Kritik an Pickup und warum sie häufig keine konstruktive Diskussion ermöglicht

Ein häufigeres Thema auf diesem Blog ist Pickup und die dortigen Regeln. Die vorgebrachte Kritik macht es aber aus meiner Sicht häufig sehr schwer, tatsächlich konstruktiv zu argumentieren.

Hier ein paar Gründe dazu, was mir eine Diskussion erschwert und was an Argumenten kommt, die ich wenig geeignet finde:

1. Die Kritik ist nicht konkret

Es wird allgemein angeführt, dass Pickup schlecht sei, weil es eben schlecht sei und die Praktiken menschenverachtend/nicht funktionierend und überhaupt falsch. Auf Nachfrage kann aber nicht benannt werden, was nun eigentlich genau falsch/menschenverachtend und nicht funktionierend ist.

2. Die Kritik unterscheidet nicht zwischen Wirksamkeit und möglichen moralischen Konsequenzen

Meiner Meinung nach muss eine Kritik zwischen der Wirksamkeit und den möglichen moralischen Konsequenzen unterscheiden. Wenn man davon ausgeht, dass es im Pickup darum geht, was eine Frau dazu verleitet mit einem zu schlafen, dann wäre eine erfolgreiche Umsetzung dieses Konzepts zunächst auf reine Wirksamkeit ausgerichtet, über die man aus dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit diskutieren kann. Ob man es dann für richtig hält, diese einzusetzen wäre gänzlich unabhängig davon.

Nehmen wir als Beispiel eine gewisse Dominanz. Wenn Frauen dominant auftretende Männer interessant finden würden, dann bliebe einer Richtung, die ermitteln will, was Frauen interessant finden, nichts anderes übrig, als eben zu diesem Ergebnis zu kommen. Das Ergebnis selbst wäre dann – wenn es zutreffend ist – auch nicht zu beanstanden. Ob man dann trotz Wirksamkeit dieses Mittel einsetzen wollte, wenn es wirken würde oder ob man dies sollte ist eine andere Frage. Man mag es dann unmoralisch finden, Männern Tipps in diese Richtung zu geben, sprechen Frauen allerdings tatsächlich darauf an, dann muss die Kritik eben auf der moralischen Ebene erfolgen, nicht auf der Wirksamkeitsebene.

3. Die Kritik stützt sich auf Einzelpunkte und verlangt eine Gesamtverurteilung

Immer wieder kommt so etwas wie „Negs funktionieren nicht, deswegen funktioniert nichts aus Pickup“ oder „Negs funktionieren nicht, also gib zu, dass Pickup nichts taugt“. Was eben ein unzulässiger Schluß ist. Weil Einstein meinte, dass es einen Gott gibt und dieser nicht würfelt, ist natürlich seine Relativitätstheorie nicht falsch. Selbst wenn Negs nicht funktionieren, können andere Punkte zutreffend erkannt worden sein. Tatsächlich haben Negs eine Funktion, aber das ist eine andere Sache.

4. Die Kritik arbeitet sich an einzelnen, häufig falsch dargestellten Praktiken ab und ordnet diese falsch ein/übertreibt ihre Bedeutung für Picku

Beliebt ist hier etwa „Pickuper bewerten alle Frauen auf einer Skala von 1-10, das ist falsch und daher abzulehnen/deswegen ist Pickup falsch“. Warum die Einordnung erfolgt wird und was dabei eine Rolle spielt, wird hingegen nicht hinterfragt, weswegen nicht deutlich wird, dass es nicht um eine Frauenabwertung geht, sondern darum, die richtigen Vorgehensweisen zu bestimmen und eine Einordnung dabei sowohl Aussehen etc als auch Status beschreiben kann. Es wird den meisten Leuten einleuchten, dass eine hässliche Frau auf bestimmtes Verhalten anders reagiert als eine sehr hübsche Frau. Es muss also in einem Gespräch über ein Vorgehen dieser Faktor mit einbezogen werden. Dies wird der Kürze halber mit einem Zahlenwert gemacht, da dieser auf eine einfache Weise die gewünschte Information übermittelt. Nun mag man den Sprachgebrauch kritisieren und sagen, dass die Sprache eben dann verächtlich ist, weil man statt dessen auch „nicht sehr attraktiv/okay/sehr hübsch in Abstufungen verwenden könnte, aber das wäre wieder eine Abgrenzung zwischen Sprache und Wirksamkeit.

Ein anderers Beispiel wäre der Neg:

Mir liegt bei der Angabe „Negs wirken bei mir nicht“ ja immer auf der Zunge: Du weißt, dass der Neg eine Taktik ist, die man bei hübschen Frauen anwendet, bei nicht hübschen wird im Pickup geraten darauf zu verzichten? Aber damit schweift man ab.

Etwas zu Negs von Mystery:

A neg is a qualifier. The girl is failing to meet your high expectations. It’s not an insult, just a judgment call on your part. You’re not even trying to make her feel bad. (so it seems) Its the same as if you pulled out a tissue and blew your nose. There is nothing insulting about blowing your nose. You haven’t rejected her. But at the same time, she will sincerely believe that you aren’t trying to impress her. This creates curiosity and makes you a challenge.

 The better looking the girl, the more aggressive you must be with using negs. A 10 can three negs up front, while an 8 gets only one or two over a longer time. You can go overboard if she thinks you are better than her (which happens more often than you think) You can drop the self esteem right from under, just like most 10s do to guys, and this isn’t good. You have to get as close to the breaking point as you can without crossing the line. Once you have gotten right there, you can start appreciating things about her (not her looks.) There is mutual respect now-something most guys never get from the girl.

This is how you remove a girl from her protection shield. Three negs ought to do it within two of three minutes of neautral chat. Once it is removed, you can, from a place of mutual respect, seduce her.

Es geht also nicht darum, sie zu beleidigen, sondern etwas mit ihr zu spielen und ihr das Gefühl zu geben, dass man nicht wie die anderen ist. Es ist im Endeffekt die Darstellung eines höheren Status, der dadurch verdeutlicht wird, dass man sie trotz eines hohen Wertes nicht automatisch will. Es kann richtig ausgeführt dazu führen, dass sie sich fragt, warum er sich nicht wie die anderen verhält und warum er sie nicht genau wie die anderen automatisch will. Es geht nicht darum, sie fertig zu machen, sondern darum, sie etwas neugierig zu machen. Mit der richtigen Frau wird es ein hin und her, ein Spiel zwischen beiden, durch das Spannung aufgebaut wird. Es geht insofern darum, das sie einen als normale Person von gleichen Wert sehen kann, indem man ihr deutlich macht, dass man ihr nicht bereits nur wegen ihrer Schönheit verfallen ist.

Der Comic-Versuch zu Neggen wäre insoweit schief gegangen, weil sie schlicht beleidigt hat.

5. Die Kritik stellt auf externe Umstände wie etwa die Möglichkeit, Geld zu verdienen ab und schlußfolgert daraus unzulässigerweise auf die Qualität der Theorien

Der Umstand, dass Pickup eine Beratungsindustrie entwickelt hat und einige Leute damit sehr reich geworden sind, wird als Umstand dafür gewertet, dass es ein Betrug sein muss, der nur aufgrund des Geldes durchgezogen wird.

Das ist allerdings ein sehr schwaches Argument:

Nähme man an, dass Pickup hoch wirksam ist, dann wäre es auch verständlich, dass Leute die Kurse besuchen wollen. Es wäre dann auch verständlich, dass diejenigen, die sie geben, diese Nachfrage auf ihre Kursangebote bemerken und ihren Preis danach ausrichten. Um so bekannter und besser der Ruf der Kursanbieter, um so höher wäre der Andrang zu ihren Programmen und um so höhere Preise könnten sie festsetzen

Es stellt sich auch die Frage, wann ein Preis zu hoch ist. Nehmen wir an, dass der Kurs gut ist und jemand danach besser mit Frauen wird und statt einer 6 eine 8 bekommt bzw. in seinem Beziehungsleben besser versteht, was seine Frau anmacht und warum sie mitunter einen Shittest macht, er also einen tatsächlichen Erfolg hätte. Wären dann 600 € über sein Leben betrachtet eine schlechte Investition? Ich behaupte mal, dass ein Mann, bei dem es klappt, die 600 € als eine der lukrativsten Ausgaben seines Lebens ansehen wird.

Natürlich: Wenn es nicht klappt, dann wäre es Geldverschwendung. Aber diese Bewertung kann nicht losgelöst vom Inhalt erfolgen.

6. Die Kritik stützt sich auf einzelne Vertreter und behauptet, dass dies dann umfassend gelten muss

In Pickup gibt es natürlich bestimmte Grundsätze, die die meisten für richtig halten. Es ist aber ein sehr variables Feld mit einer Menge Einzelmeinungen und verschieden guten Umsetzungen.

Wer auf einzelne Vertreter abstellt, die er schlecht findet, der sollte zumindest nachweisen, dass diese Repräsentativ sind, zu den großen Namen in dem Bereich zählen und ihre Vorgehensweise in dem Bereich zu diesen Grundsätzen, die allgemein geteilt werden, gehört.

Ansonsten sagt die Kritik recht wenig aus, wie immer, wenn man Einzelbeispiele aus einer Gruppe herausgreift.

Wer beispielsweise sagen würde, dass #kleinererBühnenmagier einen Trick nicht glaubhaft hinbekommen hat und daher auch sagen wir David Copperfield diesen Trick nicht glaubhaft durchführen könnte, weil beide Illusionisten sind und damit genau das gleiche machen müssen, der würde wohl deutlich darauf hingewiesen werden, dass sein Argument schwach ist. Es mag dann nicht an daran liegen, dass der Trick nicht durchführbar oder auch nur die Technik nicht funktionierend ist, es kann auch daran liegen, dass der jeweilige #kleinere Bühnenmagier nicht gut genug ist, den Trick falsch ausführt oder andere Faktoren vernachlässigt.

7. Die Kritik führt an, dass aus der Sprache folgt, dass die Inhalte schlecht sind

Dieses neulich gebrachte Argument ist aus meiner Sicht sehr schwach. Man kann bereits ein Buch nicht immer nach seinem Einband bewerten. Richtig ist, dass Pcikup einige Begriffe hat, die man so wohl in wissenschaftlicher Sprache nicht gebrauchen würde, aber das belegt nicht, dass die Konzepte dahinter falsch ist.

8. Die Kritik führt an, dass es keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt (und Pickup deswegen falsch ist)

Es sind Theorien, die aus „praktischen Versuchen“ entstanden sind, nicht in einem Labor. Natürlich gibt es insoweit kaum wissenschaftliche Forschung dazu, die genau diese Theorien überprüft hat (wenn es auch zahlreiche wissenschaftliche Theorien gibt, die in eine ähnliche Richtung gehen). Ein Mangel an Beweis bedeutet gerade bei einer Herleitung aus der Praxis nicht, dass die Theorien falsch sind, sie sind nur unbewiesen. Insofern verweise ich darauf, dass es keine Studien gibt, nach denen die Theorien falsch sind.

Unbewiesen, aber möglich ist etwas anderes als erwiesenermaßen falsch.

9.  Pickup wirkt bei mir (einer Frau) nicht, deswegen wirkt es bei keiner Frau

Dagegen sind zwei Punkte einzuwenden:

1. Menschen sind nicht gleich. Eine essentialistische Betrachtung ist insofern auch falsch. Es mag sein, dass es tatsächlich nicht wirkt, gerade wenn diejenige die Taktiken kennt und  sie sie damit als reine Taktik sieht.

2. Diese Annahme wird meist auf der Grundlage eines recht einfachen Bildes dieser Taktiken und einer schlechten Ausführung dieser angenommen.  Es wird verkannt, dass nicht alle Taktiken auf alle Frauen wirken sollen, sondern beispielsweise nur auf hübsche, zickige, solche die zu schnellen Sex bereit sind etc. Es wird zudem vergessen, dass es bestimmte Taktiken gibt, die nur im Zusammenspiel mit bestimmten Verhalten und Auftreten wirken sollen. Peacocking beispielsweise zielt in seiner „Mystery Fellhut“-Variante auf etwas ausgeflipptere Frauen ab und wirkt nur bei starken Selbstvertrauen der jeweiligen Person. Natürlich wirken sie dann nicht auf eine Frau, die etwa einen festen Partner sucht. Sie soll da auch gar nicht wirken. Zudem stellt sich die betreffende Frau meist vor, dass sie die Taktik sofort erkennt und sie dann hölzern wirkt. Ich behaupte mal, dass die meisten Frauen, auch dann wenn sie merken, dass man sie etwas aufzieht und vielleicht auch verstehen, warum man es macht, es spassig finden, wenn man zB cocky comedy anwendet. (vgl auch diesen Artikel)

10 Pickup zieht Leute an, die nur auf Sex aus sind und dabei keine Rücksicht auf Frauen nehmen, deswegen ist es auch für alle anderen Leute und in allen Bereich falsch

Es ist aus meiner Sicht kaum vorstellbar, dass man eine funktionierende Methode entwickelt, wie man mit Frauen dazu bringt, mit einem zu schlafen, und dann keine Leute anzieht, die nur dies wollen.

Gerade wenn sie wirksam ist, wird sie entsprechende Leute anziehen. Damit man aber deswegen Pickup ablehnen kann, müsste man zumindest eine Verbindung zwischen beiden Punkten in der Weise herstellen, dass man unter Anwendung von Pickup gar nicht anders kann als Frauen auszunutzen. Was nicht der Fall ist.

Was ich mir an Kritik wünschen würde:

ich würde es durchaus spannend finden, über Pickup zu diskutieren und dabei auf verschiedene Methoden einzugehen und zu besprechen ob diese wirksam/unmoralisch/falsch sind.

Dazu wird aber wohl ein Verständnis dafür, was Pickup in diesen Punkten überhaupt sagt und eine gewisse Kenntnis der Einordnung in die dortige Theorie erforderlich sein. Ich würde mich insofern freuen, wenn jemand eine Diskussion auf dieser Basis will.