Das feministische Recht auf Wut

Immer wieder liest man auf feministischen Bl0gs etwas davon, dass eine Feministin wütend ist, richtig wütend, und das es anderen nur nicht einfallen soll, sie daran zu hindern. Sie explodiert fast vor Wut und sie lässt sich auch nicht gefallen, dass andere ihr den Mund verbieten wollen/sie Mundtot machen wollen/ihr ihre Wut absprechen wollen.

Gerade beispielsweise wieder hier:

das alles spielte sich in den letzten 4 Jahren ab und in dieser zeit machte ich meine ersten bewussten begegnungen mit rassismus theorien und anderen -ism. dann kam erst mal eine große welle wut. die hab ich großzügig um mich verteilt…wer konnte ging in deckung, wer den selben leidensdruck verspührte machte mit und diejenigen, sie damit nichts anfangen konnten begaben sich in eine verteidigungshaltung

Ich finde dieses Recht auf Wut immer wieder faszinierend. An anderer Stellte hatte ich ja schon auf „feminist rage“ als Begriff verwiesen. Wie man oben sieht folgt die Wut aus der Aufnahme der feministischen Theorien und dem Leidensdruck, den man dabei erfährt.

Die Reaktionen sind wie zu erwarten nicht sonderlich positiv:

meine wutwelle und mein allgemeiner weltschmerz kamen im real life nicht unbedingt gut an….eh klar, immerhin hing und hängt meine wut mit strukturen zusammen, von denen der großteil meiner damaligen bezugspersonen im alltag mächtig profitierte.

wie oft wurde ich aufgefordert doch weniger agressiv und unbequem zu sein, wie oft wurd ich gebeten, meine politischen statements aus freund_innenschaften herauszuhalten. im gegenzug aber anhaltende diskriminierungen zu dulden – es war ja nicht böse gemeint…hm. ja,nee is klar. also wer tatsächlich denkt, dass ungleiche machtverhältnisse und unterdrückungsmechanismen in freund_innenschaftsstrukturen nicht auch vorhanden sind, hat etwas ziemlich wichtiges nicht gecheckt. kackscheiße bleibt kackscheiße, so lieb sie auch formuliert wird und auch wenn alle lachen.

Letztendlich dient die Wut insofern auch der Abgrenzung nach Außen:  Der andere muss die Wut nachempfinden können, weil er auch benachteiligt ist oder aber akzeptieren, dass der andere wütend ist, weil er ja auch allen Grund dazu hat: Wer die Wut nicht akzeptiert, der stützt letztendlich das System, der macht sich den Kampf gegen das System nicht zu eigen, der kann nicht mehr Freund sein.

Ganz besonders kann er das natürlich nicht, wenn er nicht meint, dass die jeweilige Feministin keine Macht hat und nicht unterdrückt wird, wenn er also ihre machtvolle Opferrolle nicht akzeptiert. Auch klar: Es gibt keine Grauzonen, was „kackscheiße“ ist, kann nicht lustig sein.  Der radikale Feminismus kann über so etwas nicht lachen, die Aufforderung doch etwas Humor zu haben, gilt eher als Angriff bzw. als Stützung des Systems.

ich habe das gefühl bekommen, dass meine Gesellschaftkritik als neues hobby missinterpretiert wurde. als gewählter freizeitspass. Ich hab öfters versucht des aufzuklären, bin es aber mittlerweile leid. Wenn menschen (noch) keine lust haben, sich kritisch mit ihren lebensrealitäten und positionen auseinander zusetzen, tja dann kann ich das auch nicht ändern.

Übersetzt: Warum nehmen mich die Leute nicht ernst, wo ich so wichtige Themen anspreche und ihnen ihre und insbesondere meine UNTERDRÜCKUNG und BENACHTEILIGUNG aufzeige? Warum sehen sie nicht wie erst mir das ist?

ich brauche gesellschaftkritik oder ein bisschen wut in meiner gegenwart nicht als liebesbeweis. wer zufrieden ist mit dem was sie_er hat – bitte schön. ich bins nicht und mein harmoniebedürfnis geht k.o wenn es gegen weltschmerz ankämpft.

umso schöner, dass es menschen gibt, die ähnliche wut spüren!

wut tut gut! mut zur wut!

ich surfe gerne mit euch auf der wutwelle, empöre mich mit euch und sammle tumblr gifs für mansplainer und nichts checker_innen.

es tut gut euch zu haben und wir stellen fest: wut kann oft sehr lustig sein. neben oder gerade durch all unser theoriegerede, unseren beschwerdebriefen und unserer unbequemlichkeit, hab ich in euch kritische freund_innen gefunden, die mir nicht nach dem mund reden, sondern mich rütteln und schütteln und mir helfen beim klar kommen.

Die Mansplainer und die Nichts-Checker_innen, die Dummen also, die es noch nicht verstanden haben und deswegen nicht wütend sind. Wir dagegen: Rebellen. Unbequem! Stacheln im Fleisch der anderen

Ich kann mir gut vorstellen, dass dabei ein schönes Gruppengefühl entsteht. Man grenzt sich ab zu den anderen, schafft ein klares Feindbild, erklärt sich zur Elite derjenigen, die alles durchschaut haben und jetzt verbessern, weist also sich selbst und der Gruppe Status zu.

Zudem erlaubt es Wut auch sehr schön die eigene Meinung als Taboo auszugestalten, ein Dogma aufzubauen, welches nicht hinterfragt werden darf. Ein Dogma bietet viele Vorteile, weil man es eben nicht inhaltlich hinterfragen darf, was bei der Angreifbarkeit feministischer Theorien auch nicht günstig wäre. Man muss sich auch nicht selbst hinterfragen, man muss nur akzeptieren. Wer aber das Dogma in Frage stellt, das Taboo angreift, den darf gerechter Zorn treffen.

106 Gedanken zu “Das feministische Recht auf Wut

  1. „die mir nicht nach dem mund reden, sondern mich rütteln und schütteln und mir helfen beim klar kommen“ jajaja, nicht nach ihrem Mund reden und alle, die ihr widersprechen und sie rütteln und schütteln und dabei helfen endlich mal klar zu werden, sind die dummen Mansplainer und Nichts-Checker_innen. Achso, wie war das noch mal mit „nicht nach dem Mund reden“?

  2. Ich verstehe ehrlich gesagt das Problem nicht so recht. Natürlich gibt es ein Recht auf Wut, sowie es ein Recht auf alle anderen Empfindungen auch gibt. Wer seine Wut kultivieren und ausbauen möchte, darf auch das tun. Die eigene Persönlichkeitsentwicklung und Lebensgestaltung gehört für mich zu den elementaren Freiheiten des Menschen.

    Was einem umgekehrt als Freiheit bleibt ist natürlich den Kontakt abzubrechen oder an die Bedingungen zu knüpfen. Sie akzeptiert das ja auch:

    „Wenn menschen (noch) keine lust haben, sich kritisch mit ihren lebensrealitäten und positionen auseinander zusetzen, tja dann kann ich das auch nicht ändern.”

    Wenn man keinen Lust auf ihren Kram hat, muss sie das tolerieren.

    „die mir nicht nach dem mund reden”

    Ich habe auch das Gefühl, dass hier Selbst- und Realwahrnehmung manchmal auseinander klaffen. Die Person wirkt nicht wirklich kritikfähig auf mich.

    • @kinch

      natürlich kann man niemanden verbieten etwas zu fühlen, dennoch hat der Aufruf zu mehr Wut hier ja durchaus System. es ist ein Aufzug ein Dogma zu errichten, es wird also ideologisch genutzt, als immunisierungsstrategie. nahm still eben gerade nicht mehr rational sein, sondern sich zur Wut radikalisieren

      • @Christian

        Also Wut zu haben und Rational zu sein, schließen sich ja nicht aus. Empfindungen sind nur ein Modus, indem sich eine Persönlichkeit befindet.

        Ich denke, auf der allgemeinen Ebene wird es schwer zu diskutieren. Letztendlich ist die Frage, ob die Wut und Aggressivität konstruktiv sind, indem Sinne, dass sie entweder die Lebensqualität der Wütenden steigern oder helfen die Lebensumstände positiv zu ändern.

        Bei dem Beispiel das du hier rezensierst, habe ich persönlich auch eher den Eindruck, dass hier ein für sich selbst ungünstiges Verhaltensmuster legitimiert und kultiviert wird. Aber ich denke, von außen, ist das sehr schwer zu beurteilen, da hier weder geschildert wird, wie genau sie ihre Wut artikuliert noch, was Auslöser waren.

        Ich stimme dem Feminismus partiell zu, wenn dort festgestellt wird, dass die illegimität der Wut in gewisserweise ein Unterdrücksmechanismus darstellt. In krasser Form findet man so etwas zum Beispiel auch in Sekten: Da werden Menschen gemobbt und gemüdigt und anschließend darauf konditioniert, die empfunden Gefühle der Wut als persönliche charakterliche Defizite zu erfassen. Dadurch werden Menschen gebrochen und wehrlos gemacht. Und ich denke durchaus, dass ähnliche Mechanismen auch unbewusst in der Gesellschaft angewendet werden.

        Das Thema Aggressivität und Wut ist imho schwer zu beurteilen, weil es stark kontextabhängig ist. Der Feminismus macht es sich meiner Meinung nach zu leicht, wenn da pauschal jede Wut (von Betroffenen) als wünschenswert und berechtigt aufgefasst wird; umgekehrt macht man es sich auch zu einfach, wenn man wie hier Wut per se als dysfunktional und unberechtigt auffasst.

        • Ach, komm. Diese kultivierte Wut ist doch nur das feministische Gegenstück zu Schmollmund, Augenklimpern und Ausschnitt zeigen – Dinge die Frauen gerne tun, wenn sie Aufmerksamkeit haben wollen.

        • @Kinch

          „Bei dem Beispiel das du hier rezensierst, habe ich persönlich auch eher den Eindruck, dass hier ein für sich selbst ungünstiges Verhaltensmuster legitimiert und kultiviert wird.“

          Den Eindruck hatte ich auch: Hier wird Wut zur Tugend, zum Habitus und zum Kennzeichen der wahrhaft Erleuchteten hoch stilisiert.

          So was kann für die Umgebung natürlich etwas anstrengend werden. Aber die kann ja selbst entscheiden, wann es ihr zuviel wird – und sich dann ausklinken.

          ot: Ins Grübeln kam ich bei ihrer Formulierung „facebookbilder … die weiße menschen in aneignerischer kleidung zeigen.“

          Aneignerische Kleidung – was man so alles sieht, wenn man zur Gruppe der erleuchteten Wütis gehört.

          Oder hat jemand eine Idee, wie ich mir das vorstellen soll? Dieses aneignerische Moment, in Stoff gegossen …

        • „Oder hat jemand eine Idee, wie ich mir das vorstellen soll? Dieses aneignerische Moment, in Stoff gegossen …”

          Ich glaube es geht um Kleidung die von nicht-weißen „erfunden” wurde. Weiße die Surfen, Tikki-Bars oder Dreadlocks haben sind ungern gesehen bei Anti-Rassisten.

          • Ah ja, das könnte gemeint sein. Danke.

            Aber ist die Beliebigkeit dabei nicht schön?

            Wie man das Tragen so einer Kleidung mal als Ausdruck von Sympathie für das Gastgeberland, als Anerkennung oder Solidarität sehen kann. Vielleicht sogar als Ausdruck von Geschmack, der Grenzen überwindet.

            Oder aber als Ausdruck einer ganz, ganz bösen Aneignung. Zumal die bösen Weißen ja nicht nach Erlaubnis gefragt haben, ob sie das auch tragen dürfen. Dass sie das Zeug nicht geklaut haben, heißt ja nun gar nichts!

            Morgen hingegen wird es ein Ausdruck von Hochnäsigkeit und gezeigter Ablehnung sein, wenn statt dessen eigene Funktionskleidung getragen wird. Morgen ist das böswillige Demonstration der vermeintlichen eigenen Überlegenheit.
            Von ferne grüßt der double bind – you’re wrong, whatever you do.

            Bin von so viel mentaler Flexibilität immer wieder beeindruckt 😉

          • @Hottehü
            Interessanter Link.
            Bei den Kommentaren finden sich interessanterweise sogar ein paar kritischere (etwa von b2m, Hans oder sorim).

            Schon beeindruckend, mit was für Problemen sich manche meiner Mitmenschen so rumschlagen müssen. Die haben’s echt schwer!

            Und der Gurkenkaiser macht seinem Namen alle Ehre und liefert die Gurke des Tages dazu ab.

            Omg, ist das eine Szene.

        • Wirklich interessanter Link. Sogar „Jazz“ ist für die ein no-go für Weisse (dabei ist Jazz eine mittlerweile schon 100 Jahre alte Kultur, an der auch und gerade Weisse erheblichen Anteil an ihrer Entwicklung hatten. Und gerade daß heutzutage kaum mehr unterschieden wird, ob der jeweilige Musiker „schwarz“ oder „weiss“ ist, zeigt, wie antirassistisch Jazz eigentlich ist).

          Gut daß Tango ein bisserl aus dem Fokus ist, so daß ich noch ungehindert als weisser, heterosexueller, deutscher Mann Tango tanzen darf ;-))

        • „Gut daß Tango ein bisserl aus dem Fokus ist, so daß ich noch ungehindert als weisser, heterosexueller, deutscher Mann Tango tanzen darf )“

          Vorsicht! Ich bin gebürtiger Argentinier. Nicht, dass ich jetzt noch wütend werde, dass sich deutsche Weißkekse unsere Kultur aneignen.

        • „Den Eindruck hatte ich auch: Hier wird Wut zur Tugend, zum Habitus und zum Kennzeichen der wahrhaft Erleuchteten hoch stilisiert.“

          Ja, den hab ich auch. Es gibt dabei aber ein Problem: Man kann nicht gleichzeitig erleuchtet und wütend sein. Irgendwas machen die falsch. Wahrscheinlich nehmen sie sich einfach ein bisschen zu wichtig.

  3. Tja, Max kann man nur zustimmen, aber auch
    „wer konnte ging in deckung, wer den selben leidensdruck verspührte machte mit und diejenigen, sie damit nichts anfangen konnten begaben sich in eine verteidigungshaltung“
    Irgendwie aggressiv wenn andere in Deckung gehen müssen…

    „immerhin hing und hängt meine wut mit strukturen zusammen, von denen der großteil meiner damaligen bezugspersonen im alltag mächtig profitierte.‘
    Genau, weisse alte hetro Männer…

    ‚wie oft wurde ich aufgefordert doch weniger agressiv und unbequem zu sein, ‚

    Zu deutsch, gegen die profiteure des Systems, ob sie es sind oder nciht, darüber diskutiere ich als Feministin nicht, dar man gewaltätig sein. Nur ich habe es natürlich geblickt, deshalb ist MEINE Aggression auch berechtigt, Deine Aggression ist hingegen strukturelle Gewalt… Ja klar… Normal würde man sagen die Tante ist strunzdämlich, wäre hier aber eine Beleidigung und da ich männlich, weiss, hetro und stockalt bin natürlich eine einseitige aggression…

  4. Das Problem mit der Wut kenne ich auch – allerdings „in der anderen Richtung“, Wut auf gewisse Frauen, die mich ausbeuten, benutzen, verarschen, diffamieren … na, ihr wißt schon. Was aber psychologisch vielleicht nicht uninteressant ist, ist Folgendes:

    Während unsere glücklich-wütende Feministin ihre Wut als willkommenden Bestandteil ihres neuen Lebens ansieht und alle Abweichler als Brötchengehirne bezeichnet, hab ich meine (analoge) Wut immer als bedrückend empfunden, etwas, was mein Leben schlechter macht und das ich loswerden will.

    Natürlich kenne ich auch die Männer und Frauen, die mich kopfschüttelnd ansahen und meine Wut so gar nicht verstanden. Aber ich war weder der Meinung, daß diese Leute oder auch meine Freunde mit mir die Probleme meines Lebens lösen müssen – das mache ich dann schon selbst – noch daß sie schlechte Menschen sind, wenn sie anderer Meinung sind. Ich hab nach wie vor bemerkt, daß es nette Menschen gibt, die was mit mir machen wollen, obwohl sie meine Wut bescheuert finden. Natürlich gibt es auch die Freunde, die nicht meiner Meinung sind, aber trotzdem verstehen wollen, was mich beschäftigt. Und die hab ich mit meiner Wut auch nicht glücklicher gemacht – ganz im Gegenteil. Den größten Schaden hat der ganze Antifeminismus-rage in meiner Beziehung angrichtet: Solange noch um viele Differenzierungen gerunden wollte, hat meine Süsse eine Menge Wut unberechtigt abbekommen, mit der sie eigentlich gar nichts zu tun hatte. Heute kann ich das sehr genau sehen. Und darüber bin ich echt unglücklich und nicht immer verstehe ich, warum sie heute noch bei mir ist.

    Was letztlich der Schlüssel war, meine Wut auf einige Frauen aus meinem Privatleben herauszuhalten, war die Akademiniserung der ganzen Debatte – Feminismus als falsch designte, soziologische Konflikttheorie, Poststrukturalismus als schlechte Philosophie und dummes Weiberverhalten als spezielles dynamisches Koopertionsverhalten, als mathematisierbares Spiel einseitiger Risikominimierung. Da kenn ich mich aus, kann toben und rasen gegen all die Idiotie und wenn ich damit durch bin, habe ich einen Text, der auch was bringt – geklaute Videos mit Frauen, die ihre lackierten Fingernägeln zu Fäustchen ballen und Fratzen machen, wirken auf mich dagegen eher etwas naiv.

    Ich sehe weder einen Sinn noch einen Nutzen darin, dem Rest der Welt mit meiner Wut auf den Keks zu gehen und insofern geht die Wut unserer glücklich-wütenden Feministin weit über die Charakterisierung des Feminismus weit hinaus und das ganze Geschwalle von den Strukturen kann nicht darüber hinwegtäuschen: Feminismus als Geisteshaltung ist nur ein Symptom und das wahre Problem liegt wohl woanders – in einem Teil unserer sozialen Wirklichkeit, den wir bislang zu doof sind, richtig zu beschreiben und daher darauf wartet, entdeckt zu werden.

    Also: Das wird noch spannend werden. 🙂

    • @ elmardiederichs

      *Feminismus als falsch designte, soziologische Konflikttheorie, Poststrukturalismus als schlechte Philosophie und dummes Weiberverhalten als spezielles dynamisches Koopertionsverhalten, als mathematisierbares Spiel einseitiger Risikominimierung. Da kenn ich mich aus, kann toben und rasen gegen all die Idiotie und wenn ich damit durch bin, habe ich einen Text, der auch was bringt – geklaute Videos mit Frauen, die ihre lackierten Fingernägeln zu Fäustchen ballen und Fratzen machen, wirken auf mich dagegen eher etwas naiv.*

      Interessant.

      Ein Vorteil mathematisch Begabter, den ich noch gar nicht gesehen habe.

      Sie können ihre Wut mathematisieren, formalisieren.

      Und dann kommen Atombomben dabei heraus?

      Na ja, auch nur sinnvoll, wenn man Nazis oder Stalinisten als Gegner hat.

      • @Roslin

        „Und dann kommen Atombomben dabei heraus?

        Na ja, auch nur sinnvoll, wenn man Nazis oder Stalinisten als Gegner hat.“

        Liest sich irgendwie unfreundlich und da es dafür eigentlich keinen Grund gibt, scheine ich es nicht zu verstehen.

        Eigentlich wollte ich etwas beschreiben, was mir geholfen hat: Die Wut verschwindet einfach, wenn man soviel von einer Sache versteht, daß man nicht gleich bei den kleinsten Anzeichen explodieren muß, um überhaupt der Bedrohung zuvor zu kommen.

        Ich wünsche niemandem, daß er mit Zorn leben muß.

        • @ elmardiederichs

          Das war nicht unfreundlich gemeint, vielleicht fehlappliziert.

          Ich denke schon länger darüber nach, wie aggressiv man sein muss, um etwas zu leisten, also, inwieweit Aggressivität und Kreativität interagieren.

          Das fiel mir zunächst auf bei Künstlern (Michelangelo, Borromini, Bernini z.B. waren hochaggressiv, haben diese Aggressivität aber produktiv umgesetzt, na ja, nicht immer).

          Mathematiker bzw. mathematisch Begabte (Physiker, Evolutionsbiologen, die mathematische Modelle kreieren etc.) hatte ich da nie im Blick.

          Was Dich persönlich anlangt, erschienst Du mir immer als ungewöhnlich ausgeglichen, gelassen und abwägend, fast zu wenig aggressiv angesichts der Lage unserer Gesellschaft und der Entwicklungsrichtung, die sie nimmt.

          Dehalb hat mir Dein Bekenntnis überrascht.

        • @Roslin

          „Ich denke schon länger darüber nach, wie aggressiv man sein muss, um etwas zu leisten, also, inwieweit Aggressivität und Kreativität interagieren.“

          Ach so, verstehe, ich kann dazu zweierlei ergänzen: Zum einen ist das eine vielfach erprobte Strategie. Zum anderen verlangt meiner Ansicht nach jeder kreative Prozeß, die Fähigkeit, ein Problem allein zu lösen. Natürlich diskutiert man auch mit anderen, aber den Anfang macht man immer allein. Aggressivität hilft da ungemein beim Durchhalten. Andererseits beflügt sie auch. Wenn ich ein Problem nicht lösen kann, dann stelle ich auch schon mal Metalica auf „Laut“ … das hilft ebenfalls in vielen Fällen.

          Ich hoffe, daß hilft weiter

          „Was Dich persönlich anlangt, erschienst Du mir immer als ungewöhnlich ausgeglichen, gelassen und abwägend, fast zu wenig aggressiv angesichts der Lage unserer Gesellschaft und der Entwicklungsrichtung, die sie nimmt.“

          Liegt vielleicht daran, daß wir in der Öffentlichkeit reden. 🙂

        • @ elmardiederich

          *Zum einen ist das eine vielfach erprobte Strategie. Zum anderen verlangt meiner Ansicht nach jeder kreative Prozeß, die Fähigkeit, ein Problem allein zu lösen. Natürlich diskutiert man auch mit anderen, aber den Anfang macht man immer allein. Aggressivität hilft da ungemein beim Durchhalten. Andererseits beflügt sie auch. Wenn ich ein Problem nicht lösen kann, dann stelle ich auch schon mal Metalica auf “Laut” … das hilft ebenfalls in vielen Fällen.*

          Ja, zu ähnlichen Schlüssen bin ich auch gekommen, allerdings mit Bezug auf Kunst/Literatur, an Mathematiker dachte ich da nicht.

          Mich wunderte, warum z.B. Männer im Schnitt weniger sprachbegabt sind als Frauen, trotzdem aber der Großteil der Weltliteratur von Männern verfasst wurde, selbiges gilt für Philosophie (gut, dazu braucht’s auch Logik, aber doch auch ein hohes Sprachvermögen).

          Nun ist einerseits bei sehr hoher Intelligenz der Unterschied bei der Sprachbegabung ohnehin nicht sehr groß und was da noch fehlt, wird wohl durch Überrepräsentanz der Männer bei den sehr Intelligenten ausgeglichen.

          Aber eben auch durch Aggressivität, die sich in Motivation übersetzt.

          Deshalb war für mich auch der Hinweis auf Cochrans/Harpendings Blog auf unterschiedliche Aggressivität bei verschiedenen Ethnien, schon bei Neugeborenen zu beobachten (Akzeptanz der Bauchlagerung, der kurfristigen Verlegeung der Nase durch ein Handtuch etc.) so interessant.

          Afroamerikanische Babys wehren sich heftiger als weiße, weiße heftiger als nordostasiatische, japanische heftiger als chinesische, indianische reagieren ähnlich wie nordostasiatische, nur noch duldsamer (Beobachtungen des Anthropologen Freedman an kalifornischen Kliniken).

          Es ist ja verwunderlich, dass der Beitrag Nordostasiens, obwohl diese Ethnien (die „gelben“) im Schnitt intelligenter zu sein scheinen als Kaukasier („weiße“) einen geringeren Beitrag zur technischen Zivilisation geleistet haben als Weiße.

          Vielleicht liegt’s an der höheren Aggression der Weißen, damit ihrer höheren Problemlösungsverbissenheit.

          Und ja, Probleme löst man am besten alleine.

          Von Schwarmintelligenz konnte ich noch nichts bemerken, eher etwas von Schwarmdummheit.

          Insofern ist Twitter die ideale Volksverdummung, hebt das Geschwätz auf eine neue Ebene, lenkt ab, zerhackt das Denken in langen Spannungsbögen, das nötig ist, um wirklich kompizierte Probleme zu lösen.

          Ich war Anfang 20, noch ganz Pazifist, noch tief überzeugt, dass Aggressivität per se böse ist, noch ganz Feminist, als ich in Florenz zum ersten Mal Michelangelos Entwürfe für Festungsbauten sah.

          Keine klaren, geometrischen Muster mit Oktogonen und Pentagonen, sondern „Krallen“, Zähne und Klauen, die sich in die umgebende Landschaft bohrten.

          Da ging mir zum ersten Mal auf, wie ungeheuer aggressiv der von mir bewunderte große Mann war – ein so großer Künstler und so aggressiv?

          Also musste Aggression auch ihre guten Seiten haben.

        • „Es ist ja verwunderlich, dass der Beitrag Nordostasiens, obwohl diese Ethnien (die “gelben”) im Schnitt intelligenter zu sein scheinen als Kaukasier (“weiße”) einen geringeren Beitrag zur technischen Zivilisation geleistet haben als Weiße.“

          Wundert mich nicht. Es kommt eben nicht nur auf das Potential an, sondern auch auf die Institutionen und Wert. In einer Gesellschaft, die individuelle Leistung stärker honoriert, sind auch mehr kreative Leistungen zu erwarten. Das ist letztlich der Grund aus dem die Europäer die Welt erobert konnten.

  5. Lasst sie doch wütend sein. Wo ist das Problem?

    Sie sitzen in einer geschlossenen Gesellschaft mit Menschen, die die gleiche seelische Verrückung haben und sind wütend auf alle, die anders sind. Wie kleine Kinder, deren Wut absolut ist.

    Feministinnen machen sich mit ihrer nicht bearbeiteten Störung in allererster Linie selber unglücklich.Bedauerlich, aber es gibt kein Recht auf Glück, lediglich die Möglichkeit der Nachreife. Die steht jedem prinzipiell offen.

    Vielleicht sind Frauen noch weniger als Männer psychisch dafür ausgerüstet, ohne existentiell notwendige Aufgaben zu leben. Das Hirn hängt sich da bei manchen auf.

    🙂

    • *… Lasst sie doch wütend sein. Wo ist das Problem? …*

      Das Problem besteht darin, dass „Wutverhalten“ auf Dauer für alle anderen unbequem und nervlich belastend ist – und den Wütenden gegenüber deshalb Zugeständnisse gemacht werden, ihnen also entgegengekommen wird, nur um sie ruhig zu stellen! So, und zwar genau so funktioniert Feminismus (bestes Beispiel: BVK-Trägerin Alice Schwarzer)! Was die „Störer“ selbst euphemistisch als „sozialen Druck“ bezeichnen, ist dabei aber nichts anderes, als das Gegenstück des enervierenden Verhalten eines Kindes, das mit Quengelei seine Eltern zum Nachgeben verleiten (erpressen) will. Auf politischer Ebene ist es – sofern zielgerichtet – nichts anderes als soziale Gewalt, respektive sozialer Terror! Dazu gehören Medienkampagnen, Einschüchterungen, Bloßstellungen, Kriminalisierungen, körperliche Gewalt und vieles mehr.

      Quengeln, nörgeln, nerven …

      Feministinnen und andere „Antibürgerlichen“ sind psychisch und sozial auf einer infantilen Entwicklungsstufe stehengeblieben, haben den Schritt zum Erwachsensein nicht vollzogen und verharren immer noch in der Welt von Kindern, deren Wahrheiten und deren Verständnis von Gerechtigkeit absolut sind. Sie sind gefangen in der pubertären Phase der Rebellion und definieren sich ausschließlich über ihre Anti-Haltung (wobei die Regeln der bösen „rechten“ Gesellschaft nichts anderes als das Äquivalent zu den Regeln der „unterdrückenden“ Eltern sind). Sie haben nichts eigenes, was sie (positiv wertschöpfend) ausmacht, haben keine gereifte Persönlichkeit, sondern nur ein ideologisch konstruiertes Selbstkonzept, das in seiner strikten Dichotomie keinerlei Grauzonen zuläßt – entweder ist etwas gut, oder es ist schlecht.
      Weil sie aufgrund dieser defizitären (unreifen) Persönlichkeit zwangsweise zu einer komplementären Kollektivorientierung neigen, stehen sie oft konflikthaft im Widerspruch zu ihrer individuellen Selbstorientierung. Sie sind im Fühlen und Denken gespalten! Und gerade deshalb brauchen sie diese starre ideologische Matrix zwingend, um nicht die Orientierungsrichtung in ihrem depersonalisierten Selbstkonzept zu verlieren! In dieses Muster ordnen sie dann auch alles ein, was sie (verzehrt) wahrnehmen. Situative oder komplexe Unterscheidungen gibt es nicht. Individualität gibt es nicht. Die grobe (soziologische) Zuordnung von Menschen in übergeordnete Gruppen hilft dabei, Widersprüche durch hierachische Abwertungen zu negieren. Das männliche Opfer von häuslicher Gewalt ist aufgrund seiner Zugehörigkeit zu der in der soziologischen Hierachie übergeordneten Gruppe „Mann“ gleichzeitig oder hauptsächlich Täter. So stimmt das Weltbild dann wieder …

      Feministinnen bekämpfen das vermeintlich Schlechte mit der Rigidität, Rücksichtslosigkeit, Egomanie und ZerstörungsLUST von Kindern (siehe z.B. FEMEN oder Pussy Riot). Was da grundlegend ist, ist keine individuelle und gar konstrujtive Wut, sondern paranoider Infantilismus und die soziale und geistige Unreife aller Anarchisten!

      Das sind selbstgerechte „wütende“ Zwölfjährige mit der Handlungs-Macht von Erwachsenen! Letzteres ist der Grund, warum Ersteres eine Bedrohung für unsere freie Gesellschaft darstellt.

      • „Sie haben nichts eigenes, was sie (positiv wertschöpfend) ausmacht, haben keine gereifte Persönlichkeit, sondern nur ein ideologisch konstruiertes Selbstkonzept, das in seiner strikten Dichotomie keinerlei Grauzonen zuläßt – entweder ist etwas gut, oder es ist schlecht.“

        Genau, weil Feministinnen nicht gut sein können, müssen sie alle schlecht sein.

        „Situative oder komplexe Unterscheidungen gibt es nicht. Individualität gibt es nicht. Die grobe (soziologische) Zuordnung von Menschen in übergeordnete Gruppen hilft dabei, Widersprüche durch hierachische Abwertungen zu negieren. “

        Genau, Individuen und situative und komplexe Unterscheidungen gibt es nicht, alle Feministinnen sind gleich.

        (Okay, es ist Korinthenkackerei sich an Worten aufzuhängen, aber hinterfrage mal, sich diese zuschreibungen nicht für alle Gruppierungen machen lassen, denen man nicht angehört und die man kathegorisch ausschließt. Oder noch besser: die man als Masse von unindividuellen Personen betrachtet und somit als undifferenziertes Feindbild.)

        • @ Unkraut

          Dass es sich bei Diego um eine Person, geprägt von „paranoidem Infantilismus“ und „sozialer und geistiger Unreife“ handelt, ist doch offensichtlich.

          Er spricht schlichtweg über sich selbst.

        • Offenbar fehlt Ihnen der intellektuelle Zugang zu meinem Text. Da brauche ich dann wohl auch nicht erwarten, dass Sie ihn verstehen …

          Sonst wüssten Sie zum Beispiel, dass man unter „Individuum“ in der Soziologie etwas anderes versteht als in der Individualpsychologie.

          So jedenfalls bleibt ihr selbstgerechter Nörgel-Kommentar sub omni canone …

        • @Leszek

          Und was wollen SIe mit Ihrem beleidigenden Kommentar erreichen? Bloßstellung und Diffamierung meiner Person, statt inhaltlicher Auseinandersetzung?

          Sie sind wohl einer dieser impulsgesteuerten zwölfjährigen Wutmenschen, die glauben durch sozialen Druck beseitigen zu können, was ihnen nicht in das simplifizierte Weltbild passt? Armseliges Wut-Würstchen!

        • @unkraut

          Nachtrag:

          Depersonalisiertes Selbstkonzept = die psychopathogene Form der Selbstkategorisierung.

          „Eine weitere Hypothese besagt, dass Faktoren, die die Salienz der Vergleichsdimension auf der In-group– Out-group-Ebene erhöhen, dazu führen, dass die Wahrnehmung der Ähnlichkeit mit den In-group-Mitgliedern erhöht wird. So wird die individuelle Selbst-Wahrnehmung depersonalisiert, das heißt es wird auf Stereotype zurückgegriffen, die den Charakter der in-group Mitgliedschaft beschreiben. Diese Depersonalisation ist, laut der dritten Hypothese, die Ursache für sämtliche bekannten Gruppenphänomene. Turner weist darauf hin, dass unter Depersonalisierung in diesem Zusammenhang [Anm.: bei sozial reifen und psychisch gesunden Menschen] nicht der Verlust an individueller Identität zu verstehen ist, sondern dass es sich um einen Wechsel von der individuellen Ebene der Selbst-Kategorisierungen auf die soziale Ebene der Selbst-Kategorisierungen handelt.“

          http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstkategorisierungstheorie

          Sollten Sie das irgendwann einmal verstanden haben, werden Sie verstehen, wie unsinnig Ihr Beitrag ist!

        • .. mit der Rigidität, Rücksichtslosigkeit, Egomanie und ZerstörungsLUST von Kindern

          Ich denke, jedes Kind versteht mehr sowohl von Individualpsychologie als auch von Soziologie.

          Vor allem aber versteht jedes Kind mehr von Kindern.

          Leszek sowieso.

          ..eine Bedrohung für unsere freie Gesellschaft..

          Vor allem ist jede Politik der Moral Panic eine Bedrohung für die Errungenschaften der Aufklärung. Das gilt nicht nur für den vorherrschenden Feminismus.

        • „So jedenfalls bleibt ihr selbstgerechter Nörgel-Kommentar sub omni canone …“

          So schnell wird man als Nörgler gebranntmarkt.
          Vor allem selbstgerecht. Genau.

          Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

          Was spricht dagegen die genannten Hypothesen auch an den eigenen Reihen und nicht nur am „Feindbild“ zu überprüfen?

          (Ich behaupte, dass „der Feminismus“ keine homogene Gruppe ist. Antifeminismus sehr wahrscheinlich auch nicht. Aber ja, der von dir zitierte Abschnitt stellt eine Hypothese auf mir der man erklären könnte, warum du sie als homogene Gruppen wahrnimmst, warum die Mitglieder dieser Gruppen sich innerhalb der Gruppe als homogen wahrnehmen, und sich dennoch als Individuum nicht aufgeben. Meiner Hypothese, dass es in den Reihen der Antifeministen nicht anders aussieht als in den Reihen der Feministen, widerspricht das aber nicht. )

          Letztenendes bleiben es Hypothesen

        • um die gehts hier nur gerade nicht.

          Es finden auch im „Antifeminismus“ bisweilen exakt die Gruppenphänomene statt, die Diego offenbar seinem Feindbild zuschreibt.

          Das sind elementare Phänomene menschlichen Verhaltens, und ja: Sie sind eine potenzielle Bedrohung der „freien Gesellschaft“ bzw. der Errungenschaften der Aufklärung.

          Natürlich kann man eine Politik betreiben, die diese Gruppenphänomene auf ein Sündenbockkollektiv projeziert, und dieses Kollektiv dann als alleinige Ursache der Bedrohung darstellen.

          Nur unterliegt man damit selbst haargenau den Gruppenphänomenen, die man auf den Sündenbock projezierte, und wird so selbst zu einer Bedrohung für die „freie Gesellschaft“.

          Und darauf weist – so verstehe ich es – unkraut zurecht hin.

          Man kann und soll so eine Politik kritisieren, nur sollte man aufpassen dass man dabei nicht selbst genau so eine Politik betreibt. So verlockend es auch sein mag.

          Eine solche Politik betreibt man eben, wenn man so tut als sei alleine das „Feindlager“ von diesen Phänomenen betroffen, oder wenn man gar behauptet, das „Feindlager“ sei ursächlich für diese Phänomene.

        • ..ich sehe aber nicht, dass Maskulismus in dem Maße die Projektion solcher Gruppenphänomene auf einen Sündenbock in seinem Theoriegebäude etabliert und verankert hätte wie der vorherrschende Feminismus.

          Der vorherrschende Feminismus meint ja, dass diese Gruppenphänomene eliminierbare „soziale Konstrukte zur strukturierung von Machtverhältnissen seien“

          Die perfekte Voraussetzung dafür, den Balken im eigenen Auge nicht zu sehen: Wer „unterdrückt“ ist, ist demzufolge per se nicht von solchen Gruppenphänomenen betroffen. (Das ist nicht weit weg davon, sie als Ausdruck von „Unreife“ von sich zu weisen)

          Ich meine, dass diese Gruppenphänomene eine antropologische Konstante sind, und dass man Mechanismen finden muss sie zu mildern und in Schach zu halten.

          • @nick
            „Ich meine, dass diese Gruppenphänomene eine antropologische Konstante sind, und dass man Mechanismen finden muss sie zu mildern und in Schach zu halten.“

            Sehe ich auch so. Letztlich trägt das Soziale prinzipiell die Gefahr des Übergriffigen und Gewaltsamen in sich. Und die Frage ist in der Tat, wie man diese Gefahr begrenzt. Da der Mensch ein soziales Wesen ist, kommt er um diese Frage nicht herum.

            Aber eine andere Frage:
            „..ich sehe aber nicht, dass Maskulismus in dem Maße die Projektion solcher Gruppenphänomene auf einen Sündenbock in seinem Theoriegebäude etabliert und verankert hätte “

            – „Theoriegebäude“ des Maskulismus – gibt es sowas?
            Was würdest du dazu zählen?
            Ich sehe da sehr unterschiedliche Strömungen und Motive. Gibt es ein halbwegs anerkanntes Grundwerk, dass so etwas wie Bausteine zu einer Theorie enthält?
            Tue mich mit dem Begriff „Theoriegebäude“ etwas schwer.

        • “Theoriegebäude” des Maskulismus – gibt es sowas?

          „Theoriegebäude“ Ist vielleicht tatsächlich kein glücklicher Ausdruck.

          Besser wäre wohl: „Ich sehe aber nicht, dass im Maskulismus Ideen, die eine Politik der Projektion solcher Gruppenphänomene auf einen Sündenbock beinhalten in dem Maße einflußreich wären, wie das im Feminismus der Fall ist“

          Mann muss wohl eher von prägenden Ideen sprechen, weil letztlich jeder sich sein eigenes Haus baut.

        • Gibt es ein halbwegs anerkanntes Grundwerk, dass so etwas wie Bausteine zu einer Theorie enthält?

          Man kann imho durchaus davon sprechen, dass z.B. Warren Farrell recht prägend war, oder besser davon, dass die Ideen die Warren Farrell formulierte auf recht breite Zustimmung stießen.

          Der kommt natürlich auch nicht aus einem kulturellen Vakuum.

          Letztlich war wohl – man mag sagen: ironischerweise – auch der liberale Feminismus der 1960er prägend.

          Der aber auch wieder nicht aus einem kulturellen Vakuum enstand, man kann auch sagen dass die „Beat Generation“ der 1950er den liberalen Feminismus stark geprägt hat.

          Eine ziemliche Männerbewegung, die Jungs hatten überhaupt keinen Bock, auf die Ochsentour „braver Familienversorger“..

          • Stimmt, bei Farrell und – für den deutschsprachigen Raum – Arne Hoffmann könnte man sagen, dass sie eine Art von Grundwerken geliefert haben.
            Zumindest für eine nicht-radikale Männerbewegung, die ohne eine pauschale, verquaste Abwertungen aller Frauen auskommt.

        • Ich würde sagen, dass man im deutschsprachigen Raum primär von 2 „theoretischen Hauptströmungen“ innerhalb des Maskulismus sprechen könnte.

          Die erste nimmt ihren Ausgangspunkt von einer Rezeption der Ideen des liberalen US-amerikanischen Männerrechtlers Warren Farrell, diese Traditionslinie findet ihren Ausdruck z.B. bei Leuten wie Arne Hoffmann, Walter Hollstein und
          Christoph Kucklick. Der linke und liberale Maskulismus speist sich von dieser Traditionslinie her.

          Die zweite wäre die Strömung, welche primär an die Ideen des konservativen Maskulisten Michael Savvakis anknüpft.

          Somit könnte also von einer primär auf linken und liberalen Prinzipien beruhenden und einer anderen mehr auf konservativen Prinzipien beruhenden „theoretischen Strömung“ in der Männerrechtsbewegung gesprochen werden.

        • @Christian: Die Ideen von Michail Savvakis kannst du auf seiner Webseite lesen: http://www.maskulist.de/
          Sein Buch „Medusa schenkt man keine Rosen“ (als „Michail A. Xenos“ geschrieben) ist m.W. im Wesentlichen seine Webseite zu nem Buch gemacht.

        • „lohnt sich Savvakis? habe noch kein Buch von ihm gelesen. was vertritt er denn so?“

          Also in politischer und philosophischer Hinsicht steht er deiner wie meiner Weltsicht ziemlich fern.

          Ansonsten vertritt er einen als „Antifeminismus“ verstandenen Maskulismus, dessen wesentlicher Bezugspunkt die Kritik am Staatsfeminismus/Gleichstellungsfeminismus ist.

          Zitat: “Den Feminismus lasse ich mir gefallen, von welchem der Staat seine Finger läßt. Weitere Differenzierungen mag es geben, wären aber eher unwesentlich.”

          Aufgabe des Maskulismus ist für Savvakis primär die Opposition zum Staatsfeminismus. Er betont den Unterschied zwischen Gleichberechtigung (Chancengleichheit) und Gleichstellung (Ergebnisgleichheit). Der Staat habe die Gleichberechtigung zu garantieren, alles andere sei Sache der freien Entscheidungen der Individuen, alle Gleichstellungsmaßnahmen sind zu streichen.

          Im Gegensatz zu den meisten linken Maskulisten wünscht Savvakis keine beide Geschlechter einbeziehende Geschlechterpolitik, sondern gar keine Geschlechterpolitik.

          Die Gender-Ideologie lehnt Savvakis natürlich ab, traditionelle Geschlechterollen als Leitbild werden von Savvakis trotz seiner konservativen politischen Grundhaltung ebenfalls abgelehnt.

          Zitat: „Antifeministen dagegen blockieren, wo sie extrem auftreten und die alten Geschlechterrollen wieder einfordern, eine Aktualisierung der Situation des Mannes nach den sozialen und sonstigen Errungenschaften unserer Zeit, Errungenschaften, die ihm Freiheiten jenseits der Beschützer- und Ernährerfunktion zugute kommen liessen und so eine Befreiung des Mannes von seinen archaischen Vergangenheiten bewirken sollen.“

          Aus meiner Perspektive sind die stärksten Passagen in seinem Werk solche, in denen er männerfeindliche, radikalfeministische Passagen diskursanalytisch seziert.

          Davon abgesehen gibt es wie gesagt gravierende politische und philosophische Unterschiede zwischen Savvakis Weltbild und dem Weltbild, dass dem linken und liberalen Maskulismus zugrundeliegt.

        • @Leszek: Also in politischer und philosophischer Hinsicht steht er deiner wie meiner Weltsicht ziemlich fern.
          Wenn deine Zusammenfassung korrekt ist, dann vertritt er so ziemlich die gleiche Weltsicht, wie ich. Zumindest in all den Punkten, die du oben angeführt hast, bin ich genau der gleichen Meinung.
          Bin ich wohl doch „Maskulist“ (Savvakis war ja m.W. der, der diesen Begriff erfunden hat 😉 ).

        • @ Robert

          „Savvakis war ja m.W. der, der diesen Begriff erfunden hat.“

          Savvakis Webseite „Der Maskulist“ ging im Jahre 2000 an den Start.

          Warren Farrells Buch „The Myth of Male Power“, in welchem der Begriff „Maskulist“ als Selbstbezeichnung vorkommt, erschien 1993.

          Ob vor Farrell schonmal jemand den Begriff benutzt hat, weiß
          ich nicht.

  6. Ich könnte auch jeden Tag wütend sein. Hätte dazu sogar mehr Grund als eine westliche Feministin. Dagegen gibt es zwei gute Therapien: Sex und Sport.
    Problem: Beides mögen Feministen nicht: Sex ist sexistisch und Sport auch. Also müssen sie wohl wütend bleiben. Wen juckt’s?

    • @ Adrian
      „Ich könnte auch jeden Tag wütend sein. Hätte dazu sogar mehr Grund als eine westliche Feministin.“

      Warum? Erstmal was wäre der Unterschied zu einer östlichen, gar fernöstlichen Feministin?

      Und warum könntest Du jeden Tag wütend sein?
      Ich hoffe doch diese „Tage“ folgen Dir nicht
      in die Nächte? ({Alb}Träume oder so?)

      Davo ab, kannst Du Dich wirklich in den
      Geist und Körper einer westlichen Feministin
      einfühlen? Wenn dem so sein sollte, könnte
      ich Deine tägliche Wut verstehen können,
      wenn ich denn wollte und könnte.

      • @ Buchstaben

        Ich denke Adrian wolllte darauf hinaus, das im Gegensatz zu unseren verwöhnten Prinzesschen hier, die Frauen in Indien oder Afghanistan tatsächlich sehr gering geschätzt werden und diese Frauen somit das Recht haben sich zu beklagen und aktiv zu werden, während es von europäischen Frauen lächerlich und abstossend wirkt.

        Alles natürlich aus maskulistischer Sicht 😉

  7. Freut ich, dass schon die beiden vorigen Kommentatoren das Problem einiges klarer sehen als der Autor selbst. Dabei ist doch eigentlich unschwer zu erkennen, dass die wütenden Mädelchen einfach unreife Persönlichkeiten sind, die die Ursache ihrer Entwicklungsprobleme nach außen projizieren. Man muss ja kein Freudianer sein, um alleine schon in der unterdrückten Sexualität eine grundlegend gestörte weibliche Identität zu erkennen. Lasst die Mädelchen mal irgendwann ihre Lust entdecken, dann werden sie ganz von selbst dahinter kommen, dass die einzig überhaupt mögliche Unterdrückung einer Person zwischen deren eigenen Ohren sitzt und eben gerade KEINEN Schwanz hat 😉
    Was ich aber nicht verstehe ist, warum man sich eigentlich von so klar neurotisch verspannten Damen in deren Spiel hereinziehen lässt? Im Zeitalter des Internet exponieren nun mal Viele persönliche Probleme unter allerlei Maskeraden – ist ja etwa bei islamophoben Männerforen exakt dasselbe unter anderen Vorzeichen. Und natürlich finden sich genug Gleichgestörte, damit man sich gegenseitig in seiner verzerrten Wahrnehmung bestätigen kann. Aber diese Scheinrealitäten muss man doch nicht als Diskussionsbeiträge ernst nehmen.
    Wenn Du so einem Mädelchen helfen wolltest, erwachsen zu werden, müsstes Du es mal ordentlich… Und wenn Du anderweitig auf deren Probleme fixiert bist, sollst Du mal darüber nachdenken, was eigentlich DICH dazu motiviert…

    Alles Liebe!

      • Weder noch. Ich möchte nur die im Originalbeitrag fehlende Perspektive mit einbringen, dass Wut mehr über die Wütende aussagt als über das, worauf sie sich richtet. Wut ist die Folge von Schmerz, und der ist IN einem Menschen und hat mit einem äußeren Stimulus höchsten mittelbar zu tun. Wer reizbar ist, wird von allen möglichen Auslösern gereizt, die andere cool lassen.
        Und da Feminismus nun einmal a priori defizitäre Weiblichkeit IST, liegt es doch auf der Hand, woher der Schmerz der wütenden Mädelchen herrührt, zumal die szenetypische konsequente Verleugung von Eigenverantwortung nunmal mangelnde Reife offenbart.
        Oder kürzer auf den Punkt gebracht: Weibliche Menschen, die in der Lage sind, Ihr Frausein zu genießen, sind nicht wütend. Wobei dasselbe natürlich spiegelbildlich genauso für Männer gilt – nur AFC’s kultivieren Wut.

        Sex heals!

        • Wut kann mehrere ursachen haben, die relation dritter macht es, ob man diese als gerechtfertigt ansieht oder nicht.

          Es ist eine menschliche Grundemotion, die nicht von jedem frei ausgelebt wird oder ausgelebt werden kann.

          In der Wahrnehmung zeigt sich schon, ob Wut als „ziehen von Grenzen“ bzw Dominanz, oder als „jammern“ angesehen wird.

          (Eigentlich wollte ich zum allgemeinen Beitrag von Christian hier noch was schreiben, doch da hatte die Seite kurzfristig einen Hänger und hat meinen Text nicht gespeichert).

          zu deinem Text nochmal:
          „Dabei ist doch eigentlich unschwer zu erkennen, dass die wütenden Mädelchen einfach unreife Persönlichkeiten sind, die die Ursache ihrer Entwicklungsprobleme nach außen projizieren. Man muss ja kein Freudianer sein, um alleine schon in der unterdrückten Sexualität eine grundlegend gestörte weibliche Identität zu erkennen. “

          klingt leider nach „die muss nur mal richtig durchgefickt werden, dann gehts der wieder gut“.
          Woran will man eigentlich ein Urteil machen, ob es die unterdrückte Sexualität ist? Es gibt noch mehr als ein menschliches Grundbedürfnis. Ein sexualisierter Blick ist aus meiner sicht ein eher männlicher Blick darauf.

          Oder was würdest du sagen wenn ne Frau ankommt deine Probleme nur darauf zurück führen würde, dass du zu wenig Liebe und Geborgenheit spürst, und das beispielsweise durch sexuelle Handlungen zu kompensieren versuchst?

          (Wobei es den Fall sicherlich auch gibt, vielleicht noch häufiger als andersherum. Man könnte natürlich behaupten, das wäre eine weibliche Sicht die das Wesen der männlichen Sexualität verkennt, so wie ich behaupte dass die sexualisierte Sicht die weibliche Sehnsucht nach Liebe verkennt.)

          Am ende dreht man sich im Kreis, es bleiben pauschalisierte Vermutungen.

          (Ich glaub Menschen suchen meist nach dem, was sie nicht haben, oder was im Laufe des Lebens als „Mangel“ wahrgenommen wurde. Ob das nun Sexualität, Macht, Liebe, Geborgenheit, Abendteuer, Sinn, Unsinn, Konkurrenzkampf, Fülle, Leere, oder was auch immer ist. Menschen sind zu vielschichtig als dass man sie auf sexuelle Probleme reduzieren könnte.)

    • Rollo Thomasi schreibt noch etwas
      provokativer.

      http://rationalmale.wordpress.com/

      „Modern life is entirely developed
      as a means to blunt the natural
      advantages that men have. This “love”
      is a further handicap, a weight on
      your shoulders, that limits your
      ability to use your advantage,
      physically, mentally, by women
      exploiting the emotional advantage
      that women have over men. She only
      has this advantage if you allow her
      to have it.

      So discard it. It is religion in
      you that does not work to your
      advantage.

      So yes, “They have a right to do
      anything that we can’t stop them
      from doing”.

      But we have the capacity and the
      ability to make them pay for it.

      In the end, and my life right now
      is living proof of this, they need
      us more than we need them. We want
      them; they need us. And the things
      that most women want, they get from
      us. And without the handicap of “love”,
      you can make them pay, and pay,
      and pay, until they fucking cry uncle.“

      • Braucht ihr das irgendwie für euer Selbstwertgefühl?
        Diese Idee, dass ihr die großen Männer seid, die die Welt beherrschen und ansonsten komplett unabhängige Mammutjäger seid, auch völlig immun gegen dieses widerliche Gefühlszeug?

        Der Rest der Welt hält euch nämlich für lächerlich.

        • @ marenleinchen

          Verwechsel Dich nicht mit dem Rest der Welt.

          Die ist größer (und sehr viel älter) als die feministische (Filter-)Babble.

        • @marenleinchen

          »Braucht ihr das irgendwie für euer Selbstwertgefühl?«

          Zunächst einmal: Es gibt kein „Ihr“ das hinlänglich viele Männer umfasst. Die Männer sind viel heterogener als Frauen in den nächsten 200.000 Jahren sein werden.

          Ja, ich weiß: Das glaubst du nicht. Sehe es einfach als Frage der Persepktive. Aus deiner Entfernung sieht die Wand sehr rauh und ungleichmäßig aus aber aus meiner Entfernung sehe ich hochglanzpolierten Carrara-Mamor (den weißen mit den feinen grauen Schlieren).

          »völlig immun gegen dieses widerliche Gefühlszeug?«

          Die meisten Männer finden das Gefühlszeug nicht widerlich und sind auch nicht immun dagegen. Ganz im Gegenteil: Sie brauchen es wie eine Droge um sich euch schönlügen zu können. Die meisten Männer hätten nämlich gerne eine der „starken“ Frauen, die der Feminismus den Männern seit Jahrzehnten verspricht und nicht die wehleidigen, verlogenen und intellektuell durchschnittlichen Geschöpfe, die es real im Angebot gibt.

          Rollo Thomasi diagnostiziert es perfekt: „It is religion in
          you“. Und natürlich funktioniert dieser Glaube nicht bzw. nicht zum Vorteil der Männer. Dieser Glaube, dieses Wünschen und Sehnen bringt Männer dazu, von einer Frau Unverschämheiten, Lügen und Ausbeutung hinzunehmen und nicht einmal bewusst zur Kenntnis zu nehmen. Dieser Geisteszustand grenzt an klinische Schizophrenie. Und das nur um euch ertragen zu können wie ihr nun mal seid.

          Wer sich zumindest vorübergehend von diesem Gefühlszustand befreien konnte, der behandelt euch wie ich es tue oder wie Rollo Thomasi es tut.

          Aber auch diese Befreiung vom Gedöns hat seinen Preis: Bei jedem Pärchen das mann sieht, schreit das halbe Gehirn: „JA! Komm! Auf! Einmal nur! Einmal ist keinmal! Was soll dir schon passieren?“ Ganz exakt wie bei einem Trinker oder einem Junkie auf Turkey.

        • Du glaubst ja gar nicht wie dankbar ich dir für deine Hilfe beim Kampf gegen meinen kalten Entzug bin.
          Wenn es dich und das Wunderrotkehlchen nicht gäbe, müsste ich in meiner Not eventuell sogar die EMMA abonnieren.

  8. diese wut ist das gegenstück zu einem unrealistischen anspruch. sie stellt sich quasi automatisch ein, wenn die ansprüche als nicht erfüllbar erkannt werden und die betr. person mit den hintern auf dem harten boden der realität aufschlägt.

    btw.: es wird zeit für ein update bei binnen I be gone. diese _innenscheiße ist eine zumutung.

  9. Wut kann gerechte Empörung gegen ungerechte Strukturen sein, damit eine Energieresource, die im günstigsten Fall Kraft gibt, die Welt ein wenig zu verbessern.

    Sie kann aber auch Ausdruck einer seelischen Störung sein, die durch das „Wahrnehmen“ ungerechter Strukturen/ungerechten Verhaltens nur rationalisiert wird.

    Eine wütende Ideolog.I.n erwirbt sich so das Recht, wütend zu sein und sich dabei wohl und als Elite zu fühlen.

    Sie ist nicht mehr der gestörte Freak, sondern Avantgarde.

    Nicht sie ist blöd, sondern alle anderen.

    Nicht ich bin ver-rückt, sondern die Gesellschaft ist es.

    So erspart man es sich, an sich selbst zu arbeiten, geht den vordergründig und kurzfristig bequemeren Weg.

    Bis man ausgewütet hat, sieht, wie wenig man erreicht, wie viel man zerstört hat.

    Dann brennt die ideologische Überzeugtheit im Individuum aus, oft auch die ganze Ideologie gesellschaftsweit.

    Problem dabei, Kinch hat’s angesprochen, es ist nicht so einfach, zwischen gerechter Empörung und pathologischer Wut zu unterscheiden, zumal die, die von Machtverhältnissen profitieren, tatsächlich immer auch ein Interesse daran haben, jede Wut und Empörung zu pathologisieren, zum individuellen Problem zu erklären.

    Oft ist ja tatsächlich eher die Gesellschaft verrückt und nicht der Wütende, oft, das scheint mir der häufigste Fall in der Geschichte zu sein, sind sie beide ver-rückt, Individuum und Gesellschaft, ist die Gesellschaft so krank wie die Ärzte, die sich daran machen, sie zu kurieren.

    Auch hier macht wieder mal die Dosis das Gift, auch hier ist es sehr schwer, das rechte Maß zu finden.

    Trotzdem scheint mir bei den meisten Feminist.I.nnen und aktivistischen feministischen Aktivist.I.nnen der Fall klar: Durchgeknallte Frauen rationalisieren ihre Psychoprobleme, vielleicht tatsächlich, weil ihnen existentielle Herausforderungen fehlen, weil es ihnen zu gut geht.

    Darum ist Feminismus auch vor allem ein Ober-bis Mittelschichtphänomen reicher, nach westlichem Modell lebender, d.h. „sinnstiftend“ konsumierender Kreise.

    Aber das wird sich ja Gott sei Dank ändern unter anderem als Folge des feministisch-femizentrischen Gesellschaftsumbaus, der sehr effektiv allmählich die Voraussetzung für den materiellen Wohlstand zerstört.

    Wenn wir wieder reale, schwerwiegende existentielle Probleme zu lösen haben werden, ist diese Art Wut Geschichte.

    In der Zwischenzeit dient sie, wie Aerobic das für den Stoffwechsel leistet, zum Verbrennen überschüssiger, psychischer Energie, die durch ihre Zerstörungswirkung allmählich jene Zustände schafft, in denen Wut produktiv werden könnte.

    Wenn man denn noch die Kraft dazu hätte, nicht schon längst zum Häufchen Asche heruntergebrannt wäre.

    ideologien müssen ausbrennen.

    Gefahr dabei: Oft fackeln sie auf dem Weg dahin wie der Nationalsozialismus oder der Bolschewismus die ganze Bude ab.

    Weibliche Wut scheint da weniger explosiv zu sein, mehr vergiftend als sprengend in ihrer Wirkung, mehr allmählich tödlich-ermattend als ad hoc totschlagend.

  10. Das kommt alles ziemlich egozentrisch rüber, was in krassem Gegensatz zu ihrer Aussage steht, dass es gesellschaftliche Verhältnisse, Strukturen, Rassismen, Sexismen und allerlei andere Ismen die Ursache ihrer Wut seien. Das nehme ich der Frau angesichts ihrer Egozentrik, die sich zumindest in diesem ihren Beitrag nur und ausschliesslich um ihre Gefühlswelt dreht, nicht ab.
    Viel eher scheint es mir die nachträgliche Rationalisierung der Wut, resultierend aus einem fragilen Gefühlshaushalt zu sein. Über die tatsächlichen Ursachen ihrer Wut will ich nicht spekulieren. Ich kenne diese Person nicht.

  11. Eine kleine Ergänzung noch: Die gesellschaftspolitisch kultivierte Wut wie „feminist rage“ ist eine berechnende „Wut“, Mittel zum Zweck und daher meist nicht authentisch. Diese kultivierte und sorgsam genährte Wut, die sich als Sammelbecken für Unzufriedene eignet und Sündenböcke anbietet, um die Wut abzureagieren, ist nicht achtenswerter als plumpe Hetze gegen Ausländer, Homos etc. weil sie sich jeder kritisch-rationalen Auseinandersetzung (Andersdenkende sind per se „Nichtchecker“, zu dumm, um irgendwas zu verstehen) widersetzen.
    Feminist rage ist nichts anderes als eine Andersdenkende diffamierende Hetze, die jedem unlautere Motive unterstellt, der nicht im Gleichschritt mit dem feministischen Mainstream marschieren will.

  12. Hm, ich unterscheide zwischen „Wut“ und „Zorn“.

    Wut („blinde Wut“) verbinde ich mit ungehemmten „Drauflosschlagen“ auf alles, was grad zufällig im Weg steht, weil einen grad was tierisch aufregt. Jemand „Wütenden“ müsste man eigentlich irgendwo wegsperren und sich körperlich ausarbeiten lassen, damit niemand Unschuldiger an dieser Wut Schaden nimmt. Wut ist reine Emotion unter Ausschaltung jeglicher Rationalität. Wut ist Ausdruck einer persönlichen Unreife. In einem eher feindlichen Umfeld wird der Wütende ausgelacht. Eine Zwangsjacke ist ein Mittel gegen Wut.

    „Zorn“ hingegen ist auf die Abstellung der Ursache des Zorns gerichtet, bezieht die Ratio mit ein. Deshalb kann „kalter Zorn“ (oder auch „heiliger Zorn“) sehr viel gefährlicher sein. Zorn schädigt aber auch keine Unbeteiligten oder Unschuldigen (zumindest nicht als Primärziel oder weil diese grad zufällig anwesend sind).

    Die Autorin hat m.M.n. ihre Empfindung mit „Wut“ korrekt bezeichnet.

    • @ Robert

      Nur leider lässt sich Zorn und Wut nie sauber trennen.

      Gerechter Zorn kann erhebliche Wutanteile enthalten und Wut kann eine gerechte Ursache haben, nur ist der Betreffende nicht in der Lage, gerechten Zorn zu entwickeln, sondern wird von seiner Wut überschwemmt und mitgerissen.

      Revolutionen haben oft gerechte Ursachen und werden doch in der Regel zu grauenhaften Exzessen blindwütiger Wut.

      Zumal sich ja immer politische Spekulanten finden, die es verstehen, die Woge des Zorns zur Wutwelle aufzupeitschen, auf der sie dann an die Macht surfen können.

      Dazu sind die völlig Skrupellosen, die keine Mühe haben, sich hinter beliebigen Tugendphrasen zu verstecken, ja ganz besonders befähigt.

      Weshalb die Elite, die aus einer Revolution hervorgeht, regelmäßig weitaus skrupelloser und brutaler ist als die alte, die sie ablöst.

      Das haben wir im Falle des Schahregimes zuletzt in größerem Maßstab gesehen und im arabischen Frühling werden wir es, denke ich, auch erleben.

      Und dann, irgendwann, auch hier bei uns, in diesem Theater.

    • „… Zorn, nicht zu verwechseln mit der Wut, der unbeherrschten, zügellosen Schwester des Zorns…“
      Georg Schramm

      „Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.“
      Papst Gregor der Große (540-604)

  13. Ein schönes Beispiel für eine dezidiert autodestruktive Entwicklung, die sich durch unreflektiertes Ablassen von scheinbar nach außen gerichtetem aggressiven Affekt Entlastung zu verschaffen versucht, ist die von mir aufgrund ihres Unterhaltungswerts sehr geschätzte Sibylle Berg, die auf spon regelmäßig ihre Seelenknötchen abhusten darf.

    Ich verfolge ihre Entwicklung interessiert und regelmäßig seit etwa drei Jahren. Das wird nicht mehr lange gut gehen.

    🙂

  14. Ich habe den im Eingangspost zitierten (und analysierten?) Texte bereits vor ein paar Tagen gelesen und mir nur gedacht, dass die Autorin mir ehrlich leid tut.
    Also wenn man nicht in der Lage ist, die schönen Dinge des Lebens zu sehen und zu genießen, sich stattdessen auf alles schlechte so sehr konzentriert, dass man dauerhaft wütend ist, dann kann das einem doch nur leid tun.

    Ich persönlich mag das Gefühl der Wut nicht, empfinde es bei mir selbst als unangenehm und versuche was dagegen zu tun. Wenn es berechtigte Ursachen dafür in meinem Umfeld gibt, versuche ich das zu klären. Wenn nicht, gabs hier eigentlich schon ganz gute Ideen gegen Wut: Kreativ werden, Sport oder Sex – hilft meistens ganz gut.

    Dennoch sehe ich in dem Kultivieren der Wut wie es die Person hier tut auch eine Gefahr. Man versammelt Leute um sich und bestätigt sich in seinen Ansichten, umd so zu erkennen, dass alle anderen eben nichts von deren Weisheit abbekommen haben.
    Je nachdem wie groß eine solche Gruppe wird, kann das leider auch Konsequenzen haben für Menschen, die eben nichts damit zu tun haben möchten.

    Diese Einstellung hat mich an diesen Comic erinnert, bei dem ich auch als ich ihn gesehen habe, dachte, so kann man sich seine eigene Einstellung natürlich auch als die einzig wirkliche Wahrheit schönreden:

    • Wut kann auch befreiend sein, wenn man sie aufhört zu unterdrücken

      andererseits: muss man erstmal Wut zulassen um zu lernen, dass es auch negative Auswirkungen haben kann.

      Gut, da kommt man dann zu der allgemeinen These, dass Feministen irgendetwas fehlt oder dass sie irgendetwas unterdrücken, weshalbn sie versuchen aktiv zu werden um DAS zu ändern. Und das sehen sie im Druck von Außen (dem Patriarchat, oder sonstigen gesellschaftlichen Anforderungen). Und dann gibt es die die sagen, dass es nicht die Außenwelt sondern die Innenwelt ist, die sich quasi selbst unterdrückt.
      Kann man das so leicht trennen? Jeder Mensch internalisiert die Einflüsse/Anforderungen von außen und schließt daraus auf sich selbst. Die Bildung es Egos entsteht immer in den Selbsterfahrungen mit der Welt. ebenso sind diejenigen selbstbewusst, die hauptsächlich positive Erfahrungen verinnerlicht haben.
      Und ich glaube dass Frauen durchschnittlich mehr „Selbstbewusstsein“ durch „Konsens mit der Außenwelt“ erschaffen, wärend Männer durchschnittlich mehr Selbstbewusstsein durch Kräftemessen/Konkurrenz erschaffen.

      Aber worauf ich ursprünglich noch hinaus wollte zu christians text:
      Unter den „Antifeministen“ gibt es genau so Wut/Provokationsvertreter wie unter Feministen.
      Das Phänomen ist kein rein feministisches Phänomen, sondern menschlich und in jeder Gruppierung anzutreffen.
      Meist ist es doch so: stimmt man dem wütendem zu, ist seine Wut gerechtfertigt. Stimmt man ihm nicht zu, ist er eine Mimose.

      um das mal an dem text von christian zu demonstrieren, wenn man ein paar worte austauscht:
      „Die Feministen und Lila-Pudel, die Dummen also, die es noch nicht verstanden haben und deswegen nicht wütend sind. Wir dagegen: Rebellen. Unbequem! Stacheln im Fleisch der anderen

      Ich kann mir gut vorstellen, dass dabei ein schönes Gruppengefühl entsteht. Man grenzt sich ab zu den anderen, schafft ein klares Feindbild, erklärt sich zur Elite derjenigen, die alles durchschaut haben und jetzt verbessern, weist also sich selbst und der Gruppe Status zu.

      Zudem erlaubt es Wut auch sehr schön die eigene Meinung als Taboo auszugestalten, ein Dogma aufzubauen, welches nicht hinterfragt werden darf. Ein Dogma bietet viele Vorteile, weil man es eben nicht inhaltlich hinterfragen darf, was bei der Angreifbarkeit antifeministischer Theorien auch nicht günstig wäre. Man muss sich auch nicht selbst hinterfragen, man muss nur akzeptieren. Wer aber das Dogma in Frage stellt, das Taboo angreift, den darf gerechter Zorn treffen.“

      • @unkraut

        „Und dann gibt es die die sagen, dass es nicht die Außenwelt sondern die Innenwelt ist, die sich quasi selbst unterdrückt.
        Kann man das so leicht trennen? “

        Nein, nicht „so leicht“. Aber die Unterscheidung ist trotzdem sinnvoll: Die Interpretationsmuster, mit denen Menschen Ereignisse verarbeiten, sind ja _ihre_ Deutungsmuster. Auch wenn sie natürlich biografisch in Wechselwirkung mit der Umgebung entstanden sind und nicht im luftleeren Raum.

        Wenn Person A die fehlende Freundlichkeit eines Verkäufers auf sich bezieht und darin Feindseligkeit erblickt (und danach über die grausame, gleichgültige Welt bloggt), kann Person B darin einfach eine eine Folge der frühen Morgenstunde sehen. Aber jedenfalls nichts, worüber man länger nachdenkt oder was einen nun so persönlich betrifft.
        Bei einigen sehe ich das Problem in der Tat in den internen – teilweise maßlosen und unrealistischen – Anforderungen an die Umgebung.

        „Unter den “Antifeministen” gibt es genau so Wut/Provokationsvertreter wie unter Feministen.
        Das Phänomen ist kein rein feministisches Phänomen, sondern menschlich und in jeder Gruppierung anzutreffen.“

        Interessanter Punkt. Ja, prinzipiell bestimmt einfach „menschlich“. Bestimmt steigern sich auf der Seite einige ebenfalls in eine wütende und pauschal abwertende Stimmung rein.

        Ich sehe aber Unterschiede zwischen den Gruppen. Und zwar darin, welchen Stellenwert solche Emotionen erhalten und wie sie kommuniziert werden.

        Mein Eindruck ist, dass dort Emotionen – schon quantitativ – viel weniger kommuniziert werden; sie werden tendenziell sogar eher abgeleugnet.
        (Ich halte vieles, was da kommt, für nachträgliche Rationalisierungen, die die Emotionen verdecken sollen. Die halten sich doch auch an das Klischee „fürs Gefühlvolle sind die Frauen zuständig und nicht wir“ – genau wie die Gegenseite ;-). )

        Wut wird da auch kaum offen als Erkennungszeichen für die Zugehörigkeit zur ingroup kommuniziert, sie wird auch weniger als Tugend gewertet. Und sie wird nicht so zelebriert.
        Ich würde sagen: Sie steuert mehr im Untergrund und eher uneingestanden.

  15. Männer winden und biegen und mühen sich, hasserfülltem, gestörtem Sein von Frauen einen Minimalsinn abzugewinnen….brav….tapfer…selbstlos…idiotisch….lustig hier..mitunter.

    Frohe Ostern und nicht dauerhaft dicke Eier wünsche ich!

    😉

  16. 🙂

    Diese Frau ist reif für die Couch. Nimmt ja langsam pandemische Ausmaße an…

    Die sollte mal in ein Land gehen, in dem Frauen nicht so der Zucker in den Arsch geblasen wird wie hierzulande. Dann heilen solche Wohlstandsmalaisen recht fix.

    Wird sie aber erst kapieren, wenn sie es selbst erlebt hat, solange wird das nix, als Frau ist sie es gewohnt, Deutungshoheit zu haben, die stellt sich nicht in Frage.

    Wer keine anderen Probleme mehr hat, schafft sie sich eben. Ist eben nicht gut für die menschliche Psyche, wenn man dauernd Unsinn verzapfen kann und keinen Widerspruch erhält, weil das ja angeblich „frauenfeindlich“ ist…

    • @ Karl

      „Diese Frau ist reif für die Couch. Nimmt ja langsam pandemische Ausmaße an…“

      Ist es nicht unsere westliche Gesellschaft,
      die reif ist für die Tonne?
      Den Durchgeknallten wird Macht zuteil.
      Denn ich kann mir vorstellen, daß unsere
      PolitikerInnen diese Wut ganz doll verstehen
      können, und gleich die Forderung nach
      Frauenquoten hinten anhängen würden.

  17. Diese Femi fordert nicht nur ein Recht auf Wut,
    sie führt vielmehr eine Pflicht zur Wut ein.
    Denn nicht nur wer die Wut nicht versteht, billigt ist
    ein böser Wurm.
    Nein, auch wer nicht wütend ist, zeigt seine
    falsche Gesinnung! 😦

  18. Die hat kein Wut-Problem, wenn dann nur ein künstliches, also verlogenes. Wäre es echt würde sie damit ganz anders umgehen. Nämlich in der intensiven Auseinandersetzung mit der Frage: Wie stelle ich es an, in der Wut nicht Sachen zu sagen/machen, die ich hinterher bereue?

    Die Art, wie sie damit umgeht, demonstriert ihren privilegierten Status als Frau. Sie darf sich ihre Wut leisten ohne dafür schmerzhaft sanktioniert zu werden.

  19. Ich wäre sehr erfreut darüber, wenn mir jemand plausibel erklären könnte, wie es ein Recht auf etwas geben kann, welches schon aus Prinzip nicht mit einem Verbot belegt werden kann. Ein Recht auf Wut hört sich etwa so dämlich an wie ein Recht auf Stuhlgang. Kann man Stuhlgang verbieten?

    • “ Ein Recht auf Wut hört sich etwa so dämlich an wie ein Recht auf Stuhlgang. Kann man Stuhlgang verbieten?“

      Naja, beide Rechte gelten ja nicht uneingeschränkt und werden nur innerhalb eines gewissen Rahmens zugestanden.
      Oder übst du dein Recht auf Stuhlgang auch auf der Theaterbühne während einer Vorstellung aus – wohlgemerkt, als Zuschauer? 😉

    • „… wie es ein Recht auf etwas geben kann, welches schon aus Prinzip nicht mit einem Verbot belegt werden kann.“

      die feministin ist so wie die meisten frauen sehr empfänglich für soziale kontrolle und das urteil anderer. so ist z.b. „schief anschauen“ für viele bereits die höchststrafe.

      „Leider hat die Mutter auch in diesem Fall noch immer mit einer gesellschaftlichen Erwartungshaltung zu kämpfen …“ schreibt z.b. die mädchenmannschaft. die arme mutter kann ihre entscheidungen nicht allein und selbstverantwortlich treffen, denn sie muss den erwartungen von tanten und verwandten, nachbarn und dem postboten gerecht werden. sie kann sich nicht wehren, sie kann es nicht aushalten geschweige denn kontern, wenn ihr zudringliche fragen zu ihrer lebensgastaltung gestellt werden, sie kann die leute nicht leute sein lassen, sondern tanz nach deren pfeife.

      das gleiche gilt für ihre wut. wenn sie damit nicht auf ungeteilte solidarität stößt, wertet sie das als eine art verbot, heult im internet rum und hoffe, dass papa kommt und ein wörtchen mit dem rektor redet.

      http://maedchenmannschaft.net/5050-bedeutet-nicht-die-aufloesung-aller-ungerechtigkeiten/

      • 50/50 bedeutet nicht die Auflösung aller Ungerechtigkeiten

        Ein Gentleman fürwahr!

        Mein Gott, das ist ja ein Lehrbuchtext für die schon triefend-kitschige neubürgerliche Reinszenierung altbürgerlicher Geschlechterbilder. Unsere Urgroßväter werden sich wohl haargenau so vom ungehobelten Plebs abgegrenzt haben.

        ..sie entziehen sich (nahezu) komplett der Verantwortung und kümmern sich weder um das Kind noch tragen sie über das einklagbare Maß zum Familienunterhalt bei.

        Did anyone say „intersection“? Nein, ein Mann der nicht wenigstens 2x Düsseldorfer Tabelle + 2x einklagbaren BU abliefert ist doch ein Looser.

        Im Gegensatz zu Jochen natürlich.

        Und die feministischen Mädels antworten mit standing ovations. Naja, so wie sie eben solche Emotionen ausdrücken:

        Ich lese den Text nicht als Gemäkel am 50/50-Modell (steht ja auch explizit drin), sondern vor allem als Selbstverortung des Autors aus Vaterperspektive und als Forderung an sich als emanzipatorisch/(pro)feministisch verstehende (potentielle, werdende derzeitige) Väter, die persönliche (!) Situation, das persönliche Handeln, in einen größeren Kontext einzubetten und vor diesem nicht nur kritisch zu reflektieren, sondern diese Reflexionen auch in Handlung umzusetzen. Was dringend notwendig ist in familienpolitischen Debatten.

        You made my day!

        • @Nick

          „Ein Gentleman fürwahr!“

          Nicht nur das! Mehr noch: Der weiße Ritter reitet wieder.
          Denn:

          „Solange sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht grundlegend ändern, besteht für mich als Vater … die Aufgabe, für die Mutter meines Kindes die Voraussetzungen für eine möglichst große Entscheidungsfreiheit zu schaffen.“

          Ja, so ein Mann wie er, der kämpft dafür, dass Frauen überhaupt erst mal Entscheidungsfreiheit haben. Was sollten die ohne solche Ritter bloß anfangen?

          Und das ist ja nicht alles, er strebt nach noch mehr:
          „Ich möchte ein Vater sein, der mit ebensolcher Selbstverständlichkeit sagt: Ich kann stillen!“

          Ich bin sicher, die Fortschritte in der Transplantationsmedizin werden auch ihm helfen können. Irgendwann.

        • Ich bin sicher, die Fortschritte in der Transplantationsmedizin werden auch ihm helfen können. Irgendwann.

          Ja, irgendwann wird es wahrscheinlich die Möglichkeit geben, sich die GebMu seiner Holden einpflänzen zu lassen.

          Leider kann er erst dann seiner hohen Minne vollständig gerecht werden, und ihr _wirkliche_ Entscheidungsfreiheit ermöglichen.

          Und Wette: _Kein_ anderer Ritter außer Jochen wird dann Manns genug sein, diesen Schritt zu tun.

        • ..lustig ja auch, wie der arme Rochus regelrecht begossen abgekanzelt wird.

          Der wird von der Holden Dame ja fast schon mit der Kneifzange angepackt. Tja, er hat das Turnier eben verloren.

          Wie es sich aber für einen edlen Ritter gebührt, bietet ihm Jochen eine kritische Besprechung des Zweikampfes und seiner Fehler, unter Männern, an.

          Es ist so köstlich, wie sie so rein gar nicht merken was für ein Skript sie alle abspulen 😀 😀 😀

  20. Hier auch Bämuchen zur wichtigkeit, Wut zeigen zu können:

    http://rumbaumeln.blogsport.eu/2013/03/26/tone_argument/

    Wir werden schon früh auf Beziehungen ausgerichtet, v.a. klassisch monogam-heterosexuelle und dieses Ausrichten auf die heterosexuelle Pärchenbeziehung, korreliert mit unserem Bild von “Erwachsensein” in unserer Gesellschaft; weshalb Mädchen* in einem gewissen Alter für “reifer” erklärt werden als Jungs*, weil sie* eben schon viel früher darauf ausgerichtet werden, Typen zu gefallen, auf sie einzugehen, etc. Wer v.a. negative Gefühle ausleben darf und wer sie beachten und mit ihnen arbeiten soll ist, zeigt eben auch u.a. die sexistische Struktur unserer Gesellschaft. Und deswegen erlernen gerade wir “deeskalierende Sprache”.(…)
    Letztens schrieb mir eine Freundin (sie kann ja selber sagen ob sie genannt werden will), dass sie sich freut, dass ich so “offen” schreib und nicht “weichgespült”. Ich musste lachen. Sie hat dazu geschrieben, dass es aber auch nicht schlimm gewesen wär, wenns netter geschrieben worden wäre, dass sie es aber trotzdem gut findet. Gerade für uns mehrfach Betroffene ist es sehr befreiend, Wut offen ausdrücken zu können und deswegen bin ich dankbar dass ich langsam dazu fähig bin und in der Hinsicht ermutigt werde.

    Also wütend sein als Durchbrechung des weiblichen Klischees, wütend sein als etwas, was Frauen nicht dürfen.

        • ich stell mir Männer auch immer als stampfende dreijährige vor, wenn sie wütend werden.

          Komisch, die werden immer wütender wenn sie dementsprechend behandelt.

          woran mag das nur liegen?
          Ist wohl nur die Trotzphase

        • Wut ist natürlich manchmal angemessen und auch notwendig.

          Es geht eher das Worüber als um das Wie.

          Teenager sind oft hin- und hergerissen zwischen „ich will als Kind behandelt werden!“ und „ich will als Erwachsener behandelt werden“. Entsprechend kann man es ihnen nicht recht machen.

          Weißnich, wenn einem ein „Tone-Argument“ entgegengehalten wird, dann kann man das doch – als erwachsener Mensch – wunderbar „zerlegen“ indem man es eben als „Tone-Argument“ bezeichnet. Und ein „Tone-Argument“ ist auch keineswegs deshalb unberechtigt weil es ein „Tone-Argument“ ist.

          Nur ein Kind kann doch erwarten, dass die Welt so eingerichtet ist, wie es zu seiner Entfaltung notwendig ist. Ein Erwachsener hingegen muss schon etwas dafür tun, dass die Kommunikation mit seinen Mitmenschen funktioniert.

          Wer so rüberkommt wie sie wird natürlich wie ein Kind behandelt, und das ist dann auch nicht recht. Da wird dann die Wut natürlich immer größer, aber es ist doch wohl jedem freigestellt sich sowas nicht antun zu müssen.

        • ..und dass die tradierte Frauenrolle darin besteht, stets den Blick zu senken und niemals wütend zu sein ist wohl der größte Unsinn aller Zeiten.

          Es gibt kilometerweise klassisches Filmmaterial, in dem die Trope „Frau im heiligen (berechtigten) Zorn abgespult wird.

          Wenn Frau natürlich den Status als „edle Dame“ und „von geistig-seelischer Anmut“ genießen will, dann muss sie natürlich den Eindruck vermeiden, „hysterisch“ zu sein.

          So ist das auch bei Männern, die Status beanspruchen: Da kann man auch nur dann herumwüten, wenn es die Souveränität nicht in Frage stellt.

          „schreiende weiße Männer setzen sich durch“ -> Schreiende Männer sind 1 fix 3 ihre ganze Reputation los.

    • Also wütend sein als Durchbrechung des weiblichen Klischees, wütend sein als etwas, was Frauen nicht dürfen.

      Wenn ich den ganzen Tag kommunziere, dass ich ständig meine achsoherzensgut-weibliche Sozialisation „überwinden“ muss, um in dieser schröcklichen Welt zu bestehen: Was kommuniziere ich dann wohl über meine Person?

  21. Pingback: “Den Feminismus lasse ich mir gefallen, von welchem der Staat seine Finger läßt” (Michail Savvakis) | Alles Evolution

  22. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

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