Selbermach Samstag LII

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

66 Gedanken zu “Selbermach Samstag LII

  1. Da hier immer wieder einmal die Folgen der 68’er-Kulturrevolution – der gegenwärtige Feminismus ist eines ihrer Kinder – und die Verantwortlichkeiten der 68’er-Linken für den Zustand der heutigen Gesellschaft diskutiert werden – ein Interview mit Peter Sloterdijk.

    http://www.focus.de/kultur/medien/kultur-die-freigabe-aller-dinge_aid_209752.html

    Insbesondere ein Diktum von ihm spricht mir aus der Seele: „Alle Wege von 68 führen letzten Endes in den Supermarkt.“

    Wie wahr, wie wahr.

    Konsum-, Finanz-, Handelskapitalisten freut’s, jeden Tag neu.

    Die Welt der schönen, guten Waren.

    Weitere Zitate:

    *FOCUS: Zu diesem Zwecke ersetzte man [die 68’er-Kulturrevolutionäre] Begriffe wie Versagen, Faulheit oder auch einfach Missratensein durch die alles umkehrende Frustration, die dann aufs „System“ abgewälzt wurde – richtig?

    Sloterdijk: Solche Ausdrücke [persönliches Versagen, persönliche Faulheit, persönliches Missratensein] hätten ihren Benutzer damals moralisch vernichtet. Sie gehörten zum Mief von 1000 Jahren. Man sollte nicht vergessen, dass die politische Korrektheit in mehreren Wellen kam. Von der ersten Welle an konnte es „Verlierer“, „Versager“ und so weiter nicht mehr geben. Eine ganze Phalanx von Ausdrücken der konservativen Anthropologie ist damals außer Kraft gesetzt worden. Dass derartige Begriffe jetzt ungeniert wiederkommen, verrät, dass der Konservatismus seine Sprache reorganisiert hat und dass man die soziologischen Entschuldigungen nicht länger …

    FOCUS: … bezahlen kann?

    Sloterdijk:Die Reiseflughöhe der kollektiven Illusion hängt immer mit der Finanzlage zusammen. Das Projekt der 68er war natürlich grandios illusionär. Sie haben das Prinzip Umsonst auf breiter Front inthronisiert und behauptet, die entscheidenden Dinge dürfen nichts kosten.

    Zur Vergangenheitsbewältigung durch die 68’er, einem ihrer wesentlichen (unreinen) Motive = Selbstamnestie der Linken:

    *Sloterdijk: Fairness war für die Aktiven von 1968 kein Kriterium. Eine Generation von NS-Mitläufern, die sich in den Aufbau flüchten, hatte kein Anrecht auf einen ausgewogenen Prozess, nicht wahr? In einem absoluten Sinn stand ihre Verworfenheit fest, doch hatten sie die Chance, sich relativ zu entschulden, indem sie die Mittel für die Illusionsproduktion der nächsten Generation bereitstellten. Aber hat nicht Kultur immer mit einer Positivierung des Parasitismus zu tun? Aus heutiger Sicht lag die 68er-Bewegung exakt in dem Trend, der zur Konsumgesellschaft führt. Ohne es zu ahnen, waren wir, die westdeutschen Früh-Hedonisten, die Labormäuse des totalen Konsumismus.

    Dass sich der linke Faschismus als Kommunismus zu präsentieren beliebte, war eine Falle für Moralisten. Mao Tse-tung war nie etwas anderes als ein linksfaschistischer chinesischer Nationalist, der anfangs den Jargon der Moskauer Internationale pflegte. Gegen Maos fröhlichen Exterminismus gehalten, erscheint Hitler wie ein rachitischer Briefträger. Doch man scheut noch immer den Vergleich der Monstren. Das massivste ideologische Manöver des Jahrhunderts bestand ja darin, dass der linke Faschismus nach 1945 den rechten lauthals anklagte, um ja als dessen Opponent zu gelten. In Wahrheit ging es immer nur um Selbstamnestie.*

    Hier unterschätzt Sloterdijk Hitler gewaltig, ein „rachitischer Briefträger“ im Vergleich (!) zu Mao ist er nur, weil er nur 12 Jahre Zeit hatte, davon nur ca. 4 Jahre uneingeschränkte Macht. Dann verlor er den Krieg. Allein die Tatsache seiner Niederlage lässt ihn „rachitisch“ erscheinen. Mao dagegen gehörte zu den Siegern der Geschichte, mit seinem Freund Stalin.

    Und zum guten Schluss:

    *Aber was heißt fundamentale Liberalisierung? Im Lichte der heute gemachten Erfahrungen bedeutet das die Freigabe aller Dinge fürs Neu-Design und für den Verbrauch. Man hat mehr Demokratie gewagt, um mehr Konsum zu wagen. Alle Wege von 68 führen letzten Endes in den Supermarkt.*

    Und

    *Die 68er waren die Letzten, die von Geld nichts verstehen mussten. Unter der totalen Versorgungsgarantie war Radikalität eine romantische Zugabe.*

    Dafür lassen sich manche noch heute als Helden feiern („Wir haben Widerstand geleistet!“).

    Und blendend bezahlen.

  2. Daran schließt an Folgendes:

    Kulturmarxismus, den es ja, wie wir unablässig von unseren Forumslinken hören, eigentlich gar nicht gibt, nur einer üblen Verschwörungstheorie rechter, antisemitischer Kreise entspringt (unbeschadet der Tatsache, dass auch viele Juden dieser rechten „Legendenbildung“ aufsitzen, aber antisemitisch, das ist die diskursive Massenvernichtungswaffe linker Ideologen, um ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen).

    *From “day one” the leading universities’ women’s studies’ departments had skipped right past that—and into Marxist feminism with its paradigm of males-as-oppressor/females-as-oppressed. Over the past thirty years that model expanded from the politically correct gender framework at the leading universities, whose professors are typically more radical, into more vocationally oriented universities such as Ryerson, who in the past were barely affected by Marxist-type feminism.*

    Marxist type feminism?

    Nanu?

    Wer ist der rechte Narr, Verschwörungstheoretiker und Antisemit?

    Nun, ein (Ex-)Feminist der zweiten Welle, ein Feminist der ersten Stunde dieser Welle, der die Entwicklung von innen heraus beobachten konnte.

    Es ist Warren Farrell

    http://www.avoiceformen.com/education/equity-without-equity-universities-love-hate-relationship-with-men/

    Der ganze Artikel von Farrell ist lesenswert, zeigt er doch, wie weit Ideologen den universitären Apparat durchdrungen haben und ihn nutzen, um mit Macht ihre Kritik an Redefreiheit und Organistationsfreiheit zu hindern.

    Und das tun sie mit Hilfe der Zwangsbeiträge, die der Steuerzahler bzw. die Studenten der jeweiligen Uni bei ihnen abliefern müssen.

    Klingt vertraut.

    Was wäre schließlich Feminismus ohne Staatsponsoring/Zwangsbeiträge, eingetrieben mit Hilfe der etablierten Machtstrukturen, die Feminist.I.nnen für ihre Zwecke nutzen können.

    Und nutzen.

    Wie ist das bloß möglich ohne Rückendeckung durch etablierte Mächtige?

    Nützliche Idioten, für einander.

    Das Folgende passt in’s Bild (nicht vergessen: KULTURMARXISMUS GIBT ES NICHT, darum auch kein Bündnis zwischen Kapital und diesen intellektuellen „Oppositionellen“, die sich so bequem ausstaffieren lassen von den Kapitalisten, alles Zufall, Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen!).

    *It’s a rich man-poor man gap. Only the feminist-defined men’s issues are receiving funding of any significance from their university or a foundation. Both Stony Brook University and other foundations will be adding additional funding to a $300,000 start-up grant from the John D. and Catherine T. MacArthur Foundation to establish the first Center for the Study of Men and Masculinities. The center will be headed by Michael Kimmel, a male feminist and a Distinguished Professor of Sociology.

    Michael Kimmel’s perspective is indicated by the title of his forthcoming book, Angry White Men. [Natürlich. Das Feindbild des Weißen, heterosexuellen Mannes als Universalsündenbock dieser neuen Linken – es darf auch hier nicht fehlen] As a sociologist, Michael would, were the context different, doubtless be the first to spot the extraordinary wealth of the feminist machine vs. the virtual homelessness of men who wish to define and redefine themselves without the control of the Marxist feminist prism.*

    The Marxist feminist prism – wie kann sich Farrell nur so täuschen, in die Irre geführt von rechten Verschwörungstheoretikern, ganz bestimmt.

    *To my knowledge, no person who has taken a non-feminist perspective on these issues has received significant university or foundation funding, or reached Michael’s level of Distinguished Professor in any social science department at any university in the U.S. or world. Neither my contacts nor my emails from readers around the world were able to identify a single men’s studies course—and certainly no program or degree—that was not under feminist control.*

    Der Marsch der 68’er durch die Institutionen – er war offenbar auf diesem Feld der Sozial“wissenschaften“ ein voller Erfolg. Ideologische Korruption (von links) und ökonomische Korruption arbeiten Hand in Hand – warum bloß?

    Aber es gibt ja nichts zu sehen, außer Verschwörungstheorien. Gehen Sie darum bitte weiter. Sehen Sie nicht hin!

    Don’t trust your lying eyes!

    • “Alle Wege von 68 führen letzten Endes in den Supermarkt.”

      Und? Supermärkte und Konsum sind ja nichts Schlimmes, und was mich angeht, dem Exerzierplatz oder einer Kirche vorzuziehen, den Institutionen also, welche uns die politische Rechte – im Schnitt! – als Heil anpreisen möchte.

      • @ Adrian

        *um mit Macht ihre Kritik an Redefreiheit und Organistationsfreiheit zu hindern.*

        An und für sich hast Du Recht.

        Dumm nur, dass man dazu eine Kultur braucht, die so viel Surplus erwirtschaftet, dass die Supermärkte immer gefüllt werden können.

        Wie motiviert man aber insbesondere Männer dazu (denn die erwirtschaften – noch, Änderung nicht in Sicht – die Masse dieses Surplus)?

        Mit Feminismus wird das nicht gelingen.

        Mit Männerbeschimpfung auch nicht („Ihr seid Schuld! Tut Buße und zahlt an uns, EURE OPFA!“ – bitte Frauen, Minderheiten, beliebige Opfergruppe der neuen „revolutionären“ Klasse der neuen Linken eintragen, die gerne von den schuldigen weißen, heterosexuellen Männern leben wollen, auch Homosexuelle gehören ja noch in den OPFA-/Förderkonsens, waren/sind Teil dieser OPFA-Koalition, die sich gegen den „hegemonialen“ weißen heterosexuellen Mann richtet.

        Was Männer motiviert, über sich hinauszugehen, mehr zu erarbeiten als sie selbst verbrauchen, war bisher in der Geschichte die Sorgeverpflichtung für die EIGENE Familie (gestützt von Religion, Patriotismus > Angehörige der „extendierten Familie), für die EIGENEN Kinder.

        Wenn aber die Anreize aus politischen Gründen so gesetzt werden, dass die eigene Familie für immer mehr Männer immer uninteressanter, riskanter, schwerer erreichbar wird?

        Wer füllt dann die Supermärkte?

        Deren Vollsein ja wiederum das wichtigste Movens unserer konsumistischen Hedonistengesellschaft ist.

        Die ganze Maschinerie droht in’s Stocken zu geraten.

        • Korrektur, falsches Zitat (Speicher offenbar nicht geleert):

          richtiges Zitat von Adrian, auf das sich der Beitrag bezieht:

          *Und? Supermärkte und Konsum sind ja nichts Schlimmes, …*

        • „Die ganze Maschinerie droht in’s Stocken zu geraten.“

          So? Eben gerade hat Google ein neues Tablet auf den Markt gebracht. Die Maschinerie funktioniert immer noch ausgezeichnet.

          „Mit Feminismus wird das nicht gelingen.“

          Mit Feminismus funktioniert das m. E. recht gut, denn Feminismus ist ja nichts weiter als eine radikalisierte Form der Frauenbevorzugung etwas, das Männer instinktiv antörnt und was sie selbst praktizieren.

          Der radikale Feminismus macht natürlich einen entscheidenden Fehler weil er Männern das Lob versagt, das eben ab und an angebracht ist, damit Mann den Karren weiter zieht, mit der Frau auf dem Kutschbock; die Peitsche in der Hand.

          Doch seien wir doch mal ehrlich: Den Maskulismus würde es nicht geben, wenn Frau Euch ab und an loben würde. Männer sind einfach zu dressieren, für ein bisschen Lob und Beine breit machen (oder das Versprechen darauf) würden sie auch ein weiterhin Dutzende Peitschenschläge in Kauf nehmen. Dann würde auch keiner auf Männerseite mehr Krokodilstränen über männliches Obdachlose, männliche Lebenserwartung, männliches Schulversagen oder die Wehrpflicht vergießen.

          Und noch was: ich glaube, dass Männer nicht nur wegen ihrer Familie zu Höchstleistungen anzuspornen sind: Haben Charles Darwin oder Newton oder Einstein ihre wissenschaftlichen Leistungen für ihre Familien gemacht? Das wäre mir neu.

        • @ Adrian

          *So? Eben gerade hat Google ein neues Tablet auf den Markt gebracht. Die Maschinerie funktioniert immer noch ausgezeichnet.*

          Unbedingt.

          Ein neuer Tablet-PC wird’s rausreißen.

          Wird der eigentlich in China produziert?

          *Und noch was: ich glaube, dass Männer nicht nur wegen ihrer Familie zu Höchstleistungen anzuspornen sind: Haben Charles Darwin oder Newton oder Einstein ihre wissenschaftlichen Leistungen für ihre Familien gemacht? Das wäre mir neu.*

          Ja, Adrian, ja. NICHT JEDER MANN STRENGT SICH FÜR FRAU UND KIND AN (oder um eines Tages solche einmal zu haben).

          Aber die MASSE der normalen Männer, die nicht Darwins, Newtons, Einsteins Begabung haben, die nicht Raffael oder Michelangelo heißen, die in ganz normalen öden Berufen den Laden am Laufen halten, die keine sozialkommunikativen Selbstverwirklichungsjobs („Irgendwas Kreatives, mit Medien.“) machen, DIE VERDIENEN DIE MASSE DER STEUEREINNAHMEN, die schaffen die materiellen und technischen Voraussetzungen für das Funktionieren auch unserer sozialstaatlichen Infrastruktur.

          Diese Masse wird auch gebraucht, sollte diese Ordnung je etwa von radikalen Islamisten herausgefordert werden. Es sind nicht die Einsteins und Darwins, die Einkaufszentren stürmen, ihr Leben riskieren müssen, DAZU BEREIT SEIN MÜSSEN, um Terrorist.I.nnen auszuschalten, die Geiseln ermorden.

          Von den in Kenia aktiven islamistischen Kämpfer.I.nnen kamen etliche aus Finnland, USA, Kanada, Großbritannien.

          Sie werden auch bei uns wieder zuschlagen. Das ist sicher.

          So sicher ich erwarte, dass in längstens 100 Jahren in Europa nur noch die Katholische Kirche und der europäische Islam aufrecht stehen werden.

          Der Rest ist Konsumistenflugsand.

          Unbedeutend.

          Nichts, worauf man bauen kann.

          Denn wofür werden Hedonisten wohl ihr Leben opfern?

          Wie werden sie Menschen gegenüberstehen, die dazu, genau dazu bereit sind?

          Wofür werden sie einstehen auf Leben und Tod, wenn es nötig sein wird?

          Und dass es nötig sein wird, dazu genügt ein flüchtiger Blick in die menschliche Geschichte.

        • @ Adrian:

          > Doch seien wir doch mal ehrlich: Den Maskulismus würde es nicht geben, wenn Frau Euch ab und an loben würde.

          Kommt wohl darauf an, wen du fragst. Martin van Creveld beendet sein Buch „Das bevorzugte Geschlecht“ ja tatsächlich mit der Erklärung, dass er statt einer Bewegung für Männer einfach nur ab und zu ein „Danke, Kamerad“ erwarte. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.

        • „Der radikale Feminismus macht natürlich einen entscheidenden Fehler weil er Männern das Lob versagt, das eben ab und an angebracht ist, damit Mann den Karren weiter zieht“

          Das entspricht dem, was Girlwriteswhat hier (http://www.youtube.com/watch?v=rlvMAS_20K4) als Argument raus pult: Für Respekt der Person und seiner Rolle gegenüber sind Männer sogar bereit, in den Krieg zu ziehen.
          Trotzdem sind immer weniger Männer bereit zu heiraten.
          Das kann nicht mit Angst zu tun haben. Ehe ist nicht schlimmer als Krieg.
          These: Es hat mit Mangel an Respekt zu tun. Ein Mann wird nicht mehr dafür geachtet, wenn er Familie (und Gesellschaft) ernährt.

          Die Frage ist, ob dieser Trend den Tipping Point erreicht.
          Wenn ja, hat Roslin recht und die Gesellschaft kollabiert unter dem Mangel an Leistungsträgern. Wenn nein, hat Adrian recht und die verbleibenden Männer wurden gerade noch genug gelobt.

          „Und noch was: ich glaube, dass Männer nicht nur wegen ihrer Familie zu Höchstleistungen anzuspornen sind“

          Einerseits. Und wir wissen auch, wie die Sixtinische Kapelle bemalt wäre, wenn Michelangelo nicht schwul gewesen wäre: Mit einer Rolle in Weiß.

          Andererseits: Wieviele der Männer auf einer Ölplattform machen den Job wohl, weil sie ihn toll finden und wieviele machen ihn, weil sie das Geld für ihre Familie brauchen?
          Es geht um die Art von Leistungsträgern. Die, die die notwendigen Scheißarbeiten machen. Die, die die Jobs auf der Liste der tödlichsten Jobs ausführen.
          Wer nicht davon ausgeht, dass er einmal eine Familie ernähren muss, wird nicht Dachdecker.
          Würde mich nicht wundern, wenn das nicht mit eine Rolle spielt, warum das Handwerk keine Lehrlinge mehr findet.

        • „Denn wofür werden Hedonisten wohl ihr Leben opfern?“

          Erstens verwechselst Du Konsum mit Hedonismus (und bezeichnet bei Lichte besehen eigentlich jeden als Hedonisten der nicht Deiner Religion und Deinen moralischen Anschauungen folgt) und zweitens hätte ein Hedonist durchaus Grund, sein Leben zu opfern: nämlich für die Fortführung des Hedonismus.

          Da ich Dich mittlerweile derart einschätze, dass Du Dich ohne größere Probleme in ein islamischen Gottesstaat einfügen würdest – ihn vermutlich sogar der „westlichen Dekadenz“ vorziehst – hätte ich bspw. allen Grund, Dich aufzuhalten, und würde dies auch tun.

        • @ Adrian

          *nämlich für die Fortführung des Hedonismus.*

          Dann nur zu.

          Es wird notwendig werden.

          *Da ich Dich mittlerweile derart einschätze, dass Du Dich ohne größere Probleme in ein islamischen Gottesstaat einfügen würdest – ihn vermutlich sogar der “westlichen Dekadenz” vorziehst – hätte ich bspw. allen Grund, Dich aufzuhalten, und würde dies auch tun.*

          Da täuschst Du Dich.

          Ich bin nur nicht bereit, für DIESE Zivilisation mein Leben auf’s Spiel zu setzen.

          Das erledigen dann ja Hedonisten für mich.

          Und ich kann mich selbst verwirklichen.

        • „Ich bin nur nicht bereit, für DIESE Zivilisation mein Leben auf’s Spiel zu setzen.“

          Ich glaube eher, Du wärest nicht bereit für irgendeine Zivilisation Dein Leben aufs Spiel zu setzen. Nicht mal für die Katholische Kirche.

          „Und ich kann mich selbst verwirklichen.“

          Dann tu das doch bitte. Aber wirf anderen dann nicht vor, dies ebenfalls zu wollen.

        • Wer nicht davon ausgeht, dass er einmal eine Familie ernähren muss, wird nicht Dachdecker.

          Guter Punkt.

          Ich denke auch nicht, dass Bestätigung durch Frauen Männer zu Höchstleistungen Antreibt.

          Es ist wohl eher eine davon unabhängige Leidenschaft.

          Gerade wenn man davon ausgeht, dass das etwas mit sexueller Selektion zu tun hat müsste dieser Antrieb für sich alleine stehen, also „proximate cause“ sein.

          Wir haben ja auch keinen Drang zu Sex, weil wir uns davon Kinder versprechen..

        • @ Atacama

          „Wo ihr schon dabei seid, lest doch mal dieses Buch hier. Ist recht alt, aber gut“

          Ich finde dieses Buch von Erich Fromm auch ziemlich gut.

        • @Atacama

          “Wo ihr schon dabei seid, lest doch mal dieses Buch hier. Ist recht alt, aber gut”

          Es ist ein wenig aus der Mode gekommen. Stand in den 70ger Jahren neben „Haben oder Sein“ in jeder WG-Küche

        • „Der radikale Feminismus macht natürlich einen entscheidenden Fehler weil er Männern das Lob versagt, das eben ab und an angebracht ist, damit Mann den Karren weiter zieht, mit der Frau auf dem Kutschbock; die Peitsche in der Hand.

          Doch seien wir doch mal ehrlich: Den Maskulismus würde es nicht geben, wenn Frau Euch ab und an loben würde.“

          Ausgesprochen guter Punkt. Würde dem Mann als solchem mehr Respekt, Anerkennung und Achtung seitens der Gesellschaft zuteil, wäre ich persönlich auch bereit, noch deutlich mehr Benachteiligungen hinzunehmen und mehr Lasten zu tragen.

          So wie es auch meine Großväter waren.

          Aber diskriminiert und dafür auch noch beschimpft werden, das geht mir zu weit.

    • ..wie kann sich Farrell nur so täuschen, in die Irre geführt von rechten Verschwörungstheoretikern, ganz bestimmt.

      Wen man Autoritäten bemüht demonstriert man schnell mal unbemerkt seine Unbeholfenheit.

      From “day one” the leading universities’ women’s studies’ departments had skipped right past that—and into Marxist feminism with its paradigm of males-as-oppressor/females-as-oppressed.

      Farrell spuckt eben auch nicht immer Goldbrocken. Meine Güte, was in den USA seit McCarthy alles so als „Marxist“ gilt..

      Der Kerngedanke des Marxismus ist wohl nicht der, dass eine Gruppe eine andere unterdrückt. Dieser Gedanke ist schlicht und einfach der Kern des uralten Begriffes „Unterdrückung“

      Folgt man dieser „Logik“, ist _jede_ identitätspolitische Befreiungsbewegung der Geschichte „Marxistisch“.

      Das ist Unterschichtsfernsehpolitologie für Dorfpfaffen auf der Suche nach den neusten Schweinereien des Lieblingssatans.

      Kerngedanke des Marxismus ist der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. Marxistischer Feminismus ordnet das Geschlechterverhältnis in diesen Widerspruch ein, mit besonderem Fokus auf den Aspekt der Reproduktion der Arbeitskraft, was eben eine traditionell weibliche Domäne ist.

      Cara Zetkin:

      Wir erwarten unsere volle Emanzipation weder von der Zulassung der Frau zu dem, was man freie Gewerbe nennt, und von einem dem männlichen gleichen Unterricht – obgleich die Forderung dieser beiden Rechte nur natürlich und gerecht ist – noch von der Gewährung politischer Rechte. Die Länder, in denen das angeblich allgemeine, freie und direkte Wahlrecht existiert, zeigen uns, wie gering der wirkliche Wert desselben ist. Das Stimmrecht ohne ökonomische Freiheit ist nicht mehr und nicht weniger als ein Wechsel, der keinen Kurs hat. Wenn die soziale Emanzipation von den politischen Rechten abhinge, würde in den Ländern mit allgemeinem Stimmrecht keine soziale Frage existieren. Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.

      This is what marxist feminist looks like.

      Was sich in den „Womans Studies“ zunächst etablierte war eher Radikalfeminismus, und dieser ging bekanntermaßen davon aus dass das Patriarchat Hauptwiderspruch und damit Ursache aller Unterdrückungsformen ist. Die historischen Wurzeln dafür liegen eher in der Bürgerlichen Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts, die nun rein gar nichts mit den Sozialisten zu schaffen haben wollte.

      Michael Kimmel wiederum ist wohl ganz klar der Connell-Schiene zuzuordnen, der wiederum den Gramsci auf Patriarchat umgedichtet hat. Soweit also Gramsci Marxistisch war, hat Connell ihn damit vom Marxismus entkernt: Die „Patriarchale Dividende“ substituiert bei ihm eben den Widerpruch zwischens Kapital und Arbeit. In der Anfangszeit der „Womans Studies“ waren selbst die allerdings auch ganz böse Männer.

      Von daher auch der Bezug zu den „Cultural Studies“.

      Alles natürlich für die Galerie.

      • @ Nick

        * Die historischen Wurzeln dafür liegen eher in der Bürgerlichen Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts, die nun rein gar nichts mit den Sozialisten zu schaffen haben wollte.*

        Die historischen Wurzeln liegen zunächst einmal hier:

        http://www.redstockings.org/index.php?option=com_content&view=article&id=76&Itemid=59

        Das magst Du ja gerne pseudomarxistische Umdichtung des ursprünglichen, reinen Marxismus nennen, Verfälschung, was auch immer – soll das die Linke in ihren Reihen klären und die Irrlehrer exkommunizieren.

        Was sie allerdings in Masse nicht tut.

        Im Gegenteil.

        Ich nenne das Kulturmarxismus, der die Zerstörung der „bürgerlichen“ Gesellschaft anstrebt, indem er ihre kulturellen Grundlagen angreift und zu zerstören versucht.

        Und es war DIESER feministische Marxismus, der die Gender Studies in den USA prägte und prägt.

        Man greift die kulturellen Grundlagen an, nachdem der Angriff auf ihre ökonomischen Grundlagen (vorerst) gescheitert ist.

        Und dabei kommt man, dank der Unterstützung durch „moderne“ Kapitalisten (Handel, Finanz, Konsum) sehr gut voran, denen die kulturellen Grundlagen mittlerweile auch zum Umsatzhindernis geworden sind.

        • Die historischen Wurzeln liegen zunächst einmal hier:

          Die historischen Wurzeln des Radikalfeminismus liegen also im Radikalfeminismus 😀

          Das magst Du ja gerne pseudomarxistische Umdichtung des ursprünglichen, reinen Marxismus nennen..

          Das hat mit Reinheit nichts zu tun. Es geht darum, dass Marxismus eine komplett andere Diagnose stellt als Radikalfeminismus. Die Frage, ob eine der beiden Diagnosen was taugt ist eine völlig andere.

          Ich nenne das Kulturmarxismus, der die Zerstörung der “bürgerlichen” Gesellschaft anstrebt, indem er ihre kulturellen Grundlagen angreift und zu zerstören versucht.

          Gut. Dann nenne ich alles Katholensündenbockismus, was irgendwelche Gruppen als sozialschädliche Teufel an die Wand malt und für den kurz bevorstehenden Weltuntergang verantwortlich macht 😀

          Was? Ich habe wesentliche Kerngedanken des Katholizismus verkannt? Nein, sowas..

          Und es war DIESER feministische Marxismus, der die Gender Studies in den USA prägte und prägt.

          Nein, es war die katholische Kirche, die den Faschismus prägte und prägt, und die immer wieder Weltkriege anzettelt 😀

          Man greift die kulturellen Grundlagen an, nachdem der Angriff auf ihre ökonomischen Grundlagen (vorerst) gescheitert ist.

          Man greift den gesellschaftlichen Frieden an, nachdem die Frauen nicht freiwilig in die Klöster strömten..

          Und dabei kommt man, dank der Unterstützung durch “moderne” Kapitalisten (Handel, Finanz, Konsum) sehr gut voran, denen die kulturellen Grundlagen mittlerweile auch zum Umsatzhindernis geworden sind.

          ..zum Nutzen der Transnationalen Waffenkapitalisten.

          Eine sehr krude Sündenbockideologie, dein Weltbild.

          Der Verfall deiner schöner heilen alten Welt – die wohl reichlich verklärt ist – hat viele Ursachen, und die meisten davon sind materieller Natur. Bisher jeder Strukturwandel hat massiv „kulturelle Grundlagen“ „zerstört“, das Spielchen läuft schon seit der neolithischen Revolution. Adam und Eva und so..

      • Dabei darf natürlich ein Name nicht unerwähnt bleiben, die kürzlich verstorbene Shulamith Firestone

        http://www.newyorker.com/reporting/2013/04/15/130415fa_fact_faludi

        *In some two hundred pages, “Dialectic” reinterpreted Marx, Engels, and Freud to make a case that a “sexual class system” ran deeper than any other social or economic divide. The traditional family structure, Firestone argued, was at the core of women’s oppression. “Unless revolution uproots the basic social organization, the biological family—the vinculum through which the psychology of power can always be smuggled—the tapeworm of exploitation will never be annihilated,” Firestone wrote. She elaborated, with characteristic bluntness: “Pregnancy is barbaric”; childbirth is “like shitting a pumpkin”; and childhood is “a supervised nightmare.” She understood that such statements were unlikely to be welcomed—especially, perhaps, by other women. “This is painful,” she warned on the book’s first page, because “no matter how many levels of consciousness one reaches, the problem always goes deeper.” She went on:

        Feminists have to question, not just all of Western culture, but the organization of culture itself, and further, even the very organization of nature. Many women give up in despair: if that’s how deep it goes they don’t want to know.*

        Dieser „marxistische“ Feminimus ist es, den Farrell meint.

        Natürlich kann man den Folge einer bürgerlichen Bewegung nennen, denn auch Firestone kommt aus einer zutiefst bürgerlichen Familie.

        Wie auch Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao.

        • Feminists have to question, not just all of Western culture, but the organization of culture itself, and further, even the very organization of nature.

          Ja mei, die neolithische Revolution ist schuld. Das steht auch in der Bibel.

          Dieser “marxistische” Feminimus ist es, den Farrell meint.

          Er sollte wohl besser vom „biblischem Feminismus“ sprechen. Das ergäbe etwas mehr Sinn.

          Natürlich kann man den Folge einer bürgerlichen Bewegung nennen, denn auch Firestone kommt aus einer zutiefst bürgerlichen Familie.

          Zumindest scheint dieser Feminismus sehr stark von bürgerlichen Weiblichkeitsvorstellungen geprägt zu sein.

          Als Ursache würde ich eben eine weibliche Identitätskrise ausmachen.

          Man kann sie natürlich auch, wie du das offenbar tust, auf ein Podest sehr großer Geschichtswirksamkeit stellen.

          In meinen Augen ist das genau das, was Alice Schwarzer betreibt. Die schreibt ja sogar den Pillenknick ihrem segenreichem Wirken zu.

    • @ Roslin

      Na, dann gehen wir es mal durch.

      „Kulturmarxismus, den es ja, wie wir unablässig von unseren Forumslinken hören, eigentlich gar nicht gibt, nur einer üblen Verschwörungstheorie rechter, antisemitischer Kreise entspringt“

      Richtig – und würdest du dich in linken Kreisen bewegen anstatt dein „Wissen“ aus den pseudowissenschaftlichen Propagandaschriften konservativer/rechter Verschwörungstheoretiker zu beziehen, (die regelmäßig keine Belegquellen für ihre Behauptungen angeben), wüsstest du das auch.

      Gerne fordere ich dich auf mal ein halbes Jahr oder ein Jahr Feldforschung innerhalb der Linken und ihrer verschiedenen Spektren zu betreiben und nach deinen „Kulturmarxisten“ zu suchen. Tu das – und dann berichte mal, wie viele du gefunden hast.
      Dummerweise hat in allen linken Kontexten, die ich seit meiner Jugend kenne, (und das sind viele), nämlich noch kein Mensch von so etwas gehört. Die „Kulturmarxisten“ scheinen sich so gut zu verstecken, dass innerhalb der Linken niemand sie kennt. Nur in den Schriften konservativer/rechter Verschwörungstheoretiker treten sie auf – merkwürdig.

      „(unbeschadet der Tatsache, dass auch viele Juden dieser rechten “Legendenbildung” aufsitzen,“

      Tatsächlich? Es gibt also VIELE Juden, die sich auf die Ideologie des „Cultural Marxism“ des antisemitischen Verschwörungstheoretikers William S. Lind und Konsorten positiv beziehen? Sich als Jude auf diese ideologische Strömung positiv zu beziehen, mutet in der Tat ähnlich an, wie ein Schwarzer der den Ku-Klux-Klan loben würde.
      Dass es Juden gibt, die sich auf das Konstrukt des „Cultural Marxism“ von Lind & Co positiv beziehen, müsste allerdings erstmal belegt werden.
      Konservative Juden, die die Frankfurter Schule kritisieren, sind nicht zwangsläufig Anhänger der spezifischen Ideologie von Lind & Co.
      Und wenn ihre Kritiken unfundiert und unbelegt daherkommen, muss man sie übrigens ebenfalls nicht ernst nehmen.

      „das ist die diskursive Massenvernichtungswaffe linker Ideologen, um ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen“

      Hat Lind eine Rede auf einer Konferenz der Antisemiten von Barnes Review gehalten, wie das SPLC-Center behauptet – ja oder nein?

      http://www.splcenter.org/get-informed/intelligence-report/browse-all-issues/2002/fall/mainstreaming-hate

      Ich habe schon vor Monaten nach eine Stellungnahme von Lind zu dieser Sache gesucht aber keine gefunden. Wenn du eine kennst, kannst du sie gerne hier posten, dann schaue ich mir an, was er dazu sagt.

      Zu Barnes Review:

      http://en.wikipedia.org/wiki/Barnes_Review

      Ein Zitat von Willis Cato, einem der Ideologen dieser Organisation:

      http://www.splcenter.org/get-informed/intelligence-files/profiles/willis-carto

      „Without a means of confronting the onrushing third world, white civilization is doomed. It can do nothing else but deteriorate to a third world level with all that implies: the final triumph of liberalism; political correctness; a garbage culture; poverty; the extermination of the middle class and then Marxism. It means Jewish political and cultural domination, including a political tyranny comparable to Stalinism.“

      Ist das Antisemitismus, ja oder nein?

      (Auf die sonstigen antisemitischen Elemente in den Schriften von Lind selbst, komme ich ein anderes Mal ausführlicher zurück.)

      Ansonsten scheint deine Argumentation darauf hinauszulaufen, dass es, weil es Anfang der 70er Jahre (!) in Universitäten in den USA laut Farrell eine männerfeindliche Variante eines radikalen Feminismus gegeben habe, der an marxistische Theorien anknüpfte, deshalb das ganze idiotische Konstrukt von Lind & Co stimmen würde und außerdem die heute (!) dominierenden Formen des radikalen Feminismus marxistisch inspiriert seien.
      Das ist natürlich Unsinn.

      Zum ersten Punkt ist zu sagen, dass keine einzige der vielen vollständig oder teilweise falschen Behauptungen in den Schriften der konservativen/rechten „Anti-Kulturmarxismus“- Verschwörungstheoretiker auch nur einen Deut richtiger wird, falls es in den frühen 70er Jahren in den USA eine Variante des radikalen Feminismus gegeben hat, die an marxistische Theorien anknüpfte.

      Zu diesem Aspekt mal ein paar Beispiele (viele weitere könnten gegeben werden):

      – In den Theorien der Frankfurter Schule gibt es kein PC-Feindbild „Heterosexuelle“ – im Gegenteil – die meisten Theoretiker der Frankfurter Schule hielten Homosexualität für eine Fehlentwicklung (einzige positive Ausnahme hier war Marcuse), sie brachten Homosexualität (und nicht etwa Heterosexualität) in Verbindung zu autoritären Persönlichkeitsstrukturen, bedienten damit das homophobe Klischee vom „schwulen Nazi“ und begünstigten homophobe Tendenzen innerhalb der Linken.

      http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:1Yz2vKRX0QEJ:www.linke-buecher.de/texte/Psychologie/Homophobie-der-68-er-Ursachen-die-Kritische-Theorie.html+&cd=9&hl=de&ct=clnk&gl=de

      Dafür sind sie zu Recht innerhalb der Linken kritisiert worden.

      Diese Einstellung zur Homosexualität ist nun allerdings das genaue Gegenteil von dem, was Lind & Co behaupten, die nämlich das PC-Feindbild des „weißen, heterosexuellen Mannes“ fälschlich auf die Frankfurter Schule zurückführen, (obwohl es tatsächlich aus einer einseitigen und dogmatischen us-amerikanischen Rezeption des französischen Poststrukturalismus stammt).

      Der einzige der bekannteren Theoretiker der Frankfurter Schule, der Homosexualität nicht pathologisierte, war Marcuse – bei dem es aber auch kein „Feindbild Heterosexualität“ gibt, da er sexuelle Freiheit für Heterosexuelle und Homosexuelle befürwortete – nicht vereinbar mit „Knutschverbot“.

      – Und hier mal einer der zahlreichen Unsinnssätze von Lind:

      „Die Frankfurter Schule kombinierte Marx mit Freud, und spätere Einflüsse (einige faschistische genauso wie marxistische) fügten Sprachwissenschaft hinzu, um die „Kritische
      Theorie“ und „Dekonstruktivismus“ zu entwickeln.“

      (aus: History of Political Correctness)

      Neben der interessanten Frage, welche “faschistischen“ Einflüsse denn hier gemeint sein sollen, (wie üblich fehlen jegliche Erklärungen oder Belegquellen), fällt sofort der Unsinn ins Auge die literaturwissenschaftliche Methode der Dekonstruktion auf die Frankfurter Schule zurückzuführen.
      Die Methode der Dekonstruktion ist von dem französischen Poststrukturalisten Jacques Derrida in Anlehnung an Heidegger entwickelt worden und hat mit der Frankfurter Schule nichts zu tun.

      Oder hier:

      „Kulturelle Marxisten verwenden eine linguistische Analysemethode, die Dekonstruktion.“

      (aus: History of Political Correctness)

      Das ist schon fast peinlich – denn das diese Methode in der Regel nicht von “Neo-Marxisten” in der Tradition der Kritischen Theorie verwendet wird, sondern von Poststrukturalisten in der Tradition von Derrida, ist nun nicht gerade schwer zu ermitteln.

      – Auch augenfällig: Georg Lukács wird manchmal und Wilhelm Reich häufig als Mitglied der Frankfurter Schule bezeichnet, obwohl beide nie Mitglieder der Frankfurter Schule waren.

      – Falsch ist übrigens auch die Herleitung der Theorien der Frankfurter Schule von Gramsci. Die Theoretiker der Frankfurter Schule waren nicht von Gramsci beeinflusst. Ihre wesentlichen theoretischen Quellen waren: Marx, Freud, Hegel, Schopenhauer, Kant, Nietzsche und Georg Lukacs (von letzterem wurde die Kritik an der Verdinglichung, also am Prinzip der Zweckrationalität, übernommen) – aber nicht Gramsci.
      Die theoretischen Quellen der Frankfurter Schule können eigentlich jedem Einführungs- oder Überblickswerk zur Kritischen Theorie entnommen werden.

      – Herbert Marcuse wird von Lind & Co für Gender Studies, Queer Studies, Critical Whiteness etc. verantwortlich gemacht – obwohl diese vulgär-poststrukturalistisch geprägten theoretischen Richtungen sich in der Regel nicht auf ihn beziehen, sondern an ganz andere Quellen anknüpfen. In keinem (!) der Standardwerke zur Einführung in die genannten theoretischen Strömungen, bei denen ich im Literaturverzeichnis oder Personenregister nach Marcuse fahndete, wurde dieser auch nur erwähnt. Marcuse spielt in diesen Richtungen definitiv keine nennenswerte Rolle.

      Das nur als ein paar Beispiele, könnte aber fortgesetzt werden. Es wimmelt nur so von falschen Behauptungen solcher Art in den Werken deiner Lieblingsideologen. Nichts davon wird in irgendeiner Weise wahrer durch den Artikel von Farrell.

      Auf den marxistischen Feminismus komme ich dann gleich mal zu sprechen, jetzt gehe ich erstmal was essen.

      • @Leszek

        „Konservative Juden, die die Frankfurter Schule kritisieren, sind nicht zwangsläufig Anhänger der spezifischen Ideologie von Lind & Co.“

        Kleiner Tip: Diese gilt nicht nur für konservative Juden, sondern ganz allgemein für Kritiker der Frankfurter Schule
        Du solltest dabei darauf achten, nicht jeden mit dem Vorwurf der „rechten Anti-Kulturmarxismus Verschwörungstheorie “ zu überziehen, die zudem noch „antisemitisch, homophob und antilinks“ sei.
        Grund: Es verunmöglicht eine adäquate Reaktion auf das jeweils Gesagte deines Gegenübers, erfülllt nur dein Bedürfnis nach
        Kategorisierung
        Also nochmal: immer genau hinschauen ,was jemand sagt oder schreibt !!

    • @ Roslin

      Ach ja – das hier noch kurz:

      „Und es war DIESER feministische Marxismus, der die Gender Studies in den USA prägte und prägt.“

      Das ist klar falsch. Denn durch den massiven Einbruch des Poststrukturalismus in die Universitäten der USA – und die merkwürdige us-typische rigide, dogmatische und einseitige Interpretation des Poststrukturalismus – wurden marxistische Strömungen massiv zurückgedrängt. Daher wird dort in der Regel schon lange nicht mehr an marxistische oder neo-marxistische Strömungen angeknüpft – leider!
      Nirgendwo (außerhalb Frankreichs) war der Poststrukturalismus akademisch so erfolgreich wie in den USA – und das hat den Marxismus dort akademisch weitgehend erledigt.

      Dies und vieles andere kann nachgelesen werden in:

      Mathias Hildebrandt – Multikulturalismus und Political Correctness in den USA

      http://www.amazon.de/Multikulturalismus-Political-Correctness-den-German/dp/3531148761/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1380385910&sr=1-2&keywords=multikulturalismus+political+correctness

      • @ Leszek

        Es mag Dich enttäuschen, Leszek, aber Lindt hat mich bisher noch nicht interessiert. Sollte der Begriff „Kulturmarxismus“ von ihm stammen, finde ich ihn trotzdem treffend, bezeichnet er doch korrekt den neuen, verschobenen Angriffspunkt dieser feministischen Linken.

        Ich glaube Dir gerne, Leszek, dass Du als Zeitzeuge und Teilnehmer linker Bewegungen keinen Kulturmarxismus erlebt hast, Farrell aber hat eine Form des Feminismus erlebt, die er marxistisch nennt, die (Firestone > Red Stockings Manifesto) den Marxismus kulturell ummünzt, die ich Kulturmarxismus nenne, weil sie nicht in erster Linie die Besitzverhältnisse angreift, sondern den Geschlechterklassengegensatz als primären Widerspruch begreifend dessen Aufhebung als Lösung aller weiteren Ausbeutungs-und Unterdrückungsverhältnisse ansieht.

        Auch Farrell ist Zeitzeuge. Auch Erin Pizzey ist Zeitzeuge:

        *Erin: Yes, China [sie wurde in China geboren und erlebte dort die Anfänge des revolutionären Terrors der Maoisten] and they had marched up the driveway and they were arrested. They were very lucky, my parents, because they were just under house arrest. Most of the others were put into prisons. And I had one very close family member who came out completely insane from what happened to him. So, I had no love of Communism from the very beginning. From what I saw when I was in these great big collectives [der Frauenbewegung der späten 60’er-Jahre in GB] was really Marxism. We were all organized into groups in our own homes and told that we must have consciousness-raising sessions. And I remember the woman who came to our consciousness-raising and when she finished, I said this has nothing to do with women, this is actually Marxist. I said so we’re supposed to go to work full time and put our children into care provided by the state – like the Communist government – and why are we calling this liberation? And so very quickly I was booted out and went off to open a community center for mothers and children. And then I knew, once the donations came in, once the press picked it up–because the local paper–because my refuge by that point was full—I knew very well the sound of the feminist boots coming down to actually hijack the entire domestic violence industry and turn it into a billion dollar industry. Which they’ve done.

        Dean: Oh I see. Yet, I can already hear some people objecting. I’ve met a lot of women who consider themselves feminists in some form or other and they look at you like you’re from Mars if you say this business about it being Marxist in origin or…

        Erin: Yes, but most of them don’t even know anything about the beginning of this movement. And the thing I have to point out, very simply, the beginnings of the women’s movement happened way back when a lot of women were fighting for the rights of people, of Americans, to end the apartheid that was going on at that time. When they had finished marching for the civil rights movement—There’s a whole storied history that you can read it. They came back and decided that the leftist women wanted their own movement. So instead of it being Capitalism, which everyone was against in the left wing movements, they simply changed the goal posts and said it was Patriarchy. Everything was because of men, because of the power that men have over women. And then the second part of their argument was that all women are victims of men’s violence because it’s The Patriarchy. And that is such a lot of rubbish. Because, we know, and everybody in the business knows, that both men and women in interpersonal relationships can be violent. And that’s in every single study all across the Western world. All this time – 40 years – we’ve been living a big lie led by these Feminist women who essentially have created a huge billion dollar industry all across the world and they have shut the doors on men. No men can work in refuges; no men can sit on Boards; boys under the age of twelve often can’t go into the refuges. A mother has to make a difficult choice of what she should do.*

        Natürlich, „consciousness raising“ war eher eine stalinistisch-maoistische Methode, keine originär marxistische. Leider glaubten Stalin/Mao treue Jünger von Karl Marx zu sein und Millionen gaben ihnen recht.

        Wie auch Betty Friedan, die ja, welch Zufall, keineswegs die einfache Hausfrau war im Wohlstands-KZ von Suburbia war, sondern jahrelang Redakteurin der Parteizeitung der stalintreuen kommunistischen Partei der USA.

        *Professor Horowitz documents that Friedan was from her college days, and until her mid-30s, a Stalinist Marxist, the political intimate of the leaders of America’s Cold War fifth column and for a time even the lover of a young Communist physicist working on atomic bomb projects in Berkeley’s radiation lab with J. Robert Oppenheimer. Her famous description of America’s suburban family household as „a comfortable concentration camp“ in „The Feminine Mystique“ therefore had more to do with her Marxist hatred for America than with any of her actual experience as a housewife or mother. (Her husband, Carl, also a leftist, once complained that his wife „was in the world during the whole marriage,“ had a full-time maid and „seldom was a wife and a mother“).

        It is fascinating that Friedan not only felt the need to lie about her real views and life experience then, but still feels the need to lie about them now.*

        http://www.writing.upenn.edu/~afilreis/50s/friedan-per-horowitz.html

        Gewiss keine Kulturmarxistin, aber Marxistin. Und Stalinistin.

        Hier

        * So instead of it being Capitalism, which everyone was against in the left wing movements, they simply changed the goal posts and said it was Patriarchy. Everything was because of men, because of the power that men have over women. And then the second part of their argument was that all women are victims of men’s violence because it’s The Patriarchy.*

        beginnt für mich der Umschwung zu „Kulturmarxismus“.

        Der ja angesichts des massiven Einflusses marxistischen Denkens in der Bewegung gar nicht mehr schwer fiel, der sogar opportun war angesichts des unüberwindlichen Charmes der Konsumgesellschaft – ein geschicktes Manöver („Alle Wege von 68 führen letzten Endes in den Supermarkt“).

        Konnte man sich doch so der Unterstützung der Herren des Geldes versichern.

        Offenbar soll der MASSIVE Einfluss des Marxismus auf den Feminismus ebenso verschleiert und abgeleugnet werden durch Tabuisierung wie der massive Einfluss lesbischer Frauen in dieser Bewegung.

        Es ist ja schon grotesk, wie hier versucht wird, den von links ausgehenden (u.a auch Beauvoir – Stalin-, Mao-, Castro-Bewunderin), von links vorangetriebenen, von links ideologisch aufgebauten Feminismus, der sich selbst mehrheitlich als linke Bewegung präsentiert und begreift und von einer Mehrheit der Linken unterstützt wird, zu einer konservativen, bürgerlichen Was-auch-immer-Bewegung zu machen, die nur eines nicht sein darf: LINKS.

        Damit der Ehrenschild der guten linken Bewegung rein bleibt, muss wohl alles, was sich nicht als so sonderlich gut und rein herausstellt, als nichtlinks erwiesen werden.

        Und wenn die Schwarte dabei noch so kracht.

        Peter Hitchens, noch ein Zeitzeuge, Ex-Trotzkist, beschrieb die subversive Funktion, die der Masseneinwanderung im linken Denken seiner Kreise zugedacht war (Auflösung der hegemonialen weißen Gesellschaft GBs). Die ist ja nun gelungen und etliche britische Großstädte werden in wenigen Jahrzehnten moslemische Mehrheiten haben.

        Ob deren Hegemonie angenehmer wird?

        Wir werden sehen.

        Ich verstehe mich jedenfalls mit dem Kollegen aus Syrien (Kurde, moderat konservativer, gläubiger Moslem, sehr besorgt um die zahlreichen Familienmitglieder, die noch im Bürgerkrieg festsitzen) in der Notaufnahme des katholischen Krankenhauses im Nachbarort sehr gut, stimme mit ihm sicher in mehr Fragen überein als mit Volker Beck. (Nein, Adrian, der Kollege will keinen moslemischen Gottesstaat, allerdings auch nicht die „Schwulenehe“, im Gegensatz zu mir übrigens).

        • Offenbar soll der MASSIVE Einfluss des Marxismus auf den Feminismus ebenso verschleiert und abgeleugnet werden durch Tabuisierung

          Das ist Unsinn, deine Analyse bewegt sich einfach auf dem Niveau eines gewissen Herrn Rosenbrock.

          Zuzüglich dem Sündenbock, den du für den Verfall deiner heilen alten Welt verantwortlich machst.

          Es gibt an der autoritären Linken nichts zu beschönigen, allerdings hat sie mit den gleichen Mitteln agiert wie die autoritäre Rechte. Dein Konservativismus hat so gesehen genausoviel Dreck am Stecken.

          Feminismus ist eine andere Kategorie, und wenn irgendwelcher Matriarchatskitsch (darauf läuft die Idee vom Patriarchat als Ursprung aller Unterdrückung hinaus) sich bei Mao bedient dann hat das mit Marx oder Marxismus nichts mehr zu tun.

        • @ Roslin

          „Es mag Dich enttäuschen, Leszek, aber Lindt hat mich bisher noch nicht interessiert.“

          Nö, enttäuscht mich nicht.
          Dass DU NICHT antisemitisch, rassistisch, homophob oder sonst irgendwie menschenfeindlich motiviert bist, weiß ich ja, (für Lind & Co gilt das aber eben nicht).

          Unzutreffende und potentiell schädliche Ansichten, Begriffe, Konzepte oder unkritische Bezugnahmen auf fragwürdige Quellen müssen aber nunmal auch kritisiert werden, wenn sie von dir kommen.

          „(…) die ich Kulturmarxismus nenne, weil sie nicht in erster Linie die Besitzverhältnisse angreift, sondern den Geschlechterklassengegensatz als primären Widerspruch begreifend dessen Aufhebung als Lösung aller weiteren Ausbeutungs-und Unterdrückungsverhältnisse ansieht.“

          Das ist aber nunmal klassischer Radikalfeminismus, auch wenn er im marxistischen Gewand daherkommt. Und wenn das marxistische Gewand abgeworfen wird, bleibt es immer noch klassischer Radikalfeminismus, daran ist einfach nichts originär Marxistisches oder Neo-Marxistisches – und es ist auch keine Idee, die in neomarxistischen Theorien und Diskursen, (die heutzutage ohnehin marginal sind), eine nennenswerte Rolle spielen würde.

          Die radikalfeministische Idee vom Patriarchat als Hauptwiderspruch, (von dem sich angeblich alle anderen Mißstände herleiten und mit dessen Auflösung alle anderen Mißstände verschwinden), hat sich innerhalb der Linken nie durchsetzen können, ich kenne KEINE EINZIGE linke Strömung, die dies in ihre theoretischen Grundlagen übernommen hätte.

          Da du dies ja hin und wieder behauptest, müsstetst du es aber auch belegen können.
          Also: Wo finden sich denn zeitgenössische Prinzipienerklärungen, Parteiprogramme, programmatische Texte, Einführungstexte, zentrale theoretische Texte irgendeiner heue einflussreichen linken Strömung, die das so vertreten würde.
          Wenn es eine solche Strömung gäbe, müsste dies ja nachweisbar sein, es müsste zahlreiche Texte dazu geben, Debatten und Diskussionen innerhalb der Linken etc.

          Ist mir nichts von bekannt.

          Wenn du dazu Quellen nennen kannst – halbwegs aktuelle Quellen – schaue ich mir das gerne an.
          Ansonsten gilt: Wenn innerhalb der (aus zahllosen miteinander konkurrierenden Fraktionen bestehenden) Linken darüber nicht diskutiert und gestritten wird, dann gibt es das auch nicht!

          (Eine ausführliche Kritik an der Theorie vom Patriarchat als Hauptwiderspruch hat die anarchistische Frauenrechtlerin Janet Biehl formuliert – aber dabei ging es um eine innerfeministische Kritik.)

          „Peter Hitchens, noch ein Zeitzeuge, Ex-Trotzkist, beschrieb die subversive Funktion, die der Masseneinwanderung im linken Denken seiner Kreise zugedacht war.“

          Ja, nur halte ich Peter Hitchens für eine extrem aufmerksamkeitssüchtige Person, die stets erzählt, was radikale Konservative gerne hören wollen (und dabei noch narzisstisch den großen Büßer raushängen lässt).
          Trotzkismus ist außerdem kein Neo-Marxismus, sondern klassisch autoritärer Leninismus.

    • @ Roslin

      So, weiter geht´s.

      Beim Begriff „marxistischer Feminismus“ kann man grob drei Varianten unterscheiden:

      Der erste wäre ein marxistischer Feminismus, der unmittelbar an die klassische frauenrechtliche Tradition des Marxismus in der klassischen Arbeiterbewegung anknüpft. Diese Form des marxistischen Feminismus ist universalistisch orientiert, in der Regel nicht männerfeindlich, betrachter Frauenfeindlichkeit UND Männerfeindlichkeit als Gefahren für die Klassensolidarität und ist mit dem Paradigma des „Radical Feminism“ nicht vereinbar.
      In die Richtung dieser Form eines traditionellen marxistischen Feminismus gehen die Zitate aus einem marxistisch-feministischen Artikel, auf die Arne Hoffmann einmal auf Genderama hinwies:

      http://genderama.blogspot.de/2013/02/indymedia-sozialistische-kritik-der.html

      Auch hier können sich zwar typisch zeitgenössische feministische Fehler und Irrtümer finden, die einfach heutzutage allgemein verbreitet sind, aber diese sind hier meist leichter korrigierbar, denn eine männerfeindliche Haltung analog der im Radikalfeminismus wird hier als anti-marxistisch betrachtet.

      Davon zu unterscheiden ist die Form eines „marxististischen“ Feminismus in den 70er Jahren, auf die Farrell sich in seinen leider stark undifferenzierten Formulierungen bezieht: Im Grunde eine typische Variante des „Radical Feminism“,

      http://en.wikipedia.org/wiki/Radical_feminism

      die aber – wenig verwunderlich – dem damaligen Zeitgeist entsprechend gewisse Anleihen bei marxistischen oder neo-marxistischen Strömungen macht. Beispiele wären die frühe Catharine MacKinnon oder (wie von dir genannt) Shulamith Firestone.
      Das ist eigentlich typischer Radikalfeminismus, der mit der klassischen frauenrechtlichen Tradition des Marxismus nichts zu tun hat und lediglich – weil das in den frühen 70ern eben populär war – im marxistischen Gewand daherkommt.
      (Da ist so ähnlich, wie mit unserer geschätzten ehemaligen Mitkommentorin Lucia, die sich für eine „anarchistische Feministin“ hielt, obwohl sie in theoretischer Hinsicht keine wirklichen Anknüpfungspunkte an anarchistische Theorien, Werte, Prinzipien und Praxen hatte und ihre Ansichten mit der klassischen frauenrechtlichen Tradition des Anarchismus unvereinbar waren.)

      Diese Formen eines Radikalfeminismus mit marxistischen oder „neo-marxistischen“ Anleihen, die es in den 70er Jahren noch gab, (neben anderen Formen des Radikalfeminismus ohne solche Anleihen), wurden im weiteren Verlauf der Geschichte der modernen feministischen Strömungen weitgehend durch einen reinen Radikalfeminismus (ohne marxistische/neo-marxistische Anleihen) verdrängt und dieser wird inzwischen zunehmend von einem vulgär-poststrukturalistisch geprägten radikalen Feminismus verdrängt.

      (Es waren selbstverständlich auch nicht die marxistischen oder neo-marxistischen Elemente, die an diesem damaligen pseudo-marxistischen Radikalfeminismus problematisch waren, sondern die radikalfeministischen Elemente.)

      Dann gibt es auch noch eine dritte Variante eines marxistischen Feminismus, der wieder stärker an die eigentlich marxistische Tradition anzuknüpfen versucht, (dabei aber auch manchmal Elemente anderer feministischer Strömungen miteinbezieht). Mit dieser Richtung habe ich mich aber noch zu wenig beschäftigt, so dass ich mich hier einer Beurteilung enthalte.

      Insgesamt gilt aber, dass marxistischer Feminismus schon seit Jahrzehnten nur noch eine Randströmung innerhalb des Feminismus darstellt.
      Liberaler und marxistischer Feminismus wurden beide weitgehend vom klassischen Radikalfeminismus verdrängt, dieser wird jetzt vom vulgär-poststrukturalistisch geprägten Gender/Queer-Feminismus weitgehend verdrängt.

      Das Problem bei deinen Analysen ist oft, das überragende Feindbild Marxismus, dass dich die Komplexität und Vielfalt linker, sozialistischer, marxistischer und feministischer Strömungen in Geschichte und Gegenwart – wie diese miteinander konkurrieren, sich gegenseitig beeinflussen, sich voneinander abgrenzen, Paradigmenwechsel, Unterströmungen und Unter-Unterströmungen etc. – nicht angemessen erkennen lässt.
      Bei dir gibt es die Tendenz, dass stets alles zu einem monolithischen Feindbild Marxismus – als der Wurzel allen Übels – zusammenfließt.

      Das führt analytisch aber oft in die Irre. Die zeigenössischen Strömungen des radikalen Feminismus sind in der Regel nicht marxistisch oder neo-marxistisch orientiert.

      Und die Political Correctness ist kein „Neo-Marxismus“, sondern ein Vulgär-Poststrukturalismus, (siehe das ausgezeichente Buch von Mathias Hildebrandt).

      Es gibt im Marxismus freiheitliche Strömungen, die ich schätze (dazu gehört u.a. die Kritische Theorie der Frankfurter Schule) und autoritäre Strömungen, die ich als libertärer Sozialist verabscheue (z.B. Leninismus, Trotzkismus, Stalinismus, Maoismus).

      Aber bei aller berechtigten Kritik an tatsächlich autoritären Strömungen des Marxismus – nicht jede linke Strömung, die autoritär ist, ist deshalb auch marxistisch.

      Es gibt z.B. auch einen freiheitlichen und einen autoritären Poststrukturalismus.
      Freiheitlich ist (im Großen und Ganzen) der ursprüngliche französische Poststrukturalismus (dessen Hang zum Relativismus ich trotzdem kritisiere), autoritär ist ein größerer Teil des us-amerikanischen Poststrukturalismus – und diesem entstammt die Political Correctness und die politisch korrekte Identitätspolitik.

      Dies kann ideengeschichtlich nicht aus Marxismus und Neo-Marxismus erklärt werden – ist mit diesen theoretisch nicht kompatibel.

      Es ist ja m.E. auch durchaus leicht zu erkennen, dass die zeitgenössischen stark identitätspolitisch geprägten, politisch korrekten Strömungen in der Regel KEINE Anleihen bei marxistischen oder neo-marxistischen Theorien machen, (wenn doch, dann höchstens als Ausnahme von der Regel), sondern eben bei poststrukturalistischen Theorien.

      Daraus sollte ein intelligenter Mensch wie du dann vielleicht schließen, dass hier ein akademischer Paradigmenwechsel hin zu poststrukturalistischen Theorien vorliegt und nicht ständig einen Marxismus versuchen dort hinein zu interpretieren, wo nun einmal in der Regel faktisch kein Marxismus ist.

      • „…wurden im weiteren Verlauf der Geschichte der modernen feministischen Strömungen weitgehend durch einen reinen Radikalfeminismus (ohne marxistische/neo-marxistische Anleihen) verdrängt und dieser wird inzwischen zunehmend von einem vulgär-poststrukturalistisch geprägten radikalen Feminismus verdrängt.“

        Wie erklärst du dir das ?

        • @ Kareem

          Also, der von radikalen Feministinnen initiierte Übergang zu einem reinen Radikalfeminismus resultierte vermutlich aus einem Bedürfnis nach Absolutsetzung der eigenen Ideologie. Alles andere wird abgeworfen, um sich selbst (zumindest in den eigenen Augen) zur absoluten Leitideologie zu setzen – motiviert vermutlich durch Einzel- oder Gruppennarzissmus.

          Sobald aber alle Verbindungen zu liberalen, marxistischen oder anderen linken Strömungen gekappt sind, besteht die Gefahr in Isolation zu geraten, zudem ist der klassische Radikalfeminismus in akademischer Hinsicht relativ steril und langweilig.

          Der Übergang vom klassischen Radikalfeminismus zum radikalen vulgär-poststrukturalistisch geprägten Feminismus an den Universitäten wäre dann wiederum ein Ausweg aus dieser Sackgasse.
          Einmal konnte man sich dadurch an eine aktuelle einflussreiche linke Theorie dranhängen und versuchen diese für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Zweitens sind damit viele oberflächliche akademische Spielereien möglich.
          Drittens ist der übertriebene Sozialkonstruktivismus vermutlich anziehend für manche Individuen, die gerne ihren Mitmenschen vorschreiben möchten, wie diese zu leben haben.

        • Alles andere wird abgeworfen, um sich selbst (zumindest in den eigenen Augen) zur absoluten Leitideologie zu setzen – motiviert vermutlich durch Einzel- oder Gruppennarzissmus.

          Ich würde vermuten, dass sich das fast zwangsläufig aus der Politisierung des Privaten und aus den „conciousnes-raising groups“ ergibt. Da wirft man eben alles, was gemeinhin als politsch gilt über Bord, fokussiert auf den Feind in der Privatsphäre und hängt die ganze Welt nun daran auf.

          Sobald aber alle Verbindungen zu liberalen, marxistischen oder anderen linken Strömungen gekappt sind, besteht die Gefahr in Isolation zu geraten..

          Ich würde vermuten, dass der radikale Feminismus in eine sehr tiefe Glaubwürdigkeitskrise geriet: Es wurde immer deutlicher, dass es sein Kollektivsubjekt gar nicht gibt. Ohne gemeinsam inhärente Interessen AllerFrauenWeltweit ist Radikalfeminismus eben obsolet.

          Es musste „was neues“ her, sonst hätte dem ganzen Laden das Schicksal der berühmten K-Gruppen der 1970er geblüht. Judith Butler sprach wohl davon, dass man den Feminismus retten müsse.

          Hätte man die Protagonisten der K-Gruppen auch auf so schöne Pöstchen gehievt, dann hätten die sich wohl auch so etwas einfallen lassen.

        • Drittens ist der übertriebene Sozialkonstruktivismus vermutlich anziehend für manche Individuen, die gerne ihren Mitmenschen vorschreiben möchten, wie diese zu leben haben.

          Berufsfeministinnen werden eben dafür bezahlt, dass sie Moralunternehmer sind. Sie beziehen ihre Legitimation daraus, anderen vorzuschreiben was sie wie zu „transformieren“ haben.

  3. Juchuuuuuh, Selbermachsamstag. Endlich wieder – ich hatte es schon kaum ausgehalten (HA HA HA HA HA)…

    Alles fällt, wie üblich, unter „meiner Meinung nach“. Von den verlinkten Inhalten distanziere ich mich, empfehle sie aber als lesenswert weiter.

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/09/usa-junge-droht-suspendierung-vom.html

    Diese Welt ist mir eine Idee zu beknackt. Hatten die dort nicht auch schon Vierjährige, die versehentlich den Busen einer Erzieherin (durch die Kleidung) berührten, als „Sexualstraftäter“ verknackt?

    Wozu eigentlich in so eine Welt noch Kinder setzen? Der weiße, heterosexuelle Mann wird schon fertig gemacht, wenn er noch ein Kind ist!

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/09/das-gender-imperium-der-uni-koln.html

    Mimimi Alltagssexismus (Sorry für die Ausdurcksweise, will nur der politischen Gegnerin den Spiegel vorhalten!):

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/09/waltroper-grunenchefin-nach.html

    Die Grünen? Moment mal. Da war doch wat. Ach ja, datte hier:

    http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=11821
    vgl. besonders: http://www.danisch.de/blog/2013/09/22/die-grune-jugend/
    und

    http://www.gruene-jugend.de/mitglied.html

    Kaum zu glauben, dass Männer da noch Mitglied werden! Falls denn noch! Mir würde so ein Mitgliedsantrag schon reichen!

    Im Jahrtausend der Frau beziehen selbst reiche Alphas zu Hause ganz schön Fänge:

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/09/boris-becker-outet-sich-als-opfer.html

    http://genderama.blogspot.de/2013/09/boris-becker-victim-blaming-bei-amica.html

    Ansonsten noch:

    http://genderama.blogspot.de/2013/09/schweiz-auch-zweiter-mannerbeauftragter.html

    Das hier

    http://www.zeit.de/2013/40/nadeschda-tolokonnikowa-pussy-riot-erfahrungsbericht-straflager

    zeigt, dass man sich als Männerrechtler besser nicht über die Inhaftierung von Pussy Riot freut. Da gibt es keinen Grund zur Freude, wenn Andersdenkende regelrecht zerstört werden. Solche Zustände sind nicht hinnehmbar, ganz gleich, wen sie treffen.

    Ansonsten sag ich nur: Weiterverbreiten:

    https://allesevolution.wordpress.com/2013/04/20/selbermach-samstag-xxix/#comment-72249

    • “ eigt, dass man sich als Männerrechtler besser nicht über die Inhaftierung von Pussy Riot freut. Da gibt es keinen Grund zur Freude, wenn Andersdenkende regelrecht zerstört werden. Solche Zustände sind nicht hinnehmbar, ganz gleich, wen sie treffen“

      @ Matthias

      Das ist in der BRD nicht anders, nur die Opfer.

      Solange das hier so ist ist die Behandlung von dieser Göre und den Schwulen in Russland ein Ausgleich, der unsere Gesellschaft mal zum Nachdenken bewegen sollte anstatt mit dem Finger auf Putin zu zeigen.

      • *Solange das hier so ist ist die Behandlung von dieser Göre und den Schwulen in Russland ein Ausgleich,…*

        Keine Sorge, dieser Ausgleich ist auf dem Weg zu uns.

      • Ohne Worte.
        Wofür den ein Ausgleich? Geht es irgendjemandem hier oder anderswo besser dadurch, dass schwule und lesben in Russland drangsaliert und Pussy Riot eingesperrt und schlecht behandelt werden?

        • Aber sicher doch, es ginge unseren armen Frauen bestimmt auch besser wenn die ganzen Brüderles und miesen Sexisten aus dem Verkehr gezogen würden #Aufschrei!

        • „Geht es irgendjemandem hier oder anderswo besser dadurch, dass schwule und lesben in Russland drangsaliert und Pussy Riot eingesperrt und schlecht behandelt werden?“

          Das frage ich mich auch.

          Nur sollten deutsche staatliche Stellen doch sehr zurückhaltend sein mit Menschenrechtsverletzungsvorwürfen gegen andere Staaten, wenn die nichtmal den eigen Laden in den Griff kriegen oder überhaupt kriegen wollen.

        • Ich verstehe schon, du hast nach Zustimmung gefragt.

          Und dann komme ich und diffamiere die armen drangsalierten Lesben zu egoistisch und exhibitionistisch motivierten, keifenden Unruhestifterinnen die andere Leute belästigen.

          Ich hab übrigens nichts dazu gesagt was ich toll finde, ich leide zwanghaft darunter vieles differenziert sehen zu wollen, so differenziert dass ich gar nicht danach gefragt wurde.

          Zum Glück hab ich kein Apretur und nicht mal Stuhuhuhududiert, das würde mir irgenwie nicht gefallen so wie du zu „Argumentieren“, obwohl es ja besser ist und ich mich elitär fühlen könnte.

        • „Und dann komme ich und diffamiere die armen drangsalierten Lesben zu egoistisch und exhibitionistisch motivierten, keifenden Unruhestifterinnen die andere Leute belästigen.“

          Die Frage ist, ob exhibitionischtisch motivierte Belästigung einen Aufenthalt in einem Gulag rechtfertigt bzw. rechtfertigen sollte.

          Ausserdem leiden in Russland (und nicht nur da) primär schwule Männer unter der Homophobie, weil männliche Homosexualität meistens anders, in der Regel „schlimmer“ gewertet wird als weibliche. Das Leiden von Männern klammerst du also bewusst aus.

          „Ich hab übrigens nichts dazu gesagt was ich toll finde, ich leide zwanghaft darunter vieles differenziert sehen zu wollen, so differenziert dass ich gar nicht danach gefragt wurde.“

          Du hast einfach einen inhaltlich unpassenden Bogen zu Brüderle gespannt und bist auf das eigentliche Thema nicht eingegangen.

          „Zum Glück hab ich kein Apretur und nicht mal Stuhuhuhududiert, das würde mir irgenwie nicht gefallen so wie du zu “Argumentieren”, obwohl es ja besser ist und ich mich elitär fühlen könnte.“
          Es geht nicht ums bessre oder elitär Fühlen, es geht darum, dass es schön wäre, wenn in einer Diskussion ab und an zumindest AUCH der aktuelle Diskussionsgegenstand behandelt würde.
          Und der lautet im Moment: „Russland’S Behandlung von Schwulen und Lesben und von Pussy Riot als angemessener Ausgleich für die Situation in Deutschland und der russische Strafvollzug“.

          Dazu gibt es doch mehr als genug zu sagen.

          Wenn du über Rainer Brüdere sprechen möchtest, dann tue das in einem neuen Diskussionsstrang.

      • @ 100%tiger Hetero

        „Das ist in der BRD nicht anders, nur die Opfer.“

        Doch, das ist bei uns anders. Gottseidank. Haarsträubend sind natürlich auch bei uns viele Verhältnisse. In Gefängnissen bei uns gibt es auch viel Gewalt, vereinzelt Foltermorde unter Häftlingen – hatten wir alles. Aber quantitativ und qualitativ nicht damit vergleichbar.

        „Solange das hier so ist ist die Behandlung von dieser Göre und den Schwulen in Russland ein Ausgleich, der unsere Gesellschaft mal zum Nachdenken bewegen sollte anstatt mit dem Finger auf Putin zu zeigen.“

        Menschrechtsverletzungen und Greueltaten in einem Land als Ausgleich zu angeblichen solchen im eigenen – ein steiles Rechtsempfinden.

        Und das ist noch freundlich ausgedrückt.

  4. Über die schon oben zitierte Story mit der Waltroper Grünenchefin bin ich auf http://www.ruhrbarone.de aufmerksam geworden. Interessante Seite, die vielen politischen Kommentare können natürlich mit der BTW zusammenhängen. Fundstück von dort zum Thema:

    Prüderie 3.0:

    http://www.ruhrbarone.de/konzertabbruch-feine-sahne-fischfilet-zu-freizuegig-fuer-autonome/
    bzw.
    http://de.indymedia.org/2013/09/348879.shtml

    Die Nachricht: In einem Linksautonomen Jugendzentrum (ajz bielefeld) bekam eine Punkband massiven Ärger, das Konzert wurde länger unterbrochen, weil der Schlagzeuger sein T-shirt auszog (man schwitzt ordentlich bei dem Job). Ein scheinbar gut informierter Kommentator meint:

    „Die „Oberkörper-frei“-Debatte ist in linken, feministischen, antisexistischen Kreisen sehr weit verbreitet und daher nicht, wie hier dargestellt, ein absurdes Einzelphänomen. In dieser Diskussion geht es neben der Vermeidung einer sexualisierten Atmosphäre auch um die Frage von männlichen Privilegien – Männer ziehen obenrum selbstverständlich blank, ohne dabei zwangsläufig schräge Blicke kassieren zu müssen, wohingegen Frauen* sich das meistens nicht leisten können …“

    OMG. Konsequenterweise sind für die armen Frauen Tops mit Spaghetti-Trägern und nackten Schultern, bauchfreie Shirts und knallkurze Miniröcke streng verboten, nicht zu reden von Lippenstift und sonstiger Schminke, die geeignet ist, die Atmosphäre zu sexualisieren. Im Schwimmbad tragen Männer jetzt auch Anzüge, Einteiler natürlich, Bikinis gehen gar nicht (bauchfrei). So ungefähr: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Hajos.jpg

    Sarkasmus off. Ich frage mich 1. wie und warum bei solchen Gruppen jedes Augenmaß verlorengeht und offenbar keiner das merkt und 2. ob das nur ein paar Verrückte sind oder die Spitze des Eisbergs ist und die restlichen Grünen oder Linken, wenn sie nur an der Macht wären, genauso fanatisch werden. Mir graust vor einer rot-rot-grünen Regierung.

    • „In dieser Diskussion geht es neben der Vermeidung einer sexualisierten Atmosphäre auch um die Frage von männlichen Privilegien – Männer ziehen obenrum selbstverständlich blank, ohne dabei zwangsläufig schräge Blicke kassieren zu müssen, wohingegen Frauen* sich das meistens nicht leisten können …”“

      Da gibt es aber ausgleichende „Gerechtigkeit“. Man ziehe als Mann doch mal HotPants an (bei Frauen kein Problem, auch bei 200kg gewicht nicht) und sei gespannt auf die Reaktionen.

        • „Es sind nur ein paar Verrückte.“, die allerdings wenn sie mit Gewalt zB gegen die AFD oder andere Gegner vorgehen von ihren Ziehmüttern und Ziehvätern beklatscht werden. Verrückte, die von dem feministischen Zeitgeist in Machtpositionen landen können. Ich möchte fast wetten, daß auch die eine oder andere Genderstudentin unter den Bielefeldern ist. Bielefeld ist immerhin ein Genderzentrum.

        • der ruhrpott steckt seit 60 jahren im strukturwandel und hat jetzt gender für sich entdeckt 😀

          Auch das „Badehosenfoto“ kehrt immer wieder: „Einst und jetzt!“ titelt die konservative Deutsche Tageszeitung auf einer Postkarte, die Ebert und Noske in Badehose kontrastreich mit den Konterfeis von Kaiser Wilhelm II. und dessen Feldmarschall Hindenburg in ihren Paradeuniformen umrahmt. Das Foto „wird zum Kampfmittel gegen die Republik“, stellt die Heidelberger Stiftung fest.

          http://www.mz-web.de/quedlinburg/harz-bilder-als-kampfmittel,20641064,17327636.html

        • Der Strukturwandel im Ruhrpott hat wohl tatsächlich die traditionelle Sozialdemokratie maßgeblich ihrer Grundlage beraubt, und ob der Orientierungslosigkeit sucht man tatsächlich sein Heil in dem Gendergedöns („Wer die menschliche Gesellschaft will..“)

          Es mag sehr gut sein, dass etwas Ähnliches in diesen autonomen Wirrköpfen stattfindet.

    • @man in the middle:

      „ob das nur ein paar Verrückte sind oder die Spitze des Eisbergs ist und die restlichen Grünen oder Linken, wenn sie nur an der Macht wären, genauso fanatisch werden.“
      ——–
      Wenn man sich so die Kommentare bei indymedia umschaut, kann man davon ausgehen das es doch einige Bekloppte gibt und bei der Facebook-Diskussion bei publikative ist folgender Kommentar, der mit den meisten likes (43):

      „Ist ja auch so ein Privileg von cis-Typen, einfach mal das T-Shirt auszuziehen, ohne daß da gleich ein ganzer Rattenschwanz an sexualisierten Wahrnehmungen und Bewertungen dran hängt. Wir reden nochmal drüber, wenn Menschen mit Brüsten (FYI: die verstehen sich nicht immer als Frauen) genauso easy und selbstverständlich in fast allen Kontexten oben ohne drummen können.“

      http://www.publikative.org/2013/09/27/linguistik-professor-lockerer-als-bielefelder-autonome/

      http://de.indymedia.org/2013/09/348879.shtml

      ruhrbarone ist von der Ausrichtung her libertär und antigrün, dass da nicht allzu viel Zustimmung zum oben-ohne-Verbot ist klar (ich empfehle die Artikel von Stefan Laurin- neben Deniz Yücel mein Lieblinsjournalist)

      „Mir graust vor einer rot-rot-grünen Regierung.“
      ——
      Dazu wird es nicht kommen und falls doch gehe ich in den Widerstand.

      • *“Mir graust vor einer rot-rot-grünen Regierung.”
        ——
        Dazu wird es nicht kommen und falls doch gehe ich in den Widerstand.*

        Oha. So richtiger, echter Widerstand? Mit (legalem) Flugblätterdrucken und -verteilen, Ausübung des Rechts auf Versammlung und inner- sowie außerparlamentarischer Opposition? Aufregend!

        (Lasst doch mal die Weiße-Rose-Rhetorik, ja?)

        • @Marenleinchen:

          Die Linkspartei ist zutiefst antisemitisch und strebt zu nicht unwesentlichen Teilen die Vernichtung Israels an und unterstützt das faschistische Gottesstaatregime im Iran. Dagegen ist Widerstand angebracht- auch gewalttätiger.

          Die größte Bedrohung für Juden heutzutage sind nicht irgendwelche Nazis, sondern Linke in Zusammenarbeit mit Islamisten.

      • „ohne daß da gleich ein ganzer Rattenschwanz an sexualisierten Wahrnehmungen und Bewertungen dran hängt. “
        äh doch?

        Die meisten Frauen haben halt nicht diese (wertfrei) „Klischee-Bauarbeiter-Mentalität“ oder vielleicht doch, aber wir lassen sie nicht so raushängen, aber glaubt doch nicht, dass Frauen keine Augen im Kopf haben.

        Bei Kickette.com gibt es ständig Oben ohne oder snonstige Hautblitzer von Fußballern zu sehen.

        • @Atacama: „…[keine] sexualisierten Wahrnehmungen und Bewertungen dran hängt. ”
          äh doch?“

          Guter Konter.
          Der publikative-Kommentar unterstellt in der Tat im Endeffekt, daß Frauen visuell frigide sind (unverschämt. Mädels: wehrt euch!), war mir gar nicht aufgefallen. Diese Auffassung könnte direkt aus streng katholischen Kreisen kommen. Aber für den Autor des Kommentars gibt es ja auch keine normalen hetero Frauen, sondern nur „Menschen mit Brüsten .. die sich nicht immer als Frauen verstehen“. Alles klar. Fortgeschrittener Fall von Tunnelblick: die üblichen Frauen sind nur ein Sonderfall von Intersexuellen, bei denen die weiblichen Merkmale besonders deutlich ausgeprägt sind, also eigentlich eine Abweichung von der Norm, ferner bekannt als eine Hauptursache der Heteronormativitätsproblems.

          „Bei Kickette.com gibt es ständig Oben ohne“
          Meinst Du das hier?
          http://www.kickette.com/the-finest-five-seven-minutes-in-six-pack-heaven/

          Man lernt ja nie aus. Kennt man als tugendsamer Mann natürlich nicht. Ich bin entsetzt!! Grauenhaft, wie Männer dort zu Sexobjekten degradiert werden!!111XI

          PS: was ist schlimmer als ein Sexobjekt zu sein?
          Kein Sexobjekt zu sein…

  5. Arne Hoffman hat einen sehr lesenswerten Artikel über Boris Beckers Autobiografie und die darin beschriebene Erfahrung von erlittener häuslicher Gewalt durch seine damalige Ehefrau.

    Besonders signifikant finde ich den bei Arne verlinkten Artikel von AMICA dazu:
    http://www.amica.de/liebe-psychologie/liebe-sex/boris-becker-rechnet-ab-wie-boris-becker-mit-seinen-ex-frauen-umgeht-wirkt-sehr-pubertaer_id_3238142.html

    Man möge einmal, so weit man noch zu einer unvoreingenommen Perspektive in der Lage ist, sich vorstellen:
    Hätte dieses Interview so geführt werden können, wenn es um berichtete häusliche Gewalt mit Mann als Täter und Frau als Opfer gegangen wäre? Hätte es diese Antworten im Interview geben können?

    Natürlich wird keine #Aufschreihälsin danach krähen.

    Aber allein dieser Vorgang sagt eine Menge über alltäglichen Sexismus in unserer Gesellschaft derzeit.

  6. Ey Leute, schon gesehen:

    http://www.tagesschau.de/inland/steinmeier788.html

    Wie viel in dem Fall auch immer genau daran ist – ich frage mich bald: Gibt es eigentlich auch noch Politiker, die einen nicht gefakten Dr.-Titel haben?

    Ich meine über 60 mal ein direktes Zitat als indirektes angeben, sollte einem doch nicht versehentlich passieren können…

    …und problematische Stellen oder „lässliche Sünden“ hat man, so sollte man meinen, bei ehrlicher und seriöser Arbeitsweise auch nicht direkt ein Paar Hundert Mal darin…

    Wisst ihr noch?

    • Nachtrag: Ich persönlich halte es durchaus für eine gute Idee, mal die Dr.-Arbeiten von prominenten bzw. wissenschaftlich tätigen Femis mit der Plagiatssoftware zu filzen.

      Vielleicht gibt es dann anschließend ein Paar Gender-Lehrstühle weniger…

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