Kolja Alexander Bonke: Filmriss

Ich bin endlich dazu gekommen, mir „Filmriss“ von Kolja Bonke durchzulesen. Für alle, die nichts über den Inhalt wissen wollen, eine Wertung vorab: Es ist ein kurzweilig zu lesendes Buch über einen Mann in der Krise im Frankfurter Milieu. Man kann es sehr gut lesen. Für das folgende allerdings eine Spoilerwarnung:

1. Handlung

Hauptperson des Buchs ist ein Pickupberater in Frankfurt, der allerdings ziemlich fertig mit der Welt ist. Er mag seinen Job nicht wirklich, bei dem er reichen Bänkern beibringt, wie man an Frauen kommt und er läuft wohl auch nicht mehr so gut, weil Geld für viele Bänker die passenden Fähigkeiten ersetzt. Auch seine eigene Sexualität ist reichlich angeschlagen: Er hat eine Oneitis bezüglich einer seiner ersten Freundinnen, die sich, da die Beziehung längst vorbei ist und sie sich nicht mehr für ihn interessiert, zeitweise in einer gewissen Impotenz niederschlägt. Dennoch: Er hat Erfolg bei Frauen, allerdings kommt es nicht zu Beziehungen, sondern eher zu Sex auf dem Diskoklo. Dieser schnelle Sex unterstreicht eher noch die Perspektivlosigkeit seiner Welt. Deswegen greift er auch immer mehr zu Drogen aller Art, mit denen er dieser Tristesse zu entkommen versucht.

Der wesentliche Wendepunkt tritt ein als Gerüchte über ihn auftauchen, die er erst nicht einordnen kann: Er soll angeblich eine Frau vergewaltigt haben, kann sich allerdings an nichts diesbezügliches erinnern. Aus Rache für diese Tat vergewaltigten wiederum deren „Gang“ eine seiner besten Freundinnen, Sina, die einzige, für die er auch eine gewisse Oneitis hat und die ihm so rein erscheint, dass er noch nicht mal mit ihr geschlafen hat. Sie ist insofern die Personifizierung der Unschuld, die holde, entsexualisierte Weiblichkeit,  die hier entehrt wird.

Der Held hat nun wieder ein Ziel: Er will – ganz der weiße Ritter – diese Tat sühnen, und zwar seinerseits mit Gewalt.

(Spoiler)

Er legt sich also mit der Gang an, ihm gelingt die Rache und er stirbt nach einer aufwändigen Flucht, auf der er auch seine Exfreundin noch einmal trifft vollgepumpt mit wegen der Verletzungen genommenen Drogen glücklich.

2. Anmerkungen

Was mich an einem Buch mit einem Pickuptrainer als Hauptperson interessiert hätte wäre eine Schilderung béstimmter PIckuptechniken gewesen. Allerdings ist Bonke ja ein Anhänger von Sleazys Minimal Game, in dem es im wesentlichen auf Inner Game und gutes Aussehen ankommt. Insofern fallen ihm die Frauen in dem Buch ohne nähere Angabe von Gründen einfach so zu, es werden lediglich einige Emailkontakte mit Klienten geschildert, die er aber eher zu Kleidungsstil etc berät.

Insofern handelt es sich nicht um ein Buch wie etwas „The Game“ von Neil Strauss, aus dem man gleichzeitig etwas über Pickup erfahren oder lernen kann.

Es ist insofern eher ein Buch über jemanden, der zwar gut mit Frauen geworden ist, aber eigentlich immer noch bestimmte Frauen auf ein Podest stellt und deren Anerkennung will. Böswillig könnte man das darauf schieben, dass Minimal Game eben den Komfortbereich quasi ausblendet und auch den Attractionbereich nur sehr verkürzt behandelt es insofern nicht verwundert, wenn er in dem Bereich Probleme bekommt – aber das sind dann eher Inner-pickupistische Streitigkeiten, die sich auf den Lesespass nicht auswirken. Man muss insofern keine besondere Affinität zu Pickup haben, im Gegenteil auch Pickuphasser werden die Figur dankbar aufnehmen können.

Mitunter erscheinen mir seine Figuren etwas grob gezeichnet, sie sind recht einfach angelegt, aber es ist ja auch ein Erstlingswerk und man nimmt ihm die Figuren durchaus ab, sie wirken realistisch. Auch die Sprünge in den Handlungen erschienen mir teilweise etwas schnell, vom Trunkenbold, der mit Frauen schläft zum Rächer, der Wandel erfolgt recht schnell und gerade die zwei Podestfrauen hätten vielleicht etwas mehr Tiefgang verdient.

Allerdings ist dafür eben das Erzähltempo rasant, auch wenn der  Autor es immer wieder für ein paar Abschweifungen, teilweise durch eingestreute Film oder Liedzitate, anhand derer er kurze ein paar Gedanken entwickelt, abbremst.

Die Hauptperson will Leuten Ratschläge geben und kommt doch mit ihrem Leben selbst nicht zurecht. Sie denkt, sie hat irgendwie alles im Griff, merkt aber nicht, dass sich ihr Leben an ihr selbst vorbeientwickelt, sie eigentlich etwas anderes will, vielleicht eine Frau, die er wirklich respektieren kann, vielleicht auch nur ein gesünderes Verhältnis zu seiner eigenen Sexualität, die zwar frei und umfangreich geschildert wird, die aber äußerst Problem behaftet ist, ihm keine wirkliche Befriedigung bringt und für die er sich wohl auch ein wenig schämt, zumindest unterbewußt, sonst ist mir nicht recht erklärlich, warum er Sina als eine so sexuelle entrückte Frau wahrnimmt. Vielleicht ist ihm bewusst, dass er zwar gut darin ist, Sex zu haben, aber dies gleichzeitig seine Bindung zu anderen Frauen erschwert und er sich nicht mehr richtig auf sie einlassen kann. Hier bleibt eben die Hauptfigur recht unklar, sie erlebt bereits den Racheakt, das weiße Ritter sein, als die Befreiung.

Es bleibt eine Unklarheit, wie sich sein Leben entwickelt hätte, wenn er sich nicht hätte retten können. Ein paar Reflexionen in diese Richtung hätten der Figur etwas mehr Tiefe verliehen, andererseits aber ist es gerade das, was charakteristisch für die Hauptperson ist, die kurzfristig wieder einen Lebensinhalt hatte, kurzzeitig wieder ein edles Ziel und den Kampf um die Ehre einer Frau hatte und sich dafür geopfert hat.

Insofern ist es das Buch über einen Mann, der sich nicht selbst findet und dennoch am Ende glücklich ist.

20 Gedanken zu “Kolja Alexander Bonke: Filmriss

  1. Im Zusammenhang mit Literatur,
    Film und Game, möchte ich noch
    mal den Film BLUE VALENTINE
    ins Spiel bringen.

    Der Film mit Ryan Gosling
    hat fast nur gute Kritiken
    erhalten. Nur sind
    so zu sagen alle von
    biomechanischen Analphabeten
    mit dem typischen Flacherde-
    Syndrom geschrieben. Liebe
    und Leidenschaft entsteht
    einfach so und vergeht dann
    halt wieder und niemand weiss
    eigentlich warum. Ja natürlich
    der graue Alltag und all die
    anderen Widerwärtigkeiten
    des Lebens. Hier ein Beispiel.

    BLUE VALENTINE erzählt die
    Geschichte eines Paares, das
    seit fünf Jahren alle Höhen
    und Tiefen einer Partnerschaft
    durchlebt. Deans ( Ryan Gosling )
    Geheimratsecken wachsen, und
    die einst volle Haarpracht
    zählt zur Vergangenheit. Und
    aus einem lebensfrohen jungen
    Menschen ist er in dieser Zeit
    einer ohne Perspektiven
    geworden. Stets mit Bier und
    Zigaretten bewaffnet durchlebt
    er eher schlecht als recht
    seinen Alltag. Gefühle zeigt
    er fast ausschliesslich nur,
    wenn er Töchterchen Frankie
    die schöne Welt vorgaukelt.
    Auch Cindy ( Michelle Williams )
    ergeht es ähnlich. Den schönen
    Beginn ihrer Beziehung sieht
    sie nur noch von der Ferne.
    Sie fühlt sich in ihrer
    Partnerschaft nicht mehr wohl.
    Cindy wird in den täglichen
    Konversationen von ihrem Mann
    bevormundet. Nicht dass er
    wegen seinen Alkoholkonsums
    jemals handgreiflich geworden
    wäre, aber die aufdringliche
    und forsche Art des Gatten
    macht ihr schwer zu schaffen.
    Als eines Tages der Hund der
    kleinen Familie überfahren
    und tot auf dem Strassenrand
    aufgefunden wird, kann Cindy
    ihre Gefühle nicht mehr unter
    Kontrolle halten. Die Tristesse
    nimmt Oberhand und die Beziehung,
    die vor fünf Jahren so schön
    begann, scheint sich endgültig
    in Luft aufzulösen.

    Hier nun der Versuch einer
    Beschreibung des Films aus
    meiner Perspektive.

    Cindy ein attraktives College Girl,
    das aus einer strengen und freudlosen
    Familie stammt, reitet auf dem Schwanz
    Karussell der Alpha Männchen.
    Nachdem sie vom letzten Badboy Lover
    verstossen wird, lernt sie den
    romantischen Niceguy Provider Dean
    kennen.
    Währenddem sich schnell eine
    leidenschaftliche Romanze zwischen
    den beiden entwickelt entdeckt Cindy
    dass sie von ihrem ex Lover schwanger
    ist.
    Sie erwägt eine Abtreibung und geht
    in eine entsprechende Klinik.
    Im Verlauf des Gespräches mit der
    Krankenschwester erfahren wir das
    Cindy vorgängig 20 bis 25 Sexpartner
    hatte.
    Letztendlich entschliesst sie sich
    aber das genetische Legat von ihrem
    Ex.Arschloch Lover auszutragen.
    Dean willigt nach einigen Zweifeln
    ein,Cindy zu unterstützen, sie zu
    heiraten und der Vater des Kindes
    eines anderen Mannes zu werden und
    besiegelt damit sein späteres Schicksal.

    Der Wunsch von Dean auf ein eigenes
    Kind wird nicht erfüllt.
    Er ist ein guter und liebevoller Vater
    und ein Familienmensch.
    Dean hat keinen College Abschluss.
    Beruflich ist er stabil, hat aber keine
    weitergehenden Ambitionen.Vermutlich
    bringt er sogar weniger Geld nach
    Hause als seine Frau.
    Cindy arbeitet nach ihrer medizinischen
    Ausbildung in einer Klinik als
    Krankenschwester.
    Dean stellt Cindy auf ein Podest und
    ist auch nicht in der Lage die nötige
    erotische Dominanz in der Beziehung
    aufrecht zu halten.
    Dadurch geht sein sozialer Status relativ
    zu Cindy extrem zurück.
    Cindy verliert zunehmend die Lust an Sex
    mit Dean und gleichzeitig klingelt es
    immer noch gewaltig zwischen ihren Beinen
    wenn sie sich an den wilden Sex mit den
    Badboys im College erinnert.
    Sie läuft nach ihrem Darwinschen Drehbuch
    und kann gar nicht anders als Dean
    komplett zu verachten. Daran ändert auch
    die Tatsache nichts, dass ihre Tochter
    Frankie extrem an ihrem Stiefvater hängt.“

    Dass ich durch Chateau auf den Film
    gestossen bin kann ich gut zugeben.
    Folgend die von Heartiste als Game
    relevant extrahierten Elemente aus
    dem Film.

    http://heartiste.wordpress.com/2011/01/18/beta-valentine/

    The critical Chateau (and game) themes this movie hits upon include:

    – alpha pump and dumps and beta providers and how women react to each type of man
    – negs (AKA teasing) as a pivotal component of successful courtships
    – the never-ending cycle of female shit testing
    – the flame-out of male shit test failing
    – forcing closeness before attraction is built
    – the near impossibility of reviving a woman’s love after it has been squandered by beta behavior
    – the deviousness of a woman’s female friends
    – the well-poisoning that ensues when a woman gains higher social status than her husband
    – the absolute irrelevancy of children to influence the modern woman with regard to her relationship choices
    – the influence of competitor alpha males on a woman’s relationship trajectory
    – the misguided idealism and romanticism of kind-hearted men
    – the utter cluelessness of kind-hearted men about the nature of women
    – the brute self-denial men practice when they project their romanticism onto women
    – the inability of women to understand — let alone control — their own maelstrom of emotions
    – the wisdom of the 2/3rds rule when expressing sentiments of love
    – the recklessness and stupidity with which the lower classes careen in and out of relationships
    – how easily unenlightened men are blindsided by women’s biomachinations
    – how easily women can be bedded with simple charm
    – how complimenting a woman can turn her off
    – how a failing relationship can cause a man to forget what he did to attract the woman
    – how a man can lose his sense of self when he allows himself to be defined by the strength of his LTR or marriage
    – the foolishness of pursuing a relationship with a single mom
    – and the tingle-killer of excessive self-deprecation.

    • @Red Pill

      Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr gute Filme mit stimmigen Interaktionen zwischen den Geschlechtern, sei es ihr Scheitern oder ihr Erfolg, die im Pickup dargelegten Grundsätze des Begehrens aufgreifen, damit man die dortigen Emotionen nachvollziehen kann. Mitunter werden sie zwar nicht als solche benannt, aber in dem Verhalten der Hauptpersonen sind sie doch recht deutlich zu erkennen.

      Gerade in den Filmen, in denen es schmerzlich schief geht mit den Protagonisten, ist es oft recht einfach zu sehen, dass er relativ Beta ist, zB ein Schwärmer, der zu wenig Attraction bedient.

    • @ Red Pill Die PU-Analyse des Films Blue Valentine war einer der ersten Texte, die ich überhaupt über PU gelesen hatte (ich mochte den Film und war daher an der Besprechung interessiert). Ich kann mich noch gut an ihre Wirkung erinnern: Ich war positiv wie negativ beeindruckt, fand vieles sehr einleuchtend und klar, gerade in der herzlosen Mechanik, die Heartiste dem Film unterlegt. Wenn man den Film ohne diesen Hintergrund liest, wirkt die Entfremdung von Dean und Cindy schicksalhaft, tragisch – eine Verstrickung mit deprimierender Dynamik, ohne dass irgendwo eine Schuld daran auszumachen wäre.

      Eben das erklärt Heartiste schlüssig: Gerade das Verhalten, das besonders positiv wirkt – Deans Bereitschaft, sich selbst zurückzustellen und für Frau und Familie zu sorgen – senkt die Attraktivität des Mannes. Seine Verlässlichkeit wird für sie langweilig, seine Anwesenheit störend – während distanziertes, roheres Verhalten anziehend wirkt. Das finde ich, ganz unabhängig von Männer-Frauen-Schemata und Darwin-Hintergründen, grundsätzlich plausibel und nicht einmal sonderlich aufregend – das, worum wir uns bemühen müssen, erscheint uns wertvoller als das, was wir als selbstverständlich wahrnehmen. Nach meiner Erfahrung gibt es im Hinblick darauf auch keinen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen – es ist nah an der Banalität.

      Wo Heartiste aber nicht mehr im Bereich des selbstverständlich Nachvollziehbaren argumentiert, ist er in meinen Augen sehr einseitig – was nicht heißt, dass er falsch liegt, er blendet nur eben vieles aus. „This is why you should never treat single moms as anything more than holes into which to dump a few inconsequential fucks. (…) You will always be that guy who wasn’t quite good enough to burden her with child.” Wie sieht das, zum Beispiel, andersherum aus? Aus eigener Erfahrung kann ich sicher sagen, dass eine kinderlose Frau bei einem Mann mit Kind ebenfalls öfter zurückstehen muss – aber nicht deshalb, weil sie sein Kind nicht wert war, sondern deshalb, weil ein Mensch, der (wie auch immer) für ein Kind sorgt, eben anders beansprucht ist als jemand, der das nicht tut. Darüber können sich Menschen, die gemeinsame biologische Kinder haben, ebenso auseinanderleben wie Dean und Cindy.

      Das ist eben wieder der Bereich der Selbstverständlichkeiten. Sympathisch ist mir an dem, was ich über PU weiß, dass Beziehungen und Beziehungsanbahnungen entromantisiert werden und dass stattdessen ihr Funktionieren (oder eben auch: ihre Dysfunktionalität) beschrieben wird. PU wird vermutlich insbesondere Männern helfen, die Frauen idealisieren, die Frauen irgendwie als reine, bessere Wesen wahrnehmen (und das ist nach meiner Erfahrung eine Einstellung überraschend vieler Männer – erstmal zumindest). Dort aber, wo PU-Autoren Rohheit regelrecht kultivieren (wie Heartiste in dem obigen Zitat), wird PU in meinen Augen zu einer bloßen Pose – schaut mich an, wie abgeklärt ich bin.

      • @Schoppe

        „Sympathisch ist mir an dem, was ich über PU weiß, dass Beziehungen und Beziehungsanbahnungen entromantisiert werden und dass stattdessen ihr Funktionieren (oder eben auch: ihre Dysfunktionalität) beschrieben wird.“

        Ja, das ist der interessante Bereich

        „Dort aber, wo PU-Autoren Rohheit regelrecht kultivieren (wie Heartiste in dem obigen Zitat), wird PU in meinen Augen zu einer bloßen Pose – schaut mich an, wie abgeklärt ich bin“

        Heartist schreibt aus der Sicht von jemanden, der Erfolg bei Frauen hat und insofern die entsprechenden Wahlmöglichkeiten. Ich würde zustimmen, dass er das hier übertreibt und zu roh ist, Natürlich kann auch eine Beziehung mit einer Frau mit einem Kind sehr gut laufen. Allerdings dürften die Grundeinstellung „Fremdes Kind gibt einen Abzug auf den Partnerwert im Vergleich zu einer Frau ohne Kind“ ja weit verbreitet und auch durchaus begründet sein. Schließlich ist es ein erhebliches Risiko, in dieses fremde Kind zu investieren, für den Fall einer Trennung hat man nahezu keine Rechte. Wollte ich schon lange mal einen Artikel zu schreiben. Dennoch ist die Ausdrucksweise, gerade mit „hole“ doch arg entmenschlichend.

        Wie siehst du denn, wenn ich mal fragen darf, die Reaktion der Frauen auf dein Kind?

        • @ Christian

          „Natürlich kann auch eine Beziehung
          mit einer Frau mit einem Kind sehr
          gut laufen.“

          Wenn ein Mann der soziale Vater
          von fremden Kindern wird,
          birgt das im Zusammenhang mit
          den Heute geltenden Gesetzen
          doch erhebliche Gefahren.
          Wenn er, um die Familie „normal“
          zu machen diese Kinder adoptiert
          muss er bei einer Scheidung
          genau so wie für leibliche
          zahlen. Zudem werden sie auch
          erbberechtigt ihm gegenüber.
          Wenn er nochmals heiratet und
          auch noch eigene Kinder hat,
          ziemlich verschissen.

        • @ Christian, Red Pill Ich glaube, das Heartiste sogar Recht hat damit, dass eine Beziehung zu einer alleinerziehenden Mutter schwierig ist, dass er aber die Gründe zu holzschnittartig beschreibt. Wenn man ein Kind oder Kinder hat, dann ist die Struktur der Partnerschaft, aus der das Kind stammt, in irgend einer Weise aufbewahrt (so hab ich das jedenfalls erlebt) – und sei es im Ärger, im Gefühl des Verlassenseins, in Kabbeleien der Eltern beim Umgang etc. Das macht es für neue Partner einfach schwer – man kann ja schlecht eine Partnerschaft in den Muster einer älteren Beziehung beginnen. Die Hoffnungslosigkeit der rechtlichen Stellung von (sozialen) Vätern verschärft das noch. Aber deswegen allerinerziehende Mütter als „holes“ zu beschreiben, verfehlt die Situation total.

          Und umgekehrt ist es eben ähnlich. „Wie siehst du denn, wenn ich mal fragen darf, die Reaktion der Frauen auf dein Kind?“ Natürlich darfst Du fragen. Mein Eindruck ist insgesamt und von wenigen Ausnahmen abgesehen, dass Frauen sehr positiv reagieren, und interessiert (gerade dann, wenn sie uns zusammen erleben, weil das wirklich spaßig ist). So aggressive Reaktionen wie von Heartiste hab ich als Vater nie erlebt.

          Schwieriger ist es natürlich, wenn es nicht um mehr oder weniger unverbindliche Gespräche o.ä., sondern um die Frage nach einer Beziehung geht – aber das eben aus ganz pragmatischen Gründen. Unser Kind lebt nicht bei mir, aber ich sehe es oft und fahr dafür viel rum.

          Daran, zum Beispiel, hab ich gedacht, als ich meinte, dass Heartiste vieles ausblendet – es gibt eben auch ganz simple pragmatische Schwierigkeiten in Beziehungen mit Kindern, nicht alles dreht sich darum, dass es eine subtile Deklassierung ist, wenn man das Kind eines anderen Menschen mit aufzieht.

      • @ Schoppe

        *Wo Heartiste aber nicht mehr im Bereich des selbstverständlich Nachvollziehbaren argumentiert, ist er in meinen Augen sehr einseitig *

        Das ist seine Aufgabe, der Sinn den ein Zyniker wie Heartist gegenwärtig macht, nicht an sich, sondern nur vor dem Hintergrund der Umwelt, in die er hineinschreibt.

        Er schreibt aus einer radikal egoistischen Perspektive, dem Egoismus des leicht sexsüchtigen, weißen heterosexuellen Mannes, der ALLES seiner Erfolgsquote unterordnet und sich um darüber hinaus Weisendes wenig kümmert.

        Die totale Verantwortungslosigkeit, die sich um das allgemeine Wohl nicht schert.

        Erträglich und sinnvoll nur vor dem Hintergrund des zum Zeitgeist geronnenen weiblichen Egoismus („Feminismus“), der es fertig gebracht hat, weibliche Egomanie als das allgemeine Gute zu verkaufen, dessen Protagonistinnen so hirnlos verblendet sind, dass sie nicht einmal erkennen, wie egomanisch sie tatsächlich sind, wie sehr Feminismus als Transmissionsriemen zur Durchsetzung weiblicher und allein weiblicher Interessen dient. Ob Feminist.I.nnen nun so agieren (und „denken“) aufgrund von Spatzenhirnigkeit oder tatsächlicher ideologischer Verblendung bei eigentlich vorhandener Denkfähigkeit lasse ich dahingestellt, das mag ohnehin von Einzelfall zu Einzelfall differieren.

        Den meisten Internetfeminist.I.nnen von Mädchenmannschaftskaliber allerdings unterstelle ich Spatzenhirnigkeit – sie lacht mir entgegen, immer, wenn ich eine ihrer „Analysen“ lese (dank Verlinkung durch Christian).

        Als kategorischer Imperativ taugen Heartists Lehren und Handlungsmaximen so wenig wie die der Feminist.I.nnen, sie wären, verbreiteten sie sich allgemein, ebenso gesellschaftszerstörend wie die des Feminismus.

        Sinnvoll sind sie als Antidot in einem feministisch dominierten Zeitgeist: Männer müssen egoistischer werden, um den in’s Kraut schießenden weiblichen Egoismus, der politisch-ideologische Rückendeckung erfährt, zu kontern.

        Egoismus wird nicht durch mild-freundliches Geschwätz eingehegt – wie vor allem linke Männerrechtler offenbar glauben und hoffen. Das ist grotesk naiv in meinen Augen.

        Sondern nur durch einen Gegenegoismus, der befähigt, sich auf die Hinterbeine zu stellen. Dazu taugt die zynische Weltsicht eines Heartiste.

        Problem wird dann eines Tages wieder sein, diesen befeuerten männlichen Egoismus wieder einzufangen und einzuhegen.

        Aber von DER Notwendigkeit sind wir noch weit entfernt angesichts der „Onkel-Tomisierung“ westlicher Männer durch einen femizentrisch-feministischen Zeitgeist/Staat, der ihre Unterwerfung/Ausbeutung propagiert, ja notwendigerweise von ihr leben muss, weil sich diese femizentrisch-feministische Ordnung nicht selbst trägt, sondern permanent hergestellt werden muss durch teure Sozialtechnik, die Frauen fördert und Männer hemmt.

        So kommt man der Gleichstellung (nach unten) näher und näher.

        „Onkel-Tomisierung“ ist das Stichwort, um zu Blue Valentine zu gelangen und zu Ryan Gosling.

        Hier das, was William Price dazu zu sagen hat, Zitat:

        *Blue Valentine is the story of a very beta, romantic man who wants nothing more than to be a family man, and falls for a young woman who is about to become a single mother. He marries the girl, accepts the child for his own, and the new family gets on with married life. Not long thereafter, the woman he married begins to tire of her unambitious, sensitive, beta husband, starts picking fights, becomes frustrated, and eventually dumps him. Gosling plays the beta sucker to a T, which leaves one wondering why feminists see him as an icon.

        It appears that he represents their utter triumph (den der Feminist.I.nnen) — their victory in the gender war. Essentially, he is the contemporary equivalent of the harmless, cheerful darkie of antebellum Southern nostalgia — a conquered man who may be taken or left, bought or sold, and yet retains a baffling complacence and innocent trust despite horrendous maltreatment by contemporary women.*

        http://www.the-spearhead.com/2011/10/13/ryan-gosling-as-feminists-uncle-tom/

        • @ Alexander

          „Essentially, he is the contemporary equivalent of the harmless, cheerful darkie of antebellum Southern nostalgia — a conquered man who may be taken or left.“

          Dazu passt folgendes:

          http://www.imdb.com/name/nm1002023/

          Was eine taffe Frau mit Man-jaw zum
          Selbstmord eines jungen schwarzen
          Schauspielers sagt.

          Executive Producer Janet Tamaro said the cast and crew were „devastated by the news.

          „We are beyond heartbroken at the loss of this sweet, gentle, good-hearted, intelligent man,“ Tamaro said. „He was truly a member of our family. Lee will be cherished and remembered by all who knew and loved him, both on- and offscreen, for his positive energy, infectious smile and soulful grace.“

          Translation: We had a lot of fun and fucking
          on the set, unfortunately he was left out.

          An diese Zynismus recht auch
          Heartiste nicht heran.

        • @ Alexander Das, was Heartiste schreibt, als „Gegenzynimsus“ zu interpretieren, unterlegt ihm zumindest einen nachvollziehbaren Sinn – ich bin mir nur nicht sicher, ob er selber davon auch was weiß…

          Dean als Uncle Tom zu beschreiben, finde ich hingegen plausibel. Er ist zu Beginn des Filmes ein sehr attraktiver Mann (finde ich zumindest – ob Frauen das allgemein auch so einschätzen, weiß ich nicht, aber ich nehm es doch an): Er sieht sehr gewinnend aus, ist freundlich, aber nicht unterwürfig, witzig, geistreich, sogar musikalisch, hat Sinn für Timing – und dann richtet er sich ein in der Beziehung, weil er wohl das Gefühl hat, angekommen zu sein. Und er hat auch keine großen beruflichen Ambitionen, sondern kümmert sich lieber um ein Kind, auch wenn es nicht seines ist.

          Quälend ist es dann schon zu sehen, wie er nicht nur für Cindy immer unattraktiver wird, sondern auch für die Zuschauer an Attraktivität verliert. Quälend ist es eben auch, weil er gerade grundsätzlich kein unattraktiver Mann ist, der versucht, fehlende Attraktivität dadurch wettzumachen, dass er sich als verlässlicher Partner präsentiert – sondern dass er eben dadurch regelrecht vor laufender Kamera einschrumpft, dass er sich an ihre (vermuteten) Wünsche anpasst und meint, damit müsse doch alles in Ordnung sein.

          Ich finde das aber aus ihrer Position auch verständlich: Ich glaube, auch für Männer werden Frauen langweilig, die eigentlich keine anderes Ziel haben, als ihnen einfach nur gute Partnerinnen zu sein. Fatal allerdings ist es, da geb ich Dir völlig Recht, dass eine männliche Unterwürfigkeit institutionell regelrecht eingefordert wird (da geht es, z.B., wieder um das Thema „Väter“, die eben oft die albernsten Verrenkungen machen müssen, nur um ab und zu mal ihre Kinder zu sehen).

          Richtig finde ich auch, dass eine solche Konstellation keinerlei positive Perspektive bietet. Aber ich würde nicht „Geschwätz“ und „Egoismus“ einander gegenüberstellen. Positionen zu formulieren und das auf eine Weise zu tun, die Unbeteiligte nicht sofort abschreckt, ist wichtig. Es reicht nur offensichtlich nicht. Wie stellst Du Dir denn die Alternative zu „mild freundlichem Geschwätz“ im Einzelnen vor?

        • @ Schoppe

          * Wie stellst Du Dir denn die Alternative zu “mild freundlichem Geschwätz” im Einzelnen vor?*

          Ich baue nicht auf Missionieren, das Appellieren an gesunden Menschenverstand, Gerechtigkeitsgefühl und all die anderen schönen Sachen.

          Sondern auf’s Vorsorgen.

          Das heißt z.B. einen großen Bogen machen um Frauen, die feministisch „infiziert“ sind (einer Ideologie anhängen, die nur der plausibel ist, die Männer hasst/fürchtet/verachtet).

          Also wenn schon überhaupt Kinder und Vaterschaft (wovon ich dringend abrate unter den gegenwärtigen Bedingungen), dann mit einer nicht feministsichen Frau, die möglichst auch noch mehr verdient als man selbst.

          Ansonsten wird, da Kampf für Männerrechte bedeutet, gegen männliche und weibliche Instinktströme anzurudern, eine höchst langwierige und ermüdend erfolglos bleibende Angelegenheit werden, für lange, lange Zeit.

          Weshalb mir das Sich-Verweigern gegenüber den Ansprüchen der feministisch-femizentrischen Gouvernanz, soweit individuell für einen Mann überhaupt nur möglich, in doppelter Hinsicht als verheißungsvollste Reaktion erscheint.

          Einmal schützt das Vermeiden von Steuern/Abgaben durch so wenig Erwerbsarbeit wie möglich den Mann davor, durch ein System, das ihm nicht mehr dient, ausgebeutet zu werden.

          Er schont seine Gesundheit, seine Nerven, muss sich nicht ärgern über immer schaler werdende Belohnungen für seine Leistungen, die ihm obendrein auch noch Verdächtigung und Missgunst eintragen („Unter jedem erfolgreichen Mann liegen Hekatomben ausgebeuteter Frauen/Minderheiten etc.“).

          Er muss sich z.B.auch nicht allzu sehr darüber ärgern, mit seiner Erwerbsarbeit via Steuerfinanzierung über Gebühr politische Ziele zu unterstützen, die er nicht unterstützenswert findet, die seinen Interessen schaden.

          Dass darunter auch die Finanzierung von Aufgaben/Zielen leiden wird, die dem Allgemeinwohl dienen, die unterstützenswert sind, ist ein Kollateralschaden, für den bitte jene die Verantwortung in erster Linie übernehmen sollen, die dieses misandrische System promovieren.

          Die Verweigerung umgreift auch das Sich-Verweigern dem Anspruch, dieses System mit Leib und Leben zu verteidigen.

          Männer, werdet nicht mehr Soldat!

          Die Ordnung zu verteidigen, die einen privilegiert, mit der Waffe in der Hand, das ist die Rechtfertigung für die Existenz eines Geburtsadels.

          Wir haben einen neuen Geburtsadel.

          Er ist weiblich, soll er also die ihn priviegierende Gesellschaftsordnung verteidigen mit der Waffe in der Hand und nicht die Peonen in die Schützengräben jagen.

          Macht jeder Adel allerdings sehr gerne: Privilegien kassieren und „vergessen“, das zu leisten, weshalb man sie ihm einmal zugebilligt hat – am Ende bleiben nur die Privilegien und werden wütend verteidigt, die Gegenleistung bleibt aus, der Dienst, mit dem man die Privilegien einmal VERDIENEN musste, bleibt aus.

          Der neue weibliche „Adel“ der vorrangig Beschützten und Versorgten macht da keinen Unterschied, was man als Mann aber nicht auch noch unterstützen muss, indem man sich dazu drängt, sich in alle möglichen Breschen zu werfen, dabei Gesundheit und u.U. sogar das Leben zu riskieren.

          Der Verzicht auf Vaterschaft/Kinder/Heiraten macht eine der mächtigsten Waffen, Männer in die (Frauen-)Botmäßigkeit zu zwingen, stumpf.

          Er kann nicht über seine Liebe zu den Kindern erpresst werden.

          Er kann nicht in’s Frauenversorgerhelotentum der entsorgten Väter gezwungen werden.

          Darum mein Rat: Beine hochlegen, entspannen und den Adel umfassend machen lassen, ihm dabei so wenige Abgaben entrichten wie gerade legal noch zulässig.

          Das wird die Systemträger zum Nachdenken zwingen. Denn das System RUHT auf der Ausbeutung vor allem männlicher Leistung bei seiner Finanzierung (70 % der Steuereinnahmen), bei seinem Schutz.(90 % der Soldaten).

          Sie werden überlegen müssen, was man den Männern bieten muss, um sie für eine MOTIVIERTE Mitarbeit zurückzugewinnen, auch als Väter/Ehemänner.

          Keine schnelle Lösung, weiß Gott nicht.

          Aber schneller wirksam als politischer Aktivismus, der, wie gesagt, gegen grundlegende Instinktispositionen/Verhaltensintuitionen in beiden Geschlechtern anarbeiten muss.

          Das „Streiken“ der Männer dagegen bietet unmittelbare Vorteile und Selbstschutz vor Ausbeutung und Verzweckung durch ein feministisch-femizentrisches System.

          Es dient der Bequemlichkeit.

          Natürlich nur solange, solange ein Totalzusammenbruch des Systems vermieden werden kann – das wird ein Lavieren zwischen Scylla und Charybdis.

          Zudem kann man das eine tun (streiken) ohne das andere (politisches Engagement) zu lassen.

          Ich persönlich allerdings setze vorrangig darauf:

          Bevor es den Privilegierten nicht weh zu tun beginnt, bleibt Reden nur Geschwätz.

          Da Gewalt ethisch unter den gegebenen Umständen nicht zu rechtfertigen ist, bleibt also nur Streik.

        • @ Alexander „Keine schnelle Lösung, weiß Gott nicht. Aber schneller wirksam als politischer Aktivismus, der, wie gesagt, gegen grundlegende Instinktispositionen/Verhaltensintuitionen in beiden Geschlechtern anarbeiten muss.“ Ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn ich etwas vom „Streik der Männer“ oder den „Men on Strike“ gelesen habe. Ein Beispiel: Du führst ja auch an, dass weiterhin der Löwenanteil der Gelder, die Familien zur Verfügung stehen, und der Gelder, die der Gesellschaft zur Verfügung stehen (eben die Steuereinnahmen), von Männern erarbeitet werden. Wenn etwa solch ein Sachverhalt ernsthaft und allenthalben als Frauenbenachteiligung (Gender Pay Gap!!!) verkauft wird, wäre es schön zu sehen, was eigentlich passieren würde, wenn Männer für diese „Benachteiligung“ mal nicht mehr länger zur Verfügung stünden.

          Allerdings knüpft auch der stillschweigende Rückzug an bestehende Dispositionen an: Eigentlich ist er eine Fortsetzung des Klischees von Familienvater, der in seinem Haus ohnehin nichts zu sagen hat und der sich unterm Dach, im Keller oder der Garage einen kleinen Rückzugsort eigerichtet hat. Oder der stillschweigend in der Kneipe verschwindet.

          Auch die Reaktionen auf stillschweigend streikende Männer bedienen Versorgerdispositionen. Ein besonders putziges Beispiel habe ich neulich bei Monika Ebeling gelesen (http://blog.monika-ebeling.de/die-frauenquote-ist-eine-niederlage/): Sie zitiert einen Sozialdemokraten, der es als Erfolg der Frauenquote verkauft, dass der Frauenanteil in der SPD mittlerweile bei knapp über 30 Prozent liegt. Der damit verbundene Zuwachs ist damit zu erklären, dass seit der Zeit des Quotenbeschlusses Ende der 80er fast die Hälfte aller männlichen, aber nur ein Drittel aller weiblichen Mitglieder aus der Partei ausgetreten ist. Dass die SPD also heute auch deutlich weniger Frauen hat als vor der Quote, ist egal – dass sie noch viel mehr Männer verloren hat, wertet sie als Erfolg, weil das den Frauenanteil ja erhöhe.

          Oder die Meldung der Daily Mail, auf die Arne Hoffmann aufmerksam gemacht hat (http://genderama.blogspot.de/2013/08/daily-mail-erschuttert-jeder-vierte_22.html ) Ein Viertel aller Männer in Deutschland wollen keine Kinder – was dann aber nicht etwas dazu führe, dass nach den Gründen dieser Männer gefragt werde, sondern nur hektische Versuche zur Folge habe, Frauen mehr zu helfen.

          Das eben sind wohl die erwähnten Dispositionen: Wenn es für eine Gemeinschaft sehr kritisch wird, scheint es prinzipiell durchaus rational, erst einmal die Frauen zu schützen. Die SPD müsste eigentlich in einem Zustand permanenter Panik stecken, beruhigt sich aber mit dem Gefühl, dass die Frauenquote gesichert sei.

          Deshalb glaube ich: Ein stillschweigender Rückzug ist möglicherweise gut für das eigene Wohlbefinden, wird aber nicht als Signal ankommen – auch nicht, wenn Hunderttausende sich zurückziehen.

          In meinen Augen gibt es zwei (notwendige, nicht hinreichende) Bedingungen dafür, dass Männer mit ihren Anliegen erfolgreicher werden. Zum Einen fehlt es an Solidarität von Männern untereinander. Klassisch sind da ja, gerade in der Männerbewegung, die Anfeindungen gegen Homosexuelle – dabei sind diese Feindschaften vermutlich eben genau dadurch begründet, dass schwule Männer, und natürlich gerade die offen schwulen Männer, sich seit Eh und Je aus der Rolle männlicher Frauenversorger zurückgezogen haben (so dass männlicher Homo-Hass wohl regelrecht ein Indikator für die Angst ist, aus der Versorgerrolle auszutreten).

          Zum Anderen werden Männer nur erfolgreich sein, wenn sich auch Frauen für gerechtere Bedingungen engagieren (so wie andererseits Feministinnen ohne das Engagement von Männern nicht viel erreicht hätten). Im Väteraufbruch beispielweise gibt es schon ziemlich viele Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen mitarbeiten.

          Beides lässt sich aber nur erreichen, wenn man eine halbwegs zivile Sprache benutzt und nicht jedem, der anderer Meinung ist oder anders lebt, prophylaktisch einen in die Fresse haut (verbal zumindest). Sicherlich werden “Milde” und “Freundlichkeit” allein nicht ausreichen, aber ohne sie wird es auch nicht gehen.

        • @ Schoppe

          *Deshalb glaube ich: Ein stillschweigender Rückzug ist möglicherweise gut für das eigene Wohlbefinden, wird aber nicht als Signal ankommen – auch nicht, wenn Hunderttausende sich zurückziehen.*

          Richtig.

          Die Signale richtig und rechtzeitig zu deuten, setzte ja bereits ein Übersteigen der Dispositionen voraus, denen wir ALLE mehr oder weniger unterliegen.

          Dass dies in ausreichendem Maße möglich ist, bezweifle ich ja gerade, en wesentlicher Grundstein meines prinzipiellen Pessimismus, weniger, was das Überleben der Menschheit angeht als vielmehr hinsichtlich des Überlebens dieser Form der westlichen Zivilisation, die als Überflussgesellschaft funktioniert, in der Männer ihrer Tendenz nachgeben können (gerade „Alphamänner“), Frauen zu verwöhnen und Frauen dies als „Nullhypothese“ ihres Lebens verinnerlichen können, demzufolge genau das erwarten und einfordern, anderes als diskriminierend erleben.

          Ich glaube, dass diese Tendenzen unter Überflussbedingungen in’s Kraut schießen, dabei gleichzeitig die Bedingungen sukzessive zerstörend, die für die Schaffung dieses materiellen Überflusses nötig sind, ein Selbstregulationsprozess, der dafür sorgt, dass wieder Zustände eintreten werden, deren Notdurft dazu zwingt, diese Tendenzen den NOTwendigkeiten anzupassen, sich also zu beschränken.

          Ich fürchte, das ist ein in JEDEN Zivilisationsprozess eingebauter Selbstzerstörungsprozess, ein „Alterungsprozess“, der ZIvilisationen sterben lässt wie Organismen.

          Mir schwant, dass wir dem nicht entgehen können.

          Das Signal wird also erst dann verstanden, wenn es eigentlich zu spät sein wird.

          Es ist noch nicht stark genug, die Lage demzufolge noch nicht schlimm genug, besonders für die Systemprofiteure, die zu allerletzt bemerken, dass die Titanic absäuft.

          Aber vielleicht täusche ich mich hier ja, will niemandem das Gefühl rauben, etwas Sinnvolles zu tun, wenn er sich gegen das in meinen Augen Unvermeidliche stemmt.

          Eine solche Haltung kann ja leicht zur sich selbst erfüllenen Prophezeiung werden, ist ohnehin vielleicht gerade auch selbst Ausdruck der Dekadenz, die ich diagnsostiziere und beklage, der ich selbst unterworfen bin.

          *Zum Einen fehlt es an Solidarität von Männern untereinander. *

          Was wiederum kein Zufall ist: Männer sind disponiert, um die Gunst von Frauen zu konkurrieren. Und Frauen wählen den attraktivsten Mann = den besten Versorger/Schützer.

          Es ist überwindbar, in notwendigem Maße?

          Ich zweifle.

          *so dass männlicher Homo-Hass wohl regelrecht ein Indikator für die Angst ist, aus der Versorgerrolle auszutreten*

          Das weniger, denke ich.

          Es ist wohl eher ein Signal an Frauen („ICH BIN KEIN HOMO!!! Du klannst mich attraktiv finden, ohne fürchten zu müssen, mit mir eine fortpflanzungstechnische Niete aus dem Lostopf zu ziehen!“).

          Vielleicht spielen auch Urängste eine Rolle, ähnlich wie bei Schlangen/Spinnenfurcht: möglicherweise war die eklatantere „hemmungslosere“ Promiskuität unter männlichen Homosexuellen (männliche = im Schnitt stärkere Sexualtriebe interagieren miteinander) ein ideales Labor zur Entwicklung und Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten, die dann über Bisexuelle in die Restpopulation eines Clans/Stammes einbrachen mit vielleicht verheerenden Folgen für relativ kleinen Populationen.

          *Zum Anderen werden Männer nur erfolgreich sein, wenn sich auch Frauen für gerechtere Bedingungen engagieren *

          Warum solllten sie das?

          Solange sie kurzfristig vom feministisch-femizentrischen System profitieren.

          Menschen, die privilegiert sind, reagieren in der Regel nicht auf Appelle an ihr Gerechtigkeitsgefühl.

          Der Unternehmer billigt seinen Arbeitern nicht deshalb einen gerechteren Anteil vom Profit zu, weil ihm das Unrecht schlaflose Nächte bereitet (das ist wohl bei vielen erst dann dr Fall, wenn die in Lumpen gehen und verhungern, dann ist allerdings, erkennt der kluge Egoist, auch der Profit in Gefahr).

          Sondern weil die starke Gewerkschaften haben, die mit Streik drohen und die beweisen können, dass sie zu Streiks in der Lage sind, die weh tun.

          Es tut den privielegierten Frauen noch nicht weh genug.

          *so wie andererseits Feministinnen ohne das Engagement von Männern nicht viel erreicht hätten*

          Ganz andere Situation: Frau klagt > „Mann, mach mir die Welt schön! Du bist für mein Wohlergehen verantwortlich! Du musst mich schützen und versorgen! Wenn Du das schlecht machst, bist Du ein minderwertiger, impotenter Mann!“

          Und die Männer werden springen.

          Umgekehrt fühlen sich Frauen aber nicht in gleichem Maße für das Wohlergehen und den Schutz von Männern verantwortlich.

          Denn sie sind ja OPFA, schwach, schutzbedürftig.

          Die Männer sind die TÄTA.

          Das ist ja das Perfide am Feminismus: Er vermag uralte Verhaltensintuitionen, zu denen wir ad hoc tendieren, für seine Zwecke auszubeuten.

          Man muss nicht „neu“ werden, um Feminist.I.n zu sein.

          Obwohl das ständig geschwätzweise behauptet wird.

          *Im Väteraufbruch beispielweise gibt es schon ziemlich viele Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen mitarbeiten.*

          Ich fürchte, sie werden immer nur eine kleine Minderhait bleiben, jene Frauen, die es fertig bringen, ihre Instinktdispositionen zu übersteigen (genau wie die Männer, die das ihrerseits vermögen, immer nur eine kleine Minderheit bleiben werden).

          Aber ja, es gibt sie, Gott sei Dank.

          *Beides lässt sich aber nur erreichen, wenn man eine halbwegs zivile Sprache benutzt und nicht jedem, der anderer Meinung ist oder anders lebt, prophylaktisch einen in die Fresse haut (verbal zumindest). *

          Mit Weh-Tun meine ich auch nicht „in die Fresse hauen“.

          Zumal die wirksamsten Gemeinheiten elegant serviert werden müssen, wenn’s wirlich weh tun soll.

          Aber das ist gar nicht meine Absicht, ich halte nicht viel von Verbalradikalismus, bin nur der Meinung, das Reden/Appelle etc. generell, nicht nur hier, nicht viel bewegen, nie viel bewegten.

          Auch die Sklaverei wurde nicht abgeschafft, weil die Sklavenhalter plötzlich erkannten, dass ihr Handeln dem Willen Gottes widersprach oder den Menschenrechten.

          Sondern um teure Maschinen zu bedienen, brauchte man MITarbeiter, die selbst ein Interesse am Produktionsergebnis nahmen.

          Sklaverei rechnete sich nicht mehr, Streik wurde zur mächtigen Waffe in der Hand relativ gut ausgebildeter Arbeiter, die nicht ohne weiteres zu ersetzen waren.

          Natürlich: Es ist auch Reden nötig, um das Bewusstsein der Männer für ihre Lage und ihre Macht zu schärfen.

          Insofern ist es sinnvoller, zu Männern zu reden als zu Frauen.

          Die werden Männer, die an ihren Common Sense appellieren („Bitte, bitte, hört auf, uns via Staatsmacht auszubeuten! Das ist nicht nett von euch!!!“), eher verachten („Jammrlappen!“).

          Aber wie gesagt: Vielleicht täusche ich mich da, bin zu pessimistisch.

        • Korrektur:

          *ch fürchte, das ist ein in JEDEN Zivilisationsprozess eingebauter Selbstzerstörungsmechanismus, …*

          Zivilisationen gehen sozusagen an ihrem Erfolg zugrunde.

      • Auch wenn sie vor Stilblüten wie „Schon damals hatte ich jede Menge depressive und suizidale Tendenzen und das nicht nur, weil ich eine Menge Suicidal Tendencies hörte.“ wimmeln? Nenn es diskriminierend oder literarisch-normativ, aber ich finde, Legastheniker sollten keine Romane schreiben.

        • Selten, dass sich jemand mit einer Pseudokritik an einem Buch, das er offensichtlich nicht einmal gelesen hat, so in die Nesseln setzt.

          1. Legasthenie ist eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Wo befinden sich also Rechtschreibfehler in der erwähnten „Stilblüte“?

          2. Legasthenie hat mit dem Verfassen von Romanen nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es gibt eine Menge hochtalentierter Legastheniker, die vielbeachtete Romane geschrieben haben. Ich nenne jetzt nur mal Agatha Christie.

          Leopold Stotch, bitte informier dich, bevor du Kommentare schreibst!

        • spermagier:
          Ich weiß, was Legasthenie ist. Nur ist man bei polemischer Formulierung nicht zu exakter Terminologie verpflichtet, und dass ich mit „Legastheniker“ hier etwas anderes meinte als die umgangssprachliche Bedeutung (jemand, der der Sprache kaum mächtig ist) kann man nur bei böswilligem nicht verstehen. Und gelesen hab ich den Dreck natürlich nicht, die Leseprobe reicht aus, um es als Schund zu erkennen.

          Christian:
          Klar kann mans zügig lesen, die Frage ist, ob man diese stillose Sprache lesen will.

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