Neues Theme bei „Alles Evolution“

UPDATE: Habe das alte Theme erst einmal wieder aktiviert, da ja recht viele dagegen waren. Ich schau mich mal nach was um, wer Vorschläge hat (von den bei WordPress.com verwendbaren Themes) kann gerne was in den Kommentaren schreiben

Ich dachte es ist mal Zeit für eine optische Veränderung. Statt „Ocean Mist“ ist es nunmehr „Yoko„. Da ich mir den Blog aber eh mehr über den Administratormodus anschaue, bitte ich um Feedback. Aus meiner Sicht wären die Vorteile:

  • Zitierung von Kommentaren wird einfacher
  • Schriftbild ist größer und wirkt weniger gestaucht.

Wie seht ihr es?

Begründungen in den Kommentaren würden mir helfen

„Geschlechterstereotypes Verhalten kann hilfreich sein“

In der Süddeutschen findet sich eine Interview mit Elisabeth Raffauf., die einen Erziehungsratgeber für Mädchen geschrieben hat.

Da gibt es einige interessante Passagen:

Von außen wirkt es häufig so, als müsste man sich um die Mädchen keine Sorgen machen. Sie sind gut in der Schule, machen ihren Eltern seltener Schwierigkeiten, achten auf ihr Äußeres. Doch Mädchen stehen heute gerade in der Pubertät unter einem unheimlichen Perfektionsdruck. Früher war es so: Mädchen mussten schön sein und Jungen cool. Heute sollen Mädchen schön und cool sein; Jungen nicht nur lässig, sondern auch einfühlsam und gepflegt. Manches Mädchen zerbricht innerlich daran, in allem brillieren zu müssen. Essstörungen sind besonders unter weiblichen Jugendlichen verbreitet – wobei eine Erkrankung längst nicht immer so offensichtlich ist wie bei Magersucht.

Also ein Perfektionsdrang unter den Mädchen, aber gleichzeitig auch mehr Druck auf die Jungs, die auch höhere Rollenerwartungen haben (und meines Erachtens nach auch schön sein müssen, wenn auch auf eine andere Art).

Und zum Aufbrechen der Geschlechterrollen:

Klar ist es toll, wenn Geschlechterklischees aufbrechen. Aber nicht alles, was gut gedacht ist, wird auch gut umgesetzt. So wird Jungen heute vermittelt: Es ist okay, auch mal zu weinen. Andererseits werden Mädchen dazu angehalten, sich Tränen zu verkneifen, wenn sie ernstgenommen werden und sich durchsetzen wollen. Das ist doch paradox! Es sollte nicht darum gehen, dass Mädchen werden wie Jungen – oder umgekehrt. Beide Geschlechter sollten lernen, ihren eigenen Empfindungen und Wünschen zu trauen und ihnen auch nachzugehen.

Meiner Meinung nach übertreibt sie da etwas: Jungs werden nur sehr oberflächlich dazu angehalten zu weinen, üblicherweise gelten die alten Rollenvorstellungen in leicht aufgelockerter Form fort. Und bei Mädchen ist es weitaus akzeptierter, wenn sie weinen, es geht eben nur um bestimmte Situationen, bei denen es darum geht sich durchzusetzen. Und in der Tat erscheint es mir auch schwer heulend als durchsetzungsstarke Person ernst genommen zu werden. Aber immerhin dürfen Frauen noch heulen: Ich kenne einige Frauen die so etwas sagten wie „Als mich der Chef zur Sau gemacht hat, war ich echt froh, dass ich erst geheult habe, als er raus war“. Was auch durchaus etwas ist, worauf man stolz sein kann, dennoch ist der gleiche Satz von einem Mann wohl kaum zu erwarten.

Allerdings ist ihr zuzustimmen, dass es wenig bringt, die Geschlechter einfach nur zu tauschen. Seinen eigenen Empfindungen und Wünschen nachzugehen erscheint mir da auch als ein guter Weg.

Und zu besseren Noten:

Warum schreiben Mädchen Ihrer Meinung nach bessere Noten?

Das hat sicher mehrere Gründe. Biologische Faktoren spielen eine Rolle, aber auch die Erziehung. Mädchen werden häufig angepasster erzogen. Das zeigt sich in alltäglichen Dingen. Sie werden von klein auf – und sehr viel konsequenter als Jungen – dazu angehalten, ihr Zimmer aufzuräumen, und darauf zu achten, dass alles hübsch aussieht. Sie werden darin bestärkt, geduldig zu sein und sich konform zu verhalten. Das kommt ihnen in der Schule zugute. Mädchen bemühen sich um eine schöne Schrift, haben sauber geführte Hefte und machen, was von ihnen verlangt wird. Das wird von den Lehrern honoriert. Natürlich gibt es heute auch Mütter, die versuchen, gezielt gegenzusteuern. Aber viele sind eben auch noch sehr geprägt durch ihre eigene Erziehung. Das trägt unter anderem dazu bei, dass Mädchen perfekt durchs System Schule laufen.

Aus meiner Sicht muss man es eher als Zusammenspiel von Natur und Gesellschaft darstellen: Mädchen sind im Schnitt leichter hin zur Anpassung zu erziehen, insofern fruchtet eine entsprechende Erziehung auch mehr. Das dieses Verhalten dann aber auch häufig den Lehrern zusagt, da es weniger Arbeit macht, würde ich aber auch so sehen. Interessant aber, dass sie zumindest auch biologische Gründe anführt.

Und zur Emanzipation und Geschlechterstereotypen:

Ist die Emanzipation also an der elterlichen Erziehung weitgehend vorbeigegangen?

Ich glaube, viele Eltern denken gar nicht so weit. Ihnen geht es nicht in erster Linie darum, ihre Kinder im Sinne einer gleichberechtigten Gesellschaft aufwachsen zu lassen. Sie wollen ihre Söhne und Töchter so erziehen, dass sie gut durchs Leben kommen. Sie versuchen, ihnen das zukommen zu lassen, von dem sie denken, dass sie es brauchen. Mädchen wird zum Beispiel häufiger vorgelesen, was sich positiv auf ihre spätere Lesefähigkeit auswirkt. Und bisweilen kann geschlechterstereotypes Verhalten sogar hilfreich sein: Die Gewissheit, einem Geschlecht zuzugehören, gibt Sicherheit. Wenn Mädchen diese Sicherheit als Kinder haben, können sie ihre Sexualität später selbstbestimmter leben.

Das in den letzten zwei Sätzen dargestellte wird im Feminismus leider häufig übersehen bzw. nicht hinreichend gewertet: Geschlechterollen und Geschlechterstereotype können einem den halt geben auch mit Abweichungen viel besser umzugehen. Nur weil etwas die Norm (im Sinne von: Wird am häufigsten Praktiziert) muss es damit nicht andere ausschließen. Es kann einem eben auch erlauben, sich wohlzufühlen und abweichendes Verhalten nicht als Abgriff auf sich zu sehen. Wer keine Vorgaben hat, der sucht sich häufig andere Muster und es setzt ein Kampf darum ein, welche Regeln nun gelten. Und das gerade Unsichere andere Unsichere stark angreifen können zeigen beispielsweise starke Gegner der Homosexualität, die sich dann selbst als homosexuell herausstellen.

Und zum Gleichgeschlechtlichen Unterricht:

Im gemischten Unterricht lernen Mädchen, wie Jungen sind, wie sie denken und wie sie mit ihnen umgehen. Im geschlechtergetrennten Unterricht trauen sich manche Mädchen mehr, melden sich eher auch mal in Fächern, in denen sie nicht gut sind. Andere wiederum empfinden den Druck der Geschlechtsgenossinnen, das Beobachtet- und Bewertetwerden, als höher.

Das ist natürlich etwas unkonkret, aber immerhin eine Differenzierung. Wäre interessant, da näheres zu zu lesen, etwa wie da die Verteilungen sind.