Gender Studies und Ideologie II: Prüffragen auf Unwissenschaftlichkeit und Delegitimierung

In dem E-Book  “Gender, Wissenschaftlichkeit und Ideologie Argumente im Streit um Geschlechterverhältnisse”, welches ich bereits hier kurz angerissen habe, findet sich in Kapitel 7 am Ende  einige interessante „Prüffragen“, die dazu dienen soll Kritik an den Genderwissenschaften einzuordnen.

Die folgenden Fragen geben Hinweise darauf, ob es sich bei einer Äußerung um Kritik oder um Strategien der Delegitimierung handelt. Die Fragen wurden aus den Kapiteln dieser Veröffentlichung abgeleitet und gruppiert. Wenn Sie zum Beispiel mit dem Vorwurf konfrontiert sind, bestimmte Texte oder Positionen seien «ideologisch», eine Studie sei «unwissenschaftlich» oder hätte methodische Mängel, können die folgenden Punkte Sie dabei unterstützen, diese Aussage einzuordnen.

Als ich die Fragen gelesen habe fand ich sie schon fast grotesk lustig, da sie auf die Genderwissenschaften angewandt eigentlich recht gut dokumentieren, dass diese unwissenschaftlich sind. Ich erlaube mir auch eine kurze Prüfung meines eigenen Blogs durchzuführen

A) Grundlegende Art der Argumentation

Inwieweit werden die eigenen Aussagen durch Quellen belegt und Sachargumente angeführt?

Da fängt es bereits an. Die Genderwissenschaften haben üblicherweise keine Quellen und Sachargumente, es werden keine Studien zitiert und es besteht wenig Unterbau abseits des Glaubens bzw. Wissens, dass es eben so ist.

Die meisten meiner Artikel enthalten Studien oder Quellen auf die ich meine Ansichten stütze.

Inwieweit lassen die Ausführungen erkennen, dass die Autorin oder der Autor sich mit dem Gegenstand ihrer oder seiner Kritik fachlich auseinandergesetzt hat?

Da ist natürlich die Frage, was man unter fachlich auseinandersetzen versteht. Die meisten Genderwissenschaftler haben sich nur sehr einseitig mit der Sache auseinander gesetzt. Der gesamte biologische Bereich wird üblicherweise ausgeblendet. Die Grundlagen der eigenen Theorien werden wenig hinterfragt und auch nicht mit dem Forschungsstand abgeglichen.

Natürlich ist auch mein Blog nicht neutral. Ich behaupte aber mal, dass man hier einiges zu feministischer Theorie findet und ich mich insoweit weit mehr mit auch anderen Meinungen zu dem Thema auseinander setze.

Ist die Kritik der Textform angemessen? Wird z. B. ein journalistischer Text oder eine Literaturstudie an Maßstäben für eine empirische Untersuchung gemessen?

Leider besteht die Kritik unabhängig von der Textform häufig in Schmähungen a la „Das ist biologistische / sexistische Kackscheiße„. Selten erfolgt überhaupt ein Eingehen auf Kritik. Wenn setzt sich die Kritik häufig nicht mit dem tatsächlichen Text auseinander, sondern eher mit Strohmännern.

Ich würde nicht sagen, dass ich zu hohe Anforderungen an besprochene Texte lege. Wenn man es nicht bereits als zu hohe Anforderung sieht, dass sie über den jeweiligen eigenen ideologischen Bereich hinaussehen und auch andere Theorien besprechen.

Werden die Kritikpunkte angemessen bewertet und in einen Zusammenhang gestellt? Oder werden kleinere (behauptete oder tatsächliche) Fehler überbewertet, um die ganze Studie oder sogar die gesamte Fachrichtung abzuwerten?

Eine ganze Fachrichtung abwerten ist ein guter Punkt, bei dem man eigentlich nur das Stichwort Biologismus nennen muss. Auch mit den Argumenten der evolutionären Psychologie erfolgt überlicherweise keine Auseinandersetzung, sondern eine pauschale Abwertung.

Kritikpunkte werden selten angemessen bewertet, Kritik wird nach Möglichkeit ausgeblendet oder zensiert. Selten wird sich einmal die Mühe gemacht, die Theorien tatsächlich nachzuvollziehen und ihre Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen.

Ich bemühe mich üblicherweise im Zusammenhang zu erläutern und auf die Theorien in den Genderwissenschaften einzugehen. Ich halte die Genderwissenschaften für stark ideologisch und unwissenschaftlich, versuche aber mich mit den jeweiligen Argumenten im Text auseinanderzusetzen und ihnen nicht bereits weil sie aus den Genderwissenschaften kommen die Berechtigung abzusprechen sondern Argumente entgegenzustellen

Ist der Tonfall polemisch oder beispielsweise unangemessen personalisierend oder abwertend? (Wird beispielsweise auf die sexuelle Orientierung von Personen eingegangen, oder wird die sexuelle Orientierung einer Person mit ihrer inhaltlichen Position in Verbindung gebracht?)“

Maskutroll, Evo-Chris, Biologist, du willst ja nur die 50er zurück, du hast keine Ahnung von dem Thema etc. Debatten mit Genderwissenschaftlern werden schnell persönlich. Meist scheitert es aber eher daran, dass man es erst gar nicht zu einer Diskussion kommen lässt. Und natürlich wird auch auf die sexuelle Orientierung eingegangen  – der heterosexuelle CIS-Mann ist ja ein Feindbild für einige aus den Genderwissenschaften. Und wann hätten die Genderwissenschaften schon jemals geäußert, dass man eine bestimmte Meinung nur hat, weil man ein heterosexueller Mann ist? Es wird schwer sein einen diesbezüglichen Fall zu finden.

Üblicherweise versuche ich sehr sachlich zu bleiben. Natürlich erlaubt man sich hier oder da mal eine Spitze. Ich wusste auch nicht, dass ich jemanden schon einmal aufgrund seiner sexuellen Orientierung seine Meinung abgesprochen habe.

Finden sich Formulierungen, beispielsweise Verballhornungen geschlechtergerechter Sprache («MenschInnen») oder Neologismen («Genderismus»,
«Genderisten»), die lächerlich machen sollen?

Formulierungen die lächerlich machen sollen finden sich recht häufig. Von den bereits angesprochenen Maskutrollen bis hin zu Biologist.

Ansonsten versuche ich selbst solche Verballhornungen zu unterlassen.

B) Inhaltliche Ausrichtung

„Wird verallgemeinert, indem nicht auf eine bestimmte Theorierichtung, einen bestimmten Ansatz oder auf bestimmte Autorinnen und Autoren eingegangen,
sondern ein homogenes Bild gezeichnet wird (z. B. «die» Gender Studies)?“

„Die Biologisten haben unrecht“ oder „die evolutionäre Psychologie ist falsche“ oder „biologische Ansätze sind konservativer Backlash“ wären da zu nennen.

Teils Teils. Natürlich gibt es auch in den Gender Studies vorherrschende Meinungen. Die Gender Studies, auch wenn die Autoren das nicht sehen zu wollen scheinen, sind stark poststrukturalistisch und queerfeministisch geprägt. Kritisiert man diese Theorien, dann kritisiert man damit auch den wesentlichen Kern der Gender Studies

Wird unterschieden zwischen 1. Gender-Theorien im Sinne von Grundlagenforschung, 2. angewandter Geschlechterforschung und 3. der Umsetzung von
Gleichstellungsstrategien? Oder werden Übertragungen vorgenommen, die auf eine intendierte Verzerrung einer Fachdebatte schließen lassen können (z. B. Gender in Gender Mainstreaming auf «Geschlechtsidentität» engzuführen)?

Die wenigsten feministischen Theorien oder Texte aus diesem Bereich scheinen mir diese Unterscheidungen zu machen. Verzehrungen einer Fachdebatte werden aber immer wieder gemacht, beispielsweise indem biologische Theorien nicht oder falsch dargestellt werden.

Sicher werde ich den einen oder anderen Begriff falsch verwendet haben. Ein Engführen ist aus meiner Sicht aber für eine Kritik meist gar nicht erforderlich, da die Theorien bereits zuvor umfassend kritisiert werden können. Es fällt aber insofern auf, dass viele Begriffe sehr schwammig verwendet werden, etwa der Begriff Patriarchat.

Inwieweit werden Begriffe angemessen eingeordnet und entsprechend ihrer  fachlichen Bedeutung benutzt? (Wird z. B. der sozialtheoretische Begriff der  «Konstruktion» nicht als pädagogische Strategie kritisiert oder «Dekonstruktion»  mit «Zerstörung» gleichgesetzt?)

Ach wäre es schön, wenn die Gender Studies sich hinreichend bemühen würden, biologische Begriffe angemessen einzuordnen und passend zu benutzen. Häufig werden aber beispielsweise evolutionäre Umstände, die eine Selektion in eine Richtung begünstigen als tatsächliches Denken der Handelnden verstanden (Etwa wenn man darauf abstellt, dass Fortpflanzung ein wesentlicher Umstand ist und dann darauf verwiesen wird, dass viele Leute einfach nur so Sex haben und dabei verhüten)

Werden lediglich Versatzstücke einer Diskussion oder nicht mehr aktuelle Ansätze  als exemplarisch für den Gender-Diskurs herausgegriffen (z. B. mit Denkerinnen der 1970er Jahre Ansätze der Gender Studies heute erklären)?

Sogar die meisten Bücher aus dem Genderbereich, die auf biologische Theorien abstellen, machen dies. Voss beispielsweise hört in seiner Dissertation im wesentlichen in den 70ern auf und widmet der Antike 232 Seiten, den aktuellen Theorien aber nur 5 Zeilen. Gerne wird darauf verwiesen, dass vor 100 Jahren Frauen noch generell die Intelligenz abgesprochen wurde und die heutigen Ansichten deswegen auch nicht ernst zu nehmen seien. Ein Eingehen auf die modernen Theorien findet man so gut wie nicht.

(von Pickup-Diskussionen ganz zu schweigen: Er verwendet einen Neg, also beleidigt er sie, also will er sie kleinhalten, also hasst er Frauen. Er diskutiert Last Minute Resistance, also will er sie vergewaltigen)

Ich meine zu den gängigen Theorien aus dem Genderbereich Artikel zu haben und dabei auch aktuelle Ansätze berücksichtigt zu haben. Wer meint, dass ich wesentliche Theorien aus dem Bereich noch nicht besprochen habe, den bitte ich um Hinweise

„Werden Konzepte der Gender Studies oder des Gleichstellungsdiskurses banalisiert oder umgedeutet, um sie zu delegitimieren (z. B. De/konstruktion)?“

Konzepte aus der Biologie werden üblicherweise umgedeutet und banalisiert. Ein faires Eingehen auf die Argumente findet nicht statt. Als Beispiel verweise ich zB auf diesen Artikel

Wird die rechtliche Gleichheit von Menschen auf Basis vordiskursiver Argumente  («Biologie») in Frage gestellt?

Die rechtliche Gleichheit mit Biologie in Frage zu stellen wäre wohl ein naturalistischer Fehlschluss. Man Frage insoweit aber mal in den Gender Studies zu männlicher Beschneidung und einem umfassenden Sorgerecht für Männer ab Geburt oder eine nicht an Fristen gebundene biologische Vaterschaft. Da gibt es jedenfalls Meinungen, die in diesen Bereichen gegen eine rechtliche Gleichheit sind

C) Wissenschaftstheoretische Ausrichtung


„Welche Wissenschaftsauffassung liegt der Kritik zugrunde? Gibt es einen  Monopol-Anspruch auf Wissenschaftlichkeit (beispielsweise nur bestimmte  Naturwissenschaften seien wissenschaftlich)?“

Von einer Richtung, die Mainstreamwissenschaft mit der Begründung zurückweist, dass sie patriarisch ist und darauf besteht, dass die feministische Wissenschaft hier nach der Standpunkttheorie besser geeignet ist, ist das eine interessante Frage. Nimmt man dann noch TotalRej dazu, dann zeigt sich, dass dieser Grundsatz dort selten umgesetzt  wird.

Ein striktes Nebeneinander aller Forschungsrichtungen im Sinne einer Sphärentrennung oder eines Disziplinverständnisses gibt es meiner Meinung nach nicht. Auch muss die Lösung nicht immer in einer Gemengelage verschiedener Fachrichtungen liegen. Soziale Theorien können natürlich wissenschaftlich durchgeführt werden. In den Gender Studies ist dies jedoch selten der Fall.

„Ist erkennbar, dass aktuelle wissenschaftstheoretische Debatten wahrgenommen wurden?“

In den Gender Studies: Nein. Die gesammte Medizin und Biologie und auch die Spieltheorie wird zum großen Teil ausgeblendet

„Wird ein Ideologie-Vorwurf gemacht, der sich nur auf die politische Gegnerin  bzw. den politischen Gegner bezieht, die eigene Position jedoch als unideologisch setzt? „

Bei biologischen Begründungen wird schnell gefragt, warum man diese Begründung will, es wird also vermutet, dass man sie deswegen vertritt, weil man selbst Vorteile davon hat oder Ideologe ist. Die eigene Ideologie wird – wie auch die Studie zeigt – nicht wahrgenomnen.

„Gibt es implizite oder explizite Bezüge auf unveränderliche «Wahrheiten» oder  Tatsachen, die sich einer Diskussion entziehen können – zum Beispiel durch  Berufung auf Natur/Natürlichkeit, den «gesunden Menschenverstand» oder  Religion/göttliche Bestimmung?“

Das Patriarchat ist Wahrheit, die hegemoniale Männlichkeit sind Wahrheiten. Vieles davon scheint wohl aus deren Sicht auch unveränderlich zu sein. Natürlich sind zudem biologische Gegebenheiten nur langsam zu ändern. Unveränderlich ist in der Biologie aber nichts, wenn man die Zeitskala groß genug wählt.

D) Selektivität
Werden die selbst definierten Wissenschaftlichkeitsstandards auch an das eigene  Werk oder an Arbeiten aus dem eigenen Netzwerk angelegt?

Wie man oben sieht ironischerweise nicht.

96 Gedanken zu “Gender Studies und Ideologie II: Prüffragen auf Unwissenschaftlichkeit und Delegitimierung

  1. „Es fällt aber insofern auf, dass viele Begriffe sehr schwammig verwendet werden, etwa der Begriff Patriarchat.“

    Das ist doch der Trick. Man entzieht sich der Kritik. Sagst Du was gegen den Begriff, zB „Patriarchat“, kann immer behauptet werden der Begriff würde ganz anders verwendet und Du hast eben keine Ahnung. Moving Target.

    (Aus dem Böll-GWI-Text)
    „Gleichstellungsdiskurses banalisiert oder umgedeutet“

    Das Umdeuten und damit Banalisieren (der Folgen) machen die doch selbst. Es wird immer wieder Gleichstellung mit Gleichberechtigung verwechselt, gleichgesetzt. Teilweise sogar in einem Satz.

    (Aus dem GWI-Text)
    „Finden sich Formulierungen, beispielsweise Verballhornungen geschlechtergerechter Sprache («MenschInnen») oder Neologismen («Genderismus»,
    «Genderisten»), die lächerlich machen sollen?“

    Ja, die Feministinnen und Humor. 🙂 Wo es um Geld geht, hört der Spaß auf …..

    „Geschlechtergerechter Sprache“ IST eine Verballhornung, trägt die Lächerlichkeit schon in sich.

  2. Da fängt es bereits an. Die Genderwissenschaften haben üblicherweise keine Quellen und Sachargumente, es werden keine Studien zitiert und es besteht wenig Unterbau abseits des Glaubens bzw. Wissens, dass es eben so ist.

    Das ist so nicht ganz richtig, Christian. Die Genders haben eine Menge Quellen, viele „Studien“, auf die sie verweisen können. Die Böllers und Gunda Werners u.a tun nichts anderes, als das, was sie als Verschränkung von Wissen und Macht kritisieren: Sie produzieren (Schein-)Wissen, erstellen Studien, die ihre politischen Absichten in ein wissenschaftliches Mäntelchen kleiden und so legitimieren sollen.

    “Werden Konzepte der Gender Studies oder des Gleichstellungsdiskurses banalisiert oder umgedeutet, um sie zu delegitimieren (z. B. De/konstruktion)?”

    Die Gleichstellung als gesellschaftspolitische Zielvorstellung ist nicht demokratisch legitimiert sondern widerspricht dem Gleichberechtigungsgrundsatz des Grundgesetzes. Wir reden hier nicht bloss über Diskurse, sondern reale gesellschaftspolitische Zwänge, die im Rahmen des Gender Mainstreaming dem Bürger top down aufgezwungen werden. Nicht die Kritiker müssen sich legitimieren, sondern die Genders, die unter Umgehung demokratischer Prozesse den Gleichberechtigungsgrundsatz aushebeln.

    Wird die rechtliche Gleichheit von Menschen auf Basis vordiskursiver Argumente («Biologie») in Frage gestellt?

    Ja, von den Genders, die Frauen im Besonderen und ihrer Klientel im Allgemeinen privilegierten Zugang zu gesellschaftlich höheren Positionen verschaffen wollen.

    Werden die selbst definierten Wissenschaftlichkeitsstandards auch an das eigene Werk oder an Arbeiten aus dem eigenen Netzwerk angelegt?

    Das ist der billige Versuch, den Bürger und all diejenigen aus dem Diskurs auszuschliessen und sich somit vor Kritik von der gesellschaftlichen Basis zu immunisieren, die kein „Wissen produzieren“, nicht Teil des Etablishements sind und über keine institutionelle Verankerung verfügen.

    “Ist erkennbar, dass aktuelle wissenschaftstheoretische Debatten wahrgenommen wurden?”

    dito

    Werden lediglich Versatzstücke einer Diskussion oder nicht mehr aktuelle Ansätze als exemplarisch für den Gender-Diskurs herausgegriffen (z. B. mit Denkerinnen der 1970er Jahre Ansätze der Gender Studies heute erklären)?

    dito

    • „Wir reden hier nicht bloss über Diskurse, sondern reale gesellschaftspolitische Zwänge“, die im Rahmen des Gender Mainstreaming dem Bürger top down aufgezwungen werden.

      Welche Zwänge denn?

      • Welche Zwänge denn?

        Die Quote.

        Die Finanzierung der Gängelei durch Gleichstellungsbeauftragten.

        Die Finanzierung diffamiernder Propagandaschleudern wie die Böllers und Gunda Werners.

        Die Finanzierung der Gleich(er)stellung als sexistisch-diskriminierendes Prinzip, als Querschnittsaufgabe, die für alle gesellschaftlichen Bereiche als Handlungsmaxime, als Leitprinzip gelten soll.

        Das Gewaltschutzgesetz, das die Unschuldsvermutung bei Männern aufhebt.

        Die Anrechnung eines fiktiven Einkommens bei Scheidungsvätern, womit ein Existenzminimum nicht mehr garantiert ist.

        Die Aufrechterhaltung matriarchaler Vorrechte bezüglich Ehe-, Familien- und Scheidungsrecht

        Die irrationale Weigerung, einen Männergesundheitsbericht analog zum Frauengesundheitsbericht zu erstellen.

        Die durch andauernde Propaganda geförderte Kriminalisierung männlicher Sexualität.

        Die Trivialisierung der Begriffe „sexuelle Belästigung“ und „sexuelle/sexualisierte Gewalt“, was zu vermehrten Falschbeschuldigungen führt.

        Und vieles mehr.

        • @ Adrian

          Warum stellst Du so naive Fragen!
          Was Peter hier auflistet ist ein
          Teil der per Gesetzt gegen Männer
          verankerten Nachteile.

        • @R P

          @Adrian will sagen: „Wedet alle schwul, dann habt ihr auch keine Probleme mit Frauen.“

          Anders kann ich @Adrian langsam nicht mehr verstehen. 😦

        • @ Adrian „Fühlst Du Dich dadurch persönlich in Deinem Leben eingeengt?“ Ja, die Regelungen haben auch konkrete Konsequenzen und sind nicht nur abstrakte Ärgernisse. Die mütterlichen Vorrechte sind eine echte Einschränkung mit erheblichen Folgen im Hinblick auf existiemzielle persönliche Beziehungen, die Möglichkeit der Lebensgestaltung, natürlich auch in finazieller Hinsicht. Natürlich hat ein Mann Möglichkeiten, sich dagegen zu schützen, indem er nicht Vater wird – aber auch das ist ja möglicherweise eine Einschränkung.

          Dass ich nicht die Möglichkeit habe, mich (erfolgreich) an Gleichstellungsbeauftragte zu wenden, finde ich ebenfalls ein Problem. Sicher, die werden oft auch für Frauen wenig erreichen – aber es ist schon ein Unterschied, wenn man überhaupt irgendeine Anlaufstelle hat. In vielfacher Hinsicht sind die Hilfsangebote für Frauen wesentlich besser als für Männer.

          Es gibt auch Folgen, die erheblich, aber kaum spürbar sind, z.B. der finanzielle Beitrag zu Gleichstellungs- und Genderprojekten, zudem von feministischen Einrichtungen. Noch erheblicher ist die Förderung von Frauen durch Männer über die Sozial- oder Krankenkassen. Ich vermisse das Geld möglicherweise nicht, weil ich es nie in der Hand hatte – aber es fehlt ja trotzdem.

          Dass ich und andere öffentlich und aus öffentlichen Mitteln und über eine gut finanzierte Infrastruktur beliebig mit Nazis in Verbindung gebracht werden, auch wenn es dafür nicht den geringsten rationalen Anlass gibt – das empfinde ich ebenfalls als ernstzunehmende Einschränkung.

        • @ Adrian

          *Frage aus echtem Interesse (auch an die anderen Männer hier): Fühlst Du Dich dadurch persönlich in Deinem Leben eingeengt?*

          Ja.

          Ich zeige ein immer konsequenteres Ausweich-und Vermeidungsverhalten, um die Zugriffsmöglichkeiten dieses penetrant misandrischen Systems auf mein Leben zu minimieren (Steuerverkürzung so weit wie möglich mittels legaler Mittel, keine Heirat, keine Kinder).

          Dazu kommt eine wachsende Verachtung für dieses System, dessen möglicher (für mich wahrscheinlicher) Nieder-und Untergang mich zunehmend kalt lässt, nichts, was mich dazu motivieren könnte, mich für seinen Erhalt zu engagieren, nichts.

          Soll es zum Teufel gehen, nicht mehr mein Bier.

        • @Adrian unsicher, ob eingeengt bei mir das richtige Wort ist. Es wird halt recht deutlich klargemacht, dass wenn die Befürworter der genannten Dinge von „wir“ reden, das aus meiner Sicht ein „Ihr“ sein muss.

    • @Peter

      »Das ist so nicht ganz richtig, Christian. Die Genders haben eine Menge Quellen, viele “Studien”, auf die sie verweisen können. Die Böllers und Gunda Werners u.a tun nichts anderes, als das, was sie als Verschränkung von Wissen und Macht kritisieren: Sie produzieren (Schein-)Wissen, erstellen Studien, …«

      Jetzt bring‘ unseren Christian mal nicht mit Tatsachen durcheinander.
      Der ist doch so süß stolz auf die vielen „Studien“, die er bei Google findet.
      Nur schade, dass die meisten in dieser komischen auswärtigen Sprache geschrieben sind …

        • @Chris

          »Gerne kannst du natürlich bessere Studien liefern, wo auch immer du sie findest.«

          Ich fand meine Rolle bei „Please provide some data I can ignore“ doof. Such‘ dir jemand anderen.

          »Solange du das nicht machst hat deine Kritik ein sehr geringes Fundament.«

          Ich kritisiere dich schon lange nicht mehr. Ich bin inzwischen bei verspotten.

          • @Bellator

            „Ich fand meine Rolle bei “Please provide some data I can ignore” doof. Such’ dir jemand anderen.“

            Keine Angst, ich rechne nicht damit, dass du etwas belastbares äußerst.

            „Ich kritisiere dich schon lange nicht mehr. Ich bin inzwischen bei verspotten.“

            Was bleibt einem auch übrig, wenn man keine Argumente oder Belege für seine Meinung hat?

            Lustigerweise fällt da aber der Spott eher auf dich zurück. Ich bezweifele, dass hier viele deine Theorien und deine Art sie darzulegen für überzeugend halten.

  3. @Adrian: Wenn du meinst „eingeengt in meiner Handlungsfreiheit“, also den physischen Möglichkeiten etwas zu tun / nicht zu tun: Nein.
    Wenn du meinst „eingeengt in meiner geistigen Einstellung“, also dadurch wie das gesellschaftspolitischen Umfeld indirekt meine Handlung und Denken beinflusst: Ja

    • Darfst Du eine Gleichstellungsbeauftragte wählen?
      Wenn Du denn mal der „sexuellen Belästigung“ beschuldigt wirst, dann siehst Du wie Du eingeschränkt wirst.

  4. “Ist erkennbar, dass aktuelle wissenschaftstheoretische Debatten wahrgenommen wurden?”

    Die Frage ist schon witzig, selber tun sie das ja grundsätzlich nicht, sondern setzen den eigenen Standpunkt einfach als objektiv. Z.B. hier:

    „Aus den praktischen Kämpfen gegen Ausschlüsse aus der Wissenschaft und gegen Androzentrismus in der Wissenschaft entstand ein deutliches Bewusstsein über die politischen Aspekte von Wissen und Wissenschaft.“

    Der angebliche Androzentrismus der Wissenschaft ist natürlich kein selbstverständliches Faktum, sondern nur eine Hypothese unter anderen. Oder hier:

    „Zum anderen hinterfragt die Geschlechterforschung spezifische Konzepte der epistemologischen Tradition. Sie arbeitet beispielsweise heraus, wie klassische Vorstellungen von Objektivität tatsächlich androzentrisch waren.“

    Wobei dieses „Herausarbeiten“ keineswegs so allgemein überzeugt, wie hier suggeriert wird. Oder:

    „Demgegenüber sind in den Gender Studies Modelle entstanden, mit denen über die Standortgebundenheit von Wissen nachgedacht werden konnte, über die «Situiertheit» von Wissen.“

    Auch das ist kein Faktum, sondern nur eine Theorie (Foucault).

    Es ist halt immer das gleiche, sie quatschen einfach munter weiter, als würden sich ihre Positionen ganz von selbst verstehen.

  5. Ein Beispiel, warum man feministische Ökonomie nicht ernst genommen wird.
    Denn jede einzelne Aussage über „Ökonomie“ und „ökonomische WIssenschaft“ wie sie ist in diesem Vortrag FALSCH ist.

    • Der Link nochmal:

      Praktisch alles, was über die aktuelle „Standardökonomik“ in diesem Vortrag behauptet wird, ist nachweislich falsch.

      Zum Beispiel wird die Rolle natürlicher Ressourcen in der Standardökonomie bereits 1936 in Hotellings Aufsatz
      The Economics of Exhaustible Resources“ behandelt.
      Da war Umwelt noch gar kein Thema.

      Die Theorie des Haushalts ist die Theorie der Haushaltproduktion
      wurde z.B. durch Waler Diewert ausführlichst analysiert. EIn beispiel
      http://www.nber.org/chapters/c12826.pdf.

      Gestik ersetzt Logik. Ignoranz ersetzt Argumentation. Emotionale Apelle treten an Stelle der Beweisführung.

      • Hab mir das Video nicht angeschaut, weil es mir einfach zu lang ist. Was sind denn die Hauptkritikpunkte?
        Habe aber bisschen vorgespult und die Folien betrachtet. Paar Punkte sind nicht verkehrt, vor allen Dingen die veraltete rationale Ntuzentheorie des Homo Ökonomikus.Auch die ganzheitliche Betrachtungsweise ist richtig. Auch das der heutige Wettbewerb die Menschen trennt ist ein Riesenproblem. Allerdings findet man diese Punkte fast in jeder Ökonomieform ausserhalb der Neoliberalismus….

        Auch Überlegungen zu Reproduktions- und Erwerbsarbeit wären angesagt. Allgemein die Trennung von Arbeit in welche die bezahlt wird, welche die kostenlos wie Ehrenamt ist. Während andere Geld scheffeln, obwohl bewiesen das der Nutzen ab einer gewissen Summe nicht mehr zunimmt, das könnte anders verteilt werden.

        Die richtig harten karrieregeilen Brocken, die ich kenne und ich kenne einige, sind zum Wettbewerb erzogen worden. 2 Sportmannschaften, in beiden Kapitän, Klassensprecher usw… immer nur auf Leistung und gewinnen getrimmt. Immer erster sein ist die Devise, egal worum es geht und mit allen Mitteln. Übrigens würde ich so ein übertriebenes Verhalten nicht männlich, sondern maschinell nennen…

        • „vor allen Dingen die veraltete rationale Ntuzentheorie des Homo Ökonomikus.Auch die ganzheitliche Betrachtungsweise ist richtig“
          Das können – mit Verlaub -nur die behaupten, die diese nicht verstehen und nicht kennen.
          Der homo oeconomicus ist als Modellvorstellung in etwa so sinnvoll wie der Massepunkt oder das Schichtenmodell der Flüssigkeiten.

          Lange Rede kurzer Sinn – alles was in dem Vortrag behauptet wird, daß es nicht gäbe gibt es und zwar von der Theorie bis zu empirischen Tests.

  6. Das zum Beispiel versteht man unter gleichen Chancen in München:
    „Erfreulich ist, dass der Frauenanteil bei den Bewerbungen (56,3 Prozent) und in Vorstellungsrunden (58,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr wieder höher geworden ist. Dort setzen sich Frauen nach wie vor besser durch als ihre männlichen Mitbewerber (67,4 Prozent Frauenanteil bei den Besetzungen).“

    Wer nicht versteht, wie entlarvend das ist, setze doch mal für Frauen „Arier“ ein.

  7. @Christian

    Dus schreibst:

    Inwieweit werden die eigenen Aussagen durch Quellen belegt und Sachargumente angeführt?

    Da fängt es bereits an. Die Genderwissenschaften haben üblicherweise keine Quellen und Sachargumente, es werden keine Studien zitiert und es besteht wenig Unterbau abseits des Glaubens bzw. Wissens, dass es eben so ist.

    Die meisten meiner Artikel enthalten Studien oder Quellen auf die ich meine Ansichten stütze.

    Inwieweit lassen die Ausführungen erkennen, dass die Autorin oder der Autor sich mit dem Gegenstand ihrer oder seiner Kritik fachlich auseinandergesetzt hat?

    Da ist natürlich die Frage, was man unter fachlich auseinandersetzen versteht. Die meisten Genderwissenschaftler haben sich nur sehr einseitig mit der Sache auseinander gesetzt. Der gesamte biologische Bereich wird üblicherweise ausgeblendet. Die Grundlagen der eigenen Theorien werden wenig hinterfragt und auch nicht mit dem Forschungsstand abgeglichen.

    Kommentar:

    Sorry Christian! Aber ich denke, Du überschätzt Dich masslos! Ich würde mal behaupten, Du hast nicht 1% von den Genderwissenschaften gelesen und ich würde behaupten, Du verstehst bei vielen AutorInnen wohl nur die Hälfte, was sie schreiben. Das heisst natürlich nicht, dass ich nun eine Lanze für die Genderwissenschaft brechen will, aber m.E. ist das einfach oberflächlicher Schrott, wo Du hier schreibst!

    • @chomskyy

      „Ich würde mal behaupten, Du hast nicht 1% von den Genderwissenschaften gelesen und ich würde behaupten, Du verstehst bei vielen AutorInnen wohl nur die Hälfte, was sie schreiben.“

      Ich habe zumindest Beauvoir, Butler, Fausto-Sterling, Fine etc gelesen und eines an feministischer Theorie drum herum, etwa Connell, Doing Gender etc. Die meisten Grundtheorien habe ich hier besprochen.

      Ich würde mich freuen, wenn du mir mal an einem Beispiel darlegst, inwiefern ich nur die Hälfte verstehe.

      ich habe bei dir häufig das Gefühl, dass du annimmst, dass bei diesen Theorien noch etwas vorhanden sein muss, was dem ganzen Sinn gibt. Einfach weil dir die Alternative nicht gefällt und es eben „große Denker“ sind. Dabei wirst du aber selten konkret.

      „aber m.E. ist das einfach oberflächlicher Schrott, wo Du hier schreibst!“

      ich würde mich wirklich über einen feministischen Blog freuen, dessen Autoren zumindest mal die wichtigsten/einige biologischen Bücher im Original gelesen haben und der in gleich oberflächlicherweise biologische Theorien bespricht und in gleicher Weise die Grundlagen der feministischen Theorien bespricht. Leider sehe ich keinen. Kennst du einen?

      Auch hier gilt wieder, dass ich mit dieser Form der Kritik wenig anfangen kann. Wenn du konkreter wirst, dann gehe ich gerne darauf ein, wie bisher auch schon:

      https://allesevolution.wordpress.com/2012/07/14/soziologische-theorien-zu-den-geschlechtern/
      https://allesevolution.wordpress.com/2012/05/16/kerstin-palm-zu-biologischen-geschlechtertheorien-und-evolutionarer-psychologie/
      https://allesevolution.wordpress.com/2012/05/15/kritik-an-evolutionarer-psychologie/

      Hast du eigentlich mal ein Buch zur Biologie der Geschlechter oder zur evolutionären Psychologie gelesen? Welche feministischen Bücher hast du konkret gelesen?

        • „Ich schreibe Dir mal nachher was von Böhnisch und dann sagst Du mir mal, was Böhnisch überhaupt sagen will.“

          Da bin ich gespannt. Ich frage mich jetzt schon, warum „Böhnisch“ nicht so schreiben kann, daß es verständlich ist? Aber wir werden sehen. ….

        • Genau das habe ich mir gedacht! Die reden hochgestochenen Mist und beleidigen dann Menschen die da sagen, „Gibt es das auch in Deutsch?“. Überhebliches Pack? Oder wollen die nur die Kritiker lächerlich machen?

          Was glaubt Ihr, hat die Bundesregierung diese Texte verstanden als sie Gender einführte?

          Für die ist doch heute noch Internetz #neuland! Die haben das ja auch nicht verstanden.

          Fragt doch mal den Politiker Eures „Vertrauens“, ob der weiß was Gender ist……

      • @Christian

        Dann sag mir doch bitte mal mit eigenen Worten, was hier Böhnisch sagen will – ich bin ja schon gespannt auf Deine Paraphrasierung. Damit meine ich Praraphrasierung. Also das Gleiche sagen aber mit eigenen Worten.

        „Es wurde bereits deutlich, dass das Paradigma der männlichen Hegemonialität zu kurz greift, wenn es darum geht, die Ambivalenzen und Verdeckungen von Männlichkeit, Externalisierung als in die Struktur abgewandertes „männliches Prinzip“, strukturelle Gewalt gegen Männer – aufzuschliessen. Der gegenwärtige Prozess des Auseinanderdriftens von menschlicher Praxis (in der sich männliche Domanz zunehmend entstrukturiert) und gegenläufigen systematischen Entwicklungen der Externalisierung (als strukturaler Intensivierungrund des „männlichen Prinzips“) verlangt nach einem strukturtheoretischen Erklärungsmuster. Es muss gefragt werdne, ob eine qualitativ andere und neue Entwicklungsform des Kapitalismus auch eine Revision des Hegemonialkonzepts, das ja an die Erscheinungsform des Industriekapitalismus des 20. Jahrhunderts gebunden ist verlangt. Natürlich ist der digitale Kapitalismus aus dem fordistischen Industriekapitalismus hervorgegangen. Deshalb überlagern sich heute fordistische und digitalkapitalistische Strukturen, so dass man mit dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit auch heute noch Männlichkeitsmuster bis hin zu ihren globalisierten Ausformungen (global players) beschreiben, immer weniger aber neue Freisetzungen und Ambivalenzen erklären kann. Aber auch schon das dem fordistischen Industriekapitalismus entsprechende Hegmeonalkonzept der Männlichkeit erhält seine hohe Plausibilität vor allem dadurch, dass das fordistische System der gesellschaftlichen Arbeitsteilung einen sozialökonomisch funktionalen Typus von hegemonialer Männlichkeit freisetzte, der – anlaog des fordistischen Modernisierungsgebots – auch modernisierungsfähig sein musste.

        Wir sind nun an dem Punkt, an dem wir die Bewegungsgesetzlichkeiten der historisch-gesellschaftlichen Hintergrundstruktur im Übergang von Kapital und Arbeit, Externalisierung – herausgearbeitet und Plausibilitätsannahmen zur Veränderung von Männlichkeit heute gemacht haben. Wir haben allerding noch nicht den theroetischen Link aufgeschlossen, mit dem die Verbindung zwischen ökonomisch-gesellschaftlicher Hintergrundstruktur und der Konstitution von Männlichkeit und männlichen Habitusformen hergestellt werden kann. Ich greife für diesen Zusammenhang die Argumentation von Eckart Liebhaus (1992) auf, wonach der männliche Habitus in die jeweilige Soziallage bzw. Lebenslage eingebettet ist und es von den entsprechenden Herausforderungen an die Lebensbewältigung abhängt, wie er sich ausgeprägt und aktiviert wird. Bei Liebau wird der Lebenslagenbegriff lediglich deskriptiv gebraucht. Im Pargadima Lebenlage, so wie es in der Theorie der Sozialpolitik verwendet wird (s.u) steckt aber die Grundthese, dass Lebenslagen und historisch-ökonomische Hintergrundstukrut der Gesellschaft signifikant miteinander vermittelt sind. Anders ausgedrückt: Die ökonomisch-soziale Dialektik, wie sie Eduared Heimann in den Entwicklungsgesetzlichkeiten des modernen Industriekapitalismus ausgemacht hat, spiegelt sich auch in der Entwickliung der Lebenslagen wider. Lebenslagen wiederum kontexualisieren die Spielräume der Lebensführung und die habituelle Modi, die wir als „typisch männlich“ etikettieren. Dieses „Männliche“ leitet sich aber wiederum weiger aus Geschlechtereigenschaften, sondern aus der ökonomischen Gebundenheit wie auch der Verstrickung des Mannes ab.

        „Die Soziogenese objektiver gesellschaftlicher Strukturen wird auf die historischen Praxisformen sozialer Akteure rückbezogen und diese Praxisformen werden als Aktualisierung von (selbst historisch-soziologisch bedingten) Habitusstrukturen begriffen. Genau dieses Verhältnis gegenseitiger Einflussnahme, ja wechselseitiger Bedingung, macht die Dialektik von Habitus und Feld aus“.

        Indem wir das Habituskonzept aber theoretisch einbetten in die sozialpolitische Dialektik der Entwicklung des Verhältnisses von industriekapitalistischer Gesellschaftsstruktur und der Lebensverhältnisse der Subjekte, wird seine historische Dynamisierung und Relativierung möglich. Dies erreichen wir dadurch, das wir die sozialpolitische Strukturtheorie, wie wir sie bei Eduard Heimann kennen gelernt haben, mit dem theoretisch entsprechenden Konzept der Lebenslage verbinden. Die Grundthese lautet dann: Die historisch-gesellschaftlichen Strukturen des Industriekapitalimus entwicklen sich in einer typischen sozialpolitischen Dialektik, die sich in den Lebensverhältnissen (und darin eingebetteten Habitusformen) der Menschen in einer typische, wenn auch verdeckten Ambivalenz spiegelt. Diese sind also nicht determiniert, sondern vielemehr als Spielräume freigesetzt, in deren Grenzen sich psychosoziale Bewältigungs- und soziale Gelstaungsmuster von den Menschen her entfalten.“

        • @ Chomsky

          Könntes Du mir das mal in’s Deutsche übersetzen?

          Und rede Dich bitte nicht mit Fachsprache heraus.

          Die zu verstehen bin ich nicht verpflichtet.

          Aber ich bin verpflichtet, Fachtexte in allegemeinverständliches Deutsch zu übersetzen, um von der (demokratischen) Allgemeinheit verstanden zu werden, wenn ich an demokratischen Diskursen beteiligt sein will.

          Ich könnte Dir auch medizinische Fachveröffentlichungen vor den Latz hauen, die kein Laie außerhalb des Fachgebietes versteht.

          Trotzdem ist jeder Arzt gezwungen, das seinen Patienten zu verdolmetschen, so, dass sie es wenigstens ansatzweise verstehen und wissen, was man machen will und warum.

          Nur der kann das nicht, der selbst nicht verstanden hat, wovon er eigentlich redet.

        • Bullshit-Index :0.88
          Es stinkt gewaltig nach heißer Luft! Auch wenn Sie PR-Profi, Politiker, Unternehmensberater oder Universitätsprofessor sind – beim Eindruck schinden sollten Sie Ihre Aussage nicht vergessen.

          Der erste Absatz des Textes von Bönisch – durch den Blabla-Meter ausgewertet.

        • @ Peter

          Mein internes Bullschittometer schlug bereits nach dem ersten Absatz auf 2, 5 aus, danach rastete die Notabriegelung ein und verhinderte weiteres Lesen.

        • Aber mal etwas ernsthafter: Solche Texte dienen als Projektionsfläche. Die Vieldeutigkeit ist gewollt, weil damit Kritik abgewehrt, der Interpretationsraum ausgeweitet wird und die letztgültige Interpretation beim Verfasser bleibt, die er nach belieben den Umständen, d.h der Kritik anpassen kann.
          Es sind nicht die Fachbegriffe, die den Text schwer verständlich machen, sondern der Nominalstil und die verschachtelten Sätze.

        • @Roslin

          Darum geht es ja! Ich masse mir auch nicht an, über die Medizin etwas Tiefschürfendes zu sagen, weil ich die Terminologie vielfach nicht verstehe, ausser ich habe den Psychrembel bei mir und dann geht es einigermassen. Damit wollte ich ja nur sagen: Christian wagt Urteile über Foucault et al,, obwohl er diesen wohl nur zu einem Bruchteil kennt und zumindest den frühen Foucault kaum verstanden haben dürfte; später schrieb er dann ein bisschen besser. Ich habe mich immerhin ca. 3 oder 4 Jahre intensiv mit Foucault beschäftigt, würde aber nicht behaupten, dass ich dort ein Experte bin. Damit will ich sagen: Wenn man nicht gerade ein Wunderkind ist (Intelligenz mit Löffeln gefressen), dann ist es für einen Normalsterblichen einfach kaum möglich,, mehr als 5 oder 6 Autoren wirklich gut zu kennen. Bei mir sind das Foucault, Bourdieu, Elias, Giddens, Hobsbawm, Chomsky, Böhnisch und noch ein paar Andere.

          Mir geht also das auf den Keks, wenn man Autoren nur oberflächlich gelesen hat und sich dann ein Urteil anmasst über einen Autor.

          • @Chomskyy

            “ Wenn man nicht gerade ein Wunderkind ist (Intelligenz mit Löffeln gefressen), dann ist es für einen Normalsterblichen einfach kaum möglich,, mehr als 5 oder 6 Autoren wirklich gut zu kennen. Bei mir sind das Foucault, Bourdieu, Elias, Giddens, Hobsbawm, Chomsky, Böhnisch und noch ein paar Andere. Mir geht also das auf den Keks, wenn man Autoren nur oberflächlich gelesen hat und sich dann ein Urteil anmasst über einen Autor. “

            Dennoch kann man ihre Grundthesen verstanden haben und Argumente dagegen vorbringen. Wenn diese nichts taugen, weil sich aus Feinheiten ergibt, dass sie das berücksichtigt haben, dann kannst du das natürlich gerne kritisieren. Dann doch aber bitte konkret, dann lernen wir alle etwas.

            Einfach andächtig schweigen zu müssen halte ich für vollkommen den falschen Weg. Zumal eben Foucault, Bordieu und Böhnisch natürlich auch zB biologische Erklärungen entgegen gehalten werden können, die sie ganz offensichtlich nicht berücksichtigt haben. Da kommt es auf die Feinheiten schlicht nicht an. Man muss auch nicht die Feinheiten der Sternenbahnen bei einem geozentrischen Weltbild kennen um ihm entgegenhalten zu können, dass ein heliozentrisches Weltbild zutreffend ist.

        • Böhnisch verständlich:

          http://www.lothar-böhnisch.de/themenfelder_wandel.php

          Der Punctus knacktus:

          * Das entscheidende Problem ist doch nicht, dass Männer und Frauen zu Ungleichen gemacht werden, sondern warum, aus welchem historisch-gesellschaftlichen Interesse heraus sie dazu gemacht werden“ (Böhnisch 2003, S. 9). Für eine angemessene Erklärung bedarf es zugleich einer Gesellschafts- und Subjekttheorie.*

          Das entscheidende Problem ist doch, dass auch der Herr Böhnisch nicht weiß, inwieweit Männer und Frauen UNTERSCHIEDLICH SIND, von Natur aus und gar nicht anders als unterschiedlich gemacht werden können.

          Und auch der Herr Böhnisch will das gar nicht wissen, den mit der Psychobiologie der Geschlechter scheint er sich nicht im geringsten beschäftigt zu haben.

          „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!“

        • Chomsky, es geht doch nicht um Medizin oder Biochemie, logisch dass da nicht jeder mitreden kann, sondern es geht um Politik!

          Wenn da Leute politische Forderungen stellen (die sich direkt auf mein Leben auswirken, indem sie z.B. meine Möglichkeiten, einen Job zu bekommen einschränken wollen) und sich dabei mehr oder weniger direkt auf Foucault oder Butler oder Böhnisch berufen, und ich dann nur dagegen protestieren darf, wenn ich mich jahrelang mit diesen Autoren beschäftigt habe, dann ist das eine höchst gefährliche, demokratiefeindliche Entwicklung.

        • @El_Mocho

          Ja, wenn es um Politik geht, sieht die Sache natürlich anders. Da sollte jeder mitreden können und dürfen.
          Aber ich habe Christians „Einlassungen“ nicht als Politik verstanden, sokndern eben als quasi wissenschaftliche Kritik an den Genderwissenschaften. Und ja, sollte es das gewesen sein, dann weiss Christian ja genau, dass seine Kritik, wenn er diese als Seminararbeit/Hausarbeit an der Uni eingeben würde, wissenschaftlich nicht annehmbar wären. Weil er müsste ja seine Aussagen auch durch Empirie verfizieren und könnte nicht einfach laut herausposaunen.

          Abgesehen davon, dass ich rein intuitiv die Kritik von Christian auch als richtig erachte, aber wenn er seine Kritik wissenschaftlich versteht, müsste er eben auch wissenschaftlich argumentieren und weniger polemisch/politisch.

          • @Chomskyy

            “ Und ja, sollte es das gewesen sein, dann weiss Christian ja genau, dass seine Kritik, wenn er diese als Seminararbeit/Hausarbeit an der Uni eingeben würde, wissenschaftlich nicht annehmbar wären.“

            Natürlich schreibe ich hier keine Seminararbeit oder Hausarbeit. Weder in Stil noch Form. Inhaltlich könnte man hingegen – wenn man es entsprechender formulieren und mit Fußnoten etc anreichern würde – durchaus einiges übernehmen, inbesondere was die reine Biologie angeht. Ich habe meine Ideen ja zum großen Teil aus entsprechenden Büchern.

        • Ich nenne das manchmal „akademischen Narzissmus“, diese Neigung zu unverständlichem Kauderwelsch, bei Themen, wo dies eigentlich nicht nötig wäre.
          Leider neige ich manchmal selbst ein bißchen zu mangelnder Verständlichkeit. 🙂

          Wer lernen möchte, mehr auf Verständlichkeit zu achten, dem sei das ausgezeichnete Kapitel zum Thema „Verständlichkeit“ des Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun in seinem Buch „Miteinander Reden. Störungen und Klärungen“ empfohlen, in welchem verständlich erklärt wird, was Verständlichkeit ist, aus welchen Bestandteilen sie sich zusammensetzt und was man tun kann, wenn man als Akademiker von seinen Mitmenschen besser verstanden werden möchte.

          Friedemann Schulz von Thun – Miteinander Reden. Störungen und Klärungen, Verständlichkeit, S. 140 – 155

        • @Chomsky

          Er sagt, dass die Wirtschaftsordnung in Verbindung mit typisch männlichen Verhaltensformen und Vorstellungen von Männlichkeit steht. Hegemoniale Männlichkeit berücksichtige den Wandel nicht und stelle eher auf den alten Kapitalismus nach Ford ab. Die im Text nicht näher genannten Veränderungen des Kapitalismus würden insoweit neue Formen von männlichen Verhaltensformen und Männlichkeit begründen und ermöglichen.

          Da der Text wichtige Definitionen nicht bereit stellt sind die Thesen von Böhnisch nur anhand dieses Ausschnitts schlecht darzustellen. Man muss wohl wenn man mehr davon verstehen will, weiter ausholen, sonst sagt der Text in einiger Länge nicht mehr als das oben wiedergegebene.

          Böhmisch vertritt, dass man die Rollen der Geschlechter nur vor dem Hintergrund der Wirtschaftsordnung verstehen kann. Er meint, dass sich der Kapitalismus heute in Teilen von dem damaligen Kapitalismus unterscheidet und danach auch andere Geschlechterrollen zulässt. In der klassischen Industriewelt des reichen Fabrikbesitzers und der armen Arbeiter sei das Modell der hegemonialen Männlichkeit vorherrschend gewesen und andere Männlichkeiten ausgeschlossen gewesen. In dieser Form des Kapitalismus ist der Arbeiter eingebettet in ein klares Konzept der Arbeit, bei der er einem konkreten Chef zugeordnet ist, bei dem er vielleicht lebenslang arbeitet, im Gegenzug ist auch seine Frau in ein klares Konzept eingebunden, in dem er das Geld verdient und sie den Haushalt führt. In der heutigen industriewelt sei aber teilweise die Technik und das Kapital wichtiger als der Arbeiter, der Arbeiter hingegen sei beliebiger geworden. Weil dieser in einer digitalen Welt beliebiger ist fällt einmal die Sicherheit weg, aber weibliche Arbeitskräfte werden auch interessanter und wichtiger für die Wirtschaft. damit ist auch die Rolle des Mannes doppelt unsicher geworden: Er kann die Rolle des Versorgers nicht mehr mit der gleichen Sicherheit aufnehmen und die Frau ist in geringeren Maße auf sie angewiesen. Mit diesem Aufbrechen der Rolle geht auch ein Wandel für das Selbstverständnis des Mannes einher. Letztendlich ist der Arbeiter geschlechtslos geworden und der Mann kann die Arbeit damit weniger zur Selbstdefinition verwenden, so dass sich seine Rolle in andere Bereiche erweitert. Dadurch, dass er auch arbeitslose oder anderweitig nicht traditionell arbeitende Männer erlebt und Frauen ebenfalls arbeiten ist eine andere Rollendefintion erforderlich, die Spielräume eröffnet

        • @Christian

          Nun, das was Du nun paraphrasiert hast, wäre m.E. teilweise richtig, ist aber aus dem Text, den ich reingestellt habe, so nicht herauszulesen. Ich vermute, Du hast noch ein bisschen was Anderes von Böhnisch gelesen, so dass es eine gewisse Stimmigkeit gibt. 🙂 Meine Vermutung.

          @Leszek

          Es geht nicht darum, ob die Texte schwierig geschrieben sind oder nicht, aber wenn sie unverständlich geschrieben sind, auch wenn das einen gewisse Narzissmus widerspiegeln sollte, muss man sie zuerst verstanden haben, damit man sie kritisieren kann. Und hier würde ich eben sagen, dass Christian nur einen Bruchteil der Gendertheorien kennt und insbesondere Foucault wohl überhaupt nur rudimentär kennt und dann eben zu einer Kritik ausholt, die m.E. auch überhaupt keinen wissenschaftlichen Standards genügt.

          @Christian

          Du schreibst:

          Natürlich schreibe ich hier keine Seminararbeit oder Hausarbeit. Weder in Stil noch Form. Inhaltlich könnte man hingegen – wenn man es entsprechender formulieren und mit Fußnoten etc anreichern würde – durchaus einiges übernehmen, inbesondere was die reine Biologie angeht. Ich habe meine Ideen ja zum großen Teil aus entsprechenden Büchern.

          Kommentar:

          Der Witz ist nur, die kritisierst die Wissenschaftlichkeit eines Wissenschaftszweiges und gehst m.E. total unwissenschaftlich vor, indem Du Deine Aussagen eben nicht mit Quellen versiehst. Wenn Du sagst, dass die Genderstudies sich kaum auf empirische Studien stüzen, dann musst Du dies eben wissenschaftlich untermauern, also eben angeben, auf welche Genderstudies Du Dich beziehst, welche Du gesichtet hast und welche nicht etc. Alles Andere ist m.E. oberflächlich und eben intuitives Arbeiten.

          @Christian

          Du schreibst:

          Dennoch kann man ihre Grundthesen verstanden haben und Argumente dagegen vorbringen. Wenn diese nichts taugen, weil sich aus Feinheiten ergibt, dass sie das berücksichtigt haben, dann kannst du das natürlich gerne kritisieren. Dann doch aber bitte konkret, dann lernen wir alle etwas.

          Einfach andächtig schweigen zu müssen halte ich für vollkommen den falschen Weg. Zumal eben Foucault, Bordieu und Böhnisch natürlich auch zB biologische Erklärungen entgegen gehalten werden können, die sie ganz offensichtlich nicht berücksichtigt haben. Da kommt es auf die Feinheiten schlicht nicht an. Man muss auch nicht die Feinheiten der Sternenbahnen bei einem geozentrischen Weltbild kennen um ihm entgegenhalten zu können, dass ein heliozentrisches Weltbild zutreffend ist.

          Kommentar:

          Wie gesagt. Ich habe nun ganz konkret gesagt, Du sollst Deine Thesen, dass die Genderstudies vielfach keine empirische Studien bringen, untermauern. Also mit Quellen! Welche Genderstudies genau? Ist diese Auswahl repräsentativ und zwar für was? Das heisst, bring in Deine Arugmentation die Wissenschaftlichkeit rein, die Du an den Genderstudies kritisierst. Beleg Deine Aussagen mit Quellen, empirischen Studien etc. und zwar, dass die Genderstudies unwissenschaftlich sind.

          Es hat niemand gesagt, man solle andächtig schweigen. Ich sage nur, wenn Du einen gesamten Wissenschaftszweig kritisiert, wo ich den Eindruck habe, dass Du wohl kaum 1% davon gelesen hast und Deine Aussagen selbst wissenschaftlichen Grundsätzen nicht genügen, dann finde ich dies eben obeflächlich. Ist meine bescheidene Meinung.

          • @chomskyy

            „Nun, das was Du nun paraphrasiert hast, wäre m.E. teilweise richtig, ist aber aus dem Text, den ich reingestellt habe, so nicht herauszulesen. Ich vermute, Du hast noch ein bisschen was Anderes von Böhnisch gelesen, so dass es eine gewisse Stimmigkeit gibt. Meine Vermutung.“

            Was in dem Text steht habe ich in den ersten zwei Zeilen zusammengefasst. Wesentlich mehr an Inhalt steht da nicht.
            Es ist natürlich auch nicht möglich den Sinn eines Textes wiederzugeben, der aus dem Kontext gerissen ist und dessen zentrale Elemente woanders erklärt werden. Sonst kann man die zentralen Begriffe ja nicht aus dem Text erklären und muss sie direkt wiedergeben.

            Wie du aber siehst kann man Böhmisch verstehen und kritisieren und auch über seine Thesen diskutieren. Was ja der eigentliche Punkt war.

            Wo liege ich denn aus deiner Sicht nur teilweise richtig und was sagt er eigentlich? Wie wäre deine Paraphrasierung des Textes?

            „Und hier würde ich eben sagen, dass Christian nur einen Bruchteil der Gendertheorien kennt und insbesondere Foucault wohl überhaupt nur rudimentär kennt und dann eben zu einer Kritik ausholt, die m.E. auch überhaupt keinen wissenschaftlichen Standards genügt.“

            Ich habe tatsächlich einiges über Foucault gelesen, insbesondere allerdings über seine Theorien, wie sie im Feminismus verwendet werden. So kompliziert ist dieser Ansatz aus meiner Sicht nicht. Natürlich schreibe ich hier einen Blog und Kommentare und keinen wissenschaftlichen Aufsatz. Aus meiner Sicht schiebst du aber ganz gerne höhere Standards vor um Denker, die dir gefallen, gegen Kritik zu immunisieren. Da wird dann gefordert, dass man erst einmal das Gesamtwerk einbezieht und komplett bespricht. Wenn du dabei konkreter werden würdest, welche genauen Aussagen du eigentlich – gerade in Bezug auf die Verwertung im Feminismus – für falsch dargestellt hältst, dann könnte man damit ja arbeiten, ansonsten bleibt es aber ein immunisieren.

            „Ich habe nun ganz konkret gesagt, Du sollst Deine Thesen, dass die Genderstudies vielfach keine empirische Studien bringen, untermauern. Also mit Quellen!“

            Also eine Auswertung aller Gender Studies Studiengänge oder wie stellst du dir das vor?

            Ich kann zumindest sagen, dass Judith Butler in ihren Werken keine empirischen Studien bringt, ebenso wenig wie Beauvoir. Auch Foucault hat, soweit ich dies im dem diesbezüglichen Sammelband gesehen habe, keine empirischen Quellen verwendet.

            Natürlich gibt es Studien aus dem Gender Studies Bereich, allerdings berufen sich die dort vornehmlich verwendeten Denke meines Wissens nach für ihre Theorieentwicklung nicht auf sie.

            Studien werden zu gewissen Teilbereichen angegeben: Bevorzugung von Männern bei Bewerbungen etc. Diese stützen aber die Grundthesen zur Geschlechterentstehung nicht, auch nicht die zur hegemonialen Männlichkeit oder einem Patriarchat nicht

        • @Christian

          Ich kann meine Kritik an Dir auch noch ein bisschen mit Bourdieu anreichern, wo er schreibt:

          „Ja, das liegt ganz auf der Linie dessen, was ich gerade ausgeführt habe. Es stimmt, ich stehe augenscheinlich auf der Seite der kritischen Philosophie. Wissenschaftliche Praxis an sich beinhaltet meiner Meinung nach eine kritische Haltung; nur bin ich der Ansicht, dass die traditionelle Sozialphilosophie, das, wa ich etwas abschätzig „Sozialphilosophie“ nenne, ihren kritischen Anspruch nicht vollständig einlösen kann, und zwar deshalb, weil sie auf die entsprechenden Mittel verzichtet, dabei über alles und nichts redet. Ihre wirkliche Stärke gewinnt die Kritik meiner Überzeugung nach nicht durch die „Kritik der Waffen“, sondern durch die „Waffen der Kritik“, wie Marx formulierte, d.h. durch entsprechend gerüstete Kritik.“
          Bourdieu, Pierre 1993: Satz und Gegensatz. Über die Vernatwortung der Intellektuellen, Frankfurt am Main, S. 42

          Soll eben auf Dich gemünzt heissen: Deine Kritik sollte wissenschaftlichen Standards genügen, wenn man einen gesamten wissenschaftlichen Zweig kritisiert.

          • @Chomskyy

            umfasst das nicht deine Form der Kritik genauso? Diese ist ja auch nicht durch die „Waffen der Kritik“ geprägt, hält also konkrete Befunde dagegen, sondern erschöpft sich in allgemeiner und formeller Kritik.

        • @Christian

          Damit wir nun nicht von einem Punkt zum anderen Punkt springen, bleiben wir doch mal an meiner Kritik, die besagt, dass Du einen gesamten Wissenschaftszweig kritisiert, ohne selbst wissenschaftliche Standards einzuhalten.

          Du schreibst z.B.:

          „Da fängt es bereits an. Die Genderwissenschaften haben üblicherweise keine Quellen und Sachargumente, es werden keine Studien zitiert und es besteht wenig Unterbau abseits des Glaubens bzw. Wissens, dass es eben so ist.“

          Frage an Dich: Wo bleiben die Beweise für diese Behauptung? Welche Genderwissenschaften hast Du diesbezüglich ausgewertet? Wie repräsentativ ist diese Auswahl? Wo bleiben Deine Definitionen für die Begriffe wie „Quelle“ oder „Sachargumente“, was ist unter einem „Unterbau“ zu verstehen? Welche wissenschaftlichen Methoden hast Du dafür verwendet, die wissenschaftlichen Standards genügen?

          Ich finde, wenn man einen gesamten Wissenschaftszweig kritisiert, sollte man dies dann eben auch mit wissenschaftlichen Mitteln machen, also mit Methoden und Verfahren, die einem wissenschaftlichen Standard genügen, sonst haben wir m.E. einfach vor allem Polemik.

        • @Christian

          Du schreibst:

          umfasst das nicht deine Form der Kritik genauso? Diese ist ja auch nicht durch die “Waffen der Kritik” geprägt, hält also konkrete Befunde dagegen, sondern erschöpft sich in allgemeiner und formeller Kritik.

          Kommentar:

          Meine Kritik besteht, wie im letzten Posting beschrieben, vor allem aus Fragen und zwar Fragen hinsichtlich eines wissenschaftlichen Standards. Meine Behauptung ist, dass Du bei Deiner Kritik, Deinen Behauptungen an den Genderwissenschaften, quasi freihändig und ohne wissenschaftlich übliche Standars „herumfabulierst“. Ich kann natürlich nun meine Behauptung, dass Du das machst, noch verifizieren und zwar, indem ich angebe, was unter wissenschaftlichen Standards verstanden werden soll und dann vergleichen, ob diese bei Deinen Texten erfüllt sind oder nicht: Wissenschaftliche Standars wären z.B. foglende:

          – Intersubjektive Überpfübarkeit (Quellen)
          – Objektivität
          – Reliabilität
          – Validität
          – empirisiche Validierung/Bestätigung der Thesen/Behauptungen

          Um m.E. mal die wichtigsten zu nennen.

          • @Chomskyy

            „Meine Behauptung ist, dass Du bei Deiner Kritik, Deinen Behauptungen an den Genderwissenschaften, quasi freihändig und ohne wissenschaftlich übliche Standars “herumfabulierst”“

            Klar kann ich dir keine umfassende Auswertung vorlegen. Insofern hast du recht – es ist eine Einschätzung, die ich nicht auf empirische Studien stütze. Ich bin zu ihr gekommen, da die meisten Konzepte aus den Gender Studies der reinen Philosophie entstammen und dortige Theorien ganz überwiegend nicht belegt werden. Bei Beauvoir und Butler finden sich demnach auch keine Studien. Auch die konzepte wie „Doing Gender“ sind recht willkürliche Zuweisungen von Geschlechtseigenschaften für die ich noch nirgendwo eine empirische Grundlage gelesen habe, an Quellen wäre ich durchaus interessiert. Ich hatte zudem schon verschiedenste Diskussionen mit Leuten, die gender studies studiert haben und die mir ebenfalls keine empirischen Studien für ihre Grundannahmen nennen konnten.

            Auch sonstige feministische Publikationen, die ich gelesen habe, berufen sich nicht darauf, sondern eher auf Butler und Co.

            dazu kommen extrem wissenschaftsfeindliche Konzepte wie die Subjektivität aller Bereiche und die Ablehnung weiter Teile der Wissenschaft als androzentrisch und patriarchisch, wobei mir dies das wesentliche Argument zu sein scheint, die ich mit einer empirischen Forschung nur schwer in Einklang bringen kann.

            Auch die Auseinandersetzung zB mit dem Thema bei Voss in seiner Doktorarbeit lassen mich erhebliche Zweifel haben

        • @Christian

          Und genau hier bist Du eben nicht besser als die, denen Du den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit machst.
          Deine Beiträge würden, wie schon mal gesagt, nicht mal als einfache Hausarbeit/Seminararbeit durchgehen, weil sie einfach keinen wissenschaftlichen Standards genügen.

          Und hier ist doch immerhin meine Kritik berechtigt, die besagt: wenn man schon einen gesamten Wissenschaftszweig wie die Genderstudies kritisiert, dann sollte man doch zumindest selbst auch einen wissenschaftlichen Standard anlegen bei seiner Kritik, sonder ist es zumindest für mich einfach sehr, sehr obeflächlich und wir haben es mit „Glauben“ und nicht mit validiertem Wissen zu tun. 🙂 Aber gut, ich wiederhole mich.

          • @chosmkyy

            „Und genau hier bist Du eben nicht besser als die, denen Du den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit machst. Deine Beiträge würden, wie schon mal gesagt, nicht mal als einfache Hausarbeit/Seminararbeit durchgehen, weil sie einfach keinen wissenschaftlichen Standards genügen.“

            was soll überhaupt dieser Vergleich? Natürlich kann ich nicht für einen Artikel das Niveau einer wissenschaftlichen Arbeit einhalten, ich schreibe ja auch einen Blog. In vielen Bereichen kann ich meine Meinung natürlich mit Verweis auf Studien und Literatur belegen, gerade was die Biologie angeht. In anderen Bereichen kann ich das sicherlich nicht, es gibt keine systematische Analyse der gender studies auf Unwissenschaftlichkeit, aber auch da stehe ich mit meiner Meinung nicht allein: Der Poststrukturalismus, der im wesentlich den Kern der feminstischen modernen Theorien bildet wird vielerorts für seine Unwissenschaftlichkeit kritisiert. Vandermassen, Dawkins, Fabs de Waal, Pinker, Daphne Patai, Noretta Koertge, Hoff-Sommers, Buss, Kurth haben bereits ebenfalls erhebliche Kritik an der Unwissenschaftlichkeit des Feminismus und der Gender Studies geübt.

            „Und hier ist doch immerhin meine Kritik berechtigt, die besagt: wenn man schon einen gesamten Wissenschaftszweig wie die Genderstudies kritisiert, dann sollte man doch zumindest selbst auch einen wissenschaftlichen Standard anlegen bei seiner Kritik, sonder ist es zumindest für mich einfach sehr, sehr obeflächlich und wir haben es mit “Glauben” und nicht mit validiertem Wissen zu tun. Aber gut, ich wiederhole mich.“

            Klar wäre das schön. „Glauben“ ist aber in diesem Bereich eine unnötige Formulierung. Wie gesagt: Kerntexte aus dem Feminismus habe ich gelesen, sie berufen sich nicht auf Studien. Es ist insoweit eine plausible These, deren Datenbasis noch erweitert werden muss.

        • Und genau hier bist Du eben nicht besser als die, denen Du den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit machst.

          Dann gib doch mal Christian ein paar Zehntausend plus die zugehörige Infrastruktur, um seine Thesen wissenschaftlich zu bearbeiten. Die Genders haben diese Voraussetzungen, und was machen sie daraus?

          „Die Genderwissenschaften haben üblicherweise keine Quellen und Sachargumente, es werden keine Studien zitiert und es besteht wenig Unterbau abseits des Glaubens bzw. Wissens, dass es eben so ist.“

          ..ist natürlich ziemlich weit aus den Fenster gelehnt. Sie haben ja üblicherweise Quellen und Studien, wiederum aus eigener Produktion 😀

          Was mir extrem auffällt: Die Begründung für die generelle Benachteiligung von Frauen, die wohl ganz klar als durchgängige Prämisse gesetzt wird, unter der alles Weitere betrachtet wird, ist durch die Bank weg tautologisch und wertebehaftet.

          Dafür haben sie sehr oft eben keine Quellen und Sachargumente, was ja auch kein Wunder ist: Es ist eine reine Bewertungsfrage, auf welcher Wiese das Gras „besser“ ist.

          Besser wofür?

    • @ chomskyy Ich finde es nicht oberflächlich. Deutlich ist eben nur, dass die Erwartungen an Wissenschaftlichkeit bei Natur- und Geistes- und Sozialwissenschaftlern unterschiedlich sind (weshalb es für manche Naturwissenschaftler ja auch lachhaft scheint, überhaupt von „Geisteswissenschaften“ zu reden). In geisteswissenschaftlichen Texten sind Belege eben oft Bezüge auf andere Texte, ohne dass überhaupt einmal ein ernstzunehmender Bezug zu einer Wirklichkeit außerhalb der Texte hergestellt würde. Was soll man auch machen, wenn man sich (wie etwa Judith Butler) vorwiegend mit philosophischen und literarischen Schriften befasst?

      Diese durchaus strukturell begündete Einschränkung ist aber natürlich sehr leicht zu missbrauchen, kann in völlige Beliebigkeit führen, in ein akademisches Spiegelkabinett, in dem sich Texte eines relativ begrenzten Korpus immer wieder nur aufeinander beziehen und sich dadurch „belegen“. Ich kenne natürlich auch nicht die ganze Breite der Gender-Studies – angesichts der Texte, die ich kenne, finde ich den Vorwurf der Selbstbezüglichkeit (von Fach-Exoten wie Kucklick abgesehen, den Leszek hier ja eindrücklich vorgestellt hat) zutreffend.

      Ganz sicher bin ich mir bei der regelrecht instinktiven Ablehnung biologischer Erkenntnisse – die habe ich sowohl im geistes- als auch im sozialwissenschaftlichen Bereich der Unis sehr häufig erlebt, die gehört für viele regelrecht zum Standard. Und das ist sehr wohl ein Problem: Einen Wissenschaftszweig dadurch begründen zu wollen, dass die Ergebnisse einer bereits etablierten Wissenschaft regelrecht systematisch ignoriert werden – das ist albern.

      • @shoppe

        Ok, Du findest es nicht oberflächlich, ich sehe das schon ein bisschen anders.
        Aber ich würde zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften trennen. Das scheint mir schon ein enormer Unterschied zu sein. Bei den Geisteswissenschaften haben wir ja als Methodenlehre Phänomenologie, Dialektik und Hermeneutik, die eben vielfach andere Gütekriterien haben als die Sozialwissenschaften mit ihren qunatitativen (Statistik, Versuchsplanung) und qualitativen Methoden.

        Natürlich stützen sich Geisteswissenschaften (interpretatives Paradigma) meist auf andere Interpretationen ab und wir haben hier keine empirische Wissenschaft. Aber das ist ja gerade das Spezielle, wenn es um die Dechiffrierung von Sinn (Texten, Diskurse etc.) geht. Bei den Geisteswissenschaften geht es um die Dechiffrirung von „Sinn“ (Interpretation, Hermeneutik) etc. Objekt der Wissenschaft ist im weitesten Sinne der Diskurs, der interpretiert und dechiffriert werden soll.

        Natürlich gibt es eine Ablehnung bei den Sozial- und Geisteswissenschaften gegenüber den Naturwissenschaften (Biologie), aber die gibt es m.E. auch umgekehrt. Die Naturwissenschaften sträuben sich gegen Erkenntnisse der Sozialwissenschaften etc.

        • @Chomskyy

          „Natürlich gibt es eine Ablehnung bei den Sozial- und Geisteswissenschaften gegenüber den Naturwissenschaften (Biologie), aber die gibt es m.E. auch umgekehrt. Die Naturwissenschaften sträuben sich gegen Erkenntnisse der Sozialwissenschaften etc.“

          Leider ist „jeder sträubt sich gegen den anderen“ nicht der schlüssel, nach dem sich die (Gleich-)Wertigkeit berücksichtigt. Sondern wer sich mit den besseren Argumenten sträubt, Theorien des anderen anzuwenden. Da scheinen mir die Sozial- und Geisteswissenschaften den schlechteren Schnitt zu machen.

          Wenn die Sozial- und Geisteswissenschaften diese Umstände in ihre Theorien einbauen müssten, dann wären sie wohl in einer größeren Verlegenheit als wenn die Biologen die Grundlagen der Theorien von zB Böhnisch einbauen müssten.

          Böhnisch entwirft da ja auch im wesentlichen eine „just so story“ oder präsentiert er Belege und Studien für seine Theorien? Teilweise ist es auch recht trivial, was er sagt, er macht es aber unnötig kompliziert. Ach, veränderte Umweltbedingungen führen zu einem angepassten Verhalten? Das ist ja nun nichts, wofür man so kompliziert daher schreiben muss. Ein Teil des Erklärungsbedarfs kommt wohl eher daher, dass in den Sozialwissenschaften die Rollen zu sehr als sich selbst sozial stabilisierend angesehen werden und damit eine Veränderung wesentlich komplizierter erklärt werden muss als sie ist. Denkt man sich die zur Machtabsicherung errichtete hegemoniale Männlichkeit und deren Rollenbewahrung weg, dann ist es ja nicht erstaunlich, dass das modernere Leben mit mehr Haushaltshilfen und mehr Wohlstand an sich dazu führt, dass sich Rollen teilweise neu verteilen. Um so mehr Zeit von Kinderbetreuung und Haushaltsführung frei wird, durch moderne Geräte, verkürzte Kochzeiten durch Fertigprodukte, längere Lagerzeiten durch Kühlung und Kindergarten und allgemeine Schulbildung um so eher kann auch das weibliche Arbeitspotential genutzt werden. Das man das nur auf den Kapitalismus beziehen muss ist doch eher eine Verschleierung als es direkt in ein spieltheoretisches Konzept einzubinden, bei der es für alle Beteiligten vorteilhaft ist die Arbeitskraft der Frau anders zu nutzen.

          Ich befürchte ja, dass man große Teile der Sozialwissenschaften erheblich klarer und besser machen könnte, wenn man dort weg geht von der „klassischen Lehre“ und hingeht zu Spieltheorie mit den Interessen von Einzelakteuren.

        • Ich halte diese Trennung für verhängnisvoll, schließlich gibt es nur eine Realität, auf die sich alle Wissenschaften beziehen (müssen).

          Aus der Sicht der naturwissenschaften ist sie jedenfalls nicht nötig. Der Biologe Edward O. Wilson hat z.B. einen entsprechenden Ansatz entwickelt:

          „Die unterschiedlichen Ebenen der Wirklichkeit lassen sich in ein System genereller Aussagen und Gesetze einbetten, die vom Generellen zum Speziellen verlaufen – also von der Physik zur Chemie, von da zum Gehirn und zu den Mustern unseres Sozialverhaltens. Noch vor etwa fünfzig Jahren erschienen die Vorgänge in einer Zelle so kompliziert, daß man nicht glaubte, sie auf physikalische und chemische Prozesse zurückführen zu können. Deshalb postulierten einige Forscher zusätzlich eine „Lebenskraft“. Die brauchen wir heute nicht mehr.“

          http://www.zeit.de/1998/36/199836.wilson-interview.xml

          Natürlich kann man darüber streiten, wie das im einzelnen gelingt, aber die Naturwissenschaften (ins besondere die Biologie) sind hier im Vorteil: Biologie kann Soziales erklären (zumindest ein Stück weit), während Soziologie oder Philosophie Biologisch/-materielles nicht erklären können, sondern es einfach voraussetzen müssen.

          Es gibt z.B. hervorragende Arbeiten zur materialistischen Theorie des Bewusstseins von Daniel Dennett, oder zur Entstehung von Gesellschaften von Jared Diamond, zur Politik und Ideologie von Jonathan Haidt usw.

          Dem steht die vollkommene Ausblendung der Eingebundenheit des Menschen in die Natur, der reflexhafte Biologismus-Vorwurf und die Unterstellung angebliche Motive gegenüber. Ein schwaches Bild aus meiner Sicht.

        • „Naturwissenschaften sträuben sich gegen Erkenntnisse der Sozialwissenschaften etc.“

          Zu recht! Wie Du selber mit Deinem „Böhnisch“ gezeigt hast! Der „Böhnisch“ will etwas sagen(?) warum macht er es dann nicht? Wo hat denn der Böhnisch seinen Text allgemeinverständlich erklärt? Wo erklären Gedersens ihre Texte denn?
          (BTW welche „Erkenntnisse“ haben die denn, ausser dummes Gender-Gerede?)

          Naturwissenschaftler dürfen sich nicht nur „sträuben“, sie sollten diesen Mist rundweg ablehnen, als unwissenschaftlich bezeichnen!
          Damit hätten sie sogar Recht!

          Oder wo ist der Lesch der „Sozialwissenschaften“ und „GenderStudies“?

          • @DDBZ

            „Naturwissenschaftler dürfen sich nicht nur “sträuben”, sie sollten diesen Mist rundweg ablehnen, als unwissenschaftlich bezeichnen!“

            Aber nicht, weil er kompliziert geschrieben ist. Sondern nur dort, wo sie die besseren Argumente haben

        • @ chomskyy „Aber ich würde zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften trennen.“ Natürlich. Und auch innerhalb der Wissenschaften gibt es ja Spannungen – wer quantittive Methoden in der Sozialiwssenschaft bevorzugt, wird qualitative Methoden leicht für impressionistische Spielereien halten; und umgekehrt wird z.B. der Vorwurf der Oberflächlichkeit erhoben.

          Worauf ich hinauswollte: Wer – schon aus strukturellen Gründen – die eigenen Aussagen nicht experimentell und unter kontrollierten Bedingungen belegen kann, sondern sich zum Belegen der eigenen Texte vorwiegend auf andere Texte bezieht – der muss eben ganz besonders seriös, plausibel und nachprüfbar vorgehen, was die Auswahl und Funktion dieser Texte angeht. Das ist aber gerade bei Gender-Themen nach meiner Erfahrung nicht der Fall (damit beziehe ich mich auf literaturwissenschaftliche UND sozialwissenschaftliche sowie pädagogische Arbeiten, diese Bereiche habe ich an der Uni ganz gut kennen gelernt).

          @Christian In der philosophischen Ethik wird die Spieltheorie tatsächlich ja schon lange rezipiert – was in meinen Augen sehr wohltuend ist, weil es ethische Überlegungen regelrecht erden kann. Sozialwissenschaftler tun sich möglicherwiese oft deshalb schwerer, weil sie eher in größeren Strukturen zu denken gewohnt sind und sie bei spieltheoretischen Kalkülen das Gefühl haben, die klassischen Gegenstände der Sozialiwissenschaft – Gesellschaft, Schicht, Klasse, Milieu, Institutionen, Werte etc. – aus den Augen zu verlieren.

          • @Schoppe

            “ Sozialwissenschaftler tun sich möglicherwiese oft deshalb schwerer, weil sie eher in größeren Strukturen zu denken gewohnt sind und sie bei spieltheoretischen Kalkülen das Gefühl haben, die klassischen Gegenstände der Sozialiwissenschaft – Gesellschaft, Schicht, Klasse, Milieu, Institutionen, Werte etc. – aus den Augen zu verlieren.“

            Oder noch schlimmer: Diese Kriterien teilweise aufgeben zu müssen. Wenn man Schicht nicht mehr als Unter- und Überordnungsverhältnis sehen kann, sondern auch Fähigkeiten, Vererbung aber eben auch andere Verhaltensstrategien berücksichtigen muss, dann muss man vielleicht große Teile bisher bekannter und verfolgter Theorien aufgeben und zugeben bisher falsch gelegen zu haben. Daran besteht dort sicherlich ein geringes Interesse.
            (spieletheoretischer ist es vorteilhafter mitzuschwimmen und nicht zu große Änderungen zu fordern, solange man eine Trennung zwischen den Wissenschaftlichen Bereichen aufrechterhalten kann)

        • @C

          Wenn ich mich richtig erinnere war der Vorwurf gegen Dich, Du seist zu dumm um den Genderisten zu verstehen? Das sei eben mit allen Kritikern so zu handhaben?

          Also, wenn ich meine Gedanken nicht verständlich ausdrücken kann, und auch sonst keiner das macht, welchen Wert hat das Ganze dann?

          Wie kann ich also Argumente für oder gegen GF haben, wenn die mir als Kritiker pauschal unterstellen ich sei zu dumm?

          Physik ist sicher nicht einfach, aber im Prinzip nachvollziebar, prüfbar! Ist das mit den Soz.Wissenschaften so? Und mit der Genderwissenschaft?

          Sowas kommt von Gender!

          http://www.danisch.de/blog/2013/07/03/die-krypto-geheimwaffe-der-spd-gegen-die-nsa/

          PS Welch Argumente haben denn die Gendersens, ausser Behauptungen?

        • „Aber ich würde zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften trennen.“

          Ich nicht! Beide genderverseucht! Beide daher wertlos! Sind heute keine Wissenschaften mehr!

          Nur noch politische Genderstudies! Mehr nicht!

          Ist ja auch bei politischen „Wissenschaften“ kein Wunder!

  8. Man darf unsere Generistas nicht lächerlich machen. Nein,darf man nicht, ist soooo gemeiiiiiin.

    Tut man nicht.

    Man soll also nicht bemerken dürfen, wie hoch der Lesben-, Schwulen- und Transgenderanteil in ihren Reihen ist und womöglich darüber spekulieren, warum das so ist.

    Sonst könnte man vielleicht die wahre Motivation vieler Genderistas entdecken, den Nervus rerurm ihrer Misandrie berühren, der sehr wohl biologisch beinflusst ist (sehr männliche Frauen, die ihr sehr spezifisches So-Sein als allgemein weiblich missverstehen und allein von daher nicht verstehen können, dsss viele Frauen ganz andere Rolleb leben wollen als sie „gleichgestellt“ es tun sollten, sehr weibliche Männer und Menschen, bei denen Gehirngeschlecht und Körpergeschlecht nicht zueinander passen aufgrund von Störungen der Embryonalentwicklung).

    • Wobei sehr weibliche Männer, die analog zu sehr männlichen Frauen, besonders stark unter der klassischen Geschlechterrolle leiden genausowenig „gestört“ sind wie sehr männliche Frauen, sondern in normale Bandbreite der Merkmalsverteilung hineingehören, nur eben „normal“ sind sie nicht im Sinne des Normalen als des Häufigsten der natürlichen Verteilung.

      • Mit anderen Worten, ich bin nur befugt, die Gender Studies zu kritisieren, wenn ich grundsätzlich mit ihren ideologischen Positionen übereinstimme, ihre ideologischen Prämissen, die Glaubenswahrheiten sind, Dogmen also, teile.

        Nur der Genderista darf Genderistas kritisieren.

        Fein ausgedacht, aber auch nicht neu.

        Gab’s auch schon in der Kirchengeschichte und der des Sozialismus.

        Das erinnert mich z.B. an Rosa Luxemburgs scheinheiligen Freiheitsbegriff „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“, wobei sie nur die Freiheit der andersdenkenden KOMMUNISTEN meinte, für NIcht-und Antikommunisten, gerade auch die demokratischen, galt selbstverständlich die Diktatur des Proletariates. Sie sollten mit zerschmetterten Gliedern auf dem Straßenpflaster liegen, überrollt vom Panzerwagen der Revolution.

        • Befugt zur Kritik ist also nur, wer die Top-Down-Arroganz, die Richtlinienkompetenz der Mainstreamer, nicht in Frage stellt, wer auf dem Panzerwagen der feministischen Revolution sitzt.

          Wer auf dem Genderstudy-Karren hockt, der darf darum streiten, wer die Zügel der Kalesche führen darf, wer nicht drauf hockt, für den soll gelten: Maul halten, aus dem Weg gehen und sich nicht lustig machen über die Narrenschar, die da in den Untergang kariolt.

          Schlimmer noch: Er wird verpflichtet, bei der Instandhaltung und Wartung der Kalesche mitzuhelfen, zu zahlen, in die Speichen zu greifen, wenn sie festhängt, Schlamm-und Schlaglöcher durch staatlich erzwungene Abgaben und Arbeiten zu füllen, damit die auf dem Karren eine angenehme Reise haben, unsere staatsfeministische Funktionärselite, über die man sich nicht lustig machen soll, unser neuer Geburtsadel vornehmlich weiblichen Geschlechtes.

          So weit käm’s noch, dass ich denen mit heiliger Ehrfurcht gegenüberträte.

        • @ Peter

          *Ach, immer Deine Vorurteile, also wirklich. Schau Dir mal diese Grazie an, diese gazellenhafte Feingliedrigkeit!*

          Ja, ja.

          Besonders das Mahlwerk.

          Diese KInnbacken!

          Eindrucksvoll.

          Schräg von unten photographieren, Stahlhelm auf, fertig ist Benita Mussolini.

    • @Roslin

      »Man soll also nicht bemerken dürfen, wie hoch der Lesben-, Schwulen- und Transgenderanteil in ihren Reihen ist und womöglich darüber spekulieren, warum das so ist.«

      Tatsächlich ist der Lesben-, Schwulen- und Transgenderanteil auch komplett irrelevant.

      Relevant ist, das die moderne Frau von heute diese Ideologie verinnerlicht hat und allen Ernstes meint, die Welt müsse gemäß diesem Irrsinn funktionieren.

      Würde die normale Frau es einfach ignorieren, dann wäre das Genderkabarett irgend eine Randerscheinung wie Karneval in Paderborn.

      • @BE
        „Tatsächlich ist der Lesben-, Schwulen- und Transgenderanteil auch komplett irrelevant.“

        Hier, mein Freund irrst Du! Der Feminismus hat sehr viel mit Lesben zu tun!

        • @AR

          »Hier, mein Freund irrst Du! Der Feminismus hat sehr viel mit Lesben zu tun!«

          Ich bestreite ja gar nicht, dass ein unverhältnismäßig hoher Anteil der führenden Feministas Lesben waren. Ich bestreite auch nicht, dass das wahrscheinlich auch heute noch so ist.

          Fakt ist aber, dass der Feminismus in etwa so einflussreich wie der Paderborner Karneval wäre, wenn er sich auf Lesben, Schwule und Transgender beschränken würde.
          Pi * Daumen 5% der Bevölkerung? *achselzuck*

          Seine Bedeutung hat der Feminismus nur weil die Heteras bemerkt haben, was für ein tolles Ding er doch ist um die Männer noch ein bisschen mehr zu drangsalieren. Oder denkst du Christians Groupies seien lesbisch?

  9. Warum wollen Genderforscher eine Gleichheit, Gleichbefähigung der Geschlechter beweisen?

    Weil sie offensichtlich nicht Gleich sind, und das stört die Genderisten.

    Die Wohlstandsfrau vermehrt sich nicht mehr, ist deswegen zum Leistungsempfänger der Gesellschaft geworden da ihre wirtschaftliche Leistung trotz aller Aufwendungen für sie nicht entsprechend stieg.

    Genderforschung ist eine Lobby aus Egoisten, eine Untergruppe des Feminismus, die der Masse an Frauen denen die Rolle in der Gesellschaft (Mutter, Familie) zu empfindlichen Teilen entwertet wurde instrumentalisiert und zu Mitstreitern macht.

    Die Fixierung auf vermeintlich gleiche Fähigkeiten der Geschlechter klammert deren Motivation vollkommen aus.

    Da sind unsere Frauen, die besten und bestgebildeten der Welt natürlich in der Zwickmühle.
    Ihre wahre biologisch determinierte Motivation sind Kinder und Familie, die kleine Gruppe, doch das ist verpöhnt, nicht gefragt, sie sind für die Leistung die sie bringen zu teuer.

    Dieses Motiv zuzugeben wäre also selbstschädigend, würde deren Wert senken.

    So muss es jetzt auch „Karriere“ sein, doch „vereinbar“ mit dem Kind.

    „Karriere“, der männlich dominierte Bereich wurde nicht in dem Maß wie der weibliche Bereich Kind/Familie entwertet, so kommt die Frau kaum noch daran vorbei, lernt mittlerweile in 2. oder 3. Generation schon sehr früh von ihrer Mutter sich ja nicht „abhängig“ von einem Mann zu machen also in das offene Messer ihres sinkenden Werts als Mutter/Hausfrau zu laufen.

    Logischerweise folgen daraus die feministischen Bestrebungen es den Frauen angenehmer, „familiärer“ in der Karriere zu machen und die Allgemeinheit zu Verpflichten den Frauen Trostkarrieren (Quote, Förderungen) zu alimentieren.

  10. Hier ein Beispiel, wie Biologie und Kultur interagieren, im Falle der Folgen von mehr Verwandtenheirat und weniger Verwandtenheirat und den Auswirkungen eines solchen Musters für altruistisches Verhalten (das ja auch stark erblich beeinflusst ist), altruistisches Verhalten z.B. gegenüber Fremden, also nicht genetisch-verwandtschaftlich zu einem selbst Ähnlichen.

    Kurz gefasst: Mehr Verwandtenheirat führt tendenziell zu geschlosseneren, ethnozentrischeren Gesellschaften, weil die Akteure der jeweiligen Zivilisation das Eigene stärker begünstigen, mit den Eigenen stärker solidarisch sind, weil stärker verbunden, EBEN AUCH AUS genetischen Gründen!

    Gesellschaften mit einem geringeren Grad an Verwandtenheirat führen tendenziell eher zu einem gesellschaftlichen Klima, das weniger ethnozentrisch ist, offener gegenüber Fremden, mit weniger Binnensolidarität der in geringerem Ausmaß unteinander genetisch Ähnlichen.

    http://jaymans.wordpress.com/2012/04/28/an-hbd-summary-of-the-foundations-of-modern-civilization/

    http://hbdchick.wordpress.com/2012/02/28/inbreeding-and-the-evolution-of-altruistic-behavior/

    Die genetisch Komponente menschlichen Verhaltens, seine erbliche Beeinflussung, wird von Soziologen/Genderisten souverän ignoriert > Biologistische Kackscheiße, sexistisch, rassistisch – bäh!

    Mehr Widerlegung braucht es nicht.

    Damit kann man die vorliegende Empirie, die man als anständiger Soziologe eh nicht kennt, einfach vom Tisch wischen.

    Rat:

    Weniger Hobsbawm und Foucault, mehr Populations-und Verhaltensgenetik studieren, auch für Soziologen!

  11. @ Christian

    Einer Deiner besten Blogartikel, vielleicht der beste! Er kommt dann auf die geplante 2.0-Version von meiner „supitollen“ Liste.

    Die Gender-Ideologen ignorieren ihre Gegner nicht mehr und machen sich nicht mehr über sie lustig, sie bekämpfen sie oder, treffender, sie versuchen dies, und zwar unbeholfen und verzweifelt. Sie verlieren dabei inhaltlich haushoch, wie es für durchgeknallte Ideologen üblich ist.

    Solche Artikel bzw. ihr Inhalt müssen nur noch genug Reih um gehen und/oder den Weg in die Mainstreammedien finden.

    Dann können die einpacken, und damit verliert der Radikalfeminismus eine große Portion Diskurshoheit und hoffentlich auch seine ganzen Angriffsplattformen in der akademischen Welt. Denn nichts anderes sind die Gender-Lehrstühle, auf denen durch die Institutionen erfolgreich durchmarschierte Politaktivist.Innen sitzen, die von einem völlig verrückten Establishment zu „Wissenschaftlern“ deklariert wurden.

    @ Alle

    Macht mit beim geistigen Umweltschutz und verbreitet das hier

    https://allesevolution.wordpress.com/2013/04/20/selbermach-samstag-xxix/#comment-72249

    weiter!

    P.S.: Alles, was ich hier geschrieben habe, fällt unter „meiner Meinung nach“.

  12. Damit nicht in Vergessenheit gerät, welch egomanisch-narzissstischer Ideologie die Ersatzreligion und Pseudowissenschaft „Gender Studies“ mit ihren dogmatischen Prämissen dient, hier ein Hinweis auf einen hervorragenden Artikel von Schoppe:

    http://man-tau.blogspot.de/2013/07/wer-braucht-feminismus-na-wir.html

    via

    Genderama/Arne Hoffmann

    http://genderama.blogspot.de/2013/07/ich-brauche-feminismus-weil-ich-gegen.html

    Ich brauche Feminismus so nötig wie ein Furunkel am Arsch.

    Meine ganz private empfohlene Reaktion:

    Entzieht dem misandrischen System eure Unterstützung, verweigert eure Mitarbeit.

    Auf dass es noch schneller verrottet als ohnehin schon.

    Cheerio.

    • @ Roslin

      Spitze, das Video. Kommt auch auf die 2.0-Version von meiner Liste.

      Wir schaffen die. auch ohne, dass dafür das System zusammenbrechen muss.

      Und wenn nicht, kriegen die, die vor dem Zusammenbruch gewarnt bzw. gegen die Ursachen des Zusammenbruchs waren, nach diesem einen guten Posten.

      So gehört sich das.

      Problem ist nur, dass das nicht gesagt ist, weil dieser Planet ja immer so ungerecht ist…

      …dieser Satz hier

      „Ich brauche Feminismus so nötig wie ein Furunkel am Arsch.“

      gefällt mir jedenfalls auch gut. Dito!

    • @ Alexander Roslin Vielen Dank für die Empfehlung!

      Und für das Video. Das kannte ich nicht – es gefällt mir aber sehr gut und passt auch zu der kurzen Diskussion über Spieltheorie oben. Smith argumentiert schließlich nicht moralisierend, sondern fragt nach der Rationalität eines Verhaltens – und nach den Bedingungen, unter denen ein überraschendes, irritierendes Verhalten rational ist. Sie macht damit implizit auch klar, was sich an diesen Bedingungen ändern müsste.

  13. Mir ist die letzte Zeit aufgefallen, das sich in Gender Artikeln auf Studien und Statistiken bezogen wird, die ein wenig dürftig sind.

    Beispiel:
    In einem Artikel des Tagesspiegel wird männliche Konzentration und weibliches Multitasking folgend widerlegt:

    „Fine widerlegt diese Hypothese mit einer Metastudie zur Lateralisation von Sprache. Geschlechtsunterschiede zeigten sich nur in den Teilstudien mit kleinen Stichprobengrößen, insgesamt ergaben sich keine.“

    Und der Artikel schliesst mit der Aussage, das die Buchautorin eine Studie zu einem Frauenthema beisteuert:

    „Als man 100 Universitätsmitarbeiter bat, von zwei fiktiven Jobbewerbern, einem Mann und einer Frau, den besseren auszuwählen, entschied sich die Mehrheit für den Mann.“

    Obwohl beide Geschlechter den identischen Lebenslauf hätten und der einzige Unterschied das Geschlecht wäre:

    „Und damit hat die Autorin eigentlich alles zum Thema Quote gesagt“

    Die Stichprobe ist mit 100 Leuten zu klein, nur mit Universitätsmitarbeitern zu einseitig und es nichtmal geklärt welches Geschlecht die MA hatten. So eine Studie anzuführen ist meiner Meinung nach die totale Katastrophe.

    http://www.tagesspiegel.de/wissen/die-geschlechterluege-biologie-als-neurosexismus/6601144.html

    Beispiel2:

    Es wird erwähnt, das die Artikelautorin bei einer Konfrenz einer referierenden Frau zusah und eine zufällige Person zur ihr sprach: „Was halten Sie von ihrem Outfit?“
    Ihr wäre das auch schon passiert. Und daraus schliesst sie das Frauen immer noch häufig in der Öffentlichkeit vom äußeren bewertet werden und dadurch diskriminiert werden.

    https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/was-halten-sie-von-ihrem-outfit

    Ich finde den Umgang mit Zahlen und Mengen sehr seltsam. Auf welche Studien und Statistiken wird sich denn sonst noch bezogen?

  14. Was sagen eigentlich die Damen zu diesem Artikel?

    Wenn ich da richtig sehe, haben sich kaum/keine Damen hierzu geäußert.

    Was ist los? Keine Argumente mehr?

    Was haltet ihr von den Gender Studies?

    Mehr oder weniger als von meiner supitollen Liste? (hihi)

    • Das liegt daran dass hier die von Misogynisten dominierte Diskussion an Unsachlichkeit nicht mehr zu überbieten ist.

      Dann macht eine Frau ein gutes Argument und fünf Frauenhasser stürzen sich auf die und schreien sie nieder.

  15. Auf SPON geht es gerade rund, zur Zeit 408 Kommentare zu

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-kolumne-vorsicht-gender-gegner-a-910563.html

    Geschlechterforschung: Vorsicht, Gender-Gegner!

    Eine Kolumne von Jan Fleischhauer

    Die Heinrich-Böll-Stiftung hat eine Broschüre veröffentlicht, in der vor Leuten gewarnt wird, die im Streit um Geschlechtergerechtigkeit nur diffamieren wollen. Unter den Genannten ist auch ein SPIEGEL-Redakteur.

  16. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

  17. @ Christian. Mit diesem Kommentar wollte ich gar nicht großartig inhatlich auf den oben geposteten Artikel eingehen, sondern einmal kurz ein dickes Lob für dich aussprechen. Dazu muss ich kurz anmerken, ich bin nicht heterosexuell, sondern schwul. Unabhängig von meiner eigenen Sexualität jedoch, bin ich ein Student (der Geisteswissenschaften, Englisch u. Geschichte, derzeit jedenfalls noch), der daran interessiert ist eine möglichst objektive und möglichst wenig ideologische Forschung zu betreiben, um zu einem vernünftigen Erkenntnisgewinn zu kommen. Ich selbst würde mich gedanklich (und somit philosophisch) als einen Rationalisten einordnen, vornehmlich kritischer Rationalismus (Karl Popper, David William Miller, etc.).
    In meinen Studienjahren musste ich mit zunehmender Sorge beobachten, wie sich bestimmte stark ideologische, sehr aggressive Denkrichtungen, in die Geisteswissenschaften hineinfressen, um es mal sehr polemisch auszudrücken (und nicht nur in die Geisteswissenschaften, teilweise wird dieser Versuch auch was Naturwissenschaften angeht, unternommen). Das Stichwort hierzu lautet „Sozial-Konstruktivismus“ (auf diesem Gedankenmodell bauen speziell Feminismus und die Gender-Ideologie auf). Alles ist sozial konstruiert, es gibt keine Objektivität, und es geht nur darum Machtverhältnisse zu wahren. -> Eine Verschwörungstheorie par excellence, die permanent Opferrollen produziert und reproduziert und sich ihre eigene Realität erschafft, um diese dann mit aller Gewalt (ironischerweise entgegen ihre eigenen Logik ->) als objektive und absolute Wahrheit zu verkaufen. Erinnert einen grade als Historiker irgendwie an die DDR. Somit ist die Einordnung der Gegner als „rechts“ sobald man anfängt feministisch- oder Gender-theoretische Positionen zu kritisieren nachgerade zwingend. Ich gebe dir mal ein Beispiel aus meiner Alltagspraxis. Ich habe einmal eine Diskussion mit einer Studentin der Geschichte gehabt und ihr meine Kritik an den Gender-Studies und allgemein am Sozialkonstruktivismus dargelegt. Ihre Reaktion war exemplarisch, sie meinte dazu nur, ohne sachlich auf die Argumente einzugehen: „Sowas kann auch nur von einem weißen, nicht-behinderten, heterosexuellen West-Europäer kommen.“ Naja, dass ich ein Mann und weiß bin, konnte man sehr offensichtlich an meinen Facebook-Fotos erkennen. Allerdings habe ich bei der Einordnung heterosexuell und West-Europäer lachen müssen, angesichts der Tatsache, dass ich aus Ost-Europa bin, ganz zu schweigen von der automatischen Einordnung als heterosexuell. So als wenn alle Homosexuellen dieser Welt zwangsläufig der Gender-Ideologie anhängen würden. -> Ganz im Gegenteil, ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung als Homosexueller sagen, dass die meisten Schwulen zwar schon mal von den Gender-Studies gehört haben, jedoch die allermeisten fast nichts damit zu tun haben, außer eben, dass man als Homosexueller zwangsläufig auch mit dem linksradikalen Spektrum der Schwulen-Szene zusammenstößt. Thematisiert man aber unter Schwulen (also unter solchen Schwulen, die die Verbindung zur Außenwelt nicht verloren haben und einen gemischten Freundeskreis sowohl aus hetero- als auch aus homosexuellen Freunden haben) solche Meta-Argumentationen wie „Zwangsheterosexualität“ oder auch gerne im radikalen Feminismus vertreten „Jede Frau sei eigentlich erstmal lesbisch, würde dann aber von den Männern in die Heterosexualität gezwungen werden“, oder Thesen wie es gäbe eigentlich gar kein Geschlecht, das sei alles nur konstruiert, so kann ich dir getrost verraten, ist auch hier das Gelächter seitens der Schwulen/Lesben riesengroß, schließlich kommt ja auch niemand auf die groteske Idee von einer Zwangshomosexualität zu sprechen. Mit Logik ist dem linksradikalen Spektrum allerdings nur schwer beizukommen, ich nehme an, das wirst du in deinen ganzen Diskussionen mit entsprechenden Vertetern aus jenem Spektrum gemerkt haben. Ich bin der Meinung, dass diese konstruktivistischen Ideologien niemandem helfen, am allerwenigsten den Homosexuellen, Transsexuellen und sonstigen Minderheiten. Ganz im Gegenteil, sie könnten auf Dauer sogar noch mehr Hass produzieren, denn sie nehmen die Menschen, indem sie so etwas wie Zwangsheterosexualität unterstellen oder den Menschen schlichtweg und dreist ihr Geschlecht aberkennen, nicht ernst. Und allen voran, steht eine Beobachtung, die ich machen konnte in den letzten Jahren: Menschen wie H.J. Voss oder diese Bad-Hair-Day Userin oder wie sie sich nennt, aber insbesondere auch die wenigen Schwulen aus meinem Umfeld, die diesen radikalen Meta-Theorien anhängen, diese Menschen therapieren sich auf diese Weise selbst. Sie haben Probleme mit ihrer eigenen Sexualität, Ihrer Geschlechtsidentität, auf gut deutsch, Probleme mit sich selbst und lagern diese (Stichwort: Externalisierung) auf die Umwelt aus. Somit ist es ebenso nachgerade zwingend, dass sowas wie Selbsreflektion nicht vorhanden ist und sobald sich Kritik formiert, diese automatisch denunziert wird. Selbsreflektion auf wissenschaftlicher Ebene betrachtet ist allerdings die Falsifikation, wie Popper schon sehr richtig festgestellt hat. Das emprische Regulativ der Falsifikationsmethodik ist dafür da, um die eigene Theorie zu überprüfen, um zu überprüfen ob die Logik, die man sich aufgebaut hat, auch auf einer vernünftigen Prämisse beruht. Warum ist also eine Wissenschaft wie die Physik so bedeutungsvoll und erfolgreich geworden und hat unsere Erkenntnisse was die Welt angeht, grundlegend revolutioniert und geprägt? Ganz einfach, diese Wissenschaft reflektiert sich selbst! Sie lagert nicht aus, sondern wenn sie zur Theoriebildung kommt, wird gleichzeitig versucht diese Theorien wiederum zu falsifizieren, um sie auf diese Weise zu überprüfen. -> Also Selbstreflektion.
    Die Gender-Studies stellen zu diesem Denkprinzip, eine Antiposition dar. Sie sind eine Anti-Wissenschaft, die krampfhaft versucht etwas zu widerlegen, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, die eigenen Prämissen zu hinterfragen und zu widerlegen, eine Anti-Wissenschaft, die apriorisch zu einem Ergebnis kommt und dann zusieht, wie man sich die Beweisführung so zurechtlegt, dass es die apriorische Erkenntnis unterstützt. -> Stichwort: Wissenschaftlicher Sozialismus, so hat es in DDR damals funktioniert und so hat man bereits damals in der DDR versucht die Menschen umzupolen und in die eigene Ideologie zu quetschen.

    -> Kurz um, was ich dir sagen will, Christian, ist, mach weiter so! Auch wenns nicht immer leicht ist!
    Ich musste unten meine Daten eintragen, darunter ist auch meine emailaddi, die hier nicht veröffentlicht ist. Sofern du hier einer der Admins bist, nehme ich an, hast du aber Zugriff auf diese Information. Wenn du also magst, kannst du mir gerne eine Nachricht privat an meine Email-Addi senden. Ich habe zwar meist nur wenig Zeit wegen des Studiums, aber sofern ich kann, die Zeit es zulässt, werde ich dich gerne unterstützen.

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