Die Männer- und die Frauenbratwurst

Edeka hat – auch wenn der Sommer bisher kaum Grillwetter bereit gestellt hat – ein diesbezügliches geschlechtsspezifisches Angebot gemacht:

Männer Frauen Bratwurst

Männer Frauen Bratwurst

Natürlich ist man im Feminismus nicht begeistert. Bei Antje Schrupp findet sich ein an Edeka geschriebener Brief, der das Grundproblem so beschreibt, dass die Männerwurst deftig gewürzt ist und zudem doppelt soviel Inhalt hat und die Frauenwurst teurer ist und darauf hingewiesen wird, dass sie fettarm ist.

Das Problem:

Sehr offen zeigt sich darin zunächst ein dumpfer Sexismus.

Männer essen viel und herzhaft, während Frauen vor allem dünn sein wollen – diese Annahmen über geschlechtsspezifische Eigenarten klingen durch.

Das sind natürlich auch gewagte Annahmen. Welche Frau will schon abnehmen? Oder ist an fettarmen Produkten interessiert? Ich kenne keine einzige Frau, die nach so etwas suchen würde. Es ist ja auch kein insbesondere auf Frauen bezogenes Schönheitsideal.  Das Männer eher mal eine Wurst mehr essen und eher darauf ansprechen, dass etwas herzhaft als kalorienarm ist, dass ist auch sehr gewagt.

Das Frauen eher als Männer Diätprodukte wollen ist aus meiner Sicht kein dumpfer Sexismus, sondern schlicht etwas, was der Realität entspricht. Das Firmen dies vermarkten mag man für falsch halten, das ändert aber nichts daran, dass es durchaus der Fall ist.

Der weitere Schluss:

Männer sind so, Frauen sind anders. Unterschiede sind in Stein gemeißelt.

Auch eine sehr gewagte Aussage aus meiner Sicht. Das solche Produkte immer nur an den Schnitt gerichtet sind und keine absoluten Aussagen treffen, dass ist den meisten Menschen wohl klar. Sicherlich werden einige Männer mit der schlankeren Wurst liebäugeln und sie dann wegen der Bezeichnung nicht kaufen, aber das ändert nichts daran, dass Frauen oder Männer keine anderen Würste essen dürfen. Würste errichten auch mit dieser Bezeichnung keine absoluten Geschlechternormen, gerade wenn sie dann noch mit einem entsprechend überzeichneten Bild versehen sind.

Frauen sollen gefallen, Männer dürfen genießen.

Eine hierarchische Rollenverteilung zugunsten der Männer ist darin deutlich eingeschrieben.

So weit, so äußerst unerfreulich.

Kann man auch umdeuten:

  • „Die feinere Wurst mit dem besseren Fleisch für die Frauen, weil sie besseres Essen verdient haben, die Männer können den deftigen Kram fressen, den sonst auch alle bekommen. „
  • „Männer sollen kräftig und muskulös sein, bei Frauen reicht es, wenn sie etwas auf das Gewicht achten“
  • Frauen bekommen eine ausdrücklich als „besonders“ bezeichnete (Extra-) Wurst, Männer etwas grobschlächtiges, unedles“

Danach könnte man behaupten, dass die Hierarchie hier zugunsten der Frauen errichtet wird. Was einen aber nicht weiterbringen würde.

Zu der normativen Wirkung der Wurst:

Fraglich ist darüber hinaus aber, warum in aller Welt überhaupt das Geschlecht beim Essen eine thematische Rolle spielen soll.

Ich nehme mal an, dass Sie die Produkte am Ergebnis irgendeiner Marktforschung ausgerichtet haben, die unterschiedliche Bratwurst-Vorlieben bei Frauen und Männern ergeben hat. Selbstverständlich sind Sie bemüht, mit Ihrem Sortiment die breitesten Geschmäcker zu treffen. Dass Sie deshalb zwei unterschiedliche Produkte kreieren, von denen Sie sich jeweils große Resonanz bei einem der Geschlechter versprechen, verstehe ich. Aber warum müssen Sie die auch geschlechterspezifisch benennen?

Denn wenn Frauen magere Wurst mit Gemüsefüllung tatsächlich so gern mögen, dann werden sie sie auch kaufen, wenn sie nicht als “für Frauen” gekennzeichnet ist. Durch die geschlechtsbezogene Bennennung aber agieren Sie normativ: Sie bestimmen, dass diese Wurst zu mögen, mithin auch magere Produkte zu bevorzugen, ein Zeichen von Frausein ist. Frauen mögen diese Wurst. Weil Frauen ja dünn sein wollen. Frauen sind so.

Wenn eine Frau nun lieber die “Männer-Bratwurst” mag, dann kann sie die natürlich essen. Aber damit wird ihre simple Grill-Mahlzeit zum Überschreiten einer – von Ihnen willkürlich gezogenen – Grenze ihrer Geschlechterrolle. Die Frau muss sich plötzlich zu ihrem Frausein verhalten, nur weil sie kräftig gewürzte Wurst mag. Sie tut etwas, dass “Frauen eigentlich nicht tun”. Ihre Produktbenennung setzt eine – vollkommen sinnlose – Norm, gegen die eine Frau verstößt, die den Fettgehalt von Speisen nicht zum primären Auswahlkriterium für ihre Ernährung macht.

Die Eingangsfrage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten: Wie man dort richtig annimmt hat man wahrscheinlich die Bratwurstvorlieben der Frauen und Männer versucht zu treffen. Nimmt man das erst einmal an, dann ist es schon interessant, dass sie die obigen Annahmen einfach so als sexistisch bezeichnen. Aber gut. Hat man die Vorlieben, dann kann man zwei Produkte machen und diese Geschlechtslos vermarkten und hoffen, dass der Kunde erkennt, dass das eigene Produkt genau das ist, was er sucht oder man kann über einen persönlicheren Ansatz vorgehen und die Marktforschungsergebnisse gleich mit der Zielgruppe, die man für die jeweiligen Würste gefunden hat, verknüpfen. Wenn man also ein Produkt an (Hobby-)Sportler verkaufen will, dann kann man es zB „isotonischer Sportdrink“ nennen, wenn man etwas an Senioren verkaufen will, dann nennt man es „Seniorentaschenrechner“ (mit extra großen Tasten), obwohl es für Leute mit aus sonstigen Gründen geringen Sehvermögen oder schlechter Hand- Auge-Koordination vielleicht auch gut geeignet ist. Denn auf diesem Weg bringt man die Zielgruppe am ehesten dazu, dass es sich angesprochen fühlt und sich fragt, ob sie das Produkt will. Dann scheibt man noch zusätzlich das (Pseudo-) Argument dazu, welches der Person aus der Zielgruppe logisch erscheint und ihn dazu bringt, dass Produkt als für sich geeignet anzusehen.

Schauma Männer Shampoo

Schauma Männer Shampoo

An diesem Produkt sieht man es eigentlich ganz gut: Es gibt dutzende von Shampoos für jeden Haartyp. Da wird jeder Mann etwas passendes finden. Dennoch scheint sich für die Hersteller ein „Männer-Shampoo“ zu lohnen. Ich vermute, weil Männer vor dem Regal stehen und sich fragen, welches Shampoo das richtige ist und sie das Gefühl haben, dass ein Männershampoo schon das richtige sein wird – das praktizierte In-Grouping „ich bin für dich gemacht“ erleichtert schlicht die Entscheidung bei großer Produktvielfalt.  Deswegen sind die eigentlichen Vorzüge dieses Shampoos auch weniger auf Männerhaar ausgerichtet, sondern schlicht darauf, dass sie in männlichen Ohren gut klingen und positive Assoziationen wecken, zu Männern passen – die Zutat ist natürlich Hopfen, weil Bier und es verleiht „Stand und Volumen“, man vermutet fast, dass der Designer das Ganze erst als Witz gemeint hat und es zu übertrieben fand, es dann aber durch gewunken wurde.

Bei der Wurst ist das nichts anderes. Auch hier setzt man auf die Wirkung von Worten wie „kräftig“, bei den Frauen hingegen auf „besonders mager“. Beides sind eben Begriffe, die den jeweiligen Käufer besonders ansprechen sollen und ihn davon überzeugen sollen, dass das Produkt zurecht eine „Frauenwurst“ oder eine „Männerwurst“ ist.

Interessant wäre aus meiner Sicht auch, wie man dort zu anderen Geschlechterprodukten oder Aussagen steht. Frauenparfüm muss es ja eigentlich genau so wenig geben wie etwa Frauenhandtaschen oder Frauenuhren. Frauenquoten bedeuten ja auch, dass Frauen es nicht aus eigener Leistung schaffen, Männer aber schon, transportieren also ein sexistisches Frauenbild. Ebenso wie Frauenbeauftragte oder Frauenministerien.

Es wird dann noch gefragt, warum die Frauenwurst teurer ist, worauf Edeka immerhin antwortet:

in der Frauen-Bratwurst sei mehr besonders mageres Fleisch, außerdem hochwertiges Gemüse, und das Ganze sei in einen besonders zarten Saitling eingepackt, was die Herstellung dieser Wurst teurer mache als die der Männer-Bratwurst.

Leider wird von Strupp dieser Aspekt nicht in das Hierarchieverhältnis eingestellt.

Lustiger sind da schon die Kommentare über einen englischen Artikel zu dem Thema:

First it was penis envy, now the feminists have sausage envy!

 

86 Gedanken zu “Die Männer- und die Frauenbratwurst

  1. Geil! Frauenbratwurst! #aufschrei 🙂

    Aber die Schrupp kann doch eine „Männerwurst“ genießen wenn sie will. Man stelle sich mal vor,Schrupp will zahlen, die Kassiererin ruft quer durch den Edeka (Kasse kann den Barcode nicht lesen-dummes Ding):“Erna, was kosten die Männerwürste?“ Da steht Frau Antje dann mit hochrotem Kopf ……

  2. Na huch, Gender-Mainstreaming jetzt auch bei Edeka?

    Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.

  3. Ich gebe Frau Schrupp recht. Das ganze ist eine Peinlichkeit. Hier wird impliziert, das es für beide Geschlechter nur eine richtige Art gibt, Bratwurst zu essen.

    Und was sollen überhaupt die sexualisierten Bilder auf den Verpackungen? Ist in den Bratwürsten mittlerweile Menschenfleisch enthalten? Bringt man beim Kaufen der Würste zum Ausdruck, dass man korrekt heterosexuell ist?
    Welche Wurst wäre denn laut Edeka die richtige für mich?

    Bringt man demnächst noch Bratwürste für Schwule auf den Markt, mit einer Mischung aus deftig und zart und mit einer rosa Verpackung?

    Und das mit dem Shampoo hat eine ganz andere Wirkung. Das Shampoo impliziert nämlich keinen normativen Zwang zum Geschmack, sondern preist ein Produkt an, welches abgestimt sei auf die Bedürfnisse von Männerhaaren (ob das nun stimmt oder nicht).

    • @Adrian

      „Und das mit dem Shampoo hat eine ganz andere Wirkung. Das Shampoo impliziert nämlich keinen normativen Zwang zum Geschmack, sondern preist ein Produkt an, welches abgestimt sei auf die Bedürfnisse von Männerhaaren“

      soll das Produkt nicht an die Bedürfnisse männlicher/weiblicher Geschmacksnerven angepasst sein?

      • Es ist ein Unterschied zu sagen, es gibt unterschiedliche Bedürfnisse oder zu implizieren, jeder müsse solche Bedürfnisse haben.
        Ich esse gerne mal ne Bratwurst mit magerem Fleisch, und habe auch nichts gegen Gemüse in der Wurst.
        Aber Edeka sagt mir jetzt, solche Würste sind nichts für mich, echte Männer essen anders. Was soll dieser Unsinn?

        • @adrian
          „Es ist ein Unterschied zu sagen, es gibt unterschiedliche Bedürfnisse oder zu implizieren, jeder müsse solche Bedürfnisse haben.“

          Das ist doch bei allen Männer/Frauen-Produkten so oder nicht?

          „Ich esse gerne mal ne Bratwurst mit magerem Fleisch, und habe auch nichts gegen Gemüse in der Wurst.“

          warum auch nicht? Ich grille auch gern Hähnchen und Auberginen. Oder Grillkäse. Wobei der ja schon wieder fettig ist.

        • „Das ist doch bei allen Männer/Frauen-Produkten so oder nicht?“

          Ja und nein. Aber es kommt eher auf die Art und Weise an, wie es verkauft und angepriesen wird.

          „warum auch nicht? Ich grille auch gern Hähnchen und Auberginen. Oder Grillkäse. Wobei der ja schon wieder fettig ist.“

          Schön. Und Du fändest es völlig in Ordnung, wenn man Auberginen und Hähnchen ab morgen in der Lebensmittelabteilung nur für Frauen findet, etikettiert mit einem halbnackten Mann in lasziver Pose?

          • @adrian

            „Und Du fändest es völlig in Ordnung, wenn man Auberginen und Hähnchen ab morgen in der Lebensmittelabteilung nur für Frauen findet, etikettiert mit einem halbnackten Mann in lasziver Pose?“

            Man kann das natürlich kritisieren. Aber hier wird es ja gerade überzeichnet durch die Bilder, was aus meiner Sicht deutlich macht, dass man es nicht zu ernst nehmen sollte.

            Würde man alle Produkte so einteilen wäre es natürlich etwas anderes, als wenn man es mal bei einem bestimmten Produkt macht.

            Zudem ist es eben sehr simpel argumentiert, wenn man da eine Unterordnung reindeutet und dem ganzen zuviel Bedeutung beimischt. Das warenangebot in jede Richtung ist immer noch groß genug, da macht ein solches überzeichnetes Produkt auch keinen Unterschied. Alles zu verbieten, was Stereotype darstellt, ist aus meiner Sicht zuviel.

        • @ Christian
          Du solltest mich mittlerweile gut genug kennen, um zu wissen, dass ich überhaupt nichts verbieten will.

          „dass man es nicht zu ernst nehmen sollte.“

          Ja, vmtl. nehme ich das zu ernst. Kauf ich halt demnächst Frauenbratwurst. Es ist immerhin keine Schande, eine Frau zu sein.

    • „Bringt man demnächst noch Bratwürste für Schwule auf den Markt, mit einer Mischung aus deftig und zart und mit einer rosa Verpackung?“

      Guter Einfall, warum nicht. Wenn das Marktsegment groß genug ist, was man mit etwas Marktforschung herausbekommen kann, und Inhalt und Verpackung passend optimiert … Du solltest bei einer Marketingagentur einsteigen, die suchen immer kreative Köpfe

      • Der Punkt ist, das Geschmächer verschieden sind – aber quer zu Geschlechtern und sexuellen Orientierungen – und selbst wenn es Häufigkeiten gibt (was ich gar nicht bestreiten will) ist das noch lange kein Grund, einen Mehrheitsgeschmack für alle zu normieren.

        Und ich wäre gegen Bratwürste nur für Schwule. Was sollte das aussagen? Dass Schwule was Besonderes sind? Dass andere Bratwürste ihnen nicht zustehen? Dass ist doch nichts anderes als das implizite Vorschreiben von Verhaltensweisen und Geschmacksrichtungen.

        • @Adrian

          Bewirb Dich doch zusammen mit Frau Antje* bei Edeka, als Genderwurstmarktspezialist.
          Wenn Du Dir ernsthaft über diese Wursterei „schwule“ Gedanken machst….

          (*Beleidigte Leberwurst)

          Leider Patentamt heute geschlossen, muss ich wohl bis Montag warten um meine Genderbratwurst anzumelden. 🙂

        • @ Adrian

          *Der Punkt ist, das Geschmächer (sic) verschieden sind – aber quer zu Geschlechtern*

          Gemächte (pfui, was für ein dominantes Wort, Foucault hat Recht!!) sind auch verschieden, aber nicht quer zu den Geschlechtern.

          Und das ist hier das Problem.

          Warum muss die Männerwurst so viel größer sein als das Frauenwürstchen im zarten Saitling?

          Das ist nicht empauernd, das ist demütigend.

          Mein Vorschlag: Die doll empauerte Emannze kauft kühn MÄNNERWURST, bändert so ganz doll subversiv Gender („Penisneid mit Schleifchen drum“) und zerstört so die heteronormative Zwangsmatrix.

          Einkauf bei EDEKA – ein subversiver Akt.

        • @Roslin

          Und an der Kasse holt die embauerte Emmanze die Schere raus und schneidet die Männerwurst in zwei Teile, grinst dabei alle anwesenden Männer süffisant an.

      • „… Mehrheitsgeschmack für alle zu normieren… das implizite Vorschreiben von Verhaltensweisen und Geschmacksrichtungen.“

        Das interpretierst Du da hinein, es ist aber etwas ganz anderes: nämlich Verkauftechnik, a.k.a. Marketing.
        Niemand muß eine bestimmte Wurstsorte kaufen, es liegen 100 verschiedene im Regal, die alle um Deine Aufmerksamkeit kämpfen und von Dir gekauft werden wollen. Nur die am besten an Deine Wünche angepaßte Wurst gewinnt.
        Zum Vergleich: vor längerer Zeit habe ich eine Klage einer Frau gelesen, Frauen seien diskriminiert, weil der Rasierschaum für Frauen doppelt so teuer ist wie der für Männer, obwohl so ziemlich das gleiche drin ist.
        Warum zum Teufel ist sie dann so dumm, keine Männerpackung zu kaufen?!
        Antwort: die Leute kaufen nicht nur die materiellen Produkte, sondern auch Image bzw. Lebensgefühl, notfalls für einen saftigen Aufpreis.
        Das ist mit den Gender-Würsten nicht anders.

        Du verdrehst Ursache und Wirkung: in unserer Welt es Warenüberangebots muß erst ein Kaufwunsch da sein, dann wird er bedient. Nicht umgekehrt, man kann mit Produkten nicht mindestens latent vorhandenen Kaufwünsche generieren und schon gar nicht irgendjemandem etwas vorschreiben.

    • Und was sollen überhaupt die sexualisierten Bilder auf den Verpackungen? Ist in den Bratwürsten mittlerweile Menschenfleisch enthalten? Bringt man beim Kaufen der Würste zum Ausdruck, dass man korrekt heterosexuell ist?

      Jetzt sag bloss, der Typ auf dem Frauenbratwurstetikett gefällt dir nicht?!
      Aber gut, um allen gerecht zu werden sollte es zumindest noch eine Schwulenbratwurst (mit einem knackigen Burschen auf dem Etikett) und eine Lesbenbratwurst (XXL) im Angebot geben.

      • „Jetzt sag bloss, der Typ auf dem Frauenbratwurstetikett gefällt dir nicht?!“

        Darum geht es doch gar nicht!

        „Aber gut, um allen gerecht zu werden sollte es zumindest noch eine Schwulenbratwurst (mit einem knackigen Burschen auf dem Etikett) und eine Lesbenbratwurst (XXL) im Angebot geben.“

        Heteromänner, Heterofrauen, Lesben und Schwule – bei all diesen Gruppen wird man Menschen finden, die gerne mal die eine oder die andere Bratwurst essen. Laut Edeka ist ein solcher Pluralismus allerdings falsch.

        • Ja natürlich. Es ist nicht nötig, die kalorienarme Bratwurst als Frauenbratwurst anzupreisen. Kalorienarm, fettarm etc. würde genügen, um vor allem Frauen anzusprechen.
          Mir würde es aber keinerlei Probleme bereiten, die Frauenbratwurst zu kaufen, wenn sie mir schmecken würde. Die könnte auch als Schwulenbratwurst oder sonstwas angepriesen werden, das hielte mich nicht davon ab, sie zu kaufen.
          Man sollte all das, was sich Werbefuzzis so einfallen lassen nicht allzu ernst nehmen.

    • Ich bin Vegetarier, und das als Mann. Weder die eine noch die andere Wurst wär was für mich und wenn, würd ich eher die Frauenwurst nehmen.

      Dennoch empfinde ich die Ausführungen von Frau Schrupp als weinerlichen Blödsinn. Sie reagiert auf Alles, was mit einem Geschlechterunterschied rumspielt, wie Pawlows Hund und kreischt Benachteiligung von Frauen per default.

      Man könnte ebenso gut eine Benachteiligung von Männern daraus konstruieren, wenn man denn möchte. Oder, und das wäre wohl das Beste, es einfach ganz sein lassen.

      Die Kampagne von Edeka finde ich lächerlich, aber Frau Schrupp ist noch lächerlicher.

    • „Und was sollen überhaupt die sexualisierten Bilder auf den Verpackungen?“

      Sex sells.
      Das ist hier genauso sinnfrei wie nackte Frauenbeine neben (schwarzen, eher stinkigen und schmuddeligen) Autoreifen in der Werbung.

      Eigentlich müßte auf der Männerwurst ja ein Mann zu sehen sein (iß diese Wurst und Dein Bizeps explodiert) und auf der Frauenwurst eine Frau (die Wurst hat Konfektionsgröße 34, wirst Du bei regelmäßigem Verzehr auch haben).

      Auf welche inneren Reaktionen die Edeka-Leute hier spekuliert haben, wüßte ich gerne.

      • „Eigentlich müßte auf der Männerwurst ja ein Mann zu sehen sein (…) und auf der Frauenwurst eine Frau“

        Genau daran kann man den satirischen Charakter der Aktion erkennen. Insbesondere der Muskeltyp auf der Frauenwurst fällt aus den üblichen – auch den sexistischen – Marketingstrategien heraus. Das ganze hat etwas leicht karnevaleskes. Vielleicht sogar eine Reaktion auf die Sexismusdebatte.

        • Genau daran kann man den satirischen Charakter der Aktion erkennen. Insbesondere der Muskeltyp auf der Frauenwurst fällt aus den üblichen – auch den sexistischen – Marketingstrategien heraus.

          Den Typen auf der Frauenbratwurstverpackung haben sie draufgetan, um nicht als sexistische Chauvis dazustehen. Der Aufschrei wär noch wesentlich heftiger ausgefallen, wenn nur auf der Männerwurstverpackung eine attraktive Frau wäre.

    • Adrian, bitte. Bratwurst ist kein Lifestyle. Wenn ich mir wirklich Gedanken über meinen Wurstkauf machen würde, so würde ich die Frauenwurst wählen wenn ich meine Ernährungsgewohnheiten heben will. Vom Kilopreis her gesehen etwas edler und da nicht so stark gewürzt ist die Gefahr geringer, schlechtes, altes Fleisch mit über einer Überportion an Gewürzen in die verzehrfähige Zone zu heben.

      Ab dem vierten Bier ist mir aber eher nach viel Fleisch, kräftig und stark gebraten. Normativ? Das gängige Klischee ist, daß Lesben und nicht Schwule humorlos sind. Das durchbrichst Du gerade. Lesben nehmen ob der runden Form statt der phallischen Wurst eher die Bratwurstschnecke. Und Schwule kommen ihrem Angebeteten einfacher näher wenn sie besonders dicke Würste kaufen um dann mit sexualisierten Witzen eine förderliche Atmosphäre kreieren können.

      Man könnte aber auch einfach grillen und sich über diese Diskussion und Edeka gleichermaßen lustig machen.

      • »Das gängige Klischee ist, daß Lesben und nicht Schwule humorlos sind.«

        Wieviele Feministinnen braucht es um eine Glühbirne zu wechseln?

        EINE!!! Und das ist NICHT LUSTIG!!!

        • „Sind Schwule doch humorlos? „Hast Du so wenig zu Lachen?“

          Ich habe Dir schon mal gesagt, ich bin nicht das schwule Zentralkommitee. Aber ja, in gewissen Dingen sind „wir“ ganz bestimmt auch humorlos.

          Lachst Du denn über jeden Genderkram? Wäre mir noch nicht aufgefallen.

        • @Adrian

          Ich lache sehr wohl über Gendersens, solange die keine Steuergelder kosten, fremden Menschen nicht ihre Sicht der Dinge aufzwingen wollen, keine „positive“ Diskriminierungen einführen wollen usw….

          Und genau das macht Edeka nicht. Die Lustigere (eigentlich Lächerliche) ist hier eben Frau Antje.
          Ich denke die macht sich selber zum Würstchen.

          Ob Du Dich als Schwuler nun angegriffen fühlst, musst Du selber wissen. Ich habe versucht Dich zu verstehen, komme da aber nicht mit.

          Was haben Dir eigentlich die armen Würstchen getan? Wo genau hast Du Nachteile wegen dieser Sache?

        • @ DdBz
          Ich fühle mich nicht angegriffen, mag es aber nicht, wenn jemand meint, dass man wegen seines Geschlechts bestimmte Vorlieben haben solle – und dann noch bei Lebensmitteln.

        • @Adrian

          Gut verstanden. Siehst Du eben anders als ich, das ist aber gut so!

          Übrigens ist das dann auch nix für Dich. Damit kann man ausrechnen welche Wurst teurer ist.

    • „Soziale Normen (Gesellschaftliche Normen, Soziale Skripte) sind konkrete Vorschriften, die das Sozialverhalten betreffen. Sie definieren mögliche Handlungsformen in einer sozialen Situation. (…) Normen sind (äußerliche) Erwartungen der Gesellschaft an das Verhalten von Individuen.“ (Wikipedia)

      -Und sie kommen auch nicht von ungefähr, denn die meisten Frauen essen nun mal lieber magere Würstchen und wollen schlank sein und mit dieser Erfahrung und der daraus resultierenden Erwartung („Die meisten Frauen wollen schlank sein und bevorzugen deshalb magere Würstchen!“) hat man die Würstchen-Etikettierung gestaltet.

      Hat man diese Erkenntnis mal begriffen und weiß, dass sich ein Angebot immer nach dem Durchschnitt und den Bedürfnissen der Mehrheit richtet, ist das Problem doch schon gelöst, denn da sich das Angebot nach dem Durchschnitt richtet und diesen auch ansprechen will, spricht es nicht für alle und setzt somit auch keine „Norm“ in der gesagt wird, wie alle sein sollen.

      Und da ich (w) persönlichkeitsstark bin und meine geschlechtliche Identifikation nicht dadurch ins Wanken gerät, wenn ich die Männerwürstchen esse und ich damit nicht der Norm entspreche (…der Erwartung der Gesellschaft an mich – aufgrund von Erfahrung in diesem Fall), kann ich damit gut leben und drüber lachen – nebenbei erfreue ich mich noch an der hübschen Frau auf den Männerwürsten.
      Stärke der Persönlichkeit bedeutet auch sich nicht von allen äußeren Urteilen abhängig zu machen oder sich in seiner Persönlichkeit beeinflussen zu lassen, sondern in sich gefestigt zu sein und manche Dinge, gerade wenn sie einem sinnlos erscheinen, einfach mal egal sein zu lassen. Wenn man sein Leben immer nach den Vorstellungen der Gesellschaft oder der anderer ausrichtet – herzlichen Glückwunsch, dann hat man nie gelernt hinter seinen eigenen Vorstellungen zu stehen – unabhängig davon, wie sie andere finden.

  4. Ich würde noch den Tag „Feminismus ist gruselig“ anregen.

    Man kann diesen Vorgang als Absurdität abtun, oder gelungene Marketing-Kampagne von Edeka, die die Feministen vor ihren Karren gespannt haben.

    Wenn das ganze nicht zu sehr an die inneren Verhältnisse in Gottesstaaten oder generell totalitären Systemen erinnern würde, in denen selbst bei Alltäglichkeiten jedes freie Denken und Handeln unterdrückt und die herrschende Doktrin durchexerziert wird. Der Begriff PC ist mir hier viel zu wohlklingend, es ist einfach nur Repression.
    Daß selbst drittklassige Verstöße gegen die herrschende Ideologie zur Zeit „nur“ durch einen Shitstorm der feministischen Presse (Süddeutsche: „Mit dumpfer, genderspezifischer Werbung steht Edeka nicht alleine da“) sanktioniert werden, ist erst der Anfang. Wenn diese Leute weiter an der Macht bleiben, wird es irgendwann auch ein Straftatbestand sein, also die Betonung von Geschlechterunterschieden (nicht nur beim Wurstverzehr) als Sonderfall von Volksverhetzung.

    Daß sich unsere „freie“ Presse in erster Linie als Genderpolizei versteht, kommt noch oben drauf.

    • Ich glaube, das wird sich schon bald ändern. Sie überziehen und werden von den meisten Leuten mittlerweile als albern empfunden. Und es nervt. Und wenn es weiter nervt, wenden sich die Leute ab.

      In Australien hat die, auch ansonsten nicht eben erfolgreiche Premierministerin, massiv die Feministinnen Karte gespielt.

      Mit dem Erfolg, dass sich männliche Wähler in Scharen von ihrer Partei abgewandt haben. Daraufhin wurde sie von ihrer eigenen Partei abgelöst, weil die gemerkt haben, dass sie mit ihrer Vorsitzenden ein Debakel bei der nächsten Wahl erleben würden.

      Männer haben, mehr oder minder kollektiv, dafür gesorgt, dass eine arrogante Feministin in die Wüste geschickt wird. Es geht also was. Vor zehn Jahren wäre das wohl nicht so gelaufen.

        • Habe gerade ein wenig herumgesucht, der informativste Artikel kommt überraschenderweise von der Zeit (pflichtgemäß wird im Titel auf Männer geschimpft, im eigentlichen Artikel geht es nüchterner zu):

          http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-06/australien-wahl-gillard-kevin-rudd/komplettansicht

          Ihr ostentativer Feminismus war anscheinend nur eine von mehreren Ursachen für ihren Sturz, die Zeit schreibt:

          „… meinte Gillard, die sich soft wie eine australische Jeanne d’Arc gab. Wahrgenommen wurde sie eher als Lady MacBeth: 2010 erwarb sie sich den zweifelhaften Ruf einer Königsmörderin, als sie ihrem Parteifreund Kevin Rudd als demokratisch bestimmtem Regierungschef die Chance zur Wiederwahl nahm. Dass sie daran mitwirkte, haben ihr die meisten Menschen bis heute nicht verziehen.“

          Brauchbar ist auch http://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Gillard
          (Fiona Baine war noch nicht da)

        • „Ihr ostentativer Feminismus war anscheinend nur eine von mehreren Ursachen für ihren Sturz, die Zeit schreibt:“

          Sie hat eine Rede gehalten, in der sie quasi alle australischen Frauen zur Solidarität aufgefordert hat und sich gegen die Männer „mit blauen Krawatten“ gewandt. Geschlechterkampf in der Position des Prime Ministers.

          Dafür hat sie harte Kritik bis Häme einstecken müssen. Anschließend ging bei Umfragen die Zustimmung bei Männern für die Partei in den Keller.

          Ich hab das über einen längeren Zeitraum verfolgt. Der feministische Aspekt, bzw die Reaktion der (männlichen)Wähler darauf ist der Hauptgrund für ihre Ablösung. Das wird die ZEIT allerdings so nicht schreiben. Das ist ja wohl klar.

          Sie hat aber auch ansonsten miserable Daten als Regierungschefin, das stimmt schon.

      • In Australien hat die, auch ansonsten nicht eben erfolgreiche Premierministerin, massiv die Feministinnen Karte gespielt.

        Mit dem Erfolg, dass sich männliche Wähler in Scharen von ihrer Partei abgewandt haben. Daraufhin wurde sie von ihrer eigenen Partei abgelöst, weil die gemerkt haben, dass sie mit ihrer Vorsitzenden ein Debakel bei der nächsten Wahl erleben würden.

        Darüber habe ich einen ausführlichen Beitrag auf Arnes „Genderama-Blog“ erwartet.

        Da ist eine Premierministerin, die permanent die Feministenkarte zieht und sich als Interessenvertretung der Frauen inszeniert! Zum Glück ist die Frau so einfältig und verbirgt ihre sexistischen Absichten nicht durch Gleichstellungs- und Gleichberechtigungsrhetorik, so wie das Feministen hier andauernd tun und sich scheinheilig als die Gerechtesten der Gerechten aufspielen.

        • Mit dieser grandiosen Rede – ein brillantes Beispiel für feministische Rhetorik – hat sich Frau Gillard in die Herzen aller Feminist.I.nnen der westlichen Hemisphäre geschmeichelt.

      • *Und wenn es weiter nervt, wenden sich die Leute ab. *

        Und dann möchte ich daran erinnern dass 33% unserer fruchtbaren Frauen Migrationshintergrund haben.

        Merhaba.
        Allahu akbar!

  5. @ Christianitas

    Ich finde es immer lustig, mit welcher Ruhe du solchen Schwachsinn kommentierst. Der bei Schrupp veröffentlichte Brief ist aber ein schöner Beleg für feministische Paranoia und mit was für einer Leichtigkeit diese Spezies aus solchen Würsten wüsteste Schlußfolgerungen über angebliche Fremdbestimmungen zieht.

    Diese feministische Schwachsinn ist dermaßen grotesk. Denn wieso leiden noch nicht alle Frauen unter Magersucht, wenn die „Rollenbilder“ angeblich so wirkmächtig sind?

    Aber ich will hier nicht mit falsifizierenden Fragestellungen kommen. Diese wären ja das Ende jeder Ideologie.

  6. „Und was sollen überhaupt die sexualisierten Bilder auf den Verpackungen? Ist in den Bratwürsten mittlerweile Menschenfleisch enthalten? Bringt man beim Kaufen der Würste zum Ausdruck, dass man korrekt heterosexuell ist?“

    Was sollen eigentlich diese Hundebilder auf dem Hundefutter? Sind da jetzt auch Hunde enthalten?
    Und überhaubt ist das nicht ein Rüde auf dem Bild, mein Hund ist aber Hündin…. die ist schon ganz abgemagert, weil es so wenig Hündinnen auf den Hundefutterpackungen gibt..die frist kein Patriarchatenhundefutter…. 😦

  7. Vielleicht gibt`s da ja auch empirische Studien dazu 😉
    Erfahrungsgemäß essen Frauen beim Grillen tatsächlich eine geringere Menge an Fleisch und Wurst.
    Und ein gewisses „wohin mit der halben Wurst“ Problem ist mir nicht unbekannt.
    Deswegen finde ich es nicht so unnaheliegend, dass sich diese Präferenz in Endprodukten widerspiegelt.
    Mageres, edleres Fleisch in kleinen Portionen für die Damen und übersättigende Würste für die Männer.

    Man könnte auch einfach Würste in verschiedenen Größen anbieten, aber wenn der Mann einkauft, wird der evtl. die Großen nehmen (auch weil er mehr auf den Preis achten wird) und wenn die Frau einkauft, sie die kleinen.

  8. Es zeigt sich dabei doch gerade, wie dieser Genderkrams jegliche Leichtigkeit und Lustigkeit im Leben beseitigen will. Bißchen Kopfkino:

    Mann geht Grillgut einkaufen. Zurück zu Hause ergibt sich folgender Dialog.
    M: „Ich habe extra Frauenbratwürste für Dich und Deine Freundinnen gekauft“.
    F: „Oh, Du bist ja süß! Sowas gibt es jetzt?“
    M: „Ja, war gar nicht so einfach, die zu bekommen!“
    F: „Du bist mein Held!“

    Später beim Grillen mit Freunden:
    F: „Mein Mann hat spezielle Würste für uns Mädels gekauft!“ (Neid der Freundinnen)
    M: „Wie schmecken die eigentlich?“
    F: „Die sind nichts für Dich!“
    Angeregtes Quatschen der Frauen, welche Wurst besser ist. Irgendwann stiebitzt auch einer der Männer einen Rest / eine ganze Wurst.
    F: „Ach, wirst Du jetzt ein Mädchen?“
    M: „Ich will doch nur mal probieren!“
    F: „Und bald meine Klamotten anziehen?“
    Es entspannt sich eine lustige Kabbelei, ob Männer und Frauen überhaupt so verschieden sind, es wird viel gelacht…. Ein herrlicher Sommernachmittag neigt sich irgendwann dem Ende zu….

    • F: “Und bald meine Klamotten anziehen?”
      M: „Du hast doch auch schon meine Wurst probiert, oder?“

      Oder falls der Mann sich noch Fellatio wünscht:

      M: „Du könntest ja auch mal meine Wurst probieren.“

  9. Cool.

    Da fällt mir Aktionskunst ein:

    Ich geh Frauenwürste und Männerwürste kaufen und an der Kasse nach dem Bezahlen werf ich die Frauenwürste in den Müll.

    Ich geh Frauenwürste und Männerwürste kaufen, getrennt in zwei Einkaufswägen die ich vor mir her schiebe.

    Ich geh Frauenwürste kaufen und in jede 3. Frauenwurst steche ich ein Messer und schmiere etwas Ketchup drauf.

    Ich geh Frauenwürste und Männerwürste kaufen und lege die Frauenwürste in die Bunte o.ä. und die Männerwürste in den Kicker o.ä.

    Ich kaufe Frauen- und Männerwürste, genau 23% weniger Wert an Frauenwürsten.

    Ich kaufe Frauen- und Männerwürste und an der Kasse steck mir die Packung Frauenwürste vorne in die Hose und die Packung Männerwürste hinten in die Hose.

    Ich kaufe Frauen- und Männerwürste, lege die an der Kasse aufeinander und frage ob das in Ordnung geht, auch wenn Kinder zuschauen könnten?

    Und dann frage ich noch ob es besser ist die Frauenwürste auf die Männerwürste zu legen, vielleicht kann ja die Frauenbeauftrage des Supermarkts das gerade mal klären.

    Wie toll ich es doch finde auf den Neurosen und den Neurotiker.I.nnen unserer Zeit humorvoll rumzureiten.

  10. Von dem Geschlechter-Unsinn abgesehen, zeigt das hier mE das viel größere Problem:

    Zitat aus dem O-Beitrag: „Ich vermute, weil Männer vor dem Regal stehen und sich fragen, welches Shampoo das richtige ist und sie das Gefühl haben, dass ein Männershampoo schon das richtige sein wird – das praktizierte In-Grouping “ich bin für dich gemacht” erleichtert schlicht die Entscheidung bei großer Produktvielfalt. Deswegen sind die eigentlichen Vorzüge dieses Shampoos auch weniger auf Männerhaar ausgerichtet, sondern schlicht darauf, dass sie in männlichen Ohren gut klingen und positive Assoziationen wecken, zu Männern passen“

    Es wird schlicht gelogen. Es werden Zusammenhänge sugeriert, die nicht bestehen. Es wird eine Bedürfnisbefriedigung versprochen, die mit den tatsächlichen Bedüfrnissen nichts zu tun haben. Das alles, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne Rücksicht auf andere Wirkungen dieser Kampagne zu nehmen. Hauptsache, der Umsatz stimmt.

    Ich hasse jede Form von Werbung oder Marketing; genau so schlimm wie die übelste Polit-Propaganda.

    • as ist schon so.
      Beautywerbung für Männer wird auch oft ziemlich „maskulin“ gestaltet, wahrscheinlich aus Sorge, dass Männer sich sonst „komisch“ vorkommen wenn sie Gesichtscreme kaufen oder so^^

      So nach dem Motto, Formel 1 Rennen, dann steigt der (siegreiche) Fahrer aus, schüttelt seine nicht von Geheimratsecken bedrohte Mähne. Schnitt.
      Besagter Mann steht (morgens vor dem Rennen) vorm Spiegel und massiert sich das Produkt ins Haar und dann:
      „Rigonit. Tuning für Ihre Haarwurzeln“ oder sowas XD

      Ist jetzt eine fiktive Werbung, aber ihr wisst sicher was ich meine.

      Ich hasse Werbung auch.

      Am meisten die alten Carglas-Werbungen und Tofiffee oder wie das heisst, die in der Werbung suggerieren, dass Familienleben würde dadurch positiv beeinflußt. Eigentlich hasse ich fast alle Werbungen, mit Ausnahmen.

      Diese hier z.B finde ich hammer

  11. Vielen Dank Christian, daß Du Dir diese Giftspritze von Schrupp tatsächlich antust und von den neuesten und abstrusesten Diskussionen berichtest. Einfach herrlich, das ist also eine der führenden Netzfeministinnen im deutschsprachigen Raum? So einen Unsinn kann man sich nicht selbst ausdenken.

    Den Aspekt, daß in der Frauenwurst das bessere Fleisch (Kilopreis) verarbeitet wurde, hattest Du ja schon erwähnt. Daß man mit Überwürzung Gammelfleisch besser verkaufen kann, hatte ich bereits kommentiert. Das ist ja immerhin das, wo auch der rheinische Sauerbraten herkommt. Überlegenswert auch der Gedanke, daß Männer größer und muskulöser sind und damit einen höheren Eiweißbedarf haben. Unter diesem Aspekt stimmt bei Edeka wenigstens die Packungsgröße, Maskulisten müssen jetzt noch die schreiende Ungleichheit behandeln, daß Fleisch generell zu teuer und zu minderwertig ist. Totales Frauenprivileg, davon nicht so stark betroffen zu sein. Frau Schrupp hat mal wieder nicht zu Ende gedacht.

    Schön auch der Hinweis auf Männershampoo. Da habe ich regelmäßig Probleme, Mein Auftrag: Shampoo kaufen. Das Angebot: Spülungen (WTF?), Aprikosenduft, strapaziertes Haar, ein ausuferndes Angebot und ich will eigentlich nur Shampoo. Einfach-Nur-Shampoo ist aber nicht im Angebot. Hopfen ist gegen lichtes Haar, ein Problem das so ziemlich jeder Noch-Shampoonutzer über 25 hat, und das Männershampoo wird eingepackt. Weitere gefühlte 300 Produkte auf 20 Regalmetern sind nicht für mich gemacht. Frau Schrupp hat wahrscheinlich persönlich dafür gesorgt, daß die jahrhunderte alte Schlechterbehandlung von Frauen wenigstens im Supermarkt beendet ist.

  12. Mir fällt gerade ein, dass Frauen vermutlich bei gesundheitsbewusster und/oder vegetarischer Ernährung eher als „normal“ durchgehen als Männer. Danach eher als richtige Frauen noch dastehen als Vegetarier als richtige Männer.

    Wie seht Ihr das?

    Salvatore schreibt ja, er sei Vegetarier, und das als Mann. Und „Körnerpicker“ ist ja abwertend gemeint.

    Ich selbst bin kein Vegetarier, kann aber einige Argumente, die dafür sprechen, gut nachvollziehen. Was ich aber nicht nachvollziehen kann, ist, wenn jemand aus tierethischen Motiven heraus Vegetarier ist – dann muss er/sie schon Veganer sein. Milch und Eier töten auch, wenn auch in geringerem Maße.

    Und sich vegan ernähren ist schwierig – man muss sehen, dass man dann dennoch alle lebensnotwendigen Stoffe bekommt. Aber stimmt schon: Die Menschheit isst zu viele tierische Nahrungsmittel.

    • „Mir fällt gerade ein, dass Frauen vermutlich bei gesundheitsbewusster und/oder vegetarischer Ernährung eher als “normal” durchgehen als Männer. “

      Ich würde sagen ja.

      Und ja, die Menschheit isst definitiv zuviel Fleisch.
      Das ist weder für einen selbst gesund, noch für den Planeten, man muss sich mal anschauen, was für weitreichende Konsequenzen das hat.

      • @ muttersheera

        Frauenbrandmarken?

        Frauenfleisch in der Frauenbratwurst?

        Oder in der Männerbratwurst?

        Frauenbrandmarken finden manche ja ganz sexy.

        Seltsamerweise auch viele Frauen.

        In dieser Romanreihe, ein Langzeitbestseller seit den 60’ern, werden ständig Frauen gebrandmarkt als Sexsklavinnen (literarisch miserabel, habe mir vor Jahrzehnten einen Band angetan, bewegt sich auf dem selben Niveau wie 50 Shades of Grey).

        http://en.wikipedia.org/wiki/Gor

        Gebrandmarkt werden sie mit einem K für Kajira.

        http://en.wikipedia.org/wiki/Kajira

        Vor ein paar Wochen las ich auf einem Blog, dass 2/3 der Leserschaft weiblich ist.

        Wie bei den Shades of Grey ein Symptom für den „eigenartigen“, uneingestandenen (offiziell) Hang vieler Frauen zur Submission.

  13. Lächerlich. Ich würde gar keine dieser Würste genießen wollen – wenn sie auch gut schmecken würden. Ich finde die Assoziation völlig unpassend. Sex und Bratwurst bzw. Fleischwaren passt für mich überhaupt nicht zusammen.

    Ich besitze eine alte Wäscheschleuder. Kann mir jemand sagen, gibt es noch neue Geräte von diesem Hersteller? 😀 http://inthanet.de/markt/fotos/div/frauenlob.jpg

    • gibt es noch neue Geräte von diesem Hersteller?

      Neuere: Ja.

      Die sind zu Androiden weiterentwickelt worden und wurden mit R.W. Connells gesammelten Werken gefüttert.

      Allerdings fiel das Frauenlob unerwartet leidenschaftslos aus, weshalb die Geräte zunächst nur an stark verkopfte Akademikerinnen verkauft werden konnten.

      Der Hersteller konnte lange Zeit nur mit staatlichen Subventionen überleben, und steht nun kurz vor dem Produktionsstop.

      Man müsste mittlerweile Geld bezahlen, um sie in nennenwerten Stückzahlen loszuwerden. Da könnte das BMFSFJ ja gleich Sexarbeiterinnen subventionieren.

      Das einzig verbliebene Einsatzgebiet ist das Bundesforum Männer.

    • ..vielleicht legen sie diese 50er-Jahre Modelle neu auf, immerhin konnte Frau bequem drauf sitzen.

      Allerdings ist fraglich, ob die moderne Frau noch die Ausrede braucht, dass die Scheuder ja sonst davonlaufe 😀

    • Was soll man auch anders erwarten von solchen „Kapazitäten“ wie Tina Groll?

      „Früher“ erbte die Bürgersdame ihren sozialen Status von ihrem Mann – und um diese Tatsache einigermaßen erträglich zu machen grenzte sie sich von der „mänlichen Lasterhaftigikeit“ ab und betonte die „weibliche Reinheit“.

      Das ist nun nicht mehr ganz so leicht.

      Um den sozialen Status in heutigen Zeiten, trotz himmelschreiender Inkompetenz, aufrecht erhalten zu können darf man eben keine Hemmungen haben, sich mit solchen Dämlichkeiten versuchen zu profilieren wie „_Emanzipierte_ _Frauen_ sollten sich auf _gar_ keinen Fall_ von der drittklassige Marketingstrategie eines beratungsresistenten mittelständischen Metzgermeisters einlassen, SonderFrauenWürste als solche zu vermakten!!2! (#aufkreisch).

      Die Feststellung, dass die offizielle Genderpolitik auch nur Extrawürstchen für klammheimlich emanzipationsunwillige Konsumetinnen verkauft („weil es keine geschlechtneutrale Realität gibt“) wäre Eine für JournalistInnen, die der Entrichtung eines Preises für die von ihnen produzierten Medien würdig wären, aber gewiß nicht Eine für unserere Tina Grolls.

  14. Das ist eines der größten Schwachsinnigkeiten, die ich je gelesen habe. Diese politisch überkorrekte Spießerland ist einfach sowas von lächerlich geworden und diffamiert sich somit selbst….

    Grüße

    X

  15. ich liiiiiiebe den ausdruck: normative wirkung der wurst. und bin grad mit großer freude auf diesen artikel gestoßen, haha. vielleicht muss ich mich da leider demnächst mal drauf beziehen…großartig. am späten abend noch so viel freude zu haben 🙂

  16. und zwar, dass Männer keine Kinder kriegen können. Und wenn sie welche Zeugen und die Beziehung beendet wird (meist von den gut beschriebenen Plastikfrauen), bleibt ihnen nichts. Die Kinder bleiben selbstverständlich bei der Mutter (denn Mann kann das ja nicht, bzw soll es auch gar nicht dürfen). Zu diesem Entzug der sozialen Grundlage kommt noch der Verlust der Ernähreraufgabe. Es geht dabei garnichtmal um Machtausübung, sondern um den Sinn den dieser Status dem Leben gibt. Frauen sind Mütter und Männer …? Berufliche Perspektiven sind nicht das was das Leben allein ausfüllen. Und dieses Problem wird im tollen neuen Matriarchat schlichtweg ignoriert und das erzeugt viel unnötiges Leid.

  17. Wenn ich Leberkäs zum Abbacken fürs Frühstück kaufe, kaufe ich stets zwei Scheiben und sage dazu: eine Herren- und eine Damenscheibe bitte. Dementsprechend werden beide Scheiben unterschiedlich dick geschnitten.

  18. Es ist schon lustig, da produziert Edeka einen abgrundtief sexistischen Werbespot mit Männerbashing, der in letzter Konsequenz zwar auch Frauen ziemlich sexistisch stigmatisiert, aber sie zu mindestens das die hervorragende Kinderfürsorgebeauftragte zeigt, und,

    ….

    Nichts selten mal eine Kritik von feministischer Seite aber im großen und ganzen Rauschen im Walde und dann bewirbt Edeka Würstchen als Männer- und Frauenwürstchen und schon geht er los der Aufschrei bezüglich Sexismus, etc.
    Ist ja nicht so, das tendenziell eher Frauen auf eine fettarme Ernährung achten und Männer gerne mal etwas mehr essen, oder das Frauen die nicht auf fettarme ernährung achten und gerne mal das doppelte essen nicht auch die Männerwurst kaufen könnten.
    Also die Probleme hätte ich auch gerne.

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