Bundestagswahl 2013

Die Bundestagswahl 2013 hatte nach ersten Hochrechnungen folgendes Ergebnis:

  • Laut ARD-Prognose holen CDU und CSU 42 Prozent, laut ZDF 42,5 Prozent. Die FDP muss zittern, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde überspringt. Die Liberalen kommen der ersten ARD-Prognose zufolge auf 4,7 Prozent, laut ZDF sind es 4,5 Prozent.
  • Spannend bleibt es auch für die Alternative für Deutschland (AfD): Der ARD-Prognose zufolge erreicht sie bei ihrer ersten Bundestagswahl 4,9 Prozent (ZDF: 4,8 Prozent) und kann womöglich ins Parlament einziehen
  • Achtungserfolg für Peer Steinbrück: Seine SPD verbessert sich im Vergleich zur Wahl 2009 auf 26 Prozent (ZDF: 26,5 Prozent).
  • Grüne und Linke streiten sich darum, wer drittstärkste Partei im Bundestag wird. Die Grünen erreichen 8 Prozent nach der ersten Prognose (ZDF: 8,0 Prozent), die Linkspartei kommt auf 8,5 Prozent (ZDF: 8,5 Prozent)

Was sagt ihr dazu?

85 Gedanken zu “Bundestagswahl 2013

  1. Deutschland braucht eine rechtskonservative, nicht-grüne Ökopolitik. Zudem muss Autosexualität (selbstbezogene Sexualität) stark begrenzt werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass die Männer weniger lustgierig sind. Und dadurch, dass sie lernen, trockene Orgasmen zu erleben. Bei einem richtigen trockenen Orgasmus darf mit der autosexuellen Tätigkeit nicht mal begonnen werden.

    • @ Freuchrist

      *dadurch, dass sie lernen, trockene Orgasmen zu erleben. Bei einem richtigen trockenen Orgasmus darf mit der autosexuellen Tätigkeit nicht mal begonnen werden.*

      Ich übe schon jmal und versuche Deine Beiträge mit trockenem Humor zu ertragen.

      Eine asketische Übung, durchaus anspruchsvoll, das kannst Du mir glauben.

      Denn ich bin katholisch.

      Hoffentlich erlebte sie hier gerade einen trockenen Orgasmus!

        • @ Freichrist776

          1. siehe Christian

          2. Spermien neu produzieren ist keine nennenswerte Belastung für einen männlichen Körper. Diese Zellen enthalten ja nicht viel Nährstoffe und werden auch nicht in so riesigen Mengen produziert. Auch die Sekrete dazu – na gut, wer sich viel einen piiiieeeeep (*Zensiert*), hat einen hohen Zinkverlust. Aber immer noch einen, der sich locker durch einen guten Appetit kompensieren lässt.

          Eine Belastung kann es auch sein, einen von Natur aus starken Trieb nicht abzureagieren. Bei den vermutlich eher wenigen Männern, die zur Vergewaltigung fähig sind, kann ein solcher Triebstau gefährlich für andere Menschen, vor allem Frauen werden. Unabhängig davon kann es eine Belastung sein – ich drücke es mal drastisch aus, um es auf den Punkt zu bringen – den ganzen Tag an nackte Weiber zu denken, wenn man seinen Trieb nicht genug abreagiert.

          Dann hat es schon Fälle gegeben, bei denen ein junger Mann, der ein Priesterseminar besuchte und aus Glaubensgründen keusch lebte, so einen Samenstau hatte, dass die Samen auf die Blutgefäße in den Hoden drückten. Er konnte vor Schmerzen kaum noch gehen, und das war für sein Hodengewebe gefährlich.

          Nee, also aus Glaubensgründen selbst gegen Onanie zu sein, kann keine Zukunft mehr haben.

          Früher hieß es sogar aus Glaubensgründen, Selbstbefriedigung würde einen blind machen, dazu führen, dass einem Gehirn und/oder Rückenmerk verfault und weiß Gott nicht alles.

          Dann wurden Jungs beschnitten, um ihnen die Onanie auszutreiben. (Als wenn das Gottes Wille wäre!)

          Dann sind Kinder – meist Jungs – deswegen auch geschlagen worden…

          …nee, dann lieber eine Lektüre wie „Onanieren für Profis“ vom Arne.

          Hab ich noch nicht – muss ich noch irgendwann lesen!

        • @ derdiebuchstabenzaehlt
          Ich bin gegen jegliche Beschneidung. Es geht mir auch nicht darum, dass man gar nicht mehr autosexuell tätig ist. Sondern seltener.

        • @ Freichrist776

          „Ich bin gegen jegliche Beschneidung.“

          Das ist in dieser verrückten Welt sehr viel wert, gerade für einen gläubigen Menschen.

          „Es geht mir auch nicht darum, dass man gar nicht mehr autosexuell tätig ist. Sondern seltener.“

          Ja, aber wozu? Was wäre dann besser an dieser Welt?

          Im Übrigen: Wie oft sind Menschen denn überhaupt autosexuell aktiv? Hast Du da Zahlen drüber?

          Und solche Zahlen können ja nur auf Umfragen basieren, und die sind gerade bei so einer Fragestellung mit Vorsicht zu genießen.

          Ich denke, es gibt eine hohe Varianz unter Menschen, was die Häufigkeit der Selbstbefriedigung angeht.

          Wie oft oder selten sollte sich denn aus Deiner Sicht ein Mann bzw. eine Frau selbst einen r*********** ?

    • @ Freichrist776

      „Zudem muss Autosexualität (selbstbezogene Sexualität) stark begrenzt werden.“

      Verbote?

      „Dies kann dadurch erreicht werden, dass die Männer weniger lustgierig sind.“

      Da ist nicht viel dran zu ändern.

      „Und dadurch, dass sie lernen, trockene Orgasmen zu erleben.“

      Ein Mann kann einen TROCKENEN Orgasmus haben? Ist das Dein heiliger Ernst? Ich dachte bisher immer , dass könnte, wenn überhaupt, nur ein Junge, der noch deutlich vor dem Eintritt in die Geschlechtsreife ist und onaniert.

      „Bei einem richtigen trockenen Orgasmus darf mit der autosexuellen Tätigkeit nicht mal begonnen werden.“

      Hä? Also jetzt verstehe ich gar nichts mehr.

        • @ Christian

          Okay, rein theoretisch mag es gehen.

          Aber wieviel Prozent aller Männer können das denn?

          Und dann die große Frage: Wie geht das überhaupt?

          Geht das echt auch, wenn man sich vorher nicht durch mehrere Orgasmen hintereinander die „Magazine“ leergeschossen hat?

          Also wenn ja, dann muss es da doch einen Trick geben (?)…

  2. Wenn Schwarz-Gelb scheitert, wonach es aussieht, wird es wahrscheinlich zu einer schwarz-roten Koalition kommen.

    Die Union wird eine wirtschaftsliberale Politik durchdrücken mit ein paar kosmetischen Zugeständnisen an die SPD. Bleibt für die SPD nur ein Feld, auf dem sie sich ideologiekonform profilieren kann: FRAUENFÖRDERPOLITIK.

    Dem wird die Union nachgeben, denn FRAUENFÖRDERPOLITIK stört die wirtschaftsliberalen Kreise nicht nur nicht, sondern im Gegenteil, sie profitieren.

    D.h. z.B., die Frauenquote wird kommen.

    Das seit Jahrzehnten beobachtbare De-Facto-Bündnis zwischen Wirtschaftsliberalen (Konsum-/Handels-/Finanzkapitalisten, die KEINE Konservativen sind!) und der neomarxistischen/kulturmarxistischen/neuen Post-68’er-Linken, die nach dem Marsch durch die Institutionen die SPD dominiert, darf sich wieder einmal bestätigt fühlen.

    Diese neue Linke (Kaviarlinke, Champagnerlinke) hat keinen großen Drang, die ungleiche Vermögensverteilung, die kapitalistische Umverteilung, wirklich herauszufordern. Sie ist ja längst Teil der wohlhäbigen Fettlebe geworden.

    Sie ist angekommen, hat den Kontakt zu den „Proleten“ verloren, die sie eher noch verachtet wg. ihrer „hinterwäldlerischen“ Ansichten hinsichtlich „Gendermainstreaming“ („Häh?!“), hinsichtlich multikutlurell diversifizierter Gesellschaft („Wat denn? Der Mufti soll jetzt auch noch von seinem Turm plärren dürfen und unsere Chantelle darf kein Schweinefleisch mehr in Schulkantine essen?!“).

    Männerrechtliche Anliegen werden also der Kompromissfindung zum Opfer fallen, der Marsch in den femizentrisch-feministischen Staat wird fortgesetzt.

    Männern, die sich dieser Lage bewusst sind, bleibt nichts anderes, als sich um sich selbst zu kümmern, so weit dies möglich ist: Selbst vorsorgen, nicht heiraten, keine Kinder zeugen, sich so weit wie möglich dem Zugriff und den Zumutungen des feministisch-femizentrischen Systems entziehen, es seinem Schicksal überlassen.

    • Wobei noch hinzuzufügen ist, dass in der SPD „Neo-Marxisten“ schwerlich zu finden sein dürften und es sich bei der konservativen/rechten Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie des antisemitischen Verschwörungstheoretikers und geistigen Brandstifters hinter Breivik, William S. Lind um ein Wahnsystem handelt.

        • @ Neuer Peter

          „Ich bitte dich. Die Diskurstaktik “guilt by association” ziemt sich nicht für einen intelligenten Mann wie dich.“

          Doch – ich bin der Ansicht, dass wenn jemand nachweislich falsche und schädliche Ideologien zu transportieren versucht, wie Roslin es hier tut, Kritik daran angemessen und berechtigt ist.

          Ich bewege mich seit meiner Jugend in der (radikalen) antikapitalistischen Linken. Wenn es so etwas wie „Kulturmarxismus“ gäbe – also das was konservative/rechte Ideologen damit meinen – wüsste ich davon.
          Ich bin noch nie einem „Kulturmarxisten“ begegnet, ich kenne auch niemanden innnnerhalb der Linken, der schonmal einem „Kulturmarxisten“ begegnet wäre, ich habe auch noch nie jemanden innerhalb der Linken kennengelernt, der von so etwas schon einmal gehört hätte (es sei denn durch Lektüre abstruser verschwörungstheoretischer konservativer/rechter Propagandaschriften).

          In den Werken der „neo-marxistischen“ Denker, die der Verschörungstheoretiker William S. Lind beschuldigt, einen Plan entworfen zu haben um die westliche Kultur zu zerstören – je nach Interpretation entweder um dadurch die Arbeiterklasse in eine Revolution zu treiben (?) oder um einen Kampf von Frauen, sexuellen und ethnischen Minderheiten gegen weiße, heterosexuelle Männer zu initiieren – steht nichts dergleichen.
          Es handelt sich um triviale Propagandalügen.

          Die Frankfurter Schule verwarf die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt. Warum solten sie also die westliche Kultur zerstören wollen, um dadurch die Arbeiterklasse in eine Revolution zu treiben, wenn sie nicht an die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt glaubten.

          Das Feindbild des „weißen, heterosexuellen Mannes“ entstammt außerdem der US-amerikanischen Rezeption des Poststrukturalismus und findet sich in „neo-marxistischen“ Theorien überhaupt nicht – gehört also zu einer ganz anderen linken Theorietradition.

          Die Frankfurter Schule vertrat eine Art „linken Kulturkonservatismus“, bei dem es vor allem um die Kritik des Prinzips der Zweckrationalität in kapitalistischen Gesellschaften sowie um die Kritik an der Zerstörung der Kultur durch die kapitalistische Konsumgesellschaft ging -also tendenziell das genaue Gegenteil von dem, was Lind behauptet.

          Die Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie ist de facto eine Neuauflage des klassisch antisemitischen Konstrukts von der jüdisch-marxistischen Weltverschwörung. Lind hat seine Ideologie auch höchstpersönlich in US-amerikanische antisemitische Zirkel eingebracht:

          http://www.splcenter.org/get-informed/intelligence-report/browse-all-issues/2002/fall/mainstreaming-hate

          Des Weiteren hatte die Lügen- und Dämonisierungspropaganda dieser konservativen/rechten geistigen Brandstifter durch die Attentate von Breivik bereits Tote zur Folge.

          Wer solches also vertritt, hat sich zu verantworten – auch Roslin.

          Roslin bewegt sich nicht innerhalb der Linken, hat von den verschiedenen Strömungen und Theorien innerhalb der Linken keine Ahnung und bezieht sein Wissen diesbezüglich offensichtlich vor allem aus primitiven antilinken Propagandaschriften.

          Ich denke daher, dass man sowas auf keinen Fall unwidersprochen stehen lassen sollte.

        • @ Leszek

          Was Du hier machst, ist die übliche linke Taktik, Kitiker linker Ideologie und ihrer Folgen als Antisemiten zu verdächtigen, weil z.B. die führenden Köpfe der Frankfurter Schule Juden waren. Nur sind etliche der schärfsten Kritiker der Frankfurter Schule (Andrew Breitbart, David Horowitz) ebenfalls Juden.

          So schreibt Andrew Breitbart, Zitat (aus seinem Buch Righteous Indignation, Kapitel Breakthrough):

          *Marcuse’s mission was to dismantle American society by using diversity and “multiculturalism” as crowbars with which to pry the structure apart, piece by piece. He wanted to set blacks in opposition to whites, set all “victim groups” in opposition to the society at large. Marcuse’s theory of victim groups as the new proletariat, combined with Horkheimer’s critical theory, found an outlet in academia, where it became the basis for the post-structural movement–Gender Studies, LGBT/”Queer” Studies, African-American Studies, Chicano Studies, etc. All of these “Blank Studies” brazenly describe their mission as tearing down traditional Judeo-Christian values and the accepted traditions of Western culture, and placing in their stead a moral relativism that equates all cultures and all philosophies–except for Western civilization, culture, and philosophy, which are “exploitative” and “bad.”*

          Sowohl Andrew Breitbart als auch David Horowitz wurden in der neomarxistischen Szene der USA politisch sozialisiert, waren dort lange Zeit engagiert, engagierte (Ex-)Linke, die konservativ wurden.

          Die Tatsache, dass eine Denkschule viele Juden in ihren Reihen aufzuweisen hat, immunisiert sie nicht gegen Kritik.

          Ebensowenig wie die Politik des Staates Israel jeder Kritik enthoben ist, nur weil sie von Juden bestimmt wird, ist es das Denken einiger Vertreter der Frankfurter Schule.

          Als Kulturmarxismus bezeichne ich eine marxistische Denkschule (Beispiel: Herbert Marcuse, DER Vordenker der Studentenbewegung), die sich auf kulturelle Faktoren zur gesellschaftlichen Umformung konzentriert im Gegensatz zum klassischen Marxismus, der sich auf die Ökonomie, Klassenkampf und die Anderung der Besitzverhältnisse an den Produktionsmitteln konzentrierte.

          *Die Frankfurter Schule verwarf die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt. Warum solten sie also die westliche Kultur zerstören wollen, um dadurch die Arbeiterklasse in eine Revolution zu treiben, wenn sie nicht an die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt glaubten.*

          Darum wollte Herbert Marcuse Ersatz schaffen durch seine Koalition der Opferminderheiten (Migranten, rassische Minderheiten, Frauen), das sich als neues revolutionäres Subjekt konstituieren sollte.

          Genau das haben wir erlebt, erleben wir, s.o.

          *Das Feindbild des “weißen, heterosexuellen Mannes” entstammt außerdem der US-amerikanischen Rezeption des Poststrukturalismus und findet sich in “neo-marxistischen” Theorien überhaupt nicht – gehört also zu einer ganz anderen linken Theorietradition.*

          Das Red Stockings Manifesto amalgamiert Marxismus mit Feminismus. Vieles von dem, was dort steht, erscheint mir sehr, sehr aktuell.

          http://www.redstockings.org/index.php?option=com_content&view=article&id=76&Itemid=59

          * We identify the agents of our oppression as men. Male supremacy is the oldest, most basic form of domination. All other forms of exploitation and oppression (racism, capitalism, imperialism, etc.) are extensions of male supremacy: men dominate women, a few men dominate the rest. All power structures throughout history have been male-dominated and male-oriented. Men have controlled all political, economic and cultural institutions and backed up this control with physical force. They have used their power to keep women in an inferior position. All men receive economic, sexual, and psychological benefits from male supremacy. All men have oppressed women. *

          Es ist klar, dass an der Spitze dieser männlichen Unterdrückerhierarchie der weiße, heterosexuelle Mann steht.

        • Korrektur

          Darum wollte Herbert Marcuse Ersatz schaffen durch seine Koalition der Opferminderheiten (Migranten, rassische Minderheiten, Frauen), die sich als neues revolutionäres Subjekt konstituieren sollte.

          Paul Gottfied ist übrigens noch ein Jude, der den Einfluss von Protagonisten der Frankfurter Schule auf das Geistesleben der USA und des Westens scharf kritisiert aus konservativer Sicht.

          http://www.amazon.de/The-Strange-Death-Marxism-Millennium/dp/0826215971

          Von wegen Antisemitismus.

        • @ Leszek

          Ich stimme dir inhaltlich – so weit ich das überblicken kann, mein Wissen ist auf diesem Gebiet sehr begrenzt – sogar zu. Auch ich halte die Rede vom Kulturmarxismus für schwer haltbar.

          Weil aber Leute, die diese Rede im Munde führten, u.U. Antisemiten waren und diese Rede u.U. Verrückte zu Verbrechen animierte, müssen sich andere, die sie benutzen, dafür noch lange nicht verantworten. Das müssen sie ebenso wenig, wie du dich für Mao zu verantworten hast.

          Die These vom Kulturmarxismus mag richtig oder falsch sein, antisemitisch ist sie per se nicht, selbst wenn sie einige Motive antisemitischer Theorien aufgegriffen und abgewandelt haben sollte.

        • ..weil z.B. die führenden Köpfe der Frankfurter Schule Juden waren.

          Nein, weil die kulturmarxistische Weltverschwörung von „Konsumkapitalisten“ (Zitat Roslin) gesteuert wird.

        • @ Roslin

          „Was Du hier machst, ist die übliche linke Taktik, Kitiker linker Ideologie und ihrer Folgen als Antisemiten zu verdächtigen, weil z.B. die führenden Köpfe der Frankfurter Schule Juden waren.“

          Nein, ich verdächtige nicht jeden Kritiker der Frankfurter Schule als Antisemiten, sonden eine bestimmte Form von Kritik an der Frankfurter Schule, nämlich die von William S. Lind und seinen Kameraden vertretene, die den Unsinnsbegriff „Kulturmarxismus“ geprägt hat. Und bei dieser Richtung ist der Antisemitismus unverkennbar, allein schon durch das völlig unbelegte Unterstellen böser Absichten und durch die zahlreichen Lügen, Halbwahrheiten, Entkontextualisierungen und Verdrehungen, die die entsprechenden Schriften von Lind & Co enthalten.
          (Kritik an der Frankfurter Schule kann übrigens auch dann falsch sein, wenn sie nicht mit Antisemitismus einhergeht.)

          „Nur sind etliche der schärfsten Kritiker der Frankfurter Schule (Andrew Breitbart, David Horowitz) ebenfalls Juden.“

          Mag sein – ob und inwieweit ihre Kritik berechtigt oder unberechtigt ist, ist im Einzelfall zu prüfen. Und auch bei Juden ist es darüber hinaus nicht unmöglich, dass sich antisemitische Elemente in ihrem Denken finden. Es gibt ja auch auch misogyne Frauen, misandrische Männer, homophobe Schwule etc. Aber auch das wäre im einzelnen zu prüfen.

          Das Zitat von Andrew Breitbart ist belanglos, weil (wie üblich) jegliche Belegquellen fehlen. Wo steht das denn bei Marcuse, was er da behauptet? Wo kann ich das nachlesen?

          Darüber hinaus: Maruse ist nicht die Frankfurter Schule, sondern nur ein einzelner ihrer Theoretiker. Erich Fromm hat Marcuses Hauptwerke abgelehnt und scharf kritisiert. Adorno und Horkheimer hielten ebenfalls nicht viel von den Ansichten des späten Marcuse, vertraten selbst sehr andere Positionen. Der späte Horkheimer vertrat sogar eine Mischung aus linken und konservativen Ansichten, die dir zumindest partiell eigentlich zusagen dürfte:

          http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45226214.html

          Warum wird hier also von der Frankfurter Schule gesprochen, wenn nur Marcuse gemeint ist?

          Für die Behauptung von Breitbart, Poststrukturalisten hätten theoretisch an Marcuse angeknüpft fehlt ebenfalls jeder Beleg.

          Der ursprüngliche französische Poststrukturalismus – der im Gegensatz zum politisch korrekten Vulgär-Poststrukturalismus in den USA undogmatisch und wenig pc-konform ist – knüpft nicht an die Kritische Theorie an, auch nicht an Marcuse, sondern im Gegenteil an zwei politisch konservative Denker, nämlich Nietzsche und Heidegger, von denen Theorielemente entnommen und dann von den französischen Poststrukturalisten für linke Zwecke versucht wurden nutzbar zu machen.

          Die politisch korrekten Subströmungen des Poststrukturalismus, die in den USA entstanden sind, beruhen im Wesentlichen auf einer einseitigen und dogmatischen Interpretation bestimmter Theorieelemente, die den Werken der französischen Poststrukturalisten entnommen wurden.

          Ich besitze zufällig ein paar Einführungswerke zu Gender Studies, Queer Studies und Critical Whiteness (ich kann sie dir jederzeit nennen, falls du die Titel wissen möchtest). Ich habe gerade einmal nachgeschaut, ob Marcuse dort irgendwo im Literaturverzeichnis oder Sachregister erwähnt wird – nein, wird er nicht. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass er jemals in einem Text dieser Strömungen erwähnt wurde.
          Komisch, warum wird Marcuse denn nicht erwähnt, wenn er ideengeschichtlich für diese Strömungen so wichtig war – vielleicht weil er doch nicht so wichtig war?

          Und selbst wenn die us-amerikanischen vulgär-poststrukturalistischen Strömungen irgendwie auch an Marcuse angeknüpft hätten – wofür jeder Beleg fehlt – würde das nichts daran ändern, dass es sich bei ihnen trotzdem in erster Linie um Sub-Strömungen des Poststrukturalismus handelt, die keine soziale Revolution anstreben, sondern eine – in meinen Augen strategisch kontraproduktive – Identitätspolitik für bestimmte Gruppen betreiben. Poststrukturalismus ist KEIN „Neo-Marxismus“ – auch nicht in seiner dogmatischen us-amerikanischen Variante.

          „Als Kulturmarxismus bezeichne ich eine marxistische Denkschule (Beispiel: Herbert Marcuse, DER Vordenker der Studentenbewegung), die sich auf kulturelle Faktoren zur gesellschaftlichen Umformung konzentriert im Gegensatz zum klassischen Marxismus, der sich auf die Ökonomie, Klassenkampf und die Anderung der Besitzverhältnisse an den Produktionsmitteln konzentrierte.“

          Marcuse hat weniger „vorgedacht“, als bereits ablaufende gesellschaftliche Entwicklungen und vorhandene soziale Bewegungen sympathisierend theoretisch unterstützt.
          In der heutigen Linken spielt Marcuse keine nennenswerte Rolle. Ich kenne keine einzige heute einflussreiche linke Strömung, Gruppierung, Organisation, die sich in ihren theoretischen Grundlagen wesentlich auf Marcuse bezieht.

          Selbst der polnische Philosoph Leszek Kolakowski, vom atheistischen Marxisten zum antimarxistischen konservativen Christen gewandelt und ein extremer Marcuse-Hasser konstatiert in einem Hetz-Artikel über Marcuse, dass dessen Einfluss auf die Linke in den 70er Jahren weitgehend erloschen ist. (Leszek Kolakowski – Die Hauptströmungen des Marxismus, Band 3, S. 431)
          (Kolakowski redet übrigens auch viel Unsinn über die Frankfurter Schule – aber antisemitische Einflüsse gibt es bei ihm definitiv nicht.)

          Woher der Begriff „Kulturmarxismus“ kommt, in welchen Bedeutungskontext er steht und was für Leute diese Ideologie vertreten, wissen wir außerdem beide. Wer diesen Begriff verwendet, stellt sich in eine bestimmte Tradition, nämlich in die des konservativen Antidemokraten, Antisemiten und Schreibtischtäters William S. Lind – (der meiner Vermutung nach die Werke der Denker der Frankfurter Schule überhaupt nicht gelesen hat, sondern höchstens in Einführungswerken etwas überflogen).

          „Darum wollte Herbert Marcuse Ersatz schaffen durch seine Koalition der Opferminderheiten (Migranten, rassische Minderheiten, Frauen), das sich als neues revolutionäres Subjekt konstituieren sollte.“

          Zwischen der Hoffnung, dass die Neuen Sozialen Bewegungen einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung einer freiheitlichen und gerechten Gesellschaft leisten (was ich auch hoffe) und dem Ziel der „Zerstörung der westlichen Kultur“ gibt es aber einen signifikanten Unterschied.
          Auch zwischen dem Engagement für Migranten, rassische Minderheiten und Frauen und einem Kampf gegen weiße, hetersosexuelle Männer gibt es einen wesentlichen Unterschied.

          „Das Red Stockings Manifesto amalgamiert Marxismus mit Feminismus. Vieles von dem, was dort steht, erscheint mir sehr, sehr aktuell.“

          Ebenfalls belanglos, welche linke Strömung knüpft denn in ihren theoretischen Grundlagen an dieses Manifest an? – Ich kenne keine.

        • @ Leszek

          Was Breitbart hier beschreibt

          *All of these “Blank Studies” brazenly describe their mission as tearing down traditional Judeo-Christian values and the accepted traditions of Western culture, and placing in their stead a moral relativism that equates all cultures and all philosophies–except for Western civilization, culture, and philosophy, which are “exploitative” and “bad.”**

          ist nichts anderes als die Anwendung dessen, was Marcuse in senem Essay Repressive Toleranz als geboten beschreibt: Toleranz nur für die unterdrückten, marginalisierten Ideen, Vorstellungen, Gruppen, Intoleranz gegenüber allem Etablierten – ein Umsturzprogramm.

          *Nach Marcuse existiert eine objektive Wahrheit, die durch die Diskussion des Volkes in Gestalt von Individuen und Mitgliedern politischer und anderer Organisationen die Politik einer zukünftigen demokratischen Gesellschaft bestimmen soll. Diese Idee der Freiheit schließt für Marcuse eine uneingeschränkte Toleranz gegenüber rückschrittlichen Bewegungen aus. Unparteiische Toleranz schütze in Wirklichkeit die bereits etablierte Maschinerie der Diskriminierung. In seinem Essay legitimiert er dieses Programm mit der Feststellung: Das Telos der Toleranz ist Wahrheit.*

          Die Besitzer und Verwalter der „objektiven“ Wahrheit – wohl die politisch korrekte Linke – können also bestimmen, was rückschrittlich ist.

          Gegenüber dem „Rückschrittlichen“ muss man intolerant sein, um der unterdrückten „objektiven“ Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen.

          Denn unparteiische Toleranz schützt ja in Wirklichkeit nur die bereits etablierte Maschinerie der Diskriminierung, die es zu zerschlagen gilt.

          Es ist das gleiche Denken, das dazu führt, dass man es für erlaubt hält, ungleich zu berechtigen, um gleich zu stellen.

          Ich muss nur dafür sorgen, dass ich zu einer als diskriminiert definierten Gruppe zugerechnet werde und schon ist es mir erlaubt, meine Privilegierung als „ausgleichende“ Gerechtigkeit zu einzufordern, denn unparteiische Gleichberechtigung schützt ja in Wirklichkeit nur die bereits Etablierten, die hegemonialen weißen heterosexuellen Männer, gegen die man intolerant sein darf, gegen die man diskriminieren darf, um Raum zu schaffen für das bisher Unterdrückte.

          *Ebenfalls belanglos, welche linke Strömung knüpft denn in ihren theoretischen Grundlagen an dieses Manifest an? – Ich kenne keine.*

          Das ist auch eine oft von Dir gewählte Taktik: Alles, was nicht dem Guten, Wahren, Schönen dient, ist irrelevant oder nicht WAHRHAFT links, auch wenn sich die Protagonist.I.nnen des Nicht-Guten, Nicht-Wahren, Nicht-Schönen selbst als links verstehen wie die Verfasserinnen des Redstockingsmanifesto, deren Spuren Dir doch im Feminismus der Gegenwart begegnen, aber der ist ja wiederum, Gott sei Dank, nicht wahrhaft links.

        • Zunächst noch der vergessene Link zu der Inhaltswiedergabe aus dem Marcuse-Essay „Repressive Toleranz“:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Repressive_Toleranz

          Und jetzt zu Dir, Nick

          Nur eine Frage:

          *..weil z.B. die führenden Köpfe der Frankfurter Schule Juden waren.

          Nein, weil die kulturmarxistische Weltverschwörung von “Konsumkapitalisten” (Zitat Roslin) gesteuert wird.*

          Was verneinst Du hier?

        • So, ich nenne die Werke zu Gender Studies/Queer Studies/Critical Whiteness mal kurz, bei denen ich im Literaturverzeichnis oder Personenregister nach Marcuse gesucht habe:

          Katharina Röggla – Critical Whiteness Studies (enthält ein Literaturverzeichnis, Marcuse wird nicht erwähnt).

          Annamarie Jagose – Queer Theory (enthält ein Literaturverzeichnis, Marcuse wird nicht erwähnt).

          Nina Degele – Gender/Queer Studies (enthält ein Literaturverzeichnis, Marcuse wird nicht erwähnt).

          Andreas Kraß – Queer Denken (enthält ein Personenregister, Marcuse wird nicht erwähnt).

          Gabriele Winker, Nina Degele – Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten (enthält ein Literaturregister, Marcuse wird nicht erwähnt).

          Therese Frey Steffen – Gender (enthält eine kommentierte Bibliographie, Marcuse wird nicht erwähnt).

          Hadumond Bußmann & Renate Hof – Genus- Geschlecherforschung/Gender Studies in den Kultur- und Sozialwissenschaften (enthält ein Personenregister, Marcuse wird nicht erwähnt).

          Fazit: Es findet sich KEIN Hinweis auf einen signifikanten Einfluss von Marcuse auf die genannten theoretischen Richtungen, er wird noch nicht mal erwähnt.

        • So, dann noch ein paar Literaturquellen, damit meine Aussagen besser nachprüfbar sind:

          Eine scharfe Kritik an Herbert Marcuse von Erich Fromm findet sich in dem Buch
          „Die Entdeckung des gesellschaftlichen Unbewussten“ in dem Aufsatz „Der angebliche Radikalismus von Herbert Marcuse“, S. 149 – 170. Die Kritik läuft darauf hinaus, dass Erich Fromm einige von Marcuses Theorien für regressiv und infantil hält.

          Einen Vergleich der stark unterschiedlichen Versionen Kritischer Theorie von Herbert Marcuse und Theodor W. Adorno enthält das Buch von Michael Schwandt „Kritische Theorie. Eine Einführung.“

          Die tendenziell konservativ geprägte Version Kritischer Theorie des späten Max Horkheimer findet sich insbesondere in mehreren Vorträgen, Aufzeichnungen und Interviews in: Max Horkheimer – Gesammelte Schriften, Band 7. Vorträge und Aufzeichnungen 1949 – 1973, vor allem in der zweiten Hälfte des Buches, (darin übrigens auch einige Verteidigungen von Religion und Christentum).

        • Was verneinst Du hier?

          Üblicherweise wird mit „Nein, weil..“-Sätzen in der Aussage das substituiert, was im Ursprungssatz hinter dieser Subjunktion steht.

        • Die Besitzer und Verwalter der “objektiven” Wahrheit – wohl die politisch korrekte Linke – können also bestimmen, was rückschrittlich ist [..] Marcuse [..] repressive Toleranz..

          Angebliche Poststrukturalisten, für die Marcuses Idee einer „objektiven Wahrheit“ prägend gewesen sein soll..

        • @ Roslin

          „Was Breitbart hier beschreibt
          *All of these “Blank Studies” brazenly describe their mission as tearing down traditional Judeo-Christian values and the accepted traditions of Western culture, and placing in their stead a moral relativism that equates all cultures and all philosophies–except for Western civilization, culture, and philosophy, which are “exploitative” and “bad.”**
          ist nichts anderes als die Anwendung dessen, was Marcuse in senem Essay Repressive Toleranz als geboten beschreibt: Toleranz nur für die unterdrückten, marginalisierten Ideen, Vorstellungen, Gruppen, Intoleranz gegenüber allem Etablierten – ein Umsturzprogramm.“

          Nur, dass sich radikale PC-Spinner in ihren Begründungen für ihren Hang zum Dogmatismus nicht auf Marcuse beziehen, sondern auf Definitionsmacht und Standpunkttheorie.

          Der Marcuse-Text „Repressive Toleranz“ enthält mit seinem Plädoyer für Intoleranz gegenüber Konservativen trotzdem zweifellos einen kritikwürdige Aspekt. Er ist allerdings unter dem Eindruck von Vietnamkrieg und erst kurz zurückliegender Rassentrennung in den USA geschrieben worden und konservative Kräfte der Art, die solche Dinge unterstützten, hatte Marcuse dabei im Auge. Marcuse hat allerdings leider undifferenziert formuliert, das gefällt mir auch nicht.

          Aber: Dafür können andere „neo-marxistische“ Denker nichts, dafür können auch andere Denker der Frankfurter Schule nichts.
          Max Horkheimer z.B. äußerte sich 1969 genau gegenteilig zu Konservativen, er sprach von der „Humanität echt konservativ gesinnter Menschen“ (vgl. Emil Walter Busch – Geschichte der Frankfurter Schule, S. 25) und sagte in dem oben verlinkten Interview: „Im übrigen habe ich oft betont, daß richtige Aktivität nicht bloß in der Veränderung, sondern auch in der Erhaltung gewisser kultureller Momente besteht, ja daß der wahre Konservative dem wahren Revolutionär verwandter sei als dem Faschisten, so wie der wahre Revolutionär dem wahren Konservativen verwandter ist als dem sogenannten Kommunisten heute.“

          http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45226214.html

          (Komisch, sowas wird von den konservativen Kritikern der Frankfurter Schule nie zitiert.)

          Die ideengeschichtliche Linie, die Breitbart offenbar zu Multikulturalismus, Feindschaft gegenüber jüdisch-christlichen Werten, Moralrelativismus etc. zieht, ist zudem auf der inhaltlichen Ebene falsch.
          Die Ideologie des kulturrelativistischen Multikulturalismus ist ebenfalls wesentlich ein Produkt fehlgeleiteter us-amerikanischer Poststrukturalismus-Interpretation und geht nicht auf Marcuse zurück, (siehe zu den ideengeschichtlichen Quellen des Multikulturalismus das Buch von Mathias Hildebrandt „Multikulturalismus und Political Correctness in den USA“.)
          Einen moralischen Relativismus hat Marcuse nicht vertreten.
          Und ein prinzipieller Gegner des Christentums war er auch nicht. Der Theologe Michael Weinrich bemerkt in dem Buch „Religion und Religionskritik“ zu Marcuse:

          „Für Marcuse hat der Begriff Religion grundsätzlich auch einen bewahrenswerten Klang, der allerdings höchst gefährdet ist. Zwar stimmt er der Religionskritik Freuds zu und kann in der verfassten Religion nichts Bewahrenswertes entdecken, aber in der Substanz des Christentums sieht er eine gegen die Knechtung des Menschen gerichtete Befreiungsbotschaft.“ (Michael Weinrich, Religion und Religionskritik, S. 207)

          Nur wenn nachgewiesen werden kann, dass radikale PC-Ideologen in den Gender/Queer/Critical Whiteness Studies etc. sich auf diesen Text von Marcuse als theoretische Begründung berufen oder der Text zumindest in der Vergangenheit von Vertretern dieser theoretischen Strömungen positiv rezipiert wurde – und zwar mit einem gewissen Einfluss, nicht als nebensächliche Randerscheinung – wäre dies ein Argument von Relevanz. Ich kenne aber keine positive Bezugnahme von radikalen PC-Ideologen auf diesen Text von Marcuse, ich kenne überhaupt keine Bezugnahme von ihnen auf Marcuse.

          Marcuse spielt wie gesagt seit Jahrzehnten innerhalb der Linken keine nennenswerte Rolle mehr.

          Und selbst wenn ein direkter oder indirekter ideengeschichtlicher Einfluss von Marcuse in diesem Fall nachgewiesen werden könnte, änderte dies nichts daran, dass Poststrukturalismus KEIN „Neo-Marxismus“ ist – auch dann nicht, wenn irgendein Theorielement (!) von einem einzigen (!) „Neo-Marxisten“ übernommen und dann in das vulgär-poststrukturalistische Modell eingefügt worden wäre.

        • @ Roslin

          „Das ist auch eine oft von Dir gewählte Taktik: Alles, was nicht dem Guten, Wahren, Schönen dient, ist irrelevant oder nicht WAHRHAFT links, auch wenn sich die Protagonist.I.nnen des Nicht-Guten, Nicht-Wahren, Nicht-Schönen selbst als links verstehen wie die Verfasserinnen des Redstockingsmanifesto, deren Spuren Dir doch im Feminismus der Gegenwart begegnen, aber der ist ja wiederum, Gott sei Dank, nicht wahrhaft links.“

          Ich verstehe das doch richtig, dass es sich beim Redstockingsmanifesto um ein Plädoyer für eine radikalfeministische Haupt-Nebenwiderspruchstheorie handelt, oder?

          Das wird im heutigen vulgär-poststrukturalistischen Gender/Queer-Feminismus aber nicht mehr vertreten, dort ist Intersektionalität das zentrale Paradigma.
          Und ich kenne auch keine linke Strömung außerhalb des radikalen Feminismus – nicht eine einzige – die ein radikalfeministisches Haupt-Nebenwiderspruchs-Modell in ihre theoretischen Grundlagen übernommen hätte.

          Erstens steht ein solches Modell in derartigem Widerspruch zur klassischen marxistischen Kapitalismusanalyse und -kritik, dass es äußerst schwer wäre es durchzusetzen und zweitens sind Haupt-Nebenwiderspruchstheorien ganz allgemein in der heutigen Linken (zu Recht) weitgehend out.
          Von ein paar orthodox-marxistischen Grüppchen abgesehen, die noch an einem klassisch-marxistischen Haupt/Nebenwiderspruchsmodell festhalten, vertritt einfach heutzutage kaum noch jemand Konstruktionen nach diesem Modell.

          Gegenteilige Behauptungen bedürfen des Nachweises. Wo findet sich denn eine Prinzipienerklärung, ein Parteiprogramm, ein zentraler und anerkannter theoretischer Text etc. irgendeiner heute einflussreichen linken Strömung, in der man sich zu einem radikalfeministischen Haupt/Nebenwiderspruchsmodell im Sinne des Redstockingsmanifesto bekennt?

          Kenne ich nicht. Müsste belegt werden.

    • @ Roslin

      „Die Union wird eine wirtschaftsliberale Politik durchdrücken mit ein paar kosmetischen Zugeständnisen an die SPD. Bleibt für die SPD nur ein Feld, auf dem sie sich ideologiekonform profilieren kann: FRAUENFÖRDERPOLITIK.

      Dem wird die Union nachgeben, denn FRAUENFÖRDERPOLITIK stört die wirtschaftsliberalen Kreise nicht nur nicht, sondern im Gegenteil, sie profitieren.

      D.h. z.B., die Frauenquote wird kommen.“

      Ja, denke ich auch. Die Lage bleibt also aus männerpolitischer Sicht besch*****.

      Nur einen Vorteil hat es: Genau dadurch, gerade auch durch die Einführung einer Frauenquote, werden erst viele Menschen beiderlei Geschlecht wach, was Feminismus überhaupt bedeutet.

      Umso mehr wird die Männerrechtlerszene wachsen.

      Auf der anderen Seite ist es so ein großer Unterschied nicht: Wenn es bei Schwarz-Gelb geblieben wäre, wäre die Lage ebenfalls vergleichbar besch**** geblieben. Und die Männerrechtlerszene hätte ebenfalls eine sehr gute Wachstumsperspektive.

      Et kütt eh alles wie et kütt….

      • @ Matthias

        *Nur einen Vorteil hat es: Genau dadurch, gerade auch durch die Einführung einer Frauenquote, werden erst viele Menschen beiderlei Geschlecht wach, was Feminismus überhaupt bedeutet.*

        Das ändert jedoch nicht viel.

        Die spürbaren negativen Auswirkungen wird man zunächst auf immer noch zu wenig Feminismus zurückführen und noch einige Zeit auf ein Immer-noch-mehr-vom-Falschen setzen.

        Bis es dann in 20-30 Jahren einigen dämmert, dass man möglicherweise in die falsche Richtung gerannt ist.

        Aber dann, Matthias, haben wir längst Probleme von ganz anderem Kaliber und der verborgene Krebs, der diese Gesellschaft zerfrisst, blüht dann bereits geschwürig auf der Haut.

        hoffentlich ist es dann nicht bereits so spät, dass die Amputationen beginnen.

        Na ja.

    • „Wobei noch hinzuzufügen ist, dass in der SPD “Neo-Marxisten” schwerlich zu finden sein dürften“ – und außerdem fänd ich es gar nicht so schlecht, wenn man in der SPD wenigstens ab und zu nochmal ein paar Marxisten begegnen würde. Schon allein, weil die wenigstens zwischendurch mal darauf hinweisen würden, dass man keinen vernünftigen Klassenkampf führen kann, wenn man ständig mit dem Überwinden der männlichen Gesellschaft beschäftigt ist.

      Ansonsten ist die SPD trügerisch gut weggekommen. Hätten die Piraten sich nicht selbst zerlegt – und hätten sich die Grünen nicht in den letzten Monaten so weithin unmöglich gemacht – dann hätten Piraten vielleicht (wie vor eineinehalb Jahren realistisch gewesen wäre) 8 % und die Grünen um die 15 % bekommen. Dann stünde die SPD jetzt wahrscheinlich deutlich unter 20 % – und die Partei hat schlicht großes Glück gehabt, dass es dazu nicht gekommen ist.

      Ansonsten ist für mich das wesentliche Ergebnis der Wahl (neben dem Rausfliegen der FDP, auf das ich jahrelang sehnsüchtig gewartet habe, über das ich mich jetzt aber nicht mehr freuen kann), dass die ungeheure Schwäche der Parteien mit einem irgendwie „linken“ Selbstverständnis deutlich wird. Wenn FDP und AfD beide nicht in den Bundestag kommen, dann hat das bürgerlich-konservative Spektrum fast zehn Prozent der Wählerstimmen an der Fünfprozenthürde verballert – und trotzdem steht die Union vor einer absoluten Mehrheit. Das ist enorm, und damit hätte ich nicht gerechnet.

      Das heißt: Die „links“-bürgerlichen Parteien (SPD, Grüne, Linke) müssten jetzt eigentlich analysieren, warum sie trotz denkbar günstiger Bedingungen offenbar keine Machtoption haben.

      • @ Schoppe

        Die CDU ist doch llängst selbst eine „linksbürgerliche“ Partei ohne religiöse, ohne konservative Substanz.

        Gilt ja auch bereits für die Mehrheit der CSU.

        • @ Roslin Dass die CDU ihren religiösen Hintergrund weitgehend verloren hat. und dass nicht ganz klar ist, was sie denn nun eigentlich „konserviert“ – das heißt ja nicht, dass sie nun zu einer linken Partie geworden ist. Wobei natürlich ohnehin darüber gestritten werden kann, was links ist. Aus meiner Sicht wären Mindestbedingungen: Dass die Politik nachvollziehbare, konsistente Konzepte für eine gerechte Gesellschaft entwickelt – dass alle Betroffenen der Politik ein grundsätzlich menschenwürdiges Leben führen können – und dass diejenigen, die mit den Konsequenzen einer Politik leben müssen, auch reale Möglichkeiten haben, an ihr zu partizipieren.

          In diesem Sinne, den ich nicht sonderlich anspruchsvoll finde und der vielleicht auch einfach eine liberale Position beschreibt, kann ich eigentlich nirgendwo eine linke Politik entdecken. Weder entwickelt irgendeine Partei Konzepte für eine Partizipation von Menschen auf der Ebene der europäischen Politik, noch für gesellschaftliche Gerechtigkeit, noch dafür, wie Standards an menschenwürdigem Leben für alle gesichert werden können. Es ist ja z.B. albern, eine solche Privilegien-Sicherungs-Poltik wie die Frauenquote zur zentralen Gerechtigkeitsfrage der Gesellschaft emporzujazzen, und es ist deplatziert zu meinen, Menschenwürde könne man dadurch sichern, dass man herbeiphantasierte patriarchale Strukturen bekämpft und ansonsten Menschen durch Sozialleistungen ruhigstellt.

      • @ Schoppe

        Ich halte die Begriffe „links-rechts“ unter den Bedingungen einer immer noch saturierten, wenn auch auf Pump lebenden hedonistischen Konsumgesellschaft ohnehin für obsolet.

        Links-rechts sind IM ERNST nur noch Grüppchen weit jenseits jeder realen Machtperspektive.

        „Unideologisch-Sein“ ist Trumpf, bei CDUCSUSPDGRÜN. Auch der Staatsfeminismus ist ja keine Ideologie mit geistigem Gehalt und Anspruch, sondern eine Methode, die weiblichen Stimmen einzufangen, nicht mehr.

        Überzeugungstäter sind unter solchen Bedingungen auf allen Seiten überflüssig, ja schädlich.

        Sie können nur stören.

        Es geht um das erfolgreiche Bewirtschaften der Gefühlslage des Wahlvolkes, genauer gesagt, einer 2/3-Mehrheit. Das 1/3, das hinten runter fällt, lässt man fallen, solange man das Wohlgefühl von Mehrheiten auch nur leicht beeinträchtigen müsste, um denen wirklich zu helfen, denn unbequem für’s Juste-Milieu darf’s nicht werden.

        Die Frustrationstoleranz von materialistischen Hedonisten geht gegen Null, Opferbereitschaft ist nur in Form von Geschwätz abrufbar.

    • Die Frauenquote hätte sowieso nur die FDP aufhalten können.
      Ich denke sie wird auch unter der sich nun abzeichnenden CDU-Alleinregierung kommen.

      Und das ist auch gut so. Frauenquote und Gendersprech sind paradoxerweise die aussichtsreichsten Wachrüttler für eine Gesellschaft im feministischen Wahn. Weil sie Frauenprivilegierung nicht subtil genug vorantreiben bilden sie die Schwachpunkte dieser Ideologie und sind daher nur zu begrüßen.

      • @ David

        *Und das ist auch gut so. Frauenquote und Gendersprech sind paradoxerweise die aussichtsreichsten Wachrüttler für eine Gesellschaft im feministischen Wahn. *

        Dazu müssten die Medien eine kritische Wächterfunktion ausüben.

        Gerade gegenüber dem Femizentrismus der „Bürgerlichen“ („Schwachen Frauen muss man helfen!“) und dem Geschlechtersozialismus der neuen Linken („Kapitalismus = Patriarchat > das Geschlechterproletariat = DIE FRAUEN muss an die Macht!“) werden sie das nicht tun.

        Dafür gibt es dort viel zu viele Femizentriker (Springer) und Feminist.I.nnen, geisteswissenschaftlich IQ-dekonstruiert.

        Nein, sie werden den Teufel tun, zumal Frauen die wichtigste Konsuementengruppe stellen, der nach dem Munde zu reden in einer von Werbung abhängigen Medienlandschaft ÜBERLEBENSWICHTIG ist.

        Frauen reagieren sehr, SEHR ungehalten auf Kritik.

        Die nehmen viele sehr, SEHR persönlich.

      • Frauenquote und Gendersprech sind paradoxerweise die aussichtsreichsten Wachrüttler für eine Gesellschaft im feministischen Wahn.

        Das denke ich allerdings auch.

        Wenn erst praktisch jeder Mann mit Karriereambitionen betroffen ist, wird es wohl einige breite Diskussionen geben. Zumal es hinter fast jedem Mann mit Karriereambitionen „a woman behind“ gibt.

        Es trifft ja nicht nur diejenigen die selbst ausgebootet wurden, solche Maßnahmen beeinträchtigen die „Moral der Truppe“ bis hinunter zum Facharbeiter.

        Die Medien wiederum können sich auch nicht ewig erlauben, gegen ihre Kundschaft anzuschreiben. Auch der ÖR nicht.

        Bei der #Aufschrei-Kampagne konnte man dies recht gut beobachten, trotz tagelangem Feuer aus allen Rohren musste man einen Schalter umlegen, und kritische Stimmen präsentieren. Da wurde plötzlich mehr über Feminismus diskutiert als über „Sexismus“ (->“Dirndl füllen“)

        Das war nmE ein schönes Beispiel, wie die Presse kippen kann.

    • „Männerrechtliche Anliegen..“ habe ich noch nie von ernsthaften Politikern gehört. Die Leute, die solche Recte und Meinungen vertreten, sind meistens irgendwelche Spinner (z.B, wie wir) weit Außerhalb der Macht.

      Männer an der Macht, genauso wie die Damen, tun alles für Frauen und Familien. Die Herren unter den Bürgern und Steuerzahlern haben die Klappe zu halten und opferbereit zu bleiben.

      Haben Sie wirklich irgendwelche Exemplare unter den Politikern bei Ihnen, die Konflikt zwischen Interessen der Geschlechtern anerkennen und sich tatsächlich für Männer gegenüber Fraueninteressen durchsetzen? So etwas habe ich selber noch nie gesehen. Soweit ich das sehe, werden die Interessen und Anliegen normaler Männer ignoriert.

      Die Pädophilen, wie ich gestern gelesen habe, können wenigstens mit der Unterstützung der Grünen Partei rechnen.

  3. Ich fände es gar nicht so schlecht, wenn FDP und AfD beide in den Bundestag einziehen würden.
    Alles in allem ist mir das Ergebnis aber relativ egal; alles was ich ändern würde, steht in keinem Parteiprogramm.

        • @ Roslin

          Herr Eckleben ist AfD-Landesbeauftragter für Hamburg.

          Ein AfD-Klopper noch:

          http://www.heise.de/tp/artikel/29/29088/1.html

          Überschrift: „Organspendepflicht für ALGII-Empfänger“

          „[..] Ein Lebender muss die Chance haben, sein Organ zu verkaufen“, so Peter Oberender, Professor für Volkswirtschaft an der Universität Bayreuth, in einem Interview. Und er führt auch gleich aus, dass es hier insbesondere um diejenigen geht, die finanziell schlechter gestellt sind.

          Es ist doch folgende Situation: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, so muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen – und zwar geregelten Verkauf … ähnlich der Börse, dass man sagt, wer ist zugelassen zu dem Handeln. Es muss auch geprüft werden, wer darf das Organ entnehmen. Und dann wird praktisch das Organ versteigert. […]“

        • @ ich³

          Was ist denn ein „Landesbeauftragter“?

          Wer hat den beauftragt?

          *Ein AfD-Klopper noch:*

          Auch hier wieder die Frage: Wieso ist das ein AfD-Klopper?

          Parteitagsbeschluss?

          Von wem autorisiert?

        • @ Roslin

          „Was ist denn ein “Landesbeauftragter”?“

          Keine Ahnung, da musst du die AfD fragen, es scheint aber eine offizielle Funktion zu sein.

          „Parteitagsbeschluss?

          Von wem autorisiert?“

          Das erinnert mich jetzt ein wenig an die Piratenpartei. Allerdings ist Herr Oberender wohl kein AfD-Mitglied, sondern „Gründer und Hauptzeichner“ der WA2013, aus der die AfD hervorgegangen ist.

          http://www.wa2013.de/index.php?id=200

        • @ich³

          *Keine Ahnung, da musst du die AfD fragen, es scheint aber eine offizielle Funktion zu sein.*

          Nein, das muss ich nicht.

          Du bist dem Titel „Landesbeauftragter der AfD“ hier aufgekreuzt.

          Die AfD hat einen Landesvorsitzenden in Hamburg, der Herr „Landesbeauftragte“ ist es nicht.

          *Das erinnert mich jetzt ein wenig an die Piratenpartei. Allerdings ist Herr Oberender wohl kein AfD-Mitglied, sondern “Gründer und Hauptzeichner” der WA2013, aus der die AfD hervorgegangen ist.*

          Sieh an.

          Selbst wenn er AfD-Mitglied wäre, wäre das kein AfD-Klopper.

          Schließlich spricht SPD-Mitglied Grass für sich selbst, nicht für die SPD, ebenso wie SPD-Mitglied Sarrazin für sich selbst spricht, nicht für die Partei.

          Warum sollte das bei der AfD anders sein?

        • @ ich³

          Das ist aber nicht die AfD, sondern eine Organisation, die zur wahl der AfD aufruft.

          Eckleben ist also Landesbeauftagter der Wahlinititiative, nicht, wie von Dir behauptet, der AfD, die einen Landesvorstand hat, dem Eckleben nicht angehört und einen Landesvorsitzenden, der nicht Eckleben heißt.

        • Das ist aber nicht die AfD

          Wenn es darum geht, Personen mit der transnational agierenden Kulturmarxismus- und Satansverschwörungspartei zu assoziieren ist Roslin nicht so zimperlich.

      • @ Roslin

        „Eckleben ist also Landesbeauftagter der Wahlinititiative, nicht, wie von Dir behauptet, der AfD,“

        Die AfD ist von der WA2013 gegründet worden als Parteiform der WA2013 oder sehe ich das falsch? Ist Bernd Lucke von der WA2013 ein gleichnamiger Doppelgänger von Bernd Lucke von der AfD oder ist es die gleiche Person?

        Wen meint Herr Eckleben denn mit „wir“? Jeder kann Eckleben und AfD googeln und findet dann z.B., dass dieser Herr Gründungsmitglied der Hamburger AfD ist, auf der Hamburger AfD-Site in seiner Eigenschaft als „Landesbeaufragter“ erwähnt wird etc.
        Wenn du es nicht selbst googeln willst, sei es dir unbenommen.

        Wenn ich deine Debatte mit Leszek oben ansehe, stelle ich fest, dass du offenbar an dich selbst weniger strenge Maßstäbe hinsichtlich der Nachweispflicht anlegst, als an andere, oder wo hat die SPD per Parteitagsbeschluss den Kulturmarxismus verankert?

  4. Die Politik ist allzu sehr wie Sport.

    Man schaut zu, regt sich auf und schimpft, aber man kann die Ergebnisse in der großen Liga nichts ändern.

    Vielleicht wäre es besser in einem kleineren Verein selbst zu spielen?

  5. Gehen wir mal davon aus, dass die AfD den Einzug nicht mehr schaffen wird und die Union (die ich natürlich nicht gewählt hab, wie käme ich dazu) noch die Handvoll Sitze erhält, die aktuell für eine Alleinregierung fehlen… kann zufällig irgendwer bereits auf Spekulationen für diesen Fall verweisen? Habe den Eindruck, dass die Personaldecke doch eher ein wenig mau ist.

    Ich mein: die bräuchten dann jemanden für das Außen-, das Justiz-, das Wirtschafts-, das Gesundheits-, das Entwicklungs- sowie das Familienministerium (unter der Voraussetzung, es wird nicht geschoben oder zusammengelegt, wobei ich mir Letzteres an sich gut vorstellen könnte mit einer „Superministerin“ von der Leyen z. B.), und täten sich sicher keinen Gefallen damit, dem Wahlvolk gleich mehrere Personen vom Format einer Wanka vorzusetzen (Nichts gegen sie, ich hab sie halt nur bisher noch gar nicht, ähem, bemerkt)…

    Diesen einen Abend gönne ich Merkel natürlich ihre pure Freude

    Und ich bin auch nicht total unglücklich mit dem vorläufigen Resultat. Vorallem mit dem der FDP (Bahr weg! Juchuu! Um Leutheusser-Schnarrenberger hingegen tuts mich eher traurig, war a.m.S. eine der besseren Besetzungen innerhalb der vergangenen Regierung).

    Am aller-aller-schönsten finde ich aber, dass meine Eltern ENDLICH mal wieder mitgewählt haben. Nach so vielen Jahren der Wahlmüdigkeit.

    • Schlaf beruhigt weiter, es sind zuerst die süddeutschen Ergebnisse eingegangen, dort ist die FDP traditionell stärker. Wenn die FDP die 5%-Hürde nehmen wollte, müsste ein Wunder geschehen.

  6. Die FDP hat nun die Chance, sich personell und Inhaltlich neu zu positionieren. Vielleicht gelingt es ihr nun, sich aus der Symbiose mit der Union zu lösen, ihre Klientelabhängigkeit zu reduzieren und wieder zu einer sozialliberalen Bürgerrechtspartei zu werden, so wie sie es in der Brandt-Ära war. Mit einer derartigen Metamorphose hätte sie eine Chance, in vier Jahren wieder in den Bundestag zu kommen. Vielleicht auch mit einer alternativen Haltung zum Feminismus….

  7. Das eigentliche interessante an dem Wahlergebnis ist, dass nun über 14% der Wähler keinen direkten Vertreter im Bundestag haben.
    Ein Trauerspiel für eine Demokratie im Grunde. Aber Trauerspiele haben wir ja in unserem politischen System sowieso zu Hauf.. von daher nichts Neues.

      • Vergessen habe ich sie nicht, erwähnt habe ich sie nur nicht 😉
        Nichtwähler sind für mich aber noch einmal ein leicht anderes Problem, eben weil von denen keine Willensbekundung kam und es schwieriger ist da zu sehen was sie eigentlich wollen.

        • @ Maren

          Sehe ich auch so. Wer wählen geht, möchte nicht seine eigenen Interessen vertreten, sondern die Interessensvertretung abgeben an die Obrigkeit.

          Oder wolltest du etwas anderes sagen?

    • @Neutron
      *Das eigentliche interessante an dem Wahlergebnis ist, dass nun über 14% der Wähler keinen direkten Vertreter im Bundestag haben.
      Ein Trauerspiel für eine Demokratie im Grunde.*

      Natürlich wäre es demokratischer auf die 5% Hürde zu verzichten, aber denk mal an die Weimarer Republik. Je mehr verschiedene Parteien mit unterschiedlichen Ansichten du im Parlament hast, umso schwieriger wird es, Mehrheiten zu finden, umso weniger handlungsfähig ist ein Parlament.
      Insofern macht eine 5% Hürde schon Sinn.

      • „Natürlich wäre es demokratischer auf die 5% Hürde zu verzichten, aber denk mal an die Weimarer Republik. Je mehr verschiedene Parteien mit unterschiedlichen Ansichten du im Parlament hast, umso schwieriger wird es, Mehrheiten zu finden, umso weniger handlungsfähig ist ein Parlament.“

        Die Weimarer Republik ist nicht an den kleinen Parteien gescheitert, sondern an der Uneinigkeit der großen. Eine 5%-Hürde hätte da nichts geändert.

  8. @ Maren

    Sehe ich auch so. Wer wählen geht, möchte nicht seine eigenen Interessen vertreten, sondern die Interessensvertretung abgeben an die Obrigkeit.

    Oder wolltest du etwas anderes sagen?

    • Falsche Stelle, es sollte die Antwort sein auf:

      „Bei den Nichtwählern ist es eigentlich ganz einfach: Wer nicht wählt, hat auch nicht zu erwarten, im Bundestag vertreten zu werden. Hat er ein Interesse daran, soll er wählen gehen.“

        • Na gut, ohne die rhetorischen Spielereien: ich halte deine Aussage für arroganten Bullshit.

          Denk doch mal darüber nach, weshalb deine „Meinung“ nur alle 4 Jahre gefragt ist, und dann noch nicht mal zu Sachthemen – wie bei einer Volksabstimmung.

        • *Denk doch mal darüber nach, weshalb deine “Meinung” nur alle 4 Jahre gefragt ist, und dann noch nicht mal zu Sachthemen – wie bei einer Volksabstimmung.*

          Weil das in einer parlamentarischen Demokratie so ist. Als Bürger habe ich das Recht Volksvertreter zu wählen, die mit meiner politischen Weltsicht übereinstimmen.
          Wenn ich mich diesbezüglich nicht korrekt vertreten fühle, habe ich ebenso das Recht, selbst Einfluß zu nehmen. (sh. z.B. Piratenpartei, AfD)

          Wenn ich nichts von beidem tue, hab ich nunmal auch nicht das Recht zu mosern. So einfach isset.

          *dann noch nicht mal zu Sachthemen – wie bei einer Volksabstimmung.*

          Hach wär das schön, dann hätten wir das Frauenwahlrecht auch erst in den 70ern gekriegt 🙂
          Zudem es ja auf Landesebene durchaus möglich ist, einen entsprechenden Antrag zu initiieren. Tut nur keiner.

        • @ Maren

          „Wenn ich mich diesbezüglich nicht korrekt vertreten fühle, habe ich ebenso das Recht, selbst Einfluß zu nehmen. (sh. z.B. Piratenpartei, AfD) “

          An der Piratenpartei sieht man ja ganz gut, wie sehr das eigene Selbstverständnis mit den Regeln der parlamentarischen Demokratie kollidiert. Die hatten ja einen recht basisdemokratischen Ansatz, was passiert ist, ist, dass in Berlin eine Handvoll Leute ins Landesparlament gespült wurden und für gutes Geld nicht mehr den Entscheidungen der Basis, sondern nur noch ihrem eigenen „Gewissen“ folgen müssen.

          „Hach wär das schön, dann hätten wir das Frauenwahlrecht auch erst in den 70ern gekriegt 🙂
          Zudem es ja auf Landesebene durchaus möglich ist, einen entsprechenden Antrag zu initiieren. Tut nur keiner.“

          In der Schweiz steht auch vieles nicht zur Disposition, z.B. die Wirtschaftsordnung.

          Nicht zu wählen, ist auch häufig die Entscheidung, die herrschende Ordnung nicht legitimieren zu wollen. Und wer sie nicht legitimiert hat, hat umso mehr Grund zu „mosern“, bzw. sich außerparlamentarisch politisch zu engagieren.

        • „dass ein Großteil der Bürger eine parlamentarische Demokratie für eine gute Sache hält.“

          Ja, deshalb bilden die Nichtwähler auch bei Wahlen regelmäßig die stärkste Fraktion.

        • @ Maren

          „Wenn ich nichts von beidem tue, hab ich nunmal auch nicht das Recht zu mosern. So einfach isset.“

          Also Abschaffung der Meinungsfreiheit bzw. des Rechtes auf Äußerung von Kritik für Personen, die nicht wählen und auch keine Parteien gründen wollen.
          Offenbar ein Beispiel für den „Extemismus der Mitte“. 🙂

          Und hier noch ein netter Aufkleber zum Thema:

        • „Die Piratenscheiße fehlt…“

          Ja, und die AFD-Scheiße.
          Liegt daran, dass der Aufkleber einer anarchistischen Kampagne bei der vorherigen Wahl entstammt – aber Piraten und AFD sind natürlich mitgemeint. 🙂

          Die Gruppe, die den Aufkleber kreiiert hat, ist danach sowohl von autoritären Kommunisten als auch von der Partei „Die Linke“ massiv angefeindet worden.
          Die fanden das gar nicht lustig.

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