Überlegungen zu „Jeff Hawkins / Sandra Blakeslee: On Intelligence“

Ich lese gerade das Buch „On Intelligence“ von Jeff Hawkins und Sandra Blakeslee. Es enthält einige interessante Theorien

1. Mustererkennung

Nach der dortigen Theorie – wenn ich sie richtig verstanden habe – ist Intelligenz im wesentlichen die Fähigkeit Muster und Systeme zu erkennen und anhand dieser erkannten Muster Vorhersagen über ähnliche Zukünftige Situationen zu erstellen. Dabei werden die Muster erkannt, indem aus kleinen gespeicherten Teilen das Ganze erkannt wird. Danach wäre der Neokortex im wesentlichen eine Mustererkennungseinheit. Aus den eingehenden Signalen wird ein Muster ermittelt und in ein hierarchisches System eingeordnet. Weitere eingehende Signale werden mit diesem Muster verglichen und entsprechend eingeordnet. Über Verknüpfungen können dann Assoziationen hergestellt werden. Wenn wir beispielsweise den Anfang einer Melodie hören, dann reicht dieser Anfang für ein Erkennen des Liedes und es wird eine Assoziationskette in Gang gesetzt die uns von Erinnerungsschnipsel zu Erinnerungsschnipsel das ganze Lied erkennen lässt. Weil diese Kette aus einem Ereignis errechnet, welches als nächstes kommt, können wir problemlos das einmal verinnerliche Alphabet aufsagen, wenn wir es aber rückwärts aufsagen sollen, dann haben wir erhebliche Probleme und müssen uns anstrengen.

Dabei funktioniert das System in beide Richtungen. Zum einen können wir mittels einem kleinen Schnipsels den Zusammenhang erkennen und dadurch ermitteln, was als nächstes kommt, zum anderen bereitet das System uns auch darauf vor, welcher Sinneseindruck als nächstes kommt, weswegen wir mitunter sehen, was wir gerne sehen wollen und nehmen bekanntes eher war.

Hier noch einmal die Darstellung in der Wikipedia:

The central concept of the memory-prediction framework is that bottom-up inputs are matched in a hierarchy of recognition, and evoke a series of top-down expectations encoded as potentiations. These expectations interact with the bottom-up signals to both analyse those inputs and generate predictions of subsequent expected inputs. Each hierarchy level remembers frequently observed temporal sequences of input patterns and generates labels or ’names‘ for these sequences. When an input sequence matches a memorized sequence at a given layer of the hierarchy, a label or ’name‘ is propagated up the hierarchy – thus eliminating details at higher levels and enabling them to learn higher-order sequences. This process produces increased invariance[disambiguation needed] at higher levels. Higher levels predict future input by matching partial sequences and projecting their expectations to the lower levels. However, when a mismatch between input and memorized/predicted sequences occurs, a more complete representation propagates upwards. This causes alternative ‚interpretations‘ to be activated at higher levels, which in turn generates other predictions at lower levels. Consider, for example, the process of vision. Bottom-up information starts as low-level retinal signals (indicating the presence of simple visual elements and contrasts). At higher levels of the hierarchy, increasingly meaningful information is extracted, regarding the presence of lines, regions, motions, etc. Even further up the hierarchy, activity corresponds to the presence of specific objects – and then to behaviours of these objects. Top-down information fills in details about the recognized objects, and also about their expected behaviour as time progresses. The sensory hierarchy induces a number of differences between the various layers. As one moves up the hierarchy, representations have increased: Extent – for example, larger areas of the visual field, or more extensive tactile regions. Temporal stability – lower-level entities change quickly, whereas, higher-level percepts tend to be more stable. Abstraction – through the process of successive extraction of invariant[disambiguation needed] features, increasingly abstract entities are recognized. The relationship between sensory and motor processing is an important aspect of the basic theory. It is proposed that the motor areas of cortex consist of a behavioural hierarchy similar to the sensory hierarchy, with the lowest levels consisting of explicit motor commands to musculature and the highest levels corresponding to abstract prescriptions (e.g. ‚resize the browser‘). The sensory and motor hierarchies are tightly coupled, with behaviour giving rise to sensory expectations and sensory perceptions driving motor processes.

Jeff Hawkins scheint davon auszugehen, dass alle Muster direkt im Wege eines Lernprozesses im Neokortex erkannt werden und es keine „Festverdrahtungen“ gibt. Das erscheint mir unwahrscheinlich, schon bei der Sprache gibt es gute Argumente dafür, dass die Mustererkennung eine gewisse Unterstützung bekommt und das scheint mir auch die Erkenntnis, dass man solche Muster dennoch lernen muss, die Muster hier zuordnen und ausfüllen muss, nicht zu beeinträchtigen.

Ein solches System würde gerade davon leben, dass im Leben möglichst viel Muster erkannt werden und ein System erstellt wird, welches dann die eingehenden Daten auswertbar macht und uns erlaubt uns überhaupt in der Welt zurechtzufinden. Ohne das Erkennen von Mustern wäre ein Vorhersagen von zukünftigen Ereignissen nach einem Schema schlicht nicht möglich.

Gleichzeitig müsste auch die Einordnung in die Muster bzw. die Zuordnung von ähnlichen Vorgängen zu bestimmten Mustern möglich sein. Um so schneller man erkennt, dass man in einer bestimmten Situation auch so reagieren kann, wie es zu einer anderen Situation gepasst hätte, um so schneller kann man angemessen reagieren. Das gilt natürlich auch für das Erkennen, dass eine bestimmte Situation nicht zu einem Muster passt und eine Ausnahme zu bilden ist.

Dabei können wir diese Muster nicht nur durch eigenes Erleben, sondern auch durch Erzählungen oder das Lesen der Erfahrungen Anderer lernen.

Das würde zunächst einmal bedeuten, dass Vorurteile und Stereotype nicht vermeidbar sind und das diese insbesondere dann entstehen, wenn sie durch die Mustererkennung bestätigt werden. Es würde also nicht verwundern, dass Stereotype und Vorurteile häufig einen gewissen wahren Kern haben.

Ein tatsächlich poststrukturalistischer Zustand wird damit für Menschen nicht zu erreichen sein. Wir brauchen und entwickeln immer Strukturen, Muster etc, weil wir sie brauchen um anhand dieser Vermutungen über die Zukunft anstellen zu können.

Es wäre auch zu vermuten, dass wir offensichtlich falsche Muster erkennen, so dass es nicht so einfach ist, uns falsche Muster einzugeben, wenn diese nicht durch „höhere Glaubenssätze“ wie eine Ideologie oder Religion in ein übergeordnetes Muster eingeordnet sind, dass schwerer aufzubrechen ist, weil es mit vielen anderen Mustern verbunden ist.

Aufklärung und wissenschaftliches Arbeiten würde demnach ein Denken fördern in dem Wissen hinterfragt wird, ideologische Einordnungen würden dies hingegen erschweren.

Das erklärt vielleicht auch, warum man von einem falschen Grundmuster schlecht wegkommt, wenn es zumindest einigermaßen passt. Hat man beispielsweise als Grundmuster den Kampf der Gruppe Mann gegen die Gruppe Frau im Macht akzeptiert, dann reagiert die Mustererkennung auf Machtsignale, die es in das bestehende Muster einordnen will. Solange diese Einordnung möglich ist wird diese Denkweise immer weiter ausgebaut.

Das macht aber nicht alle Vorstellungen lernbar. Wenn bestimmte Reaktionsmuster oder Reaktionen durch andere Bereiche beeinflusst sind, zB die Reaktion auf Attraktivitätsmerkmale mit Interesse und Erregung , dann muss dies nicht unbedingt durch andere Punkte überspielbar sein.

2. Bodymap

Bewegungen wären nach dieser Theorie auch nur das Aufrufen bestimmter Muster, also das mentale Abrufen des Bildes, wie man etwas macht zB aufgrund einer bestimmten Vorhersage, dass dann in untergeordneten Prozeduren in bestimmte Bewegungsmuster umgesetzt wird. Das würde erklären, warum wir mitunter aus Gewohnheit bestimmte Sachen machen, weil wir sie gewohnt sind: Das Gehirn hangelt sich die Vorsagenkette entlang und setzt sie in Bewegungsimpulse um, weil wir die Kette nicht durch andere Ziele unterbrechen.

Um diese Bewegungen ausführen zu können muss das Gehirn zunächst wissen, welche Körperteile es überhaupt gibt. Es muss also anhand der vorhandenen Leitungen und Nervenbahnen ein Muster des Körpers anlegen, welches dem Gehirn erklärt, was für Körperteile eigentlich vorhanden sind.

Das Gehirn ist in gewisser Weise von der Aussenwelt abgeschnitten, es kann nur in dem Gehirn eingehende Daten verwerten und sich hieraus ein Muster bzw. einen Plan errechnen.

Verliert man beispielsweise einen Arm, dann wird dieser Plan anscheinend nicht vollständig nach zB optischen Daten aktualisiert, sondern es werden anscheinend die noch vorhanden Daten zumindest teilweise beibehalten, weswegen man Phantomschmerzen in einem nicht mehr vorhandenen Arm haben kann.

Ist der Plan falsch angelegt oder wird zB durch eine Schädelverletzung beschädigt, dann kann es zB sein, dass der Arm in dem Bodyplan nicht mehr vorhanden ist und als Fremdkörper wahrgenommen wird („Alien Hand Syndrom„).

Interessant könnte es sein, diese Theorie mit Transsexualität abzugleichen: Dass auch Transsexuelle das Gefühl kennen im falschen Körper zu stecken könnte darauf hindeuten, dass der Körper die ursprüngliche Bodymap nach genetischen/hormonellen Vorgaben erstellt und nicht rein aus den eingehenden Signalen herausfiltert. Transsexuelle würden dann teilweise eine falsche Bodymap haben und zB am Penis eine Art  Alien Hand Syndrom erleben bzw das Gefühl haben, dass da etwas sein sollte, was nicht da ist.

110 Gedanken zu “Überlegungen zu „Jeff Hawkins / Sandra Blakeslee: On Intelligence“

  1. Deine Ausführungen bezüglich Transsexualität erscheinen mir sehr unwahrscheinlich. Es handelt sich dort wohl um ein psychisches Unwohlsein, nicht um eine falsche Körpermap. Die Leute können also alles klar koordinieren etc., sind auf der Höhe, aber mögen ihren Körper nicht.

    Für mich eine Folge von sexuellem Mißbrauch in der Kindheit. Das Kind lernt hier, seinen Körper zu hassen und als schuldhaft zu erleben, sodaß die Sehnsucht entsteht, bloß ein anderes Geschlecht haben zu können, um dem Mißbrauch zu entfliehen.

    So, jetzt darf mich jeder auslachen für meine Ansichten. Immer schön weiter dummstellen. Es geht doch nichts über eine ausgeprägte Abwehr und ein Leugnen jedweder psychischer Zusammenhänge. Es ist schließlich alles physisch bedingt.

    Laßt uns schön weiter zwanghaft nach physisch-materiellen Ursachen suchen. Das ist gewiß „angenehmer“.

    Wie im Fall der Homosexualität wird es auch bezüglich der Transsexualität noch Jahrzehnte dauern, bis langsam das Offensichtliche zur Kenntnis genommen wird. Ihr dürft jetzt schon daran teilhaben.

    Wir leben noch in einer Art psychischem Mittelalter. Aber jeder kann selbst etwas dagegen tun. 😉

    • Menschen mit solchen Theorien wurden meist in der Kindheit selbst missbraucht und versuchen dadurch sich selbst aufzuwerten („Ich bin trotz missbrauch „normal“ geblieben“) und gleichzeitig durch Projektion ihren eigenen Missbrauch als gesellschaftliches Problem zu thematisieren und aufzuarbeiten.

      ….. eigentlich habe ich das grade erfunden, aber ist ziemlich doof wenn jemand mit Küchenpsychologie versucht ein Verhalten zu pathologisieren und einem was unterstellt was nicht stattgefunden hat, oder?

      • „Du meinst ja offenbar ähnlich genau wie ich bescheid zu wissen.“
        Genau, nämlich gar nicht. Ich weiß nicht ob du missbraucht wurdest, denn obwohl ich mir auf die schnelle eine recht schlüssig klingende Theorie dazu aus den Fingern gesaugt habe gibt es noch ungefähr 100 andere Gründe warum du auf so merkwürdige Theorien gekommen sein könntest. Aber im Gegensatz zur Homosexualität, die keinem schadet und wo entsprechend kein Bedarf besteht daran herumzupathologisieren, bieten deine verqueeren Ansichten durchaus Schadenspotential. Man erinnere nur an Zeiten in denen Homosexualität „behandelt“ wurde aufgrund solcher pathologisierungen.

      • Lies meinen Kommentar noch einmal und versuche, ihn zu verstehen.

        Rauchen innerhalb der eigenen vier Wände schadet auch „niemandem“. Eine Depression auch nicht.

        Du bist sehr naiv.

        Ein Bewußtsein für das eigene Unwissen ist immer hilfreich und hilft, selbiges zu vermindern.

        • Wenn du mir jetzt noch aufzeigst wie Homosexualität physisch oder psychisch schadet kriegst du nen Keks.

          Das Beispiel mit der Depression ist ganz gut wenn man das Stimmungstief weg lässt, die Antriebslosigkeit, die Schlafstörungen, das geringe Selbstwertgefühl, die Suizidgedanken…. und statt dessen durch einvernehmlichen, befriedigenden Geschlechtsverkehr mit einem Partner den man scharf findet ersetzt.

        • Homo-„Sexualität“ ist kein Geschlechtsverkehr, sondern ein Geschlechts-Ausscheidungsorgan-Verkehr.

          Informiere dich bitte selbst über die zahlreichen pathologischen Qualitäten eines homosexuellen Lebensstils. Das Problem scheint hier bei deinem mangelnden Informationswillen zu liegen.

          Es ist allgemein bekannt, daß Homosexuelle in vielen Bereichen deutlich mehr von Problemen betroffen sind.

          Ihr könnt euch ja noch ein paar Jahrzehnte selbst blenden, indem ihr diese Erscheinungen auf „Homophobie“ oder „Heteronormativität“ zurückführt.

          Möglicherweise gibt es hierfür aber ganz andere Gründe.

          Ich bin erschüttert über die Angst auf diesem Blog, sich mit unerwünschten Erklärungsperspektiven auseinanderzusetzen.

          Dieses Duckmäusertum und diese Verlogenheit erinnern mich an das Verhalten vieler Menschen in totalitären Systemen.

        • @ Christian

          „Und? Ich mag auch Analverkehr, Oralverkehr
          und noch einige andere Praktiken, die keinen
          direkten Kontakt der beiden Geschlechtsorgane
          erfordern. Warum sollte das schlimm sein?

          Da ich davon ausgehe, das du mit
          anderen Praktiken hier nicht den
          Bereich BDSM meinst und ich auch
          nicht davon ausgehe dass du ein
          Liebhaber von Natursekt und Kaviar
          bist, bleibt eigentlich nur
          Ass to mouth.
          Könnte ja sein ,dass ich noch
          etwas verpasst habe, man lernt
          ja auch auf diesem Gebiet nie aus.

        • @Kirk Duckmäusertum wäre es, wenn ich Homosexualität doof fände und das nicht zugeben würde – aber stell dir vor, mir ists völlig egal was andere Leute so im Bett treiben. Dieses zwanghafte darüber nachdenken wie andere Leute es wohl so treiben und warum erscheint mir wesentlich merkwürdiger als die meisten Sexpraktiken von denen ich bisher gehört habe.
          Wenn du Homosexualität krank findest… vögle nicht mit einem Mann. Einfache Lösung des Problems.
          Aber mal ehrlich, was bringt einen glücklich heterosexuellen Mann dazu, sich derartig intensiv mit der Psyche von Homosexuellen auseinanderzusetzen? Oder gehörst du auch zu den Leuten die Fremde ansprechen um ihnen zu sagen dass Rauchen sie tötet oder Süßigkeiten ungesund sind?^^

        • @ Christian

          „Nun mal nicht so fantasielos. Es bleibt
          zB auch noch “Spanisch”
          (zwischen den Brüsten) oder der
          Handjob.“

          An diese eher beim Vorspiel
          zur Anwendung kommenden
          Varianten, habe ich gar
          nicht mehr gedacht.
          Habe übrigens vor Jahren
          in London von einem
          Working Girl einen lustigen
          Ausdruck für Handjob
          gehört.
          Sie fragte mich: „Shall I
          give you a Handrelive?“
          Eigentlich eine wirklich
          exakte Beschreibung des
          Vorganges.

        • @ Kirk
          „Homo-”Sexualität” ist kein Geschlechtsverkehr, sondern ein Geschlechts-Ausscheidungsorgan-Verkehr.“

          Wie interessant, diese Fixierung auf Analverkehr. Dabei kann Mann mit einem Mann so viel mehr machen. Und dann gibt es ja auch noch Lesben..

          „Ihr könnt euch ja noch ein paar Jahrzehnte selbst blenden, indem ihr diese Erscheinungen auf “Homophobie” oder “Heteronormativität” zurückführt.“

          Wie willst du beurteilen, dass es nicht darauf zurückzuführen ist? Hast Du Erfahrungen aus erster Hand? Weißt Du was es heißt schwul zu sein und in einer heterosexuellen Welt zu leben?

          „Ich bin erschüttert über die Angst auf diesem Blog, sich mit unerwünschten Erklärungsperspektiven auseinanderzusetzen.“

          Wer hat denn hier Angst? Vor wem denn? Vor Adrian und der bösen Homo-Lobby?

          „Dieses Duckmäusertum und diese Verlogenheit erinnern mich an das Verhalten vieler Menschen in totalitären Systemen.“

          Nur weil jemand nicht Deiner Meinung ist, ist dieser kein Duckmäuser.

        • @Kirk:

          Und diese Mischung aus Diven-Attitude
          („Es ist immer wieder ein Grauen, was für ein emotionaler Analphabetismus hier vorzufinden ist.“)

          und Pseudeo-Femisprech
          („Ich bin erschüttert über die Angst auf diesem Blog, …“)
          (ja, so spricht Mama zu den ungezogenen Jungen)

          könnte doch wohl auch die Folge eines frühkindlichen Traumas sein, oder?

        • Nur weil jemand nicht Deiner Meinung ist, ist dieser kein Duckmäuser.

          Die Begründung, warum ich hier jemanden als Duckmäuserin einordne, ist nicht die, daß dieser nicht meiner Meinung ist. Du scheinst irgendwie geistig be****** zu sein, Adrian.

          @Christian

          Geschlechtsverkehr heißt nun mal Geschlechtsverkehr. Da kann ich auch nichts für. Offenbar bist du des Deutschen nicht mächtig.

          Die Sexualität verdankt sich nun mal konstitutiv dem Geschlechtsverkehr. Sonst gäbe es sie gar nicht.

          Daß man sexuelle Erregung auch variieren kann, ist eine andere Frage.

          Man hat hier langsam das Gefühl auf diesem Blog, daß hier ein absolut unterirdisches geistiges Niveau vorherrscht – mit nicht den geringsten Reflexionsfähigkeiten.

          • @Kirk

            „Geschlechtsverkehr heißt nun mal Geschlechtsverkehr“

            Mir ist relativ egal, wie es heißt, solange es denjenigen Spass macht. Selbst wenn du es nicht unter Geschlechtsverkehr einordnen würdest, würde es dadurch nicht unnatürlich werden, sondern eben trotzdem anregend und lustvoll.

            Meinetwegen kannst du es auch unter Sex, poppen, miteinander Spass haben, liebe machen oder es richtig versaut treiben fassen.

            Was ändert es aber daran, dass bei allen die gleichen Hormone und Glücklichmacher ausgeschüttet werden?

        • „Die Begründung, warum ich hier jemanden als Duckmäuserin einordne, ist nicht die, daß dieser nicht meiner Meinung ist. “

          Sondern?

          „Die Sexualität verdankt sich nun mal konstitutiv dem Geschlechtsverkehr. Sonst gäbe es sie gar nicht.“

          Und wer hier stellt das in Frage?

        • „Geschlechtsverkehr heißt nun mal Geschlechtsverkehr. Da kann ich auch nichts für. Offenbar bist du des Deutschen nicht mächtig.“
          Also wenn wir hier schon unserer analen Phase freien Lauf lassen und so richtig schön pedantisch werden: In „Geschlechtsverkehr“ ist ja wohl nicht geregelt wie viele Geschlechtsorgane beteiligt sein müssen oder ob sie direkt miteinander verbunden sein müssen.

        • @all . was kloppt Ihr euch denn schon wieder um … worum gings gerade?

          Off topic: ich habe gerade eine kätzerische Seite über die Wählbarkeit unserer Parteien geschrieben: http://maninthmiddle.blogspot.de/2013/07/bundestagswahl-2013.html
          und bräuchte kurzfristig ein paar kritische Leser, die die Macken finden.
          Verbesserungshinweise entweder hier (wenn Diskussion gewünscht) oder unten auf der Seite (veröffentliche ich dort prinzipiell nicht).

        • @Leszek Wars so offensichtlich dass der Artikel nicht ausschließlich voon kath.net inspiriert wurde sondern auch noch von anderen… Begebenheiten? Oder ist es Zufall dass du ihn hier postest?^^

        • @ erzaehlmirnix

          Ich hatte ganz spontan das Empfinden und die Assoziation, es könne nicht verkehrt sein, ihn hier mal zu posten, ich weiß auch nicht genau warum. 🙂

        • Das Niveau hier ist sehr traurig.

          Man hat offenbar noch nicht einmal den Schneid, Irrtümer einzugestehen.

          Das Wort „Geschlechtsverkehr“ bedeutet – wie jeder Voll***** leicht ersehen kann – „Verkehr der primären Geschlechtsorgane“.

          Deutschland ist wirklich intellektuell am verrecken. Was soll das Wort sonst bedeuten? Wollt Ihr euch hier möglichst dumm darstellen?

          Geschlechtsverkehr bedeutet ursprünglich einzig und allein den Koitus von Mann und Frau, von Penis und Vagina.

          Was Homosexuelle tun ist eine Notbehelfslösung und wird aufgrund des Zeitgeists euphemisiert bzw. „gleichgestellt“.

          @Leszek: Ich moralisiere nirgends. Ich lege lediglich Dummheit offen.

          Ihr seid schon ein trauriger Haufen.

          Mal sehen, wie der Laden hier weitergeht.

          • @James

            „Geschlechtsverkehr bedeutet ursprünglich einzig und allein den Koitus von Mann und Frau, von Penis und Vagina.“

            Wann genau ist das Wort Geschlechtsverkehr denn entstanden?
            Und warum darf dieses Wort gerade regeln, was richtig und gut ist?

            Bist du unter die Poststrukturalisten gegangen? Das Wort formt die Wirklichkeit?

        • „Was Homosexuelle tun ist eine Notbehelfslösung“

          Nur für einen Hetero, der seine Sexualität als allein seligmachend betrachtet (oder eine Klemmschwester)
          Für mich ist es keine Notbehelfslösung, sondern die für mich einzig stimmige Form von Sex und Liebe.

        • (editiert: Bitte höflich bleiben)

          (editiert: Bitte höflich bleiben), wenn du und andere immer wieder unterstellen, ich würde gute und schlechte Sexualität bestimmen oder moralische Urteile fällen.

          Das einzige, was ich tat, war, eine deskriptive Aussage darüber zu tätigen, was Geschlechtsverkehr ist. Logischerweise können nur die beiden Geschlechtsorgane Penis und Vagina miteinander „verkehren“. Ein Arschloch ist kein Geschlechtsorgan.

          (editiert: Bitte höflich bleiben)

          • @James

            „Das einzige, was ich tat, war, eine deskriptive Aussage darüber zu tätigen, was Geschlechtsverkehr ist“

            Ich halte bereits deine Auslegung für wenig überzeugend, sie hat etwas clintoneskes. Umgangssprachlich hat sich die Bedeutung recht unproblematisch gewandelt würde ich sagen. Und das Sprache nicht nur nach dem Wortlaut auszulegen ist, sondern nach der Bedeutung zur jeweiligen Zeit hast du eben nicht bedacht.

            Ist es denn „Sex“?
            Und was folgt aus deiner deskriptiven Aussage?

        • „Ein Arschloch ist kein Geschlechtsorgan.“

          Aber es gehört zu einem Geschlecht dazu. Und ein Penis ist ein Geschlechtsorgan. Und zwei Penisse passen gut zusammen.

          Aber von mir aus, such Dir halt nen anderen Begriff für Sex zwischen den gleichen Geschlechtern. Das wird aber nichts an der moralischen Qualität dieses Sex‘ ändern.

        • Und was folgt aus deiner deskriptiven Aussage?

          Daß ich jegliche andere Form von Sexualität verbieten möchte, als Sünde ansehe und ihre Praktiker standrechtlich erschießen lassen möchte.

          (editiert: Bitte höflich bleiben)

          • @James

            „Daß ich jegliche andere Form von Sexualität verbieten möchte, als Sünde ansehe und ihre Praktiker standrechtlich erschießen lassen möchte.“

            Dass du etwas gegen Homosexualität hast ist ja recht offensichtlich.
            Aber das ist ja schon einmal etwas: Aus deiner deskriptiven Aussage folgt gar nichts. Darauf scheinen wir uns ja einigen zu können

    • Mich würde ja mal interessieren, was Deiner Meinung nach das Spezifikum des Missbrauchs ist, der einige Menschen trans- und andere homosexuell macht. Es besteht ja immerhin ein Unterschied zwischen beiden.

      • Stell dich nicht dumm. Wir reden hier nicht über eine Klospülung, sondern über letztlich seelische Mißhandlungen, die auf verschiedenste Weisen symbolisch inszeniert werden können.

        Es ist immer wieder ein Grauen, was für ein emotionaler Analphabetismus hier vorzufinden ist.

        • Die Frage wäre, warum sie in einer derartig stabilen Art und Weise „symbolisch inszeniert“ werden. Warum übertreffen Homosexuelle die Transsexuellen zahlenmäßig? Was sind die Mechanismen, die jemanden etwas symbolisch auf die eine oder die andere Art inszenieren lassen? Und was „inszeniert“ man mit Homo- oder Transsexualität überhaupt?

        • Könnte man einen erlebten Mißbrauch auch symbolisch inszenieren indem man immer wieder vorgeblich allgemein gehalten darüber spricht und sich obszessiv mit einer vermeintlichen Opfergruppe auseinandersetzt?
          Damit man sich zwar mit Mißbrauch auseinandersetzen kann, ohne an die eigenen (zu schmerzhaften und verdrängten) trauatischen Erlebnisse erinnern zu müssen?
          Wäre das theoretisch möglich?

        • Was mich brennend interessieren würde: Wie muss ein Fall geartet sein, damit ein Missbrauchsopfer homosexuell wird OHNE!!! das man die Ursache in einem Trauma verortet?

          Wie, bitte sag mir wie??????

          DAS EBEN KANNST DU NICHT!!!!!

        • Ich würde dieses Hickhack sehr vermissen und freue mich immer wieder wenn der James und der Adrian in liebevoller Umarmung rumgranteln.

          Viel Spaß ihr beiden!
          Ja, schmutzige Wörter, jajaja.

      • Entschuldige bitte Kirk. Würdest du mir bitte eine Fallanalyse schildern, in der ein Missbrauchsopfer homosexuell wird ohne dass die Ursache in dem Missbrauch verortet wäre. Wie würde ein solcher Fall aussehen?

        • @ Kirk

          Schade dass du mir nicht geantwortet hast, trotzdem ich mich entschuldigt habe. Als Psychologe hätte es mich brennend interessiert inwiefern ein solcher Fall überhaupt in dem tiefenpsychologischen, psychoanalytischen Paradigma möglich ist. Meiner Meinung nach verursacht die TP und PA eben das Ausblenden von gesellschaftlicher Verantwortung und Systemkritik.

      • Ich werde mich damit auseinandersetzen. Ich hoffe, dir ist klar, daß psychische Verletzungen von traumatischer Dimension auch physische Folgeerscheinungen haben können.

        Das scheint ein grundsätzlicher Haken in deinem und allgemein im westlichen Weltbild zu sein.

        Nicht nur das. Du scheinst auch nicht das geringste Interesse zu haben, dich auf diesem Gebiet fortzubilden und deinen Horizont zu erweitern. Gilt für die anderen auch.

        • @ Kirk

          *Du scheinst auch nicht das geringste Interesse zu haben, dich auf diesem Gebiet fortzubilden … *

          Kirkisch:fortzubildung > Dummdeutsch: dich zu meinem Glauben zu bekehren.

        • @James

          „Ich hoffe, dir ist klar, daß psychische Verletzungen von traumatischer Dimension auch physische Folgeerscheinungen haben können“

          Dann müssen einige dieser Mißbräuche aber im Mutterleib stattgefunden haben. Der pränatale Testosteronspiegel spielt ja anscheinend eine große Rolle.

        • Was heißt einige?

          Wieviel Prozent sind das denn?

          Da wären wir schon bei einem Grundproblem der materialistischen Ansätze.

          Diese Häufigkeitsdimension ist z.B. auch interessant in bezug auf Homosexualität. Differiert z.B. die Häufigkeit bei getrennt und zusammen lebenden Zwillingen? Dies würde die naturalisierenden Ansichten infrage stellen. Ich vermute mal, daß du da wenig Erkenntnisinteresse hast. (Stichwort Falsifikation)

          Das sind die Punkte, denen ich mich dezidiert widmen würde.

          Man hat es eben häufig mit oberflächlichen „Schau mal, es ist bewiesen“-Begründungen zu tun. Ähnlich wie mit den Tiervergleichen. Das ist wirklich ein Trauerspiel.

          Da kommt eben die Gesellschaftskritik ins Spiel. Mit selbiger kann man erkennen, daß es ein Bedürfnis nach Legitimierung und Naturalisierung der Homosexualität gibt – verknüpft mit den Zielen der Toleranz und Gleichberechtigung.

          Sorry, aber das kann man selbst mit Sonderschulabschluß erkennen.

        • Ich will dir nicht auf die Backe hauen. Mich würden ernsthaft deine Gedanken zu meinen Einwänden interessieren. Es geht ja um grundlegende falsifizierende Perspektiven, die auch dich interessieren müßten.

          Warum sollte ich eine biologische Festlegung der Sexualität ablehnen? Ich halte nur die Begründungen hinsichtlich der „Homosexualität“ für sehr spekulativ.

          Du kennst z.B. die Zwillingsstudien. Gibt es Abweichungen in der Art, wie ich sie ansprach? Die gleiche Figur müßte man auf die Brüderliche Geburtenreihenfolge anwenden.

          Dann müßte man schauen, wann eigentlich die Zwillinge oder Brüder getrennt werden. Und warum dies geschah. Und ob es auch hier entsprechende Effekte gibt. Auch dies würde eine gewisse Erschütterung bedeuten.

          Das ist Falsifikation, Christian. Ein bedingungsloses Hinterfragen und Ausleuchten einer Erklärungsmöglichkeit – ohne emotionale Bindung an letztere.

          Wenn du recht hast, kann deine präferierte Erklärung dadurch nur gewinnen.

          • @james

            Dann erkläre mal wie DES mit Mißbrauch zusammenhängt:

            Studie 1:
            http://www.springerlink.com/content/u7m0m15u734x7h46/?MUD=MP

            Thirty women aged 17 to 30 years with documented prenatal exposure to the nonsteroidal synthetic estrogen diethylstilbestrol (DES) were compared to thirty women of similar demographic characteristics from the same medical clinic who had a history of abnormal Pap smear findings. A subsample of the DES women were also compared to their DES-unexposed sisters. Sexual orientation in its multiple components was assessed by systematic semistructured interviews. In comparison to both control groups, the DES women showed increased bisexuality and homosexuality. However, about 75% of the DES women were exclusively or nearly exclusively heterosexual. Nonhormonal and hormonal interpretations of these findings are discussed.

            Studie2:
            http://psycnet.apa.org/journals/dev/31/1/12/

            In psychobiological research on sexual orientation, the prenatal hormone theory has a central position. This article examines the hypothesis that prenatal estrogens contribute to the development of human sexual orientation. Several groups of women with a history of prenatal exposure to diethylstilbestrol (DES), a nonsteroidal synthetic estrogen, were compared with several samples of control women in the context of a comprehensive study of the psychiatric and psychologic effects of prenatal DES. Various aspects of sexual orientation were assessed by systematic interview. Consistently across samples, more DES-exposed women than controls were rated as bisexual or homosexual (scores 2–6 on Kinsey-format scales ranging from 0 to 6). The data are compatible with the hypothesis that prenatal estrogens may play a role in the development of human sexual orientation.

            Studie 3:
            http://psycnet.apa.org/journals/bul/101/2/233/

            Following a historical sketch of attempts to explain homosexuality, we review evidence indicating that the process of determining human sexual orientation is fundamentally the same in all mammals. In this process, four phenotypic dimensions of sexuality develop from two more or less distinct sex genotypes. Studies are reviewed that indicate how phenotypic deviations from these two genotypes (called sexual inversions) can occur. The causes of sexual inversions are categorized as genetic-hormonal, pharmacological, maternal stress, immunological, and social experiential. From this evidence, we propose a theory of how the entire spectrum of human sexual orientation (vs. simply homosexuality) is determined

  2. @ Kirk

    *Für mich eine Folge von sexuellem Mißbrauch in der Kindheit.*

    Das ist jetzt wirklich eine Überraschung für mich.

    „Wer nur einen Hammer in seiner Werkzeugkiste hat, für den wird alles zum Nagel.“

      • @ Kirk

        *Dummer Kommentar.*

        Das musst Du mir verzeihen.

        Ich wurde sicher sexuell missbraucht.

        Das hat mich dumm gemacht, kann ich doch nichts für!

      • Man kann ein Trauma aufarbeiten und seine Dummheit überwinden.

        Arzu, der Transvestit aus der Sahra Bar, hat von Somers Krimis noch nie gehört. Arzu ist nicht belesen, nicht geistreich und schon gar nicht selbstbewusst.

        Ihre Geschichte ist so traurig, dass sie für keine Krimi-Komödie taugt, und ihre Kunden interessiert ihre Biografie erst recht nicht. Arzu, die den Jungennamen, den ihr die Eltern gaben, nicht nennen will, wuchs in Alanya am Meer auf. Als Knabe half sie in einer Autowerkstatt aus, als Laufbursche. Sie habe aber immer schon wie ein Mädchen ausgesehen, sagt sie.

        Als das Kind elf war, wurde es in der Werkstatt von einem Arbeiter vergewaltigt. Arzu schwieg, und die Gewalttat wiederholte sich. Arzu war begehrt bei Männern. „Sie fuhren mit mir im Auto ins Gebirge.“ Die Männer „waren nicht homosexuell“, sagt sie, „die wollten schnellen Spaß“. Sex mit Männern wurde für Arzu zur Gewohnheit, viel später zum Lebensunterhalt.

        Arzu arbeitete zwischenzeitlich als Reiseleiter in Alanya, lernte, einen Bus zu fahren. Aber das war nicht das Leben, von dem sie träumte. Sie wollte weg, und sie wollte ein schwules Leben führen. „Aber ohne festen Job ging das am einfachsten mit der Prostitution“, sagt Arzu heute. Seit fast zehn Jahren schafft sie jetzt an.

        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-64949461.html

        • 1. Es müsste erstmal geklärt werden, ob Anzu transsexuell, Transvestit oder schwul ist.

          2. Es wird gesagt, dass man als Mann in der Türkei im Bereich der Prostitution am besten verdient wenn man sich als Frau verkleidet. Was also liegt näher als genau das zu tun wenn man das als Broterwerb braucht?
          Das wäre dann eine finanzielle Abwägung, die nicht unbedingt mit der Geschlechtsidentität zu tun hat.

          3. Wir wissen nicht ob Anzu ein echter richtiger Hetero geworden wäre ohne Vergewaltigungserfahrung. Das setzt du aber scheinbar voraus.

          4. Strenggenommen wissen wir nur, dass er/sie schon früher sehr feminin aussah und nun als Prostituierte arbeitet.
          Von dem Freiergeschlecht kann man aber so oder so keine Rückschlüsse auf sexuelle Orientierung ableiten, denn Prostituierte schlafen nicht mit ihren Freiern weil sie so auf sie stehen, sondern weil das ihr Job ist.

      • Nee, der triffts leider genau.

        Interessant ist aber, ob es Leugnung oder Unkenntnis sind, die verhindern, dass biologische Ursachen psychischer Phänomene zur Kenntnis genommen werden (können).

        Aber sexueller Mißbrauch ist natürlich der absolute Joker…für Transsexualität, Psychopathien, Depressionen, multiple Persönlichkeiten, Marisken und Leseschwäche…

    • Warum muss Transsexualität oder ähnliches immer durch Traumata wie Kindesmissbrauch motiviert sein?

      Könnte es nicht auch anders Motiviert sein?
      Der transsexuell Interessierte neidet die Geschlechterrolle die mit dem anderen Körper verbunden ist?
      Verspricht sich Erfüllung, Macht und Lust in dieser?

      • Das ist doch auch nachvollziehbar.
        Wenn ich ein Mann wäre, aber dummerweise eine Piepsstimme, wenig Muskeln, keinen Bart, aber dafür Brüste und keinen Penis habe und noch dazu alle mich als Frau behandeln und uU sogar gewaltsam dahingehend erziehen, wenn ich mich jungenhaft verhalte (was bei Männern mit weiblicher Identität wohl im schnitt noch heftiger passiert) obwohl ich nicht so empfinde, ist eine gewisse Frustration/Neid doch zu vestehen.
        Besonders wenn man sieht, dass die die zu ihrer Geschlechtsidentität auch den passenden Körper haben nicht so gegängelt werden.

        • Stimmt.

          Also ich hab da ja Selbstversuche gemacht.

          Ich hab mich in Ladyboys reinversetzt. Volles Rohr, mental.

          Also für interessierte Männer: Es war gar nicht schlimm, fast wie echt!

          Die Piepsstimme ist ihnen manchmal eine Oktave tiefer gerutscht, egal. Die Brüste waren gut gemacht, in TH machen ja auch viele unserer Frauen Urlaub und kommen vor lauter Entspannung mit zwei Körbchengrößen mehr zurück, endlich sind sie von diesem sozialen Druck befreit.

          OK, den Penis hatten viele Katoeys noch, obwohl die Antibabypillen nehmen sah der meist gar nicht mal mickrig aus, wurde aber erst mal geschickt versteckt.

          Und aus Erzählungen ziemlich unverantwortlich und planlos die Eltern.
          Haben die erst versucht ihn zu einem Mann zu erziehen, wussten es wohl nicht besser, doch als er dann seinen Eltern eröffnete dass er ein Ladyboy werden will haben sie gesagt: OK, wenn du meinst und haben eine Therapie sträflich Vernachlässigt.

          Schlimm was dieser soziale Druck aus manchen Menschen macht.

    • @Roslin

      Ja, es ist natürlich erst eine Theorie, mal sehen, was die Zukunft bringt.

      Wobei er ja betont, dass sein Modell gerade Computer nicht nachbaut, sondern er sich davon gelöst hat und das Gehirn verstehen will um bessere Computer bauen zu können.

      Dass das Gehirn eine gewisse Arbeitsweise haben muss, die man erforschen kann und verstehen kann, halte ich für logisch. Ob wir sie bereits verstehen können ist eine andere Frage.

      Theorien zu entwickeln scheint mir aber in dem Bereich wichtig, weil man nur so ein großes Bild bekommen kann. Man muss sie natürlich für Kritik offen halten und der jeweiligen neusten Forschung abgleichen

    • Extrem spannend. Denke es wird
      noch längere Zeit dauern bis
      wir verstehen können, wie ein
      Gehirn, von dessen einzelnen
      Elementen wir ja annehmen, dass
      sie nach biochemischen und
      physikalischen Gesetzmässigkeiten
      funktionieren, in ihrer Interaktion
      als Gesamtsystem, Effekte wie
      Selbsterkenntnis hervorbringen
      kann.
      Liegt es nur an der Komplexität
      oder ist da noch etwas, was
      ausserhalb der uns bekannten
      physikalischen Realität liegt?

      • @ Red Pill

        *Liegt es nur an der Komplexität
        oder ist da noch etwas, was
        ausserhalb der uns bekannten
        physikalischen Realität liegt?*

        Wohl erst zu wissen, wenn es tatsächlich gelungen sein wird, ein künstliches Gehirn zu konstruieren, das selbstbewusst ist.

        „Künstliche Intelligenz“ ist ja ein ungeheurer Euphemismus.

        Jede Fruchtfliege übertrifft die Leistungen der avanciertesten künstlich intelligenten Systeme um Längen.

        Obwohl ich vermute, dass die nur deshalb so schwer dressierbar sind, weil sie schlicht zu dumm sind, um dressierbar zu sein.

        Es soll ja auch Frauen geben, die eine Fruchtfliege IQ-mässig überragen.

        Obwohl Tippse z.B. auch nicht dressierbar ist.

        Vielleicht ist die zu klug?

        • PS:

          Ich glaube natürlich, dass da noch etwas anderes ist, ein Geist in der Maschine, der auf unseren Hirnstrukturen „Klavier“ spielt.

          Befinde mich damit in guter Gesellschaft:

          http://de.wikipedia.org/wiki/John_Carew_Eccles

          http://en.wikipedia.org/wiki/How_the_Self_Controls_Its_Brain

          Eccles glaubte, es könne möglich sein, dass ein energie -und masseloser Geist über Quanteneffekte z.B. die Ausschüttung von Neurotransmittern zu steuern in der Lage sei.

        • „Jede Fruchtfliege übertrifft die Leistungen
          der avanciertesten künstlich intelligenten
          Systeme um Längen.“

          Extrem faszinieren mich auch flugfähige
          Kleinstinskten. Gesamtgewicht im
          mg Bereich und ein Fluglage-Stabilisierungs-
          System das sich gewaschen hat.
          Die Anzahl der Neuronen in den Ganglien
          die an dieser Funktionalität beteiligt
          sind gehen nicht in die Milliarden und
          trotzdem sind wir Lichtjahre davon
          entfernt das Ganze 1:1 zu begreifen.

        • „Ich glaube natürlich, dass da noch etwas
          anderes ist, ein Geist in der Maschine,
          der auf unseren Hirnstrukturen “Klavier”
          spielt.“

          Als Agnostiker stehe ich der Idee
          vom Geist sehr kritisch gegenüber.
          Jedoch ausgehend vom heutigen
          Wissensstand kategorisch zu behaupten,
          das kann es niemals geben, wäre
          ziemlich dumm.
          Und wenn es doch so etwas gibt, ist
          für mich eine weitere faszinierende
          Frage ab welchem Zeitpunkt der
          evolutionären Entwicklung setzt
          seine Wirkung ein.
          Oder ist er schon am Werk wenn
          sich aus der Kombination von
          Molekülen erste Lebensformen
          bilden.

        • Extrem faszinieren mich auch flugfähige
          Kleinstinskten. Gesamtgewicht im
          mg Bereich und ein Fluglage-Stabilisierungs-
          System das sich gewaschen hat.

          Insekten sind erstaunliche Geschöpfe in vielerlei Hinsicht!

          Die höchste Beschleunigung bei Insekten vollziehen die Schnellkäfer. Ohne Hilfe der Gliedmaßen erreicht der Schnellkäfer (Athous haemorrhoidalis) eine Sprunghöhe von bis zu 15 cm.
          Mit einer Schnappbewegung, die durch Biegung von Kopf- und Brustteil erzeugt wird, katapultiert er sich in die Höhe. Die entwickelte Beschleunigung entspricht etwa dem 400-fachen der Gravitationskonstanten G.

          Oder Libellen. Faszinierende Flugfähigkeiten!

          Unter Experten gilt der Monarch-Schmetterling als wahrer Langstreckenflieger. Jedes Jahr legen sie zum Überwintern den Weg von Kanada nach Mexiko zurück. Zusammen mit dem Rückflug müssen die Schmetterlinge 7000 Kilometer flattern. Doch diese Leistung verblasst vor den Zugstrecken indischer Libellen. Was die Flugleistung betrifft, stellen indischen Libellen andere Insekten in den Schatten: Sie legen bis zu 18.000 Kilometer zurück: von Südindien über die Malediven und die Seychellen bis Ostafrika – und zurück.

          Oder der Schwarzenegger unter den Tieren, der Nashornkäfer:

          Die Nashornkäfer aus der Unterfamilie der Dynastinae sind im Verhältnis zu ihrer Größe die stärksten Insekten. Diese in den Tropen vorkommenden Käfer sind in der Lage, das 850-fache ihres eigenen Gewichtes auf dem Rücken zu tragen.

          http://www.naturspektrum.de/db/rekorde.php?kla=1?rub=1

        • @ Peter

          Obschon die physischen Leistungen von
          Tieren zum Teil wirklich erstaunlich
          sind, kann man sie physikalisch
          nachvollziehen.
          Erstaunlicher sind für mich die
          neuronalen Leistungen und zwar
          das Meistern komplexer Aufgaben
          mit einem Minimum an Neuronen
          und beschränkter Verarbeitungs-
          Geschwindigkeit.

        • @Roslin

          »Jede Fruchtfliege übertrifft die Leistungen der avanciertesten künstlich intelligenten Systeme um Längen.«

          In vielerlei Hinsicht ist das durchaus richtig. Motorische Kontrolle: Klappt weitgehend nicht.
          Spracherkennung: Ist inzwischen kein reiner Party-Scherz mehr.
          Schrifterkennung: gar nicht mal so schlecht.
          Soll heißen: Es gibt inzwischen Systeme, mit denen man durchaus „intelligent“ schreiben kann. Derzeit häufigste Nutzanwendung: Erfassung des Inhalts von Büchern.

          Und was den Vater aller Dinge angeht:
          http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/x-47b-drohne-glueckt-landung-auf-flugzeugtraeger-a-910546.html
          Was im nächsten Schritt bedeutet, dass die Dinger in absehbarer Zeit autonom einsatzfähig sein werden. Den kein Militär steckt Milliarden von Forschungsgelder in ein System, dass mit einem Störsender für 50 Euro lahmgelegt werden kann.

        • Für mich ergibt sich hier immer die Frage, wie denn eigentlich geist und Materie (b zw. Körper) zusammenhängen sollen, wenn beide etwas völlig verschiedenes sind?

          „The rationalist theory that there is a transformation into physical acts of some purely mental factulty of „Will“ or „Volition“ is therefore a misconception because it mistakenly assumes that a mental act could be and is distinct from a physical act, or even that a mental world could be and is distinct from the physical world. This theory of the separability of mind and body is described by Ryle as „the dogma of the ghost in the machine“. He explains that the workings of the mind as it governs the body are neither an independent nor a distinct mechanism, that there is no entity called „Mind“ inside a mechanical apparatus called „the body“, but that the workings of the mind may be better conceptualized as the actions of the body.“

          http://en.wikipedia.org/wiki/The_Concept_of_Mind#Ryle.27s_Critique_of_Cartesian_Dualism

          Schon Descartes vermochte ja nicht zu erklären, wie die denkende Substanz mit der ausgedehnten Substanz zusammenhängen soll und kam dann darauf, dass die Zirbeldrüse im Gehirn irgendwie diese Funktion erfüllt.

      • „ausserhalb der uns bekannten physikalischen Realität“

        Das ist zweifelsohne der Fall, da wir Bewußtsein nur in dessen Entäußerung kenn – nicht aber im Substrat.
        Bewußtsein ist eben ein Begriff – aber keine körperlich greifbare Substanz , wie Auto, zeitung usw. als solche ja nicht physisch existieren.

      • *Liegt es nur an der Komplexität
        oder ist da noch etwas, was
        ausserhalb der uns bekannten
        physikalischen Realität liegt?*

        Illusionen liegen auch außerhalb der physischen Realität.

        • „Illusionen liegen auch außerhalb der
          physischen Realität.“

          Mein Kunstlehrer am Gymnasium hat
          immer gesagt: Unser Leben ist nur
          eine optische Täuschung.

    • @ Adrian

      Du kannst bis 3 zählen?

      Obwohl Kirk weiß, dass Du sexuell missbraucht wurdest?

      Ich kann das nicht.

      Ich wurde bestimmt sexuell missbraucht.

      Hat mich nur dumm gemacht, kann deshalb nicht bis 3 zählen, hasse darum auch Frauen (außer einer), Männer eigentlich auch (außer einem 🙂 ), muss obendrein an die Heilige Dreifaltigkeit glauben.

      Nur, um mich nicht an meinen sexuellen Missbrauch erinnern zu müssen.

      Erinnterte ich mich, könnte ich vielleicht sogar bis 4 zählen, wäre schwul und Atheist.

      Ganz bestimmt.

        • @ Adrian

          *Ist die “3″ nicht ledigliche eine gesellschaftliche Konstruktion? Vielleicht ist meine 3 ja Deine 2?*

          Ja, Du als Opfer darfst so denken. Du hast ja Defma.

          Ich nur Deppma.

        • @ Adrian

          *Ich hab Definitionsmacht? Cool! Allerdings bin ich immer noch männlich und penetriere…*

          Als Schwuler gehörst Du zu den anerkannten Opfergruppen mit Defma (nur weiße Heteromänner haben keine Defma bzw. weil sie die bisher ausschließlich hatten, müssen sie jetzt das Maul halten).

          Natürlich stehen noch einige in der Opferhierarchie über Dir.

          Aber Du gehörst schon zum Opferdel, der den Täteradel in dekadenten Systemen ablöst.

          Optimal wäre es, wenn Du eine farbige, einbeinige Lesbe wärst mit sehr viel Übergewicht im Rollstuhl.

          Dann stündest Du ganz , GAAAANZ weit oben mit Deiner Defma.

          Mehr Opfer geht kaum noch.

          Aber das kann man sich ja nicht aussuchen.

          Mach also das beste draus.

        • @ roslin

          Karrierefördernd wäre es, wenn die einbeinige schwarze adipöse Lesbe im Rollstuhl auch eine Muslimin wäre…das qualifizierte sie ad hoc für ein MinisterInnen-Amt.

        • @Adrian

          »Ist die “3″ nicht ledigliche eine gesellschaftliche Konstruktion?«

          Kommt darauf an. Das Symbol „3“ ist eine gesellschaftliche Konvention. Die zahlentheoretisch dritte natürliche Zahl ist für Alle (und Allinnen) objektiv äquivalent.

        • „Aber Du gehörst schon zum Opferdel, der den Täteradel in dekadenten Systemen ablöst.“

          Nur keinen Neid. Mein „Opferstatus“ hilft mir im wahren Leben nicht wirklich.

  3. Das stimmt nicht. Homos stehen auch sehr stark auf der Täterseite, zumindest im Weltbild vieler Leute.
    Selbst hier ist das nicht alles so friedlich wie suggeriert wird.

  4. Borat, sind Katoeis (?) normal in die Gesellschaft integriert oder haben sie einen im negativen Sinne gesellschaftlichen Sonderstatus wie es im Beispiel der TV-Prostituierten in der Türkei dargestellt wurde?

    • Die sind normal integriert, gelten als Frau so wie sie es auch wollen.
      Als „besondere“ Frau. Man nimmt es mit Humor, dort.
      Gerne erzählt man den Witz mit den 3 Toiletten: Für Männer, Frauen und das dazwischen.

      Wenn ein 2-Meter Katoey deinen schweren Koffer in den Gepäckladeraum wuchtet (selbst erlebt), _sie_ ist eine wunderschöne Lady und wenn du was dagegen sagst bist du sehr unhöflich.

      „Sie“ ist zu respektieren, man darf es evtl. auch ansprechen, aber man muss höflich bleiben und das „besondere“ Geschlecht achten, Geringschätzung oder dem Ladyboy deswegen ein schlechtes Gefühl machen ist sehr unhöflich.

      Man könnte also meinen „Zwischengeschlechtliche“ oder was auch immer man dazu sagt sind dort gut integriert.

      Tomboys soll es auch eine Menge dort geben, das fiel mir noch nicht so stark auf, warum auch immer.

      Was Ladyboys angeht habe ich den Eindruck die wollen mindestens so „begehrt“ und attraktiv wie eine Frau sein und dann noch einen draufsetzen.
      Das ist evtl. mit männlicherer Aggressivität und Entschlossenheit gepaart.

      Das ändert alles nichts daran dass der „Ladyboywerdung“ ein psychisches Problem zugrunde liegt mit dem der Ladyboy mehr oder weniger zu kämpfen hat.

      Gut, letzenendes haben wir alle psychische Probleme mit denen wir mehr oder weniger zu kämpfen haben.

      • Die scheinen es auch in Thailand nicht so leicht zu haben.

        „Was Ladyboys angeht habe ich den Eindruck die wollen mindestens so “begehrt” und attraktiv wie eine Frau sein und dann noch einen draufsetzen.“

        Du meinst sicher die, die in Shows auftreten.

        Soweit es sich um Transsexuelle handelt, die eigentlich ein normales Leben wollen, dürften die Probleme ähnlich sein wie hier. Ein authentisch weibliches Erscheinungsbild lässt sich doch nur erreichen, wenn man die Pubertät hormonell unterbindet. Dürfte schon schwierig werden, wenn die Eltern dies ablehenen oder sich nicht das nötige Wissen aneignen, von Ärzten nicht kompetent beraten werden, die Kosten nicht von der Allgemeinheit getragen werden.

        „Geringschätzung oder dem Ladyboy deswegen ein schlechtes Gefühl machen ist sehr unhöflich.“

        Klar, wenn ich jemandem meine Geringschätzung offen zeige, gilt das als unhöflich. Daraus lässt sich aber noch keine vollständige gesellschaftliche Anerkennung ableiten.

        • Ja, wie ich schon sagte, am Ende liegt dem ein psychisches Problem zugrunde.

          Witzigerweise versucht ein Mann es zu kompensieren in dem er in die Frauenrolle schlüpft, wo doch bei uns der Glaube herrscht Frau zu sein im Patriarchat und dann noch in so einem unterentwickelten Land ist die Hölle.

          Thailand muss ein Top-Emanzipiertes Land sein.
          Deckt sich auch mit meinen Beobachtungen. Viele Frauen auf dem Bau und in der Straßenreinigung, die schaffen da auch gut was weg.

          Sehen auch gar nicht mal aus wie Mannweiber oder Wallküren, eher wie Familienmuttis oder Angehende.

          Wenn dich das irgendwie anmacht – kann man ja nie wissen – und du karitative Therapien und Seelsorge für Ladyboys in Bangkok machen willst, Patienten hättest du genug.

          Es wäre dann voll OK Männer zu streicheln und zu trösten, hab ich quasi ansatzweise auch gemacht.

          Viele sind ja ungefragte Therapeuten, ich in solchen Fällen der schweigende Therapeut.

          Da ich jetzt in meinem „falschen“ (oder gefälschten?) Leben (aber natürlich nicht bei unseren besten Frauen der Welt) nicht unbedingt den Typ raushängen lasse der auf jede winzige Schwäche Anderer draufspringt und diese unermesslich aufbläst um sich selbst aufzuwerten bekomme ich halt auch öfter mal solche Einblicke.

          Obwohl der „Bedarf“ quasi direkt an mich herangetragen wurde zog ich mich feige mit Geld aus der Affähre. Ist aber echt ein vergleichsweise preiswertes Abenteuer und Lebenserfahrung.

          Mit zunehmendem Alter wird es eben hart für die Ladyboys, wie auch für Frauen, von der Gunst und körperlichen Attraktivität auf Männer zu leben.

  5. @Christian

    Jeff Hawkins scheint davon auszugehen, dass alle Muster direkt im Wege eines Lernprozesses im Neokortex erkannt werden und es keine “Festverdrahtungen” gibt. Das erscheint mir unwahrscheinlich, schon bei der Sprache gibt es gute Argumente dafür, dass die Mustererkennung eine gewisse Unterstützung bekommt und das scheint mir auch die Erkenntnis, dass man solche Muster dennoch lernen muss, die Muster hier zuordnen und ausfüllen muss, nicht zu beeinträchtigen.

    Gerade Sprache hat m.E. eine sehr stark erlernte Komponente.
    Die Vielzahl der Sprachen und Grammatiken bei gleichzeitiger maximaler Andersartigkeit sollte bei hoher „Festverdrahtung“ eigentlich dazu führen, dass ein Erlernen nicht möglich ist.
    Und das obwohl die am Sprechen beteiligten kognitiven Prozesse sehr schnell ablaufen müssen.

    Selbst in räumlicher Nähe, wie in Europa, sind bspw. Ungarisch und Deutsch unglaublich verschieden. Von Sprachen über Kontinente hinweg ganz zu schweigen.
    Trotzdem gibt es Leute, die anderswo geboren sind und dann hier aufwachsen und Deutsch als Muttersprache sprechen, auch mit einem regionalen Dialekt (Schwäbisch, Bayrisch…).
    Bei starker genetischer Abhängigkeit wäre das so nicht möglich.

    Auch wenn man jetzt sagt, dass es dann eben eine starke „Kalibrierung“ gibt. Irgendwann ist der Übergang von „komplett erlernt“ und „stark kalibriert“ fließend.

    Und wie wären dann Leute einzuordnen, die beide Sprachen perfekt sprechen? Kalibrieren sie sich dann immer kurzfristig um oder ist ein „mentaler Zustand“ dann mehrfach verdrahtet?

    Ich habe mal einen Ungarn kennengelernt, der perfekt Deutsch sprach und ich ohne die Hintergrundinfo nie im Leben darauf gekommen wäre, dass er „Migrationshintergrund“ hat. Als ich ihn verblüfft fragte, in welcher Sprache er denn denkt,
    hat er gesagt, dass das meist non-verbal abläuft 🙂
    Aber wahrscheinlich ging ihm meine Fragerei dazu nur auf den Keks.

    • Also nochmal, da sich die Leute anscheinend lieber ausufernd mit Kirks Schwulentheorie beschäftigen als mit Fragen, die zum Beitrag passen:

      1.) Verschiedene Sprachen, unterschiedlichster Ausprägung können von verschiedenen Individuen gelernt werden.

      => Spricht gegen Kalibrierung und fest determinierte Sprachverarbeitung
      (Gegenbeispiele gibt es genug)

      2.) Auch Vorgänge die einer großen Verinnerlichung bedürfen, die schnell ablaufen müssen, sind erlernbar.

      3.) These: Mentale Zustände und Sprache sind auf verschiedenen Ebenen repräsentiert. („Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.“)

      • @Gedankenwerk

        „1.) Verschiedene Sprachen, unterschiedlichster Ausprägung können von verschiedenen Individuen gelernt werden.“

        Dafür sprechen aber Pidgin und Creolesprachen:

        https://allesevolution.wordpress.com/2012/03/01/die-biologie-der-sprache-pidgin-und-kreolsprachen/

        When speakers of different languages have to communicate to carry out practical tasks but do not have the opportunity to learn one another’s languages, they develop a makeshift jargon called a pidgin. Pidgins are choppy strings of words borrowed from the language of the colonizers or plantation owners, highly variable in order and with little in the way of grammar. Sometimes a pidgin can become a lingua franca and gradually increase in complexity over decades, as in the “Pidgin English” of the modern South Pacific. (Prince Philip was delighted to learn on a visit to New Guinea that he is referred to in that language as fella belong Mrs. Queen.) But the linguist Derek Bickerton has presented evidence that in many cases a pidgin can be transmuted into a full complex language in one fell swoop: all it takes is for a group of children to be exposed to the pidgin at the age when they acquire their mother tongue. That happened, Bickerton has argued, when children were isolated from their parents and were tended collectively by a worker who spoke to them in the pidgin. Not content to reproduce the fragmentary word strings, the children injected grammatical complexity where none existed before, resulting in a brand-new, richly expressive language. The language that results when children make a pidgin their native tongue is called a creole.

        Ein Stichwort dazu ist auch „Universalgrammatik“:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Universalgrammatik

        ie Universalgrammatik (UG) ist eine in manchen Theorien der Linguistik grundlegende Annahme, die postuliert, dass alle (menschlichen) Sprachen gemeinsamen grammatischen Prinzipien folgen und dass diese Prinzipien allen Menschen angeboren sind. Noam Chomsky ist einer der Begründer und berühmtesten Vertreter der Annahme der Universalgrammatik. Der Begriff Universalgrammatik ist strikt von der Universalienforschung abzugrenzen.
        Im Rahmen der Generativen Transformationsgrammatik ging man dabei lange Zeit davon aus, dass die Universalgrammatik lediglich aus einer Reihe von Regeln bestehe, die es Kindern ermöglichten, während des Spracherwerbs anhand des ihnen zur Verfügung stehenden sprachlichen Inputs Hypothesen über mögliche zugrunde liegende Grammatiken zu entwerfen und diese zu evaluieren (siehe auch Language Acquisition Device). Diese Sichtweise wurde aber im Zuge der Entwicklung der sogenannten Prinzipien-und-Parameter-Theorie[1] aufgegeben; deren Grundannahme ist im Wesentlichen, dass allen natürlichen Sprachen dieselben grammatischen Regeln zugrunde liegen. Im Spracherwerb müssen so nicht mehr die einer Sprache zugrunde liegenden grammatischen Prinzipien selbst erlernt werden (denn die sind immer gleich und das Wissen darüber ist angeboren), sondern es muss nur noch die Ausprägung bestimmter sprachlicher Parameter (z. B. Head-first versus Head-last) erkannt werden. In neueren Syntaxtheorien wird darüber hinaus meist davon ausgegangen, dass sprachliche Variation komplett auf das Lexikon beschränkt ist – grammatische Parameter betreffen also nur die Eigenschaften funktionaler lexikalischer Elemente, und Spracherwerb insgesamt kann auf Lexikonerwerb reduziert werden.[2] Chomsky spricht nun auch davon, dass der Kern der menschlichen Sprachfähigkeit nur die Rekursion enthält, da dies die einzige (mit Sprache verbundene) Fähigkeit sei, die nur der Mensch besäße (Sprachfähigkeit im engeren Sinne). Die Sprachfähigkeit im weiteren Sinne umfasst dann z. B. das sensorisch-motorische System, das unter anderem den Sprechapparat umfasst.[3]

        • @Christian

          So richtig überzeugt mich das nicht.
          Dass es irgendwo einen kleinsten gemeinsamen Nenner oder rudimentäre biologische Unterstützung bei der Sprachverarbeitung gibt, meinetwegen.
          Nur das allein befähigt noch nicht zur Sprache.
          Das meiste dürfte dabei angelernt sein.

  6. This article examines Nietzsche’s analysis of the phenomenology of agent causation. Sense of agent causation, our sense of self-efficacy, is tenacious because it originates, according to Nietzsche’s hypothesis, in the embodied and situated experience of effort in overcoming resistances. It arises at the level of the organism and is sustained by higher-order cognitive functions. Based on this hypothesis, Nietzsche regards the sense of self as emerging from a homeostatic system of drives and affects that unify such as to maintain self-efficacy levels. He relies on the same hypothesis to explain the emergence of an ascetic moral system and its specific, interpretive-affective ‘mechanism of willing’. The article aligns Nietzsche’s account of agent causation with Albert Bandura’s self-efficacy studies and Antonio Damasio’s recent account of self-systems as homeostatic systems.

  7. Mal was ganz anderes: du hast doch öfter das ziemlich populäre Buch von Cordelia Fine erwähnt, Christian? Ich finde hier nur 2 Artikel und keine wirklich substantielle Replik.
    Kannst du mir ein paar kritische Besprechungen zu Fine nennen, oder hat sie grundsätzlich recht mit ihrer These, dass in den Neurowissenschaften durchweg rumgepfuscht wird im Umgang mit der Variable Geschlecht?

    • @ David

      Vielleicht hilft Dir das weiter, aus einer Amazon-Besprechung (eine der wenigen negaiven, aber sehr substantiiert), Zitat Tim Josling

      * Here we see the standard techniques of rhetoric employed, such as:

      * Dress up speculatation as fact (pp 94, 96, 128, 205 and many other instances).

      * Quote references to justify claims, when the references do not justify the claims made. See reference 4 on page 92, and reference 14 on page 103 where mere opinion is quoted to justify a factual claim. Another reviewer has also pointed out instances of this. See http://www.amazon.com/review/R2LK3W2ENWP0DV/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&ASIN=0393068382&linkCode=&nodeID=&ta=g.

      * Argument by doubt. We don’t know exacly how something works, so it doesn’t happen – p 104 Ref 19. On the next page we have a similar argument from complexity – the brain is complex, with „lots of unexplored territory“ so really we can’t believe that hormones influence behaviour.

      * Criticise the weaker argument, and ignore the stronger one. Thus we repeatedly see 17th and 18th century buffoons, and other non-scientists quoted on sex differences rather than best of breed contemporary researchers. Under this category you could also file the numerous instances of „making fun of the popular press“. A lot of popular interpretations of science are simplistic, overreaching and so forth, but this is not a criticism of the underlying science.

      * Focus on „the doubt“ and contradictions between studies. It is no secret that a lot of scientific research is inconlusive. Over time we muddle towards a true understanding. But Fine revels in the contradictory studies, without trying to work out what is really going on (e.g. p 129). As a tobacco company executive once wrote: „Doubt is our product“.

      * Minimize statistical significance by taking one characteristic at a time. If you look just at one thing at a time, there is a considerable overlap between men and women, but when you take them all at once, the overlap almost completely disappears at only 3-5%.

      * Make a big fuss about small differences in studies where you agree with them (p 195) but dismiss larger differences as ‚minor‘ when you don’t like the answer.

      * Investigate any studies that contradict a pre-conceived notion carefully, looking for methodological issues. If they have any such issues, discount them. Studies that conform to a preconceived agenda are given a free pass however. In the whole book I did not see one criticism of a study that cast doubt on sex differences, but literally hundreds of criticsms of studies that went the other way.

      * Misrepresent your opponents and rush to find fault where it is not justified. See […]
      * Examine the numerous studies where the men and women were „set up“ in such a way as to minimize sex differences. For example, the women are given an incentive to succeed and them men are now, or the men will be told discouraging things such as that women always do better at this task. When such a study shows reduced or no sex differences, conclude that the sex differences do not exist. Of course such studies only show that incentives and discouragement can affect people’s performance. They do not show that underlying differences do not exist.

      In many ways this book resembles Steven Jay Gould’s book „The Mismeasure of Man“ in its tactics and in its ideological agenda. Gould tried to demolish IQ, one of the most useful psychological metrics, which is well established, highly predictive of success, and correlated with brain metrics. And highly heritable. Many people to this day believe that Gould succeeded, as many people will believe that Cordelia Fine has succeeded. That belief is indeed a delusion.*

      • danke. vielleicht werd ich mir das buch trotzdem mal kaufen. mehr als eine relativierung einiger studien scheint es mir nicht zu sein

        • @David

          Eine halbfertige Besprechung des Buches liegt in einem Entwurfsordner, aber ich komme nicht dazu, sie fertig zu machen. Kauf es dir ruhig, es liest sich ganz angenehm. Allerdings wird auch meine Kritik in die Richtung gehen, dass die Studien, die ihre Sicht bestätigen sehr wenig hinterfragt werden und eher schwach sind und sie sehr viele Aspekte gar nicht behandelt und bei einigen Konzepten sehr schwach argumentiert.

      • “ Minimize statistical significance by taking one characteristic at a time. If you look just at one thing at a time, there is a considerable overlap between men and women, but when you take them all at once, the overlap almost completely disappears at only 3-5%.“
        Simpsons Paradox ist ein klassisches Beispiel dafür.

        Im Grund wir die Wahrscheinlichkeit des unbedingten Ereignisses für ein Ereignis genommen, welches bediingt ist.

        • http://de.wikipedia.org/wiki/Simpson-Paradoxon

          Recht guter Wikipedia Artikel dazu.

          Ich hatte irgendwann mal eine Diskussion bei Dr Mama über Confoundedness und Unconfoundedness von Daten – welches in der Epidemiologie unbeobachtete bedingtheit der verwendeten Variablen beschreibt.

          BeispieL: Fleischkonsum verringert die Lebenszeit – Problem verstärkter Fleischgenuß ist gleichzeitig Indikator eines besonderen Lebensstils, der allgemein zu bestimmten „Überfluß“-Krankheiten führt die mit der Zielvariablen (Lebenserwartung) korreliert.

        • Noch eine Bemerkung dazu: Es handelt sich dabei um numerisch testbare Aussagen – nicht um „gefühlte“ Begriffe.

          Der Wikipedia Artikel stellt dort auf Suchverfahren zur Identifikation des „tertium quid“ ab, geeignete statistische Test für das Vorliegen von unbeobachteten Einflüssen beruhen darauf, die Residuen auf bestimmte Strukturen (Korrelationen zu EInflußvariablen oder auch untereinander) zu testen.

          Sehr instruktiv sind da Q-Q-Plots.

  8. In Kurzform: Der menschliche Geist ist zu Verstandesurteilen a priori fähig.
    Das kennen wiir doch von einem gewissen Kant, Immanuel verstorben 1804 zu Königsberg zwischenzeitlich „Kaliningrad“ genannt.

  9. Pingback: Das chinesische Zimmer (Philosophie des Geistes) | Alles Evolution

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