Geschlechterrollen und die „Häkelnde Gefahr“

In dem Blog „Maschenbart – Handarbeit nicht nur für Männer“ findet sich eine Darstellung, wie eine ältere Frau auf einen häkelnden Mann reagiert (zur politischen Dimension handarbeitender Feministinnen):

Eigentlich wollte ich nur U-Bahn fahren und mir dabei ein wenig die Zeit vertreiben. Die Bahn war ziemlich voll, aber ich fand noch einen Sitzplatz und packte meine Häkelnadel aus und machte mich an die Arbeit. Irgendwann merkte ich, dass mich die alte Frau, die mir gegenüber saß, mich mit einem teils wütenden, teils angewiderten Blick anstarrte. Scheinbar hatte sie meine Verwirrung darüber gemerkt und sie sagte in einem deutlich vorwurfsvollen Ton: “Ich bin eine alte Frau und dies war der einzige Sitzplatz in Fahrtrichtung!”

Mir war nicht klar, was das mit mir zu tun hatte und ich war augenscheinlich gemeint. Als ich also aufgrund von steigender Verwirrung nicht reagierte, wurde sie deutlicher. “Und jetzt muss ich mir einen häkelnden Mann ansehen!”

Im Fortgang der Geschichte äußert die alte Frau noch die Hoffnung, dass er sich nicht fortpflanzt und der Autor vermutet, dass sie sein Häkeln auch als Indiz für eine homosexuelle Orientierung sieht.

Sie scheint insoweit seinen „Verstoß gegen die Geschlechternormen“ als Angriff auf sich selbst zu sehen – als eben nicht den „echten Mann“ oder was auch immer.

Natürlich ist Häkeln eine Tätigkeit, die beide Geschlechter problemlos ausführen können, die man aber eher Frauen zuordnet. Dazu beitragen könnten die im Schnitt höhere Fingerfertigkeit bei Frauen und vielleicht auch noch andere biologische Faktoren, die dazu führen, dass Frauen diese Tätigkeiten häufiger als Männer betreiben, aber das alles kann natürlich kein Grund sein, einen häkelnden Mann anzupflaumen oder ihm das Häkeln verbieten zu wollen, selbst wenn es solche Gründe geben würde.

Insofern bietet sich der Text vielleicht an, einmal darüber zu reflektieren, wie man es mit den Geschlechterrollen hält, gerade weil das Beispiel so harmlos bezüglich der Tätigkeit ist und im Alltag geschieht.  Die Vorstellungen der Frau entsprechen entweder essentialistische Geschlechterrollen, nach denen Männer und Frauen lediglich bestimmte gegenderte Tätigkeiten durchführen dürfen, die ihrem Geschlecht entsprechen, eine Vorstellung, die ich für falsch halte. Ein häkelnder Mann schadet niemanden und darf natürlich häkeln so viel er will. Oder sie ist einfach homophob und meint in gewisser Weise, dass die offen zur Schau gestellt Homosexualität (ein heterosexueller Mann würde ja nicht häkeln) zuviel Raum einnimmt (was bereits selbst wenn man meint, dass die Vorlieben in einem gewissen Wahrscheinlichkeitszusammenhang stehen würden aufgrund der zeitlich verschiedenen pränatalen Formatierung der jeweiligen Zentren eben nicht zutreffen müsste)

Sie liegt also nach beiden Erklärungen falsch. Wer nicht ertragen kann, dass ein Mann häkelt oder ihn deswegen per se anfeinden möchte, der sieht aus meiner Sicht Geschlechterrollen damit falsch und zu eng. Ungewöhnlich finden kann man es sicherlich, da es eben nicht häufig zu sehen ist. Viele Leute werden es sicherlich auch witzig finden und mutmaßen, warum er das macht und dabei sicherlich auch Vermutungen anstellen. Häkeln richtig, also aus Spass daran und unter Mißachtung der mißbilligenden Blicke eingesetzt wäre quasi Peacocking und damit ein costly signal, dass man sich dann leisten können muss. Ich vermute, dass es, wenn man es nicht in diesem Sinne hinbekommt, nicht so gut bei Frauen ankommt. Aber das wäre dennoch kein Grund etwas nicht zu machen, was einem Spass macht, schließlich kommt es nicht nur darauf an, was einen sexy macht.

Wer gerne als Mann häkeln will, der soll das gerne machen. Es gibt wahrlich unanständigeres, was man in der Öffentlichkeit machen kann.

81 Gedanken zu “Geschlechterrollen und die „Häkelnde Gefahr“

        • Es geht hier nicht um Unterschiede, sondern um Geschlechtsrollen. Dass häkelnde Männer nicht allzu häufig vorkommen ist gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass es als dezidiert unmännlich gilt, obwohl die Tätigkeit doch ein erkennbarer Mann ausführt. Wie kann aber das, was ein Mann tut, unmännlich sein? Es ist schwierig, das logisch zu begründen.

          Aber es belegt m. E., dass Geschlecht eben mehr ist als Biologie, sondern sozialen Konventionen unterliegt: eben Gender.

          • @adrian

            „Aber es belegt m. E., dass Geschlecht eben mehr ist als Biologie, sondern sozialen Konventionen unterliegt: eben Gender.“

            Ich würde auch einen deutlichen sozialen Anteil/Ausbau in diesem Zusammenhang auch gar nicht in Abrede stellen.

        • „Aber es belegt m. E., dass Geschlecht eben mehr ist als Biologie, sondern sozialen Konventionen unterliegt: eben Gender“

          Natürlich ist Geschlecht sowohl biologisch (sex) als auch kulturell -sozial (gender) determiniert. Eigentlich ist diese „Tatsache“ so evident, dass es dazu keine wissenschaftliche Untersuchung bräuchte: Die Frage ist ja eigentlich nur , wie ausgeprägt die jeweiligen Einflußgrößen die Kategorie Geschlecht bestimmen.

        • „Eigentlich ist diese “Tatsache” so evident, dass es dazu keine wissenschaftliche Untersuchung bräuchte“

          So? Also bereits hier in diesem Kommentarbereich gibt es jemanden, der das bestreitet.

        • „dass Geschlecht eben mehr ist als Biologie“

          Und deshalb muss die Kettensäge hin zur weiblichen Biologie gegendert werden? Butler spricht nicht umsonst von „Gender trouble“.
          Wem das alles komplett irrational vorkommt, ist vermutlich ein Mann – nach feministisch-phantastischer Lesart: Nazi, Bonze, Sexist… kurz: Blödsinn.

        • „So? Also bereits hier in diesem Kommentarbereich gibt es jemanden, der das bestreitet.“

          Definitiv FALSCH ist jedenfalls die Aussage, Geschlecht sei nur kulturell-sozial determiniert.

        • „Es ist schwierig, das logisch zu begründen“

          Noch was, was schwer zu begründen ist: Die Gesellschaft hat haufenweise Rollen in petto.
          Junge haben eine andere Rolle zu spielen als alte. („Mach mal den Platz frei“ oder „Bezahl mal meine Rente“)
          Große haben eine andere Rolle zu spielen als kleine („Die großen im Gruppenfoto bitte nach hinten.“)
          Wer von rechts kommt hat eine andere Rolle zu spielen als wer von links kommt („Du hattest aber keine Vorfahrt“)
          Kinder haben eine andere Rolle als Eltern. („Nun sei aber mal ein Vorbild!“)
          Künstler haben eine andere Rolle als Fließbandarbeiter. („Generationen von Künstlern sind dafür gestorben, dass ich mich im Lendenschurz mit Rohöl begießen kann und keiner findet das seltsam“)
          Polizisten haben eine andere Rolle als Demonstranten. („Das ist aber deine Pflicht, keine Emotionen zu zeigen“)
          Steuerzahlende (oder auch nicht) Fußballmanager haben eine andere Rolle als steuerbezahlte Genderprofessorinnen.

          Rollen. Wo man hinschaut Rollen und damit verbundene Erwartungen, wie jemand sich in dieser Rolle verhalten wird oder gar verhalten sollte.

          Was ist das Besondere an den „weiblich“/“männlich“ Rollen, dass man zu deren Abschaffung – und nur diesen – die gesamte Gesellschaft umstülpen will?

          Im Ernst, wurde das irgendwo mal schlüssig begründet?

        • „Definitiv FALSCH ist jedenfalls die Aussage, Geschlecht sei nur kulturell-sozial determiniert.“

          Kommt aufs Geschlecht an. ‚Sei ein Mann!‘ und damit verbundene Leistungsadressierungen/Instrumentalisierungen sind ja hinlänglich bekannt. Nur dass Feminismus diese in ein ‚Privileg‘ qua Biologie umdeutet. Der Privilegienpenis (N. Lantzsch) als kulturell-soziales Konstrukt rechtfertigt positive Diskriminierungen, die Mann wiederum wie ein Mann zu tragen hat.

        • @revolte
          „Kommt aufs Geschlecht an. ‘Sei ein Mann!’ und damit verbundene Leistungsadressierungen/Instrumentalisierungen sind ja hinlänglich bekannt“

          Natürlich springt der Feminismus/Genderismus in seinen Begründungszusammenhängen permanent hin und her, ist auch hier ein „moving target“

          Wenn es gebraucht wird, Forderungen a Männer zu stellen, rekurriert selbst die „Genderideologie“, die ja ansonsten Geschlecht als AUSSCHLIESSLICH sozial determiniert postuliert, urplötzlich auch biologische Zusammenhänge

          Meine Aussage war nur (negativ formuliert): Geschlecht wird weder NUR durch die Biologie noch NUR durch das Soziale/Kulturelle bestimmt – eigentlich trivial

        • @ yacv

          *Was ist das Besondere an den “weiblich”/”männlich” Rollen, dass man zu deren Abschaffung – und nur diesen – die gesamte Gesellschaft umstülpen will?

          Im Ernst, wurde das irgendwo mal schlüssig begründet?

          Weil es Frauen eher erspart wurde, sich mit NOTwendigkeiten auseinanderzusetzen als Männern.

          Weil Frauen eher dazu neigen, bei wirklich Unangenehmem Männer vorzuschicken, weniger einsehen, dass auch sie gewissen NOTwendigkeiten unterworfen sind/sein MÜSSEN.

          Weil Männer bereit sind, sich schicken zu lassen, wenn sie von/für Frauen geschickt werden.

          Weil wir in einer erfolgreichen, luxurierenden Zivilisation leben, in der Männer ihrer Neigung, Frauen zu verwöhnen und Frauen ihrer Neigung, sich verwöhnen zu lassen, nachgeben können.

          Weil das eher versorgte/beschützte Geschlecht eher erwartet, dass mann für es die Welt schön macht als dass es selbst die Welt für sich schöner machte (oder gar dann auch noch für Männer).

          Warum strengen Frauen sich realativ wenig an, wenn es gilt, eigene Unternehmen zu gründen/zum Erfolg zu führen, geben sich dagegen sehr viel Mühe, in bereits gegründete und erfolgreiche Unternehmensleitungen hineindiskriminiert zu werden (via Quotensänfte)?

          Empauernd ist das doch nicht.

          Können sie nicht oder wollen sie nicht?

          Oder beides (im Schnitt)?

          Jedenfalls erwarten sie, dass MÄNNER IHNEN helfen (und die Quotensänfte schleppen).

          Also: Genügt Dir NARZISSMUS, naturrbegünstigt durch den Status als eher umsorgtes, umworbenes Geschlecht, das für Kinder (aber nicht für erwachsene Männer) verantwortlich war und daher, als für Schutz/Versorgung erwachsener Männer in der Regel nicht Verantwortliche umgekehrt erlernt hatte/erwarten konnte, von diesen alle wirklich haarigen Tätigkeiten auf diesen Feldern (Schutz/Versorgung) abgenommen zu bekommen?

          Ich denke, die Frauen, die besonders erfolgreich waren, Männer zu diesem „Für-Michunddiekinder“ zu motivieren, pflanzten sich erfolgreicher fort als andere, brachten mehr Kinder durch, mehr als jene, die eher den Eindruch vermittelten, sie könnten sich selbt versorgen/schützen, die genau darum auch vielleicht weniger Hilfe/Unterstützung erfuhren und sorgten so für auch genetisch disponierte vorrangige Verhaltenstendenzen.

        • @ Adrian

          *Begründe Du doch mal schlüssig, warum all die von Dir aufgezählten Rollen gerechtfertigt sind.*

          Dein Ernst?

          Muss man auch für Dich (nicht nur für manche „Denker.I.nnen“) jedesmal das Rad neu erfinden?

        • „Begründe Du doch mal schlüssig, warum all die von Dir aufgezählten Rollen gerechtfertigt sind.“

          Mach ich, sobald du mir erklärst, wie ein Denken ohne Kategorien und Begriffe möglich sein soll.

        • @ Adrian

          *@ Adrian

          *Junge haben eine andere Rolle zu spielen als alte. (“Mach mal den Platz frei” oder “Bezahl mal meine Rente”)*

          Weil Junge mit geringeren gesundheitlichen/körperlichen Einschränkungen anderes leisten können als Alte.

          *Große haben eine andere Rolle zu spielen als kleine (“Die großen im Gruppenfoto bitte nach hinten.”)*

          Weil Große andere körperliche Voraussetzungen mitbringen als Kleine.

          *Wer von rechts kommt hat eine andere Rolle zu spielen als wer von links kommt (“Du hattest aber keine Vorfahrt”)*

          Weil Verkehrsregelung zur Unfallvermeidung nötig ist.

          *Kinder haben eine andere Rolle als Eltern. (“Nun sei aber mal ein Vorbild!”)*

          Weil Kinder der Erziehung bedürfen, unmündig sind, daher Schutzbefohlene mit begrenzter Selbstverantwortung.

          *Künstler haben eine andere Rolle als Fließbandarbeiter. (“Generationen von Künstlern sind dafür gestorben, dass ich mich im Lendenschurz mit Rohöl begießen kann und keiner findet das seltsam”)*

          Weil Künstler, die begabt/originell genug sind, um Interesse zu wecken, sich für ihre Selbstverwirklichung bezahlen lassen können, der Durchschnittsmensch, da nicht begabt/originell genug, kann das leider nicht erwarten.

          *Polizisten haben eine andere Rolle als Demonstranten. (“Das ist aber deine Pflicht, keine Emotionen zu zeigen”)*

          Weil der Staat Polizisten dafür bezahlt, um seine Ordnung aufrechtzuerhalten, Demonstranten aber nicht.

          *Steuerzahlende (oder auch nicht) Fußballmanager haben eine andere Rolle als steuerbezahlte Genderprofessorinnen.*

          Weil Fußballmanager die Aufgabe haben, Gewinne zu erwirtschaften und Geld zu hecken, Genderprofessor.I.nnen aber nicht. Sie haben die Aufgabe, Propaganda zu machen für die neue Staatsreligion, Frauen zu empauern, für den Arbeitsmarkt zu rekrutieren usw.

          Erkennst Du das Muster?

          Natürliche Voraussetzungen UND Umweltbedingungen definieren Rollen und die, die sie optimal ausfüllen können.

          Da Männer ungleich Frauen sind, im Schnitt, ergibt sich u.U. daraus eine Geschlechtersegregation mit komplementärer Arbeitsteilung, aus NOTwendigkeit, Neigungsschwerpunkten (evolutionär disponiert), Begabungsschwerpunkten (evolutionär disponiert), körperlichen Unterschieden (evolutionär geformt), Funktionsunterschieden (Bauchbrüter – konkurrierende Samenstreuer, evolutionär geformt).

        • @ yacv
          Wo ist der Zusammenhang zwischen Begriffen, Kategorien und Geschlechtsrollen? Nur weil einige Menschen Vorstellungen haben, wie Geschlechter sein müssen, muss man sich doch nicht daran halten.
          Welches Verhalten muss man denn Deines Erachtens als Kategorie Mann erfüllen?

        • @ Roslin
          Kann ich alles nachvollziehen. Aber wieso sollte ein Mann dann nicht häkeln dürfen, weinen dürfen oder sich überhaupt einen feuchten Kehricht darum kümmern, was andere für „männlich“ halten?
          Ich denke ja, dass jeder so leben sollte wie er möchte, ohne von irgendwelchen Omas blöd angemacht zu werden, weil sie meint Männlichkeit definieren zu müssen.

        • @ Adrian

          *Ich denke ja, dass jeder so leben sollte wie er möchte, ohne von irgendwelchen Omas blöd angemacht zu werden, weil sie meint Männlichkeit definieren zu müssen.*

          Das denke ich auch.

          Bin mir nur nicht sicher, ob das auch funktioniert, DAUERHAFT.

          Denn es kann dauerhaft nur funktionieren, wenn sich bei Freiheit und Gleichberechtigung immer genügend Menschen finden, die FREIwillig die Mühsal auf sich nehmen, das NOTWENDIGE zu tun.

          Geschieht das nicht, geht eine Hochkultur, anfällig, weil energieaufwändig im Unterhalt (SIE STRENGT AN, sie verlangt dauerhafte Leistung, Spass ist nur Oberfläche), unter.

        • Du kapierst aber auch wirklich gar nichts, Adrian. Niemand leugnet, daß es normative Momente bzgl. unserer Geschlechtlichkeit gibt. Die Frage ist, ob das nach den 20er und 60er Jahren noch relevant ist. Und da sagen eben viele: Wen interessiert’s? Vor hundert Jahren hätte der Mann in der U-Bahn eben nicht gehäkelt. Da hätte man ihn ins Irrenhaus gesteckt.

          Die alte Oma-Funz nimmst du zum Anlaß, deine Gender-Paranoia zu kultivieren.

          Im übrigen sind gewisse Erwartungen an die Geschlechter völlig legitim. Problematisch wird’s, wenn man auf Oma macht und Leute anranzt.

          Der Typ ist außerdem sowieso verpeilt. So etwas macht man ganz einfach aus Anständigkeitsgründen nicht. Es ist eben lächerlich, in der S- oder U-Bahn zu sitzen und als Mann zu häkeln anzufangen. Auch als Frau ist das peinlich und fragwürdig.

          Es gibt so etwas wie Manieren und dazu gehört, daß man seine Mitmenschen in neutralen Räumen nicht mit allerlei privatem Müll behelligt.

        • @kirk
          „Es gibt so etwas wie Manieren und dazu gehört, daß man seine Mitmenschen in neutralen Räumen nicht mit allerlei privatem Müll behelligt“

          Naja …. da gibt es aber problematischere Verhaltensweisen in der U-Bahn als so ein einsamer „Häkler“, zB., wenn wieder mal so eine „begehrenswerte“ Frau lautstark per Handy ihrer nächtlichen Erlebnisse „referiert“, ein Intimitätsterror sozusagen.

          Das sind schlechte Manieren, haben gerade viele jüngere Frauen nicht mehr gelernt…. aber ein freundlicher Häkler ….

        • Da hast du recht, Step2, daran hatte ich auch gedacht.

          Aber man muß doch schon ziemlich bekloppt sein als Mann, wenn man sein Häkelzeug in der U-Bahn auspackt. Ich würde das auch als Provokation empfinden. Es gibt ja auch so was wie Scham-Terror oder Distanzlosigkeit.

          Der Typ wird genug Zeit haben, auch woanders zu häkeln. Ich finde es halt abartig. Wenn der mir gegenüber säße, würde ich denken, das ist ja ein Weichei oder komischer Vogel. Ich würde aber nicht auf alte Oma machen und ihn anranzen. So viel Manieren habe ich.

          @ Adrian: „Man“ ist hier falsch. Man verwendet dann „Mann“. So wie „Alter, ey“. Machen viele Leute falsch. Bildungsniveau sinkt rapide.

        • @Adrian

          „Wo ist der Zusammenhang zwischen Begriffen, Kategorien und Geschlechtsrollen?“

          Nun, eine Rolle beschreibt doch, was es bedeutet, X zu sein. „Rolle“ ist quasi synonym mit „Bedeutung einer funktionalen Entität, beschrieben durch das, was sie tut bzw. was von ihr zu erwarten ist.“
          Das Wort „Mann“ kann verschieden definiert werden.
          Durch das, was es (biologisch) ist, also in etwa „Homo sapiens mit XY Chromosom“ etc.
          Oder durch was, was ein Mann tut, oder nicht tut, oder was von ihm zu erwarten ist und so weiter.

          Der Satz „Sei ein Mann“ ist nicht Unsinn im Sprachtheoretischen.
          Es ist ein Satz, der verstanden wird, ja, der von den meisten in etwa gleich verstanden wird.
          Viele würden sagen, dass diese Bedeutungsebene wesentlicher ist als die rein materielle. „Wesentlicher“ wie in „Das Wesen beschreibend“.

          Nur weil einige Menschen Vorstellungen haben, wie Geschlechter sein müssen

          Das ist keine akkurate Beschreibung. Korrekt wäre „Nur weil die meisten Menschen Vorstellungen haben, wie Geschlechter normalerweise sind

          Zur Verdeutlichung ein Dialog:
          A: „Gib mir mal einen Joghurt“
          B: Reicht A einen Bechern Ayran
          A: probiert
          A: „Das ist doch kein Joghurt!“
          B: „Doch, das ist Joghurt“
          A: „Das schmeckt ganz anders, das ist kein Joghurt“

          Das wichtige daran: A macht nichts falsch, er redet keinen Unsinn. A hat eine Vorstellung davon, was Joghurt ist und dazu gehört wesentlich, wie er schmeckt. Etwas, was nicht schmeckt wie Joghurt, ist kein Joghurt.

          So funktionieren Sprache, Begriffe und Rollen.

          Zu Zeiten, als es Ayran noch nicht an jeder Ecke in jedem Supermarkt zu kaufen gab, wird es ähnliche Gespräche häufiger gegeben haben als heute.

          Zu sagen „So was tut ein Mann nicht“ hat natürlich normative Aspekte. Aber im Wesentlichen ist es ein Verteidigen der eigenen Sprache, der eigenen Begrifflichkeit.
          Die Frau in der Bahn macht in meinen Augen genau das Gleiche, wie die Typen, die darauf bestehen, „Das macht Sinn“ dürfe man im Deutschen nicht sagen.

          Aber: Erwartungen an Bedeutungen sind wichtig. Und damit sind Rollen wichtig.
          Wenn zum Beispiel dingsda Mannings fordert, als Frau gesehen zu werden, dann ist das sinnfrei, wenn es nichts definierendes gibt als das Materielle.
          Wenn du Rollen abschaffen willst, musst du die Begriffe abschaffen. Es kann und darf dann nicht mehr differenziert werden zwischen „Mann“ und „Frau“.

          „Gib mal ein Stück Holz“
          „Balsa oder Eiche?“
          „Was? Kenn ich nicht.“

          Klingt wie eine ideale Welt?
          Keine Diskriminierung mehr gegen verschiedene Holzarten!!

          Das denkt man aber auch nur, bis man sein Parkett mit Balsaholz verlegt hat.

  1. Veröffentlicht in ‚Banales‘. Warum? Banal ist diese Reaktion m.E. nicht.

    Jene Alte spiegelt ungefiltert die wirkliche, verächtliche und mehr zurichtende Haltung gegenüber Männern. Wobei es mir so noch lieber ist, als dieses scheinheilige, heuchlerische: Mann soll doch Gefühle zeigen bzw. laut aussprechen, was ihn bewegt. Und wenn er es wie bspw. im Falle Schrupp tut, findet er sich wahlweise als Sexist, Nazi, Rassist, Bonze, Jammerlappen oder Schlappschwanz eingeordnet.

  2. “Und jetzt muss ich mir einen häkelnden Mann ansehen!”

    Dieses hatten wir ja schon mal in den 70gern/frühen 80gern. Jeder Mann , der was auf sich hielt (und gleichzeitig „selbstbewußt“ provozieren wollte) begann zu häkeln /zu stricken.

    Fand ja dann auch medial prototypisch seinen Ausdruck auf den Parteitagen der Grünen. Häkelnder langhaariger, bärtiger Mann im selbstgestrickten lila Pullover.
    Hatte sich dann im Verlauf der 80/90 ger Jahre irgendwann ästhetisch überholt: neuer „schwarzer“ Chic im Rahmen einer “ coolen “ Distanzkultur, inder Häkeln (von Männern) plötzlich obsolet erschien.

    Aber vielleicht gibt es ja ein Revival im Sinne des Wiederaufflammens einer längst vergangenen Modewelle

    The times they are a changing

    • „Jeder Mann , der was auf sich hielt (und gleichzeitig “selbstbewußt” provozieren wollte) begann zu häkeln /zu stricken“

      war soziologisch gesehen natürlich nur eine kleine „alternative“ Minderheit — damals !

  3. Die mutmaßung in deinem Artikel, dass es möglicherweise biologische Gründe haben könnte, dass Frauen häufiger handarbeiten, kann ich so nicht stehen lassen. Im Gegenteil waren Handarbeiten vor der Industrialisierung „Männersache“. Stricken, Nadelbinden u. Ä. waren nicht Ortsgebunden, konnten also Problemlos z.B. von Schäfern unterwegs gemacht werden, was auch geschah. Erst mit der Industrialisierung, als sich Wohn- und Arbeitsplatz voneinander abkoppelten, ergab sich die Notwendigkeit, dass Handarbeiten zu Hausarbeiten wurden. Männer konnten diese Tätigkeit nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz erledigen und so wurde daraus eine „Frauensache“.

    • @ Maschenbart

      *Die mutmaßung in deinem Artikel, dass es möglicherweise biologische Gründe haben könnte, dass Frauen häufiger handarbeiten, kann ich so nicht stehen lassen.*

      Ich kann das so stehen lassen.

      *Im Gegenteil waren Handarbeiten vor der Industrialisierung “Männersache”. Stricken, Nadelbinden u. Ä. waren nicht Ortsgebunden, konnten also Problemlos z.B. von Schäfern unterwegs gemacht werden, *

      Das widerlegt ja biologische Dispositionen nicht.

      Der Schäfer/Seemann etc. handarbeitete ja nicht aus Spaßvergnügen (in erster Linie), sondern weil Handarbeiten die Möglichkeit bot, zuzuverdienen, eine Möglichkeit, auf die zu verzichten kaum jemand in der vorindustriellen Ära verzichten konnte.

      In der Industrieära war es dann in der Tat nicht mehr möglich, neben der Maschine auch noch handzuarbeiten (zu gefährlich, zu stressig).

      Biologische Dispositionen zeigen sich dann am deutlichsten, wenn Menschen am freiesten sind und nur ihren Neigungen folgen können.

      Heute muss in der Regel niemand nebenher handarbeiten, um zu überleben, er tut es zum Zeitvertreib.

      Und da scheinen Männer in der Tat eher zu basteln (technische Spielereien/Modellbau), Frauen eher zu stricken, zu häkeln etc.

      Hätte der Schäfer/Seemann usw. nebenher während seiner Arbeit/an seinem Arbeitsplatz basteln können und damit Einkommen/realen Nutzwert erzielt, hätte er das, seiner Neigung folgend, vielleicht auch damals schon viel lieber getan.

      War aber nicht.

      Also musste er das vielleicht nicht ganz so Angenehme mit dem Nützlicheren verbinden > strickende Schäfer/Matrosen z.B.

      Mal wieder etwas kurz gedacht, um das Erwünschte (Gender als allein soziales Konstrukt) zu „beweisen“, Herr Maschenbart.

    • @Maschenbart

      Sie sind auch nicht wirklich fundiert, insofern möchte ich mich da gar nicht drauf versteifen.
      Es sind lediglich Vermutungen, weil aus meiner Sicht meist hinter so deutlichen Geschlechtsunterschieden etwas biologisches steckt.

      Die höhere grundsätzliche Fingerfertigkeit von Frauen mag damit zusammenhängen, ist aber auch sicherlich trainierbar. Vielleicht ist es auch etwas psychologisches und Frauen finden solche Tätigkeiten schlicht entspannender als Männer im Schnitt.

      Im ganzen bleibt dieser Vorfall aber ein „Gendervorfall“. Denn selbst aus solche unterschiedlichen Interessen im Schnitt folgt eben keine Regel, dass Männer nicht häkeln dürfen

    • Genau. Als Gitarrist und fortgeschrittener Shredder möchte ich eine höhere Fingerfertigkeit bei Frauen, auch im Durchschnitt, aufs Schärfste in Zweifel ziehen.

      Ich schätze mal die Dame war eher auf dem Gebiet „es gibt heutzutage keine richtigen Männer mehr“ unterwegs und sah das Häkeln als ein Zeichen der Verweichlichung. Da ist sie ja nicht die einzige unter den Frauen, die über eine fortschreitende männliche Verweichlichung klagt. Das muss nicht unbedingt mit Homosexualität zu tun haben. Ich schätze mal Schwule häkeln nicht mehr als Heteromänner. Genau genommen kenne ich nicht einen einzigen Schwulen der häkelt.

      Es werden auch nicht Schwule das Problem sein, sondern die Verweichlichung von Männern im Allgemeinen. Das scheint Frauen mehr zu stören als andere Männer.

      • Als Gitarrist (…) möchte ich eine höhere Fingerfertigkeit bei Frauen, (…) aufs Schärfste in Zweifel ziehen.

        Meine Strickversuche sind damals daran gescheitert, dass ich nicht in der Lage war, ein paar Tausend Male ohne Nachdenken exakt die selbe Bewegung in exakt der gleichen Stärke auszuführen.

        Wenn gutes Gitarre-Spielen darin bestünde, drei verschiedene Bewegungen/Akkorde zehntausendmal exakt gleich auszuführen, dann wären Frauen darin vermutlich im Schnitt besser als Männer.

        Davon abgesehen: die berühmtesten Geiger, die mir grad einfallen, sind alle weiblich.

        • Nicola Pagannini, Itzaka Perlmann, Gidea Kremer usw. meintest du z. B. diese Geigerinnen. Gitarre spielen besteht übrigens auch daraus, die gleiche Bewegung exakt gleich auszuführen, beliebig oft. Um sie zu variieren, musst du sie zuerst einmal nicht variieren können. Zumindest wenn das auf hohem Niveau passieren soll.

          Ich glaube eher, das Geheimnis deines Scheiterns liegt in dem kleinen Einschub „ohne Nachdenken“. Du hast es einfach nicht geschafft, den Kasten mal auszustellen. Beim Musik machen ist es genauso: Wenn du über das was du tust nachdenkst, machst du Fehler.

        • @salvatore

          *Beim Musik machen ist es genauso: Wenn du über das was du tust nachdenkst, machst du Fehler.*

          Das ist ähnlich bei eher akrobatischen, sportlichen Betätigungen.

        • *Beim Musik machen ist es genauso: Wenn du über das was du tust nachdenkst, machst du Fehler.*

          Sogar beim Ficken.

          Fehler bedeuten dann vor allem es wird nicht so schön.
          Ob jetzt Frauen oder Männer beim Ficken zu viel „nachdenken“ wäre ja mal ein interessantes Thema.

        • LOL, du kennst einfach mehr Geiger als ich 🙂

          „Ich glaube eher, das Geheimnis deines Scheiterns liegt in dem kleinen Einschub “ohne Nachdenken”.“

          Nö, nach deinen Ausführungen an fehlendem Talent und fehlender Geduld. Mein Klavierspiel ist ähnlich kläglich ungleichmäßig wie mein Stricken und meine Handschrift.

          Aber danke für’s Schlauermachen 🙂

      • @Salvatore:
        Wegen eines Artikels scheint es Frauen mehr zu stören als Männer, wenn Männer „verweichlichen“. Na gut, dann sage ich als eine Frau eben, dass mich „verweichlichte Männer“, oder das, was die Dame darunter versteht, überhaupt nicht stören. Im Gegenteil. Ich finde sie faszinierend, anziehend. Ich kann mit klischeehaft männlichen Männern herzlich wenig anfangen.
        Und dass du und dein Gitarrenspiel der Beweis bist, dass Frauen im Durchschnitt nicht fingerfertiger sind, bezweifle ich ebenso, wie dass ich oder diese Dame ein Beweis dafür sind, dass Frauen „verweichlichte Männer“ im Durchschnitt stören bzw. anziehend finden. Nicht mal die Tatsache, dass es mehr berühmte Menschen eines bestimmten Geschlechts bei einer gewissen Tätigkeit gibt, beweist, dass sie in dieser Tätigkeit besser sind, sondern erst mal bloß, dass dieses Geschlecht mehr Ambitionen hat, darin berühmt zu sein.
        Es gibt auf beiden Seiten egoistische Arschlöcher, die nicht damit zurecht kommen, dass nicht jeder versucht, ihrem Geschmack zu entsprechen, bzw. ihnen nicht ähnlich ist.

        Warum muss eigentlich alles immer ein Wettbewerb sein? Dies können Männer besser, das können Männer besser, bla bla.
        Ehrlich, ich finde Erzähl mir nix’s neuen Artikel klasse, und ich glaube nicht, dass sie sich nur aufs Frauenhaus bezogen hat.

        • Na ja, es gibt schon mehr als einen Artikel, in dem sich eine Frau darüber mokiert, dass Männer verweichlichen. Es gibt sogar eine ganze Menge Artikel darüber, es gibt sogar ganze Bücher, von Frauen.

          Ich bin mir selbst keineswegs sicher, ob das wirklich so ist. Es ist auch nicht mein Problem. Ich schätze nur, dass die alte Frau im Artikel in Richtung dieser Ansicht ging. Möglicherweise geht sie beim Thema „weiche Männer“ nicht ganz mit dir konform.

          Das Thema Gitarre hab ich angeschnitten, weil ich mit dem biologischen Erklärungsansatz nicht ganz glücklich war und ich hab da auch nicht nur von mir gesprochen, sondern von einem Prinzip.

          Das Männer neuerdings betonen, in etwas besser als Frauen zu sein, kannst du getrost als Reaktion auf die jahrelange „Frauen sind die besseren…“ – heimerei betrachten. Irgendwann fings halt an gewaltig zu nerven.

        • Aber es gibt sicherlich genauso viele Artikel, in denen danach gefordert wird, dass Männer ihre weiche Seite entdecken. Mir geht beides auf die Nerven, ehrlich gesagt. Ich hasse solche vermeintlich für die Allgemeinheit gültigen Weisheiten. Sie fallen für mich in die Sparte: „Frauen ab 30 sollen keine langen Haare haben“ und Ähnliches. Jeder Jeck ist anders, oder? Männer sollen so weich sein, wie sie eben sind. Niemand sollte von irgendwelchen Trullas oder Typen, die meinen, sie seien wichtig, erklärt bekommen, wie er sich zu verhalten hat, damit er dem anderen Geschlecht gefällt. Die eine mag besonders „männliche Männer“ und wird sich einen solchen suchen, die andere will lieber einen androgyneren und wird sich dementsprechend umschauen. Umgekehrt ist es dasselbe. Passt doch.

          Mit dem biologischen Erklärungssatz bin ich auch nicht glücklich. Maschenbart hat schon gesagt, was mir auch dazu in den Sinn kommen würde. Die lieben Evo-Psychs versuchen oftmals Dinge mit der Evolution zu erklären, die eigentlich ziemlich moderne „Errungenschaften“ sind und demnach gar nichts mit Steinzeitgehirn und Evolution zu tun haben können.

          Nun, ich verstehe, dass das nervt. Aber etwas, von dem die Mehrheit der Menschen (auch Frauen) gar nicht überzeugt sind, einer gewissen Frauengruppe mit barer Münze zurückzuzahlen kann doch auch nicht die Lösung sein.

          • @rexi

            „Die lieben Evo-Psychs versuchen oftmals Dinge mit der Evolution zu erklären, die eigentlich ziemlich moderne “Errungenschaften” sind und demnach gar nichts mit Steinzeitgehirn und Evolution zu tun haben können.“

            warum sollte modernes keine Verbindung zur steinzeit haben? Modernes Fastfood hat zB eine Verbindung dadurch, dass uns heute schmeckt, was wir damals brauchten, also fettiges, zuckriges etc

        • „Aber etwas, von dem die Mehrheit der Menschen (auch Frauen) gar nicht überzeugt sind,“

          na ja, ganz so sicher bin ich mir da nun nicht. Is aber nur so´ne Beobachtung. Außerdem – Was weiß man schon über die Mehrheit.

          „einer gewissen Frauengruppe mit barer Münze zurückzuzahlen kann doch auch nicht die Lösung sein.“

          Och, warum denn nicht. Ich find das ok.

          Aber noch mal: Nicht ich sage, Männer sind neurdings verweichlicht. Stattdessen glaube ich, die Dame aus dem Artikel war dieser Ansicht. Vielleicht irre ich mich auch und sie hatte einfach nur Tourette, wahrscheinlich irre ich mich in diesem Fall aber nicht.

        • Aber noch mal: Nicht ich sage, Männer sind neurdings verweichlicht.

          Ich wüsste nicht, wo ich dir das unterstellt haben soll. Was mich störte, war, dass du an dem, was du in ihren Artikel hineininterpretiert hast (ich habe ihn ja nicht gelesen), anscheinend festmachst, dass es Frauen grundsätzlich mehr stört, wenn Männer verweichlichen. Alles was ich sagen will, ist dass diese Frau (und auch die anderen, die solche Artikel schreiben) nicht für alle Frauen steht. Sollte sie der Meinung sein, dass Männer verweichlicht sind (und dass das etwas Schlechtes ist), hat sie meiner Meinung nach eine ziemlich bescheuerte Einstellung. Wenn schon, müsste man beiden Geschlechtern vorwerfen, dass sie „verweichlichen“. Das ist wohl die Wahrheit, aber nicht unbedingt schlecht, wenn man sich nicht gerade die „guten alten Zeiten“ zurückwünscht (und wer tut das schon wirklich?).

          Von mir aus. Nur wundere dich dann nicht, wenn Feministinnen mit dem durchaus nicht von der Hand zu weisenden Argument kommen, dass Frauen nun mal ewig und drei Tage den Männern untertan waren, und damit rechtfertigen, dass auch Männer diskriminiert und ungerecht behandelt werden können.

        • mit dem durchaus nicht von der Hand zu weisenden Argument

          Das ist schon von so vielen Händen verwiesen worden, dass es einen neuen mathematischen Begriff der Unendlichkeit braucht.

          n ∈ N reicht jedenfalls nicht mehr.

        • „mit dem durchaus nicht von der Hand zu weisenden Argument kommen, dass Frauen nun mal ewig und drei Tage den Männern untertan waren“

          Eben NUR ein feministisch-ideologisches Argument, das definitiv falsch ist.

          FRAUEN SIND SCHON IMMER PRIVILEGIERT GEWESEN

          und nochmal zur Wiederholung ( Repetitio est mater studiorum)

          FRAUEN SIND SCHON IMMER PRIVILEGIERT GEWESEN

          und nocheinmal (Alle guten Dinge sind drei)

          FRAUEN SIND SCHON IMMER PRIVILEGIERT GEWESEN

        • @ Step II

          *FRAUEN SIND SCHON IMMER PRIVILEGIERT GEWESEN*

          Na ja, ganz so einfach ist es nicht.

          In der klassischen Ständegesellschaft war die höherstehende Frau privilegiert gegenüber niedriger stehenden Männern und Frauen, aber gegenüber standesgleichen Männern mit eingeschräkten Rechten UND (!!!) Pflichten versehen.

          Im Verhältnis zu denen war sie weniger eine Unterdrückte als ein bevormundetes Mündel, das umsorgt und beschützt wurde, dafür Kinder lieferte und ein Nest baute, aber auch weniger harte Pflichten hatte, etwa auf Leben und Tod die Familie, deren Interessen, deren Besitz/Rechte verteidigen zu MÜSSEN.

          Frauen und Männer waren sich immer der Vor-und Nachteile der jeweiligen Rollen bewusst, weshalb die klassische Mündelstellung der Frau sowie die Beschützer-/Versorgerstellung des Mannes sowohl von Männern als auch von Frauen angegriffen wie auch verteidigt wurde.

          Feministische Herstoryklitterung schob die Frauen, die das Patriarchat wütend verteidigten, in die Gedächtnislücke, stellte die heraus, die es bekämpften und machte es bei den Männern im Wesentlichen genau umgekehrt.

          So dass man aus der Herstory die gewünschte kulturmarxistische Geschlechterklassenkampfschmonzette zimmern konnte: die GUTEN Frauen, OPFA böser MÄNNA, eigentlich arg stark, aber viel zu gut, um gegen die bös-brutalen Unterdrücker aufzumucken.

          Mann und Frau sind ja genau gleich, bis auf jene Punkte, wo Frauen besser sind, zumindest moralisch, weil’s sonst mit der Unterdrückungsplausibilisierung der eigentlich ganz genau gleichen Frauen durch die ganz genau gleichen Männer nicht hinhaut.

          Also müssen Männer entweder leistungsstärker sein oder unmoralischer.

          Feminist.I.nnen haben sich, welche Überraschung, für letztere Alternative entschieden, die ja auch den Vorteil hat, die (zumindest weißen, heterosexuellen, westlichen) Männer schuldbewusst, damit ausbeutbar, damit manipulierbar zu machen.

          Das OPFA-Privileg (stark, aber leider unterdrückt von euch Schweinen) lässt sich durch Quotensänften, Frauenförderung etc. kapitalisieren.

          Frau kann so, ganz klassisch, Mündel bleiben und sich trotzdem dolle stark und emanzipiert fühlen, muss nicht mal dankbar sein.

          Pauergörli bekommt ja nur, was ihm zusteht.

          Und das ist, nach Einschätzung unserer Pauernarzisst.I.nnen eine ganze Menge.

        • @ Rexi

          „Die lieben Evo-Psychs versuchen oftmals Dinge mit der Evolution zu erklären, die eigentlich ziemlich moderne “Errungenschaften” sind und demnach gar nichts mit Steinzeitgehirn und Evolution zu tun haben können.“

          Was haben die sogenannt klassischen
          Humanwissenschaften zum Verständnis
          des menschlichen Verhaltens beigetragen?
          Auch ohne Gender, zu einem grossen
          Teil mit Wunschdenken aufbereitete
          Kackscheisse.

        • @ Red Pill

          *Was haben die sogenannt klassischen
          Humanwissenschaften zum Verständnis
          des menschlichen Verhaltens beigetragen?
          Auch ohne Gender, zu einem grossen
          Teil mit Wunschdenken aufbereitete
          Kackscheisse.*

          Die klassischen Humanwissenschaften haben eine Menge vom Menschen und seinem Verhalten verstanden (Schopenhauer, Nietzsche, um nur die beiden zu nennen).

          Die Verblödung setzte ein, als sich der Glaube an die grenzenlose Formbarkeit des Menschen durch Soziokultur als Dogma durchsetzte, um die säkularen Erlösungshoffnungen unserer kulturmarxistischen Spinneria zu unterfüttern.

          Als der Glaube an eine überzeitliche menschliche Natur als „Konstrukt“ von ihre „Privilegien“ verteidigenden weißen, heterosexuellen Männern „entlarvt“ wurde, als man erkannte, dass man den Menschen nur von Familie, Religion, westlicher Zivilisation, Kapitalismus befreien müsse, um sein grundgutes, altruistisches Wesen zum Vorschein zu bringen (da hat er dann doch plötzlich wieder eine Natur, aber die ist gut und vor allem GLEICH), eine Güte, die nur von bösen egoistischen Privilegienverteidigern (und wieder: vor allem weiiße heterosexuelle Männer – DIE HASSobjekte dieser neuen grenzdebilen Linken, deren Erfolg für mich ein Dekadenzsymptom erster Güte ist) kriminellerweise in die Irre geführt und unterdrückt wurde.

      • @rexi

        *Warum muss eigentlich alles immer ein Wettbewerb sein?*

        Das solltest du die Frauen und dich selbst fragen.

        Wer „erobert“ denn die Männerdomänen?
        Wer kann jetzt alles „auch“, „zieht vorbei“?
        Wer will nicht sogar manchmal das männliche „überwinden“?

        Das sagt einem doch schon jede Oma.

        Diesen intersexuellen Wettbewerb haben unsere Frauen ausgerufen, sie haben sich „befreit“.

        Schon vergessen?

        Meine Antwort zu dem Warum kennst du ja auch: Unsere Frauen sind ein Stück in ihrer traditionellen Rolle Haus/Kind/Garten obsolet geworden und suchen das auszugleichen, scheinbar ohne nachhaltigen Erfolg.

        Und wenn sich die Aussichtslosigkeit dieser weiblichen Verzweiflungstat zeigt dann fragen Frauen „Warum“, also ob Männer daran Schuld wären.

        Volle Punktzahl auf der Weiblichkeitsskala.

    • Dass Frauen in Sachen Feinmotorik im
      Schnitt überlegen sind zeigen viele
      praktische Beispiele und auch
      wissenschaftliche Untersuchungen es
      gibt geschlechtstypische Unterschiede
      in den Gehirnen.
      Beispiel: Manuelle industrielle Montage
      von Uhren.
      Der Grund ist weitgehend biologisch.
      Demgegenüber sind Männer bevorteilt
      wenn es gilt in Systemen zu denken
      und weiter auseinander liegende Elemente
      sinnvoll zu verbinden. Engineering,
      Erfindungen.
      Die Schwerpunkte der Begabungen sind
      trotz Überlappungen nicht gleich.
      Im Idealfall Gleichwertig, aber eben
      eher komplementär.
      Meine Lieblingsforscherin auf diesem
      Gebiet ist Doreen Kimura.

      https://www.google.ch/#q=sex+and+cognition

      D.KimuraScientificAmerican_gender-brain_-1.pdf

      • UhrmacherInnen? Sind eine recht seltene Spezies. Selbst GoldschmiedInnen sind nicht so häufig.

        Eigentlich glaube ich, dass die feinmotorischen Fähigkeiten sich im Laufe des Lebens bis nach der Pubertät angleichen und dann primär Interesse und natürlich Umwelt eine Rolle spielen.

        Aber um Salvatores Argument zu bringen: Es gibt deutlich mehr Männer unter Musikern und diese haben meist schon als Kind angefangen.Und Musikinstrumente sind in aller Regel die Feinmotorik-Geräte par excellence.

        Natürlich könnte auch die Tatsache eine Rolle spielen, dass Männer und Jungen meist auch einen größeren Stimmumfang haben als Mädchen udn daher in diesem bereich gewissermaßen biologisch mehr üben müssen.
        Aber auch das ist „Feinmotorik“ – nicht nur das fummeln mit Fingern.

        • @ Dummerjan

          Frauen sind tatsächlich für feinmechanische, repetitive Arbeiten besser geeignet als Männer (weniger Fehler, präziser, ausdauernder).

          Beim Uhrmacher kommt ja noch hinzu, dass der komplexe mechanische Systeme analysieren können muss, um sie zu reparieren. Da sind wiederum Männer kognitiv begünstigt. Die Arbeit ist weniger repetitiv.

        • @roslin

          *Frauen sind tatsächlich für feinmechanische, repetitive Arbeiten besser geeignet als Männer (weniger Fehler, präziser, ausdauernder).*

          Das sagte auch Helge Schneider schon.

          Zeig mal deine Hände die sind kleiner wie meine damit kommst du besser in die Ecken zum Putzen.

        • @dummerjan

          Zu den Musikern würde ich auch Akrobaten und Sportler nehmen.

          Z.B. bei einem Radballer, ich glaube der hat ein verdammt großes Produkt aus Feinmotorik mal Kraft, das bringen Frauen nicht.

          Kunstradfahren ist ja dann eher eine Frauensache.

          Das entscheidende ist wohl die maximale Körperkraft und der andere Körperbau, jedes Geschlecht „muss“ das beste draus machen.

        • „Das entscheidende ist wohl die maximale Körperkraft und der andere Körperbau, jedes Geschlecht “muss” das beste draus machen.“

          Warum vermisse ich jetzt einen süffisanten Satz, wie Frauen „das Beste “ aus ihrem Körperbau machen *schenkelklop, brüll*?

  4. „Im Fortgang der Geschichte äußert die alte Frau noch die Hoffnung, dass er sich nicht fortpflanzt und der Autor vermutet, dass sie sein Häkeln auch als Indiz für eine homosexuelle Orientierung sieht.“

    So wie ich die Geschichte sehe, vermutete die Oma in der Tat eine Homsexualität und äußerte sich zur Debatte ums Adoptionsrecht.

    Zitat:
    „Sie hoffe, so fügte sie noch hinzu, dass Merkel es verhindert, dass “solche wie ihr auch noch Kinder kriegen dürft!”“

    • Insofern fände ich die Frage interessant, ob es die Oma genau so gestört hätte, wenn ihr gegenüber ein heterosexueller Mann häkelt. Ob sie dann genau so ablehenend gewesen wäre, oder amüsiert gesagt hätte: „Ach, das ist ja reizend, dann können sie ja ihrer Frau/Freundin helfen und für ihr Kind etwas selbst häkeln.“

      • Um diesen Sachverhalt zu verschleiern, behauptet der Feminismus ja auch stereotyp seit Jahren, Männer zeigten „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“.

        • @ Step II

          *Um diesen Sachverhalt zu verschleiern, behauptet der Feminismus ja auch stereotyp seit Jahren, Männer zeigten “verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre”.*

          Das gilt ja wesentlich für BEIDE Geschlechter.

          Sie folgen nach wie vor ihren uralten Instinktdispositionen.

          Nur bei Männern wird das pejorativ angeprangert, bei Frauen übersehen, entschuldigt (OPFA der Umstände = der MÄNNA), im Rosa Rauschen ersäuft.

          Folge: Männer werden geprügelt, bestraft, kujoniert – Frauen bedauert, bemitleidet, gefördert.

        • @ Step II

          Wobei diese „Verhaltensstarre“ ja Sinn macht. Sie kommt im Wesentlichen an, auch wiederum bei beiden Geschlechtern: Frauen belohnen im Schnitt vor allem „männliche“ Männer mit erotischer Aufmerksamkeit, Männer vor allem „weibliche“ Frauen.

          Die eher „weiblichen“ Männer und „männlichen“ Frauen – falls nicht eh homosexuell – sind eher ein Angebot von Minderheiten für Minderheiten, daher mit erhöhtem Risiko, als Ladenhüter zu enden.

          Es ist eben sicherer, auf Mehrheiten und Massengeschmack zu setzen, auf den Durchschnitt, das „Normale“.

          Auch für die Evolution.

        • Dieses hat selbst unser aller Thomas Gersterkamp erkannt :

          Das Bonmot des Soziologen Ulrich Beck „Verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“ ist ein Brüller auf jeder Frauentagung – und bewährter Textbaustein in den Reden von Familienministerinnen, der die angebliche Bewegungslosigkeit der Männer plakativ illustriert.

          Das Zitat stammt übrigens aus dem Buch „Risikogesellschaft“ von 1986, ist also schon ein wenig angestaubt.

        • @roslin

          „Wobei diese “Verhaltensstarre” ja Sinn macht“

          Das ist bestimmt richtig.

          Ich habe diesen feministischen Textbaustein nur zitiert, weil er eben ein typisches Diskursmittel im Sinne eines Totschlagarguments ist.

          Als Subtext läuft eben immer mit: Ihr Männer müßt euch zuerst ändern, bevor ihr redet. (Betonung liegt auf MÄNNER)

          Und die Beurteilung dessen obliegt allein der FRAU:

          Also macht zuerst einmal den Abwasch, bevor ihr dann die Windeln wechselt (zum Beweis, dass ihr euren Eskapismus gegenüber allem FEUCHTEN in der Küche überwunden habt)

          Währenddessen diskutieren wir Frauen schon mal weiter über notwendige „VERHALTENS-“ änderungen des (neuen) Mannes

          Frei nach SCHELSKY:

          UND DIE ARBEIT TUN DIE ANDEREN

        • @ Step

          *UND DIE ARBEIT TUN DIE ANDEREN*

          Ist ja auch Sinn der Sache.

          Läuft alles unter der Prämisse: „WIR Frauen sind ja schon neu, nur ihr Männer zieht einfach nicht mit!“

          Mitziehen = noch mehr männliche Anstrengungen, um Frauen die rosinenpickende Vereinbarung ihrer „Neuheit“ mit ihren uralten Vorlieben zu ermöglichen, ohne von ihnen, den Frauen, dafür Gegenleistungen zu erwarten.

          Wie wenig Frauen neu sind, wird ihnen von feministisch-femizentrischen Medien und einer dazu passenden Politikerkaste verschwiegen, die sich im Weihrauchstreuen überschlagen (und hoffen, dafür mit Umsatz/Wählerstimmen belohnt zu werden).

          Wie gesagt: Feminismus ist nichts anderes als die Transzendierung eines ganz ordinären weiblichen Selbstverwirklichungs-und Selbstentschuldigungegoismus zu einer Befreiungs-und Gerechtigkeitthealogie.

          Gutmenschendenke in Reinkultur.

          „Was gut ist für MICH, weil ICH es mag, muss gut für ALLE sein und gerecht sowieso, denn MIR geht’s damit doch besser!“

          Was ja die Hauptsache ist.

  5. @ Christian

    *Dazu beitragen könnten die im Schnitt höhere Fingerfertigkeit bei Frauen und vielleicht auch noch andere biologische Faktoren, die dazu führen, dass Frauen diese Tätigkeiten häufiger als Männer betreiben, aber das alles kann natürlich kein Grund sein, einen häkelnden Mann anzupflaumen oder ihm das Häkeln verbieten zu wollen, selbst wenn es solche Gründe geben würde.*

    Das denke ich auch.

    Bei Mädchen entwickelt sich zuerst die Feinmotorik, bei Jungs die Grobmotorik, wahrscheinlich auch Folge der im Schnitt größeren Lust der Jungen am rauheren Spiel (und Ursache des im Schnitt schöneren Schreibens von Mädchen).

    Bei mir war das etwas anders. Weil meine sehr geliebte ältere Schwester gerne häkelte/strickte, wollte ich auch und sie brachte es mir bei.

    Ich lernte es auch recht gut, brachte aber mehr als 2 Topflappen (einer gehäkelt, einer gestrickt) für meine Mutter nicht zustande.

    Denn sehr bald wurde Schiffsmodellbau viel interessanter (dem meine Schwester nun überhaupt nichts abgewinnen konnte).

    Obwohl ich ungewöhnlich (für einen Mann) schlanke Hände/Finger habe, mir darum das Häkeln/Stricken leicht viel (genau wie das „Weben“ der Takelage/Wanten bei einem Segelschiffmodell) hat das frühe Lernen solcher feinmotorischen Fertigkeiten meine Handschrift nicht gebessert.

    Ich habe nach wie vor eine Sauklaue, die nur ich selbst mühelos entziffern kann.

    Wenn ich mir beim Schreiben nicht einige Mühe gebe.

    Mein Vater übrigens hatte eine bestechend schöne Handschrift, um die ich ihn immer beneidete.

    Er war allerdings auch ein „umgeschulter“ Linkshänder, dem man das Schreiben mit der rechten Hand eingedrillt hatte.

    • zur Feinmotorik noch das Folgende:

      http://www2.vobs.at/bio/physiologie/a-gehirn_mw.htm

      Ähnliches zeigt sich in Untersuchungen von willentlichen Handbewegungen, die von der linken Hemisphäre gesteuert werden. Apraxie – die Störung, gewisse erlernte oder zweckgerichtete Bewegungen der Hände auszuführen – tritt sehr häufig nach Verletzungen der linken Hemisphäre auf. Sie ist auch eng mit Sprachproblemen verbunden. Nun beziehen sich die von der linken Gehirnhälfte abhängigen kritischen Funktionen möglicherweise nicht auf die Organisation von Sprache an sich, sondern vielmehr auf diejenige der komplexen oralen und manuellen Bewegungen, auf denen die menschliche Kommunikation beruht. Untersuchungen an Patienten mit Verletzungen der linken Ge-hirnhälfte haben gezeigt, dass diese Bewegungswahl bei Frauen eher mit vorderen Arealen zu tun hat, bei Männern hingegen eher mit hinteren.

      Die Nachbarschaft des Motorikwahlsystems zur unmittelbar dahinter liegenden motorischen Rinde mag bei Frauen feinmotorische Fertigkeiten begünstigen. Im Gegensatz dazu scheinen die motorischen Fertigkeiten bei Männern Zielbewegungen in die Ferne – von sich selbst weg – zu betonen. Es könnte dafür vorteilhaft sein, dass die zuständigen Rindenregionen eng mit den visuellen Arealen vernetzt sind, die im hinteren Bereich des Gehirns liegen.

      Die stärkere Abhängigkeit der Frauen von den vorderen Hirnarealen ist selbst dann erkennbar, wenn Tests eine visuelle Kontrolle erfordern – zum Beispiel, wenn die Versuchspersonen ein zu betrachtendes Modell mit Bauklötzen nachbauen sollen. Über eine solche komplexe Aufgabe wird es möglich, die Auswirkungen von Läsionen der vorderen und hinteren Gebiete beider Hemisphären zu vergleichen, da die Leistungen sowohl durch Verletzungen der einen wie der anderen Hirnhälfte beeinträchtigt werden. Wiederum sind Frauen durch Verletzungen vorderer Regionen der rechten Hemisphäre stärker beeinträchtigt als durch solche der hinteren. Bei Männern ist es im allgemeinen umgekehrt.

      Und:

      http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/0306453090900185

      A group of normally cycling women completed a battery of cognitive and motor tests during menses and during the late follicular phase of the menstrual cycle. Enhanced performance on tests of articulatory and fine motor skills was observed during the late follicular phase, while performance on tests of spatial ability was poorer at that time, compared with performance during menses. Variations in estradiol (E2) levels may be at least partially responsible for these effects.

      und:

      http://psycnet.apa.org/journals/apl/75/1/87/

      Purdue Pegboard performance of 16 male and 25 female right-handed college students were compared, and results were replicated with 25 male and 28 female subjects. In agreement with the literature, women performed significantly better than men. When measures of index finger and thumb thickness were used as covariate, all significant sex differences in performance disappeared. Negative correlations between performance and finger size were observed in both sexes. Sex differences in fine manual dexterity tasks may therefore be confounded by sex differences in finger size. (PsycINFO Database Record (c) 2012 APA, all rights reserved)

      und:

      • Es scheint aber auch einen deutlichen Zusammenhang mit der Dicke der Finger zu geben:

        http://psycnet.apa.org/journals/apl/75/1/87/

        Purdue Pegboard performance of 16 male and 25 female right-handed college students were compared, and results were replicated with 25 male and 28 female subjects. In agreement with the literature, women performed significantly better than men. When measures of index finger and thumb thickness were used as covariate, all significant sex differences in performance disappeared. Negative correlations between performance and finger size were observed in both sexes. Sex differences in fine manual dexterity tasks may therefore be confounded by sex differences in finger size. (PsycINFO Database Record (c) 2012 APA, all rights reserved)

  6. Es gibt bei Menschen nun mal sog. Anstoßaggressionen, die instinktiv bedingt sind.

    Diese rechtfertigen zwar keinen Hass, kein Ausgrenzen, kein Mobben und was auch immer für andere Hässlichkeiten, aber es gibt sie eben.

    Auch durch zu starke, überbetonte Überwindungen der üblichen Geschlechterrollen, seien diese nun biologisch und/oder kulturell bedingt, kann man Anstoßaggressionen auslösen.

    Wie vermeidet man solche Anstoßaggressionen bzw. durch solche bedingten Streit? Einmal dadurch, dass sich möglichst viele Menschen klarmachen, dass sie zu instinktiv bedingten Anstoßaggressionen fähig sind, und dass diese Aggressionen es nicht rechtfertigen, jemand anders anzugreifen, nur weil er z.B. im Zug häkelt. Und aber auch dadurch, in nun wirklich leicht vermeidbaren Fällen anderen Menschen keine Trigger für Anstoßaggressionen zu liefern.

    Als Mann im Zug häkeln fällt auf, damit stößt man(n) eben an. Als Mann im Tütü durch den Zug hüpfen würde ja auch auffallen.

    Vergesst jetzt bloß nicht, mir zu unterstellen, ich wäre somit nun für Angepasstheit, Duckmäuserei, Mitlaufen und natürlich dafür, gemobbte Menschen seien selbst schuld an ihrem Schicksal. Ich kann diese bösartige, perfide Art und Weise der Diskussion nicht mehr sehen.

  7. OT:

    Lucas Schoppe hat einen sehr lesenwerten Artikel über SCHWARZER und ihren APELL an ein PROSTITUTIONSVERBOT verfasst, in welchem er sehr anspruchvoll den psychodynamischen Kern herausarbeitet – sehr verdienstvoll (in Gänze zu lesen auf man-tau)

    Sex, Geld und Nähe, oder: Was haben Feministinnen eigentlich gegen die Prostitution?

    Zitat (kurzer Auszug):

    Da Frauen in einer feministisch inspirierten Geschlechterpolitik rundweg als Geschädigte einer diffus bleibenden, aber offenbar unerschütterlichen männlichen Dominanz dargestellt werden, ist auch der Ausgleich, der ihnen demnach zustehe, prinzipiell unendlich groß. Es ist schlicht kein Punkt erkennbar, an dem „das Patriarchat“ und seine Nutznießer (prinzipiell alle Männer) für die Sünde ihrer Dominanz genug bezahlt hätten.

    Eben deshalb aber erleben Feministinnen wie Schwarzer die Prostitution wohl als Provokation. Auch hier müssen Männer Frauen dafür finanziell kompensieren, dass sie sich ihnen überhaupt nähern – hier aber ist die Kompensation, so groß sie auch sein mag, prinzipiell begrenzt und Ergebnis von Aushandlungsprozessen, an denen beide Seiten freiwillig beteiligt sind.

    • und weiter heisst es:

      Daher ist denn auch für Schwarzer und andere der Gedanke so unerträglich, dass es Frauen gibt, die sich freiwillig prostituieren – sie sind dann nämlich keine hilflosen Opfer männlicher Dominanz, und wenn der Mann den vereinbarten Preis bezahlt hat, dann hat er auch genug geleistet und ist ihr darüber hinaus nichts weiter schuldig. Eben das akzeptieren die Unterstützer eines Prostitutionsverbots nicht – auch und gerade dann, wenn der Mann bezahlt hat, hat er nicht etwa seine Schuldigkeit getan, sondern muss nach ihren Vorstellungen darüber hinaus dafür bestraft werden, dass er sich als Nutznießer der patriarchalen Dividende eine Frau verfügbar gemacht habe.

    • „auch und gerade dann, wenn der Mann bezahlt hat, hat er nicht etwa seine Schuldigkeit getan, sondern muss nach ihren Vorstellungen darüber hinaus dafür bestraft werden,“

      Erweitert könnte man auch feststellen, dass der Mann (grundsätzlich) schon dadurch schuldig wird, dass er die Frau begehrt

      und damit jedes Begehren (Stichwort: jedes Äußern von Begehren KANN sexuelle Belästigung sein) sanktioniert werden muss

  8. Pingback: Geschlechterrollen: Häufungen wird es immer geben, dies sollte aber keinen Konformitätszwang erzeugen | Alles Evolution

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