Selbermach Samstag XXII

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

60 Gedanken zu “Selbermach Samstag XXII

  1. Noch ein Linktipp:

    In Schoppes Blog finden sich durchgängig interessante Artikel, zB dieser zur Situation von Jungs in der Schule

    http://man-tau.blogspot.de/2013/03/warum-jungen-in-der-schule-keine-manner.html

    Tatsächlich drückt sich in diesem Argument also ein simples dichotomisches Weltbild aus: die Überzeugung, in einem Kampf des Guten gegen das Böse zu stehen, in dem es regelrecht fatal wäre, dem Gegner – den Frauenfeinden – auch nur einen Zoll Bodens zu schenken. Als ob es Menschen, die sich um eine Benachteiligung von Jungen Sorgen machen, ganz gewiss nur um die Frauen und keineswegs tatsächlich um die Jungen gehen könnte – die eigene Fixiertheit auf den Geschlechterkampf wird flugs denjenigen untergeschoben, die abweichende Positionen vertreten.

    • die eigene Fixiertheit auf den Geschlechterkampf wird flugs denjenigen untergeschoben, die abweichende Positionen vertreten.

      Und der eigene Sexismus wird ebenso denjenigen untergeschoben, die abweichende Positionen vertreten. Es ist paradox: Die überzeugtesten Sexisten werden nicht müde, allen anderen Sexismus vorzuwerfen.Resultat des Definitionsmachtkonzepts ist offensichtlich die totale Ignoranz und Verblödung.

      • Resultat des Definitionsmachtkonzepts ist offensichtlich die totale Ignoranz und Verblödung.

        Halte ich eher für die Voraussetzung. Ich kann mir das Definitionsmachtkonzept noch so oft durchlesen, es ist und bleibt Grütze.

        In unserem Rechtssystem gibt es m.E. diverse Dinge, die im Argen liegen, aber es durch das Definitionsmachtkonzept zu ersetzen, wäre der sichere Weg in vollkommene Willkür.

    • Ja das findet sich ja eigentlich in der gesamten Geschlechterdebatte wieder. Sobald man sich als Mann oder Frau, mit einer jungen- oder männerspezifischen Benachteiligung beschäftigt, wird versucht dem Kritiker des jeweiligen Systems den Boden unter den Füßen wegzuziehen, bevor man sich mit Ursachen und möglichen Handlungsperspektiven auseinandersetzen kann.Dann ist es auch völlig egal, ob man hier von Selbstmordraten von Jungen, Obdachlosen oder von entsorgten Vätern spricht. Es wird sofort ein Frauenfeinde vs. gute Menschen daraus gemacht, auch wenn man eben kein Frauenfeind oder dergleichen ist.
      Dieser krampfhafte Versuch, jemanden sofort in die konservative Ecke zu stecken weil man sich beispielsweise mit Benachteiligungen von Jungen beschäftigt, erschwert das aufeinander zu gehen und einen gemeinsamen Nenner zu schaffen, um letztendlich weiter zu kommen, erheblich. Das finde ich zT sehr ernüchternt.

  2. armut? welthunger? klima? pippifax! berlin friedrichshain-kreuzberg geht die wahren probleme der menschheit an: intersexuelle und sexuell desorientierte (das sind mehr, als man meinen möchte!) können in zukunft endlich geschlechtsneutral pinkeln:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article114057999/Fleischlos-geschlechtslos-sinnlos.html

    damit die welt noch schöner und gerechter wird, werden weitere begriffe gestrichen, die negative zustände des seins beschreiben und die so bezeichneten heransetzen:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/amutskonferenz-waehlt-soziale-unwoerter-behindertentransport-klingt-nach-viehtransport-1977744.html

    in der liste der negativen begriffe fehlt allerdings der worst case, der tod. tote sollte man künftig bezeichnen als menschen, die nicht mehr leben.

    TRIGGERWARNUNG!!11
    und hier noch ein beispiel von frühkindlicher realitätsverweigerung (story 1 und kommentare):

    http://onyxgedankensalat.wordpress.com/2013/02/24/zivilcourage-und-es-gibt-sie-doch/

    • „intersexuelle und sexuell desorientierte (das sind mehr, als man meinen möchte!) können in zukunft endlich geschlechtsneutral pinkeln“

      Und was ist dagegen zu sagen?

      • „Und was ist dagegen zu sagen?“

        tja, was eigentlich???

        da müsste man zunächst die frage beantworten, worin denn die zumutung besteht, eine toilette zu benutzen, deren benutzergeschlecht man nicht 100%ig entspricht. intersexuelle haben kein eindeutiges geschlecht, aber sie haben nicht „kein geschlecht“, sie sind nicht geschlechtsneutral. einige tendieren mehr zum einen als zum anderen. die anderen könnten beide toiletten benutzen, zumal toiletten bis auf die pissoirs baugleich sind. es geht hier also nicht ums pinkeln, sondern um aufmerksamkeit und vermeintliche rücksichtnahme für spezielle identitäten und befindlichkeiten, die sich in diesem falle in der wahl des scheißhauses (scnr) ihren ausdruck finden.
        wenn nach feministischer lesart jeder mensch sein eigenes geschlecht hat, müsste es derzeit ca. 7 milliarden klosetts gegeben. und da kann man schon mal fragen, ob es sich nicht um eine etwas ungute fixierung auf das geschlecht handelt.

        eine weitere frage lautet, inwieweit ist es einer person zuzumuten, sich den gegebenheiten der gesellschaft anzupassen. wer hat aus welchem grund das recht auf sonderregelungen. für wen muss es also spezielle klos geben? für rollstuhlfahrer – keine frage. die können keine normalen toiletten benutzen.
        für leute, die sich ihres geschlechtes nicht ganz sicher sind? nein. die können problemlos auf eine toilette gehen, zu der sie optisch tendieren. und das trifft für jeden menschen zu. niemand ist ohne geschlecht unterwegs. wo jemand pinkeln geht, ist keine existenzielle angelegenheit, die den geschlechtlich unklaren zu einem statement bez. seiner geschlechtszugehörigkeit zwingt. er geht nur pinkeln.
        zudem sind die identitäten von frauen / männern keineswegs homogen. es könnten also frauen oder männer, die nicht den typischen geschlechtsstereotypen entsprechen, auch auf die idee kommen, eine eigene toilette zu fordern, weil sie aufgrund ihrer identität nicht auf das gleiche klo gehen wollen, wie die stereotypen frauen / männer. nicht zu vergessen, die schwulen- und lesben- und bi- und asexuellen- und impotenten- und prä- und postmenstruellen- und BDSMler-toiletten. und erst die multiplen persönlichkeiten …

        • Ich glaube, Du suhlst Dich in Deiner eigenen selbstgerechten Empörung und weisst gar nicht, worüber Du Dich eigentlich aufregst.

          Deine Wortwahl ist jedenfalls bezeichnend.

        • Als Angehöriger einer sexuellen Minorität besitze ich nicht die Autorität, Dir zu erklären, warum Du Dich unwohl fühlst, wenn Du mit dem anderen Geschlecht, Intersexuellen und anderen „sexuell Desorientierten“ auf eine öffentliche Toilette gehen musst.

        • du verwechselst da was. ich fühle mich nicht unwohl, wenn intersexuelle oder sonstjemand die gleiche toilette aufsucht wie ich. es sind doch wohl die „Intersexuellen und anderen “sexuell Desorientierten”“, die damit ein problem haben. also welches ist das?

        • Das weiß ich nciht. Aber im Gensatz zu Dir keife ja auch nicht gleich los, beleidige Menschen von deren Probleme ich keine Ahnung habe, und prophezeie den Weltuntergang

        • @ Adrian

          *Als Angehöriger einer sexuellen Minorität besitze ich nicht die Autorität, Dir zu erklären,…*

          Als Angehöriger einer nicht ganz so kleinen sexuellen Minorität (aber doch immerhin) hätte ich da eine Frage, Adrian.

          Wie erkenne ich denn im Alltag einen Intersexuellen/Transsexuellen, also z.B. vollständig bekleidet im öffentlichen Raum?

          Tragen die ein Abzeichen, eine Erkennungsmarke, eine spezielle Frisur?

          Oder wie sind die gekleidet?

        • @ Roslin
          „Wie erkenne ich denn im Alltag einen Intersexuellen/Transsexuellen, also z.B. vollständig bekleidet im öffentlichen Raum?“

          Das ist doch gar nicht die Frage. Die Frage ist, ob es für Inter-Transsexuelle problematisch ist auf klassische Toiletten zu gehen.

      • @Adrian

        Und was ist dagegen zu sagen?

        Warst Du schon mal auf einer Unisex Toilette.
        Bei den Parties im International hat man mal derartiges eingeführt und es war der Graus.

        Laaaange Wartezeiten unabhängig von der Dauer des eigentlichen Geschäfts.
        Die Frauen haben dadurch keine bzw. sehr geringe Vorteile und die Männer eben weit größere Nachteile.
        Die Männer sind genervt, weil sie so lange warten müssen und die Frauen, weil Männer da sind.

        Beim Einkaufen ist ja der Clou, den mit der kleinsten Besorgung vorzulassen, weil das die durchschnittliche Wartezeit jedes einzelnen minimiert.
        Nehmen wir an man hat 4 Kunden. Einer braucht 120 s, einer 100 s, einer 60 s, einer 30 s.
        Wenn die in der Reihenfolge dran kommen, dann wartet der erste 120 s, der zweite 220 s, der dritte 280 und der vierte 310 s. Im Schnitt jeder 232 s.
        Sortiert man die Reihe nach der Dauer um, sind die Wartezeiten: 30, 90, 190, 310, im Schnitt jeder: 155 s.

        Es ist mir unbegreiflich, warum man ein schon bestehendes effizientes System uneffizienter macht.

        • @ Gedankenwerk

          *Es ist mir unbegreiflich, warum man ein schon bestehendes effizientes System uneffizienter macht.*

          Weil es GLEICHER ist, damit „GERECHTER“.

          Auch wenn’s fast allen dabei schlechter geht.

          Sozialismus eben.

          Wenn’s niemandem mehr gut geht, sondern fast allen schlechter, sie aber wenigstens annähernd GLEICH schlecht dran sind, ist das ein Gewinn.

          Für die Neidgeplagten.

          Neid sollte man als Movens nicht unterschätzen.

        • @Roslin
          Also Neid sehe ich da nicht als Hauptmotiv. Eher als Rationalisierungsmaßnahme für den öffentlichen Raum.
          Statt zwei Toiletten braucht man nur noch eine zu pflegen.
          Man kann es aber unter dem edlen Motiv „Gleichberechtigung“ verkaufen. Als die Frauen zur Bundeswehr zugelassen wurden, gab es ja ein riesiges Gezeter, dass man nun Toiletten für beiderlei Geschlecht einrichten muss und dass das einiges an Geld kosten würde, wobei die sanitären Einrichtungen so schon oft genug in zweifelhaften Zustand wären.
          Jedoch kann sich jetzt jeder Toilettengast im Amt den geringeren Komfort schönreden.

          Ist einfach wieder Politik as usual. Wie mit den Energiesparlampen. Vordergründig eine Umweltmaßnahme, dabei ist der eingesparte Energieverbrauch durch die privaten Haushalte im Vergleich zu dem, was Industrie verbraucht vernachlässigbar. In Kombination mit der mangelhaften Haltbarkeit und schwierigen Entsorgung der Unweltaspekt auch zweifelhaft. Es war wohl eher ein Förder-Geschenk für die entsprechenden Industriezweige.
          Und so weiter, und so weiter.
          Die Umweltpartei hat es in zig Jahren Regierungsbeteiligung nicht hinbekommen aus der Atomkraft auszusteigen, nach Fukushima kostete es die Kanzlerin ein Fingerschnippen, um den Atomstopp einzuleiten.
          Und dann war es dieses Jahr die böse böse Lobbypartei, die sich als Wohltäter der Alten und Kranken entpuppt, indem sie die Praxisgebühr abschafft. Sicher nicht wegen der Alten und Kranken, sondern um ihren Klientel der Besserverdienenden etwas Verwaltungsaufwand abzunehmen. Doch sind diese, verglichen mit den sozialdemokratischen Wohltaten, von denen selbst ihrem eigenes Klientel noch die Zähne schlottern, wirklich erleichterungen.
          Vielleicht bin ich auch einfach nur alt geworden, aber inzwischen glaube ich Dich besser zu verstehen als mein früheres Ich.

        • @gedankenwerk

          es geht nicht um toiletten für alle:

          „Es handelt sich dabei nicht um Toiletten, die von Frauen und Männern benutzt werden können, wie das zum Beispiel in vielen französischen Bistros der Fall ist, denn das ist in Deutschland nicht erlaubt.

          Nein, es geht um Toiletten, die von Menschen benutzt werden sollen, „die sich (1) entweder keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen können oder wollen oder aber (2) einem Geschlecht, das sichtbar nicht ihrem biologischen Geschlecht entspricht“, also Frauen, die sich als Männer empfinden, und Männern, die sich für Frauen halten, denn dies habe, obwohl es „auf den ersten Blick“ nicht „nach dem Gegenstand eines drängenden politischen Problems“ aussehe, „eine große Bedeutung für den Alltag der Betroffenen“.“ (welt)

    • @hottehü

      es geht nicht um toiletten für alle:

      “Es handelt sich dabei nicht um Toiletten, die von Frauen und Männern benutzt werden können, wie das zum Beispiel in vielen französischen Bistros der Fall ist, denn das ist in Deutschland nicht erlaubt.

      Hm. In Deutschland nicht erlaubt? Wahrscheinlich meinen die öffentliche Einrichtungen, denn ich war schon, wie gesagt, zwangsweise auf einer Unisex Toilette.
      Wenn es so ist, wie in der Zeitung, dann geht es m.E. in Ordnung. Toiletten kann es nie genug geben.

    • Nun beim Pinkeln kann man intersexuellen nur empfehlen, pragmatisch vorzugehen.
      Denn die Signets am Klo bezeichenen ja keine eigentlich geschlechtsspezifischen Funktionen, sondern die Anpassung der Hygieneeinrichtungen an eine bestimmte Anatomie.

      ALso etwas rein Äußerliches.

      Und fürs „Große“ ists sowieso gleich.

  3. tote sollte man künftig bezeichnen als menschen, die nicht mehr leben.

    Das ist auch noch zu negativ. Tote sollten zukünftig „transzendent noch Existierende“ oder „in unseren Herzen Weiterlebende“ genannt werden. Du Rohling. Mehr Feingefühl bitte.

    Aber mal was anderes. Es gibt wieder einen Grund zu feiern!

    Hatr.org wird Tausend!

  4. @ Hottehü

    Ist das keine zu dominante Zuschreibung?

    Tote = Menschen, die nicht mehr leben?

    Vielleicht sind es nur Menschen, die ihre weitere Teilnahme am hegemonialen Diskurs verweigern.

    Und eigentlich gar nicht tot sind.

    Schließlich ist der Tod doch sicher auch verhandelbar, nur ein soziokulturelles Konstrukt, ein diskursives Machtspiel, eine Frage der Definition und des Darüber-Redens.

    Wir sollten das Deadshaming einstellen und aufhören tote* Menschen in Särge zu packen und einzubuddeln.

    Wie diskriminierend ist das denn?!

    Sie einfach so von der Gesellschaft auszuschließen, nur weil sie vom hegemonialen Diskurs als tot* identifiziert werden.

    • @Roslin: Erst musste ich lachen, als ich deinen Beitrag gelesen habe.
      Zu köstlich.

      Aber jetzt frage ich mich ernsthaft, ob wir nicht bald erleben werden, dass Genderisten und/oder gewisse Bundesverfassungsrichter_Innen genau in diese Richtung vorpreschen.
      Mich wundert in diesem „Diskurs“ überhaupt nichts mehr, d.h. keine Aussage ist zu sehr Vodoo, als dass nicht ein_IN der Experten sie demnächst äußern könnte.

      Nur noch gruselig, dieses Elend.

      Wann liegt wohl die erste Dissertation bzw. Habilitationsschrift mit dem Titel „Der Tod als soziokulturelles Konstrukt der phösen Privilegienpimmel“ vor?

      Und wann wird das Verfasser_IN Minister_In für (die) Bildung(smisere der Jungen)?

    • „Sie einfach so von der Gesellschaft auszuschließen, nur weil sie vom hegemonialen Diskurs als tot* identifiziert werden.“

      *rofl*

      … nicht zu vergessen, die privilegien der lebenden. ich werde sie unverzüglich reflektierne gehen.

    • Dieser Beitrag von Roslin war in der Tat genial. 🙂

      Rein assoziativ fällt mir dazu gerade ein guter Science Fiction-Roman ein.
      (Vielleicht was für dich, Sheera, du magst doch Science Fiction.)

      Philip K. Dick – Die Zeit auf Gegenkurs

      http://www.amazon.de/Die-Zeit-Gegenkurs-Science-Fiction/dp/3548311733/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1362264764&sr=1-1

      In diesem Science Fiction Roman beginnt die Zeit auf der Erde auf einmal aus unerklärbaren Gründen rückwärts zu laufen, zumindest manche Aspekte betreffend – niemand versteht warum. Die Menschen werden, da die Zeit rückwärts läuft, nicht mehr älter, sondern immer jünger und die Toten werden nach und nach wieder lebendig und müssen aus den Gräbern geholt werden.

      Der Hauptprotagonist des Buches arbeitet in einem ehemaligen
      Bestattungsunternehmen, dass sich jetzt darauf spezialisiert hat, auszurechnen, wann die Toten in den Gräbern wieder lebendig werden und sie dann auszubuddeln.

      Nun wird errechnet, dass die Wiederkunft des verstorbenen Führers einer religiösen Gemeinschaft unmittelbar bevorsteht und dieser daher bald aus dem Grab geholt werden muss.
      Viele Anhänger dieser religiösen Gemeinschaft erwarten natürlich äußerst gespannt das Wieder-zum-Leben-Erwachen ihres ehemaligen religiösen Führes, weil sie hoffen, dass er Botschaften von Gott mitbringt. Eine andere Gruppe will jedoch verhindern, dass der religiöse Führer wieder zu Einfluss gelangen kann und plant, ihn möglichst schnell nach seiner Wiederkunft zu töten.

      Der Protagonist des Buches, der beauftragt ist, den religiösen Führer aus dem Grab zu holen, gerät zwischen die Fronten dieser beiden verfeindeten Gruppen.

      Tja, das fiel mir gerade so ein. (Es handelt sich übrigens nicht um ein
      religionsfeindliches Buch, der Autor war selbst religiös.)

    • Wir sollten das Deadshaming einstellen und aufhören tote* Menschen in Särge zu packen und einzubuddeln.
      „Kentucky Fried Movie“ gesehen?

  5. Selbermach-Samstag, juchuuuh, endlich wieder den Femis richtig eine…

    …fangen wir doch mal hiermit an – sehr lesenswert, über bislang von unserer lieben De-facto-Obrigkeit unberücksichtgten Ursachen der Kinderlosigkeit:

    http://www.diw.de/documents/publikationen/73/42980/dp473.pdf

    Will heute nicht im Detail drauf eingehen, die Sonne scheint seit langem wieder.

    Wat noch?

    Datte hier:

    http://www.zeit.de/2013/10/Boese-Frauen-Gewalt-Verbrechen-Mitlaeuferinnen

    Besonders lesenwert in Teil II (http://www.zeit.de/2013/10/Boese-Frauen-Gewalt-Verbrechen-Mitlaeuferinnen/seite-2) hiervon:

    „Hitler bekam von Verehrerinnen so viele Briefe, dass sich in der Reichskanzlei eigens jemand um diese sogenannten Frauenbriefe zu kümmern hatte. „Lieber Adi“, schrieben die verliebten Frauen, und „Mein lieber zuckersüßer Adolf“. Sie schickten ihm Honig für seinen Frühstückstisch, da sie sich um seine Gesundheit sorgten. Frauen waren in der Geschichte oft vom politischen Leben ausgeschlossen. Das heißt nicht, dass ihr moralischer Kompass verlässlich in die richtige Richtung zeigte. Oft schlugen sie sich auf die Seite der Herrschenden.“

    Wat sonst noch?

    De Jungenmisere: http://man-tau.blogspot.de/2013/02/warum-es-jungen-auf-der-schule-so-gut.html

    So, dat reicht für heute. Dat dürfte dann genug gesessen haben. Nee, quatscht, da war doch noch wat, wat zum mitzeichnen:

    http://agensev.de/aktionen/frankfurter-erklarung-zur-gleichstellungspolitik/

    So, nu aber wirklich Feierabend!

    • Zusatz: Was köstliches von „Nebenan“, d. h. vom Arne:

      http://www.berliner-kurier.de/panorama/kalorien-verbrennung-us-studie–weniger-hausarbeit-macht-frauen-dick,7169224,21982464.html

      Da bin ich fast (FAST!) geneigt zu sagen: Das haben die Damen von der Abschaffung traditioneller Geschlechterrollen. Die wahre Ursache für die vielen Fälle von gefährlichen Essstörungen wie Magersucht & Bulimie ist also somit gefunden.

      Alice Schwarzer hat völlig zurecht darüber geklagt, dass Frauen häufiger an diesen sehr gefährlichen Krankheiten leiden. Sie hat nur die entscheidende Ursache nicht erkannt, sondern durch das Fordern der Befreiung der Frau von der Hausarbeit sogar noch zu dem Problem beigetragen, das sie selbst beklagt.

      Alles fällt unter „meiner Meinung nach“ und ist dazu nicht zu 100 % ernst gemeint.

      Jetzt wieder ganz ernst gemeint: In vielen Hinsichten hat der Feminismus der Frau nicht geholfen, sondern ihr Probleme gemacht, auch solche, die von Feministinnen stets beklagt werden, z. B. in Sachen Liebe, Beziehungen und Ehe.

      • Nachtrag: Wie? Selbermach-Samstag, ich hab gepostet bzw. aus Feministinnen-Sicht ausgedrückt: rumgetrollt und keine Angriffe, keine Endlos-Diskussion? Was ist los? Fehlt euch was? Seid ihr krank?

        Muss wohl die Grippewelle sein.

        Alles hustet & prustet um mich rum, während ich mich weiterhin bester Gesundheit erfreue.

        Muss halt ein tolles Männchen mit guten Genen sein!!!!!

        • Nachtrag III: Bin übrigens auch dafür, dass diese Endlos-Diskriminierung von toten Menschen endlich aufhört!!!!!!!!!!!!! Unerträglich, sowas!

    • @ Matthias

      Aus deinem Link:

      „Unter den Frauen findet sich mit höherem
      Bildungsniveau ein höherer Anteil an
      Kinderlosen. Unter den Männern liegt der
      höchste Anteil an Kinderlosen dagegen in
      der Gruppe der Personen mit niedrigen
      Bildungsabschlüssen.“

      Wenn man sich noch vor Augen hält,
      dass höheres Bildungsniveau bei
      Frauen im Allgemeinen heisst,
      lange teure Ausbildung mit wenig
      Relevanz in Bezug auf Wertschöpfung.
      Natürlich wie immer: im Schnitt im
      Schnitt….

  6. Heureka!

    Einer Professorin für Englische Literatur an der Universität von Ottawa, Janice Fiamengo, fällt etwas auf, Zitat:

    *“It (Anm.: der gängige orthodoxe Feminismus) became about women’s power in certain areas and it came to represent men in very negative ways, as oppressive, as dominating, as violent, as discriminatory, as exclusionary,” she said. “It became about women’s victimization and their moral superiority as victims.”

    Fiamengo believes that feminism, through the influence of women’s studies courses, has alienated young men in humanities courses.

    “If I were a young man going through university, I couldn’t bear to sit through course after course drumming home that I am part of one half of the human race that is violent, responsible for the ills of the whole society,” she said. “In English, there are fewer and fewer young men and I can certainly see why.”*

    Quelle:

    http://metronews.ca/news/toronto/573522/mens-issues-or-misogyny-controversial-mens-group-to-discuss-womens-studies/

    Vielleicht wächst ja allmählich sogar in den Geisteswissenschaften die Zahl derer, die den Verblödungsschleier einer Ideologie liften, um endlich wieder klar zu sehen und frei zu denken.

  7. @ david

    Ich wollte dich mal fragen, ob du zufällig den aktuellen Stand der Psychotherapieforschung bei der Behandlung von Borderline-Persönlichkeitsstörungen kennst. Ich hatte mich vor einigen Jahren mal damit beschäftigt, weil eine Freundin von mir eine (mittelschwere) Borderline-Störung hatte.

    Damals waren im Feld der tiefenpsychologischen Psychotherapien, die speziell für Borderline-Störungen entwickelten Verfahren von Psychoanalytikern wie Otto Kernberg und James Masterson die bekanntesten und im Feld der Verhaltenstherapien die Dialektisch-Behaviorale Therapie von Marsha M. Linehan.

    Bezüglich der Dialektisch-Behavioralen Therapie liegen meines Wissens auch Forschungsergebnisse vor, die eine positive Wirksamkeit bescheingen, bei den psychoanalytischen Verfahren weiß ich es nicht.
    Ob es in der Psychotherapieforschung mal einen direkten Vergleich der Wirksamkeit von Dialektisch-Behavioraler Therapie und den speziell für Borderline-Störungen konzipierten psychoanalytischen Verfahren gegeben hat, ist mir auch nicht bekannt. Weißt du es zufällig?

    Nun sind zur Behandlung von Borderline Störungen ja inzwischen neue Verfahren hinzugekommen – im tiefenpsychologischen Feld insbesonde die mentalisierungsgestützte/mentalisierungsbasierte Psychotherape von Fonagy und Bateman für Borderline-Störungen (dazu habe ich mir gerade ein Buch gekauft) und im kognitiv-verhaltenstherapeutischen Bereich gibt es inzwischen eine auf Borderline-Störungen spezialisierte Variante der Schematherapie. Weißt du zufällig, ob bezüglich dieser beiden Verfahren schon irgendwelche Wirksamkeitsnachweise vorliegen?

    Was sind deinem Kenntnisstand zufolge diejenigen psychotherapeutischen Verfahren für Borderline-Störungen, die in der Psychotherapieforschung wissenschaftlich getestet wurden und positive Ergebnisse vorweisen konnten? Von welchen Verfahren würdest du dagegen eher abraten, weil sie noch ungeprüft sind oder weniger gute Ergebnisse hatten?

    • @ Leszek

      Wie sieht es mit den Ursachen von solchen Stoerungen aus?

      Ich meine es wird viel zu wenig der Tatsache ins Auge geblickt das solche Stoerungen und Krankheiten letztlich Vergiftungen sind und eine Heilung nur durch eine Enttgiftung stattfinden kann.

      Psychotherapie ist New Age Muell. Dardurch bekommt man keine Schwermetallle oder andere Giftte aus dem Koerper.

      Solche Erkrankungen sind klare Stoerungen der Neurochemie durch Vergiftungen von Nahrungsmittel und Strahlenschaeden und das wurde in genug Experimenten eindeutig bewiesen. Unter anderem von A Hoffmann der klar dargelegt hat das kleinste Mengen von bestimmten Stoffen krasse Wirkungen auf das Gerhin haben.

      Oder glaubst du Dioxin in Eiern und vergiftetes Huehnerfutter haben KEINE Auswirkungen auf unsere grauen Zellen?

      Oder das Amagan in unseren Zaehnen und QUECKSILBER in Impfdosen

  8. @Christian

    Wie wärs, wenn Du mal noch einen Kultur-Thread einrichten würdest, würde Deinem Blog enorm Auftrieb geben und alles ein bisschen entspannen und auflockern – hmmmm? Oder für den Anfang mal einen Musikthread (z.B., was hört ihr gerade)?!

  9. Ein neues Buch von Jürgen Link ist erschienen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Link

    “Normale Krisen? Normalismus und die Krise der Gegenwart. Mit einem Blick auf Thilo Sarrazin”

    Normale Krisen? : Normalismus und die Krise der Gegenwart / von Jürgen Link

    Jürgen Links Theorie des Normalismus ist nicht nur eine umfassende Archäologie unserer alltäglichen Normalität. Sie macht auch die Unwahrscheinlichkeit moderner Gesellschaften deutlich und damit die Gefahren greifbar, die sie derzeit bedrohen.
    Seit 2007 scheint eine Krise auf die nächste zu folgen: Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Schulden-krise, Eurokrise… Oder sind das alles nur Phasen einer einzigen »großen« Krise? Und was macht eigentlich die Dramatik einer modernen Krise aus? Die These des Buches lautet: der drohende Verlust von Normalität. Aber was ist Normalität? Grundlage des Normalismus sind die statistischen Instrumente, die eine gemeinsame Sprache ausgebildet haben und modernen Gesellschaften eine Art Röntgenaufnahme liefern, auf der sie den Grad ihrer Normalität ablesen können – oder eben den Verlust solcher Normalität. Diese Instrumente des Normalismus und nicht zuletzt ihre mediale Verbreitung dienen zugleich der Wiederherstellung verlorener Normalität.
    Das vorliegende Buch erklärt den Normalismus als wichtige Regulierungsweise moderner Gesellschaften – und das sozusagen am lebenden Objekt, an der aktuellen großen Krise. Es beantwortet so gleich mehrere Fragen: Was ist Normalität? Was kennzeichnet die aktuelle Krise? Und weiter: Was kommt nach dieser Krise, wie wird eine »neue Normalität« aussehen können?
    Jürgen Link legt die erste Gesamtdarstellung der Krise unter einem leitenden Gesichtspunkt – dem Verlust von Normalität – dar. Er zeichnet ihre »Ansteckungseffekte« (von Finanz auf Wirtschaft, Soziales, Politik, Kultur und Psychologie) nach und erläutert solche Effekte exemplarisch an einem prominenten Fall. Die umstrittenen und viel diskutierten ›populären‹ Bücher von Thilo Sarrazin über den Euro und den demographischen Wandel, die im Zuge der Finanzkrise auch eine neue Spielart des Rassismus salonfähig gemacht haben, werden hier erstmals einer wissenschaftlich belastbaren Kritik unterzogen.
    http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?id=4203407&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm

    • Abstrakter Blödsinn. Alles wird gut. Die Märkte werden stärker reguliert, die Entwicklungs- und Schwellenländer erhöhen ihren Wohlstand, es entsteht eine Weltgemeinschaft. So einfach ist das.

      Da können noch zehn Sarrazins auftreten. Sarrazin ist kein Rassist, sondern Islamkritiker. Es ist gut, daß es ihn gibt, auch wenn seine Schlußfolgerungen und Begründungszusammenhänge tatsächlich kritikwürdig sind.

      Ich kann dieses linke Gewäsch mittlerweile nicht mehr hören. Politically Incorrect und Sarrazin existieren einzig und allein, weil die Bevölkerung so doof ist und die Muslime total lieb.

      Es kann nun wirklich absolut keinen Grund für den Zuspruch von Sarrazin und PI geben. Überhaupt nicht. Sarrazin und PI machen das, was die normale Politik und die Medien nicht auf seriöse Weise hinkriegen. Selbst schuld.

      Es ist geradezu peinlich, die angepaßte und islamophile Berichterstattung in den Medien und das Gelaber von Politikern zu hören.

      • @ Genderuniversum

        Von sogenannten „Islam-Kritikern“ halte ich in der Regel soviel wie von sogenannten „Israel-Kritikern“ – nämlich nichts.

        Alle Formen von Kritik an einem essentialistisch verstandenen Islam sind völlig für´n Arsch. Am Islam ist nur eines problematisch: er hast die Aufklärung noch nicht ausreichend durchlaufen.
        Dieser Prozess ist gerade im Gange – und das geht leider stets mit Backlash-Bewegungen reaktionärer Kräfte einher. Der islamische Fundamentalismus ist in diesem Sinne ein Modernisierungssyndrom.

        http://www.amazon.de/Die-unaufhaltsame-Revolution-islamische-ver%C3%A4ndern/dp/3492051316/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1362687011&sr=1-3

        Religionen, die noch zu stark im mythischen Stadium stecken, noch zu wenig durch Aufklärung gebändigt sind, haben es in der Regel nicht so mit Menschenrechten, Demokratie und individuellen Freiheitsrechten. Das ist ein Grundproblem der mythologischen Bewusstseinsform im Allgemeinen und nicht des Islams im Besonderen.

        Die Rassisten von P.I. mit ihrer Unfähigkeit zwischen Islam und islamischem Fundamentalismus zu differenzieren braucht unsere Gesellschaft nicht.

        Islamischen Fundamentalismus kann man auch begründet von links kritisieren, ohne dabei in fremdenfeindliche und rassistische Haltungen zu verfallen.

        Wie üblich, Kirk – hattest du das nicht selbst mehrfach erwähnt?- kommt nichts Gutes dabei raus, wenn Rechte versuchen, sich irgendwelcher sozialen Probleme anzunehmen.

        Es gibt übrigens ausgezeichnete Multikulturalismuskritiken von links. Falls dich das Thema interessiert, empfehle ich z.B. dieses gute Buch:

        H.E. Baber – The Multicultural Mystique: The Liberal Case Against Diversity

        Es zeigt sehr gut, dass man kulturrelativistischen Multikulturalismus ablehnen kann und dabei konsequent auf Seiten der Menschen mit Migrationshintergrund sein kann, ja, dass man gerade weil man auf Seiten der Menschen mit Migrationshintergrund ist, multikulturalistischen
        Kulturrelativismus ablehnen sollte.

        • “ Am Islam ist nur eines problematisch: er hat die Aufklärung noch nicht ausreichend durchlaufen.“

          Und das unkritische Verhalten großer Teile der Öffentlichkeit trägt nicht dazu bei, diesen Prozess zu unterstützen, da hat Kirk völlig recht.

          Die Aufklärung ist einher gegangen mit Säkularisierung, also mit Verdrängung von Religion aus dem Alltag und der Politik in den Bereich des rein persönlichen, und wenn man einen aufgeklärten Islam will, heisst das auch: die Muslime müssen weniger religiös werden. Wir brauchen keinen besseren Islam, sondern weniger Islam.

          In den Medien wird aber unaufhörlich darauf hingewiesen, dass der Islam eigentlich etwas ganz wundervolles ist und nur ein paar Idioten ihn in Verruf bringen. Über den Katholizismus würden die gleichen linksliberalen Medien nie so reden.

          Z.B. die Rede von „antimuslimischen Rassismus“, das ist blanker Unsinn, Muslime sind keine Rasse. Natrülich können auch Muslime Opfer von Rassismus werden, aber das geschieht dann, weil sie dunklere Haut und dunklere Haare haben, nicht weil sie Muslime sind.

        • @ leszek

          Die interessanterweise nur unter gutmenschlichen Nichtmuslimen verbreitete Differenzierung in „fundamentalistischer Islam“ und „Islam“ lässt eine tiefe Unkenntnis des Islam erkennen.

          Solche Verleugnungen führen dann zu Schwärmereien wie die vom „arabischen Frühling“.

          Der Islam erlaubt keine „nichtmythologische“ Bewußtseinsform. Im Gegensatz zum Christen- und Judentum gibt es keine Emanzipation IM Islam sondern nur VOM Islam.

          Aber Unkenntnis und Verleugnung stehen schon immer für besonders wetterfeste Überzeugungen.

          Hauptsache man kann allüberall „Rassisten“ illusionieren, deren phantomhafte „Bekämpfung“der eigenen gutmenschlichen Selbtsvergewisserung dient.

          😉

          Viel Spaß noch mit dem „Islam“ in den nächsten Jahrzehnten.

          Dass gerade Linke an der Schimäre eines entwicklungsfähigen und mit freiheitlichen Werten kompatiblen Islam festhalten, bedarf angesichts der konsequenten Annihilierung links atheistischer Gruppierungen in islamisch dominierten Gesellschaften schon komplexerer Erklärungsansätze.

          Der Islam ist eine Melange aus faschistoider Ideologie und spiritueller Heilslehre. Diese Melange macht seine Identität aus.

      • Alle Formen von Kritik an einem essentialistisch verstandenen Islam sind völlig für´n Arsch.

        Jetzt mußt du nur noch hieb- und stichfest belegen, daß Sarrazin oder PI den Islam essentialistisch verstehen.

        PI bezieht sich immer wieder positiv auf moderne Muslime und innerislamische Kritik. Deine Argumentationsweise ist reichlich formalistisch und theoretisch.

        Sicherlich sind die von PI konservative Hanseln mit den negativen Begleiterscheinungen, wie ich tatsächlich mal schrieb, aber sie machen eben das auf zwielichtige, schmutzige Weise, was die normale Politik und die Medien nicht seriös und geradlinig hinbekommen.

        Ein ähnliches Symptom wie beim Feminismus. Der antifeministische Sarrazin sind Eva Herman, Gabriele Kuby etc. plus Wgvdl.

        Tatsächlich eine ähnliche Sachlage. Die politische Korrektheit gebiert solche Übertreibungen – selbst schuld. Man muß sich da nicht wundern. Die Politik hätte es selbst in der Hand.

        • „Tatsächlich eine ähnliche Sachlage. Die politische Korrektheit gebiert solche Übertreibungen – selbst schuld. Man muß sich da nicht wundern. Die Politik hätte es selbst in der Hand.“

          Die herrschenden Kreise in Politik und Wirtschaft profitieren von allem, was Menschengruppen gegeneinander aufbringt: Ob Männerfeindlichkeit oder Frauenfeindlichkeit, antimuslimischer Rassismus oder islamischer Fundamentalismus – alles gute Mittel, um die Bevölkerung zu spalten und die eigene Herrschaft zu stabilisieren.

          „Sicherlich sind die von PI konservative Hanseln mit den negativen Begleiterscheinungen, wie ich tatsächlich mal schrieb, aber sie machen eben das auf zwielichtige, schmutzige Weise, was die normale Politik und die Medien nicht seriös und geradlinig hinbekommen.
          Ein ähnliches Symptom wie beim Feminismus. Der antifeministische Sarrazin sind Eva Herman, Gabriele Kuby etc. plus Wgvdl.“

          Reaktionäre Kräfte neigen manchmal dazu Problemfelder zu besetzen und für sich zu instrumentalisieren, die von der Linken zu lange ignoriert wurden. Das ist aber nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.

          Gerade deshalb braucht es ja eine differenzierte linke Multikulturalismuskritik (die nicht fremdenfeindlich ist) und eine
          differenzierte linke Feminismuskritik (die nicht frauenfeindlich ist).

        • „Jetzt mußt du nur noch hieb- und stichfest belegen, daß Sarrazin oder PI den Islam essentialistisch verstehen.“

          Ich werd jetzt natürlich nicht auf die verlinken, aber solche Sätze hier meine ich – aus einem P.I.-Artikel, (in dem versucht wird Rassismus-Vorwürfe zurückzuweisen):

          „Moslems haben alle dieselbe Religion, den Islam, der von Kritikern allerdings weniger als Religion, sondern vielmehr als eine als Religion getarnte faschistische Ideologie mit Weltherrschaftsanspruch wahrgenommen wird. Was ist rassistisch an der Ablehnung einer faschistischen Ideologie?“

          Diese Aussagen sind natürlich zustimmend von denen gemeint.
          Essentialismus und kulturalistischer Rassismus scheinen mir für dieses Islambild durchaus die richtigen Bezeichnungen.

        • @ El_Mocho

          „Und das unkritische Verhalten großer Teile der Öffentlichkeit trägt nicht dazu bei, diesen Prozess zu unterstützen, da hat Kirk völlig recht.“

          Weder unkritischer kulturrelativistischer Multikulturalismus, noch undifferenzierte Dämonisierung des Islams unterstützen diesen Prozess! Beides trägt dazu bei die Exklusion von Muslimen in westlichen Gesellschaften zu verstärken und erhöht dadurch die Anfälligkeit für problematische Tendenzen.

          „Die Aufklärung ist einher gegangen mit Säkularisierung, also mit Verdrängung von Religion aus dem Alltag und der Politik in den Bereich des rein persönlichen, und wenn man einen aufgeklärten Islam will, heisst das auch: die Muslime müssen weniger religiös werden. Wir brauchen keinen besseren Islam, sondern weniger Islam.“

          Das schließt sich ja nicht aus, sondern hängt zusammen. Mit mehr Zunahme an Aufklärung und Säkularisierung ändern sich auch die theologischen Interpretationen. Meine Kritik bezog sich ja schließlich nicht auf Religionskritik aus aufklärerischer und atheistischer Perspektive, die sich auf den Islam bezieht, sondern auf undifferenzierte Dämonisierungen. Natürlich benötigt der Prozess der Aufklärung im Islam religionskritische Schriften. Ebenso aber auch „bessere“ Islaminterpretationen.

          „Z.B. die Rede von “antimuslimischen Rassismus”, das ist blanker Unsinn, Muslime sind keine Rasse. Natrülich können auch Muslime Opfer von Rassismus werden, aber das geschieht dann, weil sie dunklere Haut und dunklere Haare haben, nicht weil sie Muslime sind.“

          Das hängt davon ab, ob man das Konzept des „kulturalistischen Rassismus“ in der zeitgenössischen Rassismusforschung für sinnvoll hält oder nicht. Du lehnst es ab, ich halte es für sinnvoll. Allerdings beziehe ich es nicht nur auf Formen undifferenzierter und dämonisierender Islam-Kritik oder Ähnliches – auch die extremen Varianten solcher Formen von Pseudo-Antirassismus wie Critical Whiteness, kulturrelativistischer Multikulturalismus sowie die Ideologie der sogenannten „antideutschen Linken“ stellen augrund ihrer starken Tendenz zur ethnischen Stereotypisierung m.E. Formen eines kulturalistischen Rassismus dar.

        • @ Ratloser

          „Die interessanterweise nur unter gutmenschlichen Nichtmuslimen verbreitete Differenzierung in “fundamentalistischer Islam” und “Islam” lässt eine tiefe Unkenntnis des Islam erkennen.“

          Irr dich da mal nicht. Ich habe mehrere Bücher zum Thema gelesen, auch solche, auf die sich die „Islam-Kritiker“ gerne positiv beziehen.

          „Der Islam erlaubt keine “nichtmythologische” Bewußtseinsform. Im Gegensatz zum Christen- und Judentum gibt es keine Emanzipation IM Islam sondern nur VOM Islam.“

          KEINE Religion im mythologischen Stadium erlaubt “nichtmythologische” Bewußtseinsformen, das eben macht das „Wesen“ des mythologischen Stadiums aus – aber eben nicht das Wesen irgendeiner Religion. Aufklärung geht überall mit Backlash-Bewegungen reaktionärer Kräfte und mit Opfern einher. Bildest du dir ein der Prozess der Aufklärung im Christentum wäre unproblematisch verlaufen?

          Was war für dich an obigem Satz von mir nicht verständlich? Ich schrieb: Religionen, die noch zu stark im mythischen Stadium stecken, noch zu wenig durch Aufklärung gebändigt sind, haben es in der Regel nicht so mit Menschenrechten, Demokratie und individuellen Freiheitsrechten. Das ist ein Grundproblem der mythologischen Bewusstseinsform im Allgemeinen und nicht des Islams im Besonderen.

          „Hauptsache man kann allüberall “Rassisten” illusionieren, deren phantomhafte “Bekämpfung”der eigenen gutmenschlichen Selbtsvergewisserung dient.“

          Oder man kann überall „Gutmenschen“ und „Kulturmarxisten“ illusionieren, deren phantomhafte „Bekämpfung“ der eigenen schlechtmenschlichen Selbstvergewisserung dient.

          „Der Islam ist eine Melange aus faschistoider Ideologie und spiritueller Heilslehre.“

          Aha, komisch – unter den zig gewöhnlichen Gläubigen unter den Muslinen, die ich die letzten Jahre kennengelernt habe, war kein einziger, der eine „faschistoide“ Mentalität gehabt hätte.

          „Diese Melange macht seine Identität aus.“

          Blödsinn, es gibt keine auf ewig festgelegte „Identität“ einer Religion. Wo soll diese „Identität“ denn stecken? Alle „heiligen Bücher“ lassen sich so oder auch ganz anders interpretieren. Interpretationen können sich unter dem Druck zahlreicher Umstände ändern und tun dies auch. Zunehmende Aufklärung verändert regelmäßig die traditionellen Interpretationen, wenn sie voranschreitet, weil diese traditionellen Interpretationen für mehr an der Vernunft als am Mythos orientierte Bewusstseinsformen unglaubwürdig oder ungerecht erscheinen.
          Das Geschwätz von der einen „wahren Identität“ des Islam, die natürlich fundamentalistisch zu sein hat, ist der gemeinsame Topos von islamischem Fundamentalismus und rechter essentialistischer „Islamkritik“ – zwei Gruppen, die sich in ihrer Mentalität auch ansonsten sehr nahe sind.

          Ich bin Agnostiker und stehe keiner Religion im Besonderen nahe, habe aber in der islamischen Theologie sogar einen „Lieblings-Theologen“, dessen Islam-Interpretation ich weite Verbreitung unter Muslimen wünsche:

        • Nachtrag zum Begriff des „antimuslimischen Rassismus“ und der Frage, ob dieser Begriff im Hinblick auf die Kritik an feindseligen und dämonisierenden Einstellungen gegenüber Muslimen sinnvoll ist.

          Ich gehe hier aus von der Rassismus-Definition des bekannten Rassismusforschers Albert Memmi:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi

          „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“ (Memmi, S. 103 u. 164).
          Diese Definition ist nicht auf rassenbiologisch begründete Rassismen beschränkt, so stützt sich die „rassistische Anklage bald auf einen biologischen und bald auf einen kulturellen Unterschied. Einmal geht sie von der Biologie, dann wieder von der Kultur aus, um daran anschließend allgemeine Rückschlüsse auf die Gesamtheit der Persönlichkeit, des Lebens und der Gruppe des Beschuldigten zu ziehen.“(Memmi, S. 165 f.).“

  10. Das letzte Buch von Edward O. Wilson, in dem er eine kopernikanische Wende weg von der Verwandten- hin zur Gruppenselektion zu vollziehen sucht, ist vor kurzem auf Deutsch erschienen und müsste für Christian doch eigentlich Pflicht sein?

    Ich bin drüber gestolpert aufgrund des (online leider nur englisch-gefundenen) SPIEGEL-Interviews mit ihm:

    http://www.spiegel.de/international/spiegel/spiegel-interview-with-edward-wilson-on-the-formation-of-morals-a-884767-2.html

    Die FAZ war nicht so begeistert von diesem Werk:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/edward-o-wilson-die-soziale-eroberung-der-welt-zuerst-die-ameisen-und-dann-die-ganze-welt-12057997.html

      • @ Leszek

        „Hab´s auf meine Bücherliste gesetzt.“

        Ja, ich auch. Es ist wirklich erschreckend wie lang die inzwischen ist, das von Dir vorgeschlagene von Philip K. Dick steht jetzt auch seit neuestem drauf.

        Dazu hätt ich übrigens noch vorab eine logische Frage: wird irgendwo ein Geburtsvorgang beschrieben? Glaub ich nämlich eigentlich nicht. Bei all der Unlogik bezüglich der rückwärts-laufenden Zeit stellt einen der Umstand, ein Baby zurück in den Geburtskanal pressen zu wollen, (beschreibungs-)technisch doch sicher vor größte Schwierigkeiten…

        In Deiner Heim-Bibliothek könnt ich sicher Monate, wenn nicht gar Jahre zubringen 😀

        Seh ich das eigentlich richtig, dass Du nie auch nur angedeutet hast wie alt Du in etwa bist?

    • @ Sheera

      „Dazu hätt ich übrigens noch vorab eine logische Frage: wird irgendwo ein Geburtsvorgang beschrieben? Glaub ich nämlich eigentlich nicht. Bei all der Unlogik bezüglich der rückwärts-laufenden Zeit stellt einen der Umstand, ein Baby zurück in den Geburtskanal pressen zu wollen, (beschreibungs-)technisch doch sicher vor größte Schwierigkeiten…“

      Es ist einige Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe und ich weiß leider nicht mehr, ob überhaupt darauf eingegangen wurde, was mit den Menschen am Ende des durch die rückwärtslaufende Zeit bedingten Verjüngerungsprozesses passiert. Ich glaube, die verschwinden irgendwie.
      Es sind auch nur bestimmte Aspekte, hinsichtlich derer die Zeit rückwärts läuft und andere nicht, sonst wäre die Handlung nicht in der beschriebenen Weise möglich.
      Ja, über ein paar unlogische Dinge und offene Fragen muss man bei diesem Buch hinweglesen, aber ich fand es trotzdem gut.

      „In Deiner Heim-Bibliothek könnt ich sicher Monate, wenn nicht gar Jahre zubringen.“

      Damit könntest du Recht haben.

      „Seh ich das eigentlich richtig, dass Du nie auch nur angedeutet hast wie alt Du in etwa bist?“

      Ja, mit persönlichen Infos halte ich mich weitgehend zurück.

  11. Da Schöngeist Chomskyy einen Kulturthread vorgeschlagen hat, erlaube ich mir, in der Rubrik „Selbermachsamstag“ ab und an ein wenig Kültür vorzustellen, also keine Sperrmüllsammlungen à la documenta Kassel (Grussel), verbunden mit ein wenig Patriarchatspropaganda (damit die Ischen kapieren, was das war, das Patriarchat – Matriarchate bauen weder Paläste noch Kathedralen, vielleicht nicht mal Donnerbalken für die süßesten Hintern der Welt).

    Da ich hier vor kurzem André Le Nôtre, den Gartenarchitekten Ludwigs XIV., erwähnte, hier eines seiner Meisterwerke: der Park von Schloss Chantilly bei Paris, auf der Luftaufnahme das Schloss und das es umgebende Wasserparterre

    Quelle:

    http://loveisspeed.blogspot.de/2012/09/the-chateau-de-chantilly-is-historic.html

    Chantilly war die Residenz der Herzöge von Bourbon-Condé, einer Seitenlinie der regierenden Dynastie der Bourbonen.

    Das Schloss, einst eines der Meisterwerke des französischen Barockklassizismus, entworfen von Jules Hardouin-Mansart, wurde in der Revolution (scheix Veranstaltung das) zerstört, im späten 19. Jhdt. wieder aufgebaut auf den alten Grundmauern, in Neorenaissance (na ja, besser als nichts).

    Nur das kleine Schloss (der niedrigere Dreiflügelbau in später Renaissance) links neben dem großen blieb unzerstört erhalten und in ihm eines der schönsten Raumensembles des frühen Rokoko, die Wohnung von Herzog Henri de Bourbon-Condé, Premierminister Ludwigs XV., entworfen von Hardouin-Mansarts Schüler und Nachfolger auf der Baustelle Chantilly, Jean Aubert (um 1720), hier einer der schönsten Räume dieser Raumflucht, das Affenkabinett:

    Quelle:

    http://www.domainedechantilly.com/en/domaine-de-chantilly/condé-museum-château/prince-apartments/grand-apartments/monkey-room

    Ein Äffchen aus dem Kabinett (Wandvertäfelungen bemalt von Christophe Huet)

    Quelle:

    http://loveisspeed.blogspot.de/2012/09/the-chateau-de-chantilly-is-historic.html

    Der Architekt Jean Aubert entwarf und baute für Henri auch den gewaltigen Marstall, vielleicht die schönste Pferdeunterkunft in ganz Europa (vor dem Schloss an der Auffahrt).

    Quelle:

    http://incrediblyfrench.blogspot.com/2012/04/welcome-to-he-capital-of-horses.html

    Zeitgenossen spotteten, der Herzog müsse wohl an Seelenwanderung glauben, wenn er seinen Rössern einen solchen Palast hinstelle (sie setzten voraus, dass seine Königliche Hoheit wohl selbst als Riesenross wiedergeboren werden würde und deshalb bereits bei Lebzeiten für eine standesgemäße Unterkunft sorgen wolle).

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