Der Mann als Opfer: Kultur vs. Natur

Angesichts der Boris Becker Häme schrieb Virtual CD in einem Kommentar:

Die Frage ist: Ist das wirklich so “natürlich”? Ja, in gewisser Weise schon. In dem Sinne, dass es natürliche (Instinkt)Dispositionen gibt, welche zu anderen Bewertungen je nach Geschlecht bei dem selbem Sachverhalt führen.

Frau als Opfer – Natürliche Reaktion: Solidarität, Mitleid, Impuls zu helfen und zu unterstützen.

Mann als Opfer – Natürliche Reaktion: Abwertung des Mannes.

Aber – und da bin ich ausnahmsweise einmal (partiell) bei unseren Genderisten: Die konkrete Form, welche die Abwertung annimmt, die ist schon kulturell geprägt. Und dieses Ausmaß an Häme, Boshaftigkeit und schadenfrohem Nachtreten, dass ist schon Hinweis auf eine bestimmte Kultur. UNSERE Kultur. Es ist signifikant für unsere Kultur.

Diese ungehemmte verbale Aggression und Bösartigkeit Schwachen gegenüber – solange der Schwache ein Mann ist.

 

ich könnte mir das Ganze gut als kulturelle Ausgestaltung biologischer Grundlagen vorstellen. Es ist leicht vorstellbar, dass Männer, die sich nicht gegen Frauen durchsetzen können, sowohl von den Frauen als schwach als auch von den Männern innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz als ungefährlicher angesehen werden und auf dieses Signal eine Selektion stattfindet. Es dürfte unter steinzeitlichen Bedingungen durchaus eine gewisse Aussagekraft gehabt haben. Das rechtfertigt natürlich so etwas nicht (das wäre ein naturalistischer Fehlschluß) aber es könnte eine Grundlage bilden, an der Kultur ansetzt. Dann käme es darauf an, wie konkurrenzorientiert bzw. wie statusbezogen die jeweilige Gesellschaft ist.

19 Gedanken zu “Der Mann als Opfer: Kultur vs. Natur

  1. „Aber – und da bin ich ausnahmsweise einmal (partiell) bei unseren Genderisten: Die konkrete Form, welche die Abwertung annimmt, die ist schon kulturell geprägt.“

    wunschkonzert? wenn es in den kram passt, dann ist es die kultur?

  2. Frage als wissenschaftlicher Laier:

    Die Behauptung, Boris Becker sei das Ziel von Häme, weil er ein Mann ist, ist ja ersteinmal eine persönliche EInschätzung von VC, die nur etwas über ihn selbst aussagt, aber nichts über die Motivation der Spötter.

    Woher können wir wissen, ob die Häme nicht usächlich auf seine Prominenz zurückzuführen ist? Oder auf seine merkwürdige Sprechweise. Oder einfach, weil er Boris Becker ist?

    • @anfi

      „Woher können wir wissen, ob die Häme nicht usächlich auf seine Prominenz zurückzuführen ist? Oder auf seine merkwürdige Sprechweise. Oder einfach, weil er Boris Becker ist?“

      Gute Frage. Man müsste es mit der Häme oder Nichthäme vergleichen, wenn ein weiblicher Prominenter mit ähnlichen Ruf sich darauf beruft.

      Wie war es zB bei Verona Feldbusch, die ja angeführt hat, dass Dieter Bohlen sie geschlagen hat?

  3. Gender fährt deshalb auch bewusst und weitgehend ungehindert im Kielwasser der kulturellen Prägung den guten alten Opferin/Täter-Kurs. Der Mann als Opfer bedroht nicht wirklich das weibliche Opfer-Abo, denn so wie der starke Mann eine einzige Bedrohung darstellt und top down dekonstruiert werden muss, ist der dahingehend gebrachte schwache Mann Ziel gesamtgesellschaftlicher Häme. Gender ist insofern in seiner Anwendung ein weiteres Erscheinungsbild besagter kultureller Prägung.

    Sozialwissenschaftler Hans-Joachim Lenz bereits vor Jahren:
    „Als das Konstrukt einer „idealen Männlichkeit“ wird sie nicht in ihren Widersprüchen oder gar ihrer Bedürftigkeit und Verletzbarkeit gesehen, sondern gewissermaßen als starke, d.h. problemlos funktionierende Männlichkeit imaginiert. Diese hat reibungslos die an sie gestellten Erwartungen im Sinne von Leistungsnormen im privaten und öffentlichen Bereich zu erfüllen. Kommt der Mann diesen Erwartungen nicht nach, wird sein Verhalten sanktioniert (z.B. im Scheidungs- und Unterhaltsrecht).

    Beide Geschlechter werden also unterschiedlich konstruiert. Die Diskurse um Geschlecht verdecken und verbergen mithin mehr, als dass sie aufdecken. In Anlehnung an Bourdieu geht es um die Verdeckung der männlichen Verletzbarkeit in Geschlechterverhältnissen. Die zentrale Frage ist: Was geschieht in der bestehenden Geschlechterordnung mit der männlichen Verletzbarkeit?“

    Die Grüne Jugend „beantwortet“ die Frage auf ihre Weise, indem sie das männliche Geschlecht einfach für nicht mehr existent erklärt bzw. in „nichtweiblich“ dekonstruiert.

    Männer? Haben wir nicht. Und damit auch keine männliche Verletzbarkeit.
    Voll diversity.

    http://www.gruene-jugend.de/machmit/mitglied-werden

    • Jaja, die Grüne Jugend. Dabei wäre es relativ einfach, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Indem man sich als Mann nämlich um eine Aufnahme als „weiblich“ bewirbt. Und wenn Sie dann irritiert sind, oder protestieren, kann man ihnen dann munter Geschlechterrassismus, Sexismus und Faschismus vorwerfen. Was ihre allgemeien Weltanschauung recht gut treffen würde.

      • @adrian
        „Indem man sich als Mann nämlich um eine Aufnahme als “weiblich” bewirbt“

        Ein strategischer Gedanke
        Was würde passieren, wenn jemand (Mann) es wirklich versuchen würde und dieses anschließend publizieren würde

      • @adrian

        Indem man sich als Mann nämlich um eine Aufnahme als “weiblich” bewirbt“

        Müsste „mann“ mal probieren
        was würde passieren ?

      • Dabei wäre es relativ einfach, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen

        Ich denke ja, dass das, was man z.B. bei der Mädchenmannschaft beobachten kann, dass irgendwie keine Forderung mehr zu absurd erscheint (vom bösen Punkrocker oben ohne bis zum Händchenhaltenverbot für Heteros) und man, wenn man nicht mindestens „people of color“ und lesbe ist, man irgendwie schon für’s Patrichat arbeitet genau das ist: dass Menschen, bewust oder unbewust, die Regeln und Payoffs verstehen, und das ganze „Gamen“.

    • Mit dem Wissen um die fundamentale Bedeutung, welche Genderisten der Sprache, bzgl. (Un)Sichtbarmachung von Geschlecht zumessen, erscheint die Einteilung in weiblich undoder nichtweiblich in einem ausgesprochen erhellendem Licht.

      • Das war doch klar, daß die Femis und Gendersens nie zufrieden sein werden. Die wollen immer noch mehr. Die stellen immer dreistere und absurdere Forderungen.

        Ich denke in letzter Zeit dreht sich das Rad des Wahnsinns schneller und schneller.

  4. Vielleicht aber, sind diese Menschen auch noch richtig angekommen in unserer Zivilisation? Gewalt ob gegen Männer oder Frauen, sollte man eigentlich nicht mit Häme oder Spot begegnen…und eigentlich sehe ich auch nicht wo das ernsthaft befürwortet wird, außer von irgendwelchen Assis.

  5. Die Irrelevanz der Moral

    „Der Mensch sinkt, wenn er einmal sinkt, immer unter das Tier.“

    Friedrich Nietzsche (Wie man wird, was man ist)

    Sind die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld) falsch, ist alles falsch, was das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft. Angebot und Nachfrage sind nicht im Gleichgewicht, es entstehen Konjunkturen und Krisen, systemische Ungerechtigkeit, der Zwang zur Lüge, Kriege, Terrorismus, Kriminalität, Umweltverschmutzung und -zerstörung, materielle und geistige Massenarmut, Fehlernährung – bis hin zur genetischen Degeneration.

    Solange die makroökonomischen Konstruktionsfehler nicht erkannt sind, hält der in „diese Welt“ Hineingeborene die Gesellschaft für „normal“ (es bleibt ihm ja nichts anderes übrig) und erkennt die zahlreichen Negativsymptome einer a priori fehlerhaften Makroökonomie nicht als deren zwangsläufige Folgen, sondern interpretiert sie als vermeintliche Folgen einer „Boshaftigkeit des Menschen“ – die wiederum durch eine „Moral“ zu verbessern sein müsste.

    Die irrationalen, jedoch vom „Normalbürger“ als „vernünftig“ (auch hier bleibt ihm ja nichts anderes übrig) gedachten Moralvorstellungen bestimmen die Entwicklung von Kulturen über Jahrhunderte und Jahrtausende und führen letztlich dazu, dass nicht nur die Makroökonomie allgemein unverstanden bleibt, obwohl sie nach dem tatsächlichen Stand des Wissens längst korrigiert sein müsste, sondern die „Moral“ wird von der „etablierten Wissenschaft“ sogar als „entscheidender Vorteil“ des Menschen in der gesamten Evolution angesehen.

    Unterstützt wird die „Moral“ von der Religion, deren ursprünglicher Zweck es war, die elementaren makroökonomischen Konstruktionsfehler – solange noch niemand wusste, wie sie zu korrigieren sind – aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes auszublenden, damit das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, überhaupt entstehen konnte; denn kein vernünftiger – nicht religiös verblendeter – Mensch wäre dazu bereit, in einer a priori fehlerhaften Makroökonomie zu arbeiten, wenn er weiß, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg systemnotwendigerweise unvermeidlich ist.

    Damit wurde der Krieg zum „Vater aller Dinge“, was er jedoch nur solange sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab! Das heißt nun nicht, dass ein „Frieden durch ultimative Abschreckung“ möglich wäre. Um unsere ganze „moderne Zivilisation“ – von einem Tag auf den anderen – auszulöschen, ist es nicht erforderlich, dass irgendein wahnsinniger Präsident den „roten Knopf“ betätigt – es reicht schon aus, wenn wir gar nichts machen. Die Heilige Schrift bezeichnet diese größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte als „Armageddon“ (nach J. M. Keynes: globale Liquiditätsfalle)!

    Der Weisheit letzter Schluss

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