Ist Moral und Gerechtigkeitsgefühl angeboren?

Hier ein paar interessante Hinweise darauf, dass schon bei Babies eine Art Gerechtigkeitsgefühl vorliegt:

Hier ein paar Experimente, bei denen Kinder eine Theatershow mit guten und schlechten Puppen gezeigt wurde:

In one experiment babies between six and ten months old were repeatedly shown a puppet show featuring wooden shapes with eyes. A red ball attempts to climb a hill and is aided at times by a yellow triangle that helps it up the hill by getting behind it and pushing. At other times the red ball is forced back down the hill by a blue square. After watching the puppet show at least six times the babies were asked to choose a character. An overwhelming majority (over 80%) chose the helpful figure. Prof. Bloom said it was not a subtle statistical trend as “just about all the babies reached for the good guy.”
In another experiment the babies were shown a toy dog puppet attempting to open a box, with a friendly teddy bear helping the dog, and an unfriendly teddy thwarting his efforts by sitting on him. After watching at least half a dozen times the babies were given the opportunity to choose one of the teddy bears. The majority chose the helpful teddy.
A third experiment used a puppet cat playing with a ball with a helpful rabbit puppet on one side and an unhelpful rabbit on the other. The helpful rabbit returned the ball if the cat lost it, while the unhelpful rabbit stole the ball and ran off with it. In this test five-month-old babies were allowed to choose one of the rabbits, and most chose the helpful one. When the test was repeated with 21-month-old babies they were asked to take a treat from one of the rabbits. Most took the treat from the unhelpful rabbit, and one even gave the rabbit a smack on the head as well.

Und hier ein Experiment, bei dem es um lügende Erwachsene geht:

Researchers divided 60 babies between 13 months and 16 months into two groups. In the first group, „unreliable“ experimenters looked inside a container while expressing excitement, and invited the babies to discover whether the box contained a toy or was empty. For that group’s experiment, the box was empty. The second group had „reliable“ experimenters, so when the babies copied the adults‘ enthusiastic behavior and looked inside the box, they found a toy.

In a second imitation task, each baby again observed the same experimenter that they had looked at during the box exercise. This time, the adult used her forehead instead of her hands to turn on a push-on light. The experimenter then watched to see whether the infant would copy her behavior.

The results showed that 61 percent of the infants in the „reliable“ group imitated the irrational behavior of using their foreheads to turn on the light. By contrast, 34 percent of infants imitated the unreliable testers who had previously deceived them during the box task.

„This shows infants will imitate behavior from a reliable adult,“ study researcher Ivy Brooker of the Concordia Department of Psychology said in a statement. „In contrast, the same behavior performed by an unreliable adult is interpreted as irrational or inefficient, therefore not worth imitating.“

Spricht aus meiner Sicht dafür, dass wir nicht mit einem moralischen Blank Slate, sondern eher mit einem Grundverständnis über Moral auf die Welt kommen

16 Gedanken zu “Ist Moral und Gerechtigkeitsgefühl angeboren?

  1. Nicht übel nehmen, aber die Überschrift müßte hundertprozentig korrekt so lauten:

    „Sind Moral und Gerechtigkeitsgefühl angeboren?“

    Das findet man auch sehr häufig in seriösen Zeitungen, daß man mit einer Art Naiv-Singular arbeitet, obwohl es sich offensichtlich um eine Mehrzahl handelt. In Zeitungen und so findet man noch ganz andere haarsträubende Fehler.

    Gerechtigkeitsgefühl muß natürlich angeboren sein, sonst hätten wir hier auf Erden ganz schnell die perversesten Zustände.

    Allerdings wird das natürliche Gerechtigkeitsgefühl eines Kindes zerstört und kompromittiert, wenn seine Eltern das Vertrauen mißbrauchen und das Kind schlagen oder ihm anderweitig Gewalt antun.

    Wer also wissen will, warum Erwachsene Menschen zu den perversesten Handlungen fähig sind, sollte sich mit deren Kindheit auseinandersetzen. Dort wird man immer den Grund für deren Pervertierung finden.

    http://www.alice-miller.com

    • Immer die Kindheit Kirk, ne? Mein Gott wie fanatisch muss man sein. Ich kann diese Psychologen-Arroganz echt nicht mehr ab. Mir wird speiübel.

      Bitte tue uns allen endlich den Gefallen und schau die ein paar videos zu Gert Postl an. Diese Arroganz ist echt widerwärtig. Bitte stell dich hier nicht hin und behaupte Dinge, die so nicht stimmen.

      Ich für meinen Teil habe mein ganzes Leben lang für Frauen interessiert und nach vielen Rückschlägen nicht mehr. Sind alle Frauen so? Nein! Aber für mich ist es mitrlerweile nicht mehr lohnend. Aber das liegt ja auch an meinem Missbrauch, ne kirk.

      Oder kennste den Begriff Prostatmassage? Die sind natürlich alle missbraucht worden.

      Menschen wie du, sollten auf keinen Fall Psychologe werden. Es ist dieser arrogante Habitus der eher behindernd als zielführend sind.

      Dieser Mythos alles in der Kindheit verorten zu wollen anstatt gesellschaftliche missstande anzuprangern und dem einzelnen auch noch schuldbewusstsein zu suggerieren, indem gesagt wird, dass man an sich arbeiten soll, ne danke. außerdem verstehe endlich, dass psychologie/psychiatrie ein staatsinstrument zur kontrolle ist und nicht nichts mit wahrheit zu tun hat.

      die APA hat selber gesagt dass die Diagnosen nicht valide sind. und so einer wie du kommt dann um die ecke und labert von kindheit. Ganz ehrlich? Viellen dank, dass es menschen wie dich gibt die ein krankes system auch noch unterstützen weil ja alles in der kindheit verortet ist. echt, pfuideiwel bei soviel unwissenschaftlichkeit.

      • Vielleicht liest du am besten mal den Link, einzelne Artikel. Dort findest du auch vielerlei Gesellschaftskritik.

        Kannst du noch mal erläutern, was du mit Prostatamassage meinst und mit Mißbrauch? Das habe ich nicht ganz verstanden.

        Ein guter Text bei Alice Miller ist „Perversion und Gesellschaft“.

        • Ich habe Fälle gesehen in der Missbrauchsopfer häufig Prostatmassage betrieben zur Entspannung (weil du von perversionen sprichst). Das wurde dann pathologisiert anstatt da mal zu gucken in wiefern es eben der Selbstbestimmung des Patienten entspricht.

          Oder eine promiske Frau wurde pathologisiert, weil sie häufig die Geschlechtspartner wechselte. Auch missbrauchsopfer.

          Oder eine die evtl exhibitionistisch ist. auch missbraucht worden. Aber selbstsucht ist nunmal keine Krnakheit, sondern ne eigenschaft.

          Und und und….

          Die beiden wichtigsten Kriterien werden häufig absolut vernachlässigt dank mangelhafter empathie und überkommener konzepte aus einer zeit in der das gesellschaftliche gefüge vieeeeeeeeeel starrer der einzelne vieeeeeeeel weniger handlungsspielraum einfach auch aus unkenntnis bzgl Alternativen hatte:

          1. Persönliches Leid
          2. Andere leiden unter dem Patienten

          Ich muss keine Prostatmassage machen, keiner zwingt mich. ich muss ne selbstverliebte frau nicht angucken so einfach ist das. das letzte beispiel stellt auch die relativität noch mal dar. Bei Frauen geht man zb nicht von einer straftat (Punkt 2) aus wenn sie halbnackt umherlaufen.

          anstatt dass sich die therapeuten oder -innen für geesellschaftliche strukturen einsetzen die eben die von ihnen vertretenen Ideale hervorbringen doktoren die an dem einzelnen rum. das finde ich eben krank.

          komischerweise sind dann diejenigen die diese aufgabe übernehmen selber nicht ganz dicht >>>>> Gendermainstreaming. prangert man es an, wird man von den nicht ganz so bekloppten wieder pathologisiert.

          Hieran erkennt man auch schon das problem unsere gesellschaft hat eben auch probleme nicht nur das individuum.

          Wer nicht leidet, der ist nicht krank so einfach. das meine ich

          Man sieht 2 Vairiablen die beide auftauchen und schon wird pathologisiert. das meinte ich.

          Persönliches Leiden wird häufig im Sinne der selffullfilling prophecy induziert. ein sich selbst perpetuierender Prozess.

          Ich kann Psychologen nicht ab, die so willkürlich arbeiten…

          Die Gründe in der Kindheit zu scuhen sind nicht verkehrt per se. aber die aufgabe zulässige schlüsse zu ziehen ist einfach zu gefährlich, zu sehr kontaminiert durch eigene wertvorstellungen und ziele.

          Die therapeutische situation ist nun mal narzisstisch geladen, da kann viel schief laufen.

  2. Christian schrieb:

    „Spricht aus meiner Sicht dafür, dass wir nicht mit einem moralischen Blank Slate, sondern eher mit einem Grundverständnis über Moral auf die Welt kommen“

    Wer zum Thema der biologischen Wurzeln von Moral, Gerechtigkeitsgefühl und Kooperation ein paar interessante Bücher lesen möchte, dem sei empfohlen:

    Michael Tomasello – Warum wir kooperieren

    (Enthält auch einige interessante Forschungsergebnisse zu Moral und Gerechtigkeitsgefühl bei Kleinkindern)

    http://www.amazon.de/Warum-kooperieren-unseld-Michael-Tomasello/dp/3518260367/ref=sr_1_sc_1?s=books&ie=UTF8&qid=1331285524&sr=1-1-spell

    Rolf Degen – Das Ende des Bösen: Die Naturwissenschaft entdeckt das Gute im Menschen

    http://www.amazon.de/Das-Ende-B%C3%B6sen-Naturwissenschaft-entdeckt/dp/349205031X/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1331396313&sr=1-1

    Stefan Klein – Der Sinn des Gebens: Warum Selbstlosigkeit in der Evolution siegt und wir mit Egoismus nicht weiterkommen

    Werner Siefer – Wir und was uns zu Menschen macht

    Joachim Bauer – Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren

    http://www.amazon.de/Prinzip-Menschlichkeit-Warum-Natur-kooperieren/dp/3453630033/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1371883848&sr=1-1&keywords=bauer+kooperation

    Frans de Waal – Das Prinzip Empathie: Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können

    http://www.amazon.de/Das-Prinzip-Empathie-bessere-Gesellschaft/dp/3446236570/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1355560922&sr=1-1

  3. Ich sympathisiere mit den Babys, die den gemeinen Hasen lieben!

    Das werden die Industriekapitäne der Zukunft, denen würde ich meine Penunzen anvertrauen.

    Wehe, die rennen damit weg.

    Buchtipps habe ich auch.

    Erst einmal ein paar gesunde Grundsätze, mit denen der kleine Häschenliebhaber aufwachsen sollte:

    http://www.amazon.de/Niccolo-Machiavelli-Hauptwerke-Staate-Schriften/dp/3868200916

    Mit 14/15 beginnt dann die Feinarbeit:

    Dann noch eine Geschichte des Papsttums und der Unternehmenserfolg ist langfristig gesichert.

      • @ Dummerjan

        *So eine Pessimist.*

        Realist, Dummerjan, Realist.

        Ein Blick in die Geschichte genügt.

        Wenn diese Experimente beweisen sollten, dass es eine natürliche Disposition von Menschen(-kindern) zum Altruismus gibt (Wie weit reicht der? Über die eigene Familie, den eigenen Clan, die eigene Fortpflanzungsgemeinschaft der genetisch Ähnlichen hinaus?), dann beweisen sie auch, dass es eine erhebliche Minderheit gibt, die eher zum Egoismus disponiert sind.

        Genauso angeboren, genauso natürlich.

        Warum?

        Ist Egoismus etwa nötig, vielleicht auch um übertriebenen Altruismus auszubalancieren (und umgekehrt, „Die Dosis macht das Gift“).

        Es gibt ja einen toxischen Altruismus, einen übertriebenen, (selbst-)zerstörererischen Altruismus.

        Der vielleicht ebenso vernichtend wirkt wie ein in’s Kraut schießender, unbalancierter Egoismus.

        http://online.wsj.com/article/SB10001424127887324688404578545523824389986.html

        Hier das Buch dazu

        Obwohl die Autoren, wahrscheinlich allesamt wohlmeinende Linksliberale, nicht den Mut hatten, ihre Empirie im kleinräumig Sozialen/Individualpsychologischen auf das Feld der gesellschaftlichen/kulturellen/politischen Analyse, auf die Ebene der (Staats-)Politik, der staatlichen „Organismen“, emporzuheben, zu empfehlen.

    • Dann noch eine Geschichte des Papsttums und der Unternehmenserfolg ist langfristig gesichert.

      Was ist ursächlich für den „Unternehmenserfolg“ des Papsttums? Der Katholischen Kirche?

      Ihren sogenannten „Unternehmenserfolg“ verdanken sie ihrem Steuerprivileg, d.h sie dürfen Steuern erheben. Um Teil der katholischen Gemeinschaft zu bleiben muss der Katholik zahlen. Da gemäss der orthodox ausgelegten Lehre nur der Katholik einst ins Himmelreich Einlass gewährt wird, ist diese Praxis im Prinzip ein Ablasshandel. Die Katholische Kirche mag über beträchtliche materielle Reichtümer verfügen und ist in diesem Sinne tatsächlich ein florierendes Unternehmen, geistig aber ist der Katholizismus bankrott.

      Warum behauptet sich die KK nicht auf dem freien Markt der Religionen und Esoteriken? So wie es sich für jede anständige Krämerseele gebührt?

      Ich bin ja nicht Theologe, aber dass der Weg ins Himmelreich ein bequemer sei, der auch in der Sänfte bewältigt werden kann ist mir so nicht bekannt.

      So, das war mein zur Besinnlichkeit mahnendes Wort zum Sonntag!

      • @ Peter

        *Warum behauptet sich die KK nicht auf dem freien Markt der Religionen und Esoteriken? So wie es sich für jede anständige Krämerseele gebührt?*

        Aber das tut sie doch weltweit.

        Sie wächst.

        Nur in Europa geht sie nieder.

        Und das auch noch weniger schnell als die „modernen“ Kirchen, die die Schwindsucht, die den ganzen alten Kontinent ergriffen hat (der EINZIGE Kontinent mit sinkender Bevölkerungszahl, na ja, wir werden bald aufgesiedelt von südlich des Mittelmeeres), noch schneller dahinrafft als den Patriarchenverein Katholische Kirche.

        Frauen lieben sanft dominante Männer, im Schnitt, auch in der Religion.

        Weshalb ALLE Weltreligionen patriarchal sind, OBWOHL Frauen das frömmere Geschlecht sind, die gläubige Hauptkundschaft.

        Mach Dir mal keine Sorgen um die UNA SANCTA CATHOLICA.

        Die überlebt sogar die Eidgenossenschaft.

        Ist ja schließlich eine göttliche Stiftung.

        Gott hat sie bis zum Dies Irae unter Vertrag.

        Dann heißt es: „I’m back!“

  4. „The helpful rabbit returned the ball if the cat lost it, while the unhelpful rabbit stole the ball and ran off with it.“

    Dabei wollte der „nicht hilfreiche Hase“, der Katze doch nur zeigen, dass „Eigentum“ ein bürgerlich-kapitalistisches Konstrukt ist.

  5. Moralisches Verhalten hängt auch stark von der Willenskraft und der Gesundheit ab. Ein Schwächling tendiert eher zu egoistischem Verhalten. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

  6. Pingback: Nochmal: Freier Wille vs. biologische Dispositionen | Alles Evolution

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