Warum der Maskulismus nicht zu Potte kommt

Adrian gibt in einem Kommentar einige Punkte an, die seiner Meinung nach dazu führen, dass der Maskulismus nicht zu Potte kommt

Die Diskussionen in diesem Blog zeigen m. E. sehr schön warum der Msakulismus nicht zu Potte kommt:

1.) Er hat sich ein Feindbild aufgebaut, noch bevor er gesellschaftlichen Einfluss genommen hat.

2.) Er vertritt eine Opferideologie, noch bevor er gesellschaftlichen Einfluss genommen hat.

3.) Er ist weitestgehend fatalistisch, hat keine positive Zukunftsperspektive, sondern lamentiert nur über gegenwärtige Ungerechtigkeiten, und übertreibt diese im hohem Maße.

4.) Er verklärt und idealisiert die Geschlechterverhältnisse der Vergangenheit

5.) Er kümmert sich nicht um Männer, sondern ist lediglich gegen Feministen im besten und gegen Frauen im schlimmsten Falle.

Zu den einzelnen Punkten:

1.) Er hat sich ein Feindbild aufgebaut, noch bevor er gesellschaftlichen Einfluss genommen hat.

Ein Feindbild kann einen stark machen, wenn es genug Leute teilen, bietet aber auch eine große Angriffsfläche. Ein Problem wird hier auch sein, dass genau dieses Feindbild bereits gegenteilig in Beschlag genommen wurde: Etwas gegen den Feminismus zu sagen ist rückständig, gerade wenn es von Männern kommt und Feminismus nicht differenziert wird nach einem Radikalfeminismus und einem auf gleiche Rechte für Frauen ausgerichteten Feminismus. Gegen Frauen zu sein wirft da noch viel größere Probleme auf: Männer wollen üblicherweise nicht als Frauenfeindlich wahrgenommen werden.

2.) Er vertritt eine Opferideologie, noch bevor er gesellschaftlichen Einfluss genommen hat.

Hinzu kommt auch hier, dass Opfer sein gegen die Männerrolle verstößt und zudem auch damit belastet ist, dass das Bild des Opfers viel besser durch die Frau besetzt wird. Es fällt auch schwerer ein Geschlecht als Opfer wahrzunehmen, dass die allermeisten wichtigen Positionen besetzt, auch wenn das eine Apex-Fallacy sein kann.

3.) Er ist weitestgehend fatalistisch, hat keine positive Zukunftsperspektive, sondern lamentiert nur über gegenwärtige Ungerechtigkeiten, und übertreibt diese im hohem Maße.

Die Übertreibungen hatte ich auch schon kritisiert. Da würde ich auch gerne von weg kommen. Alle Frauen beuten einen aus/bei jedem Sex steht man wegen Falschbeschuldigung mit einem Bein im Knast/die feministischen Medien haben sich verschworen/der Staatsfeminismus lenkt alle Bereiche unseres Lebens.

Davon muss man weg und realistischer werden. Es bringt nichts sich eigene Mythen analog zu „jede 6 Frau wird vergewaltigt“ oder „Frauen verdienen 23% weniger“ zu schaffen.

4.) Er verklärt und idealisiert die Geschlechterverhältnisse der Vergangenheit

Das wäre wohl der konservative Maskulismus, der ja durchaus nicht die einzige Ausprägung ist. In der Tat hat dieser aber durchaus seinen Einfluss: Hier können sehr starke Rollenbilder transportiert werden, die Abweichungen problematisch erscheinen lassen. In diese Kategorie gehört wohl auch die Überschneidung von Überfremdung und Geburtenrückgang, die eine Rückbesinnung auf konservativere Zeiten erforderlich macht.

5.) Er kümmert sich nicht um Männer, sondern ist lediglich gegen Feministen im besten und gegen Frauen im schlimmsten Falle.

Das mag allerdings auch daran liegen, dass genau dieser Einfluss des radikalen Feminismus als einer der negativsten Faktoren gesehen wird, bei dem ein Vorgehen erforderlich ist. Die Idee ist wohl auch, dass Männer sich um sich selbst kümmern können und dann ihre Wahlmöglichkeiten ausleben können, wenn der radikale Feminismus ihnen nicht dazwischen funkt.

Andere Thematiken wie das Familienrecht sind zudem schwer zu überblicken. Es gibt allerdings durchaus auch insoweit verschiedenste Vorstellungen, über Männerhäuser oder Aufklärung bei Gewalt gegen Männer, Kampagnen zum Sorgerecht, der Versuch einer Lobbyarbeit und einer Einflussnahme auf die Politik.

Natürlich hat der Maskulismus noch nicht den Professionalitätsgrad des Feminismus erreicht, dazu ist er aber auch noch zu weit von deren Geldtöpfen entfernt.

Sexuelle Reize in unpassenden Situationen und die Anstrengung sie nicht wahrzunehmen

Der Kiezneurotiker schreibt in einem Beitrag zu Azubis in seiner Firma, die ihn mit dem Einsatz ihrer weiblichen Reize für sich einnehmen wollen:

Bling Bling Kuller Kuller. Die Brüste machen Kapriolen im viel zu engen Trägerteil. Nicht hinschauen. Wenn du da einmal hinschaust, dann hat sie dich. Und wenn das Jabba, die Frauenbeauftragte, sieht, dann zieht sie dir die Eier lang und wedelt mit der Heckenschere. Denn sexuelle Belästigung ist es nicht, mir die Dinger direkt vor die Augen zu hängen, sondern erst dann, wenn ich endlich doch einmal drauf schaue.

Es kostet eine Menge Kraft, sich dem entgegenzustellen. Mich macht es müde, als Mann unter dem Generalverdacht zu stehen, so etwas zu mögen, obwohl ich wetten könnte, dass es den meisten Männern unangenehm ist. Ich mag es auch nicht. Es ist offensiv, anmaßend, belästigend und es beleidigt mich, wenn man glaubt, dass das Wackeln mit den sekundären Geschlechtsmerkmalen Einfluss auf meine Notengebung haben könnte. Nein, hat es leider nicht. Ich habe schon so viele Brüste in meinem Leben gesehen, die meisten davon schöner als diese hier, ich muss im Anschluss nicht auf die Toilette, um Fünf gegen Einen zu spielen.

Finde ich einen guten Text, der das Problem auch passend darstellt. Das nicht reagieren dürfen auf sexuelle Reize, weil man in einer professionellen Atmosphäre ist oder weil es eben nicht angemessen wäre, es in diesem Moment zu bemerken, kann sehr nervig sein.

Hier mal ein Testbild, zur für den heterosexuellen Mann unnötigen Veranschaulichung:

tuesday-dar-13

Ich habe nichts gegen sexy gekleidete Frauen, aber in bestimmten Situationen, insbesondere dann, wenn man es eben nicht wahrnehmen darf, finde ich es ebenfalls sehr anstrengend an den sexuellen Reizen vorbeizuschauen. Ist es dann auch noch eine Situation, bei der man merkt, dass die Frau einen damit beeinflussen will, dann kann es in einem professionellen Umfeld ärgerlich sein.

Tatsächlich hatte ich es im direkten Kolleginnenumfeld bisher recht selten. Die ein oder andere Kundin war schon einmal sehr sexy gekleidet oder noch schlimmer, die volljährige Tochter von Kunden, da macht es sich ja noch schlechter, wenn man die angeifert.

Das hat auch wenig damit zu tun, dass die Kleidung einer Frau nichts darüber aussagt, ob man sie belästigen darf, sondern eher damit, dass ein Ignorieren eines Reizes erzwungen wird.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass einige Frauen ihre Reize in solchen Situationen sehr gerne einsetzen, vielleicht in der eher harmlosen Form, bei der es sie freut, dass sie eine gewisse Macht über ihn haben und er sie beachtet, aber natürlich auch, um es in bestimmten Situationen leichter zu haben. Sexuelle Reize holen eben häufig den weißen Ritter in Männern heraus oder bringen sie dazu, dass sie die Gunst der jeweiligen Frau erhalten wollen.

Wozu braucht man den Feminismus?

Immer wieder liest man so etwas wie:

Der Feminismus muss komplett abgeschafft werden

Gerade im radikalen Antifeminismus billigt man dem Feminismus insoweit keine Daseinsberechtigung zu.

Aus meiner Sicht hat er diese aber durchaus. Zwar halte ich die radikalen Theorien im Genderfeminismus für vollkommen falsch und im ganzen schädlich für ein Verständnis der Geschlechter.

Das bedeutet aber aus meiner Sicht nicht, dass man auf den Feminismus zugunsten eines reinen Humanismus und natürlich noch weniger zugunsten eines reinen Maskulismus aufgeben kann.

Was schiefgeht, wenn nur eine Seite eine Lobby hat,zeigt sich an dem von Dummerjan bereits häufiger zitierten § 44 SGB IV:

1) Die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben der in § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 genannten Rehabilitationsträger werden ergänzt durch(…)

ärztlich verordneten Rehabilitationssport in Gruppen unter ärztlicher Betreuung und Überwachung, einschließlich Übungen für behinderte oder von Behinderung bedrohte Frauen und Mädchen, die der Stärkung des Selbstbewusstseins dienen,

Warum nur bei Frauen und Mädchen Maßnahmen getroffen werden können, die der Stärkung des Selbstbewußtseins dienen, erschließt sich mir nicht. Es scheint mir ein klassischer Fall von Lobbyarbeit, bei der eine Seite darauf besteht, besondere Maßnahmen für ihre Gruppe umzusetzen und nicht eher Ruhe gibt, bis dies umgesetzt ist.

Wenn man jetzt auf einen reinen Humanismus abstellt, dann steht dem aus meiner Sicht meist die Praxis entgegen. Denn es gibt eben immer konkrete Leute, die in einer Lobbygruppe sitzen und für ihre Gruppe die Politik mitgestalten wollen. Wer meint, dass schon alle vernünftig sein werden und eine gerechte Politik anstreben werden, der verkennt schlicht, dass keine Grundlage dafür besteht, dass alle fair spielen wollen, von beiden Seiten. Im Gegenteil: Die Spieltheorie spricht eher dafür, dass man selektiv seine Interessen durchsetzt.

Dass einseitige Systeme im Endeffekt eher geeignet sind, gerechte Ergebnisse zu produzieren, zeigt sich im negativen am Inquisitionsprozessen oder dann wenn die Gewaltentrennung in einem Staat aufgehoben wird und im positiven an dem Grundsatz, dass beide Parteien in einem Prozess gehört werden müssen und eine Aufteilung in zwei Seiten und einen Entscheider (zwei Parteien evtl mit Rechtsanwälten oder ein Staatsanwalt gegen einen Beschuldigten und ein Richter). Hier kann eine gegenseitige Kontrolle erfolgen und jede Seite ist vertreten und damit in der Lage ihre Argumente vorzubringen. Dieses Verfahren stellt am besten sicher, dass alle wesentlichen Argumente in eine Debatte eingeführt werden.

Dazu reicht es natürlich auch nicht, dass Männer und Frauen an einer Diskussion zu den Geschlechtern teilnehmen, es müssten die verschiedenen Richtungen vertreten sein.

Insofern bleibe ich dabei, dass eine gerechte Klärung von Geschlechterfragen beide Seiten braucht, und das am besten in einer gemäßigten Form, die miteinander reden kann.

Und dazu braucht auch der Maskulismus den Feminismus und umgekehrt. Sicherlich jeweils nicht in seiner gegenwärtigen radikalen Form, aber als jeweiligen Gegenpool, aus deren Argumenten man dann eine gerechte Lösung entwickeln kann

Geschlechterunterschiede in den strukturellen Verbindungen des menschlichen Gehirns

Gerade macht eine Studie den Weg durch die Medien über Gehirnscans, die deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen:

Sex differences in human behavior show adaptive complementarity: Males have better motor and spatial abilities, whereas females have superior memory and social cognition skills. Studies also show sex differences in human brains but do not explain this complementarity. In this work, we modeled the structural connectome using diffusion tensor imaging in a sample of 949 youths (aged 8–22 y, 428 males and 521 females) and discovered unique sex differences in brain connectivity during the course of development. Connection-wise statistical analysis, as well as analysis of regional and global network measures, presented a comprehensive description of network characteristics. In all supratentorial regions, males had greater within-hemispheric connectivity, as well as enhanced modularity and transitivity, whereas between-hemispheric connectivity and cross-module participation predominated in females. However, this effect was reversed in the cerebellar connections. Analysis of these changes developmentally demonstrated differences in trajectory between males and females mainly in adolescence and in adulthood. Overall, the results suggest that male brains are structured to facilitate connectivity between perception and coordinated action, whereas female brains are designed to facilitate communication between analytical and intuitive processing modes.

Quelle: Sex differences in the structural connectome of the human brain

Das solche Unterschiede bestehen war hier bereits häufiger Thema:

In einem Spiegelartikel heißt es dazu:

Die Untersuchung haben ergeben, dass männliche Gehirne offenbar für eine Kommunikation innerhalb der Hirnhälften optimiert sind. So besäßen zum Beispiel einzelne Unterbereiche des Gehirns viele Verknüpfungen mit ihren direkten Nachbarbereichen. Es gebe also mehr lokale Verbindungen mit kurzer Reichweite.

Bei Frauen hingegen fanden die Forscher eine größere Zahl längerer Nervenverbindungen vor allem zwischen den beiden Gehirnhälften. Nur im Kleinhirn sei es genau andersherum gewesen: Dort gebe es bei den Männern viele Verbindungen zwischen den, bei Frauen aber innerhalb der beiden Hemisphären. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verstärkten sich im Laufe der Altersentwicklung, zeigte die Untersuchung weiter.

Dass Männer und Frauen ihre Gehirne unterschiedlich nutzen, hatten Wissenschaftler unter anderem bei der Bewertung von Gemälden durch Probanden festgestellt. Frauen nutzten beide Hirnhälften für die Bewertung, Männer nur eine.

In einer früheren Verhaltensstudie mit noch mehr Probanden hatten die Forscher festgestellt, dass Frauen sich besser Wörter und Gesichter merken können, aufmerksamer sind und ein besseres soziales Erkenntnisvermögen haben als Männer. Letztere wiederum könnten räumliche Informationen besser verarbeiten und schnitten in der Bewegungskoordination besser ab. Die beobachteten Unterschiede in der Hirnverknüpfung deckten sich mit diesen Verhaltensweisen, schreiben die Forscher.

Der Spiegel ist insoweit noch recht zurückhaltend und benennt lediglich bestimmte Unterschiede, sagt aber recht wenig zu den Auswirkungen.

Der Guardian wird da schon etwas ausführlicher und zitiert die Forscherin wie folgt:

Ragini Verma, a researcher at the University of Pennsylvania, said the greatest surprise was how much the findings supported old stereotypes, with men’s brains apparently wired more for perception and co-ordinated actions, and women’s for social skills and memory, making them better equipped for multitasking.

„If you look at functional studies, the left of the brain is more for logical thinking, the right of the brain is for more intuitive thinking. So if there’s a task that involves doing both of those things, it would seem that women are hardwired to do those better,“ Verma said. „Women are better at intuitive thinking. Women are better at remembering things. When you talk, women are more emotionally involved – they will listen more.“

She added: „I was surprised that it matched a lot of the stereotypes that we think we have in our heads. If I wanted to go to a chef or a hairstylist, they are mainly men.“

Also das alte Klischee, dass Männer eher auf den logischen Bereich, Frauen eher auf den Sozialen Bereich und das Gedächtnis abgestimmt sind.

Die Forscherin weiter:

The scans showed greater connectivity between the left and right sides of the brain in women, while the connections in men were mostly confined to individual hemispheres. The only region where men had more connections between the left and right sides of the brain was in the cerebellum, which plays a vital role in motor control. „If you want to learn how to ski, it’s the cerebellum that has to be strong,“ Verma said. Details of the study are published in the journal Proceedings of the National Academy of Sciences.

Male and female brains showed few differences in connectivity up to the age of 13, but became more differentiated in 14- to 17-year-olds.

„It’s quite striking how complementary the brains of women and men really are,“ Ruben Gur, a co-author on the study, said in a statement. „Detailed connectome maps of the brain will not only help us better understand the differences between how men and women think, but it will also give us more insight into the roots of neurological disorders, which are often sex-related.“

Also bei Frauen mehr Verbindungen zwischen der linken und der rechten Seite, bei Männern dafür stärkere Verbindungen zwischen bestimmten Zentren. Zudem eine besondere Abstimmung bei Männern auf Bewegungen.

Damit ist natürlich noch nicht der eigentliche Streit gelöst, ob diese Strukturen sich aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrung oder aufgrund der Gene oder Hormone herausbilden. Die oben verlinkte Forschung zu Transsexuellen legt allerdings nahe, dass Hormone und Gene einiges damit zu tun haben. Es bestätigt zudem eine andere Art zu denken von Mann und Frau im Schnitt, die innerhalb der Gehirnstruktur eine Verfestigung erhalten hat und insofern auch bei den jeweiligen Personen nicht so einfach zu ändern sein wird.

„Viele Maskulisten beherrschen die schwierige Kunst, sich selbst mit einer Blutgrätsche umzusäbeln“

Lucas Schoppe sagte in einem Kommentar vor einiger Zeit einmal das Folgende:

Andererseits macht das Statement von AFW-D ein entscheidendes Manko von Männerrechtlern deutlich. Selbst wenn in ihren Statements irgendwo ein rationales oder bedenkenswertes Argument versteckt ist, tendieren eben viele dazu, es so brachial, ressentimentgeladen, beleidigt, beleidigend, holzhammerhaft, unseriös und unsouverän zu formulieren, dass selbst Wohlwollende Schwierigkeiten damit haben, das Statement ernst zu nehmen.

Das ist ein regelrecht selbstverletzendes Verhalten, das aus irgendwelchen Gründen immer noch ziemlich weit verbreitet ist. Viele Maskulisten beherrschen mit staunenswerter Sicherheit die schwierige Kunst, sich selbst mit einer Blutgrätsche umzusäbeln.

Das ist aus meiner Sicht für den radikalen Maskulismus sehr richtig. Viele Themen werden sehr rau angepackt, man wird wegen Abweichungen sehr schnell angegriffen (siehe beispielsweise meine Bezeichnung als „feministisches U-Boot“) und der Ton ist häufig sehr beleidigend, gerade auch gegen Frauen.

Dazu kommt oft ein sehr klares Freund-Feind-Denken. Ich habe beispielsweise einmal darauf hingewiesen, dass die Lage im Familienrecht sich für Männer verbessert hat und musste mir gleich darauf anhören, dass ich die Leiden von Männern herunterspiele und sich im Gegenteil alles verschlechtert hatte.

Ich würde mir wünschen, dass der Radikalismus insgesamt zurückgeht, andere werden eher der Meinung sein, dass man radikaler werden muss.

Aus deren Sicht ist die Zeit für das Herumreden vorbei, es werden Taten gefordert. Man wolle auch nicht mehr mit Feministinnen reden. Bei einigen Kommentatoren scheint mir das auch schon insoweit angekommen zu sein. Es wird häufig so etwas angeführt wie „Typisch Feministin“ oder „Mit dir als Feministin werde ich eh nicht reden“ oder noch radikaler „Als Feministin vertrittst du eh die Meinung X“ ohne das etwas in diese Richtung gesagt wurde.

Aus meiner Sicht gibt es eigentlich keinen besseren Weg als innerhalb eines Dialogs darzustellen, dass man die besseren Argumente hat und diese sachlich und ruhig vertreten kann, weil an seiner Position sicher ist. Wer Leute aus einer Diskussion ausschließt, der verrät eher Unsicherheit.

Zudem sind gerade die Feministen, die sich auf eine Diskussion einlassen besonders wichtig, um eine Veränderung anzustoßen. Einmal kann man in einem direkten Gespräch am ehesten aufzeigen, dass die feministischen Theorien wenig durchdacht sind, zum anderen bringt man so zumindest ein Gefühl dafür, dass gewisse Ungerechtigkeiten und Fehler bestehen in die Filterbubble, auf die dann dort reagiert werden muss.

Was dem Maskulismus fehlt ist eine gewisse Seriösität. Darauf hinzuarbeiten erscheint mir der beste Weg.

Dabei Feindseligkeiten in alle Richtungen zu verteilen bringt aus meiner Sicht wenig.

Wie man ein Feindbild aufbaut

Leser Klaus schrieb mir Folgendes per Email zum Thema selektives Mitleid als  klassische Komponente totalitärer Ideologien

Nach längerem Nachdenken ist mir dazu eingefallen. Nämlich wie bringt man eine (größere) Gruppe von Menschen dazu, eine andere Gruppe bis zur Vernichtung zu verachten und zu hassen?

Die große Mehrzahl der Menschen sind keine Sadisten, haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und fühlen mit dem Leid anderer mit, andernfalls könnte eine Gesellschaft nicht einmal leidlich existieren.

Um nun aber diese Empfindungen in Bezug auf die zu verachtende, zu vernichtende Gruppe zu eliminieren braucht es zwei Komponenten (stammt nicht originär von mir, habe ich gelesen):

  • Entmenschlichung
  • Dämonisierung

Entmenschlichung bedeutet, die Individuen der derart mit schlechten Attributen zu belegen, dass sie nicht mehr als Mensch wahrgenommen werden müssen. Am Beispiel der Juden im Dritten Reich wären dies Attribute wie gierig, verschlagen bzw. hinterhältig, sagenhaft geil und deswegen gefährlich (Vergewaltigung der Deutschen Frau), Verschmutzen das deutsche Blut usw. gewesen

Das reicht aber nicht, um die zu verachtende Gruppe vernichten zu wollen; sie sind halt minderwertig und ich bin besser, daraus folgt aber nicht zwingend, dass sie vernichtet werden müssen.

Hierzu bedarf es noch einer weiteren Komponente, der

Dämonisierung:

Nicht nur ist die andere Gruppe minderwertig, sie bedroht meine Existenz auch in Form einer halboffenen bis geheimen Verschwörung. Am Beispiel der Juden im Dritten Reich war dies die (für meine Argumentation sinnigerweise 😉 ) Jüdische Weltverschwörung, also der geheime Plan, der Juden das deutsche Volk inklusive seiner Individuen vernichten zu wollen.

Erst das Zusammenspiel dieser beiden Komponenten ermöglicht es dem Einzelnen, seine Empathie und sein Gerechtigkeitsempfinden schweigen zu lassen. Am Beispiel der Juden im Dritten Reich also: Die Juden wollen das Volk inklusiver meiner selbst vernichten, bedrohen mich also direkt, ich muss mich wehren, handele also in Notwehr. Und dieses „Handeln in Notwehr“, die physische Vernichtung der anderen Gruppe ohne Ausnahme, kann ich viel besser mit meinem Mitgefühl ausmachen, wenn das andere Individuum entmenschlicht ist, ohnehin minderwertig ist.

Mir sind die gleichen Mechanismen der Entmenschlichung und Dämonisierung bei Feministinnen in Bezug auf Männer aufgefallen.

Grundsätzlich sind wir Menschen auf eine gewisse Kooperation ausgelegt, sofern uns diese Vorteile bringt und wir davon ausgehen können, dass auch der andere Kooperieren will. Dies ist um so eher der Fall, um so eher wir diesen als Bestandteil einer wenn auch weit gefassten gemeinsamen Gruppe verstehen, also ein In-Grouping vornehmen können.

Der beste Weg eine Feindschaft zu schüren ist damit, dass man den Gegner deutlich in eine Outgroup, gegen die Gewalt zulässig ist, einordnet. Dies ist eben bei einer als geringwertig angenommenen Gruppe eher der Fall, insbesondere wenn man sie in einer Gruppe einordnet, die noch nicht einmal menschlich ist, sie also den Tieren zuordnet, gegen deren Tötung bei uns als Fleischesser weitaus geringere Bedenken bestehen. Gerade einer minderwertigen Gruppe möchte eben keiner zugehören, so dass damit am einfachsten eine Zuordnung zu der eigenen Gruppe oder eine Zuordnung von einem selbst zu der Gruppe erfolgen kann. Verstärkt man dies noch damit, dass die Gruppe nicht nur minderwertig ist, sondern auch noch böse, dann wird um so mehr die Bereitschaft angesprochen, sich gegen diese Gruppe zu verteidigen.

Interessant dazu vielleicht auch die etwas erweiterten Stufen, mit denen man eine Gehirnwäsche hin zu einem Terroristen erreichen kann:

Phase 1—Depluralization: stripping away all other group member identities

Phase 2—Self-deindividuation: stripping away each member’s personal identity

Phase 3—Other-deindividuation: stripping away the personal identities of enemies

Phase 4—Dehumanization: identifying enemies as subhuman or nonhuman

Phase 5—Demonization: identifying enemies as evil

Das zeigt noch einmal, wie sehr der Mensch ein Gruppentier ist: Werden ihm alle anderen Verbindungen weggenommen und sieht er sich nur noch als Teil einer Gemeinschaft, dann wird er sich eben der dann noch verfügbaren Gruppe zuordnen. Nimmt er dann auch nur noch die andere Seite als Teil einer Gruppe und nicht mehr als einzelne Menschen dar, dann fehlt es ihm an Abgrenzungsmöglichkeiten, an dem Verständnis, dass auch der andere ein Mensch ist, der ihm vielleicht gar nichts böses will und dieser Vorgang wird noch weiter ausgebaut, indem dann die Gruppe als wertlos und dann das böse ausgebaut wird.

Diese Vorgänge sind natürlich in beiden Richtungen der radikalen Richtungen des Geschlechterkrieges zu beachten.

Im Feminismus geht es ja gerade nur noch darum, sich als Opfer aufgrund der Gruppenzugehörigkeit zu sehen, als Frau, die immer keine Privilegien hat und die nicht individuell zu betrachten ist, sondern deren Wertungen durch „Sektionen“ vorgegeben sind, eben Geschlecht, Rasse, Klasse etc.

Der Feminismus versucht gerade alles auf ein Gruppenproblem herunterzubrechen und eine tatsächliche Individualität im Sinne einer Öffnung für Kritik findet nicht statt. IDPOL erlaubt nur erklären von Positionen, nicht aber eine echte Diskussion über diese. Und auch Männer sollen nicht als Einzelwesen, sondern eben als Teil ihrer Gruppe wahrgenommen werden. Dabei wäre interessant, ob das bekämpfen eine „hegemonialen Männlichkeit“ auch bereits eine Entmenschlichung ist, die verbirgt, dass man eigentlich gegen konkretes Verhalten bestimmter Menschen ist. Solche Entmenschlichungen könnten sich auch hinter Formulierungen wie „WHM“, also der Verwendung einer abstrakten Abkürzung, verbergen. Auch Macker oder Dude gehen vielleicht in diese Richtung.

Die Dämonisierung kommt dann über diverse Konzepte wie die Rape Culture oder den Mythos der allgemeinen und umfassenden Unterdrückung.

Auch der (radikale) Maskulismus versucht etwas in dieser Richtung, wenn dort die Gruppeninteressen der Männer gegen die Gruppeninteressen der Frauen gestellt werden und die Gegenseite mit Begriffen wie „Femastase“ oder „Parasit“ entmenschlicht werden. Die Dämonisierung erfolgt dann über Konzepte wie „alle Frauen beuten nur aus“ oder das Übertreiben von Falschbeschuldigungsanzeigen. Aus dem gleichen Grunde wird dann auch entsetzt aufgeschrien, wenn man etwas differenzierter oder weniger dämonisierend betrachten möchte.

Das man über Gruppenzuweisungen so schnell zu Feindbildern kommt ist auch der Grund dafür, dass ich es für wichtig halte, dass immer wieder betont wird, dass es keine fixen Unterschiede zwischen den Gruppen gibt, sondern nur Unterschiede im Schnitt. Denn  bei Unterschieden kann eben eine große Spannbreite bestehen, die Platz für Individualität zulässt und es schwieriger macht, über zu pauschale Zuordnungen Feindbilder aufzubauen.

Gastbeitrag: Die wichtigsten Eigenschaften beim Verführen von Frauen sind Authentizität und männliche Polarität

Damit nicht nur meine Perspektive zum Thema Pickup hier rein kommt, hier mal ein  Gastartikel von Anchu Kögl. 

Wahrscheinlich bist du verwirrt. Ist ja auch kein Wunder bei all dieser Dating Informationsüberflutung. Der eine Guru erzählt, dass das wichtigste um Frauen zu verführen, Humor ist. Ein anderer redet von Dominanz, ein weiterer sagt, dass Empathie das A & O ist.

Wer soll da noch den Überblick behalten? Was stimmt nun? Worauf kommt es wirklich an, wenn es darum geht, Frauen zu verführen?

Die Wahrheit ist, viele Wege führen nach Rom. Somit gibt es viele Arten von „Game“, die funktionieren. Der eine ist super humorvoll, ein anderer sehr dominant, ein weiterer kann super zuhören und sehr tiefe, emotionale Bindungen mit Frauen aufbauen – und verführt die Frauen damit.

Mir ist über die Jahre aufgefallen, dass jeder Mann, der wirklich gut mit Frauen ist (ob ein Mann gut mit Frauen ist oder nur quatscht, merkt man oft schon nach 3 Sätzen) eine gewisse Eigenschaft besonders ausgeprägt hat. Dadurch werden diese Männer zu Charakteren.

Bei einem guten Kumpel von mir ist es zum Beispiel die Selbstliebe. Er meinte mal zu mir:

Anchu, egal welchen Scheiß ich Frauen gerade erzähle, ich weiß, dass es geil ist und sie drauf abfahren.“

Ich dachte mir nur: Alter, bist du selbstverliebt. Aber das ist seine herausstechen Eigenschaft. Klar ist er auch locker drauf, aber die Selbstliebe, war sein herausragender Punkt. Bei einem anderen Kumpel ist es die Sympathie, bei einem weiteren die Dominanz. Sobald man mit ihm redet, zieht er einen in seine Welt. Auf einmal ist man in eine Unterhaltung über ein Thema verwickelt, ohne dass man gemerkt hat, wie es dazu kam – denn er führt einen dahin. Und wenn er flirtet, führt er erst die Unterhaltung und dann die Frau – stück für stück bis in sein Schlafzimmer.

Wenn ich eine Eigenschaft bei mir beschreiben müsste, die heraussticht, dann ist es meine sexuelle Seite. Ich bin sehr sexuell – und das merken Frauen sofort. Sie merken es in meiner Ausstrahlung, aber auch an dem was ich sage – ich mag gerne (humorvolle) sexuelle Anspielungen. Gefällt es jeder? Natürlich nicht. Doch darum geht es ja auch nicht. Ganz im Gegenteil.

Worauf es wirklich ankommt

Charaktere hin oder her, es gibt meiner Meinung nach zwei fundamentale Grundlagen, die alle guten Player haben. Auf diesen beiden Grundlagen baut alles auf und ohne sie, klappt das mit den Frauen verführen nicht wirklich.

Diese Eigenschaften sind Authentizität und männliche Polarität. Reimt sogar – ist aber Zufall, schließlich schreibe ich hier keine Poesie.

Authentizität bedeutet für mich, uns so zu geben wie wir sind – also zu unseren Werten und Emotionen zu stehen und in Kongruenz mit ihnen zu handeln. Das heißt, wir versuchen nicht andauernd jemand anderes zu sein oder gewisse Dinge vorzutäuschen. Klingt leichter als es ist, glaub mir.

Wenn ich

Wir versuchen also nicht, unserem Gegenüber irgendein Bild von uns geben zu wollen. Denn das würde bedeuten, dass wir andere beeindrucken wollen – und gerade Frauen hassen das.

Authentisch zu sein bedeutet somit, dass uns nicht jeder mögen wird. Wir polarisieren also – und das ist attraktiv. Klar, nicht für jeden, aber für manche – für die aber eben sehr. Denn dann stehen wir für etwas, wir werden greifbar, wir werden real.

Der zweite Punkt ist männliche Polarität. Männliche Polarität bedeutet für mich, zu wissen, wo es langgeht. Also Entscheidungen zu treffen, zu führen und wenn es ums Flirten geht, das Ganze voran zu treiben und sexuell zu gestalten.

Nicht wenige Männer haben ein Problem, über ein Gespräch mit einer Frau hinauszukommen. Viele Teilnehmer meines online Kurses fragen mich immer wieder, warum die Frauen nach einer Weile das Interesse verlieren. Ganz einfach: Es fehlt die Richtung.

Frauen wollen, dass du sie führst. Und wenn du mit ihr mehr willst, musst du das Ganze auch körperlich vorantreiben. Anfassen, küssen, Sex, also. Ins Bett quatschen klappt nämlich nicht – außer du hast die rhetorischen Fähigkeiten von Obama.

In dem du dem Ganzen eine Richtung vorgibst und im besten Fall sexuell gestaltest, merkt die Frau, dass du ein Mann bist und an ihr als Frau interessiert bist – nicht als Kuscheltier. Sie guckt dir in die Augen und spürt, dass sobald ihr alleine seid, du dein Ding rausholen und es ihr ordentlich besorgen wirst. Das ist männliche Polarität. (Das war jetzt leicht übertrieben, aber ich denke, du verstehst was ich sagen will)

Vor einigen Wochen sprach ich eine Blondine auf der Straße an. Ich plapperte was von ich hab dich gerade gesehen und fand dich süß. Ich guckte ihr tief in die Augen (baut sexuelle Spannung auf) und nach 5min. meinte ich: „Lass uns ein Kaffee trinken“. Bevor sie antworten konnte, hielt ich mir mein Arm hin und sagte: „Hack dich ein, ich kein ein super Café hier gleich um die Ecke“. Sie hackte sich ein und wir gingen Kaffee trinken.

Genau das, bedeutet für mich männliche Polarität. Zu meiner Sexualität zu stehen (ich find dich süß, in die Augen gucken) und dem ganzen eine Richtung geben (hack dich ein; komm, wir gehen Kaffee trinken).

Persönlicher Style

Es geht also darum, diese beiden Grundlagen zu kultivieren. Und darauf basierend, entwickelt jeder seinen ganz eigenen Verführungstil. Basierend auf Sympathie, Humor oder gutem Aussehen (klar spielt aussehen eine Rolle, aber es ist nicht entscheidend) oder was auch immer.

Denn es bringt nicht viel, den Stil eines anderen zu kopieren – denn du bist nicht der andere. Wenn du ihn kopierst, kommt es unauthentisch rüber. Und das, ist eben einer der größten Fehler den Männer im Umgang mit Frauen machen.

Die beiden Grundlagen aber, die sind immer vorhanden und auf denen baut alles auf.

Das ist ein Gastartikel von Anchu Kögl.

Anchu Kögl

Anchu Kögl

Anchu reist um die Welt und schreibt über Frauen, Sex und Männlichkeit. Intensiv, filterlos und schockierend direkt. Sein Blog: http://intensiver.net/

Wer gerne einen Gastartikel einstellen möchte, der kann ihn mir einfach per Email schicken oder vorher eine Anfrage per Email schicken. (am Besten noch einen Hinweis in den Kommentaren, dass eine Email verschickt worden ist, das Postfach ist mitunter sehr voll)