Warum unser Gehirn aus der Steinzeit sein könnte II: Dauerhafte Selektion über Mann und Frau

Ich hatte hier schon einmal darauf hingewiesen, dass unser Gehirn sich an eine stark differenzierte Gesellschaft mit Arbeitsteilung nur schwer anpassen kann, weil es keine klare Linie gibt, an die man sich anpassen kann.
Dabei hatte ich aber noch nicht angeführt, dass diese Selektion auf neue Eigenschaften zusätzlich erschwert wird, da sie durch einen außerhalb der Selektion stehenden Partner zunichte gemacht werden kann:

Ein Grund, warum eine Selektion auf bestimmte Eigenschaften in stark differenzierten Gesellschaften so schwierig ist demnach, dass wir uns zweigeschlechtlich fortplanzen und eine Selektion danach schnell über einen der Partner aussortiert werden kann.

Wenn man demnach zB eine Spezialisierung auf mathematische Fähigkeiten erreichen möchte, dann muss man nicht nur einen guten Mathematiker (m/w) haben, sondern dieser muss dann ebenso einen guten Mathematiker als Partner nehmen, damit deren Kinder ebenfalls mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gute Mathematiker werden und deren Kinder müssen dann ebenso verfahren. Wenn der Mathematiker stattdessen die schöne Tochter eines Sozialpädagogen heiratet, dann kann die Selektion schon wieder unterbrochen sein.

Es gibt – abseits von bestimmten Gruppierungen, die als Minderheit nur ganz bestimmte Tätigkeiten übernehmen durften und nur untereinander geheiratet haben – wohl nur wenige Familien, die eine so reine Einteilung abgehalten haben.

Zwar mag der Adel nur untereinander geheiratet haben, in diesem Bereich geschah aber eine sehr geringe Selektion auf bestimmte Eigenschaften, da der Adel nicht unbedingt besonders gut in einer bestimmten Eigenschaft sein musste, um seinen „Beruf“ ausüben zu können.

Eine Selektion innerhalb der stärker differenzierten Gesellschaft ist damit immer schwieriger. Sie erfolgt ganz allgemein über die Menschheit nur dann, wenn die Eigenschaft für Männer und Frauen vorteilhaft sind oder sie getrennt nach Geschlechtern weitergegeben werden können und für dieses Geschlecht einen allgemeinen Vorteil bilden, dann aber eben nur für ein Geschlecht.

8 Gedanken zu “Warum unser Gehirn aus der Steinzeit sein könnte II: Dauerhafte Selektion über Mann und Frau

  1. Ich hatte hier schon einmal darauf hingewiesen, dass unser Gehirn sich an eine stark differenzierte Gesellschaft mit Arbeitsteilung nur schwer anpassen kann, weil es keine klare Linie gibt, an die man sich anpassen kann.

    Ich übersetze das mal in eine allgemeinverständliche Sprache.
    Unsere postmoderne Welt ist so verdammt komplex! Ich schaff es nicht mehr, mir die passenden, möglichst simplen „Just-so-storys“ auszudenken!

    Dabei hatte ich aber noch nicht angeführt, dass diese Selektion auf neue Eigenschaften zusätzlich erschwert wird, da sie durch einen außerhalb der Selektion stehenden Partner zunichte gemacht werden kann:

    Wie bitte? Inwiefern kann dieser erwähnte Partner „ausserhalb der Selektion“ stehen? Er ist – unter Berücksichtigung des Kontextes – lediglich nicht Teil Deines Dir ausgedachten Mathematikerzuchtprogramms.

    Eine Selektion findet ja per definitionem immer statt. Nur war und sind die selektionsrelevanten Eigenschaften eben oft nicht so simpel, wie Du das mit Deinen Storys in der Regel behauptest.

    • Ach Peter.

      Es genügt doch für den Mann zu wissen: Die Heirat einer Sozialpädagogin, die womöglich auch noch Feminist.I.n ist, versaut mir den IQ meiner Kinder.

      Deshalb Finger weg.

      • *…versaut mir den IQ meiner Kinder.*

        Nur bei dipl. Sozpäd?

        Kannst du da mal ein Ranking machen?

        Schneidet die von unseren Elitefrauen gerne runtergemachte „Unterschichten-Schakkeline“ vielleicht gar nicht so schlecht ab?

        Ein Mann der potentiell von Kindern betroffen sein könnte sollte sich doch informieren wo sein Investment am meisten lohnt.
        Verbraucherschutz wird bei uns doch großgeschrieben, oder?

        Da ich Rassist bin und man ja sagt Asiaten sind im Schnitt etwas intelligenter hab ich eine Schwäche für Frauen mit schwarzen Haaren und Schlitzaugen.

        • Ach Borat.

          Man darf nicht alles bierernst nehmen, was ich schreibe, besonders nicht vor Pfingsten.

          Die STEROBMAREX, die feministische Foreninquistion, ehrfurchtsvoll DER AUSSCHUSS genannt, hat doch meine Frauenfeindlichkeit entlarvt und denunziert.

          Jetzt gilt: Ist der Ruf erst ruiniert …

          Außerdem, wenn Pfingsten naht, naht der Heilige Geist, damit schwillt meine Neigung zu dummen Scherzen bedenklich an.

          Wahrscheinlich aufgrund des Einflusses dessen, dessen Name hier nicht ausgesprochen werden soll, der sich natürlich wieder einmal eines feilen Weibes (Tippse!) bedient, um die Herabkunft des Heiligen Geistes auf mich zu blocken indem er mich in leichtfertig gute Laune versetzt und meine Stimmung ungebührlich hebt.

          „Tippse! Jetzt zieh Dir endlich etwas Anständiges drüber, wir haben erst frühen Nachmittag und ich muss denken!“

          Aber im Ernst: Das Ranking ist genauso, wie sich ein böser Masku das so denkt (Geisteswissenschaften, besonders Sozial“wissenschaften“ ganz unten beim Durchschnitts-IQ für Akademiker, besonders schlimm die PÄDAGOGIK!, Naturwissenschaften ganz oben).

          Es gibt aber auch Ausnahmen: Philosophen und Historiker (hat mich wirklich überrascht) sind in der Spitzengruppe (bei den Physikern/Mathematikern), aber auch Altphilologen spielen in deren Liga.

          Sozialpädagogen sind (Sozial und Pädagogik) deshalb wahrscheinlich besonders arm dran.

          Und wenn sie dann auch noch weiblich sind …

          Aber das sind immer nur Durchschnittswerte.

          Es gibt also sicher auch intelligente Sozialpädagoginnen.

          Vereinzelt.

  2. * …wenn die Eigenschaft für Männer und Frauen vorteilhaft sind oder sie getrennt nach Geschlechtern weitergegeben werden können…*

    Also die Eigenschaft Mann „Y“ wird ja an den Sohn separat weitergegeben, ohne Kombination mit der Mutter.

    So ist ein kleiner genetischer „verkümmerter“ Teil (1/100?), exclusive Männersache.

    Eine Art „genetischer Parasit“ reproduzierender Frauen der sich durch Replikation fortpflanzt.

    Spielt sich die männliche Selektion dann nicht eher in der Partnerpräferenz der Frau ab, was das männliche Geschlecht angeht?

    Mathematik ist ja ein gutes Beispiel dafür, denn es ist eine ziemlich männerdominierte Disziplin.

    Es sollte wohl heissen: Das Gehirn des Mannes kann sich in einem gewissen Maß unabhängig von der weiblichen Gehirnentwicklung entwickeln.

    Würden unsere Frauen auf einmal MINT-Nerds ganz toll finden und Kinder bekommen (was ja schon zwei sehr unwahrscheinliche Dinge sind), dann hätte Deutschland eine Schwemme von männlichen Mathematikern, Informatikern, Physikern u.s.w.

    Ob jetzt unser Gehirn aus der Steinzeit komt ist doch nicht so wichtig, ein Teil kommt doch noch von viel früheren Zeiten, die Entwicklung ist interessant.

    Und so wie es gerade aussieht, mit den durch Technologie und Kultur beschleunigten gesellschaftlichen Umbrüchen, Migration, mit der starken Dezimierung von Wohlstandsmenschen ohne Migrationshintergrund sieht es nicht nach einem Stillstand in der Entwicklung aus.

  3. Historisch gesehen gab es doch jede Menge Selektionen, vor allen Dingen im Immunsystem! Das Beispiel Südamerika macht es deutlich, die Indigos sind durch Krankheiten, wie die Pocken gestorben, das war ein klarer Selektionsprozess.

    Zudem ist es biologisch bedingt, das exotische oder fremdländische Partner anziehender wirken, wie ein Partner von der gleichen Ethnie. Weil bei den exotischen Partnern die Wahrscheinlichkeit viel höher ist das beide Partner verschiedene Antikörper gegen mehrere Krankenheiten an die Kinder vererbt werden. Dies ist auch der wesentliche Grund warum es evolutionär vorteilhaft ist, 2 Geschlechter zu haben…

    Hoffe mal ich habe jetzt das Thema getroffen, ganz sicher bin ich nämlcih nicht… 🙂

  4. Die instabilen Selektionsbedingungen begründen aber noch nicht die Vermutung, dass die Evolution seit dem Ende der Steinzeit quasi eingefroren ist – wie die Artikelüberschrift nahelegt.

    Zur Erinnerung, auch wenn ich schon zweimal darauf hingewiesen habe:

    „New genetic evidence shows that human evolution did not stop in the Pleistocene, but has accelerated throughout the Upper Paleolithic (50k to 10k years ago) and the Holocene (the last 10k years)“

    aus:
    Geoffry Miller: Are pleiotropic mutations and Holocene selective sweeps the only evolutionary-genetic processes left for explaining heritable variation in human psychological traits? (2009)

    https://www.dropbox.com/s/3d50ch5aiybaocu/2010%20polygenic%20mutations.docx

  5. Pingback: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl | Alles Evolution

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