Romantische Liebe in einer Langzeitbeziehung

Über Erwin Schmidts Blog bin ich auf diesen interessanten Artikel gestoßen:

This article examines the possibility that romantic love (with intensity, engagement, and sexual interest) can exist in long-term relationships. A review of taxonomies, theory, and research suggests that romantic love, without the obsession component typical of early stage romantic love, can and does exist in long-term marriages, and is associated with marital satisfaction, well-being, and high self-esteem. Supporting the separate roles of romantic love and obsession in long-term relationships, an analysis of a moderately large data set of community couples identified independent latent factors for romantic love and obsession and a subsample of individuals reporting very high levels of romantic love (but not obsession) even after controlling for social desirability. Finally, a meta-analysis of 25 relevant studies found that in long- and short-term relationships, romantic love (without obsession) was strongly associated with relationship satisfaction; but obsession was negatively correlated with it in long-term and positively in short-term relationship

Quelle: Does a Long-Term Relationship Kill Romantic Love?

Es geht also um die romantische Liebe und die Frage, wie sie eine Langzeitbeziehung übersteht.

Aus einer Besprechung der Studie:

Many believe that romantic love is the same as passionate love,“ said lead researcher Bianca P. Acevedo, PhD, then at Stony Brook University (currently at University of California, Santa Barbara). „It isn’t. Romantic love has the intensity, engagement and sexual chemistry that passionate love has, minus the obsessive component. Passionate or obsessive love includes feelings of uncertainty and anxiety. This kind of love helps drive the shorter relationships but not the longer ones.

Es erfolgt also eine Abgrenzung zwischen der romantischen Liebe und der leidenschaftlichen Liebe. Die Leidenschaftliche Liebe soll dabei durch ein Element der Zwanghaftigkeit von der romantischen Liebe zu unterscheiden sein, also das Gefühl, dass es nur noch den anderen gibt und man gar nichts anderes mehr wahrnimmt. Dagegen hat in der späteren romatischen Liebe dieser alleinige Bezug eine geringere Bedeutung.

Aus der Auswertung in der Besprechung:

The review found that those who reported greater romantic love were more satisfied in both the short- and long-term relationships. Companion-like love was only moderately associated with satisfaction in both short- and long-term relationships. And those who reported greater passionate love in their relationships were more satisfied in the short term compared to the long term.

Couples who reported more satisfaction in their relationships also reported being happier and having higher self-esteem.

Feeling that a partner is „there for you“ makes for a good relationship, Acevedo said, and facilitates feelings of romantic love. On the other hand, „feelings of insecurity are generally associated with lower satisfaction, and in some cases may spark conflict in the relationship. This can manifest into obsessive love,“ she said.

Wer es also schafft die romantische Liebe über die Jahre zu retten, der wird insgesamt mit seiner Beziehung zufriedener sein, bei denen, die eher gute Freunde werden, aber die romantische Liebe nicht mehr haben, wird es hingegen schwieriger und echte Bessenheit miteinander hält man nicht so lange durch, sie ist am Anfang nett, aber bei längerer Dauer kann sie eher zu Konflikten führen.

So gesehen keine so großartig überraschenden Neuigkeiten: Gute Beziehungen machen glücklich, wer sich nicht mehr romantisch liebt, sondern eher eine Zweckgemeinschaft gründet, bei dem kann es eher schiefgehen, und wer aus der Besessenheit nicht rauskommt, der hat eben auch nicht das passende Vertrauen zueinander aufgebaut und wird sich durch Eifersucht etc das Leben schwer machen.

In einer anderen Besprechung wird noch auf die Tricks, dies zu erreichen eingegangen:

What’s the secret?

“These people are often very relationship focused,” Acevedo told LiveScience. “Their relationship is something that is very central to their lives, something they spend time on, work on, really care about. They seem to resolve conflicts relatively efficiently and smoothly.”

Das ist bei der teilweise bestehenden Kurzlebigkeit unserer Gesellschaft sicherlich nicht immer einfach. Wo früher sozialer Druck und die Ächtung einer Trennung oft gar keine andere Möglichkeit boten als zusammen zu arbeiten, kann man heute auch viele Ehen oder eben nur Beziehungen hintereinander haben. Das „Prisoners Dilemma“, dass beide viel zu verlieren drohen, wenn sie investieren und der andere dann Schluß macht, sobald er eine bessere Option auf dem Partnermarkt findet, aber beide viel gewinnen können, wenn sie kooperieren wird immer riskanter, wenn Scheidungen normaler werden.

Es werden noch einige weitere Tipps genannt:

Other studies on building strong, romantic relationships also suggest the following may help:

  • Continue exploring and engaging in new activities and opportunities with one another.
  • Resolve conflicts as they occur, respectfully; don’t let conflicts simmer and build into something bigger over time.
  • Find something challenging to do together; a shared challenge can help bring you closer together if you work as a team.
  • Feeling that your partner is “there for you” is invaluable for a good relationship.
  • Guard against insecurity, as it can lead to spark relationship problems that otherwise wouldn’t exist.

Romance doesn’t have to turn into pure friendship over time, nor does it have to die a natural death in long-term relationships. Strive to keep the romance alive in your long-term relationship — it’s not as impossible as it may seem.

Das hat man auch schon alles an anderer Stelle gehört, aber es schadet ja nichts, es sich noch einmal bewusst zu machen.

20 Gedanken zu “Romantische Liebe in einer Langzeitbeziehung

  1. Was soll ich sagen?

    Kann nur bestätigen, was hier ausgeführt wird.

    Hoffe inständig, dass diese Liebe, die immer noch Begehren beinhaltet, auch die Klippe von Tippses bevorstehender Menopause, die sich sicher innert der nächsten 5 – 7 Jahre einstellen wird, überstehen kann.

    Kann ja nicht vorhersehen, inwieweit das auf einer ganz „animalischen“, unbewussten, unwillkürlichen Ebene mein Begehren ändern wird, wenn Tippse sich anders anfühlt, anders riecht, anders verhält.

    Guter Wille wird vielleicht alleine nicht reichen.

  2. Das ist ja mal wieder typisch:

    Wenn es wie gestern ums fremdgehen geht, dann gibt es hundert Kommentare, wenn es um die ewige Liebe geht, dann hält nur Roslin die Fahne hoch.

    Jetzt aber mal etwas mehr Optimismus hier:

    Was sind eure Rezepte für eine lange Beziehung? Gibt es romantische Liebe bis das der Tod einen scheidet?
    Wie wird man zusammen glücklich?

    • Ich glaube, dass schlicht nicht jeder Mensch für die romantische Liebe bis zum Tod geeignet ist. Aber es gibt sie durchaus. Wenn man seinen Partner nicht für einen Entertainer hält, der einen immer bespaßen muss, nicht gleich beim ersten Streit die Beziehung für vorüber erklärt, nicht jeden flüchtigen Reiz von außen als Anlass nimmt, sich anderweitig zu orientieren, dann klappt das schon.
      Ich glaube, dass es bei vielen Menschen deswegen nicht klappt, weil sie ständig glauben, etwas zu verpassen, oder weil sie irgendwann die Vorteile nicht mehr sehen, nur noch die paar Einschränkungen und Kompromisse, die man in einer Beziehung machen muss oder zumindest sollte.
      Wenn man seinen Partner nicht nur als Bettgefährten und Bespaßer, sondern eben auch als besten Freund/Familie sieht, dann ist es sicher leichter, eine Beziehung aufrecht zu erhalten.

    • „Das ist ja mal wieder typisch:
      Wenn es wie gestern ums fremdgehen geht, dann gibt es hundert Kommentare, wenn es um die ewige Liebe geht, dann hält nur Roslin die Fahne hoch.“

      Hach, endlich mal offene Kommentatorenschelte ;-).
      Richtig so! Immer diese unromantischen Kommentarverweigerer!

      Die Wortwahl („das ist ja mal wieder typisch“) löste bei mir zwar Assoziationen an weibliche Stimmen aus, aber das kann natürlich rein individuelle Gründe haben. Oder die Männeremanzipation ist schon viel weiter, als ich dachte ;-).

  3. Schön PC, so geschrieben wie wenn Männchen und
    Weibchen für die Aufrechterhaltung der Beziehung
    das gleiches Verhalten zeigen sollen.
    Die Hauptlast im ankurbeln der Paarungsspiels
    wird immer beim Mann bleiben.
    Als Dinosaurier auf diesem Gebiet ( mehr als
    30 Jahre mit der gleichen Frau zusammen) kann
    ich nur sagen Game ist dein Freund.
    Dauernd eine gewisse Dominanz wenn auch vermischt
    mit Ironie aufrechterhalten.

  4. Wozu soll das überhaupt gut sein? Das wird aus diesem Artikel nicht ersichtlich. Geht es darum, sich in eine Art Rausch, einen „Trip“ zu versetzen, so wie wenn man Drogen nimmt?

    • @ Gnito

      *Wozu soll das überhaupt gut sein? *

      Glückliche Langzeitbeziehungen „entspannen“ eine Gesellschaft, halten Menschen glücklich, zufrieden, gesund, produktiv, vermindern Kosten (u.a. in dem sie Männern/Frauen erlauben, aus dem teureren, anstrengenderen „Werbemodus“/Kampf um Paarungspartner in einen entspannteren Lebensrythmus zu wechseln – wobei natürlich auch hier wieder die Dosis das Gift macht, zuviel Entspannung, zu wenig Werben um den Langzeitpartner ist auch nicht gut, denn dann ist er bald ein Expartner, der Langzeitpartner).

    • Geht es darum, sich in eine Art Rausch, einen “Trip” zu versetzen, so wie wenn man Drogen nimmt?

      Passionate or obsessive love includes feelings of uncertainty and anxiety. This kind of love helps drive the shorter relationships but not the longer ones.

      Das wäre ja eine art Rausch. Ein Rausch ist eben ein außergewöhnlicher Zustand, der zwangsläufig vorüber geht. Das produziert als Nebenwirkung Ungewissheit und Unruhe.

      Freundschaft wiederum ist alles andere als ein Rausch, eher sowas wie ein „tit for tat“. Beide Seiten sind recht frei darin, die Bedingungen als nicht mehr gegeben zu erachten. Die beiderseitige Freiheit hat einen sehr hohen Wert. Man hält Freunde nicht fest, wenn man sie festhielte wäre es keine Freundschaft mehr.

      Romantische Liebe ist bedingungsloser. Da gibt es eigentlich keine „Kündigung“. Eben das Vertrauen, dass der andere alles tun wird, um die gegenseitige Bindung aufrecht zu erhalten. Das Vertrauen, dass der andere die Bindung nicht auflösen wird, weil es gerade Probleme gibt und sich anderweitig besseres bietet. Das ist ein sich gegenseitig verstärkender Prozess, der eine tiefe gegenseitige Gewissheit produziert, dass der andere für einen da ist, dass man der kostbarste Mensch in seinem Leben ist.

      Es ist eben kein Rausch, sondern eine Gewißheit, die einem ein tiefes (Selbst-)Vertrauen gibt. Dafür ist man gerne bereit, auf Freiheit zu verzichten.

  5. “ Gibt es romantische Liebe bis das der Tod einen scheidet?“

    Nein, aus meiner Sicht nicht. Aber LIEBE gibt es, nur ist die dann eben nicht mehr zwangsläufig an ein „Beziehungsleben“ oder gar Sex gebunden.

    Leider geht es häufig eher so aus:

    Wie romantische Liebe zum Beziehungselend wird

    Und zu Alexander: auch IHR Begehren wird sich ändern, durchaus drastisch. In der Menopause erleben viele Frauen ein regelrechtes Aufblühen des Begehrens – das dann ausgesprochen viel Lust auf NEUES hat. Nach ein paar Jahren klingt das dann wieder ab, geht evtl. sogar weiter runter als je zuvor. Dafür werden andere Dinge spannender – es ist eine Art Befreiung vom Schleier, den die Hormone bis dahin um Kopf und Herz gesponnen hatten.

  6. @ ClaudiaBerlin

    *es ist eine Art Befreiung vom Schleier, den die Hormone bis dahin um Kopf und Herz gesponnen hatten.*

    Vielleicht befreiten die Hormone von der „Befreiung“?

    Woher wissen Sie denn, was Freiheit, was Unfreiheit ist?

    Wann ist denn der Mensch frei?

    Wenn er sich seinen Lüsten/Begierden unterwirft?

    Wovon ist er denn dann frei und wovon nicht?

    • *Wovon ist er denn dann frei und wovon nicht?*

      Am Ende ist der Mensch auf jeden Fall von seinem Leben befreit. Freier kann kein Mensch sein.

      • @ Borat

        *Am Ende ist der Mensch auf jeden Fall von seinem Leben befreit. Freier kann kein Mensch sein.*

        Ich hoffe darauf.

        Das Eingehen in Gott wird mich, so hoffe ich, frei machen.

    • Keine Sorge, Sie werden es selbst erleben und sind nicht auf meine Beschreibung angewiesen. Männern geht es nämlich auch so, nur allmählicher… 🙂

      Wovon frei? Von der Überschätzung des geschlechtlichen Mit- und/oder Gegeneinanders, das in der „Familiengründungszeit“ vorherrscht. Dass das tatsächlich hormonell präfiguriert ist, merkt man erst, wenn es nachlässt.

      • Ich zweifle ja nicht daran, dass Hormone bei Männern und Frauen Verhalten beeinflussen.

        Frage mich nur, wie Sie darauf kommen, den Zustand unter Hormoneinfluss unfrei zu nennen und den ohne Hormoneinfluss frei.

        Das heißt ja, dass Hormone für Sie etwas Uneigentliches sind, das menschliches Verhalten „verfälscht“, etwas „Unmenschliches“.

        Man könnte natürlich auch genau umgekehrt argumentieren: Dass Hormone etwas Urmenschliches sind und uns etwas fehlt, wenn wir von ihnen frei sind, damit gerade in unserer urmenschlichen Art durch ein Fehlen verändert und unfrei unsere volle Menschlichkeit, zu der die Hormonwirkungen ja gehören könnten, zu erreichen.

        Letzten Endes scheint mir Ihre Sicht willkürlich, wahrscheinlich war ihr Erleben unter Hormoneinfluss weniger glücklich als „befreit“ davon und Sie empfinden daher ihren jetzigen Zustand als Freiheit.

        Ein anderer Mensch, der mit „Hormonrausch“ glücklich ist, mag sich ohne Hormonrausch nicht befreit fühlen, sondern „behindert“, also unfrei.

        Ob ich und Tippse glücklicher oder unglücklicher sein werden, bleibt abzuwarten.

        Ob wir „freier“ oder „unfreier“ sein werden, ist nicht zu entscheiden, da der eine Zustand so menschlich ist wie der andere, es willkürlich wäre, den einen frei, den anderen unfrei zu nennen.

        Denn Hormone stellen ja keine Fremdbestimmung des Menschen dar.

        Sie gehören phasenweise natürlich zu ihm.

        • @Roslin
          „Ob wir “freier” oder “unfreier” sein werden, ist nicht zu entscheiden, da der eine Zustand so menschlich ist wie der andere, es willkürlich wäre, den einen frei, den anderen unfrei zu nennen.

          Denn Hormone stellen ja keine Fremdbestimmung des Menschen dar.

          Sie gehören phasenweise natürlich zu ihm.“

          Eben. Genau so gut kann man sagen, dass diese späte Blickveränderung ein Vitalitätsverlust ist. Die Hormondosis ermöglichte vielleicht eine Wahrnehmung, zu der der Wahrnehmungsapparat ohne sie nicht mehr in der Lage ist. Er kann nicht mehr fokussieren, findet dann nur noch Rauschen. Und nicht Bedeutung.

          Was Verfall und was die lebensnähere Wahrnehmungsform ist, muss jeder selbst entscheiden.

          (Fichte sagte mal, was für eine Philosophie man wählt, hängt davon ab, was für ein Mensch man ist.)

        • @Alexander @Seitenblick

          weder mehr noch weniger spezielle Hormon-Einflüsse halte ich für „unmenschlich“, sondern für NATÜRLICH. Der Natur bzw. der Evolution kommt es bekannterweise nicht aufs Individuum an, sondern nur darauf, dass Fortpflanzung geschieht.

          Dass wir heute weit länger leben als hierfür üblicherweise erforderlich, ist quasi nicht vorgesehen und der Natur schnuppe. Es ist ein Erfolg menschlicher Kultur und Technik, von der wir in höherem Alter vermehrt abhängen,

          Was einerseits mehr Unfreiheit bedeutet, weil Kräfte schwinden und die Notwendigkeit eines „Gesundheitssystems“ offenkundiger wird – andrerseits aber auch ein Stück mehr „gefühlte Freiheit“, denn (so erlebe ich das jedenfalls), man bemerkt, dass auch psychische und geistige Haltungen recht stark von den „Fortpflanzungshormonen“ beeinflusst waren.

          Damit meine ich nicht den „Vitalitätsverlust“, der zweifellos ebenfalls vorhanden ist (und als solcher nicht nur Negatives bringt, sondern auch eine gesteigerte Sensibilität). Sondern eben die „spezifische Überschätzung des Geschlechtspartners“, das m.E. die gesamte Jugend und „späte Jugend“ beeinflusst.

          Wer kann denn gegenüber dem/der Geliebten ganz locker eine Haltung im Sinne von „leben und leben lassen“ einnehmen? Unter 45 ist das verdammt selten!

          Dieses oft unbewusste, aber dennoch heftig erlebte Verlangen, mit dem/der Jeweiligen in jeglicher Angelegenheit möglichst weitgehend übereinzustimmen – vielleicht haben das ja nur Frauen so vehement, doch weiß ich heute, dass das „hormonbedingt“ ist.

          Mein persönliches Beziehungs- und Liebesleben unter 45 war im übrigen kein Elend und allermeist recht glücklich, oft auch schön abenteuerlich. Aber dennoch phasenweise (je jünger je mehr) gezeichnet von den üblichen Geschlechterrollen-Konflikten, wie sie hier oft thematisiert werden.

          Es ist toll, wenn das vorbei ist! Nie hatte ich so stressfreie Beziehungen wie seit etwa 45… im wesentlichen deshalb, weil ich auch gut alleine sein kann und sich das offenbar unbewusst vermittelt. Was Freude macht, macht man zusammen – ansonsten macht jeder seins. Kein Drama mehr…Eigentlich sehr einfach… nur ging das in jungen Jahren nicht so easy.

          • @ClaudiaBerlin

            Kleine Anmerkung: Die meisten Punkte, die du nennst, können auch ohne Rückgriff auf hormonelle Änderungen erklärt werden. Nämlich lerntheoretisch.

            Nehmen wir
            „Wer kann denn gegenüber dem/der Geliebten ganz locker eine Haltung im Sinne von “leben und leben lassen” einnehmen? Unter 45 ist das verdammt selten! “

            Das muss nichts mit einem geänderten Hormonpegel zu tun haben:
            Wenn jemand durch Lebenserfahrung mehr Selbstsicherheit gewinnt, braucht er dem anderen weniger eine Defizit-Kompensationsfunktion zuweisen.
            Persönlichkeitsentwicklung durch Lernen braucht zwar Zeit, aber derartige Lernprozesse können auch bei gleichbleibendem Hormonpegel ablaufen.

            Auch beim
            „mit dem/der Jeweiligen in jeglicher Angelegenheit möglichst weitgehend übereinzustimmen“

            brauche ich keinen nachlassenden Hormonpegel zur Erklärung: Wenn erst mal gelernt wurde, dass so viele Übereinstimmungen gar nicht nötig sind für „stabile“ Beziehungen, dann lässt das logischerweise nach.

            Ähnlich bei „nur ging das in jungen Jahren nicht so easy“. Auch das lässt sich damit erklären, dass Lernprozesse, die mit der Persönlichkeitsentwicklung zu tun haben, Zeit brauchen.

            Natürlich muss man das nicht monokausal sehen, hormonelle Änderungen können sich ebenfalls auswirken. Aber sicherlich gibt es daneben den Faktor „Persönlichkeitsveränderung durch Lernen“ unabhängig von der hormonellen Entwicklung.

        • @Seitenblick:

          klar, man lernt aus Lebenserfahrung. Allerdings meist so, dass man mit einem Phänomen im Lauf der Zeit eben anders (gelassener, weißer, selbstbewusster) umgehen kann. Wäre die Erfahrung, die ich machte, von dieser Art, wäre sie keiner Erwähnung wert!

          So ist es aber nicht, sondern so, dass das Phänomen (=die Überschätzung der Harmonie mit dem männlichen Partner) einfach ENTFALLEN ist.

          Das fühlte sich tatsächlich an wie der Wegfall eines geistigen Schleiers, den ich lebenslang nicht als solchen bemerkt hatte.

          Interessanterweise ist die Folge nicht MEHR Konflikt, sondern ganz das Gegenteil. Ich kann mich im Bewusstseit völliger Freiheit dazu entscheiden, „ihm zuliebe“ irgend etwas zu tun oder zu lassen – ohne mir Zacken aus irgend einer Krone zu brechen. Ebenso frei und ohne jegliche Ängste kann ich auch sagen: Sorry. das will ich nicht, das musst du mit anderen verwirklichen, wenn es dir wichtig ist!

          Seitdem das so ist, hab ich „Beziehungsfrieden“. 🙂

  7. Pingback: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl | Alles Evolution

  8. Pingback: Romatische Liebe: Weltweit und zeitlos oder Erfindung der (westlichen) Moderne? | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.