Selbermach Samstag XXI

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

68 Gedanken zu “Selbermach Samstag XXI

  1. Selbermach-Samstag – Juchhuuuuuh, endlich kriegt das Böse wieder ein Paar hinter die Löffel – konstruktiv Aggressionen ablassen, sag ich nur! Diesmal kriegt auch der Neoliberalismus sein Fett ab, und zwar hochverdient.

    Also, zum Thema #Aufschrei noch:

    http://cuncti.net/streitbar/365-sexismus-die-neue-pruederie (von Prof. Amend)

    http://www.online-software-development.de/de/blog/post/aufschrei-anspruch-und-die-verzerrte-wirklichkeit

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/02/analyse-die-wahrheit-uber-die-aufschrei.html

    Alles sehr lesenswert, wer es noch nicht gelesen hat bzw. auf den entsprechenden Seiten nicht regelmäßig reinschaut.

    Watt wa noch? Ach ja. Birgit Kelle mal wieder – brilliant:

    http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5847-reaktionen-nach-dann-mach-doch-die-bluse-zu

    (bezog sich noch u. a. auf diesen ziemlich bekannten Artikel: http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5805-bruederle-debatte-und-sexismus)

    Dann u. a. von ihr über Familienpolitik:

    http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/11708-familie-im-kapitalismus

    http://www.bild.de/politik/kolumnen/hugo-mueller-vogg/das-muss-doch-mal-gesagt-werden-28436844.bild.html

    http://www.faz.net/aktuell/politik/familienpolitik-die-hausfrau-weder-leitbild-noch-feindbild-12052250.html

    Alles lesenswert – mich dazu genau positionieren will ich mich dazu heute nicht. Wenn ich sowas poste, muss ich natürlich nicht in allen Punkten derselben Meinung sein, ich halte es nur eben für lesenswert.

    Extrem lesenwert ist das hier noch:

    http://man-tau.blogspot.de/2013/02/gewalt-ist-mannlich-weil-gewalt.html

    …und auch der Kommentar von Arne Hoffmann:

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/02/professor-unrat-gewalt-ist-mannlich.html

    Schreibt’s euch hinter die Ohren, Jungs: Wenn euch eine Frau eine runterhaut, dann habt ihr dieser Gewalt angetan und nicht umgekehrt!!!

    Schönes Wochende, Zeit zum (Endlos-)Diskutieren habe ich heute nicht.

    • ich würde gerne mal ein heikles Thema ansprechen, was irgendwie niemand mit mir diskutieren will, ( wird einfach abgestritten) . Es ist viel zu lesen ,aber ich bin fast von Stuhl gefallen, vor Schreck, wie schwer sich Frauen das Leben selbst machen, und warum die Emanzipation an ihre Grenzen stößt. Wurde alles logisch, als ich das las , Es geht um die Sozialisierung der Frau. Ungeschriebene Gesetze, die von Gleichberechtigung noch nie was gehört haben !!!
      http://non-commercial.com

      • @ K. Admin

        Da Menschen ganz fundamental Egoisten sind (ALLE, die einen mehr, die anderen weniger, die einen bewusster, die anderen unbewusster), konkurrieren heterosexuelle Männer gegen Männer um Frauen und Frauen um Männer, unausweichlich.

        Deshalb ist die Sisterhood/Brotherhood eine große Illusion.

        Allianzen sind möglich, interessegeleitet, wenn man gemeinsame Ziele durchsetzen will, deren Erreichen wieder direkt oder indirekt (Statusgewinn, Geltungsbedürfnis bedienend – ICH BIN EIN GUTER MENSCH!!!), mehr aber auch nicht, in der Regel.

        Am Ende sucht das Alphaweibchen das bestmögliche Alphamännchen und umgekehrt, will sich das Weibchen daher als Bienenkönigin präsentieren und durchsetzen – und sei es durch penetrantes Gutmenschentum.

        Damit es vom bestmöglichen Männchen als die Schönste, Liebste, Fürsorglichste, Geilste, was weiß ich (Wertekataloge wechseln mit den Moden, Zeiten, Kulturen – aber auch nur begrenzt, sie sind nicht beliebig, müssen schon zu elementaren Instinkten der anderen Seite und in einem selbst passen) WAHRGENOMMEN wird.

        Je mehr Männer und Frauen in immer mehr Bereichen „zusammenarbeiten“, desto stärker scheint mir wird dieses Konkurrieren der Männer um Frauen, der Frauen um Männer werden.

        Ein Element der Spannung, der Aggression – es gibt keine Ruhezonen mehr.

        Das alles mit der üblichen Rhetoriksauce aus der Gutmenschenküche zuzukleistern, hilft nicht, schaltet unsere Instinkte nicht ab, setzt die unterirdische Plattentektonik, die da schiebt und drückt, nicht außer Kraft – Pädagogengewäsch.

        • Nein, so ist es nicht, wie uns die Theorie vom komparativen Vorteil lehrt. Krugmann hat das dahingehend erweitert, dass er den entsprechenden Lernprozess dahin beschreibt (Stichwort Krugman Dutch DIsease, dynamic comparative advantage).

          Im Zuge des Konkurrenzkampfes erobert man Nischen und innerhalb dieser Nische findet dann kein Konkurrenzkampf mehr statt, sondern Kooperation.

        • @ Dummerjan

          Ich rede hier von der männlichen und weiblichen Psyche, nicht von Volkswirtschaften und deren Akteuren.

          Wenn ich in eine Gruppe Männer eine Frau dazu gebe bzw. in eine Gruppe Frauen einen Mann, ändert sich das Beziehungsmuster – unweigerlich.

          Männer beginnen – bewusst oder unbewusst – um die Frau(en) zu konkurrieren, Frauen um den Mann/die Männer.

          Halbwegs attraktive Exemplare der Gattung vorausgesetzt.

          Diese Konkurrenz schafft Probleme.

          Ich nehme an, dass dies der Grund ist, warum die Lebenswelten von Männern und Frauen in vielen Kulturen so getrennt sind.

          Das reduziert Spannungen.

        • „Männer beginnen – bewusst oder unbewusst –
          um die Frau(en) zu konkurrieren, Frauen um den
          Mann/die Männer.“

          Deshalb sind gemischte Teams in der
          Berufswelt nie wirklich effizient.
          Minimale Attraktivität vorausgesetzt,
          spielt immer eine erotische Komponente
          mit. Damit rückt die eigentliche Aufgabe
          in den Hintergrund.

        • @ Red Pill

          *Damit rückt die eigentliche Aufgabe
          in den Hintergrund.*

          Ich denke, da rückt noch einiges mehr in den Hintergrund. In gemischten Teams neigen Männer dazu, sich dadurch zu profilieren, dass die die Frauen des Teams („UNSERE Frauen“) in besonderer Weise privilegieren und schützen wollen, es ihnen eher besonders angenehm machen wollen („die starken Männer“ des Teams – während die „schwachen“ umso bissiger gerade gegenüber den Frauen werden, bei denen sie eh keine Chancen haben, aber sie sehen, wie die „starken“ = attraktiven Männer um die Frauen herumsumsen, fühlen sich doppelt und dreifach zurückgesetzt.

          Die starken Männer werden es verstehen, jedes Team zum Frauenförder-und Schutzteam zu machen, jede Organisation zur Frauenförder-und Schutzorganisation zu machen.

          Im Zusammenspiel mit den „starken“, sprich hübschen, attraktiven Frauen.

          So dass am Ende eine Organisation mehr damit beschäftigt ist, die Frauen an Bord so effizient und umfassend wie möglich zu schützen und zu versorgen anstatt so effizient wie möglich die Aufgaben zu erfüllen, zu deren Erfüllung das Team/die Organisation einmal gegründet wurde > schleichender Effizienzverlust > sinkende „Kampf“- und Wettbewerbsfähigkeit.

          Wie sagte van Creveld, l’historien maudit: „Wo Frauen sind, wird kaum gekämpft, wo gekämpft wird, sind kaum Frauen.“

          Gilt auch für das Wirtschaftsleben.

          Wo in scharfer Konkurrenz um Kunden auf offenen Märkten gekämpft werden muss, findet man viel weniger Frauen als in den Bereichen, deren Einnahmen gesichert sind via Gebühren/Steuern/Beiträge, die mit Staatsmacht eingetrieben werden, die also vom Staat „erkämpft“ werden.

          Eingetrieben übrigens vor allem von Männern, die ihrerseits wieder diese Einnahmen erkämpfen müssen.

          Zunehmend quotenbehindert und mit frauenfördernd begrenztem Schaum.

        • @roslin:
          Da die Theorie des komparativen Vorteils darauf beruht, dass Volkswirtschaften ausstattungen besitzen und am Markt konkurrieren, kann dies durchaus als Modell für Menschen dienen, die bestimmte Ausstattungen besitzen und um Ressourcen konkurrieren – gleiches Frage, gleiches Muster,gleiches Modell.

          Es zeigt aber, dass Konkurrenz bei mehrdimensionaler Ausstattung, d.h. mehr ale eine relevante Ressource/Fähigkeit existiert, viel weniger Konkurrenzorientiert ist als man vermuten mag.

      • @K.Admin:

        In dem von Dir verlinkten Artikel steht:

        „… es ist mir wichtig festzustellen, dass es sich heute Politikerinnen und Politiker wieder leisten können, sowohl in ihren Wahlkämpfen, und da zeigen sie sich ja meist von ihrer besten Seite, als auch in ihrer Tagespolitik, Frauen als Zielgruppe, als Wählerinnen, als Adressantinnen ihrer Politik einfach zu ignorieren, einfach komplett zu vernachlässigen.“

        Meine Frage ist: Weißt du zufällig, wann und wo das nächste Raumschiff zu dem Planeten der Autorin geht?

        Denn von meinem Planeten (Sol III, Orion-Arm, Milchstraße, gleich neben dem malerischen Dreifachsystem) kann die Autorin nicht schreiben.

    • @Matthias
      Danke für die Verlinkung und die Empfehlung!

      Und Entschuldigung an den Bösen Wolf, gleich unten, wegen des Blutdrucks. Das Zitat war einfach zu schön und konnte selbst aus gesundheitlichen Rücksichten nicht weggelassen werden.

        • @ Adrian

          ich wuerde mich nicht zu frueh freuen..

          Die Zeit vor dem NS war fuer Schwule und Lesben fuer damalige Verhaeltnisse eine recht tolerante Zeit, so in der 20gern.

          10 Jahre spaeter sah es dann anders aus. Wenn die Zeiten schlechter werden und Suendenboecke gebraucht werden ist die Toleranz ganz schnell vorbei.

        • @ basti
          Die Toleranz der 20er war auf einige wenige Großstädte beschränkt, in der Homos zum ersten Mal eine Nischenkultur entdeckten, beschützt durch eine kurze Phase allgemeiner exzessiver Lebensfreude und Ausschweifungen.

          Mittlerweile ist viel mehr passiert: Homos haben ein Gesicht bekommen. Sie sind zu (Mit-)Menschen geworden.

          Was natürlich passieren könnte ist die Transformierung unserer Kultur und Gesellschaft in religiöse Barbarei, wie es etwa mit der antiken Welt geschehen ist.

        • Adrian schrieb:

          „Was natürlich passieren könnte ist die Transformierung unserer Kultur und Gesellschaft in religiöse Barbarei, wie es etwa mit der antiken Welt geschehen ist.“

          Ich nehme das mal als Stichwort zum Thema „Religion und Gesellschaft“. Hier ein Hinweis auf ein paar interessante Artikel zu diesem Thema, die den Atheisten auf diesem Blog tendenziell entgegenkommen dürften (ich selbst bin kein Atheist, sondern Agnostiker):

          Ein zu hohes Maß an Religiösität innerhalb einer Gesellschaft begünstigt das Anwachsen sozialer Ungerechtigkeit (samt zahlreicher negativer Nebenfolgen), meint der Wissenschaftsjournalist Rüdiger Vaas und präsentiert hierzu eine Zusammenfassung der Ergebnisse einiger Studien in der Bild der Wissenschaft Nr. 1, 2013, S. 58-65.

          http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=316551&template_id=9531&query_id=9532

          http://wissen.dradio.de/religion-glaube-verdirbt-die-gesellschaft.38.de.html?dram:article_id=234240

          „Religiöse Menschen glauben nicht nur, sie glauben vor allem auch an die Vorteile ihres Glaubens: Er mache sie gesünder, friedlicher und gerechter. Studien widerlegen diesen Glauben.
          Sie kommen zum Ergebnis, dass es eine auffallende Korrelation gibt: In Gesellschaften mit mehr Gläubigen scheint es mehr Ungleichheit beim Einkommen zu geben. Auch scheint sich erhöhtes Beten in einer Gesellschaft eher negativ auf eine Reihe von Faktoren auszuwirken, darunter Arbeitslosigkeit, Armut, Übergewicht, Alkoholismus, Abtreibungen, Teenager-Schwangerschaften und Suizide.
          Nicht nur Korrelation, auch Kausalität
          Dabei stellt sich die Frage, ob hier lediglich eine Korrelation vorliegt, oder ein kausaler Zusammenhang. Auf letzteres deuten Studien hin. Sie rechnen statistische Verzerrungen heraus, die bislang nicht berücksichtigt wurden. Offensichtlich sei die Datenlage heute besser als noch vor einigen Jahren, befindet Rüdiger Vaas nach Sichtung der Forschung.
          Glaube an naturgegebene Ungerechtigkeit
          Hauptgrund für die schlechten Auswirkungen von Glauben sind die Einkommensunterschiede: Religiöse Menschen nehmen sie eher in Kauf und sprechen sich eher für eine geringere Besteuerung aus. Dann jedoch steht dem Staat weniger Geld zur Verfügung, um Ungleichheit abzufedern. Die Gesellschaft driftet dann auseinander, mit allen schlimmen Konsequenzen. Nur eine gute Nachricht gibt es für Religiöse: Tiefer Glauben wirkt sich offenbar wirklich förderlich auf die Gesundheit aus. Der ab und an Zweifelnde allerdings sollte vielleicht besser joggen gehen.“

          Die Originalartikel hierzu aus der Bild der Wissenschaft sind noch nicht online einsehbar.
          Ein interessantes Interview mit dem Autor zu diesem Thema findet sich allerdings auf Youtube:

        • @ Leszek
          Ich würde hier differenzieren. Es kommt m. E. sehr stark an, was für einen Gott die jeweilige Religion anbetet.
          Wenn ich den für seinen Zeitraum eher „linksradikalen“ Jesus anbete, werde ich anders glauben, als wenn ich an eine „reine“, unberührte Jungfrau Maria glaube.

          Meiner Meinung nach besteht die größte Gefahr durch monotheistische Religionen in ihrem Gottesbild: Gottes Gebote als nicht erreichbares Ideal; ein Gott, den man nicht in Frage stellt und dessen Motive man nicht hinterfragt. Und natürlich die Genuss- und Lustfeindlichkeit, die uns durch das Dogma mit eben jener Jungfrau Maria aufgehalst wurde.
          Der „klassische“ monotheistische Gott ist entmenschlicht, er hat keine Schwächen.

          Im Übrigen ein schöner Kontrast zu den antiken Göttern, die soffen und hurten, sich des Lebens freuten und Fehler machten.

        • @ Adrian

          *Im Übrigen ein schöner Kontrast zu den antiken Göttern, die soffen und hurten, sich des Lebens freuten und Fehler machten.*

          Deshalb waren die antiken Gesellschaftena auch so gewaltfrei und egalitär (Sparta, Athen, Rom – um nur die zu nennen).

          Es ist eigentlich ein Menetekel erster Güte für areligiöse Gesellschafen, dass es solche nachhaltig betrieben in der Menschheitsgeschichte noch nie gab.

          Unser Modell ist nicht nachhaltig überlebensfähig.

          Weder der Konsumismus ist durchhaltbar, der heuschreckengleich die Erde kahl frisst, der mir aber zwingend nötig scheint, um die Sinnleere, die Todesangst, die Angst vor dem Fall in’s Nichts zu betäuben, die Angst vor dem unausweichlichen Ende des Genusses durch Alter, Krankheit, Sterben, Tod noch unser Fortpflanzungsverhalten (bei den einen zu viel, bei den anderen, gerade den Reichen/Areligiösen, zu wenig).

          Das Ende beider Entwicklungen ist absehbar.

          Und an beiden Enden nicht erfreulich.

          Wenn nicht noch ein technologisches Wunder geschieht/gemacht wird.

        • @ Roslin
          „Deshalb waren die antiken Gesellschaftena auch so gewaltfrei und egalitär (Sparta, Athen, Rom – um nur die zu nennen).“

          Immerhin zehren wir immer noch von der antiken Philosophie und Wissenschaft.

          „Es ist eigentlich ein Menetekel erster Güte für areligiöse Gesellschafen, dass es solche nachhaltig betrieben in der Menschheitsgeschichte noch nie gab.“

          Was heißt das schon? Wir haben auch noch nie soviel gewusst. Wo Wissen wächst, schwindet Gott.

          „Unser Modell ist nicht nachhaltig überlebensfähig.“

          Mag sein. Aber die Menschheit an sich auch nicht. Wir sterben sowieso irgendwann aus. Bis dahin ist es besser in einer Welt zu leben, in der man glauben kann und nicht glauben muss.

          „um die Sinnleere, die Todesangst, die Angst vor dem Fall in’s Nichts zu betäuben, die Angst vor dem unausweichlichen Ende des Genusses durch Alter, Krankheit, Sterben, Tod noch unser Fortpflanzungsverhalten (bei den einen zu viel, bei den anderen, gerade den Reichen/Areligiösen, zu wenig).“

          Sinn im Leben muss man suchen, gegen Sterben hilft auch Gott nicht, der Tod ist ein ewiger Schlaf, und was Krankheiten anbelangt, suche ich lieber einen Arzt als eine Kirche auf.

        • Im Übrigen finde ich diese implizierte Unterstellung, ein Leben ohne Gott sei sinnlos, nicht lebenswert und letzlich amoralisch fast schon eine Frechheit.

          Wenn ich mich bei französischen Wein über Politik, Philosophie und Wissenschaft unterhalten, über Blumenwiesen laufen, den Klängen der „Ballade pour Adeline“ lauschen und die evolutionäre Schönheit eines männlichen Gesäßes begutachten kann – wozu brauche ich dann den Vatikan und seine Geschichten?

        • tja wers glaubt wird selig oder wie heißt das so schön und vom glauben brauchste sehr viel für diese these.

          zu behaupten beten (also reden mit gott) führt zu „…Arbeitslosigkeit, Armut, Übergewicht, Alkoholismus, Abtreibungen, Teenager-Schwangerschaften und Suizide….“

          es gibt derart viele parameter die auf armut einfluss nehmen, wie schuldbildung oder grundsätzlich der zugang zu bildung….

          sorry aber wie muss jemand drauf sein der soetwas ernsthaft pauschal über religion behauptet?

          insofern gebe ich adrian recht hier differenzierung zu fordern aber das wird nicht passieren. es würde nur passieren wenn christen am ende schlecht aussehen würden wenns jemand anderes wäre würde aus PC gründen geschwiegen.

          @adrian

          das was du „Genuss- und Lustfeindlichkeit“ nennst, kommt aus der griechisch/atheistischen kultur der damaligen zeit. es hat keinen biblischen ursprung du kannst ja mal das hoheslied (hoheslied salomons an seine frau) lesen.

          auch möchte ich daraufhinweisen das nur im islam gott nicht infragegestellt werden darf, den der bibel kannste fragen was du willst und wann immer du das willst.

          und was die gebote angeht kommt es draufan wann du hinschaust. abraham hatte keine gebote in deinem sinne, das volk israel hatte die wahl. die mosaischen gesetze war auch so eine grundgesetz mit gewaltenteilung.(land konnte verkauft werden aber alle 50jahre mußte es zurückgegeben werden ergo konnte sich kein grundbesitz in einer hand sammeln) offensichtlich wiederspricht das der pauschalen aussage über religion und gesellschaftlichen unterschieden.
          oder meinste die unmenschlichen gebote im neuen testament:
          Galater 5,14 Denn das ganze Gesetz ist in „einem“ Wort erfüllt, in dem »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!«

          nach welchem grundsatz lebst du wenn ich fragen darf?

          interessant finde ich aber „…“linksradikalen” Jesus anbete…“ heute werden die positionen von jesus ganz anders bezeichnet ….

        • @ holger
          „das was du “Genuss- und Lustfeindlichkeit” nennst, kommt aus der griechisch/atheistischen kultur der damaligen zeit“

          Die Griechen und Atheisten. Natürlich! Wer sollte auch sonst Schuld haben? Das Christentum dagegen ist berühmt für seine Genuss- und Lebensfreude, nicht zu reden von seinem entspanntem Verhältnis zum Sex. Der Vatikan ist ja auch die reinste Partyhölle. Halleluja!

          „den der bibel kannste fragen was du willst und wann immer du das willst.“

          Gut, dann frage ich ihn, warum er sich nicht um seine eigenen Kram kümmern kann.

          „nach welchem grundsatz lebst du wenn ich fragen darf?“

          Nach einem einfachen Grundsatz:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel

        • @ Adrian

          *Was heißt das schon? Wir haben auch noch nie soviel gewusst. Wo Wissen wächst, schwindet Gott.*

          Das ist ja auch eine aufklärerische Illusion, zutreffend nur für die im Weltmaßstab dahinschwindenden europäischen Völker, die im Zeichen der „Aufklärung“ (linke und rechte Moderne) zwei Selbstmordversuche im 20.Jhdt. hinter sich gebracht haben, die vielleicht doch erfolgreich waren.

          Überall sonst auf der Welt boomt Religion, gerade mit der Modernisierung (USA, Indien – Hindunationalismus, islamische Welt – es ist kein Zufall, dass die Fundamentalisten oft Medizin und Ingenieurwissenschaften studierten, gerade NICHT Theologie, gerne auch im Westen).

        • @ Roslin
          1. und 2. Weltkrieg im Zeichen der Aufklärung. Ja, da hast Du wohl Recht. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie Wilhelm II. und Hitler mit dem Slogan „Für Kant und Vaterland“ in den Krieg gezogen sind.

          „Überall sonst auf der Welt boomt Religion“

          Das heißt nicht, dass es etwas Gutes ist.

          „dass die Fundamentalisten oft Medizin und Ingenieurwissenschaften studierten, gerade NICHT Theologie, gerne auch im Westen“

          Und ich bin sicher, beim Studium der Medizin und der Ingenieurwissenschaften wurde Ihnen der Fundamentalismus beigebracht…

        • @ Adrian

          *1. und 2. Weltkrieg im Zeichen der Aufklärung. Ja, da hast Du wohl Recht. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie Wilhelm II. und Hitler mit dem Slogan “Für Kant und Vaterland” in den Krieg gezogen sind.*

          Nationalismus ist eine Frucht der französischen Revolution, ebenso wie die Konkurrenz der imperialistischen Staaten vor dem 1. WK eine Frucht des verrotteten Sozialdarwinismus der Epoche ist – keine christlichen Konzepte, sondern konzepte einer verderbten Aufklärung, einer korrumpierten Wissenschaft.

          Auch die Rassenlehre der Nazis verstand sich als angewandter Darwinismus, als Wissenschaft, nicht als Religion, an die mit religiöser Inbrunst GEGLAUBT wurde.

          Die „Ungläubigen“ sind ja nicht ungläubig, in aller Regel.

          Auch der Marxismus-Leninsmus-Stalinismus ist verderbte Wissenschaft im Range einer Säkularreligion, ebenso wie Feminismus/Gender Studies.

          Den Menschen von der Religion zu befreien ist vergeblich.

          Er fällt bestenfalls (oder schlimmstenfalls, wie Nazis und Stalinisten/Maoisten beweisen) vom einen Glauben ab, nur um sich einem anderen zuzuwenden (und sei es der Glaube, es gäbe keinen Gott).

        • @ kareem

          *diesen Link über die beginnende Genderung der katholischen Kirche zu bringen:*

          Na ja, die deutsche, kirchensteuergemästete Katholische Kirche ist ein Kapitel für sich.

          Sie will halt „modern“ sein, von den Müllstrommedien auch mal gestreichelt werden.

          Halt so wie die CDU/CSU.

        • @Adrian

          »Wir haben auch noch nie soviel gewusst. Wo Wissen wächst, schwindet Gott.«

          Dieses „Wir“ ist eine sehr schwammige Größe.

          Die mit Abstand meisten Menschen sind rein intellektuell überhaupt nicht in der Lage das Wissen unserer Zeit zu erfassen. Diese Menschen können weder kleinere Probleme an ihrem Auto oder an ihrem Computer beheben noch können sie ihre Zentralheizung nach einem Stromausfall wieder anfahren.

          Selbst jener kleinere und klügere Teil der Menschheit, die ein Fachgebiet überblicken können, scheitert regelmäßig daran, dieses Wissen sinnvoll umzusetzen. Sinnvoll im Sinne von mittelfristig nutzbringend, selbsterhaltend oder prägnant mit meinem Lieblingsunwort ausgedrückt: Nachhaltig.

          Als Beispiele für diesen Teil der menschlichen Spezies möchte ich hier den westlichen Durchschnittsarbeitgeber nennen: Er bevorzugt aufgrund kurzfristiger und betriebswirtschaftlicher (also mikroökonomischer) Optimierung Kinderlose zu Lasten von Eltern. Mit scheinbar gutem Grund: Kinderlose müssen ihre Zeit und ihr Engagement nicht zwischen Karriere und Kindern aufteilen.
          Auf längere Sicht fördert der westliche Durchschnittsarbeitgeber so aber genau den Fachkräftemangel, der jetzt beginnt, ihm Probleme zu bereiten.

          Oder unsere Kinderlosen: Es ist ganz offensichtlich dass deren private Rentenversicherung wertlos sein wird, weil es die Menschen, die den Gegenwert erarbeiten müssen, nicht gibt weil sie nie geboren wurden. Versuche diesen einfachen Fakt einem Kinderlosen vorzurechnen, sind selbst bei Mathematikern gescheitert.

          Oder unsere Feministen: Sie müssten wissen, dass ihre #aufschreie und Kampagnen erlogen, verlogen oder mindestens krass übertrieben sind. Sie müssten wissen, dass sie mit ihren #aufschreien und Kampagnen, mit ihren absurden Forderungen ihre eigene Glaubwürdigkeit, ihren eigenen Kredit untergraben und ihre Gegner stark machen. Dennoch kenne ich keine Frau (von Feministin ganz zu schweigen) die freiwillig sagen würde, dass es genug ist. Ich kenne noch nicht mal eine Frau, die eine endliche Liste von konkreten Forderungen hätte, die erfüllt werden müsste, damit es genug ist.

          Da hast recht: Wissen macht frei. Leider sind die meisten Menschen der Freiheit nicht gewachsen sondern brauchen klare, externe Signale um verantwortlich, d.h. gegen ihre kurzfristigen Interessen für ihre mittel- und langfristigen Interessen handeln zu können.
          Ich würde es begrüßen, wenn sich weltliche Institutionen wie z.B. eine Bundeskanzerlin oder ein Bundespräsident finden würden, die sich bereit finden würden, die o.a. einfachen Wahrheiten einmal öffentlich zu sagen.
          Inzwischen wäre ich aber auch glücklich, wenn ein Bischof diese Aufgabe übernähme.
          Ehrlich gesagt: es dürfte inzwischen meinetwegen sogar ein katholischer Bischof sein.

          Soviel zum Wissen.

          »Mittlerweile ist viel mehr passiert: Homos haben ein Gesicht bekommen. Sie sind zu (Mit-)Menschen geworden.«

          MIt-Mensch zu sein hat geschichtlich gesehen noch nie vor irgend etwas beschützt. Eher im Gegenteil.

          Wenn (nicht falls) die wirtschaftliche Lage schlechter als heute (also immer noch weit entfernt von wirklich schlecht) wird, dann werden die Menschen in guter Tradition nicht Ursachen sondern Schuldige suchen.
          Schuldig sind _immer_: DIE ANDEREN™. Zu DEN ANDEREN™ gehört, wer irgendwie anders ist. Je offensichtlicher, desto ANDERER™.
          Also wird in absehbarer Zeit wieder mal die Mehrheit ihre Minderheit suchen und die dafür büßen lassen, dass sie irgendwie anders ist.
          Ich möchte dann nicht die „falsche“ Hautfarbe haben oder für die „falsche“ sexuelle Orientierung bekannt sein. Ehrlich gesagt möchte ich dann nicht mal als Ex-Alphamädchen bekannt sein.

        • @ Bellator

          *Leider sind die meisten Menschen der Freiheit nicht gewachsen sondern brauchen klare, externe Signale um verantwortlich, d.h. gegen ihre kurzfristigen Interessen für ihre mittel- und langfristigen Interessen handeln zu können.*

          Das ist meiner Ansicht nach der Grund, warum es areligiöse Gesellschaften in der Geschichte nicht gab.

          Sie sind nicht nachhaltig erfolgreich zu betreiben.

          Religionen entscheiden gewisse Fragen, die durch eigenes Nachdenken schwer zu entscheiden sind, vor, geben so auch nicht so klugen Menschen (die Masse der Bevölkerung) „heilsame“ Verhaltensmuster vor, die es einer Gesellschaft langfristig erfolgreich zu sein erlauben.

          In einer areligiösen, freien Gesellschaft treffen viel zu viele Menschen in eigener (Un-)Vollkommenheit viel zu viele dumme Entscheidungen, die über kurz oder lang zum Untergang dieser Gesellschaft, zumindest der freiheitlichen Komponente in ihr, führen.

          Das scheint mir der evolutionäre Vorteil von Religion zu sein, der Grund, warum sich areligiöse Gesellschaften kaum gebildet, jedenfalls nicht durchgesetzt haben.

          Und um die areligiösen Gesellschaften des Westens, zumindest um die Areligiösen in ihnen, ist es, was Zukunftsfähigkeit (KINDERZAHL!) anlangt, auch nicht gut bestellt.

          *Wenn (nicht falls) die wirtschaftliche Lage schlechter als heute (also immer noch weit entfernt von wirklich schlecht) wird, dann werden die Menschen in guter Tradition nicht Ursachen sondern Schuldige suchen.*

          Das passiert ja ständig.

          Auch wenn die wirtschaftliche Lage noch gut ist.

          Die Erfolglosen konstruieren immer (teils zu Recht, meistenteils zu Unrecht) DEN ANDEREN, dessen Verschwörung schuld sein soll an ihrer Erfolglosigkeit (mal sind das Juden, Farbige, Armenier, Chinesen, Inder etc., also Juden in christlichen Ländern – Sündenböcke für die Christen/“Arier“, Inder in Uganda/Tansania, Chinesen in Südostasien etc.).

          Wir haben es fertig gebracht, den weißen heterosexuellen Mann als den Anderen zu konstruieren, den Schuldigen für die „Erfolglosigkeit“ der Frauen, der Minderheiten, für Kolonialismus, Sklaverei, Umweltverschmutzung, Krieg, Kapitalismus, Patriarchat, Vergewaltigung usw.

          Den muss man bekämpfen/entmachten und schon wird das Paradies erreichbar sein.

          Dumm nur, dass es vor allem der weiße, heterosexuelle Mann ist, der in westlichen Gesellschaften den Wohlstand erarbeitet.

          Wenn er abdankt, dankt unser Wohlstand ab

          Dann fängt das Konstruieren des Anderen nicht an, sondern der Andere wird jetzt „nur“ wesentlich gewaltsamer/blutiger bekämpft, dem wesentlich höheren Aggressionslevel in einer armen Gesellschaft, in der der Kampf um’s Überleben Alltag ist, geschuldet.

          Es drohen Bürgerkrieg, ethnisch-kulturelle Säuberungen, Völkermord.

        • Unser Modell ist nicht nachhaltig überlebensfähig.

          Weder der Konsumismus ist durchhaltbar, der heuschreckengleich die Erde kahl frisst, der mir aber zwingend nötig scheint, um die Sinnleere, die Todesangst, die Angst vor dem Fall in’s Nichts zu betäuben, die Angst vor dem unausweichlichen Ende des Genusses durch Alter, Krankheit, Sterben, Tod noch unser Fortpflanzungsverhalten (bei den einen zu viel, bei den anderen, gerade den Reichen/Areligiösen, zu wenig).

          Ach, Roslin, Sie haben auch nichts Neues auf Lager. Ihre Faktenresistenz und Verleugnung erreichen schon feministische Maßstäbe.

          Sind die USA eine areligiöse Gesellschaft? Wie war das noch mal mit dem Calvinismus und dem Kapitalismus? Religion scheint Ihr Allheilmittel zu sein.

          Für die Reflektierten: Es ist irrelevant, ob man gläubig, Atheist oder Agnostiker ist. Jeder Lebensentwurf kann zu guten Ergebnissen führen bzw. sind diese Einstellungen völlig irrelevant hinsichtlich der menschlichen Destruktivität.

          Immer schön weiter die Augen verschließen, Roslin. Ist doch so schön. Es ist traurig, daß Sie so sehr auf Argumentativität pochen und sich über Feministinnen aufregen, selbst aber hier ein ähnliches Niveau zustande bringen.

        • @ kirk

          *Sind die USA eine areligiöse Gesellschaft? Wie war das noch mal mit dem Calvinismus und dem Kapitalismus? Religion scheint Ihr Allheilmittel zu sein.*

          Von welchen USA reden wir denn?

          Die akademischen/politischen Eliten sind weithin areligiös, die führende Schicht des Landes ist mehrheitlich areligiös.

          Nur die Wählerschaft ist es weithin nicht.

          Weshalb diese Eliten diese Wähler auch mit denkbar großem Zynismus betrachten, als zu manipulierende Manövriermasse ihrer eigenen Eliteninteressen betrachten – da gleichen sie Republikaner und Demokraten weithin.

          Wenn die einen auch die Interessen der Kapitaleliten favorisieren (BIG MONEY), die anderen die der Akademia (Amerikas Universitäten sind BIG BUSINESS) und der Staatsbürokraten/staatlich subventionierten Sozialingenieure – BIG GOVERNMENT).

          Beide müssen sie ihren herzlich verachteten „thumben“ Wählern ein wenig nach dem Munde reden und das heißt: Öffentlich fromm sein, Babys tätscheln und besorgt gucken, wenn man sich die Nöte und Sorgen der kleinen Leute anhört.

          Deshalb schwätzt man viel und laut, auch bei den Republikanern, über seine GLÄUBIGKEIT, ohne es an der Spitze wirklich zu sein.

        • @ Adrian

          Das mag sein zumindest in der Anfangszeit, aber mitlerweile holen die Leute ins Land um es zu islamisieren was sie mittlerweile sogar offen zugeben.

          Und dann werden die Homos die Ersten sein die am Kran haengen.

          Seht ihr Schwulen das nicht was auf euch zukommt?

    • @ Adrian

      Die CDU/DCSU haben “wir” auch bald in Sack und Tüten:

      Auf solche Windbeutel würde ich mich nicht verlassen. Prototypisch für derart Schleimer ist so mancher Pfaffe. Die haben mir in meiner Jugend beibringen wollen, dass Homosexualität und Selbstbefriedigung Sünde sei. Ich wusste schon damals, dass das alles Mumpitz ist. Die gleiche Bagage nennt mich heute ohne vernünftigen Anlass homophob, nur weil ich feminismuskritische Positionen vertrete, ohne dass Homosexualität je ein Thema war.

      Unser Modell ist nicht nachhaltig überlebensfähig

      @ Meister Roslin

      Wo bleibt das Gottvertrauen? Besorg Dir endlich besseren Stoff! 🙂

      • @ Meister Peter

        *Wo bleibt das Gottvertrauen? Besorg Dir endlich besseren Stoff! *

        Du meinst, ich sollte den Weihrauchlieferanten wechseln?

        Weniger Boswellia sacra, mehr schwarzer Afghane und roter Libanese?

        Oder doch grüner Türke?

        Ist Kiffen eigentlich politisch korrekt?

        Und mein Gottvertrauen äußert sich darin, dass ich keine Angst vor dem Tod habe (vor dem Sterben sehr wohl), auch keine Sorgen hinsichtlich der Zukunft der Katholischen Kirche.

        Wenn in 100 Jahren vom alten Europa noch eine Großorgnisation aufrecht stehen wird, wird das die Katholische Kirche sein.

        Bei den Gewerkschaften, der SPD/CDU/FDP & Co. KG samt EU bin ich mir da nicht sicher.

  2. Nicholas Wade bespricht in der NYT die Autobiographie von Napoleon Chagnon, ein Anthropologe, der die Yanomami (Indianervolk im Amazonasurwald) studierte und dabei zu politisch höchst unkorrekten Ergebnissen kam.

    *One of Dr. Chagnon’s discoveries was that warriors who had killed a man in battle sired three times more children than men who had not killed.
    His report, published in Science in 1988, set off a storm among anthropologists who believed that peace, not war, was the natural state of human existence. Dr. Chagnon’s descriptions of Yanomamö warfare had been bad enough; now he seemed to be saying that aggression was rewarded and could be inherited.
    A repeated theme in his book is the clash between his empirical findings and the ideology of his fellow anthropologists. The general bias in anthropological theory draws heavily from Marxism, Dr. Chagnon writes. His colleagues insisted that the Yanomamö were fighting over material possessions, whereas Dr. Chagnon believed the fights were about something much more basic — access to nubile young women.*

    Auch hier scheint also ein Link zu bestehen zwischen dem Lügengespinst der politischen Korrektheit und dem Marxismus als der Säkularreligion zahlreicher „Wissenschaftler“ in den Geisteswissenschaften.

    Allerdings haben sich auch die Salesianer Don Boscos offenbar an der Verteufelung von Chagnon beteiligt, ob aus marxistisch-befreiungstheologischem Grund – ich weiß es nicht.

    Dabei ist zu beachten, dass modernere Zivilisationen ja nur die männliche Aggression beim Kampf um den Zugang zu jungen, fruchtbaren Frauen weglenkten von der nackten, offenen zwischenmännlichen Gewalt (Töten im Kampf) hin zum Erwerb wirtschaftlicher Ressourcen, der bis vor kurzem (bis vor der Erfindung des Sozialstaates) die Fortpflanzungschancen erfolgreicher Männer ähnlich drastisch erhöhte wie das Töten eines Gegners dies bei den Yanomami heute noch tut (so sie noch als „glückliche, edle Wilde“ leben).

    Wieder zu Nicholas Wades Artikel in der NYT:

    *In his view, evolution and sociobiology, not Marxist theory, held the best promise of understanding human societies. In this light, he writes, it made perfect sense that the struggle among the Yanomamö, and probably among all human societies at such a stage in their history, was for reproductive advantage.
    Men form coalitions to gain access to women. Because some men will be able to have many wives, others must share a wife or go without, creating a great scarcity of women. This is why Yanomamö villages constantly raid one another.
    The raiding over women creates a more complex problem, that of maintaining the social cohesion required to support warfare. A major cause of a village’s splitting up is fights over women. But a smaller village is less able to defend itself against larger neighbors. The most efficient strategy to keep a village both large and cohesive through kinship bonds is for two male lineage groups to exchange cousins in marriage. Dr. Chagnon found that this is indeed the general system practiced by the Yanomamö.

    After overtaxing one of his informants, the shaman Dedeheiwä, about the reason for a succession of village fissions into smaller hostile groups, Dr. Chagnon found himself rebuked with the outburst, “Don’t ask such stupid questions! Women! Women! Women! Women! Women!”*

    Das ist natürlich purer, böser, schröcklich unsoziologischer Biologismus, den dieser schamanische Troglodyt da unverblümt äußert!

    Übrigens, die American Anthropological Association, die Chagnon so sehr attackierte wegen seiner ungeliebten empirischen Befunde, hat, so Nicholas Wade, 2010 mit großer Mehrheit beschlossen, das Wort „Wissenschaft“ aus dem Planungspapier, das ihre Langzeitziele umschreibt (das Wort „Marxismus“ stand dort ja nie drin), zu streichen und durch „allgemeines Verstehen“ (public understanding) zu ersetzen.

    Gender Studies sollten dem leuchtenden Beispiel folgen und ebenfalls ein Wieselwort an die Stelle des Wissenschaftsbegriffes setzen, Soziologie und Pädagogik gleich mit.

    Ehrlicher wär’s.

    Dann braucht man sich mit lästiger Empirie nicht mehr herumzuschlagen und kann drauflos interpretieren wie man lustig und wie es der jeweiligen Interessens-und Gefechtslage der Ideolog.I.nnen und ihrer Feldzüge angemessen ist.

    Wunschdenken wird Public Understanding.

  3. nun gut , wenn einer den Text hinter meinem Link mal gelesen hat, dann bin ich gerne wieder mit dabei, wenn er nicht interessiert, auch ok. was ihr hier schreibt, ist für mich irgendwie Bahnhof… ( insider?) *Schulterzuck* LG K.

    • Ich hab ihn teilweise gelesen allerdings verstehe ich die Naivität nicht mit der er geschrieben wurde. Ich beschäftige mich mittlerweile schon an die 15 Jahre mit menschlichen Verhalten und intrasexuelle Konkurrenz war niemals neu. Das ist mir schon als kleiner Junge offensichtlich erschienen.

      Bitte schreiben sie doch mal ihren Standpunkt dazu? Sie scheine ja davon teils überrascht zu sein. Wie kommt das?

      • meinen Standpunkt ? Nun ich bin überrascht, wie sehr die Frauen in 2 völlig verschiedenen Welten hängen,. Nach außen müssen sie die Powerfrau geben und innerlich schreien sie noch immer nach dem Prinzen

        • Gut, das ist ja wohlbekannt.
          Ein zentrales Problem neben vielen Anderen der meisten Frauen heute.
          Und wenn ein Mann es ausspricht ist er bestenfalls Sexist.

          Was willst du jetzt tun?

          Hier wirst du wohl kaum Frauen treffen die du davon überzeugen kannst.

        • Wieviel authentische Interaktion mit Frauen hatten Sie denn in ihrem Leben das sie das überraschen kann? Sollten sie akademischen Hintergrund haben würde ich ihnen mal empfehlen außerhalb ihrer Schicht Freundschaften mit Frauen und auch Mädchen zu knüpfen.

          Die Powerfrau ist ein soziales Konstrukt das ein bestimmter Teil der Frauen entworfen hat, der Wunsch nach einem Prinzen ein Sexuelles. Die „Powerfrau“ haben sich Frauen, ironischerweise mit dem geäußerten Wunsch nach Befreiiung, selbst auferlegt. Rollen sollten aufgelöst werden und durch neue Zwänge ersetzt.

    • Hallo K.Admin,

      das erste, was du auf dem Blog hier lernen musst ist, dass du mit Roslin keine geerdeten Diskussionen führen kannst 😉

      Das Problem an deinem Link ist ein eher grundsätzliches. Für dich scheint es ein Augenöffner-Text gewesen zu sein, also nehme ich an dein erster, der sich ausführlicher mit dem Thema Sozialisation der Geschlechter befasst.

      Dieses Thema ist aber hochkomplex und es gibt viel (viel viel) Literatur dazu, die gelinde gesagt sehr kontroverse Standpunkte vertritt. Dein Artikel ist also, auch wenn er einem Themenneuling erst einmal in sich stimmig und logisch stringent erscheint, keinesfalls die absolute Wahrheit. Viele der dort behandelten Punkte werden an anderer (wissenschaftlicher) Stelle mit guten Argumenten anders gesehen.

      Das nur mal zur Einordnung. Ich selbst habe die nächsten Tage leider keine Zeit, inhaltlich einzusteigen :(Sorry.

      • @ luc

        *das erste, was du auf dem Blog hier lernen musst ist, dass du mit Roslin keine geerdeten Diskussionen führen kannst *

        Was verstehst Du denn unter einer „geerdeten Diskussion“?

        Das Herunterbeten empirisch haltloser genderistisch-soziologistischer Platitüden?

        In der Tat, ist nicht so mein Ding.

        Wer das sucht, bediene sich bei den Müllstrommedien, DEM Schwemmkanal für geistigen Ausschuss aller Art.

        So erstaunt wie K.Admin. sind eben auch Jungs, sobald sie sich auf das Terrain der Geschlechterbeziehungen wagen, erstaunt darüber, dass Frauen so ganz anders sind, als feministisch-pädagogische Weisheit ihnen beibiegen wollte.

        Darum gibt’s Pick-Up.

        • @Alexander

          Du schreibst:

          Was verstehst Du denn unter einer “geerdeten Diskussion”?

          Kommentar:

          Er meint unter einer geerdeten Diskussion ganz sicherlich nicht so etwas wie nachfolgende Persiflage:

          „Ganz ruhig werden jetzt, vor dem Schreiben. Aber sofort! Alles Aggressive verdunsten lassen. Das Wurzel-Chakara öffnen, damit die Erdenergie in mich hineinfliesst, strömt, sprudelt. Zehn Minuten Chakra-Breathing, damit sieben Chakra-Zentren ….
          Durch die Füsse atmen. Musik von Udo Jürgens hineinziehen, oder irgendeine Xylophon-und-Glöcklein-Melody, oder indische Musik, oder Cat Stevens (vor der Meditation). Durch die Füsse erst amten, nachdem ich meine Person korrekt geerdet habe, auf dem Spannteppich. Die richtige Erdung der Person ist unabdingbar für gute kosmische Kontakte. Weihrrauchstäbchen anbrennen, Aroma-Lampe anzünden. Ahhhh. Ohhhh. Durch alle Poren die Wohlgerüche der Esoterik dem Körper zuführen. Uhhhh. Meiner Partnerin, auch wenn sie jetzt nicht mehr mir gegenübersitzt, tief und schweigend in die Augen schauen, über 600 km hinweg, meine Liebe ihr hinüberschicken, ihre Liebe mir von ihr herüberschicken lassen, Trudi, spürst du mich. Wo sie jetzt wohl sitzt? Wieder im harten Berufsleben (und schwitzt). Das Becken vor- und rückwärts schnellen lassen wie beim sexual intercourse, aber ohne materiellen orgasm. Die Sprache der Esoterik ist engl. oder amerik., das lässt sich nicht ändern. Einen Zen-Walk quer durch mein Zimmer absolvieren, unendlich langsam, einen Zeitluben-Fuss vor den andern setzen, blancieren ,mit der Erde Verbindung aufnehmen (durch den Spannteppich, im fünften Stockt). Die Erde meint es heute gut, schon spürt sie mich. Summen, die sieben Chakra-Töne summen, C/D/E/F/G/A/H. Lass alles los, sei ein offener Kanal. Reinige Deinen Kanal! Aus der Karaffe, in der ein Karneol funkelt. Hahnewasser trinken (Sensibilität/Flexibilität/Verdauung). Und mit viel Liebe, nachdem alle Aggressionen durch mein Kron-Chakra entwichen ist, an den Guru namens Bernd, und die Gurin namens Barbara, zurückdenken (…).

          (…)

          Dann wurden wir aufgefordert, paarweise auf Stühlen einander gegenüber Platz zu nehmen. Ganz ruhig bleiben jetzt, nicht reden, nur zehn Minuten lang sich gegenseitig in die Augen schauen, sagte die Domina, die ersten fünf Minuten Liebe hinüberschicken, dann fünf Minuten schweigend in die Augen von Natascha Loringhofen-Westernhagen, ohne zu blinzeln, dann schalte ich auf Empfang und sie auf Sendung. Sie schickte, nachdem ich nicht geschickt hatte (Liebe). So tief in die Augen schaut man sonst nur einer wirklich geliebten Person. Und willkürlich möchte man dann evt. zum Streicheln übergehen, was aber in der Versuchsanordnung nicht vorgesehen ist. Natascha verriet mir nach dem Experiment, dass mein Liebesfrachtgut, deutlich als Wärme spürbar, bei ihr angekommen sei, während ich nichts dergleichen gemerkt hatte; und dass men linkes Auge rationalistisch verhärtet, das rechte jedoch tieferen Empfindungen durchaus noch zugänglich sei.

          (…)

          Am Abend: Chakra. Auf dem Boden ausgestreckt. Die Partnerin/der Partner kniet daneben, fährt mit der Hand, etwa 10 cm über dem jeweiligen Körper kreisend, den sieben Chakras entlang, Rollentausch. Es sollte einem jetzt warm werden in den Energiezentren. Wird mir aber nicht. Als Nachtgebet wäre jetzt der Urner Alpsegen das Richtige: „Phüet üss dä liäb Härrgott und di Jumpfrou Mariiii-a“ Energien spüren. Gschpürsch mi. Phüetigott. I ghöre nes Glöggli. Jetzt gang i is Doppelbett.

          (…)

          Am nächsten Morgen der Vorturner Bernd/Bernardo in Shorts. 55jährige schöne Beine. Jetzt wird’s ernst. Jetzt ist Chakra-Breathing (Breezing wäre erträglich). Das Frühturnen der röhrenden Hiersche, auch Barbara wild entschlossen. Die beiden greifen sich zwischen die Beine, ans Wurzel-Chakra, stossen zuerst tiefe, dann die Tonleiter hinauf, den sieben Chakras entlang, bis sie nach zehn Minuten beim Kron-Chakra sind, immer höhere orgiastische Laute aus, immer heftiger, Bernardino pumpt mit den Armen, schliesst die Augen, Becken vor und zurück. Wir sollen auch, die meisten tun es, mit den Becken wackeln wie die Dackel. Aber bitte keine Berührungen! Barbara macht wedelnde Bewegungen mit ihren Ärmchen, hüpft im Raum umher, fährt den Meridianern der verblüfften Leute entlang, von hinten scheucht sie die Energie, wie wenn sie Geister vertreiben wollte, von den Beinen bis in die Krone, die sinnliche Heilsarmistin beim Veitstanz. Ein echter Orgasmus kommt, wenn man die flachen Turnhosen von Bernardo sieht, trotzdem nicht zustande.

          (…)

          Nach dem Morgenessen die Besprechung des Röhrens. Alle sitzen etwas bedeppert im Kreis. Dr. Umberto Spontanelli hat, leider nur privat, geäussert, dass er da nicht mitmachen wolle, bei Bhagwan seien diese Übungen das Vorspiel zum Geschlechtsverkehr gewesen, man könne das nicht so isoliert sehen. Udine Leverkühn bricht plötzlich in Tränen aus, es gehe ihr sehr schlecht heute morgen – kein Wunder, vor kurzem ist sie von ihrem Freund verlassen worden, und das Stöhnen hat sie an etwas erinnert.“

        • @Seitenblick

          Du hast natürlich Recht, die Quelle, die Quelle! Hatte den Text erst kürzlich einer Kollegin geschickt und deshalb hatte ich ihn noch präsent, ist natürlich nur ein Ausschnitt aus einem Buch, das wie folgt heisst:

          Meienberg, Niklaus 1993: Zunder. Überfälle, Übergriffe, Überbleibsel.

          Und die Geschichte heisst: Apocalypse Now im Berner Oberland, S. 160-178.

          Meienberg beschreibt dort ein Seminar mit dem Titel: „Ganzheitlich führen – ganzheitlich leben“, das vom „Zentrum für Unternehmensführung“ organisiert wurde. Also ein Esoterik-Seminar für hartgesottene Manager. Also: Der materialistische Manager (Marx) muss ein bisschen durch Esoterik (Bhagwan) in die Leichtigkeit des Seins gebracht werden.

    • Das auch Weibchen einer Artin Konkurenz miteinander stehen ist doch eine Offenkundigkeit.

      Das weibliche Tiere andere Weibchen von den Nistplaetzchen oder ihrem Terretorium verjagen kann man auch in Dokus sehen.

  4. danke, Luc für die sachliche Antwort, ich würde gerne mal andere Argumente dazu lesen, um mir ein Bild zu machen, wenn Du evtl einen Link hast.? .. das Thema interessiert mich sehr und ich finde über google nur sehr schwerlich Literatur oder Berichte darüber .. LG K.

    • Hallo K. Admin.

      Ich finde den Text sehr „gemischt“, für eine gründliche Diskussion fehlt auch mir momentan die Zeit. Aber ein paar Punkte/Gedanken:

      a. Ein „historischer“ Hinweis:
      Die Psychoanalytikerin Christiane Olivier hat bereits 1989 in ihrem Buch „Jokastes Kinder“ auf den Zusammenhang zwischen weiblicher Sozialisation und dem Verhältnis zur Mutter hingewiesen. Manches aus dem Text findet man schon dort.

      b. Ich finde im von Ihnen genannten Text Passagen, die ich deskriptiv gelungen finde. Das betrifft bzw. die Schwierigkeit mancher Frauen, eine Kritik als Kritik an einer sachlichen Aussage aufzufassen (wie viele Männer haben sie damit schon zur Verzweiflung gebracht), oder die Formen der Aggressionsäußerung, die in der Tat als intrigant rüberkommen können. Auch die Hintergründe dieses Verhaltens werden teilweise deutlich.

      c. Der Text ist aber nicht nur deskriptiv. Er perpetuiert das genannte Problem an wichtigen Stellen, weshalb er m.E. dekonstruierend neu geschrieben werden müsste.
      Als Beispiel nehme ich mal den Satz
      „Ich habe dieses Beispiel ausgewählt, weil hier nochmals sichtbar wird, mit welchen Zuschreibungen, bzw. Abwertungen Frauen zu kämpfen haben.“

      Pars pro toto: Ich würde diesen Satz – und nicht nur diesen! – umschreiben in
      „Ich habe dieses Beispiel ausgewählt, weil hier nochmals sichtbar wird, mit welchen Zuschreibungen, bzw. Abwertungen Frauen einerseits zu kämpfen haben und andererseits von ihnen profitieren. Die Ambivalenz wird nicht offen benannt, weil sie eine (Profi-)Seite hat, die die Arbeit der Konfliktaustragung minimiert und damit u.a. bequem ist.“

      Transaktionsanalyse und andere Schulen haben uns ja darauf hingewiesen, dass manche Konfliktabläufe deshalb stabil bleiben, weil es eine – in der Regel nicht offengelegte – Ebene gibt, auf der die Parteien von genau den Verhältnissen profitieren, über die sie sich gleichzeitig laut beklagen.

      Und genau dieser Gesichtspunkt fehlt mir in dem Text.

      • @Seitenblick
        „Transaktionsanalyse und andere Schulen haben uns ja darauf hingewiesen, dass manche Konfliktabläufe deshalb stabil bleiben, weil es eine – in der Regel nicht offengelegte – Ebene gibt, auf der die Parteien von genau den Verhältnissen profitieren, über die sie sich gleichzeitig laut beklagen.“

        Genau. Und das ist das Verlogene am Klagsamkeitsfeminismus. Genau dieses Ausblenden der Frage: Wie profitiere ich von dem, worüber ich mich (scheinbar) beklage wird systematisch ausgeblendet.

        Und diese Verlogenenheit erzeugt bei mir einen Widerwillen, mich mit den Protagonisten dieser Verlogenheit beiderlei Geschlechts überhaupt auseinanderzusetzen. Es ist mir im Wortsinne (inzwischen) widerlich.

        • @virtual-cd
          Ja, den Widerwillen kann ich nachvollziehen.
          Ich habe den Eindruck, dass manche öffentliche Debatte die Infantilisierung bestimmter Frauengruppen massiv fixiert.

          Es wird ausgeblendet, dass jeder Mensch bei allem, was er tut oder unterlässt, als handelnde Person immer auch einen Preis bezahlt und selber entscheiden muss, ob der ok ist.

          Statt dessen wird so getan, als ob es speziell im Fall der Frauen ein Anrecht gibt auf berufliche Turbo-Karriere bei gleichzeitigem zigfachem Mutterglück in Kombination mit Männern, die auf Fingerschnippen Machos sind oder bei zwei Mal schnipsen die Fördernd-beschützenden.

          Die erwachsenere Haltung wäre „Kapazitäten sind endlich. Wenn du a wählst, werden dir Kapazitäten für b fehlen. Was ist dir wichtig, welcher Preis ist für dich akzeptabel?“

          Aber dann müsste man ja mal ehrlich darüber nachdenken, wie oft man von angeblich stereotypen Verhaltensweisen profitiert. Und man müsste das Fass aufmachen, wo und wie man selber Akteur ist und die Stereotypen zum eigenen Vorteil einsetzt.
          Und, noch schlimmer: Man müsste sich mal entscheiden, was unter den gegebenen Rahmenbedingungen wichtig ist. Und etwas dafür tun und Risiken eingehen.

          Statt dessen wird infantil nach dem Schlaraffenland geschrien.

          Zum Glück gibt es nicht nur die „Protagonisten dieser Verlogenheit beiderlei Geschlechts“. Sonst könnte man ja völlig den Blues kriegen.

  5. Auf seinem Blog „Man Tau“ schreibt Schoppe über 2 Protagonist.I.nnen einer männlichkeitshassenden, jungenfeindlichen Pädagogik.

    Arne Hoffmann weist darauf hin.

    Sich selbst verachtende Männer (gut, Raewyn Connell hat die Seiten gewechselt) wie Forster, Theweleit oder Pohl, formulieren von männlicher Seite aus, was als feministische Männerpolitik (Männerverachtung und -hass in Aktion) auf männliche Kinder herunterpädagogisiert wird, gestützt von einer „Wissenschaft“, die bis in’s Mark ideologisch korrumpiert ist.

    Schoppes Artikel zu Forster (Salzburg, kaum eine Genderkonferenz, ohne Forster oder Pohl oder an hohen Fest- und Feiertagen auch mal Raewyn Connell – als ob man Weininger die zum Experten für Mädchenpädagogik erklärte) und Anita Heiliger:

    http://man-tau.blogspot.de/2013/02/autoritare-padagogik-mit-gutem-gewissen.html

    http://man-tau.blogspot.de/2013/02/gewalt-ist-mannlich-weil-gewalt.html

    via Arne Hoffmann:

    http://genderama.blogspot.de/2013/02/schwarze-padagogik-mehr-uber-edgar-j.html

    http://genderama.blogspot.de/2013/02/professor-unrat-gewalt-ist-mannlich.html

    • @ Roslin
      Vielen Dank für die Verlinkungen! Das Beispiel mit Weininger als Experten für Mädchenpädagogik passt sehr gut. Der einzige Trost ist: Das, was Forster und Heiliger schreiben, ist auf Dauer aus ganz pragmatischen Gründen gar nicht zu realisieren – ziemlich bald würde die Situation mit den Jungen eskalieren, wenn man es versuchen würde. Es eignet sich höchtens für ein paar Stunden ab und zu, neben dem Unterricht.

      Aber so ist es auch schon schlimm genug, zumal Leute wie Forster und Heiliger ja tatsächlich Einfluss haben. Und es ist natürlich auch eine seltsame Entschuldigung, tröstend klarzustellen, dass das, was an einer Universität unterrichtet wird, gar keinen richtigen Schaden anrichten könne – weil es eh viel zu irreal sei, als dass man ernsthaft danach handeln könnte.

  6. @ Christian

    Kennst du diesen Artikel hier schon?

    Der evolutionäre Psychologe und Equity-Feminist Barry X. Kuhle versucht verzweifelt den gender-feministisch dominierten akademischen Mainstream davon zu überzeugen, dass ein Gleichberechtigungsfeminismus und Evolutionäre Psychologie nicht im Widerspruch zueinander stehen und dass der Gender-Feminismus für den guten Ruf des Feminismus nicht gerade sehr förderlich war:

    Barry X. Kuhle – Giving Feminism a Bad Name

    http://www.psychologytoday.com/blog/evolutionary-entertainment/201205/giving-feminism-bad-name

    (Was männerrechtliche Belange angeht, scheint der Autor allerdings leider noch etwas unterbelichtet zu sein, aber das ist bei Buss, Pinker, Blaffer-Hrdy etc. ja auch nicht anders.)

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