Wie hinterfragt man seine Privilegien? II

„Privilegien“ ist ein großes Thema im Feminismus, wo üblicherweise erwartet wird, dass man diese hinterfragt und dann…, ja was dann eigentlich genau passiert bleibt erstaunlich unklar.

Ich hatte dazu schon einiges:

In diesem Artikel zur „Überprüfung der Privilegien“ hatte ich die Aufforderung wie folgt verstanden:

Aus meiner Sicht bedeutet „Prüfe deine Privilegien“

  • Akzeptiere, dass du die von mir erkannten Privilegien hast
  • Wenn du das diese nicht akzeptierst, dann liegt dies daran, dass du das Privileg hast nicht zu sehen wie bevorteilt du bist
  • habe ein schlechtes Gewissen und versuche, die Nachteile anderer, die die Privilegien nicht haben, dadurch zu kompensieren, dass du den Vorteil ausgleichst, den du aufgrund deiner Privilegien hast

In einem Artikel nimmt Nadine Lantzsch zur Frage, wie man seine Privilegien los wird Stellung (allerdings nicht anhand der männlichen Privilegien, sondern bezüglich der Privilegien aufgrund der Hautfarbe, aber man wird das übertragen können) und wendet sich gegen die „Rucksackmetapher

Wenn ich mir Rassismus als ein Ungetüm, als etwas Nicht-Greifbares und Privilegien als einen “unverdienten”, mir “aufgebürdeten” Rucksack vorstelle, verleugne ich meine Handlungs- und Definitionsmacht, die ich als weiße Person in Bezug auf Rassismus immer innehabe. Ich konstruiere mich damit auch ein bisschen als Opfer (Opfer werden häufig als unselbstständige, passive Personen ohne Selbstbestimmung vorgestellt) und verharmlose damit nicht nur die Diskriminierung, die Personen erfahren, die von Rassismus betroffen sind (und mache gleichzeitig deren Agency und Subjektstatus unsichtbar), sondern auch Rassismus selbst. Weil Rassismus nicht alle Menschen als Opfer und handlungsunfähig hervorbringt, sondern unterschiedliche Lebens- und Erfahrungswelten, die mit Diskriminierung und Privilegierung verbunden sind.

Es geht nicht um Schuld, es geht nicht um Sühne, es geht nicht um mein schlechtes Gewissen, es geht nicht um Befreiungshandlungen (hier: wer ist dann mein Referenzrahmen für meine Handlungen? Ich als weiße Person) Es geht nicht um “Mit- oder “Reinfühlen” in rassistische Erfahrungen, in dem ich in gebückter Haltung den Inhalt meines Rucksacks nach und nach entleere und all das “Unverdiente” aus meinen Leben werfe, weil ich mich danach besser, leichter und weniger rassistisch handelnd fühle. Schon gar nicht geht es um meine weißen Gefühle. Oder um meine Vorannahmen, meine Privilegien könnten für Menschen, die sie nicht haben, stets interessant und begehrenswert sein.

Ein Rucksack, den man ablegen kann, das wäre auch viel zu einfach. Das würde Entschuldung ermöglichen und die Privilegierten aus der Schuld entlassen, dass kann nicht sein, in IDPOL gibt es kein entlassen aus der Schuld und allein der Gedanke aus der Schuld entlassen werden zu können, zeigt schon, dass man die Opferposition abwertet.

Statt dessen sieht es wie folgt aus:

Es geht um Verantwortungsübernahme, wenn ich als weiße Person gegen Rassismus kämpfe. Verantwortung übernehmen heißt zum Beispiel: sich aktiv gegen Rassismus zu stellen, wann immer ich ihn wahrnehme. Auf vielfachen Wegen: in Gesprächen mit Freund_innen, in sozialen und_oder familiarisierten Zusammenhängen, am Arbeitsplatz, in der Uni, in der Ausbildung, in öffentlichen Räumen, in Behörden. Verantwortungsübernahme heißt für mich als weiße Person auch, über Privilegien hinaus zu gehen, Lebensrealitäten, die nicht meine sind, wahrzunehmen, anzuerkennen, zuzuhören, wahrzunehmen, Gespräche oder Zusammenarbeit zu suchen (ohne enttäuscht zu sein, wenn sie aus verschiedenen Gründen verwehrt werden, sondern daraus andere Handlungen abzuleiten), Auseinandersetzungen einzufordern, mich nicht nur für Repräsentation, sondern auch für Partizipation einzusetzen (auch wenn es bedeuten kann, dass ich meinen Platz freimachen muss), Räume zu er_öffnen, eigene Wohlfühl- und Komfortzonen zu verlassen oder aufzugeben, mich nicht von Kritik befreien zu wollen, sondern kritikfähig zu bleiben, Widersprüche und Unwohlsein auszuhalten und versuchen, einen produktiven Umgang damit zu finden, statt zu verharren, dazu zu lernen, mich nicht als “fertige_n” Antirassist_in zu begreifen. Nicht einfach nur bestimmte Dinge zu “unterlassen”, sondern aktiv Dinge zu tun. Und noch ganz viele andere Sachen, die in einer Privilegien Check List wie der von Peggy McIntosh niemals vorkommen werden oder ich nicht durch Überlegen oder Austausch mit anderen weißen auf den Schirm bekomme.

Wie gesagt: Man denke sich statt Rasssimus Sexismus und statt Weißen die Männer.

Es ist wieder die Pflicht alles zu tun, was man machen kann, damit man den Sexismus ausbaut, die Handlungspflicht ist vollkommen auf den Mann verlagert. Er muss Verantwortung übernehmen, Partizipation betreiben, das alles uneigennützig, er muss Unwohlsein aushalten und eben aktiv Dinge tun. Genug kann es niemals sein, weil das Patriarchat ja immer fortbesteht.

Die Grundregeln für den männlichen Feministen, die daraus folgen, hatte ich hier schon einmal zitiert:

  1. Männer können nicht mit Anerkennung rechnen, wenn sie sich antisexistisch verhalten – und wenn sie nur erste Schritte in diese Richtung machen, müssen sie weiterhin kritisiert werden für ihr Verhalten.
  2. Wer sich unfrei oder unsicher fühlt, weil er/sie Grenzverletzungen begehen könnte, muss diese Möglichkeit ausräumen und sich nicht über das Gefühl der Unfreiheit und Unsicherheit beklagen.
  3. Männer sollten ihre Erfahrungen mit antisexistischem Verhalten unter Gleichgesinnten produktiv nutzen, anstatt sich darüber zu beklagen.

Meine Stellungnahme damals dazu:

Über weiche Begriffe wie Mackertum oder patriarchalisches Verhalten wird gerade in Verbindung mit der Definitionsmacht eine unerfüllbare Hürde aufgebaut. Wer versucht, sie zu erfüllen, der wird allenfalls erleben, dass der Begriff immer weiter nach unten schraubbar ist. Es wird dann eben so etwas darunter fallen wie die Auffassung aufgrund seines Geschlechts Geschirr nicht abräumen zu müssen (was ich durchaus kritikwürdig finde), aber auch eine breitbeinige Sitzhaltung, wie der Artikel zeigt. Wenn er dann endlich geschlossen sitzt dann kann man ihm vorwerfen, dass er nicht genug lächelt und damit eine innere Abwehrhaltung gegen die Befreiung der Frau und die Abschaffung des Mackertums demonstriert und damit den Frauen Angst vor der Kontrarevolution macht. Lächelt er genug, dann vielleicht nicht ungezwungen genug etc. Es fehlt also ein limitierender Faktor.

Diesen könnte man dadurch hereinbringen, dass man ein Feedbacksystem einführt, nachdem aus dieser Sicht gutes Verhalten angesprochen wird. Das ist aber gerade nicht erwünscht. Vielmehr soll man ihn nicht loben oder positives Feedback geben, denn seine Verbesserungsbemühungen sind selbstverständlich. Hingegen darf weiterhin vollständig kritisiert werden, eben bis hin zur Sitzhaltung oder seiner Art zu sprechen einschließlich der Stimmlage. Er wird also beständig weitere Anforderungen an sein Verhalten gestellt bekommen, dass es immer weiter vom “Mackertum” entfernen. Es ist im auch nicht möglich, selbst ein Feedback einzufordern oder seine Sicht der Dinge darzustellen, denn damit würde er ja den Feminismus in seiner Arbeit behindern. Er muss sich also andere Männer suchen und mit diesen die “Mackertumbekämpfungsspirale” weiter nach unten schrauben. Auf das beste, was er hoffen kann, ist dann das Fehlen der Kritik. Gleichzeitig wird eine sehr harte Eigenkritik verlangt: Wenn Zweifel vorhanden sind, ob etwas nicht doch mackerhaft ist, dann muss er es im Zweifelsfall lassen bzw. ändern. Und was bitte ist nicht mackerhaft in irgendeiner Form, wenn man es nur genug hinterfragt? (…)

Also: Was der profeministsche Mann auch macht, er wird immer weiter im Hamsterrad laufen. Und sich selbst noch dabei antreiben, obwohl er niemals ins Ziel kommen kann.

Das zeigt aus meiner Sicht, wohin das Privilegiensystem führt. Es schafft letztendlich nicht umsetzbare Anforderungen, die in einer Selbstgeißelung enden und bei der man noch nicht einmal etwas dagegen sagen darf. Dabei versucht man ein nichtexistentes System wie das Patriarchat abzuschaffen, ein Kampf der von vorneherein sinnlos ist, weil er auf falschen Theorien beruht.

93 Gedanken zu “Wie hinterfragt man seine Privilegien? II

    • Einige schon. Über das Thema »Darf ich als heterosexuelle weiße Frau meinem heterosexuellen weißen Freund in der Öffentlichkeit einen Kuss geben?« werden herzzerreißende Aufsätze verfasst 😉

    • „Women are the nigger of the world.“

      Und der männliche „Nigger“?

      Schwarzer ergänzt, indem sie (alle) Frauen in der Opfererfahrung mit Juden gleichsetzt. Kein Gedanke daran, dass Juden auch Männer sein könnten. Zumal, wer wurde millionenfach zwecks Ressourcengewinnung/sicherung in den Minen, auf den Schlachtfeldern… verheizt? Frauen.

      Nein, weiße Frauen haben keine Privilegien, sondern auf alle Zeit das „nachsehen“. Wer was anderes behauptet, ist ein reaktionärer ‚Maskutroll‘. Ende im Gelände.

  1. Ich habe in den letzten Jahren der DDR am Beispiel der SED-Ideologie miterlebt, wie die Pose der moralischen Überlegenheit zur Posse wurde. Ende 1989 waren die SED-Bonzen dann endlich der Lächerlichkeit preisgegeben.

    Es gibt viele Parallelen zwischen SED-Ideologie und Genderismus. Die Selbstgeißelung gab es in der DDR in Form der erzwungenen öffentlichen »Selbstkritik«. Die Genderismus-Institute sind würdige Nachfolger der SED-Kaderschmieden. Hier wie dort: unlesbare Pamphlete und moralisch aufgeladene Arroganz.

    Die frappierendste Parallele: Hier wie dort baut sich eine radikale Elite unter dem Vorwand der Herstellung von Gerechtigkeit ein neues Privilegiensystem auf. Es ist rent seeking in Reinkultur, wenn die Gender-Ideologen zuerst die politischen Verhältnisse beeinflussen und dann für ihre krude Ideologie ein leistungsloses Einkommen beziehen.

    Deshalb ist mir die Differenzierung zwischen Feminismus und Genderismus so wichtig. Feminismus ist eine Bewegung für die Stärkung und Verteidigung der Rechte der Frauen – damit Männer und Frauen gleiche Rechte haben und gleiche Verantwortung übernehmen. Genderismus ist ein Elitenprojekt für die Besserstellung einiger weniger Frauen – auf Kosten aller anderen Menschen.

        • Ich nahm ja an, stefanolix spielt auf die Verantwortung an, sich an den allgemeinen feministischen Frauen-Lebensplan zu halten:

          – Studieren, egal was, am besten etwas, was gut vom Staat subventioniert wird, wie Medizin.
          – Die Zwanziger durchvögeln, studieren, Karriere vorantreiben.
          – Ende Zwanzig heiraten.
          – Anfang Dreißig beruflich kürzer treten und Selbstverwirklichung verfolgen.
          – Mitte Dreißig scheiden lassen.

          Danach ist es ein wenig offen. Es ist erlaubt, noch einmal zu heiraten, aber ein zweites Mal Scheidung passiert nur Loserinnen.

          Pluspunkte gibt es jedenfalls, wenn der Exmann, Staat oder neue Mann mindestens die Hälfte der Finanzierung übernimmt.

          Das ist kein einfaches Programm. Es braucht schon ein gewisses Verantwortungsgefühl und Einsatzbereitschaft auf Seiten der Frau, das durchzuziehen, im Namen der guten Sache.

    • @ stefanolix

      „Feminismus ist eine Bewegung für die Stärkung und Verteidigung der Rechte der Frauen – damit Männer und Frauen gleiche Rechte haben und gleiche Verantwortung übernehmen.“

      Genau das Gegenteil ist der Fall! Mehr Rechte
      mehr und mehr Wahlmöglichkeiten, gleichzeitig
      mehr Schutz vor den Folgen von persönlichen
      Fehlentscheidungen und Fehlverhalten.
      Ob das nun im Bereich Reproduktion ist,
      vervögelt sich mit den falschen Männern,
      ob in der Berufswahl.
      Für Schlechte Resultate ist Alles nur nicht
      die Frau selber verantwortlich.

      Dabei ist das meiste im Feminismus mittlerweile
      so offensichtlich wie die Zellulitis am Oberschenkel
      der Andrea Dworkin.

  2. Das ist der übliche Mist, den Lantzsch immer von sich gibt.

    „Verantwortung übernehmen heißt zum Beispiel: sich aktiv gegen Rassismus zu stellen, wann immer ich ihn wahrnehme.“

    Natürlich, deshalb muss auch das Zigeunerschnitzel verboten werden oder der Negerkuss. Wenn muslimische Familien ihre Tochter umbringen, weil diese eine Beziehung zu einem Deutschen hat, ist das natürlich nicht rassistisch.

    Ich und meine Wahrnehmung sind der Maßstab für alles, was in der Welt so geschieht, und die anderen sollen das gefälligst anerkennen.

  3. Sehr schön dazu passt dieser Text:

    http://konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/das-gelebte-nichts.html

    „Daß in der vernunftverhafteten Normsprache ein Privileg einen illegitimen Vorteil bezeichnet, der einer dadurch über eine Mehrheit sich erhebenden Minderheit zukommt, und daß es bei dem wichtigtuerisch so genannten »Hinterfragen von Privilegien«, das die Queer-Community betreibt, im Gegenteil darum geht, von einer Mehrheit gepflegte Verhaltensweisen im Namen von Sonderrechten zu sanktionieren, also für das eigene, zum lebensnotwendigen Identitätsmerkmal hypostasierte Minderheitendasein Privilegien zu schaffen, um der »heteronormativen« Mehrheit im Namen minoritärer Empfindlichkeiten allerlei Verhaltensmaßregeln aufzwingen zu dürfen– das sind fast schon Petitessen“

      • „Der “Konkret”-Artikel zur Kritik an Critical Hetness/Knutschverbot/Privilegienreflektionen ist in der Tat sehr lesenswert.“

        Wäre er, wenn man ihn denn lesen könnte, ohne einen Gehirnkrampf zu kriegen. Ich denke, nach hunderten Jahren Einsatz der Linken für die unterdrückten Klassen, sollten sie gelernt haben, Texte zu schreiben, die auch jemand ohne Hochschulstudium versteht.

      • M.E. sehr sprachschön auf den Punkt gebracht

        Zitat:

        Daß in der vernunftverhafteten Normsprache ein Privileg einen illegitimen Vorteil bezeichnet, der einer dadurch über eine Mehrheit sich erhebenden Minderheit zukommt, und daß es bei dem wichtigtuerisch so genannten »Hinterfragen von Privilegien«, das die Queer-Community betreibt, im Gegenteil darum geht, von einer Mehrheit gepflegte Verhaltensweisen im Namen von Sonderrechten zu sanktionieren, also für das eigene, zum lebensnotwendigen Identitätsmerkmal hypostasierte Minderheitendasein Privilegien zu schaffen, um der »heteronormativen« Mehrheit im Namen minoritärer Empfindlichkeiten allerlei Verhaltensmaßregeln aufzwingen zu dürfen– das sind fast schon Petitessen angesichts der Mischung aus Idiotie und Dreistigkeit, mit der sich geschlechterpolitisch progressiv dünkende Menschen ihr neuerwachtes Verständnis für die Sexualfeindlichkeit der Großelterngeneration bekunden

        • ich sehe gerade El Mocho hat genau diese Stelle schon zitiert, beschreibt trotzdem sehr genau, worum es in der „politischen “ Auseinandersetzung geht

  4. Nadine Lantzsch ist so herrlich bescheuert, das Lesezeichen für ihren Blog ist bei mir im selben Unterordner wie Titanic und Postillon.

    Männer können nicht mit Anerkennung rechnen, wenn sie sich antisexistisch verhalten – und wenn sie nur erste Schritte in diese Richtung machen, müssen sie weiterhin kritisiert werden für ihr Verhalten.

    🙂

    Es gibt doch kaum etwas lustigeres als gemobbte Profeministen, die sich vor ihren Herrinnen für ihren Privilegienpenis schämen müssen.

    • @David

      „Nadine Lantzsch ist so herrlich bescheuert, das Lesezeichen für ihren Blog ist bei mir im selben Unterordner wie Titanic und Postillon.“

      Das Problem dabei ist, dass sie 100% auf der (radikalen?) genderfeministischen Linie liegt, insoweit also nur konsequente Artikel schreibt, aus Sicht von Leuten, die diese Theorien vertreten.

      Das diese Theorien trotz ihrer Bescheuertheit einen so großen Einfluss in der Geschlechterdebatte erreichen konnten, ist erschreckend

          • Viele Unterschiede sind im ersten Anlauf unwichtig. Wichtiger ist es, den Überblick zu behalten.

            Du siehst die Auseinandersetzung mit der feministischen Praxis immer noch als wissenschaftliche Aufgabe – was sie aber nicht ist.

          • @elmar

            „Viele Unterschiede sind im ersten Anlauf unwichtig. Wichtiger ist es, den Überblick zu behalten.“

            Ich halte in dem Bereich wenig von zu starken Verallgemeinerungen. Sie führen üblicherweise zu falschen Ergebnissen und machen einen angreifbar.

            „Du siehst die Auseinandersetzung mit der feministischen Praxis immer noch als wissenschaftliche Aufgabe – was sie aber nicht ist.“

            Natürlich ist sie das. Aufgrund ihres Einflusses reicht es nicht, sie einfach abzutun, man muss schon darlegen, warum sie falsch ist und was für die eigene Meinung spricht. Sonst überzeugt man die Leute nicht

          • Poltik ist keine Sache der Überzeugung: Die meisten Leute in der Öffentlichkeit spektive Politik machen in der feministischen Praxis mit, einfach weil sie keine Ahnung haben, wie sie dich dagegen wehren sollen.

            Ich werde bestimmt nicht deine Fehler machen.

          • @elmar

            „Poltik ist keine Sache der Überzeugung: Die meisten Leute in der Öffentlichkeit spektive Politik machen in der feministischen Praxis mit, einfach weil sie keine Ahnung haben, wie sie dich dagegen wehren sollen.“

            die meisten Leute wissen auch schlicht nicht, was sie dagegen sagen sollen. Deswegen ist die Sprache ja so geschwollen, so sieht man nicht, dass der Kaiser nackt ist. Aufklärung erlaubt aus meiner Sicht immer einen aktiveren Widerstand gegen Gedanken. Die Leute fühlen sich sicherer, haben etwas dagegen in der Hand, es raubt Autorität.

            „Ich werde bestimmt nicht deine Fehler machen.“

            Fehler ist ja ein großes Wort. Du hältst es für einen Fehler aufzuklären? Momentan scheinst du mir auf die Frage, was denn nun falsch ist, allenfalls schweigen zu können oder sehr abstrakte Gründe vorbringen zu können. Das wirkt aus meiner Sicht nicht rund. Wenn man gegen Fanatiker vorgeht, dann sollte man eine bessere Begründung parat haben als “ ihre Meinung ist halt falsch, das ist so, ich habe noch keine Ahnung wie es tatsächlich ist, aber ihre ist falsch“. Das wirkt sehr unsouverän.

            Ich habe jedenfalls noch nicht verstanden, was du eigentlich vertrittst außer einem Antigenderfeminismus. Bisher scheinst du mir sehr viele Punkte auszublenden.

          • Aufklärung ist immer eine tolle Sache, aber man muß auch nicht jedes Detail ernst nehmen. Erinnere dich nur mal an die ganzen sog. juristischen Theorien zur Abgrenzung von Versuch und Vollendung. Wer die BGH-Entscheidungen wirklich ließt, der merkt, daß dem BGH schlicht das Strafmaß nicht gepaßt hat, aber die Dogmatik hat daraus einen Riesenaufriß gemacht.

            So sehe ich das mit vielen Variationen einzelner feministischer Behauptungen: Was gesagt wird – und an dieser Stelle breche ich natürlich mit der üblichen Tradition – ist im Feminismus weniger wichtig. Wie begründet wird – darauf sollten wir uns konzentrieren, das läßt einen den Überblick behalten.

            „Momentan scheinst du mir auf die Frage, was denn nun falsch ist, allenfalls schweigen zu können oder sehr abstrakte Gründe vorbringen zu können. Das wirkt aus meiner Sicht nicht rund. “

            Stimmt soweit. Ich bin noch am überlegen und halte mich zurück, weil neue Halbwahrheiten nun wirklich nicht gebraucht werden.

            „Wenn man gegen Fanatiker vorgeht, dann sollte man eine bessere Begründung parat haben als ”

            Selbstverständlich. Leider kenne ich einfach niemanden, wo man solche Begründungen nachschlagen könnte. 😉

            „Das wirkt sehr unsouverän.“

            Das ist nun wirklich das Letzte, was mir Sorgen macht.

            „Ich habe jedenfalls noch nicht verstanden, was du eigentlich vertrittst außer einem Antigenderfeminismus.“

            Warum? Wenn es konkret wird, argumentiere ich schon, und warum ich mich auf eine bestimmte Position festlegen lassen soll, weiß ich nicht.

            „Bisher scheinst du mir sehr viele Punkte auszublenden.“

            Ja, das Bio/Evo-Zeugs ist Quatsch. Irgendwann schreib ich das noch mal auf. Ist genauso ein Kampf gegen Irrtümer wie gegen Feministen. Und solange ich dazu noch nicht gekommen bist, bist du doch fein raus, oder? 🙂

          • @elmar

            „Erinnere dich nur mal an die ganzen sog. juristischen Theorien zur Abgrenzung von Versuch und Vollendung. Wer die BGH-Entscheidungen wirklich ließt, der merkt, daß dem BGH schlicht das Strafmaß nicht gepaßt hat, aber die Dogmatik hat daraus einen Riesenaufriß gemacht.“

            Eigentlich ist das das klassische Wechselspiel subjektive Theorie – objektive Theorie – vermittelnde Theorie. Soweit nichts neues. Das der BGH da was anders sieht hat die Literatur noch nie gestört, die Theorien werden ja auch anhand des Gesetzeswortlauts etc gebildet und im juristischen gibt es in der Regel das obige Dreigespann zu nahezu allen Problembereichen in dieser oder einer anderen Form.

            „Leider kenne ich einfach niemanden, wo man solche Begründungen nachschlagen könnte“

            Ich habe hier Bücherempfehlungen

            https://allesevolution.wordpress.com/2012/05/23/bucherempfehlungen-zur-biologie-der-geschlechter/

            „Ja, das Bio/Evo-Zeugs ist Quatsch. Irgendwann schreib ich das noch mal auf“

            Das kommt dann von dir üblicherweise. Wenn dir das so klar ist (leuten wie Dawkins oder geary aber nicht) dann sollte es doch einfach sein, die Argumente zu nennen. Meiner Meinung nach bleibst du schlicht zu abstrakt und machst auch hier den Fehler zu stark zu vereinfachen.

            Lies dir doch einfach mal David Geary, Male Female oder The Mating Mind durch. Vielleicht sind die Gedanken dort logischer als du meinst.

          • „Das kommt dann von dir üblicherweise.“

            Genau.

            „Wenn dir das so klar ist (leuten wie Dawkins oder geary aber nicht)“

            Na ja … auch Philosophen vertreten nicht einfach das, wofür es grade die besten Argumente gibt. Häufig geht es einfach nur darum, bestimmte Punkte auszukitzeln und dafür eigenen sich scharfe Thesen nun mal am besten. Judth Butler hat das genauso gemacht.

            „Meiner Meinung nach bleibst du schlicht zu abstrakt und machst auch hier den Fehler zu stark zu vereinfachen.“

            Yes, I know – the burden of proof is on me. 🙂

            „Lies dir doch einfach mal David Geary, Male Female oder The Mating Mind durch. Vielleicht sind die Gedanken dort logischer als du meinst.“

            Yes, Sir – ich werde brav sein und lesen. 🙂

          • @elmar

            „Yes, Sir – ich werde brav sein und lesen“

            Würde mich freuen. Wenn du nur ein Buch lesen willst, dann lies Geary oder – wenn du es eher hormonell als evolutionsbiologisch willst – Brainsex, ich würde sie in der angegebenen Reihenfolge empfehlen, da versteht man sie glaube ich am besten.

            Wir machen aus dir schon noch einen guten Biologisten 😉

        • @elmar

          “Du siehst die Auseinandersetzung mit der feministischen Praxis immer noch als wissenschaftliche Aufgabe – was sie aber nicht ist.”

          Natürlich ist sie das auch, was teilweise nicht unanspruchsvoll ist.
          Man muß eine Position ja kennen,um Gegenargumente aufzustellen. Dieses gilt grundsätzlich und immer (jedenfalls solange man wissenschaftstheoretisch zu argumentieren bereit ist). Es ist ja zunächst eine Forderung im Rahmen des (klassischen) Rechtfertigungsmodells von Wissenschaft nach der Vorstellung:
          z.B. WT1: Wissenschaftliche Erkenntnis stellt nicht nur Tatsachen fest, sondern forscht vor allem nach den Ursachen feststellbarer Tatsachen
          usw.usw., ganz klassisch eben

          Problem ist hierbei natürlich, das der Feminismus die Rationalität als intersubjektive Argumentationsgrundlage, besser vielleicht Austauschgrundlage nicht anerkannt, versucht das Emotionale als spezifisch weiblichen Zugang zur Welterkenntnis zu betonen

          Aber auch hier steht er dann in einer bestimmten Tradition , spricht dann aus einer Position des Irrationalismus, betont das „Andere der Vernunft“, betont das Unvernünftige, wobei dann noch mal zu unterscheiden wäre zwischen einer Position des Vernunftlosen (Arationalen) und dem Vernunftfeindlichen (Antirationalem) , unterschiedliche Positionen, die ja schon in der Philosophiegeschichte auffindbar sind .

          Unabhängig davon existiert natürlich eine politische Ebene, eine Machtebene, aber das ist ein anderes Problem

          • @Step II

            „Natürlich ist sie das auch, was teilweise nicht unanspruchsvoll ist.“

            Du meinst die feministische Theorie? Konstruktivismus, soziale Dynamik, Gerechtigkeit etc.? Ja, da hast du recht und Leszek ist imho der Einzige hier, der das ernst nimmt. Aber feministische Praxis – das sind die blogs, Piraten und Netzfeministen … diese Leute kennen feministische Theorie gar nicht und lesen nur mal so rum, was in der linken Sphäre populär ist. Mit denen ist die Auseinandersetzung ein rein politisches Problem – sich durchzusetzen reicht da volllkommen aus, Recht haben ist Luxus.

            „Man muß eine Position ja kennen,um Gegenargumente aufzustellen.“

            Normalerweise: Bei Feminismus würde ich zu einer Auseinandersetzung den Begründungstypen raten – es gibt zuviel wild aus inkongruenten These zusammengewürfelte Feminismen, die nicht alle wirklich einen neuen Punkt machen.

            „Dieses gilt grundsätzlich und immer (jedenfalls solange man wissenschaftstheoretisch zu argumentieren bereit ist).“

            Stimmt.

            „WT1: Wissenschaftliche Erkenntnis stellt nicht nur Tatsachen fest, sondern forscht vor allem nach den Ursachen feststellbarer Tatsachen
            usw.usw., ganz klassisch eben“

            Stimmt.

            „Unabhängig davon existiert natürlich eine politische Ebene, eine Machtebene, aber das ist ein anderes Problem“

            Ich glaube eher, Christian finde mich unmännlich, weil ich kein Kerl bin, der für eine bestimme Meinung zu Feminismus einsteht. Dabei ist das sonst eher weniger meine Art. 😉 Vielleicht möchte er auch nur, daß ich mal auf seinem blog Ruhe gebe, bis ich was Neues und Interessantes hab – das kann ich gut verstehen. 😉

          • @elmar

            „das sind die blogs, Piraten und Netzfeministen … diese Leute kennen feministische Theorie gar nicht und lesen nur mal so rum, was in der linken Sphäre populär ist“

            Das halte ich für viele Netzfeministinnen für schlicht falsch. Sie kennen die Theorien durchaus. Sie geben sie in ihren Artikeln ja auch wieder bzw. wenden sie an

        • @christian

          „Sie kennen die Theorien durchaus. Sie geben sie in ihren Artikeln ja auch wieder bzw. wenden sie an“

          Genau deshalb halte ich eine Klassifikation für sinnvoll

        • @ Christian

          *Das halte ich für viele Netzfeministinnen für schlicht falsch. Sie kennen die Theorien durchaus. Sie geben sie in ihren Artikeln ja auch wieder bzw. wenden sie an*

          Theorien?

          Das sind Behauptungen, nichts weiter.

          Auch der Lantzsch-Text hier ist nichts weiter als ein Bauchladen voller Behauptungen, subjektiver Behauptungen.

          Wo ist die empirische Unterfütterung für diese Behauptungen?

          Solange ich die nicht sehe, genügt es, die BEhauptungen mit Gegenbehauptungen zu konterkairieren.

          Das lohnt die Mühe nicht, das ist Stuss, nichts weiter, elaborierter Stuss, der sich hinter einem Gelehrtenargot verbirgt, um schlichte Gemüter in Ehrfurcht vor so viel breitbeiniger „Gelehrsamkeit“ erstarren zu lassen. Die sind das Gegenstück zum Goldmachertum der Alchemistenära, „wissenschaftlicher“ Cagliostrismus ist das, nur dass es möglich ist, dass Frau Lantzsch reinen Herzens und schwachen Verstandes ihr Geschreibsel für erkenntnistief hält und tatsächlich daran glaubt.

          Da war ein Cagliostro klüger.

        • @hristian

          zunächst einmal eine Kategorisierung bezügl. Geschlecht
          (a. bzgl. Existenz/Vorhandensein, b. Bzgl. Unterschiede im Fall des Vorhandenseins)

          1. Genderismus vs Feminismus (es gibt kein bzw .ein biologisches Geschlecht)

          2. Gleichheits vs. Differenzfeminismus (als grobe Unterteilung Feminismus)

          m.E. müßten alle Strömungen unter Geschlechtaspekten hier subsumierbar sei ??

          Es ist ein wenig extemporiert.
          M. E. wäre die erste Frage die nach der Existenz der Kategorie Geschlecht.Gibt es überhaupt so etwas wie Geschlecht (unabhängig vo einer essentialistischen/nicht essentialistischen Betrachtungsweise)

          Komm ich zu einem positiven Ergebnis, d.h. ich bejahe das Vorhandensein dieser Kategorie, wäre die nächste Frage: Ist es biologisch, ist es eine reine soziale Konstruktion oder eine Mischung aus Beidem
          Außerdem: Wenn es so etwas wie Geschlecht gibt, ist das Männliche und WEiblice gleich oder unterschiedlich usw.

          zunächst also ganz grundsätzlich überlegt. Es braucht ja ein gemeinsames „Gerüst“

      • @christian, @elmar

        „Stattdessen ist es nützlich, eine für Genderfeminismus repräsentative Person zu kennen.“

        Das sehe ich genauso. Es ist wichtig, für eine eigene Theoriebildung die jeweiligen feministischen /genderistischen Positionen, die ja oftmals als moving target daherkommen, möglichst klar zu klassifizieren, einzuordnen.

        Es wäre auch schön, wenn dieser Blog diese Klassifikation noch ein wenig stärker optimieren könnte

      • ich frage mich ja auch, ob der mediale Sturm, den diese Leute zu entfachen versuchen, wenn ihnen etwa eine Werbung für Weiße Schokolade nicht passt, echte Auswirkungen auf die Gesellschaft hat? Die meisten Menschen, denen ich so im Alltag begegne, sind jedenfalls klar genug im Kopf, um diesen ganzen Unsinn nicht ernst zu nehmen. Das gilt übrigens grade auch für die Farbigen, die ich kenne. Die haben für Leute wie Lantzsch, die sich ungebeten als ihre Verteidiger aufspielen und sie gleichzeitig für die eigene politische Agenda vereinnahmen, nur Verachtung über.

        Andererseits haben diese Leute ja z.B. über die Parteien und deren Stiftungen (Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen usw.) nicht unerheblichen Zugriff auf finanzielle Mittel und auch ein großes Medienecho, was ich auch bedenklich finde.

        Z.B. hier: http://andersdeutsch.blogger.de/stories/2329278/

        Due gute Urmila gibt ein Genderseminar an der Universität in Olomouc/ Tschechische Republik: „Einigen merke ich an bzw. sie sagen es explizit, dass sie die Fragestellungen der Gender Studies faszinierend und eine Horizonterweiterung finden, auch wenn sie vieles noch nicht verstehen können.

        Andere äußern Widerstände ganz offen. Das In-Frage-Stellen von Normen stellt sie offensichtlich in Frage. Sie befürchten, dass Feminist_innen ihnen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben (nicht auf die Kinder aufpassen, arbeiten müssen, lesbisch werden oder so ähnlich). Trotz ihrer Ängste hören sie aber meinen Ausführungen zu und versuchen dem zu folgen.

        Und für mich als Lehrende ist das natürlich auch eine ziemliche Herausforderung. Wie weit kann ich ihnen komplexe Theorien zumuten, wenn alles für sie neu ist.“

        Da werden offenbar die tschechischen Studenten massiv indoktriniert. Hoffentlich lassen sie sich vom Genderjargon nicht blenden.

        Wer finanziert sowas? Vielleicht die EU?

        • @EM

          „ich frage mich ja auch, ob der mediale Sturm, den diese Leute zu entfachen versuchen, wenn ihnen etwa eine Werbung für Weiße Schokolade nicht passt, echte Auswirkungen auf die Gesellschaft hat?“

          Mir ging es weiter oben ja auch eher um eine Theoriebildung, d.h. um einen Versuch, den Feminismus/Genderismus zunächst weiter zu klassifizieren, hierbei die Positionen der Strömung darzustellen, um anschl. auch Gegenpositionen formulieren zu können

          Auf politischer Ebene ist es natürlich schwieriger, weil die Medien ständig hin- und herspringen , oftmals wenig argumentativ, ständig auf der Suche nach einer neuen aufspürungsbedürftigen (geschlechtsspezifischen) Diskriminierung, hierbei kontrafaktisch zur Skandalisierung und Hysterisierung jederzeit bereit, natürlich im vermeintlichen Namen einer ubiquitären Aufklärung

          Der Einfluss auf den „normalen“ Bürger ist bestimmt nicht 1:1, aber steter Tropfen höhlt den Stein, bewirkt eine unterschwellige Gehirnwäsche

        • Es geht auch darum, diffuse Ängste und Schuldgefühle aufrecht zu erhalten. Denn vor diesem Hintergrund kann die Finanzierung der eigenen Posten gesichert, können die eigenen Forderungen leichter durchgepeitscht werden.

          Inwiefern das den „normalen“ Bürger tangiert, ist dabei nicht erheblich. Genderfeminismus ist eine Top-Down-Veranstaltung.

        • Es geht auch darum, diffuse Ängste und Schuldgefühle aufrecht zu erhalten. Denn vor diesem Hintergrund kann die Finanzierung der eigenen Posten gesichert, können die eigenen Forderungen leichter durchgepeitscht werden.

          Ja. Alleine unsrere „Experten“ können uns den Weg aus diesem von ihnen erst geschaffenem Dilemma weisen.

          Dazu muss man natürlich immer wieder noch eins draufsetzen: Nun soll es nicht mehr genügen, sich seiner „Privilegien“ gewahr zu werden, aktive „Verantwortungsübernahme“ (für das ganze Kollektiv, natürlich) ist gefragt. Dabei legen ausgesuchte Mitglieder des unterdrückten Kollektives die Maßstäbe fest. „Die Gnade Gottes ist weder willkürlich noch beschreibbar“, man kann nicht etwa Punkte sammeln um sich für sein Weißsein zu rechtfertigen.

          Zitat Lantzsch: „Die häufig verwendeten Be_Deutungen des Privilegien-Begriffs implizieren, dass ich mich als weiße Person durch bestimmte Handlungen von Rassismus befreien kann.“

          Erlösung erfolgt eben alleine durch Gnade

          Indem Frau Lantzsch sich (scheinbar?) diesen Maßstäben gegenüber PoC unterwirft, meint sie offenbar, selbst als Mitglied einer „oppressed group“ einen Anspruch auf einen solchen Status zu erwerben.

          Sie spricht von Schwarzen und meint wohl eher sich selbst. Ihr gegenüber „Privilegierte“ sollen sich so verhalten, wie sie sich (vermeintlich) zu denen verhält, die sie als ihr gegenüber „unterprivilegiert“ erachtet: Sie sollen „Verantwortung übernehmen“ und „Handeln“, aber bitte so, wie Frau Lantzsch sich das vorstellt. Nicht, dass sie auf die Idee kommen nach intersubjektiv gültigen Kriterien für das „verantwortungsübernehmende Handeln“ zu fragen, das wäre doch der „Rotz der Aufklärung“ nach dem Rassisten Kant.

          Das ist nichts geringeres als ein absoluter Aspruch auf Willkür aka Allmacht. Was wohl zu erwarten ist, wenn man den „Rotz der Aufklärung“ ablehnt.

          Inwiefern das den “normalen” Bürger tangiert, ist dabei nicht erheblich. Genderfeminismus ist eine Top-Down-Veranstaltung.

          So ist es.

    • „Es gibt doch kaum etwas lustigeres als gemobbte Profeministen, die sich vor ihren Herrinnen für ihren Privilegienpenis schämen müssen.“

      Stimmt schon, aber hier bekommen sie die Demütigung kostenlos; bei ner Profesionellen müssten sie ja 300€/h abdrücken oder so…

      • @prüfenderSchrittgriff
        Sorry, hatte deinen Beitrag erst gelesen, nachdem ich meinen abschickte.

        „Es ist alles schon gesagt – nur noch nicht von jedem“.

    • @david
      „Es gibt doch kaum etwas lustigeres als gemobbte Profeministen, die sich vor ihren Herrinnen für ihren Privilegienpenis schämen müssen.“

      Ich war immer schon der Meinung, dass es für die lila Pudel zielführender wäre, wenn sie sich eine gute Domina suchen. Da gibt es dann ab und an eins auf den bösen Privilegienpenis – und man kann wenigstens noch sexuellen Lustgewinn aus seinen privaten (und persönlich-biografisch sicherlich erklärbaren) Obsessionen ziehen.

      Und der öffentliche Diskussionsraum wäre weniger kontaminiert.

      (Kostet allerdings Geld. Wahrscheinlich der Grund, warum die das nicht machen …)

      • @ virtual-cd

        *(Kostet allerdings Geld. Wahrscheinlich der Grund, warum die das nicht machen …)*

        Typisches Männerverhalten der Male Allies.

        Sie beuten Frauen aus.

        Nehmen kostenlos eine Dienstleistung in Anspruch, für die sie von Gott und Rechts wegen zahlen müssten.

        Kein Wunder, dass das Pay-Gap so groß ist.

  5. @ Christian

    *Es ist wieder die Pflicht alles zu tun, was man machen kann, damit man den Sexismus ausbaut, die Handlungspflicht ist vollkommen auf den Mann verlagert. Er muss Verantwortung übernehmen, Partizipation betreiben, das alles uneigennützig, er muss Unwohlsein aushalten und eben aktiv Dinge tun. Genug kann es niemals sein, weil das Patriarchat ja immer fortbesteht.*

    Wann soll der (weiße heterosexuelle) Mann denn da die Zeit und die Motivation hernehmen, den Hartz-IV-Aktivismus der Aktivistin Lantzsch (sie lebt doch von Hartz-IV?) zu finanzieren?

    Denn sie lebt ja im Wesentlichen von weißen heterosexuellen Männern, wenn sie von Hartz-IV lebt.

    Ist ihr dieses Privileg bewusst?

      • @ Christian

        Ja, auf ihrem Blog, ich meine, Du hast ihr Klagelied sogar verlinkt, ist allerdings schon 1/2 -1 Jahr her.

        Vielleicht hat sie ja nun eine Aktivist.I.nnenstelle in der Agitprop-Industrie gefunden, die aber wahrscheinlich auch der Steuerzahler zumindest subventioniert, wenn nicht zur Gänze finanziert (Parteistiftungen, die ja keine Stiftungen sind).

        Wer zahlt denn freiwillig für solche Ergüsse?

        • Nadine Lantzsch, Zitat:

          *Ich hab im Arbeitsamt gesessen und mir wurde der Hintern gepudert, weil ich Arbeitslosengeld I beantragt habe und nicht Hartz IV. Später, als ich Hartz IV beantragen musste, war nichts mehr mit Pudern, sondern eher mit Einschränkung meiner Bewegungsfreiheit und Behandeltwerden wie ein kleines Kind. Aufgrund meiner guten Ausbildung und Erfahrungen ließ mich das Amt zum Glück in Ruhe und wurde erst munter, als ich mich wieder abmeldete. Jobvermittlung können sie mit einer Akademikerin kaum leisten, ich bekam in 12 Monaten kein einziges Angebot. Ich erwartete es auch nicht. Ich nutzte die Zeit, um mir selbst Alternativen zu suchen. Heute gebe ich also Workshops und halte Vorträge, muss oft hinnehmen, dass Expert_innenwissen im geisteswissenschaftlichen, politischen und sozialen Bereich selten als solches anerkannt und honoriert wird. Das macht mich dann sauer, nicht wegen mir unbedingt, sondern weil es sich diese Organisationen eigentlich leisten könnten, ein kleines Vermögen für dich auszugeben, weil sie sich selbst nicht im Stande sehen, sich das, was du ihnen erzählst, selbst anzueignen und mit weiten leeren Augen in dein Gesicht blicken, während du dir vorne einen abmühst. Um dir dann später Klassismus vorzuwerfen, weil du Widerstandsvokabular benutzt, dass du in widerständigen Wissensproduktionen an der Uni und zu Hause angelesen hast und weiter benutzen willst, weil du an Wissentransfer in diesem Bereich hochgradig interessiert bist. Es macht mich auch sauer, weil sie da sitzen, keine Verständnisfragen stellen und sich stattdessen drüber beschweren, dass Feminismus so kompliziert sei. Menschen, die mir ähnlich sind. Studierte junge Menschen, vielleicht auch aus studierten Elternhäusern, völlig vollgepumpt mit neoliberalem Sprech von Leistung und Anerkennung, die buckeln nach oben und treten nach unten. Ideale von Gleichheit feiern und Politik für „den Bauarbeiter“ oder „die Kindergärtnerin“ machen wollen. Menschen, mit denen sie nie zu tun hatten oder haben werden. Studierte, die mir Klassismus vorwerfen oder nach Low-Version-Feminismus suchen, der sich innerhalb ihrer kleinen Bubble gut vermarkten lässt. Geschlechterdemokratie oder wie das heißt. Die Arbeit lieben, Leistungsdruck lieben und sich keine Gedanken machen müssen um Heterosexismus auf der Arbeit, weil sie bei jedem schlechten Witz mitlachen, weil sie wissen, dass es nicht so gemeint ist.*

          Quelle

          http://medienelite.de/wo-ist-eigentlich-dieser-elfenbeinturm-und-in-welchem-zimmer-wohne-ich/

          Akademikerin, Expert.I.nnenwissen – dass ich nicht lachen.

          Expert.I.n für mental-genitale Obstipationen und Sprachrülpser.

          Dafür soll mann dann auch noch zahlen.

          Es macht mich wütend, mir von solchen Leuten meine „Privilegien“ vorhalten zu lassen, die alles bestreiten außer ihren Lebensunterhalt mit SINNVOLLER Arbeit.

      • http://www.nadine-lantzsch.de/about/

        „Masterstudium in Gender & Diversity Kompetenz (…), das sie im Dezember 2011 erfolgreich abgeschlossen hat.“
        „ist Nadine vor allen Dingen im Netz politisch aktiv, hält Vorträge und gibt Workshops zu verschiedenen Themen.“
        „Nebenbei spielt sie Bass in der feministischen Punkband Respect My Fist.“
        „Zurzeit arbeitet Sie mit Kathrin Ganz und Magda Albrecht an einem Buch zu queer_feministischem Aktivismus im Netz.“

        Das einzige, wovon man leben könnte, wären die Vorträge, wenn ihre Verbindungen zum Staatsfeminismus gut genug sind. Ansonsten ist HartzIV eine erklärete Möglichkeit.

        • Meines Wissens sind die meisten Instrumentenbauer Männer

          Offenbar dürfen Frauen bei Fender die Elektrik montieren, iss ja nicht so staubig:

          Man müsste Frau Lantzsch mal für einen Monat die Arbeit der Privilegienpenisse in der Lackiererei machen lassen.

  6. http://judgybitch.com/2013/09/17/what-would-happen-if-no-men-showed-up-for-work-today/

    Ich verweise auf den letzten Abschnitt:
    „You will often hear feminists barking on about male privilege, usually in a well-lit room, comfortably warm, with her iPhone close at hand, buzzing with updates from her latest #mensuck Twitter feed, with zero awareness that every single one of those luxuries is provided by men.“

    “ Male privilege is the idea that men have unearned social, economic, and political advantages or rights that are granted to them solely on the basis of their sex, and which are usually denied to women.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Male_privilege

    „Unearned.

    UNEARNED?!?

    The Department of Labor says otherwise, bitch. It is women who have failed to earn their privileges. We live in a world powered and created and maintained by men, and yet feminists have created a whole philosophy and ideology that insists women and men are equal.“

  7. Ja liebe Frauen, hinterfragt doch mal eure Privilegien!

    Schaut mal in ärmere Länder, oder in unsere Parallelgesellschaft mit Migrationshintergrund, wie privilegiert ihr hier im Vergleich seid.

    Oft würdet ihr die Privilegierung der Frauen dort gegenüber den Männern dort als Katastrophe oder finsteres Mittelalter bezeichnen.

    Ich kann euch auch sagen warum ihr hier „privilegierter“ seid: Die Männer haben es euch ermöglicht in dem sie den Wohlstand also das Geld dafür erarbeitet haben, Technologie, Wissenschaft und Kultur geschaffen haben, das wart ihr nicht selbst, seid es leider immer noch nicht, werdet es wohl nie sein.

  8. Privilegientheorie a lässt Lantzschi zu kontern ist nicht besonders schwer, wenn man dich denn auf das Spiel einlässt. Wie könnte Lantzschi bspw. besser ihren Antirassismus unter Beweis stellen, als in ihrer Eigenschaft als Weisse einfach mal ihren weissen Mund zu halten, und ihre weissen Finger nicht dazu zu benutzen, ihre weissen Gedanken zu Papier zu bringen?

  9. „“Privilegien” ist ein großes Thema im Feminismus, wo üblicherweise erwartet wird, dass man diese hinterfragt und dann…, ja was dann eigentlich genau passiert bleibt erstaunlich unklar.

    Ich hatte dazu schon einiges:“

    Oh ja. Unter Anderem mal einen Beitrag
    https://allesevolution.wordpress.com/2010/09/06/mannliche-privilegien-weibliche-privilegien-und-wohlwollender-sexismus/
    mit folgender Einleitung:

    „Einer der Punkte, die ich bei vielen Feministen männerfeindlich finde ist die Weigerung weibliche Privilegien anzuerkennen.“

    Mit der Umkehrung, dass mensch es latent frauenfeindlich finden könne, männliche Privilegien anzuerkennen, tatst Du Dich aber wohl schon damals erheblich schwerer.

    Wie issn das jetzt, wenn Du Dir den Thread so insgesamt anguckst?
    Wieviele misogyne Aussagen würdest Du zählen?

    • @muttersheera

      Ich finde das komplette Privilegiensystem falsch. Die Theorien sind nicht geeignet die Geschlechterverhältnisse zu beschreiben. Wenn man sie aber anwendet, dann muss man sie aus meiner Sicht konsequent auf beide Geschlechter anwenden und darf nicht einfach die Augen vor den Privilegien der Frauen verschließen.

      • @ Christian

        Erwartest Du z. B., dass Frauen anerkennen, dass sie im Schnitt gegenüber dem durchschnittlichen, weißen, heterosexuellen Mann priviligiert seien, definitiv sobald sie „nur Sex“ suchten/eine Kurzzeitstrategie fahren wollten?

        Und wenn:
        Was wäre das Anderes als die Forderung einer Anerkennung (in Kombination mit Hinterfragung am Liebsten, nehm ich an) von Privilegien/“sexueller Macht“?

        Und dann…

    • @ muttersheera

      *Wieviele misogyne Aussagen würdest Du zählen?*

      Erstaunlich wenige angesichts der Tatsache, dass Feminist.I.nnen eifrig bemüht sind, die Grenzen zwischen Feminist.I.nnen und Frauen zu verwischen durch die Behauptung, Feminismus spräche für DIE Frauen.

      Aber ich bin da zuversichtlich.

      Feminismus ist ein Brutreaktor für die Kultivierung von Misogynie.

    • „männliche Privilegien“ – wie krank muss man sein, dass man die Tatsache, daß Frauen Überschüsse aus den deutschen Sozialsystemen (Rente und Krankenversicherung) erwirtschaften, während Männer negative Renditen auf ihre Einzahlungen enthalten als Männliches Privileg versteht? Weil er sich für Frauen aufopfert und deswegen 7 Jahre früher stirbt?

      • Du!

        Mit Dir hätt ich seit dem „unearned“-Kommentar ja noch ein Hühnchen zu rupfen (aufgeschoben undso).

        Auf die Schnelle ist mir bloß danach, Dich auf die Scheißethik hinzuweisen:

        • Die offensichtlich anale Fixierung von Feministinnen ist schon faszinierend.
          (so gesehen sind die Beliebtheit von „Shitstorm“, „sexistische Kackscheisse“ u.dgl. mehr nicht mehr wirklich verstörend.)

        • @ muttersheera

          *Auf die Schnelle ist mir bloß danach, Dich auf die Scheißethik hinzuweisen:*

          Ist es ethisch, wenn Geld von der Männer-zur Frauenseite transferiert wird oder ist das Scheiße?

          Worin besteht die adäquate Gegenleistung der modernen, westlichen Frau für diesen Geldtransfer?

          Ist es ethisch, das zu fragen oder ist das Scheiße?

          Besteht die Gegenleistung u.a. in den ethischen Überlegungen der 3 Philosophinnen oben?

          Oder demonstrieren die, wie man aus Scheiße Geld machen kann, denn schlecht scheint es ihnen ja nicht zu gehen, den dreien?

        • Es ist in der Tat so, dass alles was mit Abfall und Entsorgung zu tun hat, ein sicheres Geschäft ist.

          Die Frage, inwiefern die Bezahlung für Tätigkeit X deren „Wertschätzung“ beinhaltet ist interessant, leider schwätzen die von Dir angeführten Frauen(Philosophinnen) derart uninformiert über das Thema, das einem Fachmann das kalte Grausen kommt.

          Es ist ja in der Tat das Problem, dass die Kindererziehung in der Familie höher bewertet wird, als außerhalb der Familie, aber erhebliche externe Effekte der Kindererziehung bestehen (Arbeitskraft, zukünftige Einzahlunen usw.).
          Deswegen wird ja Kinderkriegen und Kindererziehung usw. erheblich gefördert, aber offensichtlich nicht genug um die familiären und persönlichen Kosten zu kompensieren.

          Die Bewertung nicht über den Markt offenbarter Arbeitsleistungen erfolgt über Opportuitätskosten, d.h. über die entgangenen Einkommen aus alternativen Tätigkeiten.

          Aber irgendwie ist dieses Konzept aus Mikroökonomie II (an den meisten WiWi-Fakultäten des Landes, bei Marx bereits im „Kapital“ oder bei Malthus hierfür herangezogen als Subsistenzkosten bezeichnet) an den WirtschaftsethikerInnen des Landes, die eine Vagina haben, vorbeigegangen.

        • „Geld stinkt…“ ist ein Zitat eine Aussage die dem römischen Kaiser Vespasian zugeschrieben wird, der in Rom eine Steuer auf Bedürfnisanstalten erhob (pecunia non olet).
          Warum sind diese Philosophinnen nicht in der Lage das zu googeln?

  10. „Wie issn das jetzt, wenn Du Dir den Thread so insgesamt anguckst?
    Wieviele misogyne Aussagen würdest Du zählen?“

    Ich hab grad mal gezählt. Nicht eine einzige. Haufenweise Feminismus-Ablehung, nicht eine einzige Frauenablehnung.

    Oder gehörst du zu den seltsamen Leuten, die sich irgendwie hingedreht haben, dass Anti-Feminismus und Frauenfeindlichkeit das Gleiche seien?

  11. @yacv
    Du hast mal wieder alles falsch bzw. nichts richtig verstanden. Typisch für deinen begrenzten männlichen Verstand.

    Der Einwurf von MS war gedacht als große Pose. Nicht als Aufforderung, wirklich nach zu zählen.
    So ein männlich verblödeter Erbsenzählerverstand („Ok, schauen wir doch einfach mal nach, was die Daten und Fakten sagen) tötet wirklich jede Pose. Und damit jede Romantik.

    Du bist ein romantik-tötender Schuft, du.

    • Oh ja, Scheiße, das passiert mir immer wieder, dass ich denke, es gebe einen Zusammenhang zwischen Wörtern und Inhalt. Also so, dass der Inhalt sich aus den Wörtern erschließen lässt.

      Ich muss noch so viel lernen über Feminismus.
      Ich schreib mir grad mal als erste Regel auf: „Egal, was da gesagt wurde: Die Feministin hat recht, weil sie richtig fühlt und der andere ist doof.“

      Meinst du, ich brauch noch mehr Regeln, um in Zukunft angemessen zu reagieren?

      • Du brauchst noch ne zweite Regel, dass alle Äusserungen (ich bin jetzt mal „misogyn“ 😉 : ) von Frauen immer nur zum geäusserten Zeitpunkt korrekt sind. Nicht dass du mal auf die Idee kommst, einer Feministin (oder Frau) irgendwas vorzuhalten, was sie gestern (oder noch früher) gesagt hat.

        Ernsthaft: seit ich gelernt habe, jeder Aussage einer Frau im Geiste ein „jetzt im Moment“ anzuhängen, und sie erst so zu berücksichtigen, komme ich ganz hervorragend mit allen Frauen in meinem Leben zurecht (und die mit mir auch 😉 ).

        • @ Robert.W.

          „Ernsthaft: seit ich gelernt habe, jeder Aussage einer Frau im Geiste ein “jetzt im Moment” anzuhängen, und sie erst so zu berücksichtigen, komme ich ganz hervorragend mit allen Frauen in meinem Leben zurecht (und die mit mir auch 😉 )“

          Das ist das wichtigste was ein Mann lernen
          muss, möglichst schon vor der Pubertät.
          Schon ganz kleine Mädchen versuchen
          bei harmlosen Spielen dauernd die Regeln
          zu ändern.
          Betrachte das für die nächste Zeit als eine
          meiner vornehmsten Pflichten, meine zwei
          Enkel auf diesem Feld zu unterrichten.
          Arbeitsmotto: „Call her on her shit“

  12. Sehr Off-Topic…
    Ich frage mich seit Jahren, warum dem momentanen Zeitgeist verfallene Leute so völlig hilflos sind, wenn es um Tod geht.
    Frühere Zeiten sind mir natürlich nicht persönlich bekannt; Bücher aus alten Zeiten hinterlassen aber in mir den Eindruck, dass: Trauer ja, Welt-zusammengebrochen nein. Außer in (seelischen) Abhängigkeitsfällen.

    Ich komme drauf, weil ich anlässlich der Filme von MS oben mal wissen wollte, was man über Ina Praetorius so finden kann, und da stieß ich auf das:
    „Da gibt es keine Lösung, da gibt es keinen Trost, da hilft kein: Die Zeit wird es heilen. Die Zeit macht es nur schlimmer. Macht jeden Tag klar, was wir vermissen. Macht klar, dass eben nicht jeder ersetzbar ist. … Ich habe keine Ahnung, wie man mit der Trauer weiterleben kann, und warum man es sollte. Und noch ein Jahr herumbringen, mit dem Füllen des Kühlschranks, dem Warten auf den Feierabend, dem Sonntag, der leer ist, dem Winter, der beschissen ist, und noch ein Jahr, und alt werden daran, wie das gehen soll, ich weiß es nicht.“
    (http://antjeschrupp.com/2011/04/12/ina-praetorius-glaubt-an-gott-und-so-weiter/)

    Vor allem der Satz: „Ich habe keine Ahnung, wie man mit der Trauer weiterleben kann, und warum man es sollte.“ macht vieles klar.

    Mein Gefühl ist das einzig Wichtige.
    Wichtiger als die Welt.
    Wichtiger als alle Menschen.
    Eigentlich ist es das Einzige, was es überhaupt gibt.
    Wenn das Gefühl Trauer ist, gibt es keinen Sinn mehr. Weil es sonst nichts gibt.
    (Auch: Wenn das Gefühl Wut ist, gibt es keinen Verstand mehr, da ist ja schon Wut. Selbstkontrolle ist für Realitätsverweigerer. Die Realität ist die Wut, nicht der Verstand)

    Als ich das erste Mal „The End Of The World“ von Skeeter Davis* (1963) hörte, war mein spontaner Gedanke „Du verzogenes, egozentrisches Gör.“

    [[*) „Why does the sun go on shining? Why does the sea rush to shore? usw.“, weil ein Junge sie verlassen hat.]]

    Aber das erklärt’s. Es gibt keine Relevanz, außer im eigenen Gefühl. Es gibt keine reale Welt außerhalb des eigenen Gefühls. Die Sonne ist nicht auch dafür da, Milliarden von Lebewesen am Leben zu halten, sondern nur dafür, ein Szenario zu beleuchten, wenn das eigene Gefühl ein gutes ist.

    Wer kann sinnvoll argumentieren, warum es wichtig ist, dass so tickende Leute im Board of Directors von Twitter sitzen sollen?
    (http://judgybitch.com/2013/10/10/menstruating-is-hazardous-to-feminist-health-lets-surf-the-crimson-tide/)

    • Interessant finde ich auch, dass sowohl Michaela Moser als auch Ina Prätorius Mary Daly zu den sie stark beeinflusst habenden Denkerinnen bzw. zu ihren femistischen geistigen Müttern zählen.

      Zunächst aber Antje Schrupp, Zitat:

      *Aus Anlass ihres Todes – Mary Daly starb am 3. Januar [2010] im Alter von 81 Jahren – kamen all diese Erinnerungen wieder hoch. Und ein bisschen wehmütig nehme ich Abschied von einer Frau, die den Mut zu einer denkerischen Radikalität hatte, die es heute im Feminismus viel zu selten gibt. Ihre Bücher sind es nach wie vor Wert, gelesen zu werden. Stehen Sie eigentlich heute auf der “Mustread”-Liste im Studium der Theologie, der Philosophie, der Gender-Studies? Ich hoffe doch sehr, denn da gehören sie definitiv hin.*

      Quelle:

      http://antjeschrupp.com/2010/01/09/zum-tod-von-mary-daly/

      Nun Ina Prätorius, Zitat:

      *Ich bin Mary Daly nicht gefolgt auf ihrem Weg aus der christlichen Tradition und der Kirche hinaus. “Gyn/Oekologie” (München 1980) habe ich noch mehrmals gründlich gelesen, die späteren Bücher nicht mehr. Ich bin nicht zur postchristlichen Häxe geworden, sondern zur postpatriarchalen Christin. Ohne die vielen Mitstreiterinnen und Mitforscherinnen, die beharrlich verschwiegene und verdrängte Strömungen unserer christlichen Tradition ans Licht gezogen haben, hätte ich es nicht werden können. Heute weiss ich: Was sich “Christentum” nennt, ist nicht, wie Mary Daly meinte, hoffnungslos patriarchal. Es gibt da ein Mehr, ein Anderes der Frauen, das sich dem Patriarchat zornig oder lächelnd widersetzt hat, durch alle Jahrhunderte. Und ohne dieses widerständige Andere hätte ich nicht zur Feministin werden können, denn wer hätte mir von Freiheit, Würde und dem Guten erzählt, das auf uns zukommt?

      Mary Daly bleibt dennoch meine erste symbolische feministische Mutter. Daran können unterschiedliche Denk- und Lebenswege nichts ändern. Ich bin ihr dankbar und freue mich an der lebendigen Vielfalt der Bewegung, an deren Anfang sie mit ihren schöpferischen, mutigen, kompromisslosen Analysen steht…*

      Und Michaela Moser, Zitat:

      *Mary Daly, das stand für den scharfen und klaren Blick auf patriarchale Verhältnisse, für ein genau/er hinsehen auf die Verhältnisse und sich nicht vormachen (lassen), das stand für eine gewisse Art von Radikalität. Mag sein, dass auch eine Rolle spielte, dass wir an einer Jesuitenfakultät studierten und von Mary Daly bekannt war, dass sie ihrerseits sich mit den Jesuiten ihrer Universität angelegt hatte, einen Kampf, den sie zunächst – wenn auch nur, wie ich denke vordergründig – verloren hatte.

      Ihre denkerische und schreiberische Reise, die sie mit diesem Buch immer weiter in post-christliche Galaxien trieb, konnte ich nur sehr eingeschränkt mitvollziehen. Die Lust am denkerischen und realen Vagabundieren, am Überschreiten von Grenzen denkerischer, emotionaler und spiritueller Art, die nicht zuletzt ihre Werke mir vermittelt haben, ist mir genauso geblieben, wie die unbändige Lust an der Anstrengung, alles immer wieder in Frage zu stellen und neu sehen zu lernen.

      “Radikale feministische Philosophie ist ein Prozess des Fragens, der niemals aufhört und sich niemals zufrieden gibt mit der Aneignung des bestehenden “toten Wissensfundus”. Sie bedeutet teil zu haben an einem sich ständig weiter entfaltendem Sein.” (Mary Daly, Outercourse)*

      Quelle:

      http://www.bzw-weiterdenken.de/2010/01/sehen-bedeutet-dass-alles-sich-andert/

      Zur Erinnerung:

      Mary Daly antwortete auf die Frage, ob sie den Vorschlag von Sally Miller-Gearhart den Männernanteil auf 10 % der Weltbevölkerung zu reduzieren, für eine gute Idee hielte:

      *WIE [die Journalistin Susan Bridle.]: Which brings us to another question I wanted to ask you. Sally Miller Gearhart, in her article „The Future—If There Is One—Is Female“ writes: „At least three further requirements supplement the strategies of environmentalists if we were to create and preserve a less violent world. 1) Every culture must begin to affirm the female future. 2) Species responsibility must be returned to women in every culture. 3) The proportion of men must be reduced to and maintained at approximately ten percent of the human race.“ What do you think about this statement?

      MD [Mary Daly]: I think it’s not a bad idea at all. If life is to survive on this planet, there must be a decontamination of the Earth. I think this will be accompanied by an evolutionary process that will result in a drastic reduction of the population of males. People are afraid to say that kind of stuff anymore.

      WIE: Yes. I find myself now thinking that’s a bit shocking. MD: Well, it’s shocking that it would be shocking. WIE: So it doesn’t sound like your vision of a separate nation for women is something you see as an interim stage that would eventually lead to men and women living together in true equality.

      MD: No. That’s a very old question. I answered that to audiences twenty-five, thirty years ago. I just don’t think that way. See, right now, I would be totally joyous to have a great community of women—whether men are somewhere out on the periphery or not. I don’t have this goal of: „Oh, then we can all get together again!“ That doesn’t seem to be a very promising future. So why would I think about it? I think it’s pretty evident that men are not central to my thought.*

      Quelle:

      http://ressourcesfeministes.files.wordpress.com/2012/08/no-mans-land-interview-of-mary-daly-by-susan-bridle.pdf

      Kein Wort in diesen Nachrufen, kein Sterbenswörtchen der Distanzierung, von solchen Äußerungen der Gelobten.

      Und diese Damen philosophieren über Scheissethik.

      • @roslin

        „Kein Wort in diesen Nachrufen, kein Sterbenswörtchen der Distanzierung, von solchen Äußerungen der Gelobten. Und diese Damen philosophieren über Scheissethik.“

        Frage ist, ob man das Interview kennen muss. in ihren Büchern selbst schreibt sie zwar ziemlichen Männerhass bzw. erklärt den Mann eindeutig zum feind:

        https://allesevolution.wordpress.com/2011/02/06/mary-daly-mannerfeindlichkeit-und-das-patriarchat/

        Aber sie schreibt insoweit nichts zur Ausrottung.

        Aber wie man ihre Bücher so unverklärt sehen kann frage ich mich auch.

        Ein Mary Daly Debatte an sich finde ich aber interessant, ich werfe daher mal etwas aus der Wikipedia hier rein:

        http://en.wikipedia.org/wiki/Mary_Daly

        Daly published a number of works, and is perhaps best known for her second book, Beyond God the Father (1973). Beyond God the Father is the last book in which Daly really considers God a substantive subject. She laid out her systematic theology, following Paul Tillich’s example.[12] Often regarded as a foundational work in feminist theology, Beyond God the Father is her attempt to explain and overcome androcentrism in Western religion, and it is notable for its playful writing style and its attempt to rehabilitate „God-talk“ for the women’s liberation movement by critically building on the writing of existentialist theologians such as Paul Tillich and Martin Buber. While the former increasingly characterized her writing, she soon abandoned the latter.
        In Gyn/Ecology: The Metaethics of Radical Feminism (1978), Daly argues that men throughout history have sought to oppress women. In this book she moves beyond her previous thoughts on the history of patriarchy to the focus on the actual practices that, in her view, perpetuate patriarchy, which she calls a religion.[12]
        Daly’s Pure Lust: Elemental Feminist Philosophy (1984) and Webster’s First New Intergalactic Wickedary of the English Language (1987) introduce and explore an alternative language to explain the process of exorcism and ecstasy. In Wickedary Daly provides definitions as well as chants that she says can be used by women to free themselves from patriarchal oppression. She also explores the labels that she says patriarchal society places on women to prolong what she sees as male domination of society. Daly said it is the role of women to unveil the liberatory nature of labels such as “Hag”, “Witch”, and “Lunatic”.[13]
        Daly’s work continues to influence feminism and feminist theology, as well as the developing concept of biophilia as an alternative and challenge to social necrophilia. She was an ethical vegetarian and animal rights activist. Gyn/Ecology, Pure Lust, and Webster’s First New Intergalactic Wickedary all endorse anti-vivisection and anti-fur positions.[citation needed] Daly was a member of the advisory board of Feminists For Animal Rights, a group which is now defunct.
        Daly created her own theological anthropology based around the context of what it means to be a woman. She created a thought-praxis that separates the world into the world of false images that create oppression and the world of communion in true being. She labeled these two areas foreground and Background respectively. Daly considered the foreground the realm of patriarchy and the Background the realm of Woman. She argued that the Background is under and behind the surface of the false reality of the foreground. The foreground, for Daly, was a distortion of true being, the paternalistic society in which she said most people live. It has no real energy, but drains the “life energy” of women residing in the Background. In her view, the foreground creates a world of poisons that contaminate natural life. She called the male-centered world of the foreground necrophilic, hating all living things. In contrast, she conceived of the Background as a place where all living things connect.[13][14]
        Gyn/Ecology[edit]
        Audre Lorde expressed concern over Gyn/Ecology, citing homogenizing tendencies, and a refusal to acknowledge the „herstory and myth“ of women of color.[15] The letter,[16] and Daly’s apparent decision not to publicly respond, greatly affected the reception of Daly’s work among other feminist theorists, and has been described as a „paradigmatic example of challenges to white feminist theory by feminists of color in the 1980s.“[14]
        Daly’s reply letter to Lorde,[17] dated 4½ months later, was found in 2003 in Lorde’s files after she died.[18] Daly’s reply was followed in a week by a meeting with Lorde at which Ms. Daly said, among other things, that Gyn/Ecology was not a compendium of goddesses but limited to „those goddess myths and symbols that were direct sources of Christian myth,“ but whether this was accepted by Lorde was unknown at the time.[19]
        Views on men[edit]

        She argued against sexual equality,[20] believing that women ought to govern men;[21] Daly advocated a reversal of sociopolitical power between the sexes.[22]
        In an interview with What Is Enlightenment? magazine, Daly said, „I don’t think about men. I really don’t care about them. I’m concerned with women’s capacities, which have been infinitely diminished under patriarchy. Not that they’ve disappeared, but they’ve been made subliminal. I’m concerned with women enlarging our capacities, actualizing them. So that takes all my energy.“[23]
        Later in the interview, she said, „If life is to survive on this planet, there must be a decontamination of the Earth. I think this will be accompanied by an evolutionary process that will result in a drastic reduction of the population of males.“[23]
        Views on transsexualism[edit]

        In Gyn/Ecology, Daly asserted her negative view of transsexualism, writing, „Today the Frankenstein phenomenon is omnipresent . . . in . . . phallocratic technology. . . . Transsexualism is an example of male surgical siring which invades the female world with substitutes.“[24] „Transsexualism, which Janice Raymond has shown to be essentially a male problem, is an attempt to change males into females, whereas in fact no male can assume female chromosomes and life history/experience.“[25] „The surgeons and hormone therapists of the transsexual kingdom . . . can be said to produce feminine persons. They cannot produce women.“[26]
        Daly was also the dissertation advisor to Janice Raymond, whose dissertation, published in 1979 as The Transsexual Empire, is critical of transsexualism.
        Brittany Shoot criticized Daly as transphobic for these views.[27][unreliable source?]

        Das sie insofern für „feministische Christen“ interessant ist kann ich mir vorstellen. Es hat wahrscheinlich damals einen Nerv getroffen, plötzlich hatte man ein Gerüst um sich von den „patriarchischen Religionen“ zu lösen und an etwas gutes, weibliches zu glauben. Dass das kein Grund sein kann, den Männerhass auszublenden ist eine andere Sache

        • @ Christian

          *Frage ist, ob man das Interview kennen muss. in ihren Büchern selbst schreibt sie zwar ziemlichen Männerhass bzw. erklärt den Mann eindeutig zum feind:Frage ist, ob man das Interview kennen muss. in ihren Büchern selbst schreibt sie zwar ziemlichen Männerhass bzw. erklärt den Mann eindeutig zum feind:*

          Die Nachrufe, die ich zitierte, wurden 2010 verasst, anläßlich ihres Todes.

          Das Interview stammt von 1999 und ist seit Jahren (lange vor 2010!) sogar in der deutschen Wikipedia im Artikel über Mary Daly verlinkt (in der englischen sowieso, auch wenn die Links, wie ich gerade feststelle, mittlerweile in’s Leere führen).

          Diese „Expert.I.nnen kennen nicht mal den Wikipediaartikel über ihre Heldin?

          Das glaubst Du doch nicht im Ernst.

        • „Diese “Expert.I.nnen kennen nicht mal den Wikipediaartikel über ihre Heldin?

          Das glaubst Du doch nicht im Ernst.“

          FeministInnen dürfen wohl durch Nichtwissen glänzen. Es wird immer nur eine gute Absicht unterstellt. FeministInnen sind doch ganz lieb und für Gleichberechtigung.

          Wenn FeministInnen die schwarze Seele ihrer HeldInnen nicht kennen ist das doch voll verständlich. Aber wehe ein Kritiker zitiert mal falsch oder vergisst ein Zitat …

  13. Pingback: Steven Sailers erste Regel zum Verständnis feministischer Vernebelungstaktiken | Alles Evolution

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