“Verpflichtende Vatermonate”

Eine Idee, die auch hier kürzlich in einer Diskussion auftauchte, sind verpflichtende Vatermonate, also die Forderung, dass der Vater eines Kindes für eine bestimmte Zeit beruflich aussetzen und die Kinderbetreuung übernehmen soll.

Davon verspricht man sich aus feministischer Sicht ein Aufbrechen der Geschlechterrollen und einen Abbau der Nachteile von Frauen bei der Karriere, da dann beide Geschlechter Brüche in ihrer Biografie haben.

Aus maskulistischer Sicht könnte dafür sprechen, dass so eben die Geschlechterrollen aufgebrochen werden und das Väter sich auf diesen Zwang berufen können um so Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Gleichzeitig würden Frauen im Falle einer Trennung eben auch gezwungen, ihrem Partner für eine gewisse Zeit das Kind zu überlassen, was sie sonst in diesem Umfang vielleicht nicht machen würden (bei klassischer Rollenverteilung).

Einwände dagegen lassen sich aber viele vorbringen:

  • Was geht es den Staat an, wie Leute ihre Arbeit aufteilen wollen? Nicht jeder möchte beruflich aussetzen, eine Verpflichtung, sein Leben in dieser Hinsicht zu gestalten, obwohl beide es anders wollen, wäre ein starker Eingriff.
  • Auch von den Gehaltsunterschieden können sich erhebliche Unterschiede ergeben, die gegen eine solche Vorgehensweise sprechen
  • Verpflichtende Monate können dazu führen, dass jemand auch abseits einer gemeinsamen Zahlung ein Kind betreuen muss, dass er nicht betreuen will oder kann
  • Wahlmöglichkeiten sind weniger eingreifend.
  • Es wäre dann eine weitere Hürde für eine Entscheidung für Kinder, wenn man Karriere machen will
  • Es gibt auch keine verpflichtenden Müttermonate, eine Frau kann theoretisch nach dem Mutterschutz wieder arbeiten und der Vater das Kind versorgen. Es müsste wenn überhaupt also für beide Geschlechter eingeführt werden
  • Bei Selbständigen ist eine Verpflichtung zum Vaterschaftsmonat kaum möglich, da es diesen schlicht ruinieren kann.
  • Geschlechterrollen aufzubrechen muss kein Wert sein, dem man sich als Bürger unterordnen muss.

Das wäre erst einmal das, was mir dazu gerade anfallen würde.

Wer Vorschläge hat, wie allgemein Rechte von Vätern gestärkt oder welche Änderungen bezüglich der Erziehung und Betreuung von Kindern sonst erfolgen sollten, der kann das natürlich auch gerne in den Kommentaren darlegen