Anerkennung der Erwerbstätigkeit des Mannes in der Familie

Tom174 schrieb in einem Kommentar etwas interessantes zur Erwartungshaltung an den Mann und auch zur Bewertung der Erwerbstätigkeit des Mannes 

Es ging mir gar nicht darum, dass Väter ihre Kinder nicht lieben oder sich nicht um sie kümmern (oder gekümmert haben). Wir haben zwei Kinder, meine Frau ist Lehrerin (halbes deputat), ich arbeite Vollzeit. Es ist einfach so, dass meine Frau viel mehr Zeit mit den Kindern verbringt als ich. Ich glaube, bei uns klappt das auch recht gut. Trotzdem, als die große kleine so 2-3 jahre alt war, war es die Mama, von der sie getröstet werden wollte, ich war 2. Wahl. Das hat sich inzwischen ausgeglichen, aber war doch schon n ziemlich blödes Gefühl für mich.
Ebenso gab es schon die ein oder andere heftige Diskussion bei uns. Als “Bessermann” mache ich natürlich im Haushalt mit. Und es war auch klar, dass ich, wenn ich da bin, die Kids mit dem Fläschen versorge und wickel. Soweit, so gut. Was mich aber dann und wann auf die Palme brachte waren so Sätze wie “Jetzt bist du aber dran, ich kümmer mich schon den ganzen Tag um sie” Ist ja eigentlich nichts gegen zu sagen, aber innerfamiliär wurde mein Beitrag zur Familie (nämlich für den Unterhalt der selben zu sorgen), nicht als gleichwertiger Beitrag zur Familie gesehen. Vieles sind da Missverständnisse, die sich klären lassen, aber dier Erwartungshaltung an eine Vater hat sich doch schon ziemlich gewandelt.

Feministen die die Dämonisierung des Mannes ausreden zu wollen.. ich glaube, das wird nicht funktionieren. Die wenigsten Frauen sind das aber, es geht also meiner Meinung nach eher darum, den normalen Menschen klar zu machen, dass Männer nicht per se böse sind.

Frauen wird mit mehr Empathie begegnet als Männern, das ist immernoch so. Und unser männlicher Beschützernistinkt befeuert das zusätzlich. Schonmal als mann probiert zu trampen? Das gleiche, wenn deine Freundin den Finger raushält (und man sich selber versteckt)? Wie wird filmische Gewalt gegen Männer und Frauen aufgenommen?

Nick ergänzte:

Es scheint tatsächlich so zu sein: Das Beibringen des Familienunterhaltes scheint oft eine Selbstverständlichkeit zu sein. “Früher” gab es dafür Respekt, heute ist derjenige dem das nicht in den Schoß fällt ein Idiot.

Ich schrieb dazu:

Es wird eben nicht direkt als arbeiten für einen wahrgenommen, weil es auswärts geschieht. Mir ist das aufgefallen als ich selbst angefangen habe zu arbeiten und mir erst bewusst wurde, wie selbstverständlich das Einkommen meines Vaters für uns war und das wir es als etwas sehr abstraktes wahrgenommen haben.

Auch hier gibt es denke ich eine gewisse Wahrnehmungsbias bzw. cognitive Schwierigkeiten: Die Steinzeit kennt eben kein Bankkonto. Sie kennt das zurückgebrachte Essen, aber auch dieser Part landet ja in klassischer Ehe bei der Frau.

Das Geld landet eben anonym auf einem Konto, die meisten Hausfrauen haben mittels Karte Zugriff darauf, es ist etwas, was recht anonym da ist und auf das man einen Anspruch hat. Es ist ja gut, dass die Zeiten, wo ein karges Haushaltsgeld zugeteilt worden ist, vorbei sind, die meisten Eheleute werden auch ihre Ausgaben in Absprache miteinander regeln. Aber dennoch ist damit auch eine Entpersonalisierung der Leistung des Mannes eingetreten, etwas, was man erwartet, etwas, bei der er Weg von der Familie ist und sie nicht unterstützt.

Das schlägt sich auch in Betrachtungen nieder, nach denen die Frau unbezahlte Hausarbeit verrichtet (während ausgeblendet wird, dass sie dabei eben auch vom Geld des Hauptverdieners lebt), die aus Sicht der Familie aber unbezahlte Weitergabe des Lohnes an diese nicht gewertet wird.