Kampfbegriffe in der Geschlechterdebatte

Kommentator Leszek schreibt in einem Kommentar

Man könnte eigentlich mal einen Artikel aus dem Thema machen. Ein Vergleich zentraler simpler Kampfbegriffe und diskursiver Disziplinierungsinstrumente im Feminismus und Maskulismus.

Die Funktion, Abweichungen von den geforderten ideologischen Vorgaben zu brandmarken, die im maskulistischen Diskurs durch Begriffe wie

  • “lila Pudel”,
  • “weisser Ritter”,
  • “Mangina” erfüllt wird,

fällt im vorherrschenden Feminismus ja u.a. Vorwürfen wie

  • “Sexist”,
  • “neo-patriarchaler Antifeminist”,
  • “Heul doch”,
  • “Jammerlappen”,
  • “Schmerzensmann” etc. zu.

Die Funktion solcher Vorwürfe ist natürlich in beiden Diskursen dieselbe: ideologische Geschlossenheit herstellen, abweichende Meinungen ohne rationale Auseinandersetzung und Argumentation diskreditieren, zu versuchen bestimmte Werte, Normen und ideologische Vorgaben durch Ansprechen des Selbstwert- und Identitätsgefühls (und im Idealfall des Gewissens) dauerhaft in der Psyche von Menschen zu verankern, also Identitäten gemäß der ideologischen Vorgaben zu formen und natürlich die öffentliche Lächerlichmachung und/oder moralische Abwertung von als Gegnern bestimmten Individuen.

Interessant ist auch, dass sowohl maskulistische Vorwürfe wie “lila Pudel” als auch feministische wie “Heul doch”, “Jammerlappen” etc. unmittelbar auf männliche Instinktdispositionen abzielen. (Und mir ist inzwischen auch schon häufiger aufgefallen, dass feminismuskritische Frauen von feministischer Seite gerne mal durch Äußerungen mit Bezug auf Kleidung und Aussehen abgewertet werden.)

Eine Analyse solcher Erziehungs- und Disziplinierungsinstrumente, Kampfbegriffe und Abwertungsstrategien in geschlechtsbezogenen Diskursen fände ich mal eine interessante Sache – es soll ja Leute geben, die auf sowas reinfallen.

Ich hatte hier schon einmal was zu dem Begriff „Lila Pudel“ geschrieben. Und auch zu Beleidigungen anhand des Partnerwerts hatte ich schon mal was geschrieben.

Ich würde ebenfalls vermuten, dass es um die Errichtung einer Gruppenidentität geht und um das Abwerten der Gegenmeinungen zum Zwecke des Outgroupings. Zum Abwerten nutzt man eben das, was eine einfache Abwertung zulässt: Die Bezeichnung als harmloses Tier bzw. die Verbindung von Mann und weiblichen Geschlechtsteil spricht Status ab, umgekehrt wird ebenfalls auf die Absprechung des starken Mannes abgestellt.