„Der Feminismus belegt, dass das Patriarchat tot ist“

Cathy Young schreibt in einem Artikel etwas zum gegenwärtigen Zustand des Feminismus und  inwiefern dieser belegt, dass das Patriarchat tot ist:

Sie weißt zutreffend darauf hin, dass viele viele Doppelstandards für beide Geschlechter bestehen:

Gender-based biases are not a one-way street. If women are still stigmatized more for sleeping around, men are stigmatized more for not having enough sex — even by some feminists whose choice insult for sexist men is to imply sexual deprivation. Women may experience more disapproval for delegating child care; men, for failing to be providers. We can endlessly debate whether these norms are rooted in nature or culture and whether they are valuable or harmful (or some mix of both). The fact remains that such double standards are not only perpetuated by men and women alike but, in this day and age, at least as likely to be favorable to women as to men.

Hier ihre Darstellung für Beeinträchtigungen von  Männern.

It’s really not that hard to find instances in which men are judged more harshly than women. Last May, after Arizona woman Jodi Arias was convicted in the brutal murder of her ex-boyfriend, jurors deadlocked on the death sentence because some saw mitigation in her alleged mental and verbal abuse by her victim — despite evidence that Arias was a habitual stalker. Around the same time, when novelist James Lasdun published a book about his nightmarish experience of being cyber-stalked by a former creative writing student whose romantic overtures he had rejected, a review in The New Yorker chided him for failing to admit his attraction to the woman and his role in leading her on. Reverse the genders in either case, and there would be howls of outrage about “victim-blaming.” (Both incidents are also reminders that women aren’t the only victims of abuse and violence from the opposite sex.)

Und schließlich stellt sie darauf ab, dass die Beeinträchtigungen, die teilweise vom Feminismus vorgetragen werden, eher unbedeutende Kleinigkeiten sind, die teilweise genauso von Frauen getragen werden:

Ultimately, the examples of patriarchy at work offered in responses to Rosin prove her point. They consist of complex issues oversimplified into a war on women (such as proposed abortion limits, which women in some cases support more than men); outlandish exaggerations (women can’t walk down the street without getting groped or catcalled); culturally marginal irrelevancies (some ultraconservative Catholic group advising against college education for women); or grievances so petty that it’s hard to tell if they’re satirical or serious. A list of “39 Things We’ll Miss About Patriarchy, Which Is Dead” on New York magazine’s website included “vibrators shaped like cupcakes,” public restroom lines, and men hogging space on public transit. And several writers mentioned “Titstare” — an incident both trivial and revealing of strong societal disapproval of even mild sexism.

Sie tritt dann für einen Feminismus (viele würden wohl eher einen Humanismus sagen) ein, der für beide Geschlechter da ist:

More broadly, I am convinced that if feminism is to have a positive future, it must reinvent itself as a gender equity movement advocating for both sexes and against all sexism. Focusing solely on female disadvantage was perfectly understandable when, whatever paternalistic benefits women might have enjoyed and whatever burdens men might have suffered, women were the ones lacking the basic rights of adult citizens. But today, there is simply no moral or rational justification for any fair-minded feminist to ignore (for instance) the more lenient treatment of female offenders in the justice system or the anti-father biases in family courts. The concept of feminism as equality of the sexes is increasingly on a collision course with feminism as a movement championing women.

Und über den heutigen Feminismus hat sie wenig gutes zu sagen:

In its present form — as a secular cult that should call itself the Sisters of Perpetual Grievance — feminism is far more a part of the problem than part of the solution. It clings to women’s wrongs and turns women’s rights into narcissistic entitlement. It is far too easily prone to bashing men while painting women as insultingly helpless and downplaying their human capacity for cruelty. (The notion that abuse and dominance would not exist without patriarchy is not only naively utopian but utterly sexist.) It is also deeply irrelevant to most women, only 5 percent of whom consider themselves “strong feminists,” even though 82 percent believe that men and women should be social, political, and economic equals.

Der Feminismus als Teil des Problems, der Frauenrechte zu einem narzisstischen Anwartschaftsrecht für Frauen macht und sich in Männer-Bashing verliert, während er Frauen als hilflos und unschuldig präsentiert. Dazu der direkte Vorhalt in einer sexistischen Utopie zu leben, wenn man meint, dass mit der Auflösung des Patriarchats alle Probleme verschwinden. Dazu der Vorhalt, dass der Feminismus für die meisten Frauen schlicht nicht relevant ist, auch wenn diese Gleichberechtigung wollen.

 

http://realclearpolitics.com/articles/2013/09/23/yes_patriarchy_is_dead_the_feminists_prove_it_120031.html#ixzz2fmfvNjuN

9 Gedanken zu “„Der Feminismus belegt, dass das Patriarchat tot ist“

    • Rückzugsgefechte.

      Rettungsversuche des aufgefolgenen Betrugs.

      Ist nur als Rechtfertigung für die die Dreck am Stecken haben und ihr Geld damit verdienen/verdient haben gut, die Rest wird das nicht sonderlich überzeugen.

      • Korrektur, für die semantisch Herausgeforderten:

        Rettungsversuche des aufgeflogenen Betrugs.

        Ist nur als Rechtfertigung für die die Dreck am Stecken haben und ihr Geld damit verdienen/verdient haben gut, den Rest wird das nicht sonderlich überzeugen.

  1. Hier ist der Artikel von Hanna Rosin „The Patriarchy Is Dead, Feminists, accept it“, der von radikalen Feministinnen angefeindet wurde, was Cathy Young wiederum zu ihrem obigen Artikel motivierte:

    http://www.slate.com/articles/double_x/doublex/2013/09/the_end_of_men_why_feminists_won_t_accept_that_things_are_looking_up_for.single.html

    Hanna Rosin, Autorin des Buches „Das Ende der Männer: und der Aufstieg der Frauen“ hielt ich ursprünglich für vulgärfeministisch motiviert. Tatsächlich scheint Hanna Rosin zunehmend feminismuskritischer zu werden.

    • Ich denke mal eher Hanna Rosin verdient mit der Masse an Frauen und deren mentalen Problemen in dieser schlechten Welt Geld. Vulgärfeminismus kommt gerade bei der Masse an Frauen etwas in Verruf, kein Wunder denn da werden einige Frauen heftigen Gegenwind verspürt haben, oder ahnen diesen kommen, es gibt ja nicht nur mich als einzigen untherapierbaren Frauenhasser und kranken Typen in der westlichen Welt, der weibliche Egoismus aber bleibt und will weiterhin bedient weden.

      Ja, und dann ist es das Wiederbesinnen auf die traditionelle Weiblichkeit: Wenn du schon egoistisch sein willst, dann solltest du das schön verpacken, wei ein Geschenk.

      Hanna Rosin würde wohl auch Seminare halten über die Kraft heilender Steine die Frauen von ihrem Leiden in dieser schlimmen Gesellschaft mit den ganzen untergegangenen Männern befreien kann.

      Geschäft.

  2. @Christian
    „Sie tritt dann für einen Feminismus (viele würden wohl eher einen Humanismus sagen) ein, der für beide Geschlechter da ist“

    Genau dies ist der Punkt!

    Warum zum Teufel soll eine „geistige Bewegung“ (um das Wort Ideologie hier einmal zu vermeiden), die

    * NICHT auf die Bevorteilung und Bevorzugung von Frauen aus ist
    * NICHT ausschließlich nur die Frau in das Zentrum der Betrachtung stellt und der damit das Befinden von Männern komplett am Allerwertesten vorbei geht
    * NICHT den Mann als Feind ansieht, den es zu bekämpfen gilt
    * NICHT davon ausginge, dass Frauen qua Geschlecht die bessere, wertvollere Sorte Mensch seien und Männer somit qua Geschlecht minderwertiges Menschenmaterial
    * NICHT versuchen würde, nur EIN Geschlecht ausschließlich als Täter und EIN Geschlecht ausschließlich als Opfer zu portraitieren,
    * NICHT Fakten und beobachtbare Tatsachen im Verhältnis der Geschlechter höchst selektiv wahrnehmen würde eben z.B. bei weiblicher Täterschaft oder bei tatsächlicher Bevorzugung von Frauen
    * NICHT mit gefälschten, rein ausgedachten oder grotesk verzerrten Daten und Zahlen argumentieren würde, solange sie nur dem Mem „Frauen in Gefahr, Frauen besonders betroffen und leidend, Frauen muss besonders geholfen werden“ genügt

    … warum z.T. sollte man eine solche geistige Bewegung dann noch Feminismus nennen?

    Kann mir das mal irgendjemand erklären?
    Vielleicht sogar von den anwesenden Feministen und Feministinnen hier?

    Ich denke ja, es ist so, wie es eine Radikalfeministin mal formuliert hat: Ein Feminismus, mit dem Männer gut leben können, ist keiner!
    Was andersherum bedeutet: Feminismus findet seinen Inhalt darin, Männern das Leben möglichst sauer zu machen, sie zu schädigen und zu behindern und zu bekämpfen, wo man nur kann.

    • Ich finde das nicht allzu kompliziert. Feminismus a la Young könnte die Selbstbesschreibung einer Bewegung sein, die von selbstbewussten, eigenverantwortlichen, emanzipierten („feministischen“) Frauen getragen wird.
      Im Übrigen ist es ja nicht so, dass man die Rechte und gesellschaftliche Stellung eines Gescheclhts nur dann verbessern kann, wenn man das andere benachteiligt.

  3. @ virtual-cd

    *… warum z.T. sollte man eine solche geistige Bewegung dann noch Feminismus nennen?*

    Da stimme ich Dir voll und ganz zu.

    Wer den Feminismus „neu erfinden“ will, erweckt mein Misstrauen.

    Man muss ihn nicht neu erfinden, sondern seine Protagonist.I.nnen so weit wie möglich entmachten.

    Oder einen Maskulismus dagegensetzen, so dass dieser männliche Gegenegoismus (denn Feminismus ist nichts anderes als die Ideologisierung weiblicher Interessen/Egoismen, hinter Tugendphrasen verhüllt) den weiblichen Egoismus konterkariert und balanciert.

  4. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.