Selbermach Samstag LXIII

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Abwertung von männlicher Sexualität

Neulich habe ich mir mal darüber Gedanken gemacht, warum eigentlich Sexualität so häufig abgewertet wird, warum wir also beispielsweise so etwas sagen wie „er will ja nur mit ihr schlafen“ oder warum es dem radikalen Feminismus so leicht fällt Männer anhand ihrer Sexualität zu dämonisieren.

1. Kurzzeit-. vs. Langzeitstrategie

Ein Aspekt dabei könnte sein, dass Sex ohne nähere Bindung für eine Kurzzeitstrategie spricht und übergriffige Sexualität sogar für eine einseitige Kurzzeitstrategie des Mannes unter Außerachtlassung der Interessen der Frau.
Dagegen spricht Sex in einer Beziehung für eine Langzeitstrategie beider Geschlechter.

Letztendlich entspricht das Verhältnis beider Strategien einem Prisoners Dilemma aus Sicht dessen, der eine Langzeitstrategie will. Wer eine Langzeitstrategie will, der muss zumindest irgendwann auch einmal mit Sex anfangen und trägt das Risiko, dass der andere danach „Default“ spielt, also danach keine weitere Bindung will.

Dass ist natürlich gerade für Frauen, die dann die höheren Kosten des Sex tragen, besonders problematisch. Aber auch für Verwandte von Frauen oder Männer, die vermeiden wollen, dass jemand anders eine Kurzzeitstrategie fährt oder die selbst schon stark in eine potentielle Langzeitstrategie investiert haben.

Gleichzeitig lohnt es sich selbst darzustellen, dass man ein Langzeitstrategist ist und eigentlich nur an diesen Elementen interessiert ist, was am einfachsten möglich sein kann, wenn man ein rein romantisches Interesse darstellt.

Die Grade, mit denen dieses geschieht, können dabei natürlich varieren:

Auf die Spitze getrieben wurde die „sexlose Liebe“ im Mittelalter in der Minnekunst in der sexlose Liebe als besonderes Ideal galt, allerdings wohl eher auch in Erzählungen der Adeligen. Hier gab man quasi vor, den Sex in wahrer Liebe ganz ausblenden zu können.

Im radikalen Feminismus wird hingegen bei der Abwertung des Sex besonders betont, dass Männer gar nicht auf eine weibliche Strategie eingehen, sondern schlicht ihre eigene Kurzzeit- oder Langzeitstrategie umsetzen wollen. Hier wird also die Dämonisierung dadurch vermittelt, dass man sie Umsetzung alleiniger Interessen des Mannes darstellt. Entweder durch die Übergriffigkeit oder durch Unterdrückung in einer Beziehung (die auch nur eine Umsetzung der Zwangsheterosexualität ist)

2. Tierisch-Triebhaftes vs. Vernünftiges-kooperatives

Ein anderer Aspekt, der sich zur Verteufelung anbietet ist eben, dass der Sexualtrieb etwas ist, was grundsätzliche Wünsche und Emotionen erzeugt und quasi durch den Verstand in Zaum gehalten wird. Insoweit kann man das Maß übertreiben, mit dem dies geschehen muss und hier eine potentielle Gefahrenquelle darstellen.

Der Widerspruch zwischen unserem Trieben und unserem Verstand ist aus meiner Sicht der beste Weg für eine Dämonisierung, nahezu alles, was in diesem Bereich läuft ist ja eigentlich Ausdruck einer gewissen fehlenden Selbstbeherrschung, etwa Gier, Selbstsucht, Zorn, Gewalt etc.

Wir erleben diesen Konflikt zwischen unserem „alten Gehirn“ und unserem „neueren Gehirn“ gerade bei diesen starken Gefühlen und es fällt uns leicht, diese zu dämonisieren, um so leichter, wenn hier über Schwangerschaft etc tatsächlich hohe Folgekosten zu erwarten sind.

Der höhere Sexualtrieb des Mannes und dessen höhere Ausrichtung auf „casual Sex“ erlaubt es dann, die Männer als „Zeitbombe“ darzustellen, die alles ihrem Sexualtrieb unterordnen.

 

Weiteres zu falsch verstandenen Regeln der Evolution

Nach und nach werde ich versuchen, noch ein paar von Elmars anderen Thesen zu besprechen, hier welche aus dem Artikel „Biologie der Geschlechter

(7) Ich denke, es ist nicht schwer zu argumentieren, daß evolutionäre Erklärungen biologischer Phänomene höchstens dann adäquat sind, wenn jene erstens ex ante den historischen Vorgang der kausalen Selektion eines erblichen, biologischen Phänomens mit biologischer Funktion empirisch belegen, und zweitens dessen Effekt für die Bilanz von Aussterbewahrscheinlichkeit und Geburtenrate in einer statistischen, zeitabhängigen Erklärung belegen.

Dazu das Folgende:

Mit der von ihm gewählten Definition muss Elmar aus meiner Sicht eigentlich die Evolutionstheorie an sich ablehnen. Denn natürlich kann man die Entwicklung des Lebens nicht in der von ihm gewählten Weise nachvollziehen. Denn wir können nicht aus einer „vorher Sicht“ darstellen, dass zB bestimmte Fische zwingend Flossen stärker ausbilden mussten, die ihnen erst erlauben sich etwas mehr aufzustützen und dann schließlich unter zusätzlicher Umstellung der Kiemen zu Lungen und einem immer stärkeren Ausbilden der Flossen an Land zu kommen. Wie können zwar ex post feststellen, dass dies anhand der Fossilien und der bekannten Übergangstiere, die heute noch existieren, der wahrscheinlichste Weg ist, aber die Tiere mussten sich natürlich nicht auf diese Weise entwickeln im Wege eines zwingenden Vorganges. Das zeigen schon die heutigen sonstigen Fische, die es ja noch reichlich gibt.

Auch seine Forderung einer Bilanz wirft erhebliche Fragen auf: Was soll das für eine Bilanz sein? Eine auf die Art bezogene Bilanz wäre ja schlichte Gruppenselektion, die aber in der Evolutionstheorie überwiegend abgelehnt wird.  Es evolvieren ja nicht Gruppen, sondern Einzelwesen, bei denen eine Mutation auftritt, die sich dann entweder immer mehr im Genpool einer Art anreichert oder langsam zu einer neuen Art wird, während die alte weiterbestehen kann. Dabei muss die andere Art noch nicht einmal weniger erfolgreich sein, es reicht, wenn die Mutation den Lebewesen erlaubt eine besondere neue Nische zu besetzen (bei den Fischen beispielsweise erst schlammreiche Flüsse, die eine gewisse Luftatmung attraktiv machten, dann vielleicht Üferzonen und Sümpfe, schließlich Gezeitenbereiche oder ein Springen von Tümpel zu Tümpel etc.

Ich bezweifele, dass Elmar für an Land gehende Fische einen Effekt für die Bilanz von Aussterbewahrscheinlichkeit und Geburtenrate in einer statistischen, zeitabhängigen Erklärung belegen könnte.

Dennoch wird er diese Theorie wahrscheinlich nicht ablehnen, weil viele andere Faktoren dafür sprechen, unter anderem die ex post Betrachtung der Fossilien, genetische Vergleiche, Embryonalstudien und die vielen noch lebenden Zwischenschritte.

Das zeigt schon, dass seine Definition wenig wert ist.

  • (8) Desweiteren scheint es mir ziemlich auf der Hand zu lieben, daß evolutionäre Erklärungen biologischer Phänomene höchstens dann gut sind, wenn sie die Mängel konkurriereder Theorien vermeiden und nicht nur die evolutionäre Rolle der biologischen Funktion des betrachteten biologischen Phänomens, sondern auch dessen Verteilung aus seiner biologischen Funktion erklärt auf eine Weise, daß das Auftreten dieser Verteilung die ganze Erklärung nicht trivialerweise wahr macht.

Ich verstehe das so, dass Elmar bei einem nicht üblicherweise aufzutreffenden Merkmal (zB Zweibeinigkeit) nicht nur eine Erklärung dafür haben will, warum gerade dieses Merkmal selektiert worden ist, sondern auch, warum innerhalb dieser Selektion Abweichungen und Unterschiede vorliegen, warum also meinetwegen einige Menschen abseits von Training und Ernährung stärker sind als andere Menschen. Das lässt sich in der Natur meist schon damit begründen, dass ein Merkmal eben meist Kosten und Nutzen mit sich bringt und es in verschiedenen Situationen verschieden effektiv sein kann, die Kosten zu tragen und die Nutzen zu haben. Ein sehr großes Baby beispielsweise mag mehr Nahrung erfordern, auch wenn es später kräftiger ist als andere. Bei sexueller Selektion besteht zudem häufig eine Konkurrenz mit natürlicher Selektion. Ein Pfau mit kleineren Federn wird weniger gewählt, kann aber besser fliehen oder sich verstecken. Eine Alphamannstrategie kann sehr viele Nachkommen bringen, aber auch einen schnellen Tod. In der Biologie gibt es insofern nichts umsonst, alles hat einen Preis und verschiedene Strategien können damit auch unter bestimmten Bedingungen unterschiedlich erfolgreich sein. Aber vielleicht kann Elmar hier ja noch einmal näher erklären, was er meint und es zB an einem erblichen Faktor wie Körpergröße erklären

  • Zusätzlich sollte sie die zeitabhängigen Wechselwirkungen der phänotypischen Ausprägungen der betrachteten Spezies mit der Umgebung und dem historischen Verhalten konkurrierender Spezies betrachten und benutzen, um das Resultat der lokalen genetischen Anpassung der Spezies verständlich zu machen.

Ich hatte schon etwas dazu geschrieben, dass es sowohl Red Queen Rennen gibt, ebenso wie Runaway Selektion im Wege der Sexuellen Selektion. Gerade beim Menschen ist allerdings zu berücksichtigen, dass man hier aufgrund der theoretischen Fähigkeit es aufgrund seiner Intelligenz und seiner Werkzeuge und Waffen theoretisch mit jedem Lebewesen aufzunehmen, eher auf den Menschen selbst als Konkurrenz abzustellen ist. Dies bildet beispielsweise innerhalb einer Gruppe intrasexuelle und intersexuelle Konkurrenz und Selektion ganz gut ab und dies sind auch die wesentlichen Faktoren, auf die man innerhalb der Evolutionsbiologie abstellt. Das erfordert natürlich, dass man sexuelle Konkurrenz und Selektion nicht mit sozialer Selektion verwechselt.

 

„Schwerwiegende Ereignisse brauchen schwerwiegende Gründe“

Ich habe gerade in einem Buch über das trügerische Gehirn etwas dazu gelesen, dass wir bei einem schwerwiegenden Ereignis üblicherweise auch nach einem schwerwiegenden Grund suchen.

In dem Buch war als Beispiel das Kennedy Attentat aufgeführt: Weil es von so großer Bedeutung war wollten viele nicht akzeptieren, dass es die Tat eines Einzelnen war, sondern wollten dahinter eine größere Verschwörung sehen.

Ergänzend wurde angeführt, dass wir auch bei sehr emotionalen Ereignissen, die für uns selbst schwerwiegend sind, eine ebenso schwer ins Gewicht fallende Ursache haben wollen.

Dies sei dann auch die Ursache für viele Verschwörungstheorien. Ich kann mir vorstellen, dass das auch auf die beiden Seiten der Geschlechterdebatte zutrifft und zu der gern ausgebauten Opferhaltung beiträgt.

Was immer einem an Leid durch das andere Geschlecht zugefügt wurde, sei es das Verlassenwerden oder allgemeines Desinteresse, Unterhaltszahlungen, Gewalt, Vergewaltigungen oder was auch immer, kann eben über eine größere Verschwörung des anderen Geschlechts wesentlich emotionaler bedient werden als über den Umstand, dass einem ein bestimmter Mensch weh getan hat oder das man gar den Fehler bei sich selbst suchen muss.

Ebenso wenn man das Gefühl hat, abgelehnt zu werden, weil man keine typische Frau oder kein typischer Mann ist, weil man nicht dem Schönheitsideal entspricht oder weswegen auch immer, es ist einfach, wenn man dies als den Zwang der Geschlechterrollen bei den anderen oder Normschönheit sieht, die aufgezwungen wird.

Unter diesem Gesichtspunkt ergeben Patriarchat und Rape Culture eben auch einfach weitaus bessere Gründe an, aus denen einem schreckliches passiert ist als dies bei einer unemotionaleren Betrachtung der Fall wäre:

Die Gründe sind dann so groß, wie das Unrecht.

Wenn das besser zu unserer Wahrnehmung passt, dann fällt es einem leichter solchen Erklärungen zu glauben, glaubt man erst einmal solchen Erklärungen, dann treibt das die Wahrnehmung als Verschwörungstheorie noch weiter an.

Es ist vielleicht auch ein guter Grund sich seinem Schmerz noch mehr hingeben zu können, denn bei einer Einzeltat kann man sich weniger aufregen als wenn man gegen eine große Verschwörung kämpft. Um so größer die Verschwörung, um so mehr ist man gleichzeitig Opfer und darf es sein: Ich vermute mal, dass der Vorgang in beide Richtungen funktioniert: Ein großes erlittenes Unrecht erfordert einen großen Hintergrund, ein großer Hintergrund erlaubt auch ein größeres Unrecht.

Die Folgen sieht man dann im Feminismus, wenn alles ein erlittenes Unrecht sein kann, weil DAS PATRIARCHAT dahinter steht und einen in eine Rolle zwingt und selbst der Anblick eines Babys oder eines küssenden Paars triggernd wirken kann.

„Das wird im Feminismus doch gar nicht vertreten“

Bei Feministinnen herrscht nicht selten ein erstaunliches Unwissen darüber, was für Theorien dort eigentlich so vertreten werden. Das fällt mir immer wieder auf, wenn man mit Feministinnen diskutiert. Beispielsweise war neulich in einer Diskussion angeführt worden, dass im Feminismus nirgendwo gesagt wurde, dass Männer nicht diskriminiert werden können.

Dabei findet sich dies durchaus in feministischen Theorien, etwa hier im Feminismus101:

Short definition: Sexism is both discrimination based on gender and the attitudes, stereotypes, and the cultural elements that promote this discrimination. Given the historical and continued imbalance of power, where men as a class are privileged over women as a class (see male privilege), an important, but often overlooked, part of the term is that sexism is prejudice plus power. Thus feminists reject the notion that women can be sexist towards men because women lack the institutional power that men have.

Das ist insbesondere in dem eher untheoretischen Teil der Feministinnen der Fall, der eher so ein paar allgemeine Grundsätze wie „Geschlechterollen bewirken die Geschlechter“ und „Frauen werden durch die Geschlechterrollen unterdrückt“ kennen. Dabei ist es oft auch erschreckend, wie wenig Gedanken sich über diese Rollen hinaus gemacht wird. Auch hier werden alle die Widersprüche, die in diesen Theorien vorhanden sind aufgeblendet: Wie etwa diese Geschlechterrollen etabliert werden können, wie stark sie sind und wie es sich auswirken würde, wenn Frauen tatsächlich vollkommen in diesem verfangen sind (dann wären sie eben ganz überwiegend tatsächlich nicht für Managementaufgaben zu gewinnen etc). Über diese Fragen und die Folgen der Theorien wird sich ganz überwiegend keine Gedanken gemacht. Die Theorien sind wenig zu Ende gedacht.

Hier ist einiges an Aufklärungspotential vorhanden. Andererseits ist man an den Feinheiten und Unstimmigkeiten wohl gar nicht interessiert. Die Theorie bietet nur ein Gerüst, anhand dessen man bestimmte Gedanken und Emotionen artikulieren kann und dafür ist das Gerüst anscheinend auch ausreichend, dass es nicht wirklich trägt ist dabei egal.

 

„Ich denke nicht, daß Maskulismus auf Biologismus angewiesen ist“

Elmar brachte in der weiteren Diskussion um biologische Theorien einiges, was in diese Richtung ging:

„Ich denke nicht, daß Maskulismus auf Biologismus angewiesen ist, er ist “viel leichter” zu haben. Das sollte euch alles freuen.

Elmar kritisiert da im wesentlichen vom Ziel her – ihm gefallen die Erklärungen nicht, er will lieber andere, die er aber noch nicht hat, aber sie wären garantiert besser, auch wenn er keinerlei Ansatz davon wirklich benennen kann.

Biologie passt insofern einfach nicht in die von ihm gewünschte Welt. Sie muss deshalb Biologismus und damit schlecht sein.

Eine ähnliche Haltung hatte ich schon einmal in dem Artikel „Wahrheit vs. Wollen: Feministische Theorie und die eigene Suppe“ besprochen:

Wer viel über Geschlechterfragen diskutiert und dazu noch einiges über Evolutionsbiologie gelesen hat, der stößt in diesen Argumenten immer wieder auf ein in feministischen Kreise sehr verbreitetes Gegen”argument”.

“Es wäre doch viel schöner, wenn alles nicht festgelegt ist, deswegen glaube ich nicht an biologische Gründe”

Das ist für einen wissenschaftlich denkenden Menschen so ziemlich das sinnloseste Argument, dass man machen kann, denn der Wirklichkeit ist es relativ egal, was besser ist, wenn dies einfach nicht stimmt.

Ebenso ist es natürlich ein sehr schwaches Argument, wenn man meint, etwas leichter haben zu können (wohlgemerkt: Dieses leichtere hat Elmar noch nie ausgeführt). Es ist egal ob man meint, dass es viele Männer uninteressant finden, es ist auch egal, ob man damit Angriffsfläche bietet.

Wegen all dieser Erklärungen kann man eine Erklärung nicht ablehnen, ein guter Grund eine Theorie abzulehnen ist simpel lediglich der, dass sie falsch ist.

Argumente, die darlegen, dass die biologischen Theorien falsch sind, nennt Elmar allerdings gar nicht. Er will sich eigentlich auch gar nicht mit den Theorien beschäftigen. Er will sie nur loswerden.

Dass das Nichtbeachten biologischer Erklärungen natürlich enorme Konsequenzen haben kann, zeigen Fälle wie David Reimer oder die Kibbuzerfahrungen. Ob wir da mal Besprechungen von Elmar hören werden? Oder ob er die Studie von Udry mal bespricht? Ich bezweifele es.

Wenn man eine klassische evolutionäre Erklärung verwendet, nach der Männer mehr auf Status aus sind, weil Status sich im Wege sexueller Selektion als gutes Zeichen für einen hochwertigen Partner entwickelt hat, dann erklärt das vieles, was Elmar letztendlich nicht erklären kann, wenn er es nicht ebenfalls soziologisch in ein Machtkampfverhältnis einordnet wie etwa der Feminismus oder Frauen zu Ausbeutern macht. Die evolutionären Theorien dazu haben zudem den Vorteil, sich nahtlos in die sonstige Biologie einzuordnen und stimmig in die Größenunterschiede etc eingeordnet zu werden.

Wenn diese Theorien stimmen, dann hat das natürlich auch Auswirkungen. Man kann sie in diesem Fall nicht einfach wegdenken, denn sie wirken sich in sehr vielen Verhältnissen zwischen Mann und Frau und auch auf sehr viele gesellschaftliche Phänomene aus: Vom Gender Pay Gap bis hin zu Frauenquoten, von der Partnerwahl bis hin zu dem unterschiedlichen Spielverhalten liefern sie gute Erklärungen zu vielen Phänomenen, die sozial betrachtet nur schwer zu verstehen sind, ohne einen Geschlechterkrieg zu erklären.

Die evolutionären Theorien erklären menschliches Verhalten ohne, dass man Bösartigkeit etc braucht. Wenn man akzeptiert, dass auf Frauen und Männer ein anderer Evolutionsdruck lastete, dann kann man aufhören, sich über Unterschiede im Schnitt aufzuregen. Etwas, was einen wohl keine soziale Erklärung bieten kann. Wenn man weiß, dass es Männer und Frauen in allen Varianten gibt, dann kann man aufhören, sich über Häufungen zu ärgern und auch akzeptieren, dass viele Menschen auf eine bestimmte Weise leben wollen. Man kann aufhören in jedem Geschlechterunterschied ein Zeichen für eine Unterdrückung zu sehen und sich bei jedem geschlechterstereotypen Verhalten zu ärgern.

Biologische Ansätze mit kulturellen Ausformungen sind meiner Meinung nach – wenn man Fehlvorstellungen vermeidet, dass sie bedeuten, dass alle Männer oder alle Frauen auf eine bestimmte Weise sein müssen – der beste Weg sich unter den Geschlechtern auf ein Miteinander zu einigen, weil sie per se ein großes „jeder ist, wie er ist, ob er sich stereotyp verhält oder nicht“ enthalten. Homophobie oder Transsexuellenfeindlichkeit sind ebenfalls realtiv sinnlos, wenn man davon ausgeht, dass beides nur rein biologische Efffekte sind und die eigene Männlichkeit oder Weiblichkeit nicht betreffen können.

Ich meine daher, dass man es gerade mit einer biologischen Betrachtung sehr einfach haben kann. Dass sollte aber nicht der Grund dafür sein, dass man diese Theorien vertritt.

 

Was Biologen können kann man nur erfahren, wenn man sich zumindest grundlegend mit den Theorien beschäftigt

Elmar hat einen Artikel zu meiner Kritik an achdominos Artikel geschrieben.

Vorweg:
Ich finde Elmars Art zu schreiben und zu argumentieren extrem anstrengend und sie führt aus meiner Sicht nicht zu der von ihm beabsichtigten Klarheit, sondern ist eher eine Quelle vieler Fehler.
Dabei geht es insbesondere um die folgenden Punkte:

  • Elmar will Probleme abstrakt lösen, ohne sich nur den eigentlichen Theorien beschäftigen.
  • Das entspringt auch einer gewissen Ignoranz:  Elmar hat sich entschieden, dass Biologie keine Rolle spielt, also darf sie keine Rolle spielen und es ist unter seiner würde sich näher damit zu beschäftigen
  • Dadurch schleichen sich gravierende Fehler in seinen Artikel, es gilt der Grundsatz, dass man in Jahren von einer Gemeinschaft von Wissenschaftlern zusammen getragene Theorien, die insofern schon eine Fehlerkontrolle unterliegen, zumindest nachvollziehen sollte. Sonst fängt man an Anfang der Debatte an, während alle andren schon auf den Schultern ihrer Vordenker stehen und deswegen Giganten sind.
  • Elmars abstrakter Ansatz wird kombiniert mit strikteren, aber freien Definitionen, die aber häufig verkürzen und das tatsächliche Problem ausblenden. Darauf baut er dann den nächsten logischen Schluss auf, der aber dann aufgrund dieses wegdefinieren nur eine interne Pseudologik aufweisen.
  • Insbesondere aber leitet er aus den Fehlen eines abschließenden Beweises her, dass biologische bzw- evolutionäre Erklärungen keine Rolle spielen können und ignoriert werden können. Ein geradezu bizarrer Ansatz.
  • Er verkennt dabei auch, dass alle sozialen Theorien diesen Mangel noch wesentlich deutlicher zeigen würden.Wir können eben nie ausschliessen, dass ein individueller Umstand, den man nicht berücksichtigt, eigentlich verantwortlich ist. Insbesondere kann man aber nicht ausschliessen, dass die biologischen Theorien zutreffen

Aber zum eigentlichen Text, ich greife mal ein paar Sachen heraus:

„Die Augenfarbe ist kein erbliches Merkmal, denn die Augenfarbe der Kinder und Enkel hängt von den jeweiligen Partnern ab und ist selbst dann nicht sicher vorhersagbar, wenn die Augenfarbe der Partner der Kinder und Enkel bekannt ist.“
Natürlich ist die Augenfarbe ein erbliches Merkmal. Nur weil sich diese nicht direkt vererbt wird, handelt es sich noch lange nicht um ein nichtvererbliches Merkmal.
In diesem Zusammenhang führt Elmar zur sexuellen Selektion an:
Der Grund für die Verbreitung blauer Augen liegt in sexueller Selektion, die aber eine soziale und keine evolutionäre Erklärung ist.
Hier verkennt er recht grundlegend, wie biologisch sexuelle Selektion funktioniert. Denn es ist nicht einfach nur eine soziale, zufällige, leicht änderbare Auswahl, sondern es geht dabei um biologisch verfestigte Auswahlkriterien, gerade bei der intersexuellen Selektion. Hier sind durch Selektion bestimmte Partnerwahlkriterium entstanden, die eine möglichst gute Partnerwahl sicherzustellen.
Ich hatte das schon häufiger ausgeführt:
Sexuelle Selektion baut darauf auf, dass bestimmte Charakteristika von dem jeweils anderen Geschlecht als attraktiv empfunden werden und alleine deswegen einen Vorteil darstellen. (…) Die sexuelle Selektion kann sich aber nur entwickeln, wenn das Merkmal vererbbar ist, also es sich um ein abgespeichertes Attraktivitätsmerkmal handelt, da es sonst nicht die gleiche Fahrt aufnehmen kann, weil insbesondere die Nachteile offensichtlicher bedacht würden.(…) Gerade bei zwei Geschlechtern mit verschiedenen körperlichen Eigenschaften bietet das Abspeichern von Attraktivitätsmerkmalen nach Geschlechterkriterien erhebliche Vorteile. Denn die Einhaltung der Geschlechtsnormen lässt neben einer höheren Fruchtbarkeit auch einen höheren Erfolg bei der von diesem Geschlecht üblicherweise übernommenen Tätigkeit erwarten.
Sexuelle Selektion ist aber mehr als eine Kulturgeschichte. Denn Kultur impliziert, dass man sie frei verändern kann, dass sie nur einem Geschmack darstellt. Dies ist aber so nicht richtig. Viele Merkmale einer sexuellen Selektion starten sicherlich durch Zufälligkeiten und freie Wahl, meist aber stellen sie ein “ehrliches Signal” im Sinne der Signaling Theorie dar und sind insoweit ein Kennzeichen für die Fitness des jeweiligen Individuums. Nur wenn solche Signale als Attraktivitätsmerkmal bei dem wählenden Geschlecht gespeichert sind, lohnen sich die Kosten für das andere Geschlecht, sie zu produzieren. Handelt es sich nur um eine reine Mode, dann ist die Gefahr zu hoch, dass irgendwann das Merkmal unattraktiv wird und die hohen Investitionskosten sich nicht mehr auszahlen. Der Pfauenschwanz als klassisches Element der sexuellen Selektion ist damit nur erklärbar, wenn die Vorliebe vererbbar ist.
Und weiter zur Vererbbarkeit von bestimmten Eigenschaften:
Daher gibt es viele Merkmale, wie z.B. nicht Einparken zu können oder sexuell untreu zu sein, die grundsätzlich keiner evolutionären Erklärung zugänglich sind, einfach deshalb, weil sie nicht selektierbar sind.
Auch hier wieder: Keinerlei Begründung. Natürlich ist Einparken nicht in dem Sinne vererbbar, dass wir ein „Gen“ für Einparken haben, aber die Eigenschaften, die ein fehlerfreies Einparken leichter machen oder die einen leichter in Versuchung führen fremdzugehen können natürlich vererbt werden. Ich verweise auf die drei Gesetze der Verhaltensgenetik:

First Law: All human behavioural traits are heritable.

Second Law: The effect of being raised in the same family is smaller than the effect of the genes.

Third Law: A substantial portion of the variation in complex human behavioural traits is not accounted for by the effects of genes or families.

Beispielsweise können beim Einparken ein besseres räumliches Denken eine Rolle spielen, dass sowohl genetische als auch biologische Ursachen haben kann, insbesondere über einen bestimmten Hormonspiegel. Ebenso kann ein Fremdgehen durch einen höheren Sexualtrieb und einen stärkeren Drang zu neuen Abenteuern motiviert sein und darüber biologische Ursachen haben, vgl beispielsweise hier zum „Fremdgehgen„:

Here we show that individuals with at least one 7-repeat allele (7R+) report a greater categorical rate of promiscuous sexual behavior (i.e., having ever had a “one-night stand”) and report a more than 50% increase in instances of sexual infidelity.

Dann hier ein sehr deutlicher Hinweis darauf, dass Elmar sich nicht mit den Grundlagen beschäftigt hat und noch nicht einmal grundlegend recherchiert hat:

Tatsächlich prägen aber über 100 vom Menschen verschiedene Spezies Homosexualität aus. Das zeigt nicht nur, daß die Verachtung von Homosexualität unnatürlich ist, sondern auch das sie evolutionär offenbar nicht wirklich ins Gewicht fällt: Denn wenn die Nichtverbreitung der eigenen Genen durch Zeugung von Nachwuchs nicht evolutionär relevant ist, dann ist es die Verbreitung der eigenen Gene auch nicht – vom sog. Gründereffekt einmal abgesehen

Oh weh. Daran ist so vieles falsch. Und gleichzeitig auch vieles drüber geschrieben worden, was Elmar ignoriert. Erst einmal ist es grundsätzlich richtig, dass es in vielen Spezien zu gleichgeschlechtlichen Sex kommt. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit Homosexualität. Dass die Bindungswirkungen der Glücksgefühle von Sex auch genutzt werden, um andere Wirkungen als ein Paarbindung zu erreichen, etwa um einen Gruppenzusammenhalt herbeizuführen oder Bindungen zur Kooperation zu fördern bedeutet nicht, dass dort Homosexualität existiert. Gleichgeschlechtlicher Sex muss keine evolutionären Kosten haben, wenn heterosexueller Sex zur Befruchtung trotzdem sichergestellt ist. In einer Spezies ohne dauerhafte Paarbindung muss das noch nicht einmal ein großes Problem sein, da dort die Bindungswirkung eben nicht in die Partnerschaft verlegt werden muss. Eine Selektion tritt dann ein, wenn ein Fortpflanzungsvorteil entsteht. Dieser Fortpflanzungsvorteil kann indirekt auch dadurch eintreten, dass man andere Vorteile eingeht und eben auch dadurch, dass bei diesem Gen unter anderen Bedingungen Vorteile bringen. Und das ist dann auch die Theorie, die in der Biologie zur Homosexualität vertreten wird. Zu den diesbezüglichen Theorien hatte ich ja schon ein paar Artikel auf die ich hier verweise:

Natürlich setzt sich Elmar nicht mit der Fraternal Birth Order auseinander oder überhaupt damit, warum Fortpflanzung so wichtig ist für eine Selektion: Weil Selektion erst einmal voraussetzt, dass Gene in die nächste Generation kommen.

Bei Elmar kann das alles anscheinend durch reinen Zufall geschehen. Er scheint davon auszugehen, dass eine Boing sich wirklich durch einen Wirbelsturm rein zufällig zusammen setzen könnte: Dass biologische Lebewesen dafür viel zu kompliziert sind und auch bei einer genetischen Drift erst einmal in einer kleinen Gruppe eine weitergehende Selektion stattfinden muss, dass komplexe Systeme nicht über Nacht entstehen, sondern deren Evolution üblicherweise ein paar tausend Jahre dauert  und nur eine Aufteilung und Aussiebung dieser Merkmal dann durch bestimmte Umweltbdingungen stattfindet zieht er anscheinend nicht in Betracht.

(A9) Adäquate evolutionäre Erklärungen betreffen nur die Wechselwirkungen natürlicher Abläufe mit den erblichen Merkmalen jedes Lebewesens einzeln in einer lokalen Umgebung U in gleicher Weise und sie sind unabhängig davon, daß für das Erbringen der Erklärungsleistung von einen Kollektiv intentional erbrachte Kulturleistungen derselben oder anderer Spezies in der evolutionären Erklärung erwähnt werden. In (E) wird das klarerweise eingehalten.

Hier scheint er etwas Gruppenselektion mit hereinmischen zu wollen. Dass sich eine Selektion auf die Gruppe auswirkt, auch wenn sie bei Einzelwesen ansetzt ist jedoch kein Widerspruch. Ebenso wenig erbringt ein Kollektiv eine Kulturleistung sondern diese lässt sich theoretisch herunterbrechen auf das Handeln einzelner Menschen. Wenn sich Elmar grundlegend damit beschäftigt hätte, warum man auf das egoistische Gen abstellt, dann hätte er die Hintergründe vielleicht etwas besser verstanden.

Man kann darüberhinaus nicht abstreiten, daß viele Merkmale z.B. der menschlichen Physiologie wie etwa Stoffwechselparameter oder Körperlänge einer Verteilung folgen. Andere, wie etwa die Anzahl der Finger, tun es nicht. Damit stellen sich klarerweise zwei Probleme: Wenn man evolutionäre Erklärungen für verteilte Merkmale in Anschlag bringt, muß die (Nicht-) Existenz der Verteilung selbst Gegenstand der Erklärung sind. Und deterministische wie Zufallsphänomene als Produkt derselben Evolution auszuweisen, ist natürlich schon nicht so leicht.

Die Erklärung dafür ist eigentlich recht einfach: Es gibt nicht für jedes Merkmal eine absolut beste Strategie für alle möglichen Zustände. Weswegen Randstrategien entstehen und die Zwischenstrategien ebenso. Ein Beispiel ist das klassische Tauben-Falken Beispiel:

Hier zeigt sich, dass sich je nach Situation und den Kosten eine andere stabile evolutionäre Strategie herausbildet und gerade veränderte Kosten immer wieder andere stabile evolutionäre Strategien mit verschiedenen Gleichgewichten hervorbringen. Um so mehr Variablen man hinein nimmt, um so mehr Nischen können sich auch bilden, in denen verschiedene optimale Ausrichtungen auf diese Situation erfolgen können. Das gilt gerade für eine Strategie mit hoher Spezialisierung wie beim Menschen.

Evolutionäre Rechtfertigungen von Merkmalen gibt es im Grunde nicht, da ihre Konsequenzen auf das Verhältnis von Aussterbewahrscheinlichkeit zu Geburtenrate immer von den Eigenschaften der konkurrierenden Lebewesen abhängt.

Ich verstehe hier nicht, warum dadurch evolutionäre Rechtfertigungen dadurch erschwert werden sollen. Viele werden gerade dadurch erklärt, denn Tiere befinden sich mit ihrer Konkurrenz in einem Red Queen Race, müssen sich also ständig weiterentwickeln, damit sie in dem Wettrennen auf der gleichen Stelle bleiben können. Dadurch kann eben auch ein kontinuierlicher Entwicklungsdruck in eine bestimmte Richtung entstehen, sei es innerhalb einer Art, in der zB Gorillamännchen immer stärker und größer werden mussten, um sich fortpflanzen zu können oder sei es in einem Jäger-Gejagter-Verhältnis, in dem der Gepard immer schneller werden muss um mit den Fluchttieren mithalten zu können oder auf deren weiter entwickelte Sinne mit einer höheren Geschwindigkeit reagieren zu können.

(G2) Eine evolutionäre Erklärung eines biologischen Phänomens mit biologischer Funktion ist gut höchstens dann, wenn sie den resultierenden Einfluß einer Kombination erblicher Faktoren auf das Verhältnis von Aussterbewahrscheinlichkeit zu Geburtenrate in U zu t unter Einbeziehung des Einflußes der zu t konkurrierenden Spezies betrachtet.

Diese Struktur bildet (E1)-(E6) isomorph nach. Soweit ich sehen kann, kümmert sich leider kein biologistisch veranlagter Männerrechtler um solche Gütekriterien.

Das mag daran liegen, dass Elmar die Blogbeiträge dazu eh nicht liest. Denn natürlich wird der Einfluss konkurrierender Spezies und sogar der Einfluss innerhalb der Spezies in der Evolutionsbiologie berücksichtigt. Allerdings wurde eben innerhalb der Menschheit aufgrund seiner hohen Intelligenz und der Entwicklung von Waffen die konkurrierende Spezies immer unwichtiger:  Die wichtigste Konkurrenz für den Menschen war der Mensch selbst. Dennoch gab es natürlich einen erheblichen Einfluss von intrasexueller und intersexueller Konkurrenz und Selektion. Hier werden diese Vorgänge durchaus berücksichtigt.

Sind Geschlechterunterschiede ein Zeichen einer gesunden Gesellschaft?

In einem Beitrag in der Psychology Today ist ein interessanter Artikel, der behandelt, inwieweit Geschlechterunterschiede ein Zeichen einer gesunden Gesellschaft statt einer unterdrückenden sind:

The question is: What do sex differences say about a society? A common assumption is that they say something bad. So, for instance, whenever we find fewer women than men working in a desirable occupation, this is taken as proof of systematic discrimination against women. At the very least, it is assumed to reflect the operation of pernicious stereotypes of the sexes. Thus, sex differences are viewed as a sign of a sick and unjust society. But is this a fair assessment?

 

If human beings were blank slates with respect to sex differences, then it probably would be. But there’s a ton of evidence now, in evolutionary psychology and various other fields, suggesting that we’re not blank slates. Many sex differences have their origin in the evolutionary history of our species. They’re found across cultures and they’re found in many other mammals. Certainly, nurture plays a role as well. I would argue, though, that it’s no longer reasonable to deny that nature is strongly implicated in shaping human sex differences. And if that’s the case, then maybe sex differences are not a symptom of a sick or unjust society after all. Instead, they’re just a symptom of people being people.

(…)

Why might this be? According to Schmitt and co., it’s because people in wealthier, more egalitarian nations have more freedom to choose their paths through life. They’re more able to express and explore their individuality. As such, natural differences emerge unrestrainedly and sex differences tend to be larger. In less wealthy, less equitable nations, on the other hand, people have less freedom and sex differences are often muted.

And that brings Sommers to her main point: If certain sex differences are larger in societies with better social indicators, then rather than being products of a sick or oppressive society, sex differences may sometimes be indicators of a healthy society—a society in which people have more opportunities and greater freedom to be who they want to be. Some social activists might not like what people want to be. But in a truly free society, that wouldn’t be up to them. The activists would have to learn to live and let live.

Ein Gedanke, der im Feminismus wohl wenig Anklang finden wird. Aber so zu leben wie man will, auch wenn das einer Geschlechterrolle und deren Klischees entspricht, ist eben ein deutliches Zeichen von Freiheit. Und wenn sich bei den Geschlechterrollen gewisse Häufungen zeigen, dann werden diese gerade dann deutlich werden, wenn mehr Freiheiten bestehen.

Die Frage wäre dann eher warum sich die Interessen des Einzelnen so zu sein, wie er sein will, dem Wunsch einer bestimmten Ideologie nach einer gleichmäßigen Verteilung aller Bereiche zwischen den Geschlechtern unterordnen soll. Die Zwangsangleichung der Geschlechter wäre dann die eigentlich Unterdrückung

 

Selbermach Samstag LXII

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?