Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 2. April 2013

„GenderEssentialismus ist nicht feministisch“

Bei Feministing findet sich ein Artikel zu der Vereinbarkeit von Feminismus und Hausfrausein:

In case you missed this lecture in Women’s Studies 101, let me break it down for you. Choosing your choice is feminist, sure!  But GENDER ESSENTIALISM IS NOT FEMINIST.(…)

I made a choice to be my kids’ caregiver, but that choice wasn’t made in a vacuum.  My hubby and I had to weigh some very harsh realities.  Who made more money?  Who would probably ALWAYS make more money?  Who could count on consistent work for the next two decades?  If you guessed the BOY, you’re right!  You win a wife.*

Understanding how patriarchal capitalism works is feminist. GENDER ESSENTIALISM IS NOT FEMINIST.

Diese Verbiegung der Gedanken finde ich interessant:

  • Ein bestimmtes Verhalten frei zu wählen ist feministisch
  • Im Patriarchismus kann man sich aber allerdings nur dafür entscheiden, der traditionellen Rollenverteilung zu folgen, weil der patriarchale Kapitalismus nun einmal so ist

Gleichzeitig wird behauptet, dass es nicht okay ist, dass man Geschlechtern bestimmte Eigenschaften zuweist/abspricht.

Dabei weist man hier zumindest indirekt essentialistische Kategorien zu: Der Kapitalismus ist eben männlich/patriarchatisch. Einen weiblichen matriarchalen Kapitalismus, ich bezweifele, dass man sich das dort vorstellen kann. Frauen machen so etwas nicht.

Hinzu kommt, dass sie anscheinend einen Blick auf diese Verhältnisse hat, die ganz unabhängig von einem Verhalten der Personen sind: Frauen können mit entsprechenden Studium und entsprechender Partnerwahl natürlich auch diejenigen sein, die mehr verdienen. Sie scheint aber auch hier eine recht essentialistische Betrachtung der Verdienstmöglichkeiten von Männern und Frauen vorzunehmen. Eine Differenzierung innerhalb der Geschlechter erfolgt kaum

Richtig ist insoweit, dass im Gender-Feminismus häufig vermieden werden soll, einzelnen Personen bestimmte Eigenschaften nach Geschlecht zuzuweisen.

Gleichzeitig sind die Konzepte im Genderfeminismus aber stark auf Gruppenbetrachtungen zugeschnitten und unterscheiden insoweit wenig zwischen den Einzelmenschen. Dass man nicht essentialistisch denken soll tritt schnell in den Hintergrund, wenn man bei Doing Gender bestimmte Eigenschaften als männlich oder weiblich darstellt oder wenn man meint, dass „Männer“ an bestimmten Zuständen schuld sind oder von diesen profitieren und „Frauen“ unterdrückt werden.

Die Zuweisung von Privilegien erfolgt schlicht nach Gruppenzugehörigkeit und eine differenziertere Betrachtung findet nicht statt.

Und natürlich ist auch „Alle Menschen sind gleich, waren immer gleich und werden immer gleich sein, es gibt nur den Blank Slate“ auch eine reichlich essentialistische Betrachtung unter evolutionären Gesichtspunkten, die sexuelle Selektion und natürliche Selektion sowie Konzepte der Arbeitsteilung ausblendet.

Und auch bei den Folgen von Rollen sind Frauen und Männer alle empfänglich für diese, erkennen die Nachteile nicht, sind eine große Masse von durch Normen gleich formatierter Wesen.

Advertisements

Responses

  1. Wenn die Leute doch endlich den Begriff Patriarchat meiden würden. Er ist so sinnleer. Der Druck in der freien Wildbahn kommt vom Nachbarstamm, vom Clan vis a vis. Wenn dessen Rollenmodell stärkere und mehr Krieger generiert und fruchtbare Frauen ihrer natürlichen Aufgabe zuführt, dann wird sich dessen Rollenmodell durchsetzen. So einfach ist das!
    Im Kapitalismus kommt der Druck vom Kunden. Die Organisation der Wirtschaft ist letztlich auf den Kunden ausgerichtet und so auch die Rollen, welche die Angestellten spielen müssen. Denn wenn das Unternehmen nebenan durch optimalere Rollenzuweisung besser und/oder günstiger produziert, dann fliegen Unternehmen mit anderen Rollenzuweisungen aus dem Markt.
    Die Tante in dem genannten Blog quatscht irgendwas vom Kuchenbacken und von der freien Wahl. Sie hat diese Wahl nur, weil ihr „Hubby“ – heißt soviel wie Männe, weil also ihr Mann sich zum Deppen macht, die Kohle ranschafft und letztlich Ihre Scheißkuchen bezahlt, die auf dem freien Markt angeboten, nicht den Lebensunterhalt der Tante sichern würden. Diese blöde Kuh sieht überdies noch Scheiße aus und ich bedauere den Mann, der mit so einem Gelumpe gestraft ist, das sich auch noch Feministin nennt.

    Eine Lotterie, bei der man(n) ein Weib (wife) gewinnt, ist eine Scheißlotterie, denn dieses Weib macht nur Kosten und quatscht dumm rum, wie der Blogbeitrag beweist.

    DschinDschin

    • „Diese blöde Kuh sieht überdies noch Scheiße aus “

      Wie siehst Du denn aus?

      • Klasse, einfach nur klasse!

        Aber Spaß beiseite! Frau muss kein Modell sein, um attraktiv zu wirken. Aber die Autorin dieses Blogbeitrags kommt ganz schlecht rüber. Ich kenne diesen Typ. Den findet man auch bei den Evangelikalen und anderen Strenggläubigen, anderen Fundamentalisten.
        Sie verlinkt zu folgenden http://www.hotdishmilitia.org/ Idioten und vergisst, dass eine Frau eine Entscheidung trifft, wenn Sie den Schniedel eines Mannes in ihre Möse stecken lässt und nicht ausreichend verhütet. Das war die Entscheidung. Ansonsten ist Abtreibung eine gute Sache: ein Depp weniger auf der Welt. Wir müssen nicht den Menschenmüll davon abhalten, seine Brut umzubringen. DAS IST EVOLUTION!
        Denn Evolution ohne Selektion führt ins Nichts, und Selektion heißt Nicht-Leben oder Leben-ohne-Nachkommen.
        Nur sollte die Tante ehrlich zu ihrem Partner sein. Sie sollte ein Schild tragen: Mein Uterus ist für Kinder kein sicherer Ort!
        Dann kann jeder Mann frei entscheiden, ob er die Tante befruchtet.
        Wenn Feminismus bedeutet, der Frau Wahlfreiheit zu lassen, dann müssen die Männer begreifen, dass diese Wahlfreiheit ihre Wahlfreiheit beendet. Will Man(n) das? Will Man(n) sich zum Hubby machen lassen?

        DschinDschin

        • „Sie … vergisst, dass eine Frau eine Entscheidung trifft, wenn Sie den Schniedel eines Mannes in ihre Möse stecken lässt und nicht ausreichend verhütet.“

          Sie trifft hier eine Entscheidung? Nur sie? Und die ach so tatkräftigen, entscheidungsfähigen, so unglaublich rationalen Männer treffen dabei keine Entscheidung? Bei dieser Sache gibt es nicht zwei Verantwortliche?

          Omg. Da deine restlichen Äußerungen das Minimalniveau unterbieten, gehe ich darauf nicht weiter ein.

        • @Seitenblick

          Natürlich nicht!

          Hast du es nicht verstanden?

          Der rational und logisch denkende, kulturschaffende, den Frauen in allen Bereiche überlegende Mann transformiert sich in einen schwanzgesteuerten und fast unzurechnungsfähigen, armen Kerl, wenn er einen Blick auf ein paar hübsche Brüste erhascht.

          Zumindestens wollen es einen viele Antifeministen so weismachen.

        • @Stephi

          »Der rational und logisch denkende, kulturschaffende, den Frauen in allen Bereiche überlegende Mann transformiert sich in einen schwanzgesteuerten und fast unzurechnungsfähigen, armen Kerl, wenn er einen Blick auf ein paar hübsche Brüste erhascht.«

          Hach nääää… Nein, so isses nich…
          Sex zu bekommen war noch nie ein ernsthaftes Problem. Irgend ein Dummerle für einen ONS hat noch jeder gefunden. Ganz hoffnungslose Fälle wurden Schäfer.

          Das Problem der „besseren“ Männer ist, dass sie gerne „bessere“, also plusminuseps gleichwertige Frauen hätten. Denn mit einem Kind bindet ein Mann sich auch eine Frau für etliche Jahre ans Bein. Und dann kommt ein uralter psycholgischer Mechanismus zu tragen: Man arrangiert sich. Nach zwanzig Jahren findet man selbst an zwanzig Jahren Zwangsarbeit etwas gutes (Kameradschaft, Zusammenhalt). Und so wie manche nach zwanzig Jahren Zwangsarbeit über die Kameradschaft dort schwärmen und über die zwei Streiche (in 20 Jahren), die die Wachen nie aufklären konnten weil alle so dolle dicht gehalten haben, so schwärmt ein Mann für bzw. über seine Frau. Er lügt sie sich edel, hilfreich und gut. Und intellektuell gleichwertig. Ja, ok, über Merkels Politik sollte man besser nicht mit ihr reden, das Buch von Prof. Sowieso hat sie auch erst im dritten Anlauf verstanden, sie glaubt an Homöopathie und Bachblüten und hätte unserem Kind beinahe mit kolloidalem Silber eine Schwermetallvergiftung verpasst aber eigentlich ist es doch ganz spannend, mir ihr zu reden ….

          Wäre es anders hätten wir euch bereits vor ca. 200.000 Jahren an einer Tankstelle im tiefsten mittleren Westen Nordamerikas ausgesetzt.
          Dann hätten wir erstmal eine Riesenparty steigen lassen und schließlich wären wir in Ruhe und Frieden und mit durchschnittlich 3,4 Promille Blut im Alkohol ausgestorben.

        • Du, ich kann schon verstehen, warum die Frauen nicht so nett zu dir sind!

        • @seitenblick @stephi
          Richtig, Frau trifft die Entscheidung, da Mann nichts mitzureden hat, dagegen wehren sich Femis und Frauen ja vehement. Also, wenn ihr die alleinige Verantwortung nicht mehr bei den Frauen wollt, dann macht euch stark, das auch Männer mitentscheiden dürfen, ob ein Kind ausgetragen, abgetrieben oder weggegeben wird.

          Ansonten: EURE ALLEINIGE VERANTWORTUNG.

        • @Imion

          Männer entscheiden aber selbst, ob und mit wem sie Geschlechtsverkehr haben, und Kondome können sie auch benutzen. Aber für dich sind Männer eh in jeder Lebenslage absolut hilflos.

        • @marenleinchen

          »Du, ich kann schon verstehen, warum die Frauen nicht so nett zu dir sind!«

          Und ich habe eine recht präzise Vorstellung darüber, warum junge, gesunde Männer manchmal im letzten Moment „Gewissenskonflikte“ oder „Performanceprobleme“ bekommen.

        • »…. und Kondome können sie auch benutzen.«

          Weißt du, dass ich schon mal fliegende Untertassen gesehen habe?
          Das war kurz nachdem ich meinem damaligen Betthupferl erklärt habe, warum das Kind in ihrem Bauch nicht unser Kind ist.

        • Frauen sind nicht mehr oder weniger vertrauenswürdig als Männer. Frauen, die Verhütung vortäuschen, nur um sich dann doch heimtückisch schwängern zu lassen, sind fast so selten anzutreffen wie Männer, die Frauen Zeugungsunfähigkeit vortäuschen, nur weil sie beim Sex keine Lümmeltüte benutzen wollen.

          Es ist übrigens ziemlich ekelhaft, dass du den Frauen nur schlechte Eigenschaften zuschiebst, als ob sie alle kein Herz und kein Gewissen hätten.

        • @stephi
          „Der rational und logisch denkende, kulturschaffende, den Frauen in allen Bereiche überlegende Mann transformiert sich in einen schwanzgesteuerten und fast unzurechnungsfähigen, armen Kerl, wenn er einen Blick auf ein paar hübsche Brüste erhascht.

          Zumindestens wollen es einen viele Antifeministen so weismachen.“

          Ja. Aber nicht nur die! Ihre Gegenseite hat interessanterweise ebenfalls ein Interesse an diesem Bild. Was heißt, dass auch sie sich davon einen – wie auch immer gearteten – Vorteil verspricht.

          @B.E.
          Bei allen Differenzen: Das Bild von der Tankstelle vor 200000 Jahren und der Party mit 3,4 Promille ist nicht übel ;-).

        • @Seitenblick

          Mit „Gegenseite“ meinst du sicherlich die Feministen, oder? Auf welche Vorteile beziehst du dich?

        • @stephi
          „Mit “Gegenseite” meinst du sicherlich die Feministen, oder?“
          Auch. Bei aller Unschärfe dieses Begriffs.

          „Auf welche Vorteile beziehst du dich?“
          U.a. auf alle Vorteile, die es mit sich bringt, wenn man in den Köpfen die Position eines „Defizit-Beheber“ gekriegt hat. Aber mehr dazu etwas später. Muss morgen zu früh raus.

        • @BE

          „Weißt du, dass ich schon mal fliegende Untertassen gesehen habe?“

          Ich auch. In diversen Sci-Fi-Filmen. Das waren aber leider nur Special Effects.

        • @imion
          „Richtig, Frau trifft die Entscheidung, da Mann nichts mitzureden hat, dagegen wehren sich Femis und Frauen ja vehement.“

          Sag mal, willst du mich verkohlen? Vorher hat der Mann keine Möglichkeiten? Du willst mir erzählen, dass du dich bei einer so weitreichenden Sache auf die Frau verlässt?

          Ich fass es nicht!

          Wirst du gezwungen, kein Kondom zu benutzen? Wie läuft das ab? Würd mich mal interessieren.

        • Naja, was Sex anbelangt sind sowohl Männer als auch Frauen ziemlich triebgesteuert. Wenn es anders wäre, wäre die Menschheit in dem Moment ausgestorben als ihr bewußt wurde, dass Sex zu Kindern führt.

          Der Geschlechterdiskurs wird wohl immer davon geprägt sein, der jeweils anderen Seite möglichst von vornherein so viel der Verantwortung für Sex zuzuschustern. Dabei tun sich Huhn und Koch immer ziemlich schwer, sich über die Bedeutung des Bratspießes zu einigen. Insofern ist wohl klar, warum von weiblicher Seite so oft das Argument kommt dass „Männer sich doch selber zu Tieren reduzieren, wenn sie meinen dass ein paar Titten ihren Verstand ausschalten“

          Das ist natürlich eine Überspitzung. Der Verstand wird ja nicht von Trieben ausgeschaltet, er ist vielmehr befangen.

          Wenn man sagt, dass Männer die Entscheidung treffen zu verhüten, dann muss man wohl auch sagen dass Frauen dies tun. Dann stellt sich die Frage, inwiefern ein Abtreibungsverbot eine Einschränkung der Reprodukivrechte sein soll.

          Man argumentiert dann natürlich, dass die Folgen schon biologisch für Frauen gravierender seien, und dass ein Abtreibungsrecht dies nur ausgleiche. Was ja auf den ersten Blick auch stimmt.

          Allerdings hat sich die Zivilisation schon immer „Strukturen“ aka Konventionen ausgedacht, um dies zu kompensieren. Um den Mann eben, als Ausgleich für die biologische Verhaftung der Frau, sozial zu verhaften. (Natürlich verhaften „die Strukturen“ auch die Frau sozial dazu, ihre Kinder nicht einfach zu verklappen)

          Eine Abtreibungsmöglichkeit wirft nun so Einiges durcheinander. Es gibt der Frau letztlich die Macht in die Hand, darüber zu entscheiden ob das ganze soziale „Verhaftungsprogramm“ für den Mann wirksam wird oder nicht. Zu einem Zeitpunkt, in dem sie nicht mehr von ihren Trieben befangen ist. (natürlich ist das nicht ganz so einfach)

          Da hat Frau natürlich gut reden, dass „Mensch doch nicht triebgesteuert“ sei.

          Einen ähnlichen Diskurs gibt es ja bei der Frage der sexuellen „Übergriffigkeit“: Es wird auch da versucht, Männern möglichst die volle Verantwortung zuzuschustern:

          Der Mann hat die aktive Rolle zu übernehmen. Die Frau hat nicht in dem Maße das Problem, sich u.U. „falsch“ verhalten zu können wenn ihr Trieb sie befängt. Wenn sie dabei ein Problem hat, dann dasjenige dass sie evtl. als „Schlampe“ gilt. Was natürlich ein Skandal des Patriarchates ist.

          Wenn die Befangenheit des Mannes durch seinen Trieb unangenehm wird, dann ist er selbstverständlich voll dafür verantwortlich. „Oder will etwa jemand behaupten, Männer seien schwanzgesteuert? Ha! DieMänner sind selbst diejenigen, die Männer dämonisieren“

          Machtstrategien im Geschlechterdiskurs.

          (

          *Strukturen: Femsprech für: Gesellschaftliche Konventionen

        • @Nick
          „Wenn man sagt, dass Männer die Entscheidung treffen zu verhüten, dann muss man wohl auch sagen dass Frauen dies tun.“

          Eben. Ich möchte auch zwei Situationen scharf trennen: nämlich die Situation vor und die nach dem Eintreten einer Schwangerschaft.
          Davor haben zwei Seiten verschiedene Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Und eben nicht nur eine Seite.

          Dein Hinweis auf die Abtreibung: Ja, das ist die zweite Situation. Ab dem Eintreten einer Schwangerschaft sehe ich auch ein ganz großes und inakzeptables Ungleichgewicht bei den Möglichkeiten und Rechten.
          Zumal deine Anmerkung
          „Natürlich verhaften “die Strukturen” auch die Frau sozial dazu, ihre Kinder nicht einfach zu verklappen“
          so ja nicht stimmt.
          Kinderklappen gibt es ja und sie werden offiziell geduldet. Faktisch ist damit einer Seite das Recht eingeräumt worden, sich aus jeglicher Verantwortung herauszuziehen. Und der Gegenseite nicht.
          Spätestens hier greift m.E. die Kritik, dass wir ein inakzeptables Ungleichgewicht bei den Rechten beider Seiten haben.

        • Edit: „Wenn die Befangenheit des Mannes durch seinen Trieb auch nur leicht unangenehm wird, ..“

        • @Seitenblick:
          Spätestens hier greift m.E. die Kritik, dass wir ein inakzeptables Ungleichgewicht bei den Rechten beider Seiten haben.

          Ja. (wobei es imho durchaus sowas wie einen sozialen Druck gibt, wenn auch nicht annähernd in dem Ausmaß, wie ihn Feminismus idR an die Wand malt)

          Und wie schafft man es, dieses Ungleichgewicht mit der Goldenen Regel zu vereinbaren? Indem man weibliche „Triebgesteuertheit“ (->“Wesenhaftigkeit“) anders bewertet als Männliche.

          Das tradierte (->Romantik) Weiblichkeitsbild – und das hat vor allem die erste Frauenbewegung maßgeblich festgestampft – stellt weibliche „Triebgesteuertheit“ in einen fast durchgängig inhärent positiven/“reinen“ Rahmen. Mutterliebe als Prototyp aller menschlichen Liebe. DieFrau ist beherrscht von ihren „Gefühlen“, die zwar kaum rational nachvollziehbar sind, aber eine tiefe innere Logik und Wahrheit beinhalten. Die Frau ist so gesehen nicht Mumu- sondern „Herzensgesteuert“. Eben weil sie so „Herzensgesteuert“ ist, kann sie auch nicht „berechnend“ sein.

          DerMann hingegen ist von einem sehr starken, dämonischen „Schwanztrieb“ gesteuert. Dieser „Schwanztrieb“ verleiht ihm einen dämonisch starken Willen. Dieser „Schwanztrieb“ sorgt dafür, dass er „kalt berechnend“ sein kann. Er kann aber seine Triebe beherrschen und sublimieren, seinen dämonischen Trieb „zum Guten“ wenden. Dann vollbringt er fast übermenschlich gute Taten. Um seinen Trieb „zum Guten“ wendet muss er ordentlich behobelt und beschliffen werden. Er muss lernen, Verantwortung zu übernehmen.

          (Inwieweit biologische Dispostitionen diese Bilder prägten sei mal dahingestellt)

          Man stelle nun das immer wieder auftauchende Argument in diesen Kontext:

          Der rational und logisch denkende, kulturschaffende, den Frauen in allen Bereiche überlegende Mann transformiert sich in einen schwanzgesteuerten und fast unzurechnungsfähigen, armen Kerl, wenn er einen Blick auf ein paar hübsche Brüste erhascht.

          Zumindestens wollen es einen viele Antifeministen so weismachen.

          (Weil es als Beispiel so gut passt, ohne jegliche Aussage über Stephis Person. Das ist ein absolutes „Standardargument“)

          Zunächst fällt auf, dass die damit angegriffene Haltung der „Antifeministen“ gar nicht im Widerspruch zum tradierten Männlichkeitsbild steht. DerMann ist ja gerade deshalb „kulturschaffend“, weil er seine starken Triebe (partiell) in „gute“ und „kreative“ Bahnen lenkt aka sublimiert. Im Kontext der tradierten Geschlechterbilder wird eher darauf abgezielt, dass der fragliche Mann „ungehobelt“ ist.

          Man betrachte nun, in welchem Kontexten dieses Argument vorwiegend fällt:

          1.) Wenn Männer bemängeln, dass bei einer Abtreibung auch über ihren Kopf winweg über ihr Leben entschieden wird.

          2.) Wenn Männer bemängeln, dass Frauen sexuelle Reize benutzen, um sie zu manipulieren. (->“Erotisches Kapital“ als Machtfaktor, der das Bild eines „Patriarchates“ relativiert)

          3.) Wenn es darum geht, dass der Sexualtrieb kein „mildernder Umstand“ bei Sexualdelikten sein darf.

          (bei 3. bin d’accord, dass der Sexualtrieb keine valide _Entschuldigung_ ist)

          Nun sind fast sämtliche Konventionen darauf ausgerichtet, dass jegliche „Triebgesteuertheit“ DerFrau in den Frame „Herzensgesteuert“ gestellt wird. Insbesondere die „Balzrituale“ entlasten Frauen fast vollständig davon, ihren Trieben aktiv Geltung zu verschaffen. Wenn eine Frau das zugrundeliegende Bild gefährdet, wird sie maßgeblich auch von Frauen als „nicht _richtige_ Frau“ aka „Schlampe“ gedisst.

          zu 1.) „_Wenn_ eine Frau Abtreibt / ihr Kind verklappt dann deshalb, weil die Umweltbedingungen sie an der Verwirklichung ihres Muttertriebes hindern“

          zu 2.) „Frauen werden durch gesellschaftliche Erwartungen dazu gezwungen, sexy zu sein“

          zu 3.) „Es geht doch bei Sexualstraftaten nur um Macht“. „richtige“ Frauen stellen dann die Referenz, anhanddessen das Belegt wird: „Es sind 9x% aller Sexualstraftäter Männlich, und 9x% aller DAX-Vorstände sind männlich. Sexualstraftaten = Machtstreben, qed“

          Dieses Argument ist vor allem deshalb selbst ein Rekurs auf tradierte Geschlechterbilder, weil es eben konsequent ausblendet dass auch der weibliche Mensch treibgesteuert ist. Akzeptierte man, dass alle Menschen von ihren Trieben befangen wären, dann müsste man eben Triebhaftigkeit (im angemessenen Umfang) als Entschuldigungsgrund gelten lassen. Man rekurriert so auch darauf, dass DerMann einer strengen (selbst-)Kontrolle bedarf, damit sein mächtiger Dämon zum Wohle der Gesellschaft (=FrauenUndKinder) zu positiver Schaffenskraft und zur Verantwortlichkeit transformiert wird.

          „Triebe entschuldigen niemals etwas“ kann man eben leicht von sich geben, wenn alle Konventionen und Regelungen auf das Unsichtbarmachen der eigenen Triebhaftigkeit ausgerichtet sind.

          Insofern stimme ich dir zu, dass die „Gegenseite“ durchaus ein Interesse an der Aufrechterhaltung dieses Bildes hat.

          Nicht ohne Grund beschweren sich Prostituiertenverbände laufend über die Stigmatisierung gerade durch den vorherrschenden Feminismus. Nicht ohne Grund betreiben auch Frauen sehr maßgeblich „Slut bashing“. Nicht ohne Grund hat die erste Frauenbewegung diese Geschlechterbilder so nachdrücklich befördert.

        • @Nick
          „Nun sind fast sämtliche Konventionen darauf ausgerichtet, dass jegliche “Triebgesteuertheit” DerFrau in den Frame “Herzensgesteuert” gestellt wird. …
          ein Rekurs auf tradierte Geschlechterbilder, weil es eben konsequent ausblendet dass auch der weibliche Mensch treibgesteuert ist..“

          Ja, stimmt. Übrigens findet sich fast die gleiche Umdeutung beim Thema Aggression. Der Frame „Herzensgesteuert“ greift auch in dem Fall: Ausgeübte Aggression wird bei der Frau in der Regel – von ihr selbst und von der Umgebung – als Ausdruck von Hilflosigkeit, Überforderung oder als Notwehr gedeutet, aber nicht als Ausdruck einer Seite, die jeder Mensch, Mann oder Frau, nun mal hat.

          Diese Umdeutungs- bzw. Abspaltungsprozesse ziehen natürlich einige Probleme nach sich. Sie erschweren realistische Selbstverhältnisse. Und sie führen dazu, dass die andere Seite – in dem Fall „die Männer“ – zur Projektionswand wird für all die Ängste, die Kräfte wie Sexualität und Aggression auslösen können.

        • @Seitenblick:
          Sie erschweren realistische Selbstverhältnisse.

          Guter Punkt.

          Ein sozialer Nährboden für eine Abspaltung des Selbst, aka Narzisstische Störung (der Hobbypsychologe hat gesprochen)

        • Und sie führen dazu, dass die andere Seite – in dem Fall “die Männer” – zur Projektionswand wird für all die Ängste, die Kräfte wie Sexualität und Aggression auslösen können.

          So wird das natürlich nie was, mit der Emanzipation: Der machtvolle Satan ist eben nur die andere der Medaille des allmächtigen Schöpfers.

          In dem Moment, als sich Feminismus exzessiv dem Dämon „Männergewalt“ wieder* zuwandte, hat er sich eben radikal vom Ziel der Befreiung aus selbstverschuldeter Unmündigkeit abgewandt.

          *) man hat ja eigentlich, mitte der 1970er, die Ideen der ersten Frauenbewegung anno 189x fast 1:1 wieder aufgegriffen.

      • Egal wie die ausschaut!

        Es ist einfach so, das es „Patriarchat“
        nicht gibt!
        Das ist wissentschaftlich belegter
        Fakt!

    • @DschinDschin:

      Meine Herren, woher nimmst du die Energie dich noch so aufregen zu können?

      Eine komplett abgespacte Spätpubertierende mehr oder weniger macht doch das Kraut auch nicht mehr fett.

      Wenn man sie fragt, sind die Mädels doch alle Feministin. Jetzt Differenzfeniministin, in zwei Minuten Gleichheitsfeministin (und in vier Minuten wieder Differenzfeniministin) und wenn’s gerade passt, dann eben auch Hausfraufeministin.

      Der Versuch eines unserer Mädels auf eine konstante Position festzunageln (von einer konsistenten Position schweigt des Sängers Höflichkeit) ist bekanntlich eben so sinnvoll, wie der Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln.

      Hauptsache Mann ermöglicht täglich mehr picken täglich besserer Rosinen, sonst wird frau ganz schnell Kampffeministin.

  2. Essentialistisch ist immer die kritisierte Position der anderen, wenn man selber genauso argumentiert, ist das nicht essentialistisch. Die Eigene Position wird immer stillschweigend ausgenommen, genau wie beim Wissen/Macht-Relativismus a la Foucault, wo die Wahrtheitsansprüche der anderen nur ihre Machtinteressen zum Ausdruck bringen, während man selber das wahre, schöne und gute repräsentiert.

    • Lass mich raten: wenn jetzt jemand widerspricht, agal mit wievielen Argumenten, siehst du das als trotzdem beweis, dass er Befangen ist?

      Unfalsifizierbare Statements sind Wertlos.

      • Ich hätte das natürlich mit vielen Zitaten und Belegen ausführen können, habe ich mir erspart. Aber wenn du außer Widerspruch auch Gegenargumente hast, könnte man das ja mal diskutieren.

      • Ich denke, wir sollten erstmal disktuieren, auf welcher Basis deine These „Essentialistisch ist immer die kritisierte Position der anderen, wenn man selber genauso argumentiert, ist das nicht essentialistisch“ steht.

      • Ich springe El Mocho mal zur Seite. Der Vorwurf der Befangenheit ergeht ungefähr jedes Mal, wenn Gender-Theoretiker sich zu biologischen Argumentationen und deren Vertretern äußern.

        1. Wird dieser Vorwurf nie belegt
        2. Läßt sich diese Befangenheit systematisch bei Gender-Theoretikern nachweisen.

        Hier mal ein Text von mir für dich, der das ausführt:
        Sigrid Schmitz – Das Pamphlet einer Gender-Forscherin

  3. Ich habe mal ne ganz andere Frage: Warum sind (fast) alle Feministinnen so unattraktiv??

    • Meiner Meinung nach gibt es sehr wenige Menschen die von sich aus unattraktiv sind.
      Du glaubst garnicht was für ein Effekt die Art des Sprechens, die richtigen Klamotten, das Verhalten, das Selbstbewusstsein und der Geruch manchmal haben kann.
      Schwarzer wäre für uns 100% eine weit attraktivere Frau gewesen wenn sie sich nur anders gegeben hätte.

      • @ baldasar

        ich sprach ja nicht von angeborener Hässlichkeit, wobei auch diese…

        Feministinnen „gefallen“ sich in Unattraktivität, ich vermute aus Angst, nicht zu genügen. Sie idealisieren den Verzicht, um nicht zu verlieren.

  4. Ein Beispiel für die intellektuelle Verdorrtheit der Genderschwachmaten:

    „Internationally, HIV affects transgender women more than any other group according to a meta-analysis published in the Lancet Infectious Diseases.

    “Almost a fifth of transgender women worldwide are infected with HIV, results of a meta-analysis published in The Lancet Infectious Diseases shows. A total of 39 studies involving over 11,000 transgender women in 15 different countries were included in the study, which also found that prevalence of HIV among transgender women was massively higher than that seen in the general population.”

    „Transgender-Women“ sind biologisch de facto homosexuelle Männer, deren HIV-Infektionsrate aufgrund der promiskuitiven Analpenetrationen bekanntermaßen „geringfügig“ höher ist als die heterosexueller (und homosexueller) Frauen oder heterosexueller Männer.

    Wo ist das Problem?

    Mon dieu.

  5. !Wo ist das Problem?“

    Das Problem ist, das Feministinnen
    immer ein Problem mit Männern haben,
    und deswegen ALLE Probleme nur
    den Männern anzulasten sind.
    Auch die Peobleme die Feministen mit Feministiinnen
    haben ; oder umgekehrt haben nur Männer mit
    Feministinnen, oder so.

    Nun, wie auch immer, die Männer sind Schuld!
    Auch die lila Pudel! Denn auch die haben keine
    Mummu!

  6. Deine Gedanken sind viel zu sophisticated, Christian. Die hunderten Widersprüche im Gender-Queer-Feminismus-Gebäude aufzudecken wird diese Leute wohl kaum interessieren.

    Man kann ja gerne das pathologische Konkurrenzsystem kritisieren. Das muß dann aber gleich „Kapitalismus“ genannt werden. Und die Männer sind an diesem System schuld, weil die einfach alles Kulturelle in den letzten 9000 Jahren erschaffen haben.

    Ich lehne deshalb diese ganze Begriffsduselei ab, die man auch unter linken Männerrechtlern findet. Jeder kann selbst etwas tun, um die pathologischen Zustände in unserer Gesellschaft zu ändern. Da muß man keine Feindbilder à la Kapitalismus, Patriarchat oder Kommunismus ersinnen. Diese Begriffe verschleiern meist die wirklichen Ursachen und Zusammenhänge und deindividualisieren sie völlig.

  7. Kritik, auch harsche und polemische Kritik am Feminismus – damit habe ich kein Problem. Aber irgendwas läuft hier langsam aus dem Ruder.

    • Ach Adrian, hier läuft doch schon seit viel längerer Zeit was aus dem Ruder.

      • @ Stephi

        *Ach Adrian, hier läuft doch schon seit viel längerer Zeit was aus dem Ruder.*

        Was läuft konkret aus dem Ruder?

        Wie müsste das Ruder richtig gestellt werden?

        Wie kann man das erreichen?

        • „Was läuft konkret aus dem Ruder?“

          Die Kommentare verselbstständigen sich. Sie werden gehässiger, bösartiger. Sie sehen nicht mehr die Menschen hinter den Ansichten.
          Wir hatten eine Quasi-Sanktionierung von Attentaten, und hier lässt man sich jetzt über das Aussehen von anderen Menschen aus.
          Dazu kommt dieser ewige Jammer-Diskurs erwachsener Männer. Aber gut, das ist zwar albern, aber noch erträglich 🙂

          „Wie kann man das erreichen?“

          Tief durchatmen. Sich vorstellen man redet mit jemandem persönlich und nicht anonym auf einer Website. Ich denke es tut gut, wenn man sich die Frage stellt: Würde ich das so formulieren, wenn mir mein Gesprächspartner gegenübersitzt? Ja, ich weiß, das gilt auch für mich.

        • @Adrian

          „Die Kommentare verselbstständigen sich. Sie werden gehässiger, bösartiger. Sie sehen nicht mehr die Menschen hinter den Ansichten.“

          Ja, habe leider gerade nicht die Zeit, dass vernünftig zu korrigieren.

          „Tief durchatmen. Sich vorstellen man redet mit jemandem persönlich und nicht anonym auf einer Website. Ich denke es tut gut, wenn man sich die Frage stellt: Würde ich das so formulieren, wenn mir mein Gesprächspartner gegenübersitzt? “

          Schön gesagt, würde mich freuen, wenn alle Kommentatoren das so handhaben würden.

        • @ Adrian

          *Würde ich das so formulieren, wenn mir mein Gesprächspartner gegenübersitzt? Ja, ich weiß, das gilt auch für mich*

          Ach, Adrian.

          Immer wieder rührst Du mein Herz.

          Die Frage der Formulierung ist doch arg kontextabhängig.

          Z.B.:

          Ist er größer/stärker als ich?

          Kann sie sich Hilfe holen?

          Bin ich Koch oder Kellner, Kardinal oder Hilfskaplan?

          Das ist doch alles nicht so einfach a priori zu entscheiden.

        • „Immer wieder rührst Du mein Herz.“

          Viele Männer sagen das 😀

    • Meinst Du den ursprünglichen Artikel oder mache der Kommentare unter dem Artikel (die in ihrer postpubertären Misogynie feministischer Krampfhennen-Misandrie in nichts nachstehen?).

      • Ich meine Kommentare.

    • @ adrian

      Wenn ein Gruppenmerkmal Unattraktivität ist und diese Gruppe Unattraktivität auch noch als Akt der Befreiung idealisiert, ist es legitim und naheliegend, die Frage nach den Ursachen dieses verqueren Denkens zu stellen, oder?

      🙂

      „Aus dem Rudel laufend“..wie schön pathetisch….

      • Wieso fühlst Du Dich angesprochen?

        • @ Adrian

          Ich hatte das Aussehen der meisten Feministinnen angesprochen, drei, vier Beiträge über Deinem.

          😉

  8. Interessant ist, dass die Aussage „GENDER ESSENTIALISM IS NOT FEMINIST“ selbst durch und durch essentialistisch daherkommt.

    Was „Feminismus“ ist, scheint grundlegend festzustehen und man kann es in einem Einführungskurs lernen. Wer eine andere Vorstellung von Feminismus hat, hat es einfach falsch verstanden und braucht eine Nachschulung.

    Ähnliches scheint für für „Kapitalismus“ und „Patriarchat“ zu gelten.

    Ist Essentialismus demnach nur dann schlimm, wenn sich der politische Gegner seiner schuldig macht?

  9. […] insoweit volle Zustimmung. Wobei auch der Genderfeminismus seine essentialistischen Zuweisungen hat: Männer haben eben per “gelesenen Geschlecht” Privilegien, die sie auch nicht […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: