Singles und ihre Gründe

Über Arne bin ich auf diesen Artikel im Hamburger Abendblatt gestoßen, der sich mit Gründen für das Singlesein beschäftig. Dem liegt wohl diese Studie zugrunde, die von Elitepartner in Auftrag gegeben worden ist und wohl jährlich aktualisiert wird.

Dort heißt es zu Singles:

Hohe Ansprüche spielen besonders bei Akademikerinnen eine große Rolle: 45 Prozent der weiblichen Singles mit akademischem Abschluss sagen, sie haben keinen Partner, weil sie zu anspruchsvoll sind und keinen Kompromiss eingehen wollen (im Vergleich: Nicht-studierte Frauen 35 Prozent).

Das passt gut zu der Theorie, dass Frauen eher einen Partner mit gleich hohen Status wollen, was dadurch erschwert wird, weil Männer eben andere Wertungen anstellen und auch eher mal nach unten Partnerschaften eingehen, wenn dafür das Äußere stimmt.

Auch männliche Akademiker geben vor allem ihren hohen Ansprüchen die Schuld am Alleinsein (40 Prozent). 37 Prozent der alleinstehenden Akademikerinnen sagen, sie sind Single, weil sich Männer von ihrem Bildungsniveau bzw. ihrer Karriere eingeschüchtert fühlen.

So eine Eigenbewertung ist natürlich immer mit Vorsicht zu genießen. Klar können Männer das Gefühl haben, dass sie eh einen Mann mit höherem Status will, sie können sie aber auch schlicht nicht attraktiv finden oder keine Karrierefrau wollen.

Dies spielt für Männer weniger eine Rolle: Unter den Singlemännern mit akademischem Abschluss sieht nur jeder Fünfte dies als Grund für seinen Solo-Status. Akademiker fühlen sich attraktiver

Sie dürften aufgrund des höheren Status üblicherweise auch tatsächlich als attraktiver wahrgenommen werden.

Die meisten Singlemänner sehen ihre Schüchternheit als Hauptursache für ihr Singlesein: 42 Prozent der nichtstudierten Männer sagen, sie wären schüchtern und würden wenig neue Menschen kennenlernen.

Da Männern eher die aktive Rolle beim Flirten zugewiesen ist dürfte dies bei Männern auch tatsächlich ein größeres Problem sein.

Allerdings ändert sich dies mit dem akademischen Abschluss: Von den Akademikern findet nur jeder Dritte, er wäre zu schüchtern. Zudem fühlen sich Männer mit Studium attraktiver: Nur jeder sechste Singlemann mit akademischem Abschluss sagt, er wäre Single, weil er wenig attraktiv sei. Bei den nicht-studierten Männern ist es dagegen jeder Vierte.

Inwieweit diese Wahrnehmung sich auch in einer Bewertung durch die Frauen niederschlagen würde, wäre interessant.

Jeder vierte männliche Single ohne akademischen Abschluss gibt als Grund für sein Singlesein an, dass er zu wenig Geld verdiene und einer Frau nicht genug bieten könne. Dies trifft nur auf 14 Prozent der Akademiker zu.

Auch hier würde ich die Eigenwertung kritisch sehen. Der Gedanke, dass man Frauen finanziell etwas bieten muss kann einen schon selbst ausbremsen und zeugt von einem geringen Selbstvertrauen.

Junge Frauen: Freiheit und Karriere gehen vor Vor allem junge Frauen genießen ihre Unabhängigkeit: 67 Prozent der weiblichen Singles unter 30 Jahren sind zurzeit gern allein. Unter den gleichaltrigen Singlemännern sind es 57 Prozent. Die jungen Frauen priorisieren ihre Karriere zudem höher: 53 Prozent der unter 30-jährigen Singlefrauen sagen, sie seien allein, weil ihnen der Job wichtiger als eine Partnerschaft sei. Unter den gleichaltrigen Singlemännern geben dies nur 45 Prozent als Grund an

Unter 30 ist auch die Marktmacht noch hoch und der Abstieg der Fruchtbarkeit in weiter Ferne. Andere Sachen erscheinen wichtiger. Dennoch stellt sich auch hier die Frage, wie viel Fassade ist.