Tipps zur Errichtung eines Blogs

Gerade sind einige maskulistische Blogs aufgetaucht, die aber teilweise auch eher im Ankündigungsstadium verbleiben oder nach einiger Zeit wieder faktisch eingestellt werden, weil keine neuen Artikel erscheinen.

Daher hier ein paar Tipps zur Einrichtung eines solchen Blogs, wobei es mir insbesondere um den Aspekt geht, wie man sich selbst zu einem dauerhaften Bloggen motiviert und den Blog dauerhaft am Leben hält.

1. Einrichten des Blogs

Richte einen Blog ein, im würde dafür wordpress.com empfehlen, da sie aus meiner Sicht das bloggen sehr einfach machen. Du brauchst zunächst nicht viel mehr als einen guten Namen und vielleicht ein Bild für den Header.

2. Festlegung auf die gewünschte Artikelfrequenz

Überlege dir das Zeitintervall, in dem in deinem Blog Beiträge erscheinen sollen. Das kann von „unregelmäßig wann immer ich was zu sagen habe“ bis „jeden Tag“ „alle zwei Wochen“ oder „mindestens einmal im Monat“ reichen.

Die Vorteile eines Intervalls sind aus meiner Sicht enorm für den unerfahrenen Blogger, weil es dem Leser sagt, was er etwa zu erwarten hat und wann es sich lohnt wiederzukommen und weil es einem selbst eine Richtschnur gibt, an die man sich halten kann und die ein Einschlafen den Blogs verhindert. Wer nicht eh schon an anderer Stelle, zB in den Kommentaren, viel schreibt, der sollte dabei nicht zu hoch rangehen. Ich würde dann mit „alle 14 Tage“ beginnen und als Sicherheitsreserve „1 Mal im Monat“ hinzufügen.

Dabei sollte man sich konkrete Tage nehmen, etwa „jeden Donnerstag“ bei einmal die Woche oder „am 5. und am 20. jedes Monats“ wenn man es auf ca. alle zwei Wochen festgelegt hat. Dabei sollte man sich bewusst machen, dass der innere Schweinehund nur dann in Zaum zu halten ist, wenn man diese Daten sklavisch einhält, aus einem Aussetzen werden sonst zwei, dann eine Blogpause und schon hat man einen toten Blog.

3. Austesten der Frequenz und Nutzung des zeitversetzten Einstellens

Wenn man sich auf das Intervall geeinigt hat, dann sollte man zumindest 5 Artikel schreiben, sie aber nicht veröffentlichen, sondern innerhalb dieses Intervalls in die Warteschlange stellen. WordPress erlaubt einem auszusuchen, wann geschriebene Artikel erscheinen, ob sofort oder erst zu einem bestimmten Datum. Wer die ersten 5 Artikel nicht einigermaßen schnell schreiben kann, der wird den Blog eh nicht lange aktiv halten können. Setzt man auf sehr lange und gut recherchierte Artikel in längeren Abständen, dann kann man die Zahl auch niedriger ansetzen, drei Artikel würde ich aber auf jeden Fall vorschreiben.

Bei einem Blog, der alle zwei Wochen etwas neues enthalten soll, sollte man demnach den Zeitraum der ersten 10 Wochen abgedeckt haben.

4. Inhaltliche Ausgestaltung des Blogs und Erstellung der ersten Beiträge

Es kann sehr hilfreich sein, die Kernthemen seines Blogs zu bestimmen. Das macht einem die Kontur des eigenen Blogs klarer und gibt auch dem Leser ein klareres Bild

Mögliche Themen:

  • Ein Artikel darüber, wer man ist, warum einen das Thema interessiert, welche 3 Hauptthemen man insbesondere abdecken will und in welchem Rhythmus Beiträge zu erwarten sind
  • Einen Artikel zu jedem der drei Hauptthemen
  • Einen Artikel dazu, wie die drei Hauptthemen sich gegenseitig ergänzen

5. Beibehalten des zeitversetzten Einstellens und Einplanen weiterer Artikel

Bei den weiteren Artikeln sollte man ebenfalls nach Möglichkeit nicht sofort veröffentlichen, sondern die Vorschreibeoption nutzen, also den Artikel auf den nächsten vorgesehenen Termin stellen und nur dann, wenn dieser bereits abgedeckt ist, einen weiteren Artikel direkt und außerhalb der Reihe veröffentlichen.

Das gilt natürlich nicht für stark aktuelle Themen, aber man sollte sich bewusst machen, dass drei Artikel an drei Tagen verbunden mit einer langen Pause es einem Leser und einem selbst weniger einfach machen als drei Artikel im Abstand von jeweils einer Woche.  Es ist daher besser auch bei einem Schreibrausch zumindest etwas zu staffeln, etwa zB bei einem 2-wöchigen Rhythmus den zweiten Artikel für eine Woche später einzustellen. Das erfordert eine gewisse Selbstdisziplin, regelmäßig erscheinende Artikel sind allerdings das beste Mittel für einen erfolgreichen, langlebigen Blog

6. Verlinken und Kommentieren

Wer in einer bestimmten Szene schreibt, sollte Blogs, die seine Kernthemen betreffen verlinken und Kommentare auf diesen Blogs zu schreiben ist der beste Weg Leser, die sich für dieses Thema interessieren, auf den eigenen Blog aufmerksam zu machen.

Es schadet auch nichts, statt einem Kommentar einen eigenen Beitrag zu machen, in dem man sich mit dem Artikel auf einem anderen Blog auseinandersetzt. Vernetzung gibt Resonanz und mit mehr Resonanz macht auch das eigene Bloggen mehr Spaß.

7. Korrektur der Frequenz

Es gibt Leute, die die Festlegung einer Frequenz nicht brauchen. Die Artikel sprudeln aus ihnen heraus und täglich kommen eher mehr Ideen dazu als das zu wenig da sind.

Irgendwann kommt aber bei den meisten Bloggern der Tag, an dem sie unter die eigentlich angedachte Frequenz fallen und sei es nur eine lose angedachte wie „so etwa einmal im Monat“ oder „mir wird schon alle zwei bis drei Monate etwas einfallen“. Viele Blogs kommen aus der dieser Unterbrechung aber nicht mehr heraus. Sie basteln an längeren Beiträgen, aus „Mache ich nächste Woche fertig“ wird „Mache ich nächsten Monat“ wird „mache ich, wenn es mal ruhiger ist“ . Es wird aber nie ruhiger.

Ein Blog stirbt in der Regel schleichend. Kurze Aufraffperioden, in denen dann noch einmal drei bis vier Artikel erscheinen folgt dann wieder eine extrem lange Pause.

Ich persönlich halte es für besser sich die Einhaltung der Frequenz auch in diesen härteren Zeiten vorzunehmen und zur Not einen kleineren Artikel, der vielleicht nicht perfekt ist, einzustellen. Bei mir liegen auch noch einige längere Beiträge im Entwurfsordner, die ich hoffe irgendwann einmal fertiggestellt zu bekommen, sie sind insoweit auf einen anderen Tag verschoben. Andere werden das anders sehen.

Auch ein passendes Mittel ist es, sich einzugestehen, dass man die Frequenz zu hoch angesetzt hat und mit dieser runter zu gehen. Dann sollte die neue Frequenz aber ebenfalls zeitlich genau festgelegt sein und man sollte sich bemühen, dieses Datum dann einzuhalten, und das frühzeitig mit einem dann zeitlich versetzt eingestellten Artikel. Denn auch das beständige Verschieben der Frequenz („dann eben einmal die Woche, oh nicht geschafft, dann eben einmal im Monat, oh der Monat ist schon wieder um, dann eben alle drei Monate, oh auch schon wieder um, dann eben irgendwann, oh im Blog ist seit 2 Jahren nichts erschienen, aber demnächst schreib ich mal wieder was“) ist eine beliebte Todesursache.

Das alles sind natürlich nur Ideen, die aus meiner Erfahrung mit Blogs geboren sind. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ein Blog, der einmal im Jahr oder überhaupt, einen super recherchierten Artikel rausjagt, ist auch etwas schönes. Ich wollte insoweit allerdings Anregungen für das kontinuierliche Bloggen  geben.

Ich wünsche allen, die es versuchen, viel Spass beim bloggen!

11 Gedanken zu “Tipps zur Errichtung eines Blogs

  1. Jetzt hast du allerdings den wichtigen Bereich des Moderationsverhaltens komplett ausgespart. Hier könnte man vermutlich sehr viele wichtige Hinweise geben.

    • Eigentlich sind unmodrierte blogs eine Zumutung für den Kommentator. Ich halte Moderation nur zuläßig, insofern sie nicht vermieden werden kann, um eine auf die Sache bezogene Diskussion zu ermöglichen. Inhaltliche Zensur, wie sie in den meisten feminsistischen blogs üblich ist, ist unter aller Würde.

      • „Ich halte Moderation nur zuläßig, insofern sie nicht vermieden werden kann…“

        Ich meinte mit Moderation nicht Zensur oder das Editieren von Kommentaren, sondern das Gestalten der Diskussion durch die Teilnahme des Moderators und z.B. unterschiedlichen Umgang mit den verschiedenen Diskutanten. Offensichtlich kommen hier ja auch diskussionstaktische Tricks zum Einsatz und manchmal erinnert mich Christians Vorgehen an die Methoden professioneller Journalisten. Hinweise auf „blogtaktische“ Vorgehensweisen wird man hier aber verständlicherweise wohl nicht so leicht bekommen.

  2. Als ich mein Blog vor einem Jahr aus einer Schreibwutlaune einrichtete war ich der Ansicht, ich würde in den ersten vier Wochen mangels Ideen (trotz Schreibwut) gar nichts schreiben können. Es kam anders. Nach dem dritten veröffentlichten Artikel und zehn weiteren im Speicher habe ich mir vorgenommen, wenigstens einen Monat lang jeden Tag einen Artikel zu veröffentlichen, auch um dem Blog Inhalt zu geben. Abgeschreckt hatten mich nämlich bis dato die unzähligen Blogleichen, in denen nach anfänglicher Schnellschuss-Euphorie nach 5-10 Artikeln nichts mehr veröffentlicht wurde.
    Aus den 30 wurden 100 und ich nahm mir wieder vor, noch einmal 100 Artikel zu versuchen. Inzwischen habe ich den 400sten täglichen Artikel überschritten und steuere nun auf den 500sten zu. Es waren auch hin und wieder Tage oder gar eine ganze Woche dabei, in denen mir gar nichts einfallen wollte, aber auch hier habe ich jeden Tag einen Artikel veröffentlicht, und sei es ein Bild oder ein interessantes Video aus dem schier unendlichen Fundus wissenschaftlicher Vorträge, Vorlesungen und Dokumentationen. Ich gestatte mir nicht, ohne Ankündigung im Blog die Veröffentlichungsfrequenz zu ändern, denn inzwischen habe ich einige treue Lesende, die ich nicht enttäuschen möchte. Ich finde, dass nicht alles in einem Blog mit tiefen Inhalt bestückt sein muss, gleichwohl das natürlich die interessantesten Artikel sind. Solange jedoch eine regelmäßige Frequenz eingehalten wird, auf die sich die Lesenden verlassen können, ist durchaus auch mal ein Hinweis auf ein hochkant gebratenes Cordon bleu statthaft 😉

  3. Mir wäre ein Blog viel zu viel Arbeit. Bin ohnehin sprachlos, mit welcher Disziplin und mit welchem Aufwand Christian dieses Blog in die Höhe gebracht hat.

    Dazu ist eine Arbeitsdisziplin nötig, gegen die das preußische Exerzierreglement wie das Grundgesetz einer Hippiekommune ausschaut.

    Respekt jedem, der Berufstätigkeit und Bloggen vereinbaren kann und dann auch noch in der Lage ist, zu moderieren.

    Denn auch das frisst ja vor allem eines: Zeit.

    • „…und dann auch noch in der Lage ist, zu moderieren.
      Denn auch das frisst ja vor allem eines: Zeit.“

      Und vermutlich auch erhebliche Nerven. Frage mich, mit welchen Mitteln man es schafft, da immer ruhig und sachlich zu bleiben, speziell, wenn man es mit TeilnehmerInnen zu tun hat, die offenkundig alles tun, um einem auf den Nerven herumzutrampeln.

  4. 2. Festlegung auf die gewünschte Artikelfrequenz

    Überlege dir das Zeitintervall, in dem in deinem Blog Beiträge erscheinen sollen. Das kann von “unregelmäßig wann immer ich was zu sagen habe”

    Lol, super Tipp 🙂

    Ich bewundere auch deine Disziplin Christian. Sind ja nicht nur die Artikel, sondern du kommentierst auch noch fleißig hier und anderswo, dazu Moderation und vor allem Recherche. Hast du echt noch Beruf und Privatleben, um deinen Pickup-Spleen auszuleben?

    Der Selbermachsamstag zum Einbringen von Themen ist übrigens eine echte Bereicherung.

    Mal ein paar Verbesserungsvorschläge aus meiner rein subjektiven Sicht:
    – lieber mal bei einem noch heiß diskutierten Artikel den nächsten Tag aussparen und dafür mehr auf die Qualität achten
    – likes für Beiträge einführen
    – den Pickup-Käse rauslassen. zumindest weniger missionarische Artikel diesbezüglich, ist ja nicht ganz uninteressant.
    – könnte man nicht die Kommentarspalte übersichtlicher gestalten? Oben kommt man ja immer nur auf die letzten 10 Beiträge und ansonsten lässt sich nichts chronologisch verfolgen
    – auch wäre eine Funktion für die zuletzt kommentierten Artikel sinnvoll. Wenn ich zum Beispiel eine neue Ergänzung mit Link zum Kachelmann-Prozess posten will, ist das zu Hauptbetriebszeiten in minutenschnelle wieder vom Radar
    – ansatt nur Tags zu setzen vielleicht ein paar Hauptkategorien, zwischen denen man hin und herschalten kann

  5. Pingback: Kritikrunde: Der “C&A-Maskulismus” | Alles Evolution

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