtig werden und dann jugendfrische Frauen gewinnen.

    Oder, wie Friedrich der Große sagte: „Ich möchte, dass meine Herren Offiziere durch das Schwert glücklich werden und nicht durch die Scheide!“

    Jawoll!

    Fetten, hässlichen, ältlichen Frauen hülfe selbst das nicht so arg viel.

    Landwale werden selten harpuniert, jedenfalls außerhalb Afrikas/der Dominikanischen Republik.

    Die Natur (Gott?) ist doch irgendwie gerecht.

    Wenn auch keine Sozialistin, sondern ein wenig zynisch.

    À propos:

    Muttersheera!

    Meine wunde Seele suchte ein wenig Trost, Erbauung und erheiternde Erquickung im Forum der Ommas, … äh, Emmas, doch ach, dieser ewig frisch sprudelnde Jungbrunnen scheint versiegt.

    http://forum.emma.de/

    Weißt Du Näheres?

    Waren alle meine verdeckten und offenen Steuersubventionen umsonst?

    Vielleicht hätte ich meine Unterhosen viel öfter erneuern können, wenn Emma weniger Geld von mir bekommen hätte?

    Tippse, die mit zarter Hand meine Unterhosen (und deren Inhalt) verwaltet, hätte sich gefreut.

    • „Fette, hässliche, ältliche Männer können immer noch reich und mächtig werden und dann jugendfrische Frauen gewinnen.“

      With my sunglasses on, I’m Jack Nicholson. Without them, I’m fat and 60.

  5. Nach der Lebenshilfe, nun ein Blick in die Praxis: Weibliche Hypergamie an der Arbeit!

    *anekdotische Evidenz ist bei Frauen ja so beliebt – offenbar kann das weibliche Gehirn sie besser verarbeiten als Statistiken, im Schnitt, deshalb hier also ein wenig anekdotische Evidenz = Klatsch*

    Der kleine etwas dickliche Herr hier,

    offensichtlich kein Adonis, hat diese Geliebte („Lebensgefährtin“ heißt das heute) – Valérie Trierweiler (früher hieß das Maîtresse, noch früher Schlampe – das ist der Fortschritt),

    die sich bissige Auseinandersetzungen lieferte mit Ségolène Royal, kurz nachdem diese

    von dem kleinen, dicklichen Herren geschieden und offiziell (also öffentlich) gegen Frau Trierweiler ausgetauscht worden war.

    Das passierte, nachdem das Volk der Franzosen den kleinen dicklichen Herren (Sozialist und ganz, GAAANZ doller Frauenförderer und -freund – Quote, Strafe für Freier, aber nicht für Nutten etc. – all das gibt’s satt für’s weibliche Elektorat, da wird man doch ein bißchen herumvögeln dürfen!) zu M. le President gemacht hatte, damit der im sozialistischen Sinne die frz. Wirtschaft in Grund und Boden sanieren kann.

    Was jetzt auch ja geschieht.

    Aber er hatte so schöne Sachen versprochen!

    Nun hat der kleine, dickliche Herr (fast so schön wie sein Vorgänger Sarkozy – auch ein ganz, GAAANZ doller Frauenfreund und -förderer, der wiederum so schön war wie sein Vorgänger Chirac, ein ganz, GAAAANZ doller Frauenförderer, der wiederum … na ja, ad infinitum) eine neue Schöne in seinem Bett: Julie Gayet.

    Die ihn über die Miseren des politischen Alltags hinwegtröstet.

    Wenn die frz. Wirtschaft auch lahmt, der kleine Herr des Herrn Hollande lahmt nicht, kein Wunder, denn Julie Gayet ist immerhin 7 Jahre jünger als Frau Trierweiler, zwar auch schon 41 – da kann Tippse ja fast noch mithalten – jedoch sehr apart, très très français, sehr feminin, da kann Tippse in jedem Falle noch mithalten („Tippse! Jetzt schaff‘ Dich endlich in die Küche und stör‘ mich hier nicht weiter, ich habe Wichtiges zu tun! Es ist ein wenig lästig, wenn Du mir unentwegt über die Schulter schaust! Das beengt meine Meinungsfreiheit!“).

    Sie ist zudem eine erfolgreiche Schauspielerin wie Frau Trierweiler erfolgreiche Journalistin ist („Hast Du gehört, Tippse?!“).

    Frauen also, die sich ökonomisch nicht „prostituieren“ müssten, nicht in’s feministische Narrativ passen („Frauen verbandeln sich nur deshalb mit fetten, alten, mächtigen/reichen/statushohen Männern, weil DIE NOT/DER HUNGER sie dazu zwingt, WEIL DAS PATRIARCHAT SIE IN LUMPEN GEHEN LÄSST oder gleich ganz nackt und dazu noch schwanger – nur deshalb zieht es schöne relativ junge Frauen hin zu alten, fetten, reichen Männern und nicht zu knackigen, jungen Bauarbeitern mit apollinisichen Körpern, nur deshalb!“).

    Aber ach, die Wirklichkeit, sie ist nicht so.

    Göttin sei Dank müssen sich Feminist.I.nnen um die Wirklichkeit nicht scheren, schließlich gibt es Männer, die die Wirklichkeit für Feminist.I.nnen/Frauen mundgerecht zubereiten – dafür sind die Kerle doch da.

    Sie fahren demnach gut mit ihrer „Ignoranz“, unterstützt von reichen, alten, fetten Männern und jeder Menge Pudeln, besonders in den Medien und der Academia – in diesen Bereichen meist von der Sorte „Schmieriger Bettvorleger“ (Terminus technicus: Ally), die Mama keinen Chagrin bereiten wollen, die ganz, GAAAANZ dolle Frauenförderer sind.

    Und progressiv, so was von progressiv.

    Und kritisch, so was von kritisch.

    Und modern, so was von modern – luzide Tranfunzeln des Zeitgeistes mithin.

    Die fetten/alten/Hauptsache: MÄCHTIGEN; STATUSHOHEN; REICHEN (zynischen) Männer sind obendrein Haremsbauer, virtuelle und aktuelle.

    Das macht Spass.

    Zumal die Kosten für diese Harems der kleine Mann trägt.

    Dafür ist er schließlich da.

    Die Welt ist weise und gerecht eingerichtet.

    Und das Emmaforum nicht mehr erreichbar.

  6. Zur Abwechslung ein sehr ernstes Thema, ein bitterernstes:

    Multikulti in Afrika

    Es scheitert vielerorts katastrophal.

    Aber bei uns wird es sicher funktionieren, da seien unsere „aufgeklärten“ Besserwisser vor.

    Das Scheitern im Südsudan, wo Dinkas (das Mehrheitsvolk, stellt den Präsidenten) gegen die Nuer kämpfen (Minderheitenvolk, stellt den Vizepräsidenten), dokumentiert ein Foto: Sogar in einem Flüchtlinglager der UNO müssen die Völker getrennt werden, um des lieben Friedens willen.

    Quelle:

    http://thelede.blogs.nytimes.com/2014/01/10/ethnic-segregation-at-a-u-n-camp-in-south-sudan/?hp&_r=0

    Nuer und Dinka kämpften bereits im 19. Jhdt. gegeneinander. Es war das Eingreifen der Briten, dem die Dinka es verdankten, dass sie der vollständigen Unterwerfung durch die Nuer entgingen.

    Die US-amerikanische Bildhauerin Malvina Hoffmann schuf diese schöne, lebensgroße Bronzestatue eines Nuer-Kriegers, die sich den Dinka traditionellerweise überlegen fühlen.

    Heute leben Dinka und Nuer in einem Staat zusammengesperrt, der darum gerade auseinanderfällt, wie so viele Staaten Afrikas, in denen die politische Landkarte der ethnokulturell-biologischen angepasst wird.

    In blutigen Bürgerkriegen, die vielleicht die ganze erste Hälfte des 21.Jhdts. prägen werden.

    Bei weiter rasch wachsender Bevölkerung, die flieht, wohin immer sie kann.

  7. Weiter geht es mit Multikulti in Großbritannien und was der Müllstrom – hier die BBC – damit zu tun hat.

    Ein hoher Repräsentant der BBC gibt zu, dass das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem in GB die Debatte um Immigration gelenkt und zensiert hat aus Furcht, eine wahrheitsgemäße und unfassende Berichterstattung könne „Rassismus“ triggern.

    *The BBC’s political editor admits the corporation didn’t have a proper debate on immigration in the late 1990s and early 2000s

    By Alice Philipson 11:48AM GMT 05 Jan 2014 835 Comments

    Nick Robinson, the BBC’s political editor, has criticised the corporation for making a „terrible mistake“ over its coverage of immigration, admitting it censored concerns amid fear they could trigger racism.*

    Das ist ja in unseren Müllstrommedien nicht anders. Auch in denen sorgen sich Vormünder um unsere geistige Gesundheit und füttern den „mündigen Bürger“, dessen Mündigkeit man offenbar nicht ganz traut, mit einer entsprechenden Schonkost.

    Wir werden von gutmenschlichen Volkspädagogen, Besserwissern und Gesellschaftsingenieuren absichtsvoll belogen.

    *He told The Sunday Times (£): „They feared having a conversation about immigration, they feared the consequence.“

    One-sided reports meant viewer’s concerns about immigration lowering wages and threatening jobs were not addressed by the broadcaster.[Kriminalitätsbelastung/Vergewaltigungen übrigens auch nicht].

    Robinson, whose new documentary The Truth About Immigration is due to air on Tuesday, said the BBC’s audience felt it had „decided these are not acceptable views. And that was a terrible mistake.“

    It comes months after an official review found the BBC did not accurately reflect the public’s growing concern about immigration because of a „deep liberal bias“.[„liberal“ im englischen Sprachgebrauch = links im Deutschen].*

    Na ja, ob’s ein Fehler war.

    Aus Sicht der Gesellschaftsingenieure und ihrer Ermöglicher sicher nicht – sie haben ihre Ziele ja weitgehend durchgesetzt, die Bevölkerung Großbritanniens endgültig „diversifiziert“ (s. Peter Hitchens Bericht hier:

    http://hitchensblog.mailonsunday.co.uk/2013/04/how-i-am-partly-to-blame-for-mass-immigration.html

    in dem er beschreibt, welche politischen Hoffnungen und Absichten die „Neue Linke“ mit der Förderung der Massenimmigration verband – und wie sie sich deren REALEN FOLGEN entzog. Über die Ermöglicher schreibt er allerdings nichts, jene „modernen“ Finanz-und Konsumkapitalisten, die sich der Linken bedienten, sie als nützliche Idioten benutzend).

    Betrifft eben nicht nur die Immigrationsdebatte – und nicht nur die in GB – sondern die Berichterstattung auch über andere Gruppen und deren Belange/Interessen aus der „Opferkoalition“, zuvörderst natürlich die wichtigste, die zentrale, die größte „Opfergruppe“: DIE FRAUEN.
    Ihre Unterdrückung und Versklavung durch DIE MÄNNER darf nicht in Frage gestellt werden, das Narrativ muss wieder und wieder wiederholt und in die Köpfe der „mündigen Bürger“ getrommelt werden.
    Auch dort wird uns „amtlicherseits“ die feminisitische Sichtweise eingehämmert, Kritik weitgehend zum Schweigen gebracht, Bemühen um wahrheitsgemäße und umfassende Berichterstattung – Fehlanzeige.

    Denn die könnte ja „Sexismus“ triggern, Widerstand auslösen beim „mündigen Bürger“ gegen die Zumutungen der „Opferkoalitionäre“, die von ihrem „Geopfertsein“ so prächtig leben, indem sie die TÄTA zur Reparationszahlung erpressen.

  8. Wird die nächsten Wochen bestimmt häufiger zum Thema gemacht werden:

    „Mit seinem aktuellen Buch „Die Frau in mir – Ein Mann wagt ein Experiment“ (Heyne Verlag) liefert der Autor einen praktischen Beitrag zur zumeist theoretisch geführten Geschlechterdebatte. In einem fast zweijährigen Selbsterfahrungsexperiment versuchte Christian Seidel von Anfang 2012 bis Ende 2013 als Frau zu leben. Seine Erfahrungen beschreibt der Autor gegenüber der Deutschen Presseagentur als „zutiefst betroffen machend“. Er wäre überrascht und oft schockiert gewesen, was er erfahren und gesehen hätte. Vor allen Dingen die bestehende und kollektiv gelebte Männerrolle hätte ihn konsterniert, weil er sie so unbeweglich empfunden habe. Ihr einziges Ziel wäre, „die Weiblichkeit auszugrenzen und daraus nährt sich die Identität des Mannseins“, so Seidel in seinem Werk. Sein Buch „Die Frau in mir“ hat bereits vor der Veröffentlichung wegen seiner polarisierenden und oft, gerade hinsichtlich der Männer sehr kategorischen geführten, Geschlechterkritik heftige Debatten ausgelöst. Dem entgegnete der Autor mit dem Argument: „Wenn ich hier nicht kategorisch, sondern differenziert argumentieren würde, also dass es auch Ausnahmen gibt, dann würden sich alle Männer als Ausnahme fühlen.““

    http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Seidel

    „Allein schon die Ungeschütztheit, die Verletzlichkeit, die er bereits nach seinen ersten Schritten in die Öffentlichkeit empfand, dem Glotzen der Männer waffenlos ausgeliefert, irritierte ihn. […] „Die Unduldsamkeit, die ich als Mann hatte, war weg“, sagt er. Überhaupt „dieses Herumgeholze“, wie er es nennt: die rastlose Aktivität, die mangelnde Empathie, die Darstellungssucht, der Drang, recht haben zu müssen – all dem Manischen, was dem Mannsein und auch ihm eigen war, fühlte er sich entkommen. […] Männer, mit denen er 30 Jahre lang befreundet war, beschieden ihm: „Wenn’st fertig bist mit der Nummer, kannst dich wieder melden.“ Hohle Versprechungen, wie sich heute erweist. Seidel mutmaßt, dass sie ihm „meinen Verrat am Mannsein“ nicht verzeihen. Für Männer war er im besten Fall ein Freak, über den man die Augen rollte.

    Im Normalfall grapschten sie ihm an den Hintern, spuckten vor ihm aus, bohrten ihm den Finger in den künstlichen Busen, bis Seidel ihnen eine schmierte. Auch einen Vergewaltigungsversuch musste er abwehren, und er sagt: „Als Frau wäre ich da nicht rausgekommen.“

    So setzte sich Christian Seidel, nach dem täglichen „Gepinsel und Gemache“, um das er keine Frau beneidet, einem täglichen Spießrutenlauf aus. „Schwule Sau“, schimpften sie ihn, oft mit Würgegeräuschen versehen – obwohl sich auch Homosexuelle von Seidels Tun provoziert fühlten; als ob nur sie Weiblichkeit zeigen und das Männerbild herausfordern dürften. Im Schwulenclub im Münchner Glockenbachviertel, wo Seidel wohnt, hat er Hausverbot.

    Der Hass, der ihm von Männern entgegenschlug, nahm irgendwann existenzbedrohliche Züge an. […] „Welche Phobie haben Männer gegen ein bisschen Weiblichkeit? Gegen weibliche Utensilien oder weibliche Eigenschaften?“ Wo doch in der Weiblichkeit, „dieser Sensibilität, der Offenheit und Intuition, die Stärke der Männer liegen könnte – einmal das Ganze zulassen, nicht immer nur das Mannsein produzieren, in dem sie alles ablehnen, was weiblich ist“.

    Es brächte, so einfach aber traurig empfindet er es, die Welt in Unordnung.

    Eine von Testosteron gesteuerte Männerwelt, die Männer mit Zähnen und Klauen verteidigen. „Ein Manifest gegen das Testosteron“, nennt Seidels Freundin Sissi Perlinger das Projekt. Interessanterweise sank sein Testosteronlevel in der Zeit von acht auf den Frauenwert drei – der Arzt hatte keine medizinische Erklärung dafür. (!!!)

    Weil auch seine Libido zurückging und er irgendwann ernsthaft um seine Ehe fürchten musste, beendete er das Frausein. Und nach insgesamt eineinhalb Jahren wurde Christiane wieder zu Christian.“

    http://www.bild.de/ratgeber/2014/christian-seidel/ein-jahr-als-frau-34182378.bild.html

    „Der Sender ARTE hat zu dem Gender-Selbstversuch eine Dokumentation produziert, die unter dem Titel “Christian und Christiane” am Freitag, 31. Januar 2014 um 22.30h auf ARTE in Deutschland und Frankreich ausgestrahlt wird.“

    http://christianseidel.de/

    • Danke für die interessanten Links, mal sehen wie weit die Story ihn tragen wird.

      Schade, dass es das nicht als ernsthaftes und ergebnisoffeneres Projekt gibt, so a la self-made man, den man wirklich für einen halten konnte.

      Dieser Seidel ist halt nicht als Frau, sondern als ziemlich abstoßende 1,90m-Transe verkleidet. Das heißt wenn er überhaupt irgendwas „misst“, dann ist es eine Transphobie, und in dem Rahmen ist zumindest das eine oder andere auch glaubhaft.

      Dass ein so seltenes Verbrechen wie eine Vergewaltigung (insbesondere durch einen Fremden) ausgerechnet einem 1,90 großen 53-jährigen Transvestiten (fast) passiert sein soll, glaubt er ja wohl selbst nicht.

      Wenn er selbst in einem Schwulenclub Hausverbot bekommt, alle Freunde, einen Kredit und beinahe die Freundin verliert, wird wohl noch ein paar mehr Sachen falsch gemacht haben.

      „Wenn ich hier nicht kategorisch, sondern differenziert argumentieren würde, also dass es auch Ausnahmen gibt, dann würden sich alle Männer als Ausnahme fühlen.“”

      Peinlich. Fast so peinlich wie ein überlanger und offensichtlich selbstgeschriebener Wiki-Artikel.

      • @ David

        Seidel ist vor allen Dingen ein Medienmanager, der weiß, wie man

        a) in’s Fernsehen kommt, nämlich mit feministisch-femizentrischem Geschwalle und fernöstlichen „Weisheiten“

        und

        b) was sich verkauft, nämlich feministisch-femizentrisches Geschwalle, diemal ohne fernöstliche „Weisheiten“

        Fazit:

        Müllstrom de luxe

    • @ muttersheara

      Der Text suggeriert, dass es sich um ein quasi wissenschaftliches Experiment gehandelt hat. Seidel hat aber ganz offensichtlich einen „Knacks“, der ihn veranlasste sein „outing“ als „Versuch“ zu rationalisieren, der der gesellschaftlichen Aufklärung dient.

      Mir scheint, dass ein nicht geringes Maß der vermeintlichen „Homophobie“ Ausdruck einer Projektion derjenigen ist, die an sich selber leiden.

    • „Eine von Testosteron gesteuerte Männerwelt, die Männer mit Zähnen und Klauen verteidigen.“
      Auch Frauen produzieren Testosteron und werden von diesem Hormon gesteuert. Deine Inkompetenz ist erschreckend, aber wohl kein Hindernis.

  9. „Antifeminismus“ ist für mich erstmal eine legitime und notwendige Ideologiekritik. Das schließt nicht aus, dass diese Ideologie auch aus „falschen“, nicht emanzipatorischen Gründen erfolgen kann, zugegebenermaßen.

    Aber die Ideologiekritik per se ist emanzipatorisch, da die Ideologie des Feminismus zutiefst antiemanzipatorisch wirkt.

    • @ratloser

      „Aber die Ideologiekritik per se ist emanzipatorisch, da die Ideologie des Feminismus zutiefst antiemanzipatorisch wirkt.“

      Aus meiner Sicht eine relativ sinnlose unterteilung, ein „vernünftiger“ Feminismus ist eben auch emanzipatorisch, gerade wenn er sich gegen konservative Geschlechterrollen wendet. Es ist alles eine Frage der Ausrichtung und der Radikalität

  10. Feminismus gibts leider in keiner „vernünftigen“ Version. Die feministische Ideologie im engeren Sinn ist intrinsisch „unvernünftig“…wie alle Ideologien.

  11. @ christian

    Es gibt nur eine Emanzipation vom Feminismus, nicht im Feminismus.

    Ich meine es ist zweckdienlich, immer wieder und ganz klar darzustellen, dass der heutige Feminismus eben nicht eine Bewegung ist, der die Emanzipation der Frauen zu verdanken ist und auch keine, die überhaupt eine emanzipatorische Idee vertritt.

    • @ratloser

      „Ich meine es ist zweckdienlich, immer wieder und ganz klar darzustellen, dass der heutige Feminismus eben nicht eine Bewegung ist, der die Emanzipation der Frauen zu verdanken ist und auch keine, die überhaupt eine emanzipatorische Idee vertritt.“

      Ich meine es ist contraproduktiv. Weil Leute es so verstehen, dass du eine Interessenvertretung für Frauen generell ablehnst und nicht so, dass du dich gegen die radikalen gegenwärtig praktizierten Formen aussprichst. Damit erzeugt man nur Abwehr. Es ist aus meiner Sicht wesentlich günstiger den Leuten deutlich zu machen, dass man nichts gegen einen „vernünftigen Feminismus“ hätte und hofft, dass er stärker wird und sich von dem radikalen Feminismus abgrenzt. Damit eröffnet man eine positive Handlungsoption.

  12. @ christian

    Wir drehen uns im Kreis, es kann per definitionem genauso wenig einen „vernünftigen“ Feminismus geben, wie es andere „vernünftige“ Ideologien geben kann.

    Die ideologische Kerntruppe wirst Du mit euphemistischer Annäherung so oder so nicht erreichen, die leben in Form der Ideologie zu Tiefgründiges aus.

    Der Masse der Bystander hilft man mit einer klaren Benennung des Feminismus als das, was diese Ideologie ist, eher, sich von ihr zu emanzipieren, als wenn man ihnen verlogene, wenn auch süß klingende Handreichungen gibt. Dies eröffnet keine „positiven Handlungsoptionen“, sondern streut nur Sand in die Augen.

  13. Hat irgendwer zufällig ne zündende Idee für ein Partnerkostüm?

    Nach dem überragenden Erfolg des letzten Jahres stehe ich etwas unter Zugzwang…

    Erst wollte ich ihn in sowas http://ecx.images-amazon.com/images/I/618UM3E5P6L._SY445_.jpg stecken und mich selbst als FEMEN-Pendant unters Volk mischen – kriegte aber ein Veto.

    Wenn mir nix Besseres mehr einfällt, wirds wohl:
    http://cdn.deguisetoi.fr/images/rep_articles/gra/de/deguisement-de-sauveteur-alerte-a-malibu_202354.jpg +

    Und wer hier verkleidet sich denn überhaupt?

        • Blitzidee gehabt noch kurz vorm Runterfahren für den Fall, dass ein paar Maskus zusammen losziehen:

          alle (=mehrere) als Exhibitionisten, mit Blumenkränzen und passenden Sprüchen. Müsstet Euch dann bloß noch auf nen Gruppennamen einigen (MEMEN klingt nicht so prall, find ich)…

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