Rollenkonformes Verhalten klappt im Genderfeminismus nur mit beständiger Rechtfertigung

In Diskussionen mit (Gender-)Feministen kommt häufiger vor, dass es im Feminismus gar keinen Zwang gibt, sondern man einzig und allein die Abschaffung jeden Zwanges will. Insofern sei im Feminismus jeder frei, sich so zu verhalten, wie er das wolle.

Mein Gegenargument ist meist, dass der Feminismus ja die Rollen abschaffen will und nach den dortigen Theorien daher rollenkonformes Verhalten weniger Raum einnehmen muss, man also dieses Verhalten ächten muss. Der Feminismus geht ja gerade davon aus, dass bestimmte Verhaltensweisen nur Ausdruck einer bestimmten Rollenvorgabe sind und daher überwundenen werden müssen. Wer sich rollenkonform verhält, der muss sich also rechtfertigen. Er kann nicht einfach darauf abstellen, dass ihm das Verhalten gefällt, er muss deutlich machen, dass es ihm gefällt, obwohl er damit den Rollenvorgaben der Gesellschaft entspricht, sich dem voll bewusst ist und dennoch handelt.

Ein guter Beispieltext dazu findet sich in dem Text „Ich stricke aber“ auf „Der k_eine Unterschied“.

Da ist zunächst das Reframen des rollenkonformen Verhaltens als eigentlich heroischer Kampf um die Anerkennung klassisch weiblicher Arbeiten und als Verkennung der eigentlich damit verbundenen Befreiung:

Es scheint außerdem so, als wären gerade in Handarbeitsforen besonders viele Frauen unterwegs, die sich nur über ihre Kinder/Ehemänner definieren. Kinderlosigkeit ist eher unsichtbar, im Gegenzug werden heteronormative Familienmodelle als gegeben vorausgesetzt. Kleidungsstücke für Kinder werden als “Mädchenmütze” bezeichnet und Stoffe mit Flugzeugen und Rennautos sind “für Jungs”. Nicht zuletzt stört uns die Abwertung der eigenen Handarbeit als unwichtiges kleines Hobby, dessen Ergebnis wahlweise verschenkt oder für den Materialpreis oder weniger verkauft wird. Als Rechtfertigung für zu niedrige Preise kommen dabei gerne Aussagen wie “Ich habe ja Freude daran” oder “Ich mache das ja beim Fernsehen”. Als ob Freude an der Arbeit oder die Tatsache, dass man nicht alle Kapazitäten dafür braucht, die Arbeit selbst schlechter oder wertloser macht. Wir hoffen doch, es gibt noch andere Leute, die Spaß bei ihrem täglichen Job haben und trotzdem Gehalt bekommen – was wäre das sonst für eine traurige Welt?

Es ist also etwas etwas, was man umdeuten kann, bei dem man Raum einnehmen kann, indem man die bisherige Struktur der Handelnden aufbricht, das Stricken quasi reclaimt, für den Feminismus und den „traditionell“ Strickenden insofern Raum nimmt. Und natürlich ist es nichts, was einfach so geschieht, sondern eine wichtige Arbeit. Eine die klein gemacht wird (durch das Patriarchat und weil es Frauen machen) und deren wahren Wert es zu etwas ganz anderen macht.

Dasnn wird deutlich gemacht, dass man natürlich auch in diesem Bereich nicht einfach nur strikt, sondern gegen das Patriarchat und Unterdrückung arbeitet. Man besetzt quasi einen bisher privaten Bereich politisch:

Kritik scheint in der Handarbeitsszene generell eher unerwünscht zu sein. Kommentare unter Blogposts sind meistens positiv und wertschätzend. Das ist irgendwo auch schön und entspannend und einige andere Blogszenen könnten sich hier teilweise eine Scheibe von abschneiden. Statt immer nur zu kommentieren, wenn im Artikel etwas nicht der eigenen Meinung entspricht, falsch ist oder ergänzt werden muss, wäre mehr Lob durchaus wünschenswert. Zustimmung zu Blogartikeln im politischen Kontext wird ja oft einfach durch Schweigen ausgedrückt, was schade ist. Andersrum wäre es uns aber wichtig, wenn in der Handarbeitsszene mehr kritisiert und weniger nach dem Mund geredet wird. Es gibt an einigen Stellen immer Verbesserungsvorschläge und die dürfen auch gemacht werden. Zum Beispiel auch zur Preispolitik einiger Shopinhaber_innen, rassistischen Bezeichnungen und der unerwünschten Reproduktion von Geschlechterstereotypen.

Man strikt also nicht einfach nur, man trägt auch hier zur Gesellschaftskritik bei, etwa bei den zu teuren Wollpreisen, dem Rassismus und natürlich auch der Reproduktion von Geschlechterstereotypen innerhalb der Strickerszene, wie eben strickende Frauen , indem man als Feministin strikt.

Aber man strickt natürlich nicht einfach nur:

Was bedeutet das alles letztlich für uns? Menschen wie wir, die sich politisch äussern und weiterbilden, ziehen sich aus den üblichen Handarbeitskreisen zurück. Wir haben das Bedürfnis, uns abzugrenzen und zu rechtfertigen dafür, dass wir stricken oder spinnen. Für uns als Feministinnen ist Handarbeit auch immer politisch. Es kostet uns vielfach immer noch Überwindung, aber wir setzen uns bewusst in der Öffentlichkeit oder gar auf politischen Veranstaltungen hin und stricken oder spinnen. Wir wollen zeigen, dass das keine Widersprüche sind und dass “trutschige Hausfrauenarbeit” Handwerk ist. Andersrum lassen auch wir uns an manchen Tagen von den vorherrschenden Geschlechterbildern einschränken und bringen nicht die Kraft auf, mit Stereotypen zu brechen. Das sind die Tage, an denen wir in der Bahn lieber das Sachbuch als das Strickzeug auspacken, damit wir nicht wieder erklären müssen: “Ich stricke, aber…”

Ein schöner Absatz! Es kostet sie Überwindung zu stricken, weil es eben Geschlechterstereotypen bestätigt. Und diese Überwindung kostet es eben, weil andere Aktivistinnen das dann hinterfragen, weil es ein Geschlechterstereotyp ist. Und dann muss man denen erklären, dass man das auch als Widerstand dagegen macht, dass einem Geschlechterstereotype verbieten bestimmte Handlungen durchzuführen, weil sie stereotyp sind und man sie nicht bestätigen will. Die Einschränkung durch die Geschlechterrollen ist hier also nur indirekt. Den die eigentliche Einschränkung ist ja, dass man sie nicht durchführen kann, weil man eigentlich im Widerstand gegen die Geschlechterollen lebt und ihnen keinen Raum geben darf. Natürlich liest man dann lieber ein Sachbuch. Das durchbricht immerhin Geschlechterrollenklischees von der Kitschromane lesenden Frau.

Hier wird deutlich, wie man im Feminismus geschlechterrollenkonform leben darf: Man muss es eben beständig erklären. Man muss es als Befreiungskampf darstellen oder als Anerkennungskampf, der deutlich machen soll, dass diese von Frauen betriebenen Arbeiten hartes Handwerk sind und nicht belanglos.

Einfach so rollenkonform leben bleibt aber schlecht. Eine Stütze einer fehlerhaften Gesellschaft. Vielleicht in einer freien, utopischeren, feministischeren Gesellschaft möglich, die keine Rollen irgendwelcher Art mehr kennt.

Bis dahin hat man gegen die Geschlechternormen zu kämpfen. Und zwar auch im Stricken. Oder man strickt eben nicht.

86 Gedanken zu “Rollenkonformes Verhalten klappt im Genderfeminismus nur mit beständiger Rechtfertigung

  1. „Für uns als Feministinnen ist Handarbeit auch immer politisch.“

    Ja, die Übertreibung der Auffassung, dass das Private politisch sei, (in dem Sinne, dass immer mehr Bereiche des Privatlebens politisiert werden), kann natürlich nur zu einer Einschränkung der persönlichen Freiheit führen und so wirkt der Genderfeminismus also der individuellen Freiheit auch der Frauen entgegen. Das dürfte auch einer der vielen Gründe daür sein, warum zunehmend mehr Frauen den Genderfeminismus ablehnen:

    http://genderama.blogspot.de/2013/03/in-deutschland-und-england-junge-frauen.html

    Die pro-maskulistische Equity-Feministin und Kritikerin des Gender/Radikalfeminismus Wendy McElroy sieht in dieser gegen die individuelle Freiheit gerichteten Haltung des Genderfeminismus eines der Hauptprobleme dieser feministischen Strömung und stellt dem entgegen: „Das Persönliche ist nicht politisch, das Persönliche ist persönlich!“

    Viele Spinnereien, abstruse Theoriekonstruktionen und unsinnige Diskussionen (Knutschverbot etc.) des politisch korrekten Gender/Queer-Feminismus würden sich in Luft auflösen, würde diese Auffassung anerkannt.

  2. Da fällt mir gerade ein, gerade der „neo-marxistische“ Theoretiker Herbert Marcuse, der laut der Lügenpropaganda einiger konservativer/rechter Verschwörungstheoretiker, (die ihn allerdings nicht gelesen haben), hinter den politisch korrekten Subströmungen des Poststrukturalismus stünde, (obwohl diese sich in der Regel überhaupt nicht auf Marcuse beziehen und Marcuse in Wahrheit seit über 30 Jahren innerhalb der Linken keine nennenswerte Rolle mehr spielt – aber warum sich mit Fakten aufhalten), war ein vehementer Verteidiger der Privatsphäre und Kritiker von allem, was die private Freiheit einschränkt:

    Herbert Marcuse:

    „Ich habe immer den Wert der Privatheit ungeheuer hoch geschätzt und kann mir keine anständige Gesellschaft vorstellen, in der dieser Bereich des Privaten nicht beschützt würde.“

    (aus: Gespräch mit Herbert Marcuse, in: links, Jg.5 (1974), Nr.60 (November 1974), S. 9 – 10.)

    „Der Drang nach mehr »Lebensraum« macht sich nicht nur in internationaler Aggressivität geltend, sondern auch innerhalb der Nation. Hier ist die Expansion in allen Formen der Zusammenarbeit, des Gemeinschaftslebens und Vergnügens in den Innenraum der Privatsphäre eingedrungen und hat praktisch die Möglichkeit jener Isolierung ausgeschaltet, in der das Individuum, allein auf sich zurückgeworfen, denken, fragen und etwas herausfinden kann. Diese Art Privatsphäre – die einzige Bedingung , die auf der Basis befriedigter Lebensbedürfnisse der Freiheit und Unabhängigkeit des Denkens Sinn verleihen kann – ist seit langem zur teuersten Ware geworden, nur den sehr Reichen verfügbar (die keinen Gebrauch von ihr machen). Auch in dieser Hinsicht offenbart die „Kultur“ ihre feudalen Ursprünge und Schranken. Sie kann nur (…) demokratisch werden, wenn es nämlich der Gesellschaft gelingt, die Vorrechte der Privatsphäre wieder herzustellen, indem sie sie allen gewährt und bei jedem einzelnen schützt. (…)
    Kann eine Gesellschaft, die außerstande ist, das private Dasein des Individuums auch nur in den eigenen vier Wänden zu schützen, rechtmäßig behaupten, dass sie das Individuum achtet und eine freie Gesellschaft ist? Sicher ist eine freie Gesellschaft durch mehr und grundlegendere Errungenschaften gekennzeichnet als durch private Autonomie. Und doch beeinträchtigt deren Fehlen selbst die augenfälligsten Institutionen der ökonomischen und politischen Freiheit – dadurch, dass in ihren verborgenen Wurzeln keine Freiheit anerkannt wird.“

    (aus: Herbert Marcuse – Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, S. 255 f.)

    • „The personal is political“ soll maßgeblich von Carol Hanisch geprägt worden sein:

      The Personal Is Political
      by Carol Hanisch

      February, 1969

      For this paper I want to stick pretty close to an aspect of the Left debate commonly talked about—namely “therapy” vs. “therapy and politics.” Another name for it is “personal” vs. “political” and it has other names, I suspect, as it has developed across the country. I haven’t gotten over to visit the New Orleans group yet, but I have been participating in groups in New York and Gainesville for more than a year. Both of these groups have been called “therapy” and “personal” groups by women who consider themselves “more political.” So I must speak about so-called therapy groups from my own experience.

      http://www.carolhanisch.org/CHwritings/PIP.html

      Man muss das also im Kontext zur „human potential movement“ sehen, die in einem Konflikt zur politischen Linken stand: Die Einen suchten ihr Heil in individueller Entfaltung und „therapy“, während die Anderen gesellschaftliche Veränderungen anstrebten und der „therapy“-Strömung vorwarfen, die gesellschaftliche Dimension zu ignorieren und damit „das System zu stützen“.

      Carol Hanisch wehrt sich dagegen, dass ihre Frauengruppen offenbar als unpolitische Therapiegruppen kritisiert werden:

      We have not done much trying to solve immediate personal problems of women in the group. We’ve mostly picked topics by two methods: In a small group it is possible for us to take turns bringing questions to the meeting (like, Which do/did you prefer, a girl or a boy baby or no children, and why? What happens to your relationship if your man makes more money than you? Less than you?). Then we go around the room answering the questions from our personal experiences. Everybody talks that way. At the end of the meeting we try to sum up and generalize from what’s been said and make connections.

      I believe at this point, and maybe for a long time to come, that these analytical sessions are a form of political action. I do not go to these sessions because I need or want to talk about my ”personal problems.” In fact, I would rather not. As a movement woman, I’ve been pressured to be strong, selfless, other-oriented, sacrificing, and in general pretty much in control of my own life. To admit to the problems in my life is to be deemed weak. So I want to be a strong woman, in movement terms, and not admit I have any real problems that I can’t find a personal solution to (except those directly related to the capitalist system). It is at this point a political action to tell it like it is, to say what I really believe about my life instead of what I’ve always been told to say.

      Das war wohl die Geburtsstunde der „conciousness-raising groups“, in der zusehends immer mehr Privates als „female expirence“ in der Gruppe analysiert wurde und damit eine politische Dimension bekam.

      Es sieht also so aus, als sei das „Private als Politisches“ tatsächlich eine originär radikalfeministische Erfindung.

      • Ganz so einfach ist es wohl doch nicht, man muss ja bedenken dass die consciousness-raising groups dabei eine sehr zentrale Rolle spielten. Diese waren ja der Ort, an dem das Private politisiert wurde.

        Diese sollen wiederum stark von Mao Zedong und von Stalins „Kritik und Selbstkritik“ inspiriert worden sein, allerdings wird man dabei eben eher einen Fokus auf den „Klassenstandpunkt“ gehabt haben. Wobei:

        Mao was particularly interested in raising the consciousness of women to their new role in society under communism – a role of active productivity in the fields and workforce.

        http://www.blackwellreference.com/public/tocnode?id=g9781405124331_yr2012_chunk_g97814051243319_ss1-95

        Man muss sich das offenbar so vorstellen: Die Freundin geht zur Frauengruppe. Dort ist eine nach der anderen an der Reihe, etwas aus ihrem Privatleben zu berichten, was sie gerade bedrückt/beschäftigt. Was natürlich eine Gruppendynamik entwickelt, mit „meine Balkonpflanzen wollen nicht wachsen“ erweckt man ja nicht den Eindruck „mitzuarbeiten“

        Da muss schon was Beziehungsmäßiges her, es geht ja schließlich um Frauen, also: um Männer. Um wirklich „mitzuarbeiten“ muss es eigentlich schon was sexuelles sein.

        Anschließend diskutiert die ganze Gruppe über die „Expirience“ und „arbeitet“ die kollektive politische Dimension heraus, was systemimmanent auf das Kollektiv „Männer“ hinausläuft.

        Dann kommt die frisch politisierte Freundin wieder nach Hause und Mann darf sich dann an ihrem neuen „Selbstbewußtsein“ erfreuen. Die Kumpels wissen dann auch alles, schließlich waren ihre Freundinnen auch da und haben natürlich berichtet.

        Ich verstehe nur noch nicht ganz, warum diese Generation so eifrig Orwells „1984“ gelesen hat. Oder vielleicht doch..

  3. Alles konstruiert? Schaut man auf die Kinder, gewinnt man immer wieder einen anderen Eindruck. Was es bedeutet, wenn geschlechtsspezifische Entwicklungen negiert werden, ist an der sächsischen Bildungspolitik zu erkennen.
    Bei uns in Sachsen fällt mit der 4. Klasse die Entscheidung fürs Gymnasium. Ein Zeitpunkt, in dem die meisten Jungs noch so verspielt sind, dass sie nur schwer zum zielstrebigen lernen zu bewegen sind. Das ist immer wieder zu beobachten. Der Druck, der auf die Kinder ausgeübt wird, ist enorm und lässt vollkommen die individuellen Entwicklungswege außer acht.
    Der Zugriff auf die Welt erfolgt spielerisch – bei den Jungen mehr, als bei den Mädchen. Gender bestreitet diese Unterschiede, dabei sind sie offensichtlich.

      • Zumal Gender sich ja sobald die Jungs aus der Schule raus sind gegen sie, die „Patriarchen“ wendet, während positive Diskriminierung von Frauen in von ihnen dominierten Bereichen aus irgendeinem Grund so gar nicht stattfindet.

    • hehe 🙂

      Vielleicht gar kein schlechter Ansatz: jeder absurden Forderung eine eigene absurde Forderung gegenüberstellen, und sich dann „einigen“, dass beide Seiten die Forderung aufgeben. Quasi Wahnsinn mit Wahnsinn bekämpfen 🙂

  4. Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht bei „das Private ist politisch“, sondern bei der Vorstellung, dass nur die eigene Art zu leben die einzig Richtige ist.
    Natürlich kann man auch private Handlungen unter politischen Gesichtspunkten betrachten, was ich gar nicht mal so uninteressant finde. Schwierig ist auch wo genau die Grenze zwischen privat und nicht mehr privat verläuft. Zum Beispiel Handarbeit: sobald diese wirklich als Beruf dazu dient, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen sind wir nicht mehr ausschließlich im Privaten und die Forderung einer besseren Entlohnung ist verständlich.

    Gerade diese Etablierung eines neuen Rollenbildes für Frauen statt der Forderung tatsächlicher Entscheidungsfreiheit macht mich oft genug wütend. Warum muss man sich rechtfertigen, wenn man gerne (nur) Kleider und Röcke trägt, wenn man gerne strickt oder backt, wenn man gerne in den ersten Jahren beim Kind bleiben möchte?
    Ich habe den Eindruck, dass dieses neue Rollenbild leider schon im Mainstream angekommen ist. Sonst hätte es beispielsweise nicht die Hetze gegen das Betreuungsgeld gegeben.

    • „Schwierig ist auch wo genau die Grenze zwischen privat und nicht mehr privat verläuft.“

      Sobald man darüber berichtet, dass man strickt, ist, streng genommen, das Stricken bereits keine Sache der Privatsphäre mehr. Man hat sein Interesse damit gleichsam veröffentlicht.

      Es gibt einen riesiges Bereich zwischen „privat“ und „politisch“, es gibt Grauzonen und ineinander übergehende Felder.

      „Warum muss man sich rechtfertigen, wenn man gerne (nur) Kleider und Röcke trägt, wenn man gerne strickt oder backt, wenn man gerne in den ersten Jahren beim Kind bleiben möchte?“

      Muss man doch nicht. Man kann den Leuten, die einen aufordern sich zu rechtfertigen, auch den Stikefinger zeigen und ihnen empfehlen, sich um ihren eigenen Kram zu kümmern.

      • „Muss man doch nicht. Man kann den Leuten, die einen aufordern sich zu rechtfertigen, auch den Stikefinger zeigen und ihnen empfehlen, sich um ihren eigenen Kram zu kümmern.“

        Richtig, machte ich auch teilweise. Das Problem an der Sache ist, dass diese Menschen immer mehr werden.

        • „Richtig, machte ich auch teilweise. Das Problem an der Sache ist, dass diese Menschen immer mehr werden“

          Es ist eine Form von Gesinnungsdruck, dessen ideologische Grundlage der Feminismus ist, einer m.E. totalitären Ideologie.

          Diese kann man m.E. genau an der zunehmenden Aufhebung der Freiheit in den letzten Jahrzehnten erkennen. Es ist eine Form „schleichender“ Diktatur, welche bisher kaum erkannt wird, da wir einer tagtäglichen medialen Gehirnwäsche ausgesetzt werden.

          Ein Beispiel hierfür ist die Diskreditierung des Betreungsgeldes als Herdprämie, ein Begriff, welcher „gleichgeschaltet“ von allen „Qualitätsmedien “ übernommen wurde .
          Die Diskreditierung ist natürlich nur aus einer einseitigen Krippenperspektive „berechtigt“, welche unterstellt, das eine staatliche Erziehung besser sei als eine familiäre (was in dieser Einseitigkeit nicht stimmt)

        • @Adrian: „Immer mehr? Sehe ich nicht so.“

          Kommt vielleicht auf das eigene Umfeld an. Ich bewege mich durchaus teilweise in einem feministischen Umfeld und dort wird das leider wirklich immer mehr.

          @Step II: „Es ist eine Form von Gesinnungsdruck, dessen ideologische Grundlage der Feminismus ist, einer m.E. totalitären Ideologie. “

          Nicht der Feminismus an sich ist schuld, sondern die Menschen, die eine gute Grundidee in das Gegenteil verkehren! Außerdem sollte man nicht den gesamten Feminismus über einen Kamm scheren, da es viele verschiedene Strömungen gibt, die sich auch nicht immer einig sind.
          Ich verstehe mich auch als Feministin und ich möchte gerne eine Wahlfreiheit ohne Rollenfestsetzungen, jeder sollte so leben können wie es ihm gefällt. Und auch da ist in unserer Gesellschaft leider noch nicht alles getan.

          „Diese kann man m.E. genau an der zunehmenden Aufhebung der Freiheit in den letzten Jahrzehnten erkennen. Es ist eine Form “schleichender” Diktatur, welche bisher kaum erkannt wird, da wir einer tagtäglichen medialen Gehirnwäsche ausgesetzt werden. “

          Dem würde ich teilweise sogar zustimmen. Bin aber nicht der Meinung, dass dies nur und im gesamten vom Feminismus ausgeht.

          @Leszek: Danke! 🙂

        • @ Leszek

          „Mein Feminismus betrachtet im Unterschied zu manch anderem vielleicht eher das Individuum als die Gruppe“

          Diese Haltung würde ich eher als Individualismus definieren und nicht als Feminismus.

          Es zeigt sich hierin natürlich auch die Schwierigkeit der Begriffsdefinition (unterschiedliche Feminismen, hieraus resultierend Feminismus auch als moving target)

          Mir ging es weiter oben v.a. um die zunehmende Aufhebung der Freiheit, in dessen Namen (Emanzipation, Aufklärung, Befreiung von Rollenstereotypien) der Feminismus/Teile des Feminismus vor 45 (??) Jahren einmal (als 2. Welle der Frauenbewegung) angetreten ist .

        • @miria

          „Nicht der Feminismus an sich ist schuld, sondern die Menschen, die eine gute Grundidee in das Gegenteil verkehren!“

          WAs ist die gute Idee?
          Wodurch wird sie in ihr Gegenteil verkehrt?

          „Außerdem sollte man nicht den gesamten Feminismus über einen Kamm scheren, da es viele verschiedene Strömungen gibt, die sich auch nicht immer einig sind“

          Macht den Feminismus zu einem moving target, über den nicht mehr sinnvoll zu reden

        • @Step II: „Diese Haltung würde ich eher als Individualismus definieren und nicht als Feminismus.“

          Um individuelle Freiheit zu erreichen, muss gesellschaftlich die Möglichkeit dazu geschaffen werden.
          Dieser Satz bezieht sich speziell auf solche Dinge wie beispielsweise die Forderung nach einer Frauenquote, die meiner Meinung nach eben kein Gewinn an Freiheit bringt, sondern nur Nachteile, da sie auf individueller Ebene benachteiligt.

          Für mich ist es nicht sinnvoll in allen Bereichen genauso viel Männer wie Frauen zu haben, wenn die das gar nicht wollen. Sondern es geht darum, persönliche Willen zu berücksichtigen und nicht ein aufdoktrinieren, damit die Gruppe an sich von außen betrachtet ganz toll gleichberechtigt wirkt.

          „WAs ist die gute Idee?
          Wodurch wird sie in ihr Gegenteil verkehrt? “

          Das ist doch ganz einfach: Die gute Idee ist di Befreieung von Rollenzuweisungen. Dadurch können alle Menschen unabhängig von Geschlecht ein freieres Leben führen.
          Ins Gegenteil verkehrt wird diese Idee dadurch, dass wieder neue Rollenzuweisungen eingeführt werden, die wiederum die Freiheit beschneiden.

        • @Miria: ich bin völlig Deiner Meinung.

          PS: Leszek hat in der Vergangenheit eine sehr griffige Charakterisierung der großen politischen Strömungen (Liberale / Linke / Konservative) gegeben, s. hier:
          http://maninthmiddle.blogspot.de/p/antifeminismus.html#feminismus4

          Danach bist Du eindeutig liberal 😉
          Was Du als „zunehmende Aufhebung der Freiheit“ beklagst (die mir genauso zuwider ist), kann man noch am ehesten als überzogene Gerechtigkeit im Sinne von Gleichheit interpretieren, die wiederum nach Leszek typisch für Linke ist.

    • „Ich habe den Eindruck, dass dieses neue Rollenbild leider schon im Mainstream angekommen ist. Sonst hätte es beispielsweise nicht die Hetze gegen das Betreuungsgeld gegeben“

      Hieran ist sehr schön zu exemplifizieren, dass Anspruch (Befreiung von Zwängen) und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen.

      Auch die Frau als „emanzipierte “ (wovon befreit ??) Frau hat sich einem neuen Rollendiktat zu unterwerfen.

      Deshalb wird der Kampf um das Betreungsgeld auch so erbittert geführt (u. als Herdprämie denunziert).Es geht eben nicht um (Wahl)-freiheit, sondern um Zwang., um die Möglichkeit, Kinder bereits im Kleinkindalter einer staatsfeministischen Ideologie zu unterwerfen,
      Es ist die schleichende Wiederkehr der DDR,

      • @Step II: „Auch die Frau als “emanzipierte ” (wovon befreit ??) Frau hat sich einem neuen Rollendiktat zu unterwerfen.“

        Aber genau das ist es, was ich als Feministin ja eben nicht will! Ein Rollendiktat.

        • @Miria
          „Aber genau das ist es, was ich als Feministin ja eben nicht will! Ein Rollendiktat.“

          Ganz genau und deshalb spiele ich dieses blöde Spiel auch nicht mit.

          Ich bin was ich bin und wer ich bin und wenn ich hier und da weibliche Klischees erfülle und auch überwiegend stereotyp weiblich bin, dann ist das so und es interessiert mich nicht. Ich mache das ja nicht absichtlich.

          Ich habe keine Lust mich zu verbiegen, damit ich politsch für irgend jemanden konform erscheine. Verbiegen ist anstrengend.

          Wenn das jemandem nicht passt: ich zwinge mich niemandem auf und ich muss muss auch nicht jedem Menschen gefallen.

          Überhaupt – für mich haben Tätigkeiten, wie z. B. Autofahren (wie gut oder schlecht), Häkeln, Stricken, Kochen und was sonst auch immer, kein Geschlecht.

      • *Auch die Frau als “emanzipierte ” (wovon befreit ??) Frau hat sich einem neuen Rollendiktat zu unterwerfen.*

        Die Frau _wurde_ befreit von ihrer Rolle und Aufgabe in der Gesellschaft.

        Der Wohlstand hat zugeschlagen, unsere Frauen wurden ein stückweit obsolet, in die Karriere abgeschoben, Frauen aus ärmeren Ländern haben ein besseres Preis/Leistungs Verhältnis und die Reproduktion/Mutter-Rolle hat sich dahin ausgelagert, oder in unsere Parallelgesellschaft mit Migrationshintergrund.

        Ihre traditionellen Arbeiten wurden stark Automatisiert, Reproduktion ist nicht automatisierbar oder rationalisierbar, in ihrer Produktivität steigerbar, die Kosten aber hängen am Lohnniveau eines Landes getrieben von der Produktivitätssteigerung im Arbeitsleben. Folglich verlagert Reproduktion sich in Länder mit geringerem Lohnniveau. Unsere Frauen können „Kind und Karriere“ nicht vereinbaren.

        Das ist natürlich eine hässliche, bedrückende Realität, weswegen die Behauptung mit umgekehrter Kausalität sehr gerne geglaubt wird.

        So kann sich die Frau einreden sie ist nicht obsolet und zu teuer als Mutter geworden, sondern dass die Mutterrolle, ihre Rolle in der Familie von gestern und böse Unterdrückung ist von der sie sich befreit hat.

        Zusätzliche Kompensation versucht sie durch Betonung ihrer Rolle als sexuell Begehrte, als das was ihre „Befreiung“ von ihr übrig liess: Prostituierte. #Aufschrei.

        Wie die PW 40erin, deren Attraktivität auf den Nullpunkt zugeht, die dauernd von grapschenden Männern erzählt die ihr an die Wäsche wollen.

        Infantiles Verhalten, typisch für unsere Wohlstandsfrauen.

        Frauen wandern ja auch weniger aus weil ihre Situation unbefriedigend ist, sie orientieren sich am wohlhabenden Mann, ihrer Familie. Daher sind sie in unserer Wohlstandsfalle, in einer diamantbesetzten Folterzelle gefangen.

        • @borat
          *Auch die Frau als “emanzipierte ” (wovon befreit ??) Frau hat sich einem neuen Rollendiktat zu unterwerfen.*

          „Die Frau _wurde_ befreit von ihrer Rolle und Aufgabe in der Gesellschaft“

          Dieses ist ja eine Form von Entpflichtung, welche dem Mann nicht zuteil wurde, dh. gesamtgesellschaftlich (nicht individuell)

          Frau. Zunahme der Rechte, Abnahme der Pflichten
          Mann: Abnahme der Rechte, Zunahme der Pflichten

          evident: Ungleichgewicht, vor dessen Hintergrund Gesellschaft zu betrachten wäre

          Frage wäre, wie ein neues Gleichgewicht aussehen könnte

        • *Frage wäre, wie ein neues Gleichgewicht aussehen könnte*

          Dieses neue Gleichgewicht kommt unverhofft, hintenrum, schleicht sich an und ein, ist auf einmal da ohne das es Jemand erfunden oder propagiert hätte, ohne dass sich Jemand als Führer, Jesus oder Retter aufgespielt hätte, denn es ist kein Produkt unseres Verstandes oder Bewusstseins.

          Dieses neue Gleichgewicht geht ganz kühl und arrogant über das Drama seiner Opfer hinweg.

          Ich kann und will es nicht erfinden, ich will mich nur weg von der bedrückenden Realität unserer Wohlstandsfrauen orientieren.

        • @Step II

          *Frage wäre, wie ein neues Gleichgewicht aussehen könnte.*

          Solange Männer die gegenleistungslose Inanspruchnahme ihrer Leistungen durch Frauen hinnehmen und weiter leisten, wird sich gar nichts ändern.

          Warum auch?

          Frauen tut’s ja nicht weh.

          Erst wenn Männer sich verweigern, es so auch Frauen allmählich weh zu tun beginnt, muss neu verhandelt werden.

          Also wenn der Staat nicht mehr genug Geld vor allem von Männern eintreiben kann, um es an Frauen umzuverteilen, dann muss neu verhandelt werden.

          Ist wie bei Tarifverhandlungen.

          Wenn der Unternehmer von seinen Arbeitern immer mehr Leistung zu immer weniger Lohn abpressen kann, wird er das tun bis es ihm selbst weh zu tun beginnt (weil seine Arbeiter verhungern, z.B.)

          Oder bis die sich ihrer Situation bewusst werden, sich ihrer Macht bewusst werden, sich organisieren, Gewerkschaften gründen und streiken für höhere Löhne.

          So pendelt sich im Gegeneinander von Kraft und Gegenkraft ein neues Gleichgewicht aus.

          Männer müssen sich also der femizentrisch-feministischen Ordnung verweigern, die ihre Leistungen nicht mehr angemessen entlohnt.

          Eine Möglichkeit ist diese:

        • @Roslin

          „Erst wenn Männer sich verweigern, es so auch Frauen allmählich weh zu tun beginnt, muss neu verhandelt werden.“
          Das kann noch lange dauern. M.E. gibt es wenig Verhaltensänderungen von Männern
          Die staatliche Alimentierung von Frauen wird ja noch weiter ausgebaut (z.B. Mütterrente vor 92).

          „Also wenn der Staat nicht mehr genug Geld vor allem von Männern eintreiben kann, um es an Frauen umzuverteilen, dann muss neu verhandelt werden.“

          Das ist bestimmt grundsätzlich richtig (Staat als Ersatzehemann),wird aber erst in 20-30 Jahren eintreten, einem Zeittpunkt also, wenn wir das Greisenalter erreicht haben.
          Dann können wir ante mortem sozusagen den untergehenden Feminismus betrachten, können noch einmal dem untergehenden Europa nachwinken (ohne jetzt zu kulturpessimistisch werden zu wollen), Entwicklungen, die aus einer geronto-dementiellen Perspektive nicht mehr sehr relevant (besser :redudant !!) sein werden

    • @ Miria

      „Zum Beispiel Handarbeit: sobald diese wirklich als Beruf dazu dient, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen sind wir nicht mehr ausschließlich im Privaten und die Forderung einer besseren Entlohnung ist verständlich.“

      Ja, aber hier geht es ja nicht primär um die ökonomische Dimension von Handarbeit. Ansonsten würde ich das Thema unter klassenkämpferischen, kapitalismuskritischen und gewerkschaftlichen Aspekten behandeln.
      Hier steht aber m.E. die persönliche Dimension von Handarbeit, Stricken und Spinnen im Vordergrund: Darf eine Frau sich für Handarbeit entscheiden, wenn sie dies tun will, obwohl dies in genderfeministischer Perspektive Geschlechternormen stärken könnte? Darf eine Frau in der Öffentlichkeiit stricken, owohl dies in genderfeministischer Perspektive die Überwindung traditioneller Rollen behindern könnte? Darf man stricken, wenn man gerade in einer politischen Veranstaltung sitzt oder fällt man dadurch dem genderfeministischen Kampf gegen Geschlechternormen in den Rücken? Solche Sachen halt.
      Somit wird versucht die persönliche Wahlfreiheit von Frauen hier aus politisch-ideologischen Gründen einzuschränken, ein irrationales Über-Ich zu erzeugen und Frauen in den Kopf zu setzen, das ihnen sagt, wie sie sich im genderfeministischen Sinne politisch korrekt zu verhalten haben – selbst wenn es nur ums Stricken geht.

      „Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht bei “das Private ist politisch”, sondern bei der Vorstellung, dass nur die eigene Art zu leben die einzig Richtige ist.“

      Aber in diesem Fall ja aus politisch-ideologischen (gender/radikalfeministischen) Gründen (und nicht aus religiösen oder philosophischen Gründen, persönlichen Vorlieben oder anderem) – daher ist die Übertreibung der Auffassung des Privaten als politisch in diesem Fall m.E. durchaus in ideologischer Hinsicht ursächlich für die entsprechenden pseudo-emanzipatorischen Haltungen.

      „Gerade diese Etablierung eines neuen Rollenbildes für Frauen statt der Forderung tatsächlicher Entscheidungsfreiheit macht mich oft genug wütend. Warum muss man sich rechtfertigen, wenn man gerne (nur) Kleider und Röcke trägt, wenn man gerne strickt oder backt, wenn man gerne in den ersten Jahren beim Kind bleiben möchte?“

      Sehe ich genauso wie du. Wird in Teilen des liberalen und anarchistischen Feminismus zum Glück auch kritisiert – ist im Radikal/Gender/Queer – Feminismus aber leider tatsächlich verbreitet.

      • @Leszek „die Übertreibung der Auffassung des Privaten als politisch“

        Nach meinem Eindruck kann man die Auffassung des Privaten als politisch kaum trennen von den Annahmen, die man hinsichtlich der Diversität der Leute macht.
        Wenn man davon ausgeht, daß die Leute von Natur aus ziemlich verschieden sind, dann sind die einzelnen privaten Verhältnisse eben Zufall und können nicht mit einer politischen Bedeutung aufgeladen werden (sofern sie nicht nachweislich direkte Folge gesellschaftlicher Strukturen sind).
        Die politisch motivierte Kritik an persönlichen Entscheidungen unterstellt dagegen, daß die Leute alle gleich sind oder zumindest gleich gemacht werden könnten.

  5. Habe letztens Kuchen gebacken für die Geburtstagsfeier meiner Frau.

    Meine Frau wurde für den guten Kuchen gelobt.

    Habe was über blieb auf Arbeit mitgenommen.

    Ich sollte herzlichen Dank für den leckeren Kuchen an meine Frau übermitteln.

    Naja, ich backe halt gern – auch ohne Lob. Ich wollte nur mal den Mann im Haushalt sichtbar machen.

    • Geht mir ähnlich, jetzt da ich unser Haus renoviere. Allerdings mag ich es, in die überraschten Gesichter zu blicken wenn die Handwerker sowas sagen wie: „Ach, das haben sie selbst gemacht? Sieht gut aus.“ – „Ja, ICH habe das einfach mal ausprobiert und hat ganz gut geklappt.“ – „Ach SIE waren das??“

      Klar, einerseits könnte ich mich ärgern über den dahinterstehenden Sexismus (oder die Erfahrung?), aber es ist halt tatsächlich oft so dass der Mann Hobbyhandwerker ist und dann sowas im Haus macht. Und da ich absolut keine Erfahrung mit sowas wie verputzen oder Holzarbeit habe empfinde ich es schon als Kompliment wenn automatisch davon ausgegangen wird dass meine Arbeit der eines qualifizierten Laien entspricht.
      Auf der anderen Seite finde ich es wichtig, auf sowas dann hinzuweisen, aber keine große Sache daraus zu machen. So dass wirklich ein Stück Selbstverständlichkeit transportiert wird und den Leuten selbst auffällt dass sie grade in Klischees gedacht haben.

      Das war jetzt ne ziemlich lange Antwort auf eine Anekdote mit etwas Womansplaining dabei 😀

  6. Als ob Freude an der Arbeit oder die Tatsache, dass man nicht alle Kapazitäten dafür braucht, die Arbeit selbst schlechter oder wertloser macht

    Nicht, dass ich es schön finde, aber: ja, dass Arbeit Spass macht, drückt üblicherweise den Preis. Man vergleiche dazu z.B, was man als Programmierer in der Spielebranche bekommt (wo gefühlt jeder Programmierer gerne Arbeiten würde), und was man in der Versicherungsbranche bekommt.

    Oder für noch extremere Missverhältnisse: man vergleiche, was der durchschnittliche erfolglose Musiker dafür zahlt, dass er seine eigene CD verkaufen kann. Halbwegs kostendeckend („Materialpreis“) wäre da meist schon ein Erfolg.

    Nicht zuletzt stört uns die Abwertung der eigenen Handarbeit als unwichtiges kleines Hobby, dessen Ergebnis wahlweise verschenkt oder für den Materialpreis oder weniger verkauft wird

    Warum nimmt sie dann nicht höhere Preise? Achja: weil die keiner zahlt. Scheint so, als sei der Wert des Produktes doch nicht so hoch, wenn die Menschen lieber ihre 5€ als das Produkt haben.

    Aus dem Artikel klingt stark die gleiche Verschwörungstheorie wie beim „PayGap“: der Markt existiert nicht, und die Preise werden vom Amt für Patriachatsfragen festgelegt, was diese dann irgendwie magisch in die Köpfe der Personaler und Kleidungskäufer beamt.

    Ich glaube, jedem ernsthaften Feministen sollte daran gelegen sein, nicht mir solchen Loonies assoziiert zu werden.

    • Selbstwert ist der Stichpunkt.

      Den neurotisch kranken Seelchen Mangelt es daran.
      Selbstwert bekommen die nur wenn sie sich möglichst teuer verkaufen, was sie ja auch tun.

      Wir sind mehr wert!
      Ihr unterdrückt uns!
      Ausbeutung!

      Das geht nicht mit Handarbeiten die auch für ein paar Cent aus indischen Fabriken kommen.

      Warum haben unsere Wohlstandsfrauen so ein Selbstwertproblem?

      Wegen ihrer Obsoleszenz und ihrer Kinderarmut.

      • Selbstwert bekommen die nur wenn sie sich möglichst teuer verkaufen, was sie ja auch tun.

        Das passt nicht, denn abgesehen von dem Autor des Artikels hat keiner ein Interesse am teuren Verkaufen: genau das kritisiert sie ja.

        • Nicht die Handarbeiterinnen verkaufen sich teuer, die Feministinnen versuchen es und kritisieren die die sich „zu billig“ verkaufen und keine Selbstwertprobleme damit haben.

    • @Keppla: „Nicht, dass ich es schön finde, aber: ja, dass Arbeit Spass macht, drückt üblicherweise den Preis. Man vergleiche dazu z.B, was man als Programmierer in der Spielebranche bekommt (wo gefühlt jeder Programmierer gerne Arbeiten würde), und was man in der Versicherungsbranche bekommt.“

      Nicht der Spaß an der Arbeit drückt den Preis, sondern das Angebot. Es ist ganz einfach ein Fall von Angebot und Nachfrage. Eine Arbeit, die vielen Leuten Spaß macht oder eben einfach zu erfüllen ist, so dass sie von vielen ausgeführt werden kann wird eben nicht so hoch bezahlt als eine Arbeit, die nur von wenigen ausgeführt wird, weil sie kaum einem Menschen Spaß macht oder aber kompliziert ist.
      Ich glaube nicht, dass ein Ingenieur, der Spaß an seiner Arbeit hat weniger Gehalt verdient als einer, der keinen Spaß hat.

        • Dieser Schluss stimmt ja so einfach nicht!
          Ich glaube sogar, dass die meisten Ingenieure oder Piloten verdammt viel Spaß an ihrer Arbeit haben (zumindest alle, die ich kenne), Und dennoch sind das beides Berufe die nicht gerade schlecht bezahlt werden…

          • @miria

            „Ich glaube sogar, dass die meisten Ingenieure oder Piloten verdammt viel Spaß an ihrer Arbeit haben (zumindest alle, die ich kenne), Und dennoch sind das beides Berufe die nicht gerade schlecht bezahlt werden…“

            Freude an an der Arbeit wirkt sich eben häufig auch auf die Qualität aus: Wem eine Arbeit Spass macht, der investiert mehr in sie, baut mehr Kenntnisse auf, vertieft sein Wissen eher, macht Sachen mit mehr Einsatz.

            Was dann zu mehr Gehalt für solche Leute führen kann. Natürlich gibt es aber auch den anderen Effekt: Besonders gute Jobs macht man vielleicht auch für weniger Geld.

            Ein Faktor wird wohl sein, inwiefern sich Spass an der Arbeit in Qualität umlegen läßt und inwieweit man das dann auf den Kunden umlegen kann.

        • @ Keppla

          Das Lohnniveau wird natürlich vor allem durch Angebot und Nachfrage bestimmt (jedenfalls in einer idealen meritokratischen Leistungsgesellschaft, die wir aber nicht haben): Pilot/Ingenieur sind z.B. Berufe mit hohen Anforderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit, an Stressresistenz (besonders bei Piloten, dazu körperliche Gesundheit, gute Sehfähigkeit, hervorragende motorische Koordinationsfähigkeit gepaart mit sehr gutem räumlichen Vorstellungsvermögen/Orientierungssinn).

          Nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung ist begabt genug, sie auszuüben > hohe Löhne für die wenigen, zumal wenn das, was sie herstellen/anbieten, gut verkäuflich, also gesucht ist.

          Wenn ich etwas gerne mache, was relativ viele gut machen, werde ich wenig verdienen.

          Wenn ich etwas Anspruchsvolles gut mache, dass aber keiner haben will, auch.

        • Dieser Schluss stimmt ja so einfach nicht! Ingenieure oder Piloten verdammt viel Spaß an ihrer Arbeit haben (zumindest alle, die ich kenne), Und dennoch sind das beides Berufe die nicht gerade schlecht bezahlt werden

          Der vergleich hinkt, da nicht ceteris paribus.

          Klar ist das Angebotsunterschied zwischen Pilot und Schneider nicht auf den mangelnden Spass zurückzuführen. Ich hab aber auch nie behauptet, dass Spass der _einzige_ faktor ist, sondern nur _ein_ faktor, der das Angebot erhöht.

          Um den Vergleich gut zu machen, guck dir an, wie viele Ingenieure an einen Job in der Raumfahrt spass hätten, und wieviele an einem wo es um Fastfoodpackungsdesign geht.

          Klar werden sich auch für’s zweite welche begeistern können, nur a) weniger als für’s erste, und b) könnten sich von denen mehr für den ersten gleich begeistern.

        • @ Keppla

          * Sorry, mir ist nicht klar, was du mir sagen willst.*

          Wenn ein Beruf, der vielen Spass machte, der aber eine hohe Begabung, um ihn erlernen zu können,voraussetzt, die NATURgemäß nur wenige mitbringen, dann wird er, obwohl er vielen Spass machte, hoch bezahlt sein, weil die, die ihn tatsächlich gut ausüben können, nur eine kleine gesuchte Minderheit sind, die hohe Löhne für sich einfordern können, obwohl sie mit Lust ihre Arbeit machen.

          Vorausgesetzt natülich, dass das, was sie anbieten, selbst auch gesucht ist und damit gut verkäuflich.

        • Ich hab schon verstanden, dass du erzählst, dass Angebot auch von Fähigkeit abhängt.

          Es scheint mir nur am Thema vorbei, da ich mich ja nicht über die verschiedenen Faktoren, die Einfluss aufs Angebot haben, ausgelassen habe, sondern nur festgestellt, dass – alles andere gleichbleibend – Dinge, die Spass machen ein höheres Angebot haben.

        • Dinge, die Spass machen ein höheres Angebot haben.

          Ja, man ist eben bereit, für Spaß Opportunitätskosten zu bezahlen.

          „dessen Ergebnis wahlweise verschenkt oder für den Materialpreis oder weniger verkauft wird“

          ->Da ist man dann eben bereit, soviel Opportunitätskosten für den Spaß zu bezahlen dass man gar nichts mehr verdient.

          Man subventioniert also das Produkt mit dem Betrag, den man in der Zeit maximalst verdienen könnte.

          Eine ganz schröckliche Ausbeutung, das.

      • Zum Teil spielt aber auch die Unerfahrenheit und Übereifer von Neuanfängern eine Rolle. Beispielsweise ist die Situation für Illustratoren in der Rollenspielbranche eher mau, Honorare sind generell sehr niedrig und nur die wenigen Berühmtheiten in der Branche können die Preise selbst bestimmen. Einer der Gründe dafür, ist dass mittlerweile viele Anfänger und Frischlinge von den Kunstschulen quasi für ein Appel und ein Ei arbeiten, nur um ihre Arbeiten gedruckt zu sehen, nichts ahnend, dass sie damit auch vielen etablierten Künstlern die Preise versaut haben.

        Daher glaube ich, dass der Spass-Faktor konkret eher eine Rolle spielt, wenn insbesondere unerfahrene Handwerker/Freiberufler aus Spass und Begeisterung sich unter Preis verkaufen.

        • Einer der Gründe dafür, ist dass mittlerweile viele Anfänger und Frischlinge von den Kunstschulen quasi für ein Appel und ein Ei arbeiten, nur um ihre Arbeiten gedruckt zu sehen, nichts ahnend, dass sie damit auch vielen etablierten Künstlern die Preise versaut haben.

          Der Faktor „Spaß“ (oder „Ruhm“ bzw. „einen Namen haben“) macht eben den Anbieter von Arbeit zum Nachfrager für „Spaß“.

          Wenn das Angebot an „Spaßjobs“ knapp ist und die Nachfrage groß, dann kann der Anbieter eben einen höheren Preis (in Form von Opportunitätskosten für den Auftragnehmer) realisieren.

          Wer „für ein Appel und ein Ei arbeitet“ verspricht sich eben teilweise eine andere Entlohnung als durch unmittelbar bezahlten Lohn. Sonst würde er ja etwas lukrativeres machen.

          Die Differenz zwischen dem, was er maximalst ohne Präferenz für den Faktor „Spaß“ verdienen könnte und dem, was er mit Präferenz für den Faktor „Spaß“ tatsächlich verdient sind die Opportunitätskosten, die er für den Faktor Spaß bezahlt.

          Der Spaß ist also dem Homo Oeconomicus dieser Betrag Wert. Er „kauft“ sozusagen zu diesem Preis dem Auftraggeber den Spaß ab und macht damit „die Preise kaputt“

          Daher glaube ich, dass der Spass-Faktor konkret eher eine Rolle spielt, wenn insbesondere unerfahrene Handwerker/Freiberufler aus Spass und Begeisterung sich unter Preis verkaufen.

          Das kann natürlich so weit gehen, dass Arbeit unter den Reproduktionskosten (Lebenshaltungskosten etc) verkauft wird. Dann wird diese konkrete Arbeit zum Luxus aka Hobby. Sie ist dann professionell schwer zu betreiben.

          Da müssen eben die Profis es schaffen, den Aufftraggebern zu vermitteln dass professionelle Arbeit ihren Wert und damit auch seinen Preis haben muss. Oder abwarten, bis die Auftraggeber selbst merken dass Geiz auch teuer sein kann.

        • @ Nick:

          Stimme ich zu.

          Was ich betonen wollte ist, dass meiner Meinung nach, auch der Faktor der Unerfahrenheit oder Naivität eine Rolle spielt. Professionelle, erfahrene bzw. pragmatischere Handwerker/Freiberufler sind eher diejenigen, die sich vom Spass-Faktor weniger beeinflussen lassen, wenn es um die Preisverhandlungen geht, wohl wissend, dass sie eben Spass am Job und eine gute Bezahlung haben können (angenommen dass der jeweilige Markt nicht bereits mit Frischlingen überflutet ist, die sich unter Preis verkaufen).

          Das mit dem Hobby is mehr oder weniger eingetreten. Die meisten Illustratoren in der Branche können den Job nur als Nebenverdienst betreiben. Nur wenige schaffen es komplett davon zu leben.

        • ..auch der Faktor der Unerfahrenheit oder Naivität eine Rolle spielt.

          Das kann ich mir gut vorstellen. Sie haben vermutlich oft keine Vorstellung davon was die kostendeckenden Preise eines Freiberuflers sind bzw. was marktübliche Preise sind.

          Andererseits wollen Frischlinge natürlich in den Markt heineinkommen, und sind deshalb eben zu Vielem bereit. Wenn zu viele den Job unbedingt machen wollen, dann gehen eben die Preise kaputt.

          Das mit dem Hobby is mehr oder weniger eingetreten.

          Da müsste theoretisch die Qualität enorm sinken. Als Hobby kann man normalerweise kaum Qualität produzieren.

          Bei Illustrationen mag das anders sein.

  7. Das Problem liegt einzig in der Politisierung der eigenen Neurose.

    Die oben zitierten Texte strotzen vor bemühter Abwertung eines nichtneurotischen, sprich nicht kontinuierlich bewußt reflektierenden und problematisierenden Lebens. Aus der ritualisierten Automaten-Sprache schimmert das panische Bemühen, durch Rigidität und Distanzierung der als bedrückend erlebten eigenen Gefühlswelt zu entgehen.

    Politik ist für Feministinnen kein Tool zur konstruktiven gesellschaftlichen Einflußnahme, sondern ein Tool zur Konfliktabwehr.

    Kranke Seelchen…psychotherapeutische Einflußnahme hilft da nicht…höchstens unverhoffte sexuelle Erfüllung…

    • *Die oben zitierten Texte strotzen vor bemühter Abwertung eines nichtneurotischen, sprich nicht kontinuierlich bewußt reflektierenden und problematisierenden Lebens.*

      (editiert: Bitte höflich bleiben)

  8. Kein Zwang im Feminismus, du darfst alles sein?

    Ich will Macho sein, ein richtiger Mann.

    Nee also das geht jetzt aber nicht, kommt der mit Macho, hahaha, also Macho, hahaha, nee, nee, Macho, nee hahaha, nee, hahaha, Macho, nee, das geht nicht.

    Diese alberne Masche von wegen „Jetzt neu mit ganz ohne Zwänge!“ womit einem ein noch größerer Zwang der vor allem dem Verkäufer nutzt verkauft werden soll ist doch ein uralter Trick auf den die Leute immer wieder reinfallen.

      • Was das bedeutet?

        Eigentlich das Gegenteil von dem wie der moderne Mann sein soll also so wie er er unterbewusst Attraktion und deshalb Irritation und Agressivität bei den besten Frauen der Welt auslöst weil sie diesen Mann nicht bekommen, besser als dieser sein wollen aber daran scheitern, weil sie ihn Neiden und unbewusst begehren.

        Ein Macho ist so wie es unsere Pädagog.I.nnen den kleinen Mackern austreiben wollen, was sie mit wachsendem Erfolg und Unterstützung der Pharmaindustrie schaffen.

        Ein Macho ist selbstsicher, spontan, verspielt, lernfähig, intelligent, mit sich selbst im reinen, kein neurotischer Zwangsreflektierer und Zwangsrationalisierer, einer der einfach was tut weil ihm danach ist, der auch mal was tut was er vorher nicht gelernt hat.

        Und das mit den „Freiheiten“ ist ja auch so eine zweischneidige Sache.

        Der Begabtere beschneidet natürlich die Chancen der weniger Begabten am Markt der Begabungen, genau das ist es doch was unsere besten Frauen der Welt stört, was sie dämonisieren, kriminalisieren, diffamieren und verhöhnen.

        • @Borat

          „Ein Macho ist selbstsicher, spontan, verspielt, lernfähig, intelligent, mit sich selbst im reinen, kein neurotischer Zwangsreflektierer und Zwangsrationalisierer, einer der einfach was tut weil ihm danach ist, der auch mal was tut was er vorher nicht gelernt hat.“

          Und meinst du, du entsprichst dieser Beschreibung bisher?

        • @Chritian

          Natürlich nicht, ich will doch den Hass der solchen Menschen ins Gesicht schlägt nicht wortlos hinnehmen.

          Doch manchmal überkommen mich machohafte Züge:

          Da drifte ich mit dem Auto auf einem abgelegenen Parkplatz über Schnee, freue mich wie ein kleines Kind. Kommt eine postklimakterische Behindertensportgruppe (Exaltiertes, symbolisches gehen mit Stöcken) und fragt: „Wollen sie uns beeindrucken?“.

          Nein, die Hoffnung stirbt zuletzt.

          Oder im Felsenmeer mit Mountainbikes und anderen Machos. Einen steilen Fels hochfahren, kurz darauf balancieren, runterfahren und Stopppie (auf dem Vorderrad fahren) dabei machen. Fragt eine Frau. „Geht das auch ohne Zähne“.

          Ich: „Warum so negativ? Positiv denken, nur so lernt man das.“

          Das gibt es nur bei uns, nur von den besten Frauen der Welt, dass einem so viel passiv aggressiver Hass und Neid ins Gesicht schlägt wenn man mal etwas probiert, riskiert und lernt, wenn man etwas kann und es einfach so tut, gerne tut, Spaß daran hat.

          Aber ich gebs zu, seit dem ich erkannt habe, wie sehr man durch einfache Demonstration sportlicher und akrobatischer Fähigkeiten unsere besten Frauen der Welt provozieren kann, mache ich es noch lieber.

          Das natürlich im krassen Gegensatz zu machen jungen Mädchen die dabei mit großen Augen staunend zuschauen während die Gesichtszüge ihrer Mutter sich verhärten „Angeber!“.

          Das Seelenleben unserer Frauen, der besten Frauen der Welt, scheint in einem kritischen Zustand.

          • @Borat

            „Natürlich nicht, ich will doch den Hass der solchen Menschen ins Gesicht schlägt nicht wortlos hinnehmen.“

            Wäre mir auch nicht so vorgekommen. Du scheinst eher einige schlechte Seiten des von dir gewünschten Bildes herauszugreifen und die guten Alphamannkriterien auszublenden. Würde dir glaube ich gut tun, wenn du da weniger verbittert wirst und insbesondere das selbstsichere und das verspielte mehr ausbauen würdest.

        • *Würde dir glaube ich gut tun, wenn du da weniger verbittert wirst und insbesondere das selbstsichere und das verspielte mehr ausbauen würdest.*

          Tu ich doch, beschrieb ich doch, mein Ansporn ist auch der beschriebene Hass der mir dabei immer ungefragt entgegenschlägt.

          Aber jetzt „verspielt“ mit unseren Frauen, den besten Frauen der Welt interagieren? Katastrophe! Ist wie ein Kind was durch Zufall auf einmal die verbotene Wahrheit ausspricht und einen neurotischen Anfall damit auslöst.
          Nee, dass willst du doch nicht wirklich?

          Was die Verbitterung angeht sehe ich da so viele die wirklich schwer gezeichnet sind, kriegen nix auf die Reihe und hassen mich für das bisschen was ich kann.

          Jetzt geh ich ein bisschen spielen.

        • @Borat
          „Aber jetzt “verspielt” mit unseren Frauen, den besten Frauen der Welt interagieren? Katastrophe! Ist wie ein Kind was durch Zufall auf einmal die verbotene Wahrheit ausspricht und einen neurotischen Anfall damit auslöst.
          Nee, dass willst du doch nicht wirklich“

          Ich finde deinen Blickwinkel bereichernd – und auch witzig (nicht nervig)
          kann darüber richtig lachen,weil er einen wahren Kern beinhaltet in seiner teilweise etwas zugespitzten Darstellung

        • „Wäre mir auch nicht so vorgekommen.“
          Mir schon – bei meinen außenwirksamen Lieblingstätigkeiten Inlineskating und Musikmachen.

          Ich gebe zu, beides ist nun nicht unbedingt für jedermann aber wer als Frau zu einer Bluesjam geht und dort einen dort Auftretenden mit „Irgendwie Alte-Männer-Musik“ (siehe hier dazuhttp://www.youtube.com/watch?v=XgHBscdCMBs) an der Bar schräg anspricht, der hat irgendwie was nicht mitbekommen.

    • @Borat: „ch will Macho sein, ein richtiger Mann.“

      Was genau meinst du damit?

      Wenn du gerne für dich alleine oder unter Freunden bei euch Zuhause Macho sein möchtest, so kannst du das ja tun.
      Und wenn du eine Frau findest, die vielleicht auf einen Macho (immernoch fraglich, was das genau bedeutet) steht, dann werdet zusammen glücklich!
      Genau diese Freiheit sollte es doch geben!

      Wenn Macho für dich aber bedeutet, andere Menschen zu belästigen, indem du Frauen ungefragt anfässt oder beleidigst, dann ist es selbstverständlich, dass dies nicht inklusive ist bie der persönlichen Freiheit, da du damit wiederum die Freiheit der anderen einschränkst!

        • @christian
          „aber du würdest dich ja auch nicht von jeder hübschen Frau beliebig begrapschen lassen oder?“

          Begrabschen ist nie o.k., das sagt ja schon die pejorative Wortbedeutung , dem auch eine Aggression innewohnt

          Es geht ja auch eher um Berühren, vielleicht auch um Umarmen in bestimmtenKontexten

          und:eine hübsche Frau begrabscht natürlich nicht,
          aber: sie stellt sich zur Schau, was ja auch ein Belästigung sein kann

          • @Step II

            „und:eine hübsche Frau begrabscht natürlich nicht, aber: sie stellt sich zur Schau, was ja auch ein Belästigung sein kann“

            sicher kommen hübsche Frauen mit mehr durch als andere Menschen. Körperliches wird häufig von ihnen eher erwünscht sein. Aber dennoch finde ich solche Aussagen wie „der Alpha kann belästigen soviel er will, bei ihm ist es keine Belästigung“ in ihrer Verallgemeinerung schlicht falsch.

        • @ Christian

          „Dann ist es natürlich auch nicht immer okay. Vielleicht häufiger als bei Betas,“

          Natürlich ist es nicht immer ok. Miria
          hat da ja, vielleicht unfreiwillig, einen
          situativen Hinweis gegeben.

          „Wenn Macho für dich aber bedeutet, andere Menschen zu belästigen, indem du Frauen ungefragt anfässt oder beleidigst,“

          Also ist nicht die begrabschte Frau das
          eigentliche Problem, sondern die Menschen
          im unmittelbaren Umfeld und das können
          Frauen und Männer sein.

          „aber du würdest dich ja auch nicht von jeder hübschen Frau beliebig begrapschen lassen oder?

          Wie Mann bei so einer Steilvorlage vorgeht
          musst Du als Gamer eigentlich wissen.
          Ich denke da sind wir auf einem ähnlichen
          Wissensstand.

          A pessimist thinks all women are bad.
          An optimist hopes that they are…

        • @christian
          „Aber dennoch finde ich solche Aussagen wie “der Alpha kann belästigen soviel er will, bei ihm ist es keine Belästigung” in ihrer Verallgemeinerung schlicht falsch.“

          Finde ich auch falsch. Stimmt auch einfach nicht, man nehme einfach nur mal Strauss-Kahn. Ist bestimmt auch nicht immer ganz einfach zu bestimmen, ob jemand ein alpha ist.

          „sicher kommen hübsche Frauen mit mehr durch als andere Menschen. Körperliches wird häufig von ihnen eher erwünscht sein“
          natürlich kommen hübsche Frauen mit mehr durch.
          mir geht es jedoch um einen anderen Punkt. Ich erlebe das körperliche sich-Darstellen von Frauen oftmals als Belästigung
          (z.B. tiefes Decollete) , genauso in den Medien/Fernsehen, wo es kaum noch angezogene Frauen gibt. Es stört mich diese Art der Dauerbelästigung insbesondere vor dem Hintergrund der permanenten Theamatisierung der Frau als Objekt (induziert durch den männlichen die Frau zur Ware machenden Blick). Es ist m. E. keine primär sexuelle, sondern eine Machtfrage, deren Basis ein Doppelstandard ist (wie bei allen Geschlechterfragen)

        • @ Step II

          „Finde ich auch falsch.“

          So generell behauptet das sicher
          kein vernünftiger Mensch im Ernst.

          „man nehme einfach nur mal Strauss-Kahn. Ist bestimmt auch nicht immer ganz einfach zu bestimmen, ob jemand ein alpha ist.“

          Der Stauss-Kahn ist insofern ein
          interessanter Fall, als er zeigt,
          dass der Alpha Status eben nicht
          etwas statisches, sondern etwas
          situativ veränderliches ist.
          Dabei kann ein sich zu weit aus
          dem Fenster lehnen zu einem
          Status Verlust führen.
          Es kann sein, dass nicht das
          initiale Begrabschen, sondern
          das nachfolgende Verhalten zum
          Problem führt.

        • @ Step II

          „Es stört mich diese Art der Dauerbelästigung insbesondere vor dem Hintergrund der permanenten Theamatisierung der Frau als Objekt (induziert durch den männlichen die Frau zur Ware machenden Blick). Es ist m. E. keine primär sexuelle, sondern eine Machtfrage, deren Basis ein Doppelstandard ist (wie bei allen Geschlechterfragen)“

          Da steckst Du aber noch tief in
          der Matrix drin.

        • @Borat: „Du fragst was ein Macho ist und sagst ein Macho ist schlecht.“

          Leseverständnis ist nicht gerade deine Stärke, oder?

          Es wäre interessant, wo genau du gelesen hast, dass ein Macho schlecht ist? Überlese nicht das Wörtchen wenn!

          Deine Definition von Macho klingt für mich eher eigentlich ziemlich sympathisch. Aber sowas verstehen die meisten Menschen eben nicht unter der Definition „Macho“, daher meine Nachfrage.

        • @Miria

          Man definiert einen Begriff den man mag einfach so, dass die Eigenschaften die man selber hat, darauf passen. Und nicht so wie der Begriff im Lexikon definiert ist.
          Weil es eben gut klingt.

        • @Miria

          *Leseverständnis ist nicht gerade deine Stärke, oder?*

          Ich glaube schon, sogar mehr als deine.

          *Wenn du gerne für dich alleine oder unter Freunden bei euch Zuhause Macho sein möchtest, so kannst du das ja tun.*

          Ja was soll das den bitte bedeuten?

          Ich tausche mal ein paar Wörter aus, um deinem Textverständnis auf die Sprünge zu helfen:
          _
          Wenn du gerne für dich alleine oder unter Freund.I.nnen bei euch Zuhause eine Feministin sein möchtest, so kannst du das ja tun.
          _
          Und wenn du einen Mann findest der vielleicht auf eine Feministin steht, dann werdet doch zusammen Glücklich!
          _

          Wenn Feministin für dich aber bedeutet andere Menschen zu belästigen, in dem du Männer ungefragt (verbal) angreifst und beleidigst, dann ist es selbstverständlich dass dies nicht mehr deine persönliche Freiheit ist und du die Freiheit anderer damit einschränkst.
          _

          Jetzt klar?

        • @Miria, Nachtrag

          *Deine Definition von Macho klingt für mich eher eigentlich ziemlich sympathisch. *

          Ich hab es ja positiv Formuliert.

          Ich gebe dir mal eine Übersetzung was unser Zeitgeist und unsere besten Frauen der Welt daraus machen:

          Selbstsicher = Patriarchal, Unterdrückerisch
          Spontan = Planlos
          Verspielt = Infantil, alle Männer sind kleine Jungs
          Lernfähig = Ungebildet, Faul
          Intelligent = Eingebildet, Arrogant
          Tut etwas wenn ihm danach ist = Rücksichtslos
          Tut etwas was er nicht gelernt hat = Hält sich für was besseres

          Diese zeitgeistige Übersetzung ist natürlich überspitzt, doch es ist wohl eindeutig nachzugoogeln dass männliche Eigenschaften und vor allem verschärfte also „Macho“-Eigenschaften tendenziell eher mit negativ belegten Worten beschrieben werden.

  9. @Borat

    Da muss ich jetzt nochmal nachhaken. Du driftest also im Winter über einen leeren abgelegenen Parkplatz. Und da kommt just in dem Moment eine Nordic Walking Gruppe vorbei und fragt dich ob du sie beeindrucken möchtest. Obwohl du in einem driftenden und geschlossenen Auto sassest? Wie haben sie das denn geschafft?
    Oder bist du in einem Cabrio mit geöffnetem Verdeck gefahren? Im Winter?

    Oder du fährst durch einen Mountainbike Park in einem Felsenmeer (wo gibt es solche in Deutschland überhaupt?) und genau da gehen just in dem Moment Frauen spazieren, u.a auch Mütter mit pubertierenden töchtern um ausgerechnet dich um nur dich und niemand anderen aus deiner Gruppe anzusprechen?

    Das klingt ja wirklich nach sehr abenteuerlichen Zufällen.

    Im Übrigen, wenn es denn wirklich so gewesen ist, ich würde angesichts eines Spruchs wie („Geht das auch ohne Zähne?“) nicht gleich einen Angriff wittern. So kommentieren manche Menschen eben potentiell gefährliche Dinge die man tut.

    Mich hat auch mal ein Mann gefragt ob er schon mal den Notarztwagen anrufen soll als ich das erste Mal auf ein drei Jähriges Pferd gestiegen bin das noch nie einen Reiter auf dem Rücken hatte.
    Sowas kann man auch einfach mal locker nehmen ohne da irgendeine böse Absicht, geschweigedenn „Hass“ hineinzuinterpretieren.

    Ich frage mich echt was du erlebt hast, dass du immer auf solche komischen Ideen kommst.
    Vieles von dem was du schreibst klingt jedenfalls nach Projektion.

    • Tipp:

      Auf Parkplätzen parkt man Autos, deswegen ist die Wahrscheinlichkeit dass der Fahrer nicht in seinem Auto sitzt dort hoch.
      Außerdem war es ein Roadster, aber geschlossen.
      Ich stieg aus und die etwas fülligeren aber dafür bestockten Frauen kamen vorbei und fragten.

      Das Felsenmeer hier ist ein „Familienausflugsziel“, am Wochenende mit Restaurants, Kiosk und Eisverkauf.

      Die besagten waren ein Mann und seine Frau.
      Nach dem Hochfahren trafen wir die wieder, dann entschuldigten die sich lange. Ich wollte schon sagen: „Meine Therapiestunde kostet 200EUR“, bei den ganzen Geschichten die wir uns anhören mussten.

      Der Mann erzählte dass er mit seinem Fahrrad auch mal so was probiert hat und dabei heftig auf die Fresse gefallen ist. Das macht er nie mehr. Die Frau ist wohl froh beim normalen Fahren nicht vom Rad zu fallen. Und dann erzählten sie vom Sohn der krasser Downhiller ist.
      Ich hatte irgendwie das Gefühl für deren Angstprobleme und interfamiliäre Spannungen gerade mal der Arsch sein zu müssen.

      Mütter mit pubertierenden Töchtern sprechen mich / uns nicht an, die Mütter schauen mit versteinertem Gesicht, falls die Tochter evtl. große Augen macht.
      Und andere kinderlose PW-Opfer mit schicken Bergschuhen von Prada schauen so wie die halt schauen.

      *So kommentieren manche Menschen eben potentiell gefährliche Dinge die man tut.*

      Die Fortführung der Gechichte hat wohl mein Gespür bestätigt. Ein Dialog ist ja mehr als die aufgeschriebenen Worte. Betonung, Timing, Kontext, etc.

      *Vieles von dem was du schreibst klingt jedenfalls nach Projektion.*

      Ich fordere quasi die Leute auf zu projizieren, mich zum Arsch zu machen.
      Ich hole das Unschöne hevor, das was die Leute über sich verdrängen wollen.
      So hab ich ganz schnell deren (mentale) Schwachstellen ausgemacht.

      Mein Problem, Zwanghaft, kann ich nicht abstellen. Wozu auch, will mit so Leuten ja nix zu tun haben.

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