Guten Rutsch…

Ich wünsche allseits einen guten Rutsch in das Jahr 2014 und schon einmal ein frohes neues Jahr!

Ich bedanke mich auch für viele schöne Kommentare und Diskussionen und freue mich, dass dieses Jahr viele neue Blogs dazugekommen sind und gemeinsame Blogaktionen und Blogstöckchen.

Ich würde mich freuen, wenn das 2014 so weiter geht und wir neue Blogs, neue Aktionen und eine wachsende Szene gemeinsam erleben!

Safespace, profeministische Männer und Transsexuelle

Bei den Feemgeeks wird das Prinzip von Schutzräumen für Frauen auch bezüglich eigentlich geläuterter profeministischer Männer noch einmal erläutert:

2. Lasst mich rein, ich bin doch ganz anders!

Sicher? Ich würde dir glauben, dass du es gerne wärst. Dass du es vielleicht auch probierst.

Dass du glaubst, dass du es bist, deutet eher daraufhin, dass du dir keine Gedanken über deine Position gemacht hast. Und in diesem Fall beginne hier. Dies ist natürlich nicht alles zum Thema, aber ein guter Einstieg mehr davon hier. Ok, die Sprechposition ist geklärt: dein Startsetting ist einfacher als das von anderen. Und jetzt? Fragst du dich jetzt, warum du trotzdem nicht rein kommst, obwohl du doch immerhin ein netter Typ sein möchtest?

Finde ich immer wieder schön: Du glaubst, dass du die Privilegien hinreichend hinterfragst? Dann kannst du sie nicht hinreichend hinterfragt haben. Als Mann hat man es eh immer einfacher, auch bereits in einem Raum voller feministischer Frauen und auch mit der Bereitschaft, dass man sich eifrig hinterfragt. Man startet einfach von einer einfacheren Position und diesen Vorsprung hält man.

Und dagegen kommen die Frauen nicht an:

Deshalb: Deine bloße Anwesenheit führt dazu, dass Menschen sich nicht mehr frei entfalten können und sich nicht trauen. Und das auch dann, wenn du dir deiner privilegierten Position bewusst bist und dies entsprechend einbeziehst.

Genug Frauen* wurde ihr halbes Leben erklärt, dass ihnen, geschlecht*sbedingt irgendwas fehlt, um technische und/ oder naturwissenschaftliche Dinge zu verstehen. Wundert es dich da noch, dass sich Wenige trauen, es überhaupt zu probieren? Und die, die sich davon nicht einschüchtern ließen, haben in den meisten Fällen mit Vorurteilen und Diskriminierung zu kämpfen (siehe die beschriebene Beobachtung oben). Wenigstens manchmal möchte mensch einfach nur das tun, wofür er_sie gekommen ist und sich nicht hauptsächlich mit gesellschaftlichen Missständen herumschlagen.

Hier sollten sich Frauen mal bewußt machen, wie rollenverstärkend ein solches Frauenbild ist: Frauen erstarren in Konkurrenz mit Männern, sie können sich  nicht durchsetzen, sie trauen sich nicht irgendwas zu probieren. Sie können ihr Geschlecht anscheinend nie ausblenden, sie kämpfen immer nur gegen gesellschaftliche Missstände.

Könnte nicht einfach mal irgend ein Talkshowgast das in einer Diskussion um die Frauenquote laut vorlesen und anwesende Feministinnen fragen, ob das auch in dem Bereich zutrifft?

Eigentlich muss ja die logische Folge dieser Denkweise sein, dass die gegenwärtigen Frauen schlicht nicht konkurrenzfähig sind: Sie erstarren bei jedem Mann, der in dem Bereich auftritt und trauen sich dann nichts mehr. Alles einfach, weil jeder Mann, sei er noch so feministisch, ein Mann ist und damit diese Bilder der Überlegenheit erzeugt.

Würde die gleichen Thesen sagen wir mal ein Harvard-Präsident in einer Rede sagen und damit schlechtere Leistungen begründen, er würde abgesägt werden.

Interessant fand ich noch einen der Kommentare dort:

Was mich in dieser Richtung aber eher beschaeftigt, ist, dass ich Frauen kenne, die dann ihren auserwaehlten Partner als total anders einstufen. Der zaehlt dann nicht zu den Gesellschaftskonformen Cis-Maennern dazu. Selbst wenn der objektive Eindruck diesen Mann betreffend fuer viele andere ein anderer ist. Ich habe es dann schon erleben muessen, dass damit Distanz geschaffen wird, falls andere Frauen das unterschiedlich sehen und doch wollen, dass niemand ausgegrenzt wird.

Auch klassisch: Das Outgrouping „Alle Männer sind Privilegiert und hindern Frauen bereits durch ihre Anwesenheit am entfalten“ bricht in sich zusammen, wenn man den Mann persönlich kennt. Dann ist er gar nicht so privilegiert, jedenfalls nicht für einen selbst.

Einen weiteren Kommentar fand ich ebenfalls interessant:

huhu! Ich habe gerade direkt nach deinem Post einen Artikel auf Sex Geek gelesen, der u.A. eine für mich gut nachvollziehbare Kritik am Konzept eines safe spaces enthält:http://sexgeek.wordpress.com/2013/09/20/if-trans-women-arent-welcome-neither-am-i/

Im Wesentlichen: nicht die Anwesenheit von cis-Männern an sich ist doch das Problem, sondern wenn diese wirklich die Diskussionen an sich reißen usw. – wenn sie also falsches *Verhalten* zeigen. Natürlich sind cis-Männer sozialisationsbedingt more likely, sowas zu tun. Aber warum legt man nicht lieber Verhaltensregeln fest, anstatt Geschlechtergrenzen

Eigentlich ja eine vernünftige Idee: Man schließt Männer oder Frauen aus, die „mansplaining“ verwenden oder sonst zu dominant auftreten und hat gleich eine Geschlechtergrenze mehr durchbrochen. Allerdings eben nicht so gut für den Feindbildaufbau.

Auch interessant die Passage über Transsexuelle: Da bekommt der Genderfeminismus ein Problem, denn er muss abwägen zwischen „Alle Männer sind per se privilegiert, dagegen können sie nichts machen, es ist Erziehung und das Vorhandensein von Männern schränkt Frauen bereits ein“ und dem durch den Intersektionalismus geforderten Umstand, dass Transsexuelle nicht ausgegrenzt werden dürfen, sondern als solche zu akzeptieren sind. Da in dieser Betrachtung Transsexualität nichts biologisches sein kann, sondern nur etwas soziales wäre es eigentlich interessant, wie sie das dann näher begründen, denn die müssten ja auch im Grundsatz „male Privilege“ erfahren haben oder eine entsprechende Sozialisierung durchlaufen haben.

Die Unterschiede zwischen Transsexuell und profeministischen Mann wären dann letztendlich nur, dass die Transsexuellen radikaler in ihrer Abkehr von der sozialen Rolle wären und über ihre Transsexualität quasi ein „costly Signal“ in diese Richtung setzen würden.

„Ich würde weibliche Präferenzmuster sofort ändern, wenn ich denn könnte“ (Neuer Peter zu Pickup)

Neuer Peter hat interessantes über Pickup gesagt:

Im ersten Kommentar:

Weißt du was? Es ging mir lange – zum Teil bis heute – ganz genau so. Wie gern wäre ich bisweilen das weinerliche Weichei, das ich “eigentlich” bin und würde so akzeptiert, geliebt und begehrt.

Nur leider, leider, musste ich immer wieder die Erfahrung machen, dass exakt diese weichen Wesenszüge von der Mehrheit der holden Weiblichkeit abgelehnt, mitunter sogar verachtet werden. Im Übrigen auch und gerade von Feministinnen:

http://jezebel.com/5944293/the-rise-of-the-needy-man?tag=genderal-interest

Es war ein langer, schmerzhafter Lernprozess, der weit über ein Jahrzehnt andauerte, denn sämtliche weiblichen Bezugspersonen meines Lebens wurden nicht müde, mir stets das exakte Gegenteil zu erzählen.

Ich begann also das anzuwenden, das ich heute unter der Rubrik Pickup-Kniffe kenne: Ich gebe mich kälter, stärker, selbstbewusster und gleichgültiger als es meinen ersten Impulsen entsprechen würde. Und ich merke: Ich werde von Frauen stärker begehrt, meine Beziehungen sind harmonischer, halten länger, und meine Beziehungspartner sind hübscher als vorher und vor allen Dingen auch glücklicher mit mir.

Ich würde weibliche Präferenzmuster sofort ändern, wenn ich denn könnte. Es ist nämlich verdammt anstrengend, ständig oder zumindest zumeist den starken Fels in der Brandung zu geben. Aber ich habe die Regeln nicht gemacht und ich kann sie nicht ändern. Aber ich kann nach ihnen spielen. Das kostet mich genug. Willst du mir das verwehren?

Und im zweiten Kommentar:

Nun, ich bin in der Frage zwiegespalten, weil ich immer noch nicht weiß, ob ich an so etwas wie einen eigentlichen Wesenskern des Menschen glauben soll. Dafür scheinen unsere Charaktere und Verhaltensweisen zu formbar.

Aber natürlich glaube ich, unterm Schnitt besser wegzukommen. Sonst würde ich ja nicht so handeln, wie ich handle.

 

Es ist vielleicht vergleichbar mit dem Fitnessstudio. Gewichte stemmen macht keinen Spaß, es ist anstrengend und langweilig. Dennoch tue ich es, weil ich bereit bin, für eine höhere Fitness diese Kosten zu tragen. Natürlich wünsche ich mir, dass mich auf der Couch liegen fitter machen würde. Ich bin nämlich ein fauler Sack. Nur weiß ich eben auch, dass das nicht funktioniert.

Bei dem Verhalten, das ich gegenüber Frauen an den Tag lege, ist es ähnlich. Sich wie ein Weichei zu verhalten ist sehr viel weniger anstrengend und sehr viel bequemer. Nur macht es mich eben auch nicht fitter, nicht attraktiver.
Und natürlich wünsche ich mir, dass mehr Frauen auf nette Weicheier stünden, das würde das Leben vieler Männer sehr viel angenehmer und stressfreier machen. Nur weiß ich, dass sehr viele von ihnen nun einmal nicht so gepolt *sind*. Und ich bin nicht so vermessen, von ihnen zu erwarten, sich auf breiter Front gegen ihre Instinktdispositionen zu wenden.

Vielleicht ist das der große Unterschied zwischen Feministen und Menschen, die so denken wie ich: Ich erwarte und verlange vom anderen Geschlecht nicht, dass es sich grundlegend ändert, damit mein Leben bequemer wird. Denn ich weiß, wie utopisch das Ganze ist. Ein Großteil der Frauen wird nicht plötzlich aufhören, starke Männer zu begehren, weil ich mir das so wünsche.

Was mich ärgert ist nicht die Existenz dieser Spielregeln. Mich ärgert, dass unsere Gesellschaft darauf ausgerichtet ist, mich und andere Männer hinsichtlich der Ausformung der Regeln zu täuschen und Männer zu dämonisieren, wenn sie nach ihnen spielen.

und Nachfolgend dann noch:

Triggerwarnung: male tears.

Vielleicht wäre es aber auch mal an der Zeit, über Folgendes zu sprechen: Die Begehrensmuster vieler Frauen machen es für den heterosexuellen Mann bisweilen äußerst schwer, elementare Bedürfnisse nach Geborgenheit und Verletzlichkeit zu befriedigen.

Man muss sich diese Schwächen leisten können und darf diese Wünsche nur selten ausleben, denn sonst geht die eigene Attraktivität flöten.

Das wird sich wohl nicht ändern lassen, es ist eines der Dramen männlicher Existenz. Aber man sollte anfangen, darüber zu sprechen.

Da ist viel Wahres dran und im Pickup würde man dazu sagen „Attraction is not a choice„. Man kann sich eben nicht aussuchen, worauf Frauen stehen. Sich zu wünschen, dass es anders wäre bringt einem insofern nicht. Natürlich kann man das ignorieren und nach der Frau suchen, die anders ist, die Bandbreite innerhalb der Geschlechter ist ja groß. Aber es ist eben ein steiniger Weg.

 

 

 

 

Der „Sissy Boy“-Fall (Kirk Andrew Murphy)

Leserin Atacama wies auf einen sehr interessanten Fall hin, den Fall von Kirk Andrew Murphy, der quasi ein umgekehrter David Reimer Fall ist: Es handelt sich um einen sehr weiblichen Jungen, der umerzogen werden sollte zu einem „härteren“ Mann und dann später Selbstmord begangen hat.

Aus einem Bericht:

Male escort and Baptist minister

„I used to spend so much time thinking, why would he kill himself at the age of 38? It doesn’t make any sense to me,“ said Kirk’s sister, Maris Murphy. „What I now think is I don’t know how he made it that long.“

After Kirk’s death, Maris started a search that would uncover a dark family secret. That secret revealed itself during a phone conversation with her older brother Mark, who mentioned his distrust of any kind of therapy.

„Don’t you remember all that crap we went through at UCLA?“ he asked her. Maris was too young to remember the details, but Mark remembered it vividly as a low point in their lives.

IReport: Did you participate in similar research?

Wanting a ’normal life‘

Kirk Murphy was a bright 5-year-old boy, growing up near Los Angeles in the 1970s. He was the middle child, with big brother Mark, 8, and little sister Maris, just a baby at 9 months. Their mother, Kaytee Murphy, remembers Kirk’s kind nature, „He was just very intelligent, and a sweet, sweet, child.“ But she was also worried.

„Well, I was becoming a little concerned, I guess, when he was playing with dolls and stuff,“ she said. „Playing with the girls‘ toys, and probably picking up little effeminate, well, like stroking the hair, the long hair and stuff. It just bothered me that maybe he was picking up maybe too many feminine traits.“ She said it bothered her because she wanted Kirk to grow up and have „a normal life.“

Also ein Kind, dass sich von den Geschlechterrollen nicht beeindrucken läßt und eher Verhalten der Rolle des anderen Geschlechtes zeigt. Nach den biologischen Theorien leicht zu erklären, etwa indem in einer kritischen Phase im Mutterleib weniger Testosteron auf das ungeborene Kind eingewirkt hat und daher nicht der „Wachstumsplan“, der typischerweise bei Jungen aktiviert wird verwendet wurde, sondern der für das weibliche Geschlecht. Nach den Gendertheorien hat das Kind einfach die Rollen nicht aufgenommen, warum weiß man nicht.

Es ging dann leider tragisch weiter, er wurde „behandelt“, damit er sich „normal“ entwickelt:

The therapy at UCLA involved a special room with two tables where „Kraig’s“ behavior was monitored, according to the study.

„There was a one-way mirror or one-way window — and some days they would let him choose which table he would go to,“ said Maris, who has read about the experiments.

At one table Kirk could choose between what were considered masculine toys like plastic guns and handcuffs, and what were meant to be feminine toys like dolls and a play crib. At the other table, Kirk could choose between boys‘ clothing and a toy electric razor or items like dress-up jewelry and a wig.

According to the case study, Kaytee Murphy was told to ignore her son when he played with feminine toys and compliment him when he played with masculine toys.

„They pretty much told him he wasn’t right the way that he was, but they never really explained it to him what the issue was. They did it through play,“ Maris said.

See more about Kaytee Murphy’s decision to enroll KirkVideo

Rekers wrote that Kirk would cry out for attention, even throwing tantrums, but Kaytee Murphy was told to keep going.

Harsh beatings

At home, the punishment for feminine behavior would become more severe. The therapists instructed Kirk’s parents to use poker chips as a system of rewards and punishments.

According to Rekers‘ case study, blue chips were given for masculine behavior and would bring rewards, such as candy. But the red chips, given for effeminate behavior, resulted in „physical punishment by spanking from the father.“

Mark said he was told to participate in the chip reward-and-punishment system as a way to make Kirk feel like the system was OK.

he family said the spankings were severe. Maris remembers „lots of belt incidents.“ She escaped the screaming by going to her bed to „lay in the room with my pillow on my head.“ Later, she would go to Kirk’s bedroom and „lay down and hug him and we would just lay there, and the thing that I remember is that he never even showed anger. He was just numb.“

During one particularly harsh punishment, their mother recalls, her husband „spanked“ Kirk „so hard that he had welts up and down his back and on his buttocks.“

She remembers her son Mark saying, „Cry harder, and he won’t hit so hard.“ She says, „Today, it would be abuse.“

Sometimes Mark would try to protect his brother, to make his beatings less severe.

„I took some of the red chips and I put them on my side,“ said Mark, as tears came to his eyes. But he said the beatings were still frequent.

The number of stacked red chips became a telltale sign about the level of tension in the house. When he returned home each day, Mark often looked for the chips in their easily visible location between the living room and the kitchen.

„You looked and were like, ‚What’s the chip count today? What happened? What changed? How bad is it going to be?‘ And it was always bad. There was whipping every Friday night. There was no way out of it.“

Kirk’s formal clinical treatment lasted 10 months, but the family said some of the treatment techniques and practices lasted longer at home.

Also der Versuch einer Umerziehung mit massiven Eingriffen und dem Versuch über Belohnung und Strafe quasi eine Neukonditionierung zu erreichen. Wenn man sich mittels dieses Experiments gegen die Gendertheorie wendet, dann muss man sich natürlich bewußt machen und zugestehen, dass diese solche Umformungen mittels Gewalt nicht fordert, wobei ich mir auch dort zumindest psychische Abstrafungen für „Mackerverhalten“ vorstellen kann. Dennoch müsste sich die Gendertheorie auch an diesem Fall, genauso wie im Fall David Reimer, Viktor / Viktoria und auch den cloacal extrophy Kindern sowie den Mädchen mit einem hohen Testosteronspiegel in der Studie von Udry oder den Kibbuzerfahrungen fragen, warum die Umerziehungen bei rein sozial begründeten Rollen nicht klappen. Umfassende theoretische Antworten hierauf hat die Gendertheorie aus meiner Sicht nicht entwickelt und sich des Problems auch nicht angenommen, es wird eher so getan, als würde es sich bei David Reimer um einen Einzelfall handeln, der eben auf die Besonderheiten des behandelnden Arztes zurückzuführen sind.

Zu Kirks besonderer hormonellen Vergangenheit auch das Folgende:

She also recalled that when she was pregnant with Kirk, she was on hormone treatments for two months. She wonders why nobody at UCLA thought that was significant. That could be relevant, although the research is very thin.99 She also remembers that her doctor decided to induce labor at nine months so he could go on vacation. “Hindsight is always better,” she said, “but I have always regretted having induced labor. Kirk got off to a bad beginning.”

She also brought up Kirk’s undescended left testicle and the fact that nobody seemed concerned about it. “No one told us if there was anything we could do about it,” she said. “So once again, we were in the dark. She also added a telling anecdote. “Kirk was not comfortable around doctors,” she explained. “He practically ran out of the room when old Doctor Peterson in Hamilton wanted to examine him.”

Gut gegangen ist es jedenfalls nicht:

Kirk Andrew Murphy seemed to have everything to live for.

He put himself through school. He had a successful 8-year career in the Air Force. After the service, he landed a high profile position with an American finance company in India.

But in 2003 at age 38, Kirk Murphy took his own life.

A co-worker found him hanging from the fan of his apartment in New Delhi. His family has struggled for years to understand what happened.

Hier kann man natürlich einwenden, dass ja gar nicht feststeht, dass er aufgrund seiner „Therapie“ Selbstmord begangen hat. Er scheint mit 8 Jahren in der Air Force (als Übersetzer für Chinesisch, wenn ich es richtig verstanden habe) und einer guten Position in einer Firma ja einiges erreicht zu haben. Natürlich kann sein Selbstmord auch gänzlich andere Gründe haben.  Die Familie und Freunde scheinen davon auszugehen, dass die Therapie schuld war:

The cheerful boy Kirk had been before the treatment started vanished, family members recalled.

„It left Kirk just totally stricken with the belief that he was broken, that he was different from everybody else,“ said Maris. „He even ate his lunch in the boy’s bathroom for three years of his high school career, if you want to call it that.“

Kaytee lays the blame for her son’s death more than three decades later squarely on the punishing treatment he endured.

„I blame them for the way his life turned out,“ Kaytee told CNN. „If one person causes another person’s death, I don’t care if it’s 20 or 50 years later, it’s the same as murder in my eyes.“

Die Beschreibung seiner Situation zuletzt war diese:

Kirk seemed to thrive in India, at least by outward appearances. But his old coping patterns soon repeated themselves: he was hiding his struggles. Only this time, he was away from his supportive network of friends. Maris would later learn that he emailed a trusted coworker back in Phoenix that he was having trouble emotionally. “He was saying he was tired,” Maris recalled, “he didn’t like being a gay man in a country that didn’t accept that, he had met someone over there and that was filled with conflict and fear, and he was distraught over all of that. And he was working too much and he felt isolated, and if he wasn’t successful there, he couldn’t handle the failure of it.” Kirk’s coworker in Phoenix did what she could to support him, but that was difficult to do over long distances via email. Meanwhile, Kirk’s emails to Debbie and her partner, the people who probably knew him the best, remained upbeat. There were no hints that Kirk was unhappy. “None whatsoever,” Debbie emphasized. Again, the lessons that Kirk learned at a very young age, that he needed to hide whatever would trouble those closest to him, continued to serve him poorly.

Because India is such a family-centered society, and because most of the people who worked at the New Delhi office were single and came from other cities and villages, the company organized social events and activities for their employees. That December, the company rented a sports complex and organized a day of games and competitions. Kirk’s coworkers would later tell Maris that everyone had a great time that day, including Kirk. They said that he had participated fully in the competitions and was key to his team’s victory in tug-of-war.

The next day was the awards ceremony, but Kirk never showed up. His friends tried calling him on his cell phone, but he didn’t answer. Fearing that something was wrong, they went to his apartment building. They tried banging on the door to his apartment but there was no answer. Then someone looked through a window and saw Kirk. He had hanged himself from a ceiling fan. He was already dead.

Es scheint also als hätte Kirk über die Therapie lediglich gelernt sich zu verstellen, dabei aber auch ein ungutes Verhältnis zu seiner Homosexualität entwickelt, die es ihm nicht erlaubte tiefere Bindungen einzugehen. Letztendlich konnte er sich vielleicht deswegen nicht mehr öffnen und damit auch nicht um die notwendige Hilfe bitten.

Ich vermute, dass dies die Folgen einer Umerziehung weg von dem, was man eigentlich will ist, unabhängig von der eigentlichen Richtung, also sowohl von geschlechtertypischen als auch untypischen Verhalten.

Selbermach Samstag LXV

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

David zu „geschlechterneutraler Erziehung“ und dem biologischen Geschlechterunterschieden

Ein Kommentar von David sollte noch einmal etwas mehr Raum bekommen:

Ich mache mal den biologistischen Geschichtenerzähler für heute:

Gestern habe ich mich bei einer kleinen Feier mit 2 jungen Muttis unterhalten, beide Psychologinnen. Beide wurden von ihren Kindern erstaunt, wieviel Eigeninitiative und Mitwirkung sie an ihrer eigenen Entwicklung zeigen, wieviel Charakter, Temperament und “Persönlichkeit” die Kinder mitzubringen scheinen und wie unterschiedlich Geschwister selbst bei gleichem Erziehungsstil sein können.

Nicht nur stellen Mütter große Unterschiede zwischen Energielevel und Ängstlichkeit fest, sondern auch die sprachliche wie motorische Entwicklung zeigt bekanntlich eine große Varianz, bis hin zu den Präferenzen, die schon von frühester Kindheit an unterschiedlich sind.

Eine der beiden meinte, sie war “geschockt”, als ihr Sohn ausschließlich zu Jungsspielzeug griff, obwohl sie peinlich genau darauf geachtet habe, dass ihm Spielzeug nicht als etwas geschlechtstypisches begegnet. Wenn man ihm Puppen gebe, spiele er damit “Auto” mit gezielten Unfällen. Seit sie nebst einer Tochter einen nun 2-jährigen Sohn hat, ist sie vollkommen von ihren früheren gendertheoretischen Überzeugungen abgekommen (ich hatte sie glaube ich schon mal erwähnt). Diesen Sinneswandel erleben ja viele Mütter von Söhnen, die bekannteste ist wohl Susan Pinker.

Beide fanden es jeweils sehr entlastend, dass sich “das Gerede vom unbeschriebenen Blatt” als völliger Unsinn entpuppt, und somit auch nicht jedes Defizit oder jedes auffällige, untpyische Verhalten der Erziehung geschuldet ist. Kinder kommen – auch geschlechtsunabhängig – mit bisweilen weit unterschiedlichen Verhaltensdispositionen zur Welt. Es gibt wohl kaum eine Mutter, die etwas anderes sagen würde (man kann natürlich entgegen halten, dass Mütter wie Väter auch Persönlichkeit in ihren Kindern sehenwollen…nur stimmt diese längst nicht immer mit den eigenen Wünschen überein)

Dies ist selbstverständlich empirisch längst unstrittig nachgewiesen. Die Varianz der Verhaltensdispositionen ist ein Fakt, ist real.

Lassen wir ausgehend von der Tatsache, dass Kinder generell mit unterschiedlichen Dispositionen zur Welt kommen, mal alle “Klischees” beiseite. Blenden wir aus, dass Geschlechter (Gender) mit allen möglichen Erfahrungen und Vorstellungen verbunden sind, wie unterschiedlich und in Abgrenzung voneinander sie sich verhalten. Tun wir so, als wüssten wir davon nichts, als hätten wir von diesen “Stereotypen”, die das ordnendste Prinzip unserer sozialen Umwelt sind (weswegen es die erste und wichtigste Information ist, die wir intuitiv über einen Menschen in Erfahrung bringen wollen), noch nie gehört.

Dann muss man sagen, gibt unser Wissen über die grundlegende Biologie der Geschlechter es absolut her, dass die Varianz der der frühkindlichen Verhaltensdispositionen mit diesem zusammenhängt.
Wenn Kinder unterschiedlich sind, ist es mehr als nur naheliegend, dass ein Teil der Unterschiede damit zusammenhängt, dass noch nicht mal alle die gleichen 46 Chromosomen haben. Dass nur die beiden verschiedenen Gonosomen-Sets gegenseitig miteinander zur Reproduktion kompatibel sind, aber niemals (!) 2 gleiche Sets (22+XX /22 + XY) untereinander.

Nun zeigen diese phänotypischen Ausprägungen recht starke dimorphe Unterschiede (von größtenteils sich nicht reproduzierenden Pathogenen mal abgesehen), von Geschlechtsorganen, über (Hormon-)Stoffwechsel, bis hin zur Neurophysiologie. Unser Wahrnehmungsapparat ist außerdem ganz offensichtlich sehr stark auf die Detektion dieser Dimorphismen optimiert, er kommt auf einen Präzisionsgrad von 99% in wenigen Millisekunden allein bei Betrachtung des wenig dimorphen Gesichts (!).

Anhand evolutionärer Betrachtungen (die ich jetzt mal nicht ausführe) ist es nun sehr leicht plausibel zu machen, dass unterschiedliche Selektionsdrücke hier eine dimorphe, teilweise auch nur quantitativ unterschiedliche Entwicklung bedingt haben und dass diese sich (so wie bei den meisten Tierarten) auch in unterschiedlichen Verhaltensdispositionen niederschlägt. Bei den meisten Säugetieren ist nicht nur das Fortpflanzungsverhalten betroffen, sondern es findet auch eine Rollensegregation statt, insbesondere auch bei den artverwandten Primaten.
Das Wissen über die Wirkung von Hormonen macht diese unterschiedlichen Verhaltensdispositionen ebenfalls mehr als wahrscheinlich.

Was erwarten wir nun ausgehend von diesem Wissen von unserer sozialen Realität, die wir bisher ausgeblendet haben?

Werfen wir mal einen Blick aus dem Fenster:
Oh Schreck, die Geschlechter verhalten sich tatsächlich sehr unterschiedlich. Wie der mikroskopische Blick auf die Chromosomen vermuten lässt, ist das Geschlecht die aussagekräftigste menschliche Variable zur Vorhersage von Verhalten. Alle Kulturen, selbst sehr isoliert voneinander entwickelte, gestalten diese weitläufig aus, mit großer Variablität aber auch überwältigenden Gemeinsamkeiten über Geschichte und Kultur hinweg.
Die Geschlechter verhalten sich so geschlossen unterschiedlich, dass laut Genderfeministinnen keines der XY-Individuen von einem spezifischen, recht variantenreichem Verhalten (sexistische Diskriminierung) betroffen sein kann. Dass gleichzeitig geschlossen alle XY-Individuen von einem spezifischen Verhalten (rape) profitieren.
Bücher, die diese vielfältigen Unterschiede behandeln, sind Bestseller.
Keine Feministin wird abstreiten, dass Geschlecht in der sozialen Realität eine wesentliche, wenn nicht DIE entscheidende Rolle spielt.

Ist diese Beobachtung konsistent mit unserer Hypothese? Ja, eindeutig.

Ist sie damit formal verifiziert? Nein.

Aber ist denn so verbohrt, überhaupt noch mehr als diese Empirie zu benötigen, um die These zu verwerfen, dass es diese Verhaltensdispositionen nicht gibt? Dass die Unterschiede alle kulturell _entstanden_ sind, noch bevor sie genetische Spuren hinterlassen haben könnten?

Einige Sozialkonstruktivisten sind es. Und komischerweise hören wir ihnen auch noch interessiert zu.

Die Akzeptanz der Konsequenzen von Lebensentscheidungen in der Geschlechterdebatte

Hier sagt Erzählmirnix interessantes zur Genderdebatte

Manchmal glaube ich, die Leute heutzutage sind einfach unfähig geworden damit zu leben, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat. Frau kann nicht liebevolle Vollzeitmutti für fünf Kinder sein und gleichzeitig DAX-Vorstand – genausowenig wie Mann das kann. Kinder kosten Geld und wenn man sich für Kinder entscheidet ist das ein finanzielles Risiko. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, sowohl für Alleinerziehende als auch für die, die an Unterhaltszahlungen verzweifeln. Aber diese Schlechtmalerei von Feministinnen (Der armen Frau wird durch die Kinder ihre Karriere verbaut während der Mann aufsteigt, hinterher lassen sie sich scheiden und die Frau landet in der Altersarmut während er Vorstand ist und seine 25-jährige Sekretärin poppt) oder Maskulisten (Die Frau schiebt ihm Kinder unter, lässt sich scheiden um mit ihrem neuen Macker ein Leben in Saus und Braus von seinen Unterhaltszahlungen zu führen, während sie ihm aus reiner Bosheit die Kinder entzieht) hilft keinem

Das hat durchaus etwas für sich: Gewisse Entscheidungen haben nun einmal Folgen, wer mehr Zeit mit dem Kind verbringen will, der wird weniger Karriere machen, wer eine Arbeitsteilung so vornimmt, dass einer der Partner im Erwerbsleben zurücksteckt, der muss auch bis zu einem gewissen Grad (über den man sich allerdings streiten kann) mit Unterhalt rechnen, wer Kinder in die Welt setzt, der muss sich auch gewisse finanziellen Folgen bewusst machen. Man kann nicht für die Hausfrauenehe sein, aber gleichzeitig den Frauen vorwerfen, dass sie sich von Männern aushalten lassen etc

Die Frage ist dabei natürlich, welche Kosten man hinnehmen muss, mit welchen Gegenstrategien man rechnen muss etc. Es ist jedenfalls durchaus empfehlenswert einmal drüber nachzudenken, welche Kosten berechtigt sind und welche nicht. Und nicht jeden Kompromiss zwischen den Geschlechtern einseitig auf der Kostenseite, sondern auch auf der Habenseite wahrzunehmen.