Hormone und Politik

Eine interessante Übersicht, wie Hormone die politische Meinung beeinflussen könnten:

Cortisol: This stress hormone may also influence us politically, according to recent research by Hibbing and his collaborators. „You can see people’s cortisol levels go up dramatically when you stress them out,“ Hibbing says—for instance, by requiring them to prepare to give a speech that is going to be videotaped. „We are finding there are relationships between cortisol and not voting. Those people who don’t vote are the people who tend to have fairly high cortisol levels. Because politics is pretty stressful.“

Wer also eh schon zu gestresst ist, der hat für solche „Nebensächlichkeiten“ wie Wählen oder Politik keine Zeit mehr und blendet es eher aus.

Testosterone. „There is genetic variance in how much testosterone someone has at birth, and there are certain things that can enhance or diminish that,“ explains Brown University political scientist Rose McDermott, a prominent researcher on the science of ideology who authored a recent book chapter on hormones and politics. „One of those things that enhance that is muscle mass—if you build muscle mass, you enhance“ your testosterone levels.

What might this have to do with politics? While direct research linking testosterone to ideology is lacking, researchers have recently published data tying muscle mass to political preferences. One study shows that rich men with large biceps are more opposed to wealth redistribution than rich men with small biceps. Another study finds that weightlifting ability correlates with support for, er, a more muscular foreign policy. Plus, get this: Men with wider faces (an indicator of testosterone levels) have been found to be more willing to outwardly expressprejudicial beliefs than their thin-faced counterparts.

Das Männer, die gerne viel Muskeln aufbauen auch eher solche mit mehr Testosteron sind kann ich mir vorstellen. Allerdings eben auch, dass sie gerne einen auf „starker Mann“ machen und, weil sie selbst nicht vor einer Konfrontation zurückschrecken und sich viel aus Stärke machen, eben auch eher für eine entsprechende Politik sind. Und das mehr Testosteron auch eher mal dazu führt, dass man direkt seine Meinung sagt und nicht vor einer Konfrontation zurückschreckt kann ich mir, da es sich auf die Risikobereitschaft auswirkt, ebenfalls vorstellen. Wäre aus meiner Sicht aber eher ein indirekter Zusammenhang

Oxytocin: Often dubbed the „love hormone“ because of its role in forging ties between lovers (and parents and children), oxytocin may also have a role in politics. Paul Zak, a neuroeconomist at Claremont Graduate University, describes research in which a nasal spray containing oxytocin made research subjects more generous in sharing money with one another. But before you jump to the conclusion that oxytocin simply fuels generosity, consideranother study, in which the hormone seemed to promote cooperation with your in-group or tribe, but quite the opposite with an outside group or tribe that threatens you. Clearly there are strong political implications here—and not entirely cuddly ones

Das alte Porblem – Ingroup-Förderung scheint immer in einem Konflikt mit Outgroup-Abgrenzung zu verlaufen. Was so gesehen schon logisch ist – wer sich seiner Gruppe verbundener fühlt und dort mehr Wohltaten verteilt, der muss eben eher aufpassen, dass man diese nicht ausnutzt und auch das diese Vorteile in der Gruppe bleiben.

Dopamine: This neurotransmitter shapes our need for pleasure, rewards, and novel sensations. Indeed, „sensation seeking“ has been associated with particular dopamine receptors in the brain whose numbers vary, for genetic reasons, from individual to individual. A particular variant of the gene that codes for these receptors has, in turn, been associated with political liberalism; one study found that people who had the key gene variant in question were more likely to be political liberals.

Leuchtet schon ein, dass Leute, die immer auf der Suche nach dem neuesten Kick sind und ihren Vergnügen nachgehen wollen eher für eine liberale Gesellschaft sind, in der man diesen Vergnügungen möglichst ungehindert nachgehen kann

12 Gedanken zu “Hormone und Politik

  1. Das ist also ein Plädoyer für die Reduktion pathologischer Männlichkeit:

    Zwanghaftes Konkurrenz- und Leistungsdenken, mangelhafte soziale Empathie.

    Was aus dieser materialistischen Perspektive nicht deutlich wird, ist, daß Menschen konkrete Individuen sind mit einer konkreten Geschichte, die in unterschiedlicher Weise als Kinder Menschlichkeit und Unmenschlichkeit erfahren haben.

    Dies führt zu entsprechenden Haltungen, die eben nur bedingt mit materiellen Bedingungen im Körper, wie dem Testosteronlevel, korrelieren.

    Und da stellt sich eben die entscheidende und wissenschaftskritische Frage:
    Gibt es Leute mit viel Muskeln und Testosteron, die trotzdem eine menschliche Politik bevorzugen ohne sozialen Autismus?

    Das ist immer der gleiche Haken bei solchen Studien. Die Aussagen sind letztlich irrelevant, da die entscheidenden Zusammenhänge ganz woanders liegen: Im psychosozialen Bereich, in dem Maß an Humanität, die ein Mensch als Kind erfahren hat.

    Man sollte bei diesen Studien mal nachfragen, wer als Kind geschlagen wurde. Ich kenne eine ähnliche Studie, wo die Wähler von CDU und Linkspartei am meisten das Schlagen von Kindern in der Erziehung befürworten.

    Bei den Grünen ist es der geringste Wert. 🙂

  2. Ach Kirk, alter Sozialist, damit Du nicht so allein bist, werd‘ ich auch mal hier kommentieren.

    Wohlan denn.

    Eine Beobachtung an Pavianweibchen hinsichtlich des Zusammenhanges zwischen Dominanzverhalten/Testosteronspiegel und Reproduktionserfolg (hatten wir hier schon mal, passt aber ganz gut hierher, wo es um Hormonstatus und politische Haltung geht):

    *Among baboons, for example, high-ranking females obtain some clear reproductive benefits as a consequence of enhanced access to nutritional resources: they have higher infant survival, shorter interbirth intervals, and daughters who usually give birth at a younger age. Their lifetime reproductive success, however, may not substantially exceed that of less-dominant females. Dominant females have greater miscarriage rates and may show signs of reduced fertility. Thus, the same causal factors that lead to high dominance may also carry reproductive costs that have acted as a constraint on selection for competitiveness among females. That common factor is likely to be testosterone.

    The same effect may occur in humans. It is often reported that female executives have fewer children than male executives and fewer than the average woman. A study of law school graduates found that 40 percent of women remained childless fifteen years after graduation. The usual implication of these findings is that women must choose between work and family and that these women chose work. There is another possible explanation, however. Women who succeed in business tend to be relatively high in testosterone, which can result in lower female fertility, whether because of ovulatory irregularities or reduced interest in having children. Thus, rather than the high-powered career being responsible for the high rate of childlessness, it may be that high testosterone levels be responsible for both.*

    Quelle:

    Kingsley R Browne; 2002
    Biology at Work- Rethinking Sexual Equality

    via

    http://meinnaturwissenschaftsblog.blogspot.de/2013/07/female-reproductive-success-nurturance.html

    In modernen Gesellschaften haben besonders „moderne“ Frauen besonders wenige Kinder. Das scheinen besonders häufig auch besonders „männlich“ disponierte Frauen zu sein mit für Frauen überdurchschnittlich viel Testosteron. Sie sind ebenso die Wortführerinnen des Feminismus, in der Politik und Journaille: sehr häufig Frauen mit nur 1 oder gar keinem Kind.

    Es sind ja gerade die eher linken, progressiven, „modern“-aufgeklärten Frauen, die bevorzugt die Pille oder die Möglichkeit, abzutreiben, nutzen.

    Sie marginalisieren damit sich (und ihre Genmuster) in den Folgegenerationen selbst.

    Sorgen dafür, dass religiöse, konservative, femininere Frauen im Schnitt mehr Kinder produzieren und damit ihre Genmuster im Pool anreichern im Laufe der Zeit.

    Das hat natürlich Folgen für die Zusammensetzung der Bevölkerung, besonders deutlich wird das in Israel (wo man auch keine Scheu hat, hinzusehen, denn das Überleben des kleinen Volkes/Staates inmitten einer ziemlich feindseligen Umgebung hängt von REALITÄTSWAHRNEHMUNG ab).

    Vor Jahrzehnten war Israel für die sozialdemokratisch-sozialistische, säkular-zionistische Arbeiterpartie (Sozialdemokraten) eine sichere Bank.

    Das hat sich gründlich geändert.

    Von einem strukturell progressiv-säkularen Land verwandelt sich Israel zunehmend rasch in ein religiös-konservatives.

    Die säkular-moderne Jüdin hat 2,05 Kinder im Schnitt (ungewöhnlich hoher Wert für diese Gruppe, im Westen ansonsten bei weitem nicht erreicht, fast bestandserhaltend), die ultraorthodoxe Jüdin jedochh 6,6. Die säkular-konservativen und die moderat konservativ-religiösen liegen zwischen diesen Extremen (je frommer/konservativer, desto mehr Kinder).

    Die Folgen:

    Israel: Demography 2012-30: On the Way to a Religious State

    http://web.hevra.haifa.ac.il/~ch-strategy/images/publications/demography_2012-2030.pdf

    Auch bei uns haben die „Modernen“ weniger Kinder als die Konservativen/Frommen, wenn auch die Unterschiede nicht so drastisch sind wie in Israel.

    Allerdings sind bei uns auch die meisten Christen eher „moderne“ Karteileichen und ein sehr hoher Prozentsatz der besonders Frommen ist moslemischen Glaubens.

    Auch das wird die Zusammensetzung der Bevölkerung unweigerlich verändern, wenn auch nicht so kurzfristig-drastisch wie in Israel. Bis 2030 ist ja nicht mehr lange hin.

    Kommt Zeit, kommt der Islam bei uns.

    Fragt sich, welcher.

    Ein moderat konservativer à la AKP oder ein radikalerer à la Moslembruderschaft oder gar der Salafisten.

    Unsere Enkel werden es erleben.

    Es wird spannend.

    Die Mulitkultikarnevalisten haben sich dann wohl schon längst vom Acker gemacht bzw. drastisch marginalisiert.

    Dank Pille und Abtreibung.

    Es bleiben im Wesentlichen Christentum und Islam.

    Sie spielen um die Zukunft Europas, sie vor allem.

    Der Rest ist Flugsand in Zeit und Ewigkeit.

    • Schon mal was von Aufklärung gehört, Roslin? Die Musels machen nicht ewig so weiter. Deine defätistischen, pseudokulturpessimistischen Betrachtungen sind ziemlich lächerlich.

      Die vielen Kinder der Frommen können sich übrigens als Erwachsene kritisch mit den autoritären Erziehungsformen ihrer Eltern auseinandersetzen und ebenfalls „modern“ werden.

      Was ist das für ein krudes Weltbild, das du hast.

      Bist wohl schon über 70. 🙂

      Als ob es keinen Fortschritt und keine Entwicklungshaftigkeit gäbe.

      • @ Kirk

        *Bist wohl schon über 70. *

        Noch nicht. Eigentlich will ich aber noch dahin. Wenn mir der „Fortschritt“ nicht zuvorkommt.

        *Als ob es keinen Fortschritt und keine Entwicklungshaftigkeit gäbe.*

        Sicher gibt es Fortschritt. Einen Schritt vor dem Abgrund wird er sogar richtig prickelnd.

      • Den Abgrund haben wir schon längst hinter uns.

        Richtig Streß machen nur noch die Muselmanen und einige Staaten in Afrika. Wenn diese Regionen in halbwegs stabilen Demokratien angekommen sind, ähnlich wie in Südamerika, dann haben wir’s geschafft.

        Sicherlich ist es schade, daß diese Regionen noch so rückständig sind und ein gewisses Konfliktpotential in sich bergen. Ansonsten sind wir aber auf sehr gutem Weg.

        Denk mal genau drüber nach, Roslin, wie man in der Welt noch vor wenigen Jahrzehnten und erst recht früher mit Kriegen umgegangen ist. Du scheinst den Bewußtseinsfortschritt in einem großen Teil der Weltbevölkerung nicht zu realisieren.

        • @ Kirk

          * Du scheinst den Bewußtseinsfortschritt in einem großen Teil der Weltbevölkerung nicht zu realisieren.*

          Doch doch, Ich realisiere.

          Ich realisiere, dass wir einem Kriegseintritt in den syrischen Bürgerkrieg näher rücken, der nur ein weiterer Schritt wäre hin zu einem Krieg mit dem Iran.

          Fortschritt eben.

          Wieviele Kriege haben eigentlich die Demokratien des Westens in den letzten 10 Jahren geführt?

          Ich verliere ein wenig den Überblick.

          Ist ja fast wie zu Queen Victroias Zeiten, nur dass wir nicht mehr so überlegen sind wie damals.

  3. „Leuchtet schon ein, dass Leute, die immer auf der Suche nach dem neuesten Kick sind und ihren Vergnügen nachgehen wollen eher für eine liberale Gesellschaft sind, in der man diesen Vergnügungen möglichst ungehindert nachgehen kann“

    Ja, Niebel und Brüderle sind schon Funboys… allerdings ist im Amerikanischen mit „liberal“ die politische Linke gemeint.

  4. etwas off-topic, aber immerhin zum thema hormone und technik

    http://diestandard.at/1376534942673/Bath-Oft-entsteht-eine-Nerds-fuer-Nerds-Technik

    Corinna Bath, Professorin für Gender, Technik und Mobilität an der TU Braunschweig, behauptet

    „In der wissenschaftlichen Informatik werden Theorien, Methoden und Algorithmen kreiert und Grundlagenforschung gemacht. Schon in diesen Stadien kann Vergeschlechtlichung passieren“

    frau professorin barth durchzufüttern, werden wir uns leisten können. bemitleidenswert sind die studentinnen. die sind derart indoktriniert, dass sie keiner heiraten will und auf dem arbeitsmarkt müssen sie sich gegen starke konkurrenz im niedriglohnsektor behaupten.

    hoffnung macht mir, ihre antwort auf die frage wie die studenten der ingenieurwissenschaften das thema annehmen:

    „Das Problem ist aber oft, dass es eine Abwehrhaltung gibt und sich viele fragen, was sie als Mann denn damit zu tun hätten.“

  5. Pingback: Geschlechterunterschiede im Bereich Neuroticism (Neurotizismus, emotionale Labilität) | Alles Evolution

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