Selbermach Samstag XXIII

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

92 Gedanken zu “Selbermach Samstag XXIII

  1. Und auch noch mal ein paar Hinweise:

    http://man-tau.blogspot.de/2013/03/diskriminierung-von-mannern-ein-skandal.html

    „wir haben noch einmal in großer Runde dein Anliegen besprochen und uns dazu entschieden, dass wir euch leider keinen Raum zur Verfügung stellen können. Die meisten von uns fühlen sich mit dem Titel ‚Feminismus‘ unwohl. Mit dem Begriff assoziieren wir eine eher radikale Frauenbewegung, die die Diskriminierung von Männern nicht ausschließt. Da wir glauben, dass auch andere potenzielle Besucher der Veranstaltung das so sehen, können wir euch keine HBK-Räume anbieten.(…) Herzlichst AStA der HBK Braunschweig“

    http://gaywest.wordpress.com/2013/03/08/sind-frauen-wirklich-so-doof/#more-17748

    Und bei Gay-West zum neusten Aufreger im Netz:

    “In Mathe bin ich Deko” an. Diese bescheuerte, reaktionäre, chauvinistische, sexistische Aufschrift schicke

    die ganzen Mandys, Chantals und Trixies noch mehr in Richtung Herd und weg von Bildung,

    schreibt einer bei Facebook, der offenbar davon überzeugt ist, dass Frauen zu doof zum Selberdenken sind. Oder habe ich verpasst, dass das Tragen eines derartigen T-Shirts irgendwo zur Pflicht erklärt wurde?

    Und elitemedium zu cirtical whiteness
    http://elitemedium.wordpress.com/2013/02/21/warum-sich-als-weiser-antirassitischfeministisch-engagieren/

    An wen richtet sich diese Botschaft eigentlich? Nun vermutlich nicht an den überzeugten Rassisten, weil dieser wohl kaum schwarze Frauen nach Ihrer Meinung zu seinem Verhalten fragen würde. Die Botschaft richtet sich an Weiße, die offensichtlich sehr bemüht versuchen als “Allierte” antirasstisch zu sein, alle Ansprüche der people of colour zu erfüllen und dabei gleichwohl scheitern (müssen). Dieses Scheitern ist also beabsichtigt. Es ist teil des gesamten Konstruktes. Der Weiße ist immer Rassist, egal was er tut, so die Botschaft.

    Es ist eben auch eine Folge von IDPOL, nur dass es sich hier deutlicher nach innen richtet. Eine wirkliche Veränderung ist damit eigentlich nicht zu erreichen, aber Status innerhalb der eigenen Gruppe, indem man noch korrekter ist bzw. die Regeln vorgibt. Zeigt aus meiner Sicht auch wie sehr der Mensch ein Hierarchietier ist.

  2. Hadmut Danisch ist wütend, wütend uber die Frankfurter Rundschau, mehr noch aber über die erfolgreich geglückte Gendrifizierung der Piratenpartei zur 2%-Kommune im erfolgreichen Zusammenspiel aus „linker“ Journaile in den feministischlastigen Müllstrommedien und willfährigen Politsimpeln in der Partei, die rückgratlos vor soviel Meinungsmache einknickten, Zitat:

    *Oder, um es in der bei den Piratofeministinnen üblichen Fäkalsprache zu beschreiben (vielleicht verstehen sie das eher, ich achte auch extra darauf, dass der Satz keine Nebensätze und nicht mehr als 140 Zeichen hat): Gender hat die Piraten zur Scheißhauspartei gemacht. Wer sich so auf Fäkalsprache reduziert, wie die Piratofeministinnen, der ist natürlich auch thematisch Klo-fixiert und treibt sich da rum.*

    Tja, wenn Informatiker wütend werden.

    Erfrischend zu lesen:

    http://www.danisch.de/blog/2013/03/08/frauen-sollen-piraten-retten/

    • @ Roslin:

      Kennst du vlt. eine aussagekräftige Umfrage, bezüglich Ursache für die immer schlechter werdenden Umfrage werte der Piraten? Oder reicht es denen womöglich Ponader als einzigen Grund anzuführen? Sollte ja eiglt. im Interesse der Partei sein, zu wissen warum man von 9 auf 2 % absackt..

      • @ 7th Sign

        Nein, ich kenne keine, aber die Wut, die Hadmut erkennen lässt, scheint mir typisch.+

        Ich teile sie.

        Da tritt man an mit einem „Post-Gender-Ansatz“ und lässt sich dann von Laura Dornheim und Domscheit-Berg in die Frauenförderecke treiben, im Verbund mit feministisch-femizentrischen Medien.

        Lachhaft.

        Ich habe ja auch einmal Piraten gewählt :(, als sie noch postgender zu sein versprachen.

        Nun wird wohl die FDP wieder mein Brüderle oder ich wähle das Nichtwählen.

        Wie so viele, die den Spaß an der Demokratie verloren haben, denen diese Veranstaltung hier immer gleichgültiger wird.

        • @ Roslin:

          „Da tritt man an mit einem “Post-Gender-Ansatz” und lässt sich dann von Laura Dornheim und Domscheit-Berg in die Frauenförderecke treiben, im Verbund mit feministisch-femizentrischen Medien.“

          Ja ich finde beide genannten Personen auch extrem unsympathisch.. mal ganz abgesehen von ihren Ansichten.

          „Wie so viele, die den Spaß an der Demokratie verloren haben, denen diese Veranstaltung hier immer gleichgültiger wird.“

          Ich finde es auch auch merkwürdig, denkt man bei dem Begriff Demokratie ja eigentlich an Wahlfreiheit verschiedenster politischer Ansichten und Auswahlmöglichkeiten…

          Bei der Geschlechterpolitik wird da konsequent in eine Richtung gerudert.. Darüber nach zu denken, ob es beispielsweise sinnvoll wäre die NPD und ihre Ansichten mundtot zu machen ist ja das eine, worüber man noch diskutieren könnte..

          Aber einer jungen Partei wie den Piraten, die mal frischen Wind in die Geschlechterpolitik hätten bringen können, wird >natürlich< "Sexismus" vorgeworfen, damit man den Tunnelblick nicht mal erweitern- und auch mal neben, hinter oder unter sich schauen muss… Dann sind da auf einmal die besagten Damen und mischen den Laden mal eben ordentlich auf und das wars dann eben mit Post-Gender, wirklicher "Geschlechter"- und nicht Frauenpolitik und einer Alternative zu Grün, Grün, Grün, Grün, Gelb und Grün für den Wähler…

          Herzlichst

  3. Selbermach-Samstag – ausgezeichnet! Endlich wieder allsamstäglicher Kampf gegen das Böse!

    Heute gegen Neoliberalismus & Radikalfeminismus zugleich, und gegen das Zusammenwirken dieser Ideologien:

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/03/gastbeitrag-links-feministisch-vom-sinn.html

    Vgl. auch:

    http://man-tau.blogspot.de/2013/03/warum-feminismus-nicht-links-ist-und.html

    Ob ich nun in jedem Punkt genauso denke oder nicht, will ich gar nicht näher erläutern. Beides ist jedenfalls in Gänze lesenswert.

    Versteht von Euch einer, warum selbst eine Natascha Kampusch in öffentlichen Verkehrsmitteln attackiert wird?

    http://www.gmx.net/themen/nachrichten/panorama/94a87bi-natascha-kampusch-sprachlos-buch-vaters

    Und warum selbst in solchen Fällen ein Zusammenhalt unter blutsverwandten Angehörigen offenbar nicht möglich ist? Verstehe ich alles nicht. Könnte doch so viel besser sein. Dass irgendwelche Passanten sie in der z. B. U-Bahn attackieren, verstehe ich überhaupt nicht, das ist wirklich sehr hässlich.

    Dann noch was zum Lachen – so viel Spaß verstehe ich, da ist „selbst“ aus meiner Sicht die Schwelle zur Männerfeindlichkeit noch nicht überschritten:

    • „Versteht von Euch einer, warum selbst eine Natascha Kampusch in öffentlichen Verkehrsmitteln attackiert wird?“

      Nicht SELBST Natascha Kampusch. Natascha Kampusch, WEIL Natascha Kampusch.

      Das umfassende Unwissen über Wirkzusammenhänge von psychischen Extremsituationen und menschlichen Verhalten, sowie einer Ignoranz persönlicher Traumabewältigung, gepaart mit der gefühlten Gefahr einer zu engen Konfrontation mit Dingen, die das eigene perfekte Leben stören könnten, führt bei einigen Idioten nun mal zu Aggression.

      Wenn es mal etwas geben sollte, was mir den Glauben an die Menschheit wirklich nimmt, dann wären es Fälle wie diese. Wobei eine Atttacke in einem öffentlichen Verkehrsmittel noch fast harmlos ist in Vergleich zu der unendlichen Häme, die im Internet über sie geschüttet wird.

      • Ja, wahrscheinlich schlagen und treten manchmal ein Paar Jugendliche z. B. einen Obachlosen aus diesen Gründen halb oder ganz tot.

        Menschen haben so Seiten an sich, dass sie nicht nur Verlierern nicht helfen, sondern sie hassen und weiter bekämpfen.

        Weil es sich ja von Natur aus lohnt, auf Sieger-Seite zu sein. Und/oder weil Verlierer einem zeigen, was einem selbst schlimmstenfalls passieren kann – na wenn das mal nicht aggressiv macht.

        Beschissenes System, die Natur, und Menschen sind eben dran angepasst. Friedenerziehung auf der Schule erklärt einem sowas meist kausal gar nicht. Da wird meiner Erfahrung nach einfach nur Toleranz gepredigt. Also Toleranz gegenüber Schwächeren und Menschen, die anders sind, oder zu einer anderen Gruppe gehören.

        Aber erst eine kausale Erklärung bringt glaub ich Besserung. Weiß ich aber nicht.

        Jedenfalls darf man nicht eine Person wie Natascha Kampusch online oder offline nach DER Vorgeschichte attackieren.

      • „“Versteht von Euch einer, warum selbst eine Natascha Kampusch in öffentlichen Verkehrsmitteln attackiert wird?”

        Nicht SELBST Natascha Kampusch. Natascha Kampusch, WEIL Natascha Kampusch.“

        Habt ihr dafür irgendeinen Beleg ? Ich finde ausser der Behauptung von ihr selber keinerlei nachvollziehbaren Bericht über diesen angeblichen Vorfall und schon gar keinen Hinweis darauf, dass sie als Person angegriffen wurde.

    • @ Matthias zu Natascha Kampusch

      Ich denke ein Teil des Hasses gegen sie kommt daher, dass sie sich nicht als typisches Opfer gezeigt hat. Sie hat nicht in der Öffentlichkeit geweint und war immer sehr gefasst. Sie hat AFAIR auch keine größere psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Sie hat es alleine geschafft! Sie kommt gut zurecht und ihr Leben ist trotz des Martyriums nicht für immer kaputt. Das macht die Leute wohl „neidisch“.

      Heutzutage ist ja schon ein Mädchen „missbraucht“ worden, wenn sie mit ihrem Bruder Doktorspiele gemacht hat. Nach jeder Katastrophe gibt es psychologische Rundumbetreuung wegen PTSS mit Gesprächsrunden. Dabei kommt sie dadurch teilweise erst wieder ins Gedächtnis. Es scheint vergessen worden zu sein, dass der Mensch sehr gute Mechanismen evolviert hat, um „Traumata“ (Mord, Vergewaltigung, Tod, Hunger, Schläge etc.) zu überstehen und danach gut weiterzuleben. Das alles war früher an der Tagesordnung.

      • „Sie hat AFAIR auch keine größere psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Sie hat es alleine geschafft! “

        Das ist eine gefährliche Annahme. Ich empfehle mal die Literatur über posttraumatische Belastungsstörungen als Ferndiagnose a la Uri Geller.

        „Es scheint vergessen worden zu sein, dass der Mensch sehr gute Mechanismen evolviert hat, um “Traumata” (Mord, Vergewaltigung, Tod, Hunger, Schläge etc.) zu überstehen und danach gut weiterzuleben. Das alles war früher an der Tagesordnung.“

        „sehr gute Mechanismen evolviert hat“ – wasn Witz. Wir kennen diese Generation ja kaum noch.

        • “ “sehr gute Mechanismen evolviert hat” – wasn Witz. Wir kennen diese Generation ja kaum noch. “

          Ich verstehe deine Meinung dazu ehrlichgesagt nicht genau. Präzesier einmal, was an meinen Aussagen so falsch ist?

          Bestreitest du, dass Menschen mit einen schwerem Schicksalsschlag/Trauma nicht alleine fertig werden können?

          Frauen, die im 2. Weltkrieg vergewaltigt wurden, haben auch durchaus normale Leben geführt ohne psychologische Hilfe etc.. Das ist ja wohl zeitnah genug. (Natürliche) Verdrängung einer schlechten Erfahrung ist ja wohl evolviert (nicht erst im Menschen). Das erlaubt „normales“ Weiterleben und Weitergabe der Gene, ohne als psychisches Wrack dazustehen. Schlechte Erinnerungen werden eher vergessen.

          Ein kaputtes Elternhaus (Schläge, Alkoholismus etc.) verpfuscht das Leben nicht so sehr wie allgemein angenommen. Kinder, die so aufwachsen, entwickeln sich häufig zu normalen, umgänglichen, arbeitenden Bürgern. (gibt Quellen, müsst ich nur nachgucken).

  4. Gibt einen schönen Artikel auf den Nachdenkseiten von Noam Chomsky über die Intellektuellen, der vor einiger Zeit dort erschienen ist:

    Die Wachhunde der Machtelite: Noam Chomskys Kritik der Intellektuellen
    Verantwortlich: Wolfgang Lieb

    „Für Noam Chomsky haben die Intellektuellen die Verantwortung, die Wahrheit zu sagen und Lügen aufzudecken. Diese Verantwortung der Intellektuellen leitet sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit her. Aber nach Chomsky zeigt die historische Erfahrung, dass Intellektuelle diesen privilegierten Status nicht für das Sagen der Wahrheit nutzen, sondern vielmehr ihre Fähigkeiten in den Dienst für die Interessen und Privilegien der Machtelite stellen. Diese Machtelite entscheidet darüber, was in der Gesellschaft passiert, weil sie über den dafür notwendigen Reichtum besitzt.
    Intellektuelle bilden für Chomsky eine „Art säkulare Priesterschaft“ für die Machtelite, weil sie Ideen, Pläne, Strategien, Werte, Theorien, Rechtfertigungen und Doktrinen für die ökonomischen und politischen Entscheidungsträger des Herrschaftssystems entwickeln und dem Rest der Bevölkerung „verkünden, was sie glauben sollen“. Christian Girschner zeichnet Chomskys Kritik der Intellektuellen nach.

    „Einer der großen Vorteile, die Macht und Reichtum mit sich bringen, besteht darin, sich niemals für etwas entschuldigen zu müssen.“

    Noam Chomsky[1]

    Die Wahrheit sagen
    Für Noam Chomsky haben die Intellektuellen die „Verantwortung“, „die Wahrheit zu sagen und Lügen aufzudecken.“[2] Diese Verantwortung der Intellektuellen leitet „sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit her. Für eine privilegierte Minderheit hält die westliche Demokratie die Muße, die Einrichtungen und die Ausbildung bereit, die es ihr erlauben, die Wahrheit zu suchen, die sich hinter dem Schleier von Verzerrung und Verdrehung, Ideologie und Klasseninteresse verbirgt, unter dem die gegenwärtigen geschichtlichen Ereignisse sich uns darstellen.“[3] Insofern sollte die privilegierte Position der Intellektuellen sie zu herrschaftskritischen und aufklärerischen Akteuren in der Gesellschaft machen. Die Verantwortung der Intellektuellen, die Wahrheit zu sagen, rührt also nicht aus deren angeblich überragenden Fähigkeiten des Denkens und Urteilens, sondern vielmehr aus dem Umstand, dass sie im Vergleich zur ´lohnarbeitenden Normalbevölkerung` die entsprechende Zeit und Möglichkeit besitzen, über gesellschaftliche Ereignisse und Zusammenhänge nachzudenken, Tatsachen und Meinungen zu überprüfen und dafür Informationen einzuholen.[4]

    „Doch nichts da; für den modernen Intellektuellen ist das keineswegs ausgemacht.“[5] Denn die historische Erfahrung zeigt, dass Intellektuelle diesen privilegierten Status nicht für das Sagen der Wahrheit nutzen, sondern vielmehr ihre Fähigkeiten in den Dienst für die Interessen und Privilegien der Machtelite stellen. Diese Machtelite entscheidet darüber, was in der Gesellschaft passiert, weil sie über den dafür notwendigen Reichtum besitzt. Für Chomsky stellt die Machtelite eine Welt des konzentrierten Reichtums und der Macht dar. Die Machtelite besteht aus einem umfassenden Netzwerk, das sich aus den großen Konzernen und Unternehmen, Banken bzw. dem Finanzkapital, den Superreichen, Medienkonzernen und Spitzen der Staatsministerien und Politik zusammensetzt. Dieses Netzwerk hat eine außerordentliche Macht und Gewalt über die Gesellschaft, weil es über Investitionen, Produktion, Distribution entscheidet, und sowohl Meinungen als auch politische Einstellungen durch PR-Kampagnen und Medien produzieren lässt. Es sind vor allem die riesigen, tyrannisch agierenden Konzerne, die die Wirtschaft und das soziale Leben beherrschen. Folglich kontrolliert die Machtelite die wichtigsten sozio-ökonomischen wie ideologischen Ressourcen der Gesellschaft und kann deshalb überall ihre Interessen weitgehend ungehindert durchsetzen.[6]“

    Fortsetzung unter folgendem Link:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=13260

      • @Adrian
        Ich kann ja verstehen, wenn man nur den Hauptschulabschluss hat, dass man dann zu Deiner Meinung kommt. Anstatt solch gehaltvolle Beiträge von Noam Chomsky zu lesen, solltest Du nun halt Anti-Chomsky-Lieder singen oder strick doch was Hübsches für das örtliche Winterhilfswerk. Naaa, halt irgend etwas, was Dir Spass macht und Dich nicht gleich geistig überfordert! (grins)! Kleines Scherzchen, nücht ernst nehmen bütte! 🙂

        • @Adrian

          Du scheinst Dich ja an mir abzuarbeiten wie ein Eichhörnchen an einer Kokosnuss! Neee, werde versuchen, morgen Deine Fräge zu beantworten. Jetzt muss ich mal was futtern gehn!

        • @ Chomskyy

          Da verweise ich bei der Gelegenheit doch gleich nochmal auf das interessante Interview mit dem Elitesoziologen Hans Jürgen Krysmanski, der in etwa das Gleiche sagt wie Noam Chomsky:

          http://www.heise.de/tp/artikel/31/31762/1.html

          http://www.heise.de/tp/artikel/31/31763/1.html

          „Das amerikanische Power Structure Research hat für die USA die entscheidenden Gesetzgebungsverfahren untersucht und gezeigt, wie Superreiche und Konzerne durch Fördermittel, Forschungsaufträge, Personal die wichtigsten Universitäten, Stiftungen und Denkfabriken in der Hand haben. Und von diesen Institutionen her wird „die Wirklichkeit definiert“, werden Handlungsmöglichkeiten eingegrenzt und das politische Weltbild bestimmt. Über die Elite-Universitäten, die großen Stiftungen und Think Tanks wird ein großer Teil des „Einflussgeldes“ verteilt, von dort kommen die „Experten“, die in einem Geflecht von formellen und informellen Diskussions- und Planungsgruppen Gesetzesvorlagen vorbereiten usw. Die Expertisen landen dann bei den Parteien, in Ausschüssen. Geld plätschert in die Wahlkassen der Abgeordneten und Senatoren und in die offenen Hände der Meinungsmacher. So ist relativ sichergestellt, dass nur Regelungen und Gesetze der ursprünglichen ‚Auftraggeber‘ realisiert werden (…).“

        • DIe anmaßende Narzissmus der linksintellektuellen Elite, der sich in Personen wie Chomsky manifestiert, ist immer wieder zum Lachen.
          Man spürt förmlich sein Begehren, der große, geliebte Führer einer Weltregierung zu sein, um „die Menschheit“ mit seiner Weisheit, seinem Wissen und seiner väterlichen Autorität zu beglücken.

        • @ Adrian

          „Man spürt förmlich sein Begehren, der große, geliebte Führer einer Weltregierung zu sein (…).

          Nein, der von mir geschätzte politische Denker Noam Chomsky ist Anarcho-Syndikalist. Regierungen oder Weltregierungen werden im Anarcho-Syndikalismus abgelehnt – nur Selbstregierung durch direktdemokratische und föderalistische Organisationsstrukturen wird bejaht.

        • @Adrian

          Jetzt muss ich doch noch kurz etwas sagen zu Chomsky! Morgen dann mehr!

          Lies mal bei Wikipeda-Abschnitt über die Faurisson-Affäre:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Noam_Chomsky#Faurisson-Kontroverse

          Wer sich so für Redefreiheit einsetzt, und zwar für Sachen, die völlig konträr zu seiner eigenen Meinung stehen, kann kaum ein Totalitärer sein.

          Und dann lies doch bitte mal den folgenden Artikel in Le Monde Diplomatique:

          „NOAM CHOMSKY UND SEINE FRANZÖSISCHEN GEGNER
          Ein Intellektueller unter Generalverdacht
          DIE intellektuellen Debatten in Frankreich stoßen im Ausland oft auf Unverständnis: aus dem Zusammenhang gerissene Sätze, gezielte Beleidigungen, billige Polemiken, Fernsehintellektuelle, die stets auf das allzu schnelle Wort setzen. Das bekommt auch der US-amerikanische Intellektuelle Noam Chomsky zu spüren, der in Frankreich wiederholt in die Schusslinie geraten ist. Die Angriffe gegen ihn fallen so heftig und unnachgiebig aus, weil Chomsky seine politisch zugespitzten Positionen regelmäßig mit dem hehren Argument unterfüttert, dass die Menschenrechte unteilbar sind. Wir veröffentlichen hier die gekürzte Fassung des Vorworts zu seiner Textsammlung „Der Krieg als Außenpolitik der Vereinigten Staaten“, die vor kurzem in Frankreich erschienen ist.“

          Fortsetzung unter folgendem Link!

          http://www.monde-diplomatique.de/pm/2001/04/12/a0062.text.name,askegsZwy.n,7

          Aus meiner Sicht das Paradebeispiel von einem politisch Liberalen und einer, der vollständig fern von einem Lagerdenken und Totalitarismus ist.

        • @ Adrian

          „Er redet wie ein typischer Totalitärer. Aber dazu muss Anarcho-Syndikalismus letzendlich ja auch führen.“

          Da bin ich bekanntlich anderer Meinung als du.

          Noam Chomsky ist übrigens sogar Mitglied der direktdemokratisch organisierten syndikalistischen Basisgewerkschaft IWW.
          Von allen linken Organisationen in den USA hat sich dieser „narzisstische“ und „totalitäre“ Mensch ausgerechnet diejenige ausgesucht, in der Macht am strengsten kontrolliert wird.

        • @ Chomsky
          Wenn man in einem liberaldemokratischen, kapitalistischen Land lebt, kostet es einen auch nicht viel, für die Meinungsfreiheit zu sein.
          Eine aufzubauende klassenlose Gesellschaft kann sich Meinungsfreiheit dagen kaum erlauben.

          „Da bin ich bekanntlich anderer Meinung als du.“

          Dann würde ich gerne wissen, wie Deiner Meinung nach die Ziele des A.-Synikalismus nicht totalitär enden können.

        • @ Adrian

          „Dann würde ich gerne wissen, wie Deiner Meinung nach die Ziele des A.-Synikalismus nicht totalitär enden können.“

          Weil politische und ökonomische Machtpositionen im Anarcho-Syndikalismus einem imperativen Mandat unterliegen und dadurch die Verselbständigung von Macht maximal erschwert wird.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Imperatives_Mandat

          „Ein imperatives Mandat ist ein Mandat, bei dem ein Abgeordneter an inhaltliche Vorgaben der von ihm Vertretenen gebunden ist. Damit kann sowohl der Bindungszwang von Delegierten an ihn entsendende Partei-Vereinsgliederungen, als auch der des Abgeordneten an den direkten Willen des wählenden Bürgers gemeint sein. Folgt er nicht der Linie der ihn entsendenden Organisationsgliederung oder dem Wählerwillen, kann er abgesetzt werden.“

        • @ chomskyy

          Chomsky ist ALS PERSON viel glaubwürdiger als etwa Kysmanski, der bis zur Halskraus mit Totalitären verfilzt ist.

          Das sagt aber noch nichts darüber aus, warum das so ist.

          Chomsky ist in der Tat Radikalopposition in den USA, d.h., er hat wirklich nicht viel Macht.

          Er ist ein Beobachter.

          Beobachtern fällt es leicht, saubere Hände zu behalten.

          Die macht man sich erst schmutzig, wenn man Macht hat, Dinge entscheiden/ordnen muss.

          Das ärgert mich an intellektuellen Bessermenschen, auch an Chomsky: Sie sitzen auf der Galerie und rufen „Buh“ zu denen auf der Bühne herunter, die ihnen etwas vorhampeln, fühlen sich dabei moralisch überlegen, ohne in Gefahr zu geraten, es besser machen zu müssen.

          Wenn sie wenigstens mit kleinen Modellversuchen begännen, die über Jahrzehnte laufen ließen, um ihre schönen kritischen Theorien zu erproben.

          BEVOR sie zu den großen Lösungen schreiten, die regelmäßig im größtmöglichen Desaster endeten.

        • @ Leszek
          Die Frage ist nich, ob es ein imperatives Mandat gibt, sondern wofür dieses Mandat überhaupt und zu welchen Zweck überantwortet wird.

          Was sind denn politische und ökonomische Machtpositionen?
          Ist Alice Schwarzer ohne Mandat nicht im gewissen Sinne mächtiger, als Angela Merkel mit Mandat?
          Ist Mark Zuckerberg in einer ökonomische Machtposition? Und ist diese überhaupt bedenklich?

          Das alles klingt mir zu sehr nach Basisdemokratie. Und die ist schon sehr bedenklich, weil sie letzendlich keine Privatsphäre mehr kennt und keinen Bereich, der nicht politisiert werden kann.

        • Laß es Adrian,

          schreib das nächste Mal einfach, akademisches Gewäsch ist einfältig. Geht mir genauso wie dir, obwohl ich kein sündiger Homo bin.

          Ich kriege auch immer die Krätze, wenn ich diesen Müll lese. Leider sind Chomsky und Leszek Jünger dieser Leute.

          Diese ganzen lächerlichen Konstruktionen wie „das Kapital findet es toll, wenn die Leute sich möglichst viel bekriegen und konfligieren“.

          Also Leszek, alter Kumpel,

          laß diesen Müll sein. Da kannst du auch Feminist werden. Die glauben auch an Verschwörungstheorien. Und manche von denen sind ja auch schön marxistisch drauf.

        • @ Chomskyy

          Ich habe den Artikel über Noam Chomsky, den du verlinkt hast,

          http://www.nachdenkseiten.de/?p=13260

          gerade vollständig gelesen. Ein wirklich ganz ausgezeichneter Artikel – einschließlich einer treffenden Kritik von Noam Chomsky am akademischen Narzissmus im Intellektuellen-Milieu – danke für die Verlinkung.

          (Und ich bezweifle, dass irgendeiner der Personen, die hier als Chomsky-Kritiker auftreten, den Artikel überhaupt gelesen haben.)

        • @ Chomsky-Groupies

          Chomsky ernst zu nehmen, zeugt von dadaeskem Humor…Menschen, die Chomsky als pseudointellektuellen verschwörungstheoretischen frugalklassenkämpfenden Schwafelonkel nicht so mögen, mangelnde Bildung zu unterstellen, finde ich dahingegen arg projektiv!

          Chomsky forver!!!!

          lol

        • @Alexander

          Du schreibst:

          Das ärgert mich an intellektuellen Bessermenschen, auch an Chomsky: Sie sitzen auf der Galerie und rufen “Buh” zu denen auf der Bühne herunter, die ihnen etwas vorhampeln, fühlen sich dabei moralisch überlegen, ohne in Gefahr zu geraten, es besser machen zu müssen.

          Kommentar:

          Ich hatte bei Chomsky nie wahnsinnig das Gefühl, dass er die Moralkeule auspackt im Gegensatz ev. zu Jean Ziegler. Chomskys Vorgehensweise ist in etwa so: Er schaut, welche moralischen/ideologischen Ansprüche, insbesondere in den USA, die Regierungen postulieren und schaut dann, ob sich das Handeln mit den postulierten moralischen/ideologischen Ansprüchen deckt. Seine Vorgehensweise ist analytisch reflexiv und die Methode ist vielfach der Vergleich (comparative politics). Er postuliert für sich also keine übergeordnete moralische Instanz, sondern er betreibt eigentlich das, was die vergleichende Politikwissenschaft auch macht, jedoch insbesondere auf der Ebene der Ideologien und den moralischen Ansprüchen (ist der Diskurs und das Handeln kongruent).

          Aber es ist natürlich schon so: Die Literaturkritiker, die Literatur kritisieren, schreiben ja vielfach keine Literatur, sondern kritisieren und reflektieren immer. Und bei der Politik und ihren Kritiker ist es ähnlich. Nun hat Chomsky tatsächlich kein umfassendes politisches oder politökonomisches Modell vorgeschlagen, wie man es besser machen könnte. Man weiss in etwa, wo seine Präferenzen liegen: direkte Demokratie, Wirtschaftsdemokratie etc., aber diesbezüglich kenne ich keine umfassend ausgearbeitetes Modell von ihm. Und klar: In einem politischen Amt war er auch nie: ev. weil er kein Interesse hatte oder dachte, in dem vorherrschenden politischen System kann er ehh nix bewirken?

          Du hast somit sicherlich Recht mit Deiner Kritik, insbesondere, dass er kein umfassendes politisches oder politökonomisches Modell ausgearbeitet hat und dies ev. auch in die Praxis umgesetzt hat. Aber wenn man mal ein Modell ausgearbeitet hat, ist die Umsetzung in die Praxis auch nicht so einfach, weil die Bevölkerung müsste ja dann ein solches Modell auch noch gut finden und damit einverstanden sein, ein neues Modell umzusetzen.

          Auf der anderen Seite: Wenn es eben nicht möglich ist, ein Modell umzusetzen, dann sollte doch immerhin die Analyse und Reflexion der herrschenden Politik gestattet sein, das ist ja u.a. auch das Kerngeschäft der Politikwissenschaft.

        • Roslin schrieb:

          „Das ärgert mich an intellektuellen Bessermenschen, auch an Chomsky: Sie sitzen auf der Galerie und rufen “Buh” zu denen auf der Bühne herunter, die ihnen etwas vorhampeln, fühlen sich dabei moralisch überlegen, ohne in Gefahr zu geraten, es besser machen zu müssen.“

          Chomsky schrieb:

          „Du hast somit sicherlich Recht mit Deiner Kritik (…).“

          Nein, diese Kritik geht meinem Eindruck nach von einem mangelnden Verständnis der weltanschaulichen Hintergründe für das Verhalten von Noam Chomsky aus.
          Noam Chomsky vertritt zu diesem Thema eine typische klassisch libertär-sozialistische Position – und die geht davon aus, dass Macht grundsätzlich massive korrumpierende Wirkung auf Menschen hat. Libertäre Sozialisten glauben nicht, dass sie bei Zugang zu demkokratisch nicht ausreichend kontrollierten Machtpositionen von der Korruption durch Macht verschont blieben. Sie halten sich keineswegs für die besseren Menschen.

          Ein klassisch libertär-sozialistischer Spruch lautetete, dass wenn man einen Revolutionär auf den Thron von Russland setzen würde, er innerhalb eines Jahres schlimmer als der Zar werden würde (hier quasi Stalin prophetisch vorwegnehmend).
          U.a. deshalb wird das Anstreben von Machtpositionen, die nicht direktdemokratisch kontrolliert sind bzw. einem imperativen Mandat unterliegen, im libertären Sozialismus grundsätzlich abgelehnt.

          In die Terminologie der Evolutionäre Psychologie übersetzt, könnte man sagen, dass libertäre Sozialisten davon ausgehen, dass es evolutionär-psychologische Mechanismen gibt, die bei Menschen beim Erlangen einer Machtposition automatisch anspringen und die dafür sorgen, dass ein Mensch diese Macht nicht mehr abgeben will, sie möglichst ausbauen möchte, sich den Verpflichtungen den anderen Menschen gegenüber entfremden wird und die Macht zu seinem eigenen Vorteil nutzten wird. (Seltene Individuen, die hier als Ausnahmen die Regel bestätigen und sich nicht korrumpieren lassen, mag es geben, aber darauf kann man nicht bauen.)

          Das ist auch der Grund, warum Noam Chomsky immer wieder und wieder betont hat, die Herrschenden seien aus seiner Perspektive keineswegs „böse Menschen“ – sie haben nur einfach die Macht und diese übt entsprechende Wirkungen aus. Und würden statt der heutigen Herrschenden auf einmal die überzeugtesten libertären Sozialisten in den gleichen nicht ausreichend demokratisch kontrollierten politischen und ökonomischen Machtpositionenen sitzen – dann wären sie in kürzester Zeit genauso. Der Sozialisationsdruck hierarchischer Strukturen in Verbindung mit den evolutionär-psychologischen Mechanismen im Menschen, welche Machtmißbrauch begünstigen, bringt immer die gleichen Wirkungen hervor und keine noch so „gute Gesinnung“ vermag davor zu schützen.

          Vor diesem Hintergrund muss Noam Chomskys Weigerung „sich die Hände schmutzig zu machen“ und nur direktdemokratische Organisationsformen gelten zu lassen, gesehen werden.
          Die Einstellung lautet eben nicht: „Wenn ich an der Macht wäre, würde ich es besser machen“ sondern „Die Macht korrumpiert uns alle gleich, also lasst sie uns streng kontrollieren“.

        • Korrektur:

          Vor diesem Hintergrund muss Noam Chomskys Weigerung “sich die Hände schmutzig zu machen” UND SEINE AUFFASSUNG nur direktdemokratische Organisationsformen gelten zu lassen, gesehen werden.

        • Wenn sie wenigstens mit kleinen Modellversuchen begännen, die über Jahrzehnte laufen ließen, um ihre schönen kritischen Theorien zu erproben.

          Ach Meister, immer wenn Du „links“ hörst, setzt Dein Denkapparat aus. Warum folgst Du nicht Deinen eigenen (untauglichen) Empfehlungen und schaffst Dir Deine feminismusfreie Gesellschaft, anstatt „Buuuh“ zu rufen?

        • @ Peter

          *Warum folgst Du nicht Deinen eigenen (untauglichen) Empfehlungen und schaffst Dir Deine feminismusfreie Gesellschaft, anstatt “Buuuh” zu rufen?*

          Das habe ich doch längst getan: meine eigene, kleine, weitgehend feminismusfreie Welt erschaffen.

          Bedarf natürlich gewisser Schutzmaßnahmen, bedingt gewisse Einschränkungen (keine Kinder, keine Heirat, innere Emigration, Engagement mit halber Kraft für Staat und Gesellschaft > nur tun, was unbedingt nötig, um nicht zum Gesetzesbrecher zu werden).

          Aber mein Gott: ALLES HAT SEINEN PREIS.

          Mein Verstand, denke ich, setzt keineswegs aus, wenn ich Linke darauf hinweise, dass ihr freudomarxistisches Geschwafel in der Realität nicht hält, was es seit Jahrzehnten verspricht.

          Es scheitert an der menschlichen Natur.

          Gnothi seauthon!

          Uralt der Spruch.

          Aber der Mensch ist auch nicht neu und wird so schnell, trotz allem freudomarxistischen Gehampels, nicht neu werden.

          Deshalb sollte man ihn (und sich) kennen lernen.

        • Ich möchte an dieser Stelle mal den Advocatus diaboli spielen:
          Da wird die Einflußnahme der „reichen und mächtigen“ und der „konzerne“ auf Gesetzgebund und Politik kritisiert.

          Aer ist es denn nicht so, daß diese „Mächtigen“ im Kapitalismus durch die Fähigkeiten wirtschaftlich besonders erfolgreich zu handeln in diese Positionen gekommen sind? Wenn das so ist, dann haben diese, indem sie ihren Reichtum schufen auch erheblichen gesellschaftlichen Reichtum geschaffen.

          Ist es denn dan nicht eigentlich wünschenswert, wenn genau diese – an Ihren Taten und Resultaten sollt ihr sie messen – Erfolgreichen, die Gesellschaft entsprechend gestalten?

    • Ist Jean Ziegler kein Intellektueller?

      Oder keiner der Machtelite?

      Oder einer, der einer Fraktion der Machtelite dient?

      Oder der einer ohnmächtigen Elite im Wartestand, die gerne Machtelite werden würde.

      Eines ist er ganz gewiss: ein Priester, der predigt und davon gut lebt.

      Wie’s sein soll.

      • Eine Frage habe ich noch gar nicht gestellt:

        Brauchen Intellektuelle Intellekt?

        Wenn ja, wieviel davon?

        Ist Sibylle Berg eine Intellektuelle oder eine Frustzicke?

        • „Brauchen Intellektuelle Intellekt?“

          Dazu sagte Noam Chomsky mal:

          „Ein Intellektueller zu sein, ist eine Berufung für jedermann: es bedeutet, den eigenen Verstand zu gebrauchen, um Angelegenheiten voranzubringen, die für die Menschheit wichtig sind. Einige Leute sind privilegiert, mächtig und gewöhnlich konformistisch genug, um ihren Weg in die Öffentlichkeit zu nehmen. Das macht sie keineswegs intellektueller als einen Taxifahrer, der zufällig über die gleichen Dinge nachdenkt und das möglicherweise klüger und weniger oberflächlich als sie. Denn das ist eine Frage der Macht.“

        • @ Roslin

          Im Jahr 2013 ist die ehemals notwendige Assoziation zwischen Intelligenz und Intellektuellenstatus schon lange aufgelöst…wobei die prinzipiell mögliche Assoziation von Intelligenz mit Dummheit schon immer bestand.

          Ich verfolge die mediale Entwicklung der grenzlinierenden Frau Berg seit Jahren mit Interesse…ihre Diktion nähert sich bedenklich ihrer Morphe…die Sublimierung ihres Überdrusses an sich und der Welt gelingt immer schlechter…die Texte wirken eigenartig getrieben…so wie zwischen zwei selbst induzierten Emesis-Sessions…bald geht es ihr so wie dem Suppenkaspar….

        • @ Leszek

          Mein Idol Chomsky hat manchmal Geistesblitze, verwechselt dabei aber leider meist die Akteure.

          Das autoerotisch konformistische Potential verortet er bei den „Mächtigen“…die er aber nicht in der gefühlt linken saprophytären Kaste der meinungselitären staatsknabbernden Hofnarren mit Hochschulabschluß sieht, sondern in irgendwelchen Lakaien des „Macht-Systems“…. also Kapital…Militär…industrieller Komplex…piechenpachenpöchen…ach ja..und die Juden natürlich, die Chomsky als sekularisierter jüdischer Linker gar nicht leiden kann:

          „…By now Jews in the US are the most privileged and influential part of the population. You find occasional instances of anti-Semitism but they are marginal. There’s plenty of racism, but it’s directed against Blacks, Latinos, Arabs are targets of enormous racism, and those problems are real. Anti-Semitism is no longer a problem, fortunately. It’s raised, but it’s raised because privileged people want to make sure they have total control, not just 98% control. That’s why anti-Semitism is becoming an issue. Not because of the threat of anti-Semitism; they want to make sure there’s no critical look at the policies the US (and they themselves) support in the Middle East.“

          http://www.variant.org.uk/16texts/Chomsky.html

        • @ratloser

          Du schreibst:

          ach ja..und die Juden natürlich, die Chomsky als sekularisierter jüdischer Linker gar nicht leiden kann:

          Kommentar:

          M.E. sollte man Chomskys Argumentation über Juden oder Israel immer im Kontext des Konflikts im Nahen Osten (insbesondere Israel-Palästina) lesen. M.E. nimmt er in etwa die Position hier ein, wie dies viele andere jüdische Dissidenten in Israel auch machen: also Leute wie Uri Avnery oder Gideon Levy und viele andere prominente oder weniger prominete jüdische Dissidenten in Israel und ausserhalb Israels.

          Publiziert werden diese Stimmen im deutschsprachigen Raum vielfach auf dem Palästina-Portal:

          http://www.palaestina-portal.eu/

          und früher vielfach auf zmag/znet:

          http://www.zmag.de/

      • @Alexander

        Zu Jean Ziegler! Ich habe einige Bücher von ihm. Was mir bei Jean Ziegler nicht gefällt, ist die Paarung von Analyse (Argumentation plus ab und an Empirie) mit viel, viel Polemik und Populismus (linker Populismus). Aber was er über die Ursachen des Hungers erzählt, wäre nun auch eine empirische Frage: Sind seine Analysen richtig oder nicht. Ist der Hunger auf der Welt und die Hungertoten kein Problem der Knappheit, sondern ein Problem der Umverteilung oder eben ungerechten Verteilung? Mein subjektiver Eindruck: Es ist heute kein Problem der Knappheit, sondern eines der Umverteilung/ungerechten Verteilung.

        Ziegler sagt von sich selbst, er sei eine sehr privilegierte Person (viel kulturelles Kapital, in einem reichen Land aufgewachsen, langjähriges Mitglieder der nationalen Legislative, Universitätsprofessor, UNO-Sonderberichterstatter etc.).
        Aber, was heisst hier, dass er gut lebt? Er hat ca. 6 Mio CHF Schulden und zwar verursacht durch Prozesse, weil er Dinge gesagt hat, die man offenbar nicht aussprechen darf. (z.B. in seinem Buch „Die Schweiz wäscht weißer. die Finanzdrehscheibe des internationalen verbrechens,“).

        Und ökonomisch lebt er somit von seinem politischen Engagement sicherlich nicht gut (sondern das Gegenteil ist der Fall: durch sein politisches Engagement hat er sich Schulden eingehandelt). Profitiert hat er höchsten durch das symbolische Kapital (Prestige, Reputation, Renommee etc.).

        Welcher Fraktion der Machtelite sollte er denn dienen? Und zuerst müsste ja wohl mal genau definiert werden, was Du unter Machtelite verstehst.

        Ich finde, man darf/kann/soll Ziegler sicherlich auch kritisch sehen, aber eben, man müsste dann seine Aussagen auf empirische Evidenz und Logik prüfen, weil Polemik hilft hier auch nicht viel weiter.

  5. Dann müsste man ja nur noch klären, welche Angelegenheiten für die Menschheit wichtig sind.

    Wenn es denn die Menschheit gäbe.

    Und wie man die voranbringt, wenn man sich dennd darüber einigen kann, wo vorne überhaupt ist.

    Auch das ist eine Frage der Macht, konkurrierender Mächte.

    Weshalb man gerade bei durch und duch politisierten Wissenschaften wie der Soziologie, angeben sollte, welcher Machtelite/-struktur im Wartestand die kritischen Kritiker dienen.

    Damit man weiß, welches Übel gegenwelches Übel konkurriert.

    Womit noch nicht gesagt ist, welches von beiden Übeln das geringere ist.

    Für den von Dir zitierten Kzysmanski bedeutet das:

    *Von 1976 bis 1991 war er Mitglied des Präsidiums des Weltfriedensrats und des Steering Committee der World Federation of Scientific Workers. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Attac sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seine Forschungsgebiete sind: Wissenschaftssoziologie. Klassenanalyse, Friedens- und Konfliktforschung, Mediensoziologie und Power Structure Research. Er ist Autor mehrerer TV-Programme (Spiegel TV, NDR) mit dem Versuch, soziologische Kompetenz in die mediale Verarbeitung politischer Themen einzubringen. Von 1996 bis 2001 koordinierte er European Popular Science (EPS), ein Forschungsprojekt der Europäischen Kommission.[1]*

    Hier kritisiert ein linker Ideologe rechte Ideologen, die an der Macht sind, die dort sind, wohin er möchte, dorthin, wo seine Genossen (Weltfriedensrat, Rosa-Luxemburg-Stiftung) schon mal waren.

    Als seine Genossen an der Macht waren, jenseits der Elbe, hat er die kritisiert?

      • @ Roslin

        „Hier kritisiert ein linker Ideologe rechte Ideologen.“

        Eigentlich analysiert und kritisiert er nicht so sehr bestimmte Ideologen, sondern die herrschenden Kreise in Politik und Wirtschaft und die Art und Weise, wie deren Netzwerke funktionieren aus elitesoziologischer Perspektive.

        „Als seine Genossen an der Macht waren, jenseits der Elbe, hat er die kritisiert?“

        Das wüsste ich auch gerne. Ich interessiere mich für seine elitesoziologischen Analysen, weil diese in der Regel weitgehend mit denen von Noam Chomsky übereinstimmen, aber oft systematischer und soziologisch besser fundiert sind. Über Krysmanskis frühere Veröffentlichungen weiß ich zu wenig.

        Ausgehend von seinen aktuellen Veröffentlichungen scheinen seine Sympathien heute nicht mehr beim orthodoxen Marxismus, sondern bei den marxistischen Strömungen des Operaismus/Postoperaismus zu liegen. Diese werden von Krysmanki jedenfalls mehrfach positiv hervorgehoben.
        Dabei handelt es sich um libertär-marxistische Strömungen, die ziemlich anarchismusnah, also direktdemokratisch ausgerichtet sind. Das Problem des Operaismus/Postoperaismus ist nicht eine Neigung zum Totalitären, sondern tendenziell eher ein Fallen ins andere Extrem – eine Neigung zur Organisationsfeindlichkeit und eine etwas unrealistische Betonung der reinen Spontanität.

        Jedenfalls, auch wenn Krysmankis frühere Kontakte zu orthodox-marxistischen Kreisen ihn persönlich wenig sympathisch erscheinen lassen: Aus elitesoziologischer Perspektive halte ich seine Analysen für wichtig, wenn man die gegenwärtigen globalen Herrschaftsstrukturen besser verstehen will.

        Ich muss ja schließlich nicht eine marxistische politische Weltsicht haben, um seine soziologischen Analysen brauchbar zu finden. Ich lese ja schließlich auch konservative Denker – wenn es sich um Denker von Rang handelt – und bin an deren Teilwahrheiten interessiert, werde aber deshalb trotzdem nicht zum Konservativen.

    • @ miria

      Das riecht nach kontrarituellem Aufbegehren…wer die narzistische Selbstaufladung durch Anpupsen gegen imaginierte „Rechte“ (und gern auch „Rechte“) stört, wird zu zwangsweisem Anschaun des „kulturmagazins“ nicht unter 15 Sendungen bestraft…das ist Dir hoffentlich klar?!

      😉

  6. @Christian

    Könnte es sein, dass ein Posting von mir heute Morgen noch im Spam-Filter hangen geblieben ist? Oder ist das wohl ins virtuelle Nirvana entschwunden?

  7. Hallo, ich weiss nicht ob das richtig ist hier so eine ‚Anfrage‘ zu versenden, ich les den Blog nun schon seit mehreren Monaten, und ich wollte fragen ob du vielleicht noch mehr Artikel / Studien hier aushängen kannst über die erschreckende überzahl männlicher Suizidenten.
    Danke

  8. Habe mir heute folgendes Buch bestellt:

    Jens-Martin Eriksen and Frederik Stjernfelt – The Democratic Contradictions of Multiculturalism

    http://www.amazon.com/exec/obidos/ASIN/0914386468/manhattaninstitu/

    Neben H. E. Babers “The Multicultural Mystique: The Liberal Case Against Diversity” ist dieses Buch eines der wichtigsten Werke linker Multikulturalismuskritik. Während es von H.E. Baber leider zur Zeit keine auf deutsch übersetzten Texte zu geben scheint, existieren von Jens-Martin Eriksen and Frederik Stjernfelt einige Artikel und Interviews auf deutsch, die größtenteils sehr lesenswert sind:

    Eine grobe Zusammenfassung ihrer Sichtweise geben die beiden Autoren in diesem Artikel:

    Kultur als politische Ideologie

    http://www.perlentaucher.de/essay/kultur-als-politische-ideologie.html

    Ein m.E. wirklich großartiger Artikel, in dem sowohl der linke kulturrelativistische Multikulturalismus als auch die kulturrelativistischen Ideologien der Neuen Rechten aus einer traditionell-linken, d.h. universalistisch-ethischen Perspektive analysiert und kritisiert werden. Auch die Gemeinsamkeiten und der anti-emanzipatorische Charakter der kulturrelativistischen Ideologien von links und rechts wird herausgearbeitet sowie darauf verwiesen, dass von multikulturalistischer Identitätspolitik nur reaktionären Kräfte profitieren und der herrschenden Kapitalistenklasse damit in die Hände gespielt wird.

    (Nur der zu negativen Beurteilung des Begriffs „Islamophobie“ durch die beiden Autoren vermag ich nicht zuzustimmen, denn irrationale, feindselige und dämonisierende Einstellungen gegenüber Muslimen sind insbesondere in der rechten essentialistischen „Islam-Kritik“ nun mal tatsächlich verbreitet und daher muss es m.E. Begriffe geben, mit denen dies benannt und kritisiert werden kann.)

    Des Weiteren findet sich hier ein interessantes Interview mit Jens-Martin Eriksen und Frederik Stjernfelt, in dem sie ihre Ansichten zum Thema kurz darstellen:

    http://jungle-world.com/artikel/2010/48/42203.html

    In einem weiteren Text gehen die beiden Autoren auf einige der wesentlichen Unterschiede zwischen linker und rechter Multikulturalismuskritik ein. In dem Artikel „Breiviks Traum“ analysieren sie die auf der rechten Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie beruhende Ideologie des Massenmörders Breivik und zeigen, dass dessen Weltsicht ihre Wurzeln in der Gegenaufklärung hat und in ihren ideologischen Grundlagen der Weltsicht des Islamischen Fundamentalismus in vielerlei Hinsicht ähnelt:

    http://jungle-world.com/artikel/2012/35/46146.html

    Wer an einer differenzierten Multikulturalismuskritik aus universalistisch-ethischer Perspektive interessiert ist, die nicht fremdenfeindlich oder rassistisch ist und der es auch nicht um die Bewahrung einer essentialistisch verstandenen „westlichen Zivilisation“ geht, sondern um Menschenrechte, Demokratie und individuelle Freiheitsrechte für alle Menschen, der wird bei den beiden Autoren m.E. viel Interessantes und Anregendes finden.

  9. Heute gehört und für gut befunden:

    Andi trifft sich im Cafe Multi-Kulti mit seinen Freunden- einem kommunistischen Chefredakteur, einem Professor für Postmodernistik und einer Vorsitzenden der Ökujugend

  10. Das Feindbild der PC-Fanatiker vom bösen „weißen, heterosexuellen Mann“ funktioniert bekanntlich ähnlich wie der klassische Antisemitismus.
    Heißt es im klassischen Antisemitismus „Die Juden haben alle Macht und sind an allem schuld“, so heißt es bei den PC-Fanatikern „Die weißen, heterosexuellen Männer haben alle Macht und sind an allem schuld“.

    Wie ich gerade feststelle, hat es die dümmliche politisch korrekte Phrase vom „weißen, heterosexuellen Mann“ nun tatsächlich sogar in die Rockmusik geschafft.

    Auf dem aktuellen Album der Band Tocotronic findet sich das Stück „Exil“.

    http://www.songtextemania.com/exil_songtext_tocotronic.html

    Der Songtext geht so:

    Exil vom Malestream
    Stimmbruch im Splitscreen
    Bis die keusche Königin vor Neid zerspringt
    Exil im Mahlstrom
    Pauschal nach Sodom
    In der Situation die mich verschlingt
    Sieh mich an
    Ich bin ein bleicher Mann der tanzt
    Ich bin anders als die Anderen
    Exil im Argwohn
    Vom Hass als Symptom
    In der Fächerposition die mich bezwingt
    Sieh mich an
    Ich bin ein bleicher Mann der tanzt
    Ich bin anders als die Anderen
    Ich habe mich inwendig verrannt
    Ich bin anders als die Anderen
    Ich bin krank
    Ich bin ein weißer heterosexueller Mann
    Du kannst mich abschieben wenn du willst

    Das ist wohl leider nicht kritisch gegenüber der Political Correctness gemeint, sondern soll wohl „patriarchatskritisch“ gemeint sein, wie ich einem Interview mit der Band entnehme:

    Interviewer: „Immerhin richten Sie sich in „Exil“ mit Lyrics wie „Ich bin krank/ich bin ein weißer heterosexueller Mann/du kannst mich abschieben“ gegen gängige patriarchale Strukturen.“

    Tocotronic: „Das war eine Idee, weil die allermeisten Narrationen in der Literatur, aber auch in der Rockmusik von der Perspektive des weißen, heterosexuellen Mannes ausgegeben werden und Leute, die das nicht sind, immer in einer Art Exil leben müssen. In dem Song wollte ich das umdrehen.“

    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:26yUO5uN0VcJ:www.abendblatt.de/kultur-live/musik/article113097178/Tocotronic-Mit-Zweifeln-und-Zaudern-zum-Erfolg.html+&cd=15&hl=de&ct=clnk&gl=de

    Schade. Da haben sich mal wieder Leute zu nützlichen Idioten der herrschenden Kapitalistenklasse gemacht. Das Feindbild vom „weißen, heterosexuellen Mann“ erfüllt für die herrschende Kapitalistenklasse die Funktionen, einerseits von Kapitalismuskritik und Klassenkampf abzulenken, indem eine bestimmte Menschengruppe zum Universalsündenbock erklärt wird, andererseits Widerstandpotentiale gegen den Ausbau des Neoliberalismus zu spalten.

    Die Analyse, Kritik und Dekonstruktion des politisch korrekten Feindbildes vom „weißen, heterosexuellen Mann“ sollte daher als eine zentrale Aufgabe zeitgenössischer linker Theoriebildung begriffen werden.

    • @ Leszek

      *Heißt es im klassischen Antisemitismus „Die Juden haben alle Macht und sind an allem schuld“, so heißt es bei den PC-Fanatikern „Die weißen, heterosexuellen Männer haben alle Macht und sind an allem schuld“.

      Da haben sich mal wieder Leute zu nützlichen Idioten der herrschenden Kapitalistenklasse gemacht. Das Feindbild vom „weißen, heterosexuellen Mann“ erfüllt für die herrschende Kapitalistenklasse die Funktionen, einerseits von Kapitalismuskritik und Klassenkampf abzulenken, indem eine bestimmte Menschengruppe zum Universalsündenbock erklärt wird, andererseits Widerstandpotentiale gegen den Ausbau des Neoliberalismus zu spalten.*

      Und die „herrschende Kapitalistenklasse“ ist kein Feindbild wie „die Juden“ oder „der weiße, heterosexuelle Mann“, kein Universalsündenbock?

      • @ Roslin

        „Und die “herrschende Kapitalistenklasse” ist kein Feindbild wie “die Juden” oder “der weiße, heterosexuelle Mann”, kein Universalsündenbock?“

        Im klassisch marxistischen und anarchistischen Verständnis nein.

        Das habe ich ja versucht weiter oben ein bißchen zu erklären.
        Im klassisch sozialistischen Denken wird davon ausgegangen, dass Kapitalisten so handeln, wie sie handeln, weil sie unter dem Sozialisationsdruck bestimmter soziologischer Strukturen stehen und nicht, weil sie „böse“ wären.
        Im anarchistischen Denken wurde diese Sichtweise sogar auf alle strukturell-soziologischen Machtpositionen ausgedehnt (nicht nur ökonomische, auch politische.)

        Die herrschende Klasse könnte durch eine Gruppe überzeugter Revolutionäre ausgetauscht werden – und nichts würde sich
        ändern, nichts würde besser werden.

        Weil das Zusammenwirken bestimmter evolutionär-psychologischer Mechanismen, welche Menschen zum Machtmißbrauch disponieren mit dem Sozialisationsdruck hierarchischer soziologischer Strukturen als entscheidend für das Handeln angesehen wird – und nicht die „gute“ Gesinnung oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, egal welcher – besteht in dieser Sichtweise ein großer Unterschied zu den genannten typischen Sündenbockideologien.

        Im marxistischen und anarchistischen Denken sind in letzter Instanz nicht die Kapitalisten schuld – sondern die soziologischen Strukturen, welche der herrschenden Klasse ihren Platz zuweisen. Diese soziologischen Strukturen gilt es abzuschaffen – und nicht irgendeine Menschengruppe zu dämonisieren.

        Während des spanischen Bürgerkriegs konnten im anarchistisch verwalteten Teil Spaniens viele ehemalige Kapitalisten nach der Kollektivierung der Betriebe als gleichberechtigte Mitglieder des selbstverwalteten Arbeiterkollektivs in den Betrieben mitarbeiten.
        Man hat ihnen nur ihre Machtposition genommen – als Menschen waren sie willkommen.

  11. @Leszek

    „Das Feindbild vom „weißen, heterosexuellen Mann“ erfüllt für die herrschende Kapitalistenklasse die Funktionen, einerseits von Kapitalismuskritik und Klassenkampf abzulenken (…)“

    Es ist schon sehr auffällig, dass auf feministischen Blogs nie die Produktionsverhältnisse eines Konzerns kritisiert werden, sondern immer nur Werbung/Marketing, als wäre es nicht das Problem, dass bspw. bei OTTO das komische „in Mathe bin ich nur Deko“ vermutlich unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produziert wurde, sondern dass dieses „Sexismus (re)produziert“- die Mädels wissen schon ganz genau wo ihre Prioritäten liegen.

    Aber mal was anderes. Hast du schon Bassam Tibis „Europa ohne Identität“ gelesen und wenn ja, was hälst du davon?

    • @ Zara

      „Aber mal was anderes. Hast du schon Bassam Tibis “Europa ohne Identität” gelesen und wenn ja, was hälst du davon?“

      Ich habe es mir gekauft, aber bin noch nicht zum Lesen gekommen. (Bin leider gerade etwas überlastet mit Büchern.)
      Sobald ich es gelesen habe, sage ich dir Bescheid, wie ich es fand.

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