Selbermach Samstag XIX

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

151 Gedanken zu “Selbermach Samstag XIX

  1. Claudia Roth, High Five und der Massenmörder

    http://www.spiegel.de/video/atomkonflikt-mit-iran-iran-und-usa-wollen-verhandeln-video-1251503.html

    „Was macht Claudia Roth, wenn sie an einem Mann vorbeikommt, der als enger Gefolgsmann Mahmud Ahmadinedschads gilt und nach Aussagen kurdischer Politiker und exiliranischer Autoren Verantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Kurdistan trägt?

    Was macht Claudia Roth, wenn sie an einem Mann vorbeikommt, dessen Ansichten und Vergangenheit schon oft zu Ausladungen geführt haben, so zum Beispiel zu Vorträgen bei der Heinrich-Böll-Stiftung, der Naumann-Stiftung, einer Konferenz in der Königin-Luise-Stiftung in Berlin und einer Diskussion mit Rüdiger Safranski der Stiftung Schloss Neuhardenberg am 15. Oktober 2011?

    Sehen Sie die Antwort selbst in diesem Film. Es ist die sechste Sekunde. Claudia Roth gibt dem Mann

    High Five!

    Ali-Reza Sheikh Attar ist der Botschafter des mörder¬ischen Regimes im Iran und nach Angaben exil-iranischer Oppositioneller direkt für Verbrechen verantwortlich. In den Jahren 1980 bis 1985 war er Gouverneur der Provinzen Kurdistan und West-Aserbaidschan. Hiwa Bahrami, der Repräsentant der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran (DPKI) in Österreich sagt:

    “Die Sicherheitskräfte in Kurdistan begingen unter Sheikh Attar zahlreiche Verbrechen. Hunderte kurdische Aktivisten wurden gehängt oder auf offener Straße erschossen. Er beobachtete persönlich mehrmals, wie Pasdaran-Einheiten Menschen ermordeten und ihre Dörfer zerstörten. So konnte er seine Loya¬lität dem Regime gegenüber beweisen und weiter aufsteigen.”

    High Five!

    Der 1987 aus dem Iran geflohene Autor Ali Schirasi berichtet:

    “Ali Reza Sheikh Attar und der derzeitige iranische Präsident Ahmadinejad waren beide in den kurdischen Gebieten bei den Pasdaran aktiv, den iranischen Revolutionsgarden. (…) Seine Ernennung zum iranischen Botschafter in Deutschland im Oktober 2008 ist Teil der von Ahmadinejad vorangetriebenen Strategie, möglichst viele wichtige Posten mit Pasdaran-Mit¬gliedern zu besetzen. Attar soll von Berlin aus die Arbeit der übrigen iranischen Botschaften in Westeuropa koordinieren.”

    High Five!

    Arvid Vormann schreibt:

    “Attar ist Mitglied der terroristischen Revolutionsgarden und war von 1980-1985 Gouverneur der Provinzen Kurdistan und Westazerbeijan. In dieser Zeit verübten die Revolutionsgarden unter seinem Befehl – und z.T. direkt in seiner Gegenwart – massive Verbrechen an der kurdischen Zivilbevölkerung. Hunderte wurden erschossen oder erhenkt, Frauen vergewaltigt, ganze Dörfer ausradiert. Die Verbrechen des Attar sind wirklich kein Geheimnis. Alle Vertreter des Regimes haben Blut an ihren Händen, aber Attar, das wissen iranische Oppositionelle, gehört zu denen, die im Blut gebadet haben.”

    High Five!“

    http://tapferimnirgendwo.com/2013/02/06/high-five/

    Claudia Roth hat auch schon reagiert und von ihrem Team eine Stellungnahme verfassen lassen. Darin heißt es u.A.,

    „Der Botschafter der Islamischen Republik Iran gibt einer Frau grundsätzlich nie die Hand, er hat auch Claudia noch nie die Hand geschüttelt. In dieser Situation hat er offenbar den Versuch eines höflichen Entgegenkommens gemacht, ohne Claudia wirklich die Hand geben zu müssen. Völlig überrascht von dieser unerwarteten Geste hat Claudia sie mit einem kurzen Berühren der Hand des Botschafters erwidert.“

    Es ist für Claudia Roth also ein „höfliches Entgegenkommen“, wenn ein Mann, der ansonsten unverschleierte Frauen verprügeln lässt und Homosexuelle an Baukrähnen aufhängt, sich dazu herablässt einer Frau zur Begrüßung High Five zu geben, aber natürlich nicht die Hand, das ginge zu weit!

    Claudia Roth zeigt also viel Empathie, wenn es darum geht, sich in Massenmörder hinein zu versetzen, die Frauen als minderwertig ansehen und kommt diesen netten Herren entgegen.

    Bei der Beurteilung ihrer deutschen Kollegen ist Claudia Roth nicht so nachsichtig. Rainer „sie können ein Dirndl ausfüllen“ Brüderle und seine FDP sind für Claudia Roth der sexistische Super-GAU, siehe hier:

    und hier:

    Sie bescheinigt der FDP in einer Parallelwelt zu leben, will aber nicht die Partei angreifen- vielleicht hätte Claudia Roth mehr Verständnis für die Rainer Brüderle, wenn der einen Verschleierungszwang für die Claudia fordern würde, dann würde sie vielleicht zu ihm ankommen, einen Knicks machen und sagen „hihi high five“ und mit ihm abklatschen.

    Das sähe dann wohl ungefähr so aus.

    Man muss sich dann nur den Thron auf dem Rainer Brüderle über ihr sitzt dazu denken.

    Auch heißt es in der Stellungnahme Claudia Roths,

    „Claudia kennt den Botschafter Irans Ali Reza Sheikh Attar aus der parlamentarischen Arbeit, wenn der Botschafter iranische Parlamentarier in Berlin begleitet hat. Darüber hinaus hat sie im Rahmen ihres langjährigen Einsatzes für die iranische Oppositionsbewegung an ihn immer wieder Appelle zum fairen Umgang mit iranischen Oppositionellen gerichtet.“

    (…)
    Ihre höfliche Reaktion war der Tatsache geschuldet, dass sie den iranischen Außenminister und den iranischen Botschafter am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz in einem Gespräch dazu bewegen wollte, den bekannten iranischen Filmemacher Jafar Panahi zur Berlinale ausreisen zu lassen.“

    Die iranischen Oppositionellen werden sicher begeistert sein, dass Claudia sich mit einem ihrer Schlächter so gut versteht- das ist das Zeichen an die Oppositionellen- ihr müsst nur ein bedeutender Regisseur sein und Claudia hilft euch, ihr müsst die Mullahs nur bezirzen und alles wird gut.

    Wie iranische Oppositionelle über Claudia Roth denken und wie sie die Opposition unterstützt, lässt sich unter Anderem
    hier,

    http://de.stopthebomb.net/text-audio-und-video/texte-aus-der-stb-koalition/offener-brief-der-green-party-of-iran.html

    oder hier,

    http://www.ncr-iran.org/de/content/view/1965/

    nachlesen.

    ———-

    weitere Stimmen dazu:

    http://tapferimnirgendwo.com/2013/02/08/ohne-claudia-roth-zu-werden/

    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article113506019/Claudia-Roth-gehoert-in-die-Hall-of-Shame.html

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_widerstaendige_kollaborateurin/

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/claudias_gruene_kleider/

    oder auch direkt auf ihrer FB-Seite:

    http://www.facebook.com/Roth?fref=ts

  2. Ich habe mal analog zum letzte Woche hier vorgestellten Test „Are you a Feminist?“ einen Test mit dem möglichen Titel „Are you a masculist?“ formuliert:

    Men should not be economically and socially responsible for women. They shouldn’t be expected to take care on women.

    There is no such thing as a “natural motherhood”. It is wrong for women to be given preference in child custody, even if men traditionally aren’t in that field.

    Men and women should be held to the same standards of sexual abuse and violence. If women feel harassed and receive help for unwanted sexual advances and violent threats, so should men in the same manner. Violence against men should be equally condemned as violence against women.

    Women should take an equal role in dating. Men should be asked out by people who have an interest in them and not expected to pay always or most of the time.

    A man should be able to marry and have kids with anyone he wants – including another man.

    Men should have the right to choose any path in life – from being a Fortune 500 CEO to stay at home dad.

    In education, men and women should be held to the same standards when being graded.

    Men should have legal, easy access to all types of birth control – the research on the pill for men should be supported.

    You would support an unmarried, promiscuous man for president (if you agreed with his politics).

    Ich hab versucht, möglichst nah an den Original-Fragen zu bleiben, aber sie eben aus männerrechtlicher Perspektive zu formulieren.

    Fände spannend, dazu Kommentare zu hören. Kann man auch hier direkt editieren.

    Würde den dann auch irgendwo online stellen, wo man auch so ein Formular ausfüllen kann. Dann könnte man beide Tests immer gleichzeitig verlinken 🙂 Es wäre sicher interessant für viele zu sehen, welche Überscheidungen und vllt. sogar mehrheitsfähigen Positionen es bei Männerrechtlern gibt. Es würde auch klar machen, dass der Streit sich eben nicht um die Ziele, sondern um die Wahrnehmung des Status Quo dreht.

    • Men should not be economically and socially responsible for women. They shouldn’t be expected to take care on women.

      Zustimmung.

      There is no such thing as a “natural motherhood”. It is wrong for women to be given preference in child custody, even if men traditionally aren’t in that field.

      Zustimmung.

      Men and women should be held to the same standards of sexual abuse and violence. If women feel harassed and receive help for unwanted sexual advances and violent threats, so should men in the same manner. Violence against men should be equally condemned as violence against women.

      Zustimmung.

      Women should take an equal role in dating. Men should be asked out by people who have an interest in them and not expected to pay always or most of the time.

      Zustimmung.

      A man should be able to marry and have kids with anyone he wants – including another man.

      Zustimmung.

      Men should have the right to choose any path in life – from being a Fortune 500 CEO to stay at home dad.

      Zustimmung.

      In education, men and women should be held to the same standards when being graded.

      Zustimmung.

      Men should have legal, easy access to all types of birth control – the research on the pill for men should be supported.

      Zustimmung.

      You would support an unmarried, promiscuous man for president (if you agreed with his politics).

      Zustimmung.

  3. Daran anschließen ließe sich die Frage, warum Claudia Roth von den Mainstreammedien so milde behandelt wird, im Gegensatz zu Jörg-Uwe Hahn und Rainer Brüderle. Ist es, weil sie eine Grüne ist, weil sie eine Frau ist oder beides?

    Ich jedenfalls finde es komisch, dass „sie können ein Dirndl ausfüllen“ oder „“Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.” zum medialen Erbrechen über diese Personen führt, aber ein Knicks und ein High Five mit einem Massenmörder, mit hintergeschobener Verklärung kaum Beachtung geschenkt wird.

  4. Durch Zufall habe ich in einer Dissertation, die ich gerade lese, eine interessante Stelle gefunden. Da gerade in der Brüderle-Sexismus-whatever-Debatte öfter das Argument des „natürlichen Triebes“ kam, fand ich diese beiden Textstellen … „erhellend“ 🙂

    Unter ‚Trieb‘ wird heute ein physiologischer Prozess verstanden, der eine „Grundenergie“, also die grundsatzliche Potenz sexuellen Verlangens darstellt und zwar für Männer wie für Frauen. Er ist an der Entstehung sexueller Fantasien „beteiligt“, wird aber nicht als Ursache benannt. Damit es zu einer sexuellen Handlung kommen kann, müssen noch zwei weitere Ebenen hinzukommen, die psychologische und soziale bzw. kulturelle. Aus der psychologischen Ebene ergibt sich eine sexuelle Motivation und die sozialen wie kulturellen Faktoren lassen den Wunsch erst entstehen. Sexuelle Lust ist demnach ein hochkomplexer Prozess, der zudem geschlechtlich kodiert und hochst störanfallig ist.

    Zweite interessante Stelle:

    Der Sexualtherapeut Munding führt Beobachtungen des Sexualverhaltens von Gefängnisinsassen an […]. Es wurde beobachtet, dass Gefängnisinsassen, denen Pomohefte zur Masturbation zur Verfügung gestellt wurden, sich mit der Zeit immer seltener Pomohefte kommen ließen und ihr Sexualverhalten komplett einstellten. Dies wird damit begründet, dass die Lust auf Sexualität eben mit der Lust auf das, was wir zu erleben erwarten, verknüpft sei. Da Masturbation mit Pomoheften den Männern auf Dauer zu langweilig war, stellten sie ihre sexuellen Aktivitäten eher ganz ein. Gäbe es einen biologischen Trieb, wäre das gar nicht möglich gewesen. Daher kommt Munding auch zu dem Schluss, dass es genau anders herum ist, als allgemein angenommen wird: Wir lassen die Erregung zu, weil wir sie wünschen, nicht, weil wir ihr passiv ausgeliefert sind. Das bedeutet einerseits, dass Sexualität erlemtes Verhalten ist und das Begehren (der Trieb) selbst einer Konditionierung gleichkommt.

    Beide Zitate aus: Grenz, Sabine: (Un)heimliche Lust. Über den Konsum sexueller Dienstleistungen
    Oben: Beier, Klaus M., Bosinski, Hartmut A.G., Hartmann, Uwe, Loewit, Klaus: Sexualmedizin
    Unten: Munding, Reinhold: Sexuelle Phantasien und Wünsche von Männern

    • „Das bedeutet einerseits, dass Sexualität erlemtes Verhalten ist und das Begehren (der Trieb) selbst einer Konditionierung gleichkommt.“

      Zumindest ersteres ist ziemlich weit hergeholt. Wenn Sexualität erlernt wäre, hätte es sie im monotheistischen Kulturraum niemals gegeben.

      Der Mensch ist ein Tier und welches Tier lernt denn Sexualität?

      • @Adrian,

        meiner Interpretation nach ist der Wunsch zur Fortpflanzung eine biologische Gegebenheit. Die individuelle, kulturelle Ausgestaltung obliegt jedoch dem jeweiligen Sozialisationsraum.

        Monogamie ist ja bspw. auch ein erlerntes Verhalten.

        • Aber eine individuelle Ausgestaltung des Raums, in dem wir Triebe leben.
          So wie ich die beiden Autoren oben verstehe, negieren diese das Vorhandensein eines Triebs gar nicht. Sie negieren nur, dass der Trieb eine unveränderliche, keinen gesellschaftlichen Schwankungen unterworfene menschliche Eigenschaft ist. Er kann nämlich bspw. durch einen Lernprozess – Gefangenenversuch fast vollkommen verschwinden.

          Wie würdest du denn den Erkenntnisstand der Sexualmedizin und das Experiment interpretieren?

        • Vorrübergehende Monogamie ist aus meiner Sicht nicht erlernt, sondern durch Limerenz (also Verliebt sein) bedingt. Geht Limerenz in Liebe über, und kommen dazu noch kulturelle Faktoren ins Spiel, ist mehr drin – dann kann es auch lebenslange Monogamie geben.

          Zum biologischen Sexualtrieb: „Gäbe es einen biologischen Trieb, wäre das gar nicht möglich gewesen.“

          Doch, wäre es. Die Gefängnisinsassen haben den durchaus biologischen Trieb vielleicht über eine depressive Verstimmung eingestellt, die mit einer Verschlechterung der Testosteronwerte einhergeht. Um sich vor sexuellen Enttäuschungen zu schützen. Das geht, so weit ich weiß. Die Pornohefte sind zwar ein Stimulus, aber sie hängen den Männern möglicherweise bis vermutlich irgendwann zu Halse raus, denn sie reiben ihnen was unter die Nase, was sie in echter Form nicht haben können.

          Wäre eine mögliche Erklärung. Oder aber sie fahren über einen ähnlichen Mechanismus ihre Sexualität runter, weil sie sie so oft ausgelebt haben.

          Wie auch immer – aber den Schluss zu ziehen, es sein kein biologischer Trieb, ist ziemlich daneben.

        • Mein Kommentar war auf deinen ersten Einwand bezogen. („Monogamie ist nicht der Sexualtrieb“)

          Jetzt zu: Sexualität ist nicht erlernt. Kann sie auch gar nicht, weil es sonst keine sexuelle Fortpflanzung gäbe.

          Sexualität ist für mich schon erlernt. Praktiken, Monogamie, Intimrasur, Häufigkeit etc. haben etwas mit meiner Erziehung zu tun. Schließt du das denn völlig aus?

          (Ich verwende Sexualität und Trieb nicht deckungsgleich. Sexualität ist mehr als der reine Trieb.)

        • Matthias, Adrian,

          zum Thema Monogamie habe ich in der Dissertation auch noch etwas gefunden. Leider ruft der Samstagabend nach mir 🙂

          (Aber kurz zu Matthias: Die Vergleichsgruppe ohne Porno-Hefte verspürte durchaus einen „Trieb“, auch nach längerem Aufenthalt im Gefängnis.)

        • Im Zusammenhang mit dem Satz „Gäbe es einen biologischen Trieb, wäre das gar nicht möglich gewesen.“ halte ich die Conclusio, dass Sexualität erlemtes Verhalten sei, schlichtweg für falsch.
          Dass Sexualität kulturell ausgestaltet wird – geschenkt.

        • @ Julia

          Du kannst aber Erlernt von Trieb meist gar nicht sauber trennen.

          Wir können leicht, dauerhaft und tief eingraviert nur das „lernen“ (vielmehr einschärfend ausgestalten), was instinktiv disponiert und damit unter den meisten Umweltbedingungen unserer Vergangenheit fortpflanzungsförderlich war.

          Wir können das, was instinktiv disponiert ist, nur unvollkommen verlernen, sozialisationsbedingt abschwächen.

          Menschliches Verhalten ist im Endergebnis eine Resultante aus disponierendem Trieb und verstärkender/abschwächender Sozialisation.

          Am besten vergleichbar ist das Wirken von Trieben mit einer Strömung.

          Das Schiffchen unseres bewussten Wollens treibt auf dieser.

          Wenn wir es mit dieser untergründigen Strömung „schießen“ lassen, kommen wir rasch voran, sind hoch motiviert, lustvoll unterwegs, fällt uns das Handeln leicht.

          Wenn wir bewusst gegen diese Strömung anrudern, so ist das zwar möglich, aber mühsam und anstrengend.
          Wir fühlen uns lustlos, überanstrengt, kommen kaum voran, ermatten rasch, hören auf zu rudern, treiben zurück.

          Gesellschaften, in denen daher Ideologien von Eliten implementiert werden, die allzu sehr im Widerspruch zu den Instinktdispositionen der Menschen stehen, können zwar dieses „Rudern gegen den Strom“ mittels Zuckerbrot und Peitsche erzwingen, verlieren aber an Vitalität, ihre Insassen verlieren an Antriebskraft, Lebenslust, Lebensfreude, Kreativität, Leistungsfähigkeit.

          Klassisches Beispiel ist das Dahindämmern und letztendliche Verdämmern der realsozialistischen Gesellschaften, die ihre Insassen jahrzehntelang mit ALLER Gewalt in eine Richtung peitschten, die deren Instinktdisposiitionen zuwiderlief.

          Mit dem Ergebnis, dass sie am Ende kraftlos zusammenbrachen, regelrecht implodierten.

          Ähnliches werden westliche Gesellschaften mit dem Feminismus und seiner Implementierung erleben.

          Nebenbei:

          An die von Dir zitierte Beobachtung des Herrn Münding, an deren Validität, glaube ich nicht.

          Was ist das für eine Beobachtung?

          Hat er eine Studie verfasst?

          Wo kann ich die einsehen, wo ist die veröffentlicht – will sagen: Was ist die empirische Basis dieser steilen Aussage?

        • Die Ausgestaltung der Sexualität hat natürlich auch etwas mit Sozialisation zu tun, aber ja, das hier ist verdammt weit hergeholt, Sexualität ist ganz bestimmt nicht rein erlerntes Verhalten. Jeder Junge (wohl auch fest jedes Mädchen) beginnt irgendwann zu masturbieren, unabhängig von jeder Sexualaufklärung oder Rollenvorbildern.
          Die Technik kann dabei durchaus variieren, das ist dann eine Frage der Kreativität und meinetwegen auch ein Stück weit Kultur.

          Dieser Munding ist mir als sogenannter „Jungenarbeiter“ erstmal verdächtig, ohne genaueres über ihn zu wissen.

        • @Alexander,

          http://www.highlights-berlin.de/Fachtagung.pdf ab S. 13

          Für eine ausführliche Antwort reicht es gerade nicht. Ich werde morgen nochmal was zu dem Kontext schreiben, in dem Frau Grenz Herrn Munding zitiert hat.

          Der wichtigere Aspekt war mir der: „Wir lassen die Erregung zu, weil wir sie wünschen, nicht, weil wir ihr passiv ausgeliefert sind.“

          Denn zweitere Auffassung kam in der Brüderle-Debatte immer wieder hoch. „Der Mann ist halt erregt und muss das dann sagen oder gestikulierend kund tun.“

          Nein. Trieb, Verlangen, Lust etc. sind nicht einfach „da“ und müssen sofort in die Tat umgesetzt werden.

        • Ich würde übrigens mal davon abraten, in einer soziologischen (?) Dissertation nach Erkenntnissen über ein biopsychologisches Phänomen zu suchen (höchstens über kulturspezifische Aspekte, aber nicht die Sexualität an sich)

        • @roslin

          *Wenn wir bewusst gegen diese Strömung anrudern, so ist das zwar möglich, aber mühsam und anstrengend.
          Wir fühlen uns lustlos, überanstrengt, kommen kaum voran, ermatten rasch, hören auf zu rudern, treiben zurück.*

          Das sind doch schon wieder so eine sexistische Verschwörungstheorie die die schreckliche multiple Belastung der Frauen relativieren soll.

          Jeder weiss, dass es die Unvereinbarkeit von Kind und Karriere, diese schreckliche Doppelbelastumg, unter der Frauen heute leiden ist.

          Und selbst wenn eine Frau nicht unter einem Pascha leidet der sie an Herd und Kind kettet, dann leidet sie auf ihrer Suche nach Liebe nur unter den vielen von denen sie dabei gedemütigt, benutzt und geschlagen wird.

        • Nein. Trieb, Verlangen, Lust etc. sind nicht einfach “da” und müssen sofort in die Tat umgesetzt werden.

          Nein, aber je nach situativen Determinanten entstehen sehr starke Handlungspotentiale und Impulse, die über (hirn-)frontale Kontrolle nicht immer leicht zu regulieren sind.
          Ich würde dir da eher Bücher über vergleichende Verhaltensforschung empfehlen, zum Beispiel Hassenstein.

          • @David,

            Auf die erste Quelle aus einem sexualmedizinischen Fachbuch geht komischerweise niemand ein. Obwohl die Aussagen, auf die ich mich beziehe, fast identisch sind.

        • @julia

          *Denn zweitere Auffassung kam in der Brüderle-Debatte immer wieder hoch. “Der Mann ist halt erregt und muss das dann sagen oder gestikulierend kund tun.*

          Muss dann eine Frau die auf (sexuelle) Aufmerksamkeit aus ist sich auch nicht unbedingt zur Schau stellen?

          Das wäre in der Tat gelegentlich sehr angenehm für Männer.

        • @Borat: Was ist deiner Meinung nach mehr Aufwand: eine unansehnliche Frau loszuwerden, die sich dir penetrant und direkt annähert, oder eine andere, die ein Kleid mit offenherzigem Dekolletè trägt, sich dir aber nicht anbiedert, schlicht zu ignorieren?

        • @Rex

          Die unansehnliche, aufdringliche Frau ist leichter loszuwerden, wenn man sagt das sie stört stößt man auf weniger Gegenwehr im sozialen Umfeld.

          Die die sich dauernd geschickt in der sozialen Schutzzone präsentiert kostet mehr Aufmerksamkeit, verbraucht (oder mißbraucht?) mehr kognitive Leistung ihres Umfelds.

        • @ Julia

          „Aber kurz zu Matthias: Die Vergleichsgruppe ohne Porno-Hefte verspürte durchaus einen “Trieb”, auch nach längerem Aufenthalt im Gefängnis“

          Was mir klar war und dafür spricht, dass es sich um einen biologischen trieb handelt. Nur wurde von denen vermutlich dieser Trieb und sein Ausleben anders empfunden. Und wurde vielleicht deshalb eher beibehalten.

        • @ Julia

          Zunächst einmal danke für das PDF.

          Obwohl sich mir die Zehennägel gekräuselt haben.

          Das übliche, gängige soziologische, biologieblinde Geschlechternarrativ wird hier erzählt.

          Allein der erste Vortrag von Prof. May: „Laqueur hat überzeugend gezeigt…, Foucault hat überzeugend gezeigt…, Theweleit hat überzeugend gezeigt…, usw.

          Bullshit.

          Steile Thesen auf schwachem bis nicht vorhandenem empirischen Fundament, überzeugend nur für die, die großzügig übersehen, wie sich das Säugetier Mensch auch in seinem Sexualverhalten in die Ordnung der Säugetiere einpassen lässt, wie sehr Hormone Hirnarchitektur und Verhalten beeinflussen, wie sehr der Mensch biologisch als Säugetier bestimmt ist.

          Die Ahnungslosigkeit dieser Leute ist schon demprimierend.

          Weiter mit Munding:

          Allein die 3.These sagt alles, Zitat Munding:

          *Die biologischen Grundlagen der Sexualität erklären in ihren Unterschieden zwischen Männern und Frauen kaum mehr als dass Männer Spermien produzieren, eine Erektion bekommen und – reiztechnisch begründet – meist nicht mehr als einen oder zwei Orgasmen schaffen, während Frauen schwanger werden können, ihre Tage haben und vermutlich tatsächlich biologisch begründet zu multiplen Orgasmen fähig sind.
          Ansonsten ist Sexualität eine Sache der Erziehung, der Erfahrung, der Einstellung, bei beiden Geschlechtern.*

          Na ja, eine „Fachtagung“ von Soziologen, Pädagogen und dergleichen zur Sexualität des Säugetieres Mensch.

          Wie gesagt: Die Ahnunslosigkeit dieser „Fachleute“ ist erschütternd.

          Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

          Aber das ist der Kenntnisstand jener, die in Pädagogik, Soziologie, Müllstrommedien über Männlein und Weiblein referieren.

      • Eigentlich hätte mir klar sein müssen, was du sagst. Du tust mir leid, ehrlich, wenn du so ein Sklave deiner Triebe bist. Vielleicht wärst du im Jemen oder in Saudiarabien gut aufgehoben.

        • Wieso soll denn gerade ich ein Sklave meiner Triebe sein?
          Ich habe diesen jetzt schon Jahrzehnte lang sehr wirkungsvoll widerstanden und keiner unserer Frauen die Schande bereitet ihre brillante Karriere zu Torpedieren (schön mehrdeutig, nicht?) um sie an Haus und Herd zu fesseln.
          Auch habe ich das nicht vor, nicht mit der deutschen Frau, der besten der Welt.

          Zeugt das nicht gerade von einer vorzüglichen Kontrolle (oder Umlenkung) meiner Triebe?

          Und erspar mir bitte weitere Beleidigungen und Mitleid dass es daran liegt was für ein schlechter oder bemitleidenswerter Mensch bin.

          Geschenkt, hab doch schon zugegeben dass ich scheiße bin und die Guten ohne mich nicht mehr so gut wären.

          Aber hast du vielleicht noch was zu meinem eigentlichen Argument zu sagen?

    • „Wir lassen die Erregung zu, weil wir sie wünschen, nicht, weil wir ihr passiv ausgeliefert sind.“

      Absolute Zustimmung. Wenn wir den Trieb erwarten und ihn wünschen, haben wir ihn. Wenn wir glauben, ihm ausgeliefert zu sein, sind wir ihm ausgeliefert. Wenn wir der Ansicht sind, wir hätten ihn nicht, haben wir ihn auch nicht. Es ist eine Frage der Haltung.

      Das Zölibat steht ja bei uns nicht sehr hoch im Kurs. Männer die keinen Sex haben sind irgendwie ja noch schlimmer als die, die sich für Sex interessieren, ohne besonders attraktiv zu sein. DE, kann man sich schwer widersetzen.

      Dabei ist das nur eine Frage der Übung. Du kannst dich entscheiden, dich für Sex zu interessieren oder nicht. Du kannst das sogar bewusst an- und abschalten. Wie gesagt, eine Frage der Haltung und der Übung.

      Frauen sind im Allgemeinen darin geübter, deshalb denken fast alle Männer, Frauen hätten geringeres Interesse an Sex. Ich behaupte, sie haben sogar eher ein größeres als Männer. Ich konnte es nur nie belegen. Es war nur so ein Gefühl, eine Beobachtung. Aber diese Studien weisen schon etwas in diese Richtung.

      • Du widersprichst Dich. Du kannst nicht einerseits behaupten, Frauen sind geübter darin, sich nicht für Sex zu interessieren, wenn sie andererseits ein größeres Interesse an Sex habe.

        Wenn eine Frau darin geübt ist sich zu entscheiden, kein Interesse an Sex zu haben, dann kann sie kein großes Interesse an Sex haben.

        Bye the way: Warum sollten Frauen darin geübter sein, ihr Interesse an Sex abzuschalten. Was haben sie davon?

        • Was sie davon haben? Zwei Sachen: Die erste ist Macht. Sie können entscheiden wie die Sache läuft. Meistens zumindest. Sie können auswählen. Der Mann wird dann so froh sein, dass ihn eine will, dass er gar nicht auf die Idee kommt nein zu sagen. Funktioniert natürlich nicht immer, aber oft genug. Die zweite ist: Frauen sind immer irgendwie um ihren Ruf besorgt. Sie tun ungern Dinge, die andere nicht tun. Mit einer Ansicht völlig allein dazustehen, bereitet ihnen höchstes Unbehagen. Normalerweise.

          Zum Interesse: Ich hatte z. B. in meinem Leben sehr viel Sex, nicht immer aber meistens mit Frauen. Das ist das eine. Das andere ist: Sex hat mich noch nie die Bohne interessiert. Ein Widerspruch?

        • Bye the way: Warum sollten Frauen darin geübter sein, ihr Interesse an Sex abzuschalten. Was haben sie davon?

          Man kann Frauen natürlich Machtgier unterstellen, wie Salvatore das maskulismustypisch gleich wieder tut. Aber ich glaube eher, dass das eine ganz normale biologische Erklärung hat: Frauen werden schwanger, die körperlichen Kosten für die Fortpflanzung sind dementsprechend höher, als die des Mannes. Zudem stecken sie sich eher mit STDs an (ebenso wie passiven Analsex praktizierende Männer).

        • @Salvatore

          „Zum Interesse: Ich hatte z. B. in meinem Leben sehr viel Sex, nicht immer aber meistens mit Frauen. Das ist das eine. Das andere ist: Sex hat mich noch nie die Bohne interessiert. Ein Widerspruch?“

          Sehe das nicht als Widerspruch. Du musstest Dir um Sex keine Gedanken machen, weil Du keinen Mangel daran hattest. Defizitgefühl führt mehr dazu, sich damit zu beschäftigen. Wenn man gesund ist, macht man sich um seine Anatomie auch keine Gedanken. Sie funktioniert einfach. Bei Zahnschmerzen z.B., nehmen diese dagegen einen Großteil des Bewusstseins in Anspruch.

          „Es liegt an eines Menschen Schmerz, an eines Menschen Wunde nichts,
          Es kehrt an das, was Kranke quält, sich ewig der Gesunde nichts, (…)“

          (August v. Platen)

        • „Ich behaupte, sie haben sogar eher ein größeres als Männer.“

          Ich sag ja, ist nur so ein Gefühl. Vielleicht ist das meine selektive Wahrnehmung.

        • Ich denke Frauen haben tatsächlich ein größeres Interesse an Geschlechtsverkehr, denn angeblich haben sich doppelt so viele Frauen in der Menschheitsgeschichte wie Männer vermehrt.

          Frauen haben ein kürzeres Zeitfenster in dem sie ihre Reproduktionsfähigkeit im evolutionären Verdrängungskampf (mit andern Frauen und Gesellschaften) möglichst gut nutzen mussten.
          Männer waren auch zur Hälfte ohne dass sie sich Reproduziert haben für die Natur nützlich, wenn auch nur als Verschleißmaterial um die Frauen einer Gesellschaft vor frühzeitigem Verschleiß abzuschirmen und damit die Reproduktion zu maximieren.

          Andersrum gesagt: Sex & Kinder waren das Hauptgeschäft der Frau, größere Teile ihrer Zeit als der Mann verbrachte sie damit.

          Die andere Seite ist natürlich wie bewusst sich Frauen dessen sind, ob sie das ausreichend Reflektieren können.

          Da habe ich Zweifel. Frauen sind viel eher geneigt sich Sozialkonform zu Verhalten, fürchten den Ausschluss aus der Gesellschaft viel eher als Männer, denn früher bedeutete das viel eher ihren Tod. Trotzdem will die Frau ihren Egoismus behaupten, wie jeder Mensch.
          Offenkundige Promiskuität, bekunden von Spaß am Geschlechtsverkehr gegenüber der Gemeinschaft, offensives Werben dafür, vor allem beim männlichen Teil, würde eine Frau unattraktiver für die Männer machen da es die Vaterschaftssicherheit reduziert und damit Ressourceninvestitionen des Mannes abschrecken würde.

          Hier wäre zu viel Reflektion, Bewusstheit und Ehrlichkeit nur eine unnötige Belastung.

          Das wäre praktisch so etwas wie belastende Schuldgefühle, wie ein kleiner mentaler Selbstmord.

      • „Man kann Frauen natürlich Machtgier unterstellen, wie Salvatore das maskulismustypisch gleich wieder tut.“

        Aber nicht doch. Ist nicht jeder lieber der Hammer als der Amboss? Frauen sind nicht machtgieriger als Männer.
        Aber du hast auch Recht, Sex kann für Frauen gravierendere Folgen haben.

        Das Interesse von Frauen an Sex, äußert sich auch oft genug darin, dass sie drüber reden und sinnieren. Es ergibt schon einen Sinn, dass sie die Sache selbst etwas vorsichtiger angehen.

        Ausserdem ist Macht für mich auch kein dirty word. Ich werfe Frauen überhaupt Nichts vor.

    • Das Experiment wurde an Gefängnisinsassen
      durchgeführt, allein das lässt nur sehr eingeschränkte Verallgemeinerbarkeit zu.
      Es sagt mehr darüber, wie sich Leute unter Beobachtung und Kontrolle verhalten, speziell, wenn man ihr Sexualleben auf den Seziertisch legt.

      Irgendwie scheint es niemanden sonst zu stören, dass man mit Leuten, die in besonderen „Abhängigkeitsverhältnis“ stehen, für derartige Belegstudien heranzieht.
      Knastis, Kranke und Kinder / Schüler – die Lieblingsgegenstände von Forschung, Obduktion und Empirie.
      Sind ja am besten handhabbar und zu Kooperation zu bewegen.

    • „Grenz, Sabine: (Un)heimliche Lust. Über den Konsum sexueller Dienstleistungen
      Oben: Beier, Klaus M., Bosinski, Hartmut A.G., Hartmann, Uwe, Loewit, Klaus: Sexualmedizin
      Unten: Munding, Reinhold: Sexuelle Phantasien und Wünsche von Männern“
      „Der Sexualtherapeut Munding führt Beobachtungen des Sexualverhaltens von Gefängnisinsassen an […]. Es wurde beobachtet, dass Gefängnisinsassen, denen Pomohefte zur Masturbation zur Verfügung gestellt wurden, sich mit der Zeit immer seltener Pomohefte kommen ließen und ihr Sexualverhalten komplett einstellten. Dies wird damit begründet, dass die Lust auf Sexualität eben mit der Lust auf das, was wir zu erleben erwarten, verknüpft sei. “
      Interessant.
      Kam es bei den Männern die das Konsumieren von Pornos einstellten dennoch zu spontanen Samenergüssen (Ejakularche)?
      Waren die Personen gesundheitlich getestet, so ob sie z.B. Diabetes hatten oder Depressionen?

  5. Na, die Damen? Wie geht´s, wie steht´s? Wat macht der Alltagssexismus?

    Heut‘ schon diskriminiert worden?

    Nein? Na sowas – dann wird’s aber höchste Zeit. Heute ist schließlich wieder Selbermach-Samstag. Der kriegt der Feminismus links und recht ein Paar *PAFF* hhinter die Löffel…

    …mit welcher mysogynen Gemeinheit fangen wir denn diesmal an?

    Am besten hiermit – einer der bisher besten Texte zur Dirndl-Gate-Geschichte:

    http://agensev.de/agens-meint/knigge-statt-flirt/

    Mein Zusatz: Auch in diesem Artikel wird angedeutet, dass es innerhalb dieser Debatte immer wieder die Forderung gibt, das Sexismus-Problem mit Frauenquoten zu lösen. Was die nicht verstehen: Durch Frauenquoten, überhaupt Frauenbevorzugung in Bildung und Beruf, sorgt man dafür, dass Männer immer mehr vom Arbeitsmarkt UND vom Partnermarkt, und damit aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden – ganz nebenbei bemerkt auch eine Form von DISKRIMINIERUNG. DADURCH entsteht erstmal Sexismus. Ein Mann braucht einen Beruf, um auf dem Partnermarkt überhaupt mitspielen zu können, zumindest meistens, und braucht auch Status dafür, den er durch beruflichen Erfolg erreichen kann. Frauen brauchen das nicht und machen sich mit zu großem beruflichen Erfolg eher unattraktiv. Ohne diesen oft . angesprochenen Punkt vertiefen zu wollen: Unsere „Eliten“ kapieren selbst sowas einfaches nicht oder wollen es nicht.

    Mit Agens geht es direkt weiter, nämlich der DISKRIMINIERUNG von Jungs im Bildungssystem:

    http://agensev.de/agens-meint/forderung-fur-madchen-ritalin-fur-jungen/

    Das alles wird für die Gesellschaft noch ziemlich teuer.

    Wat hänwe noch?

    Das hier

    http://blog.dasmagazin.ch/2012/12/01/schluss-mit-dem-gequengel/?goslide=0

    ist recht lesenswert. (Via http://www.antifeminismus.ch/)

    Wat isch noch jut? Hier dat:

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/02/thuringen-vierzehnjahriger-soll-wegen.html

    http://www.genderama.blogspot.de/2013/02/munchen-auszubildende-von-lehrerin.html

    Ein ganz schöner Kontrast, nicht wahr? Die beiden Fälle eignen sich richtig gut dazu, mal direkt miteinander verglichen zu werden. Ist eine Frau eine echte Sexualstraftäterin, wird sie kaum bestraft und muss vielleicht gerade mal in Therapie. (Ein Mann hätte dafür gesessen und wäre vielleicht gelyncht worden.) Knutscht ein 14jähriger eine 13jährige ab, landet seine DNA in einer Sexualstraftäter-Datei.

    Aber so ist das heute. Mann sein ist verboten. Geht ein Vater mit seinen Kindern auf den Kinderspielplatz, wird die Polizei gerufen – oder er wird als „Perverser“ beschimpft. Auch wenn ihn vorher Feministinnen dazu aufgefordert haben, mehr Brutpflege zu betreiben.

    Was noch? Ach so:

    http://www.welt.de/vermischtes/article113423063/Ein-Musterkatholik-pfeift-auf-politische-Korrektheit.html

    Ich bin nun wirklich nicht mit diesem Mann einer Meinung, auch wenn es Überschneidungen zwischen meinem und seinem Standpunkt gibt, je nachdem, um was es genau geht. Aber es stimmt: Es ist demokratiefeindlich. Ich habe am Fernsehen gesehen, wie er dort nicht ausreden durfte und das Publikum ihn regelrecht verhöhnte, auch an Stellen, wo er nur den Standpunkt der Kirche beschrieb.

    Jetzt hat er dort irgendso einen Job verloren. Wie war das noch mal mit der Meinungsfreiheit? Und dass niemand aufgrund seines Standpunktes weder bevorzugt noch benachteiligt werden darf? Und wo bleibt hier der #Aufschrei?

    Wir haben erschreckend wenig demokratische Kultur: Früher (z. B. 50er Jahre) durfte man kaum was gegen die Kirchen sagen, außer gegen die jeweils andere, weil dann das Geschrei losging…

    …heute darf man zumindest nichts mehr für die Kirchen, zumindest nicht die katholische, sagen. Okay, ist etwas überspitzt, aber was wahres dran.Und das ist innerhalb aller möglicher Themen wie Feminismus usw. auch so – alles vermintes Gelände.

    Alles fällt unter „meiner Meinung nach“, und mein Standpunkt stimmt nicht zwangsläufig mit allen Links überein bzw. allen Details dieser Texte (auch wie immer). Ich halte sie aber für lesenswert.

    • @ Matthias
      Bezüglich der Lohmann-Affäre darfst Du gerne die Meinung vertreten, der Rauswurf sei ein undemokratischer Akt, aber wenn sich der Arbeitgeber den Respekt vor Schwulen und Lesben auf die Fahne schreibt, ist es doch nur konsequent, Lohmann zu entlassen.
      Rassisten sollten sich schließlich auch nicht wundern, wenn sie ihre Stelle bei einer Uni verlieren, die sich dem Antirassismus verschrieben hat.

      • Hier Grundgesetz Artikel 3 Absatz 3:

        „(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat
        und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt
        werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

        Herr Lohmann hat seine religiöse Anschauung öffentlich beäußert und wurde daraufhin gefeuert. Aus meiner Sicht ein ganz klarer Verstoß gegen das Grundgesetz.

        Ich weiß, es ist schwierig. Es ist in Deinem Fall verständlich, Herrn Lohmann als Feind anzusehen.

        Ob ich den Rassismus-Vergleich angemessen finde? Eher nicht, auch wenn es verständlich ist, wenn ein homosexueller Mensch sowas äußert.

        Nur, wenn er selbst etwas Verfassungsfeindliches gesagt hätte oder etwas, was unter den Paragraphen mit der Volksverhetzung aus dem Strafgesetzbuch gefallen wäre, dann wäre aus meiner Sicht eine Kündigung gerechtfertigt gewesen.

        Hat er meiner Meinung nach nicht getan.

        Wäre er auch gefeuert worden, wenn das sein einziges berufliches Standbein gewesen wäre? Man haut mit sowas nebenbei bemerkt seiner Familie finanziell eine rein, unabhängig vond er Meinung seiner Familienmitglieder und auch unabhängig von deren sexueller Orientierung! (Falls einer/eine von denen Homo ist, ist das Outing leichter, wenn der eigene Vater nicht vorher auf diese Weise und aus diesem Grund „gegrillt“ worden ist!)

        Wir haben bald eine demokratische Kultur, in der wirklich Andersdenkende sich nicht mehr trauen können, ihre Meinung zu sagen, in der sie dann richtig existenziell vernichtend angegangen werden.

        Die Political Correctness ist wie eine Hintertür, um die Meinungsfreiheit doch noch trotz Rechtstaat und Demokratie auszuhebeln, und das mit der Brechstange und ohne Rücksicht auf Menschen. Von Menschlichkeit keine Spur.

        Wir müssen dringend diese Fronten abbauen. Herr Lohmann mag dazu nichts beigetragen haben, seine Gegner oder, realistischer: Feinde aber auch nicht.

        Alles fällt unter „meiner Meinung nach“.

        • Wäre er auch gefeuert worden, wenn das sein einziges berufliches Standbein gewesen wäre? Man haut mit sowas nebenbei bemerkt seiner Familie finanziell eine rein, unabhängig vond er Meinung seiner Familienmitglieder und auch unabhängig von deren sexueller Orientierung!

          Da muss der Papa sich mal überlegen, wie er sich in der öffentlichkeit so darstellt. Aber vielleicht reicht Mama´s Gehalt ja auch. Moment..

          (Falls einer/eine von denen Homo ist, ist das Outing leichter, wenn der eigene Vater nicht vorher auf diese Weise und aus diesem Grund “gegrillt” worden ist!)

          Wenn einer von denen schwul ist, fällt das Outing leichter wenn man sich sobald wie möglich von diesem Vater moralisch und physisch distanziert und möglichst auf eigenen Beinen steht. Auch Besuche an Weihnachten und Geburtstag fände ich überdenkenswert.

          *Wir haben bald eine demokratische Kultur, in der wirklich Andersdenkende sich nicht mehr trauen können, ihre Meinung zu sagen, in der sie dann richtig existenziell vernichtend angegangen werden.*

          Übersetzung: Wir haben bald eine demokratische Kultur in der niemand mehr seinen menschenverachtenden Scheiß produzieren kann wie er grad lustig ist, ohne dafür Ächtung zu erfahren, weil der Konsens in unserer Gesellschaft der ist, dass Diskriminierung einfach kacke ist. Darauf würd ich doch mal einen trinken! 🙂

          Aber im Ernst: Niemand hat ein Grundrecht darauf, seinen homophobe, sexistische und/oder rassistische Meinung ungestraft kundzutun. Du verwechselst da was. Er darf ja seine Meinung sagen. Er muss nur mit Gegenwind rechnen. Und je mehr Gegenwind desto besser.

        • @ Maren oder besser @ alle anderen über Maren

          „Da muss der Papa sich mal überlegen, wie er sich in der öffentlichkeit so darstellt.“

          Das ist Marens Einstellung: Wer seine Meinung sagt, darf ruhig plattgemacht werden, auch mitsamt Frau und sogar Kindern, falls die noch von ihm abhängig sind. Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn einer einen anderen Standpunkt als den Mainstream- oder den Marenstandpunkt hat, soll er doch verhungern.

          „Wenn einer von denen schwul ist, fällt das Outing leichter wenn man sich sobald wie möglich von diesem Vater moralisch und physisch distanziert und möglichst auf eigenen Beinen steht. Auch Besuche an Weihnachten und Geburtstag fände ich überdenkenswert.“

          Ja, Fronten aufbauen ist immer das Allerbeste – hat sich bewährt über die gesamte Menschheitsgeschichte. Deshalb hat ja auch im kalten Krieg das Zeitalter der Entspannung so superwenig gebracht. Ein Atomkrieg wäre dem Wohl der Allgemeinheit und der Umwelt bestimmt zuträglicher gewesen.

          „Übersetzung: Wir haben bald eine demokratische Kultur in der niemand mehr seinen menschenverachtenden Scheiß produzieren kann wie er grad lustig ist, ohne dafür Ächtung zu erfahren, weil der Konsens in unserer Gesellschaft der ist, dass Diskriminierung einfach kacke ist.“

          Herr Lohmann hat keinen menschenverachtenden Scheiß geäußert.

          Diskriminierung ist einfach kacke? Stimmt. Es ist wirklich kacke, wie stark Frauen heutzutage Männer bei der Partnerwahl diskriminieren. Aber das zählt sicher nicht als Diskriminierung. Diskriminierung darf das nur dann heißen, wenn es die Frau trifft.

          Oder wenn männliche Straftäter um 70 % härter bestraft werden als weibliche, wohlgemerkt für die selbe Tat.

          Oder wenn weibliche Sexualstraftäter nur auf Bewährung verurteilt werden, ein Paar Tausend Euro zahlen und in Therapie müssen, während für männliche lauthals nach der Todesstrafe und Lynchjustiz geschrien wird, nach „Schwanz ab bis er verreckt“ oder nach „Eier ab“. Neulich hatte einer sogar auf einem Autoaufkleber die Forderung, Sextäter statt Tiere für Tierversuche zu benutzen. Weibliche Sextäter waren damit bestimmt nicht gemeint.

          Oder die Diskriminierung von Jungen in der Schule. Oder die Zwangsdienstdiskriminierung von jungen Männern direkt nach dem Abitur, auch wenn diese ausgesetzt ist.

          oder damals die Diskriminierung, dass der Mann in den krieg musste und die Frau nicht, und den Krieg mit viel höherer Wahrscheinlichkeit überlebte.

          Dann noch die Rettungsbootdiskriminierung…

          …stimmt, wirklich alles einfach kacke!

          Aber immer schön mit zweierlei Maß messen für den Frieden – oder eher für den Gewaltfieden.

          „Darauf würd ich doch mal einen trinken!“

          Tu das – prost! Schlimmer können Deine Postings dadurch auch nicht mehr werden.

          „Aber im Ernst: Niemand hat ein Grundrecht darauf, seinen homophobe, sexistische und/oder rassistische Meinung ungestraft kundzutun. Du verwechselst da was. Er darf ja seine Meinung sagen. Er muss nur mit Gegenwind rechnen. Und je mehr Gegenwind desto besser.“

          Ist ein Widerspruch in sich. Er darf seine Meinung sagen, muss aber mit Gegenwind rechnen, mit Kündigung – warum nicht glaich mit Verhaftung oder Liquidierung?

          Du schreibst ja selbst: Er darf es, aber nicht ungestraft. Genau das ist keine Meinungsfreiheit mehr. Herr Lohmann hat nichts gesagt, wofür er eine Strafe oder sonstige Repressalien verdient hätte.

          Wenn niemand ein Grundrecht darauf hat, was sexistisches zu sagen, warum dürfen es dann eigentlich die Feministinnen?

          Alice Schwarzer tritt doch dauernd in Talkshowas auf. Hat sie wirklich noch nie was sexistisches ungestraft gesagt? Ganz sicher? Auch die aufkommende Frauenfreude angesichts eines abgetrennten Penisses war kein Sexismus?

          Alles fällt unter „meiner Meinung nach“.

        • „Aber im Ernst: Niemand hat ein Grundrecht darauf, seinen homophobe, sexistische und/oder rassistische Meinung ungestraft kundzutun. Du verwechselst da was. Er darf ja seine Meinung sagen. Er muss nur mit Gegenwind rechnen. Und je mehr Gegenwind desto besser.“

          Ach, wär das schön, wenn unsere SexistInnen in Politik, Fernsehen, etc. endlich für den von ihnen verbreiteten Männerhass konsequent zur Verantwortung gezogen würden. Es wird ja schon, aber da bleibt noch einiges zu tun. Aber da kommen wir schon noch hin…

        • @ Maren

          *Aber im Ernst: Niemand hat ein Grundrecht darauf, seinen homophobe, sexistische und/oder rassistische Meinung ungestraft kundzutun. Du verwechselst da was. Er darf ja seine Meinung sagen. Er muss nur mit Gegenwind rechnen. Und je mehr Gegenwind desto besser.*

          Wer bestimmt denn, was „homophob, sexistisch, rassistisch“ ist?

          Was ist z.B. an Lohmanns Aussagen homophob, rassistisch, sexistisch gewesen?

          Ich muss zugeben, ich habe die Sendung nicht gesehen, da ich kaum noch fernsehe, weiß also nicht, was Herr Lohmann Sexistisches, Homophobes, Rassistisches geäußert haben könnte.

          Du scheinst es zu wissen.

          Was also war es?

        • *Ja, Fronten aufbauen ist immer das Allerbeste – hat sich bewährt über die gesamte Menschheitsgeschichte.*

          Moment mal, das eventuell schwule Kind entzieht sich lediglich der Front, die sein Vater aúfgebaut hat. Was solls denn deiner Meinung nach tun? Milde lächelnd Papa´s Gegeifer ertragen?

          *Herr Lohmann hat keinen menschenverachtenden Scheiß geäußert.*

          Doch:
          „Unser Chefredakteur Martin Lohmann hatte mit Sympathie und Kompetenz die Kostbarkeit der christlichen Ehe in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ am 3. Dezember verteidigt und sich mit guten Gründen gegen eine gelebte Homosexualität ausgesprochen. Ebenso gegen ein Adoptionsrecht von Kindern für gleichgeschlechtliche Paare.“
          http://k-tv.org/presse/pressemitteilungen/2012/12/13/chefredakteur-martin-lohmann-bedroht

          Einem Teil der Bevölkerung platt abzusprechen ihre Sexualität auszuleben find ich schon menschenverachtend.

          *Du schreibst ja selbst: Er darf es, aber nicht ungestraft. Genau das ist keine Meinungsfreiheit mehr*

          Nun, die Redefreiheit (Still meinen darf er ja alles ohne Widerspruch) hört da auf, wo sie andere Menschen diskriminiert, verletzt oder beleidigt.

        • @ Maren

          *“Unser Chefredakteur Martin Lohmann hatte mit Sympathie und Kompetenz die Kostbarkeit der christlichen Ehe in der ARD-Sendung “Hart aber fair” am 3. Dezember verteidigt und sich mit guten Gründen gegen eine gelebte Homosexualität ausgesprochen. Ebenso gegen ein Adoptionsrecht von Kindern für gleichgeschlechtliche Paare.”*

          Das ist die offizielle Lehre der Katholischen Kirche.

          Homosexuelle sind aufgerufen, da sie mit ihren Liebespartnern keine Kinder zeugen können, daraus aber die menschliche Sexualität ihren Sinn erfährt, auf sexuelle Aktivitäten zu verzichten.

          Sie müssen dem selbstverständlich nicht folgen – sie müssen ja nicht katholisch sein.

          Soll also die Verkündung dieser offiziellen Lehrmeinung der Katholischen Kirche, der immerhin ein Drittel der Bevölkerung dieses Landes angehört, als homophob verboten werden?

        • @ Maren

          „Moment mal, das eventuell schwule Kind entzieht sich lediglich der Front, die sein Vater aúfgebaut hat. Was solls denn deiner Meinung nach tun? Milde lächelnd Papa´s Gegeifer ertragen?“

          Und so eine Front sollte man nicht mit Gewalt noch weiter aufbauen, indem man jemanden wie Herrn Lohmann feuert oder mit Gewalt, oder wie unten in Deinem Link mit einer AIDS-Spritze bedroht.

          „*Herr Lohmann hat keinen menschenverachtenden Scheiß geäußert.*

          Doch:
          “Unser Chefredakteur Martin Lohmann hatte mit Sympathie und Kompetenz die Kostbarkeit der christlichen Ehe in der ARD-Sendung “Hart aber fair” am 3. Dezember verteidigt und sich mit guten Gründen gegen eine gelebte Homosexualität ausgesprochen. Ebenso gegen ein Adoptionsrecht von Kindern für gleichgeschlechtliche Paare.”
          http://k-tv.org/presse/pressemitteilungen/2012/12/13/chefredakteur-martin-lohmann-bedroht

          So, dann ist das schon meschenverachtend. Und Du verlinkst ausgerechnet, wie er angefeindet und bedroht worden ist mit einer HIV-Infektion. Und zeigst damit, wie schrill die Reaktionen auf seine Äußerungen sind. Das soll Meinungsfreiheit sein? Du scheinst sogar, da Du Dich nicht davon distanzierst, die Bedrohung mit der AIDS-Spritze zu tolerieren, oder sogar gut zu finden.

          Ich selbst habe übrigens nichts dagegen, dass Homosexuelle ihre Sexualität ausleben können. Ich bin auch nicht dafür, vergewaltigten Frauen die Pille danach oder eine Abtreibung zu verweigern. Das Adoptionsrecht von Homo-Pärchen sehe ich aber skeptisch. Und wirklich nur wegen dem Kindeswohl.

          Aber der Fall Lohmann zeigt, wie sehr bei uns, wenn es um (Hetero- und Homo-)Sexualität, Ehe, Familie, Feminismus usw. geht, ein Kulturkampf tobt. Alles vermintes Gelände. Früher mussten Homosexuelle Angst haben, sich zu outen oder ihre Meinung zu sagen, heute müssen es die, die früher die Diskurshoheit hatten bzw. gehabt hätten, so z. B. Leute wie Herr Lohmann.

          „Einem Teil der Bevölkerung platt abzusprechen ihre Sexualität auszuleben find ich schon menschenverachtend.“

          Darin kommen wir sogar überein. Trotzdem hat jeder ein recht auf Religionsfreiheit und freie Meinungsäußerung. Herr Lohmann durfte in der Sendung ja noch nicht mal rein deskriptiv vortragen, was die Lehrmeinung der Kirche ist, oder das pseudopubertäres Geschrei losging.

          Als menschenverachtend könnte man mit der gleichen Logik übrigens auch weibliches Wahlverhalten in nicht absolut monogamen Gesellschaften bezeichnen, weil hierdurch ein Teil aller Männer vom Partnermarkt ausgeschlossen werden. Diesen Männern billigt der Feminismus übrigens auch keinen Bordellbesuch zu. Auch das könnte man dann als menschenverachend bezeichnen.

          „*Du schreibst ja selbst: Er darf es, aber nicht ungestraft. Genau das ist keine Meinungsfreiheit mehr*

          Nun, die Redefreiheit (Still meinen darf er ja alles ohne Widerspruch) hört da auf, wo sie andere Menschen diskriminiert, verletzt oder beleidigt.“

          Maren’sche Redefreiheit: Still meinen darf er ja alles. Toll.

          Wie Roslin schreibt: Was andere diskriminiert, verletzt oder beleidigt, das bestimmst weder du alleine noch alle Feministinnen oder alle Frauen. Es bestimmen auch nicht alle Homosexuellen alleine. Es bestimmt auch nicht die Kirche alleine, soll sie auch nicht. Sie muss aber mitreden dürfen, ohne dass ihr Standpunkt gar nicht mehr ausgesprochen werden darf.

          Und verletzend und beleidigend bist Du hier auch oft genug. Hab ich Dir jemals deshalb die Redefreiheit wegnehmen wollen? Nein!

        • „Herr Lohmann durfte in der Sendung ja noch nicht mal rein deskriptiv vortragen, was die Lehrmeinung der Kirche ist, oder das pseudopubertäres Geschrei losging. Herr Lohmann durfte in der Sendung ja noch nicht mal rein deskriptiv vortragen, was die Lehrmeinung der Kirche ist, oder das pseudopubertäres Geschrei losging.“

          solte natürlich heißen

          „Herr Lohmann durfte in der Sendung ja noch nicht mal rein deskriptiv vortragen, was die Lehrmeinung der Kirche ist, OHNE dass pseudopubertäres Geschrei losging. „

        • @ Matthias

          Ich habe übrigens gar nichts dagegen, dass Herr Lohmann gefeuert wurde.

          Es handelt sich um eine private Hochschule, die feuern können darf und muss, wen immer sie feuern will.

          Allerdings hat auch die Kirche das Recht, Menschen zu feuern, die ihre Glaubenslehre nicht vertreten wollen.

          Wer Katholik ist, soll nicht den Anspruch erheben, bei einer Hochschule zu arbeiten, die die Werte der Katholischen Kirche nicht vertreten kann.

          Wer kein Katholik ist, soll keinen Anspruch erheben, bei der Katholischen Kirche arbeiten zu dürfen, wenn er deren Werte nicht vertreten kann.

          Wer Freiheit für sich selbst fordert, muss sie auch anderen zugestehen.

          Auch Gläubige haben ein Recht darauf, ihre Überzeugungen frei und ungehindert zu verbreiten/zu vertreten.

          Auch Nichtgläubige haben das Recht, die Kirche, Gläubige und ihre Überzeugungen zu kritisieren, so wie Gläubige das Recht haben, Nichtgläubige und deren Überzeugungen zu kritisieren.

          Wer das in Frage stellt, zwingt die eine oder andere Seite dazu, um ihre Freiheit zu kämpfen.

          Wer das riskieren will, soll es tun.

        • @ Roslin

          Sehe ich anders, denn wenn Menschen aufgrund einer Äußerung in einer Talkshow von einem kirchlichen oder weltlichen Arbeitgeber gefeuert werden können, trauen sich dadurch auch andere Menschen oft nicht mehr, überhaupt noch was zu sagen.

          Herr Lohmann ist dieser Hochschule genauso zumutbar wie es Adrian einer kirchlichen Einrichtung wäre. Menschen brauchen eine Existenz. Arbeitsplätze sind knapp, und es geht auf der Arbeit meist gar nicht darum, welche Meinung man vom Homo-Adoptionsrecht und so hat.

          Die kann man ihnen aufgrund einer Meinungsäußerung nur in krassen Fällen nehmen, finde ich, bei Volksverhetzung und so. Oder wenn die Tätigkeit selbst betroffen ist. Aber wer für die katholische Kirche arbeitet, ist nicht immer der Pastor, sondern z. B. nur eine Kindergärtnerin beim Kindergarten in krichlicher Trägerschaft. Die muss meiner Meinung nach nicht der Kirche zustimmen oder selbst katholisch sein. Sie braucht einen Job, und ihre Tätigkeit ist von ihrer Einstellung nicht betroffen. (Aus meiner Sicht ist sie ja nicht dazu da, Kinder zu indktrinieren.) Dasselbe gilt für Herrn Lohmann: Er kann den Job doch auch mit seiner Einstellung machen.

          Freiheit für sich selbst und andere hätte man dann am meisten.

          „Wer das in Frage stellt, zwingt die eine oder andere Seite dazu, um ihre Freiheit zu kämpfen.

          Wer das riskieren will, soll es tun.“

          Sorry, aber das verstehe ich nicht. Riskieren? So gäbe es doch mehr Freiheit! Mehr Freiheit auf freie Meinungsäußerung. Dass ein Arbeitsplatz automatisch mit „Wes brot ich ess des Lied ich sing“ verknüpft sein muss, finde ich undemokratisch.

        • @ Matthias

          *sondern z. B. nur eine Kindergärtnerin beim Kindergarten in krichlicher Trägerschaft. *

          Wodurch soll sich denn ein katholischer Kindergarten auszeichnen?

          Worin liegt seine Existenzberechtigung.

          Doch nur darin, dass dort Kinder katholisch erzogen werden, ihnen der katholische Wertekanon vermittelt wird.

          Dass dies heute in der Ausschließlichkeit nicht der Fall ist, liegt daran, dass die Kirche der Versuchung, Staatsknete anzunehmen, nicht widerstehen konnte.

          Das ist sinnwidrig (für den Staat, für die Kirche, die sich wieder einmal an ein sinkendes Schiff vertäut und mehr Probleme bekommen wird als nötig, wenn auch dieser Kahn absäuft – wie nach dem Untergang Westroms, wie nach dem Untergang des Feudalismus).

          Wer aber soll denn eine katholische Erziehung in einem katholischen Kindergarten sicherstellen, wenn die Erzieher und Erzieherinnen nicht katholisch sein müssen und zwar ÜBERZEUGT.

          Dasselbe gilt für katholische Schulen, Kliniken etc.

          Dasselbe gilt dann aber auch für eine private, laizistische Hochschule.

          Im Übrigen erwarte ich von Katholiken, dass sie für ihren Glauben auch ihre Stellung riskieren.

          Eigentlich sogar sehr viel mehr.

          Polens Katholiken haben unter Nazis und Stalinisten ganz anderes auf sich genommen, Chinas Katholiken müssen das noch heute tun und wie es Nordkoreas Katholiken ergeht, will ich mir gar nicht vorstellen.

          Da ist der Verlust des Arbeitsplatzes in einem Land wie Deutschland heute kein großes Opfer.

        • @ Matthias

          *Sorry, aber das verstehe ich nicht. Riskieren? So gäbe es doch mehr Freiheit! Mehr Freiheit auf freie Meinungsäußerung. Dass ein Arbeitsplatz automatisch mit “Wes brot ich ess des Lied ich sing” verknüpft sein muss, finde ich undemokratisch.*

          Wer wie Maren der Meinung ist, die Lehre der katholischen Kirche dürfen nur noch still geäußert werden, ihre Veröffentlichung aber müsse verboten werden, da z.B. homophob, will der Kirche verbieten, ihrem Verkündigungsauftrag zu folgen, will ihren Mitgliedern/Repräsentanten die Redefreiheit verweigern.
          Den Verkundigungsauftrag hat sie aber nicht vom Staat, sondern von Gott.

          Wer also Katholiken zwingt, zu wählen zwischen dem, was Gottes ist und dem, was des Kaisers ist, weil der Kaiser sich anmaßt – und sei es einer mit demokratischer Legitiamtion, mit der Macht der Mehrheit – für sich zu beanspruchen, was Gottes ist, wird erleben, dass viele Katholiken sich dann für Gott und gegen den Kaiser entscheiden.

          Wer das riskieren will, soll es tun.

          Er wird erleben, was er davon hat.

        • @ Roslin

          „Wodurch soll sich denn ein katholischer Kindergarten auszeichnen?

          Worin liegt seine Existenzberechtigung.“

          Darin, dass er ein ganz normaler Kindergarten ist. Ein Kindergarten hat ohnehin eine Existenzberechtigung.

          „Doch nur darin, dass dort Kinder katholisch erzogen werden, ihnen der katholische Wertekanon vermittelt wird.“

          Können Kindergärterinnen doch eh kaum. Und sollten meines Erachens auch nicht für da sein. Der katholische Wertkanon kann ihnen dadurch vermittelt werden, falls in dem Alter möglich, dass schon mal der Pastor kommt. So war es bei uns hier früher. Heute glaub ich auch noch. Ich war als Kind in einem katholischen Kindergarten. Die Kindergärterinnen haben uns nicht katholisch erzogen, sie haben uns erzogen. Ihre genaue Überzeugung auf der religiösen Ebene halte ich für unwichtig, so lange sie mit Kindern umgehen können. Und wenn eine von denen mal einen Leserbreif schreibt, soll sie nicht gleich den Job verlieren, das wäre sehr unmenschlich.

          „Dass dies heute in der Ausschließlichkeit nicht der Fall ist, liegt daran, dass die Kirche der Versuchung, Staatsknete anzunehmen, nicht widerstehen konnte.“

          Oder daran, dass viele Menschen nur auf dem Papier katholisch sind, aber froh sind, einen Job zu kriegen. Und gerne einen bei einer kirchlichen EInrichtung annehmen, ohne gleich tiefreligiös zu werden.

          „Das ist sinnwidrig (für den Staat, für die Kirche, die sich wieder einmal an ein sinkendes Schiff vertäut und mehr Probleme bekommen wird als nötig, wenn auch dieser Kahn absäuft – wie nach dem Untergang Westroms, wie nach dem Untergang des Feudalismus).“

          Der Untergang der Gesellschaft kann auch dadurch kommen, dass die Kindergärtnerin gefeuert wird, dann keine Existenz mehr hat und deshalb dann weniger Kinder in die Welt setzt.

          „Wer aber soll denn eine katholische Erziehung in einem katholischen Kindergarten sicherstellen, wenn die Erzieher und Erzieherinnen nicht katholisch sein müssen und zwar ÜBERZEUGT.“

          Welcher Katholik ist denn heute noch durch und durch überzeugt?

          „Dasselbe gilt für katholische Schulen, Kliniken etc.“

          Sorry, aber das kann aus meiner Sicht nicht angehen. Der Einfluss von Lehrern auf Schüler ist eh stark begrenzt, und Erziehungs- und Indoktrinationsversuche stoßen bei Schülern oft auf Abwehrreaktionen. Kliniken? Aber Roslin, ein arzt oder eine Krankenschwester müssen doch nicht religiös sein, um ihren Job dort gut zu machen!

          „Dasselbe gilt dann aber auch für eine private, laizistische Hochschule.“

          Der Fall Lohmann ist nicht so schlimm, weil es nur ein recht kleiner Nebenjob war. Aber was, wenn es der eigentliche Job gewesen wäre? Und außerdem: Der hat doch im Leben nicht vorher von seinem Arbeitgeber klipp und klar gesagt gekriegt, was er öffentlich äußern darf und was nicht!

          „Im Übrigen erwarte ich von Katholiken, dass sie für ihren Glauben auch ihre Stellung riskieren.

          Eigentlich sogar sehr viel mehr.“

          Ist das Dein heiliger Ernst? Ich bin zum Beispiel nach meinem Selbstverständnis zwar ein gläubiger Christ, aber nur auf dem Papier katholisch. Es ist kein Glaubensbekenntnis, sondern ein Zufall, weil ich in eine katholische Familie reingeboren wurde.

          Für meinen Glauben eine Stellung riskieren würde ich so leicht nicht, schon gar nicht speziell fürs katholisch sein. Ich glaube auch nicht, dass ein vielleicht existierender Gott das von mir erwartet – der erwartet von mir meiner Überzeugung nach eher, dass ich Gutes tue und das Böse wie z. B. typische Formen des Feminismus bekämpfe!!!

          „Polens Katholiken haben unter Nazis und Stalinisten ganz anderes auf sich genommen, Chinas Katholiken müssen das noch heute tun und wie es Nordkoreas Katholiken ergeht, will ich mir gar nicht vorstellen.

          Da ist der Verlust des Arbeitsplatzes in einem Land wie Deutschland heute kein großes Opfer.“

          Bist Du verrückt? Natürlich ist das ein großes Opfer. Besonders für Leute, die Kinder haben, und für die Kinder dann selbst. Den Vergleich mit dem, was Menschen unter Nazis und Kommunisten durchmachen mussten, finde ich auch daneben.

          Mein Glaube, für den ich hiermit Stellung beziehe, ist, dass Jesus Christus weder eine geschiedene/oder wiederverheiratete Kindergärtnerin gefeuert hätte, noch den Lohmann, wenn er diese Hochschule geleitet hätte. Glaub ich jedenfalls. So wirkte der auf Heiligabend noch im letzten Fernsehfilm auf mich, dass der so leicht keine Menschen wegen einer Äußerung feuern würde. Und dass noch, wenn vorher nicht klar ist, was gesagt werden darf und was nicht.

          Alles, was ich hier geschrieben habe, fällt unter „meiner Meinung nach“.

        • @ Matthias

          *Aber Roslin, ein arzt oder eine Krankenschwester müssen doch nicht religiös sein, um ihren Job dort gut zu machen!*

          In einer säkularen, staatlichen Klinik nicht.

          In einer katholischen Klinik schon.

          Sonst brauche ich keine katholischen Kliniken.

          Wenn eine konsequente, vom katholischen Glauben getragene Krankenpflege-/Heilkultur nicht durchsetzbar ist, weil man dank Annahme von Staatsgeldern zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet ist, muss man entweder auf das „katholisch“ verzichten oder auf die Staatsknete.

          Das Sich-Einlassen der Kirche auf Kompromisse mit dem Staat ist eine Krankheit des deutschen Verbände-/Polit-/Laienkatholizismus.

          Er schwächt den Staat UND die Kirche.

          Nur eine konsequent und unbeirrbar zu ihren Werten stehende Glaubensgemeinschaft vermag Menschen zu begeistern – eine alte Erfahrung der Kirche.

          Darum sollte sie konsequent Kurs halten, gerade in Deutschland und sich der korrumpierenden Umarmung eines „freundlichen“ Staatswesens entziehen.

          Das ist schwer, ich weiß, gibt es doch Parteien mit dem hohen „C“ im Namen.

          Auch von denen muss sich die Kirche frei schwimmen, wenn ihr taub gewordenes Salz wieder brennen soll in den Wunden, den eigenen und denen der Gesellschaft.

        • @ Roslin

          Jetzt guck Dir das mal an, mein lieber Roslin: Kaum diskutieren wir beide über die katholische Kirche, schon tritt der Papst zurück…(HA HA HA HA HA)

          Tataaaaaaa, Tataaaaaa, Tataaaaaaaa…

          Und das auf Rosenmontag. Meinen Respekt für seine wohl vernünftige Entscheidung. Wenn es gesundheitlich nicht mehr läuft, ist das in Ordnung.

          Unanbhängig davon noch meine Antwort auf gestern Abend:

          „*Aber Roslin, ein arzt oder eine Krankenschwester müssen doch nicht religiös sein, um ihren Job dort gut zu machen!*

          In einer säkularen, staatlichen Klinik nicht.

          In einer katholischen Klinik schon.

          Sonst brauche ich keine katholischen Kliniken.“

          Eine katholische Klinik ist meines Erachtens weniger dafür da, den Glauben zu stärken, als mehr dafür, Gutes zu tun, sich sozial zu engagieren.

          Ich selbst lege keinen Wert darauf, als Patient in einem katholischen Krankenhaus behandelt zu werden, sondern eher darauf, dass die Hygienestandarts gut sind und ich nicht an einer multiresistenten Infektion elendig verrecke.

          Ich wüsste nicht, wieso das medizinische Personal in einem katholischen Krankenhaus sich katholisch verhalten soll oder gar ein katholisches Privatleben führen muss. Ich wüsste auch nicht, was an dem Krankenhaus besser sein soll für mich als katholischen Patienten, wenn ein Arzt oder eine Krankenschwester gnadenlos gefeuert wird, weil sie privat nicht nach den regeln der Kirche gelebt hat.

          Ich bin zwar für mehr lebenslange Einehen, aber eben nicht mit der Brechstange.

          Krankenhäuser sind für mich katholisch genug, wenn ab und zu mal der Pastor kommt für Krankenkommunion, Messe oder so.

          Und ich finde, dass auch Atheisten, Agnostiker, Juden, Muslime, Hindus usw., „selbst“ Ketz…ähm Protestanten (Hihi) in einem katholischen Krankenhaus gut Arzt sein können, oder Schwester/Pfleger. Auch gemäß katholischer Grundsätze.

          Wieso sollte das nicht gehen. Die dürfen auch gerne schwul sein. Oder lesbisch.

          Ob ich als Patient mit schwulen Händen oder mit Hetero-Händen operiert werde – Hauptsache, ohne Kunstfehler.

          Für das Personal sollte noch gelten: Gerade im Zeitalter der globalen Erwärmung und aufgrund der Tatsache, dass Autofahren nicht ganz ungefährlich ist, ist es wichtiger, dass der Weg zum Arbeitsplatz für einen z. B. Arzt kurz ist, auch, damit er in Notfällen schneller beim Patienten ist, als dass er ein strammer Katholik ist.

          Bei Kindergärtnerinnen she eich das genauso. Wie die privat leben, beeinflusst ihre Arbeit eh kaum. Oder stell Dir einen Hausmeister oder Gärtner in einer kirchlichen Einrichtung vor: Der Macht seine Arbeit auch als praktizierender Homosexueller oder als geschiedener und wiederverheirateter genauso gut wie ein einmal verheirateter Hetero. Es ist unmenschlich und baut Fronten auf, ihn zu feuern – es nimmt der Kirche aus meiner Sicht Diskurshoheit, schafft Gegner, böses Blut.

          „Wenn eine konsequente, vom katholischen Glauben getragene Krankenpflege-/Heilkultur nicht durchsetzbar ist, weil man dank Annahme von Staatsgeldern zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet ist, muss man entweder auf das “katholisch” verzichten oder auf die Staatsknete.“

          Ich finde, daran sollte kein Krankenhaus scheitern. Vielleicht gäbe es ohne Staatsknete dann ein Krankenhaus weniger, oder eines mit speziellen Möglichkeiten für spezielle Erkrankungen weniger. Was soll ich daran gut finden?

          „Das Sich-Einlassen der Kirche auf Kompromisse mit dem Staat ist eine Krankheit des deutschen Verbände-/Polit-/Laienkatholizismus.

          Er schwächt den Staat UND die Kirche.“

          Ich weiß nicht recht. Eine zu „stramme“ Kriche führt zu Abwehrreaktionen in der Bevölkerung, zu Kirchenaustritten. Schwächt das nicht auch die Kirche?

          „Nur eine konsequent und unbeirrbar zu ihren Werten stehende Glaubensgemeinschaft vermag Menschen zu begeistern – eine alte Erfahrung der Kirche.

          Darum sollte sie konsequent Kurs halten, gerade in Deutschland und sich der korrumpierenden Umarmung eines “freundlichen” Staatswesens entziehen.“

          Da magst Du teilweise Recht haben. Eine Jasagerei der Kriche zum Zeitgeist wäre ein Fehler. Auf der anderen Seite aber ist eine zu dogmatische Kirche auch nicht der wahre Jakob, denn sie hat zu viele Gegner.

          „Das ist schwer, ich weiß, gibt es doch Parteien mit dem hohen “C” im Namen.“

          Die meines Erachetns längst nicht mehr christlich sind.

          „Auch von denen muss sich die Kirche frei schwimmen“

          Das ja, sehr gern!

          „wenn ihr taub gewordenes Salz wieder brennen soll in den Wunden, den eigenen und denen der Gesellschaft.“

          Sorry, Roslin, nimm’s mir nicht übel, aber das klingt schon etwas Fundi-like. Teilweise hast Du aber vielleicht Recht damit, je nachdem, um was es geht.

          Wenn Du damit meinst, dass sich die Kirche öfter als bisher zu typischen und etablierten Formen des Feminismus äußern sollte, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen, hast Du Recht!

          Ein Papst hat genug mediale Macht, um in Harald Eia-Manier den (typischen, etablierten) Feminismus und die Gender-Ideologie vorzuführen, und den Neoliberalismus gleich mit. Ich finde, der nächste sollte es tun. Wir brauchen mal einen Papst, der so richtig das Böse bekämpft!!!

          Dem jetzigen zolle ich meinen Respekt für seine heutige Entscheidung.

          P.S.: Alles fällt wie üblich unter „meiner Meinung nach“.

        • @ MAtthias
          „Herr Lohmann hat seine religiöse Anschauung öffentlich beäußert und wurde daraufhin gefeuert. Aus meiner Sicht ein ganz klarer Verstoß gegen das Grundgesetz. “

          Nein, denn das Grundgesetz regelt das Verhältnis Staat und Bürger und nicht das Verhältnis Privatinstitution und Bürger.

          „Es ist in Deinem Fall verständlich, Herrn Lohmann als Feind anzusehen.“

          Ich seh ihn nicht als Feind.

        • @ Adrian

          „Nein, denn das Grundgesetz regelt das Verhältnis Staat und Bürger und nicht das Verhältnis Privatinstitution und Bürger.“

          Dann müssten private Einrichtungen wie z. B. Firmen aller Art also das Recht haben, Menschen wegen Hautfarbe, Religion, Nationalität usw. nicht einzustellen oder gar zu feuern. Oder wegen einem Leserbrief, weil er sich dort drin wahlweise für oder gegen die z. B. Hundesteuer ausgesprachen hat.

          Dürfen die das echt? Ganz sicher? Und die betroffenen könnten sich nicht aufs Grundgesetz berufen, sondern nur auf Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz? Ist das wirklich so?

          • @Matthias

            „Und die betroffenen könnten sich nicht aufs Grundgesetz berufen, sondern nur auf Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz?“

            Ja, das ist so. Das Grundgesetz hat keine direkte Wirkung, allerdings kann es natürlich bei der Auslegung von Gesetzen ergänzend dazugezogen werden („Verfassungskonforme Auslegung“) und über Generalklauseln und unbestimmte Rechtsbegriffe und deren nähere Ausgestaltung durch die Rechtsprechung ebenfalls Auswirkungen haben.

        • @ Matthias
          Nein, es ist nicht so. Aber es sollte so sein. Dafür trete z.B. ich ein. Das ist meine politische Philosophie. Freiheit, Privatautonomie. Im grundsätzlichen.
          Ich trete allerdings persönlich nicht dafür ein, dass man jeden wegen Meinungsverschiedenheiten feuern sollte. Toleranz ist ein großartiger Wert. Aber man muss es theoretisch tun dürfen. Wenn man Fitness-Center nur für Frauen gutheißt oder Bars nur für Schwule, dann muss man auch dafür eintreten, dass die NPD ihre eigenen Vereine hat.

        • Wenn Lohmann klug wäre, würde er sich auf das AGG berufen, da dieses Benachteiligung auf Grund von Religion und Weltanschauung verbietet.
          Selbstverständlich ist das AGG natürlich Blödsin, weil er genau eben jene von mir geprieseen Privatautonomie unterminiert – und das auch noch selektiv. Gruppen, die momentan politisch opportun sind, werden geschützt, Lohmann hätte dagegen Schwierigkeiten, weil er die „falschen“ Ansichten“ vertritt, obwohl er rein von diesem Gesetz her, beste Chancen hätte, sich gegen den Rauswurf zu wehren.
          Ich würde Lohmann oder etwa die NPD gerne vor Gericht gegen den Staat verteidigen, alleine um die Absurdität des AGG bloß zu stellen.

    • Sagen wir’s mal so: Man kann auch stilvoller regimekritisch sein.

      2. Mösenaufstand wurde medial enorm beweihräuchert.
      3. Ein paar Monate im Knast finde ich durchaus okay. Allerdings humaner Knast nach westlichen Maßstäben.

    • @ Adrian

      Wieso?

      Sie haben gegen geltenes Recht verstossen und wurden dafür verurteilt. Sie sind sogar noch recht gut davon gekommen.

      Sie haben in einer wichtigen Kirche des Landes randaliert und sich wie die letzten Asozialen aufgeführt.

        • @ Adrian

          Das mag sein das es kein moralischer Maßstab für dich ist.

          Das ist aber zum Glück auch total irrelevant.

          Für die meisten Russen ist das geltende Recht auch zu gleich der moralische Maßstab.

          Sie haben nunmal Grenzen überschritten. Und wurden auch dafür realtiv milde bestraft.

          Ich hätte denen locker aus der Hand 10 Jahre aufgebrummt ohne mit der Wimper zu zucken. Und die meisten Russen hätten sicher nichts dagegen gehabt.

          Informiere dich mal besser über diese Frauen.

          Die lassen sich hochschwanger rudelbumsen und führen sich gefrohrene Hühnchen ein. In der Öffentlichkeit wohlgemerkt.

          Für mich haben sie diese Kirche geschändet. Und das sieht die russische Gesellschaft zum großen Teil auch so.

          Scheinen noch nicht so verblödet zu sein die Russen wie wir hier im Westen.

          Ich finde es gut das man dort in Russland Feministinnen Grenzen setzt auch wenn mir dafür die Schwulen und Lesben leid tun.

          Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

        • @ basti
          „Für die meisten Russen ist das geltende Recht auch zu gleich der moralische Maßstab.“

          Dann sind die meisten Russen halt dumm.

          „Die lassen sich hochschwanger rudelbumsen und führen sich gefrohrene Hühnchen ein. In der Öffentlichkeit wohlgemerkt.“

          Und? Wo ist das Problem?

          „Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.“

          Natürlich hat das eine mit dem anderen zu tun.

        • @ Adrian

          In Deutschland wuerden sie ebenfalls einsitzen wenn der Richter nicht gerade ein Fan von den Pussys waere.

          Der Unterschied liegt in den Haftbedingungen.

          Wir haben glaube ich sehr unterschiedliche Auffassungen.

          Fuer mich sind diese Tussis widerlich.

          Die Russen haben halt noch eine Moral wie es auch bei uns in den 50ern bis vor nicht allzulanger Zeit gang und gaebe war. Deswegen sind sie noch lange nicht dumm.

          Ausserdem halten sie den Feminismus fuer eine Agenda des Westens.

        • @ Adrian

          *Was “geltendes Recht” ist, ist für mich kein moralischer Maßstab. Und was heißt hier überhaupt “randaliert”?*

          Für mich auch nicht.

        • @ Adrian
          Du laberst immer etwas von „homophop“
          Was ist das?
          Bist Du nicht heterophoph?

          Ist die Vaterschaft denn schon gelöst?
          Auch das Ding mit dem Unterhalt?
          (Lesben verklaben Vater auf Unterhalt)
          Sind diese Probleme denn schon gelöst?

        • @ DerdieBuchstabenzählt
          „Bist Du nicht heterophoph?“

          Hmm, mal sehen:
          – Bin ich dafür, dass Homos heiraten dürfen und Heteros nicht?
          Nein.

          – Betrachte ich Heterosexualität als Sünde?
          Nein.

          – Bin ich dagegen, dass Heteros Kinder aufziehen?
          Nein.

          – Halte ich Heterosexualität für moralisch minderwertig?
          Nein.

          – Lasse ich beleidigende Sprüche ab, wenn sich Heteros ihre Zuneigung zeigen, oder reagiere ich gar mit Gewalt?
          Nein.

          Ich glaube, ich bin nicht heterophob.

    • Adrian schrieb:

      „Ich finde das gut,und habe, im Gegensatz zu den meisten “Maskulisten”, die sich zu dem Vorfall geäußert haben, vollstes Verständnis für die drei Frauen.“

      Sehe ich ähnlich. Sie sind tatsächlich auch eine gute Punk-Band – soweit ich Stücke von ihnen kenne.
      Trotzdem ist diese Künstlergruppe Woina mit der Pussy Riot assoziiert sind z.T. wirklich extrem krank. Einige Woina-Aktionen kann ich nur schärfstens kritisieren. Da sind einige kranke und unverantwortliche Leute dabei und das ist alles andere als ernsthafter politischer Aktivismus.

      Der kurze Auftritt von Pussy Riot in der Kirche war allerdings harmlos und daher die öffentliche Kritik an der staatlichen Repression berechtigt.

      Für ein besseres Verständnis des politischen Kontextes, der der Protestaktion zugrundelag, fand ich folgenden Artikel interessant, gerade auch was die Beziehung von Wladimir Putin und dem Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche Kyrill I. bzw. die Verflechtungen von Kirche und Staat in Russland angeht.

      http://www.zeit.de/2012/34/Putin-Orthodoxe-Kirche/komplettansicht

      Zitat aus dem Artikel:

      „Es ist das Glück, manchmal auch das Unglück einer Freundschaft, dass sich die Freunde immer ähnlicher werden. Russische Blogger haben 27 Villen und Luxusapartments im Besitz des Präsidenten gezählt, von Südrussland bis St. Tropez. Auch der Patriarch besitzt nicht nur einen Maybach, sondern für einen Mönch recht viele Residenzen. Vor allem nennt er eine luxuriöse Penthousewohnung gegenüber dem Kreml sein Eigen. Sein Vermögen soll sich auf vier Milliarden Dollar belaufen. Das Geld verdiente er in den neunziger Jahren, als er im Namen der orthodoxen Kirche mit Zigaretten und Öl handelte. Die Zigaretten wurden als »humanitäre Hilfe« deklariert und waren deshalb vom Zoll befreit. Kyrill trägt deswegen auch den verächtlichen Spitznamen »Tabak-Patriarch« – Putins Partei Einiges Russland hat der Blogger Alexej Nawalny »Partei der Gauner und Diebe« getauft; der Name hat sich durchgesetzt.“

      • @ Leszek

        Ich denke auch, dass das Urteil gegen Pussy Riot viel zu hart ist. Ebenso empfinde ich es als abstoßend, wie die Staatsmacht sich an die Kirche heranwanzt und die Kirche an die Staatsmacht.

        ABER

        Abstoßend ist auch der Auftritt von Pussy Riot in jener Kathedrale, die Stalin sprengen ließ (was heute da steht, ist eine Rekonstruktion der Jelzinjahre).

        Er dokumentiert, wie wenig diese Leute begreifen, was eine Kathedrale/Kirche bedeutet für orthodoxe Christen und Katholiken: das Haus Gottes, in dem Gott selbst präsent ist.

        Und dann dieses Gehampel vor dem Altar, unterlegt mit dem Text über die „heilige Gottesscheiße“.

        Entweder sie begreifen/wissen es nicht.

        Oder sie scheißen darauf.

        Das macht mich unlustig, mich angesichts der unangemessen harten Strafe zu empören.

        Diese Art Oppositioneller, wie sie die westliche agnostisch-atheistische Hedonistenintelligentsia (Fleisch vom Fleische) so sehr liebt, spekulieren ja mit der Zurückhaltung und Geduld der Christen, wie sie auch die Gläubigen in der Kathedrale während des Auftrittes zeigten.

        Einen solchen Auftritt in der Hauptmoschee Moskaus hätten sie nicht gewagt und sie wissen genau, warum.

        Christen und ihre Gotteshäuser sind ein billiges Ziel im zeitgeistigen Klima der westlichen Gegenwart und bleiben Christen geduldig, wird es weitergehen.

        Die Eskalation ist vorprogrammiert, die Barbarisierung schreitet voran.

        Ob Femenaktivistinnen blank ziehen auf dem Petersplatz während einer Papstansprache oder eine ihrer Hauptvertreterinnen ein Kreuz in Kiew umsägt – natürlich in Gegenwart von Fotografen, natürlich berechnet für den willigen, korrupten, verkommenen westlichen Resonanzkorpus (Fleisch vom Fleische auch hier) unserer „Intelligentsia“.

        Es widert mich an.

        http://www.trust.org/resize_image?path=/dotAsset/c4cfc8f3-b6af-47be-addd-7d9b7223e665.jpg&w=649

        Das Kreuz übrigens stand in Kiew vor dem Hauptquartier des ukrainischen NKWD, erinnerte an die Millionen zu Tode gekommener ukrainischer Christen während der Lenin- und vor allem Stalinjahre.

        Vielleicht hat dieses Bildungsprekariat das auch nicht gewusst.

        Oder ebenfalls drauf geschissen.

        Der Stalinpalast ist im Hintergrund, rechts hinter der aktivistischen Aktivistin und ihrer Blaphemiedemonstration gut zu sehen:

        http://www.trust.org/resize_image?path=/dotAsset/54eb0d30-9256-47bd-8c6b-fce10bf6ac60.jpg&w=649

        Es widert mich an – ich wiederhole es und zerstört meine Empathiefähigkeit und -willigkeit gegenüber diesen Frauen.

        Auch wenn das moralisch und politisch falsch ist.

        Aber so ist es.

        Für mich Pflastersteine auf dem Weg zu kommenden Bürgerkriegen, die hier verlegt werden unter dem Beifallsgejohle einer westlicher Unterstützerintelligentsia.

        Um es klar zu stellen: Für unsere korrupte hedonistische Ordnung bin ich nicht mehr bereit, auch nur noch einen Fingernagel, geschweige denn einen Finger, zu riskieren.

        Ihr Zerfall berührt mich nur insoweit, als ich mir Sorgen mache, wie ich als Greis in einer sich auflösenden Gesellschaft überleben kann, halbwegs in Würde und Sicherheit.

        Ob ich das überhaupt wollen soll.

        Für meine Kirche allerdings würde ich kämpfen, wenn es notwendig wäre und ein Papst der Meinung wäre, es sei wieder an der Zeit.

        Ich hoffe, das wird nicht mehr eintreten zu meinen Lebzeiten.

        So sieht’s aus.

        • @ Adrian

          *Für seine Kirche kann man natürlich kämpfen – fragt sich bloß, warum man das tun sollte.*

          Damit sie ihre Gottesdienste in Freiheit und ungestört feiern kann, damit sie ihre Botschaft in Freiheit verkünden kann, damit ihre Gotteshäuser und heiligen Symbole nicht von einem verhetzten Pöbel geschändet werden.

        • Du übertreibst mal wieder masslos. Für so was gibt es Hausrecht und Religionsfreiheit. Auch im dekadenten Westen.
          Was es allerdings nicht mehr gibt ist unbedingter Respekt vor Religionen. Und das ist auch gut so.

        • „Für seine Kirche kann man natürlich kämpfen – fragt sich bloß, warum man das tun sollte.“

          Vieleicht aus den gleichen Gründen, aus denen du um die Akzeptanz deiner sexuellen Orientierung kämpfst.

      • @ Roslin

        Ich werde das Recht von Atheisten und Agnostikern Religionen und religiöse Institutionen zu kritisieren stets verteidigen – das ist Teil der Meinungsfreiheit.

        Aber auch mir gefällt es im Allgemeinen nicht, wenn religiöse Symbole, die für Gläubige wichtig sind, gezielt lächerlich gemacht werden.

        (Ich bin übrigens Fan des russischen christlichen Existenzphilosophen Nicolai Berjdajew.)

        In diesem speziellen Fall ist aber klar, dass es um eine politische Aktion ging, die die Verflechtungen von Kirche und Staat öffentlichkeitswirksam anprangern sollte und dass es nicht die Zielsetzung war die Gefühle der Gläubigen zu verletzen. (Bei den Gläubigen haben sie sich nach der Aktion ja auch entschuldigt.)

        Da ich nicht beurteilen kann, ob und inwieweit eine solche Aktion bezüglich des russischen Gesellschaftskontextes ein Potential für positive gesellschaftliche Auswirkungen hatte oder nicht, ist mir eine Beurteilung aus politischer Perspektive nicht möglich.

        Was den religiösen Aspekt angeht, wäre aber m.E. noch zu sagen: In erster Linie ist es das gegenwärtige Führungspersonal der russisch-orthodoxen Kirche, durch welches die Kirche „entweiht“ wird – wieder mal eines jener Beispiele, in der eine Kirche lieber in der Staatspolitik mitmischt als ihre eigentlichen, selbst-gewählten Funktionen wahrzunehmen. Die korrumpierende Wirkung kann nicht ausbleiben.

        Und eben auch darauf, hat die Aktion dieser Frauen hingewiesen und hinweisen wollen. Man kann das Ereignis interpretieren, als eine „Entweihung“, die auf eine sehr viel größere „Entweihung“ hinweist, die vom Führungspersonal der Kirche selbst begangen wird.

        Nun würde eine religiöse Person diesbezüglich wohl argumentieren, dass dies trotzdem keine Rechtfertigung sei und dass man Schlechtes nicht mit schlechten Mitteln bekämpfen sollte. Man muss aber, denke ich, hierbei im Hinterkopf behalten, dass – ausgehend von allen Hintergrundinformationen, die inzwischen zur Verfügung stehen – es sich bei den jungen Frauen offenbar um eher emotional unreife Persönlichkeiten handelt. (Bei Personen, die mit diesen Woina-Spinnern rumhängen, kann man einfach nicht viel Reife erwarten.)

        Wie auch immer: Eine Strafe sollte angemessen und gerecht sein. Das war hier nicht der Fall. Auch hier sollte m.E. aus religiöser Perspektive gelten, dass Schlechtes nicht mit schlechten Mitteln bekämpft werden sollte.

        • @ Leszek

          Wenn es nur um eine Anklage gegen die Korruption der Kirche durch den Staat und der Staatsspitze selbst gegangen wäre, hätte sie genausogut VOR der Kathedrale stattfinden können.

          Dann natürlich wäre jenes Medienecho im Westen ausgeblieben, auf das man spekuliert und die Begeisterungsfähigkeit der Feinde des Christentums in unseren Müllstrommedien wäre nicht so getriggert worden.

          *Wie auch immer: Eine Strafe sollte angemessen und gerecht sein. Das war hier nicht der Fall. Auch hier sollte m.E. aus religiöser Perspektive gelten, dass Schlechtes nicht mit schlechten Mitteln bekämpft werden sollte.*

          Das ist wahr.

          Ich bleibe hier weit hinter dem zurück, was von mir zu fordern wäre.

          Aber der gute Wille fehlt, dem zu genügen, denn das ist anstrengend.
          Umso anstrengender, je vulgärer und aggressiver sich die Verächter der Kirche präsentieren.

          Zumal im Vergleich zur Feigheit derselben Held.I.nnen gegenüber dem Islam.

          Der verteidigt die Würde des Koran und seiner Gebetsstätten mit aller Gewalt.+

          Und schafft ihnen so Respekt, sogar bei den Vulgären.

          Eine Lektion, die nicht unbeobachtet bleibt.

          Keine gute.

  6. Ich möchte auf einen absolut genialen Artikel von mir hinweisen:

    http://gender-universum.de/das-ist-essentialismus/

    Darin zeige ich, daß es vor allem auf die geisteswissenschaftliche Ebene ankommt, wenn man sich nachhaltig mit der Gender-Ideologie auseinandersetzen möchte.

    Man muß auf einer philosophischen und begrifflichen Ebene den Irrsinn hinter den Gender-Anschauungen aufweisen.

    Man muß vor allem hier die vielen Widersprüche aufzeigen, die schon vor aller Auswertung von Experimenten und dergleichen existieren.

    Der Gender-Müll stinkt sozusagen schon von seinen begrifflichen und theoretischen Voraussetzungen her.

    Bis die Tage.

    PS: Adrian, bist du immer noch schwul?

        • Stümmt Adrian! Ich finde, jeder Fascho sollte sein eigenes Forum haben. Statt Administrator darf er sich dann Führer nennen und darf sich 3-4 Mio Fake-Nicks nehmen, die ihm zujubeln. Tolle Sache, geiles Ding. Fachos ins Internet und Linke in die Politik! 🙂

        • Also chomskyy, wenn du das mit dem „witzig“ nicht ironisch gemeint hast würde ich mir an deiner Stelle sorgen um deinen Humor machen 😉

        • Faschisten unter sich.

          Adrian kann es einfach nicht ab, daß ich ab und an mal gelobt werde.

          Ich zähle mich übrigens zum rechtsextremen Flügel der Grünen.

          Da ich Euch meine genialen Analysen nicht vorenthalten möchte, schreibe ich hier noch, daß Adrian Probleme mit Andersdenkenden und anderen Meinungen hat und daher das Etikett „Faschisten“ benutzt. Du kannst mich auch gerne pädophil, frauenfeindlich oder konterrevolutionär nennen.

          Ich kann mit allen Etiketten der Intoleranz leben.

          PS: Jetzt sag mal, ob du immer noch schwul bist.

  7. Hm, ich finde die letzten drei Beiträge und dahinterstehenden Fragen:

    – „Frauen besitzen Macht, weil Männer auf weibliche Reize reagieren“

    – „Feminismus als Verbreitung negativer Stereotype zu Lasten von Frauen“

    – „Antifeminismus, Maskulismus, Feminismus und die jeweiligen Ziele“

    geben weit mehr her als sie nur kurz abzuhandeln. Mir scheint, man hätte sich damit den Kern der Geschlechterpolitik gut nähern können.
    Und auch die Probleme, die sich daraus ergeben.

    Ich vermisse auch den Poster „Itsme“. Steht da irgendwer per Email mit ihm in Kontakt und weiß, wo er abgeblieben ist?

  8. Da mich die Ahnungslosigkeit/ideologische Verbohrtheit/arrogant-verblasene Ignoranz in linken Fächern (Soziologie, Pädagogik vorneweg), die Harald Eia so hinterlistig bloßstelle, mal wieder geärgert hat (dank Julias PDF – Julia ist aber unschuldig, wie Desdomena) erneut ein Hinweis darauf, was eine verkommene, „sozialistische“, ergo biologieblinde Pädagogik („Biologie ist Nazi!!!!“) bei Jungen anrichtet, eine neue Studie aus den USA zur „Jungenkrise“, die ja weniger eine Jungenkrise ist als vielmehr die Krise eines femizentrischen Ausbildungssystems, das unfähig-unwillig ist, sich auf die Spezifika von Jungen einzustellen, was umso leichter fällt als viele in diesem System diese Spezifika schlicht leugnen:

    http://www.terry.uga.edu/~cornwl/research/cmvp.genderdiffs.pdf

    Der Studie ist zu entnehmen, dass Jungen in standardisierten Tests besser abschneiden als es ihre Noten vermuten lassen.

    Warum?

    Weil Lehrer gutes Verhalten mehr prämieren als tatsächliche Leistungsfähigkeit.

    Und das vom Kindergarten an.

    Untersucht wurden 5800 Jungen (Kindergarten bis 5. Klasse).

    *Abstract: Using data from the 1998-99 ECLS-K cohort, we show that the grades awarded by teachers are not aligned with test scores. Girls in every racial category outperform boys on reading tests, while boys score at least as well on math and science tests as girls. However, boys in all racial categories across all subject areas are not represented in grade distributions where their test scores would predict. Boys who perform equally as well as girls on reading, math and science tests are graded less favorably by their teachers, but this less favorable treatment essentially vanishes when non-cognitive skills are taken into account. For some specifications there is evidence of a grade ?bonus? for boys with test scores and behavior like their girl counterparts.*

    Statt diesen Bankrott ihres Faches bei der Ausbildung von Jungen zu bearbeiten, schwätzen sie auf „Fachtagungen“ über Konstruktionen von Geschlechtlichkeit und verordnen, fest eingemauert in der sozialistischen Denkform („Soziokultur ist alles! Alles andere wäre Faschismus!!!!“) immer mehr und noch mehr vom Falschen.

    Wenn ihre schönen sozialkonstruktivistischen Geschwätztheorien versagen, na, dann sind halt die Jungen schuld, falsche Männlichkeitsbilder, die Kultur, die Eltern, Gott und seine Engel, aber doch NIEMALS eine verblasene, weltfremde, naturblinde Ideologie ohne empirische Basis, aber mit dem Verheißungsanspruch, den neuen Menschen konstruieren zu können.

    Meine Güte.

    • *(dank Julias PDF – Julia ist aber unschuldig, wie Desdomena)*

      Du meinst es könnte passieren das Männer ihr verfallen, Intrigen um sie spinnen, für sie und am Ende noch sie töten?

    • @ Roslin

      „Statt diesen Bankrott ihres Faches bei der Ausbildung von Jungen zu bearbeiten, schwätzen sie auf “Fachtagungen” über Konstruktionen von Geschlechtlichkeit und verordnen, fest eingemauert in der sozialistischen Denkform (“Soziokultur ist alles! Alles andere wäre Faschismus!!!!”) immer mehr und noch mehr vom Falschen.“

      Das kann man wohl sagen. Und es ist nicht nur ein Bankrott in Sachen Jungen, sondern es gibt generell einen „Multi-Bankrott“ in der ganzen Pädagogik- und Didaktikszene. Von „Fachwelt“ will ich da gar nicht sprechen, ideologisch wie die sind, und intolerant, wie die meiner Erfahrung nach in den meisten Fällen gegen Andersdenkende, selbstständig Denkende oder überhaupt Denkende sind, die ihnen nicht einfach kritiklos und unterwürfig nachplappern.

      Wie einmal schon erwähnt: Das Wort „Wissen“ darf heutzutage bei Studenten in didaktischen Instituten, bei Schulpraktikanten, bei Referendaren im Schuldienst und Junglehrern nicht vorkommen – so radikal sind die. Meines Erachtens ist das ein Faktor von vielen, der Jungen benachteiligt, sind die doch oft wissensorientiert – abgesehen davon, dass Wissensfeindlichkeit ohnehin ein ziemlicher Murks ist.

      • @Roslin
        *Weil Lehrer gutes Verhalten mehr prämieren als tatsächliche Leistungsfähigkeit.*

        Man kann nunmal nicht das Potential benoten, nur die tatsächlich erbrachte Leistung.

        Generell sind deine Vorstellungen von Pädagogik und dem Lehrbetrieb schon abenteuerlich. Und dass du generell was gegen Geisteswissenschaften hast, ist ja nun auch bekannt.

        *Von “Fachwelt” will ich da gar nicht sprechen, ideologisch wie die sind, und intolerant, wie die meiner Erfahrung nach in den meisten Fällen gegen Andersdenkende, selbstständig Denkende oder überhaupt Denkende sind, die ihnen nicht einfach kritiklos und unterwürfig nachplappern.*

        Du hattest einen Zwist mit deinem Didaktikprofessor, stimmts?

        • „Du hattest einen Zwist mit deinem Didaktikprofessor, stimmts?“

          Nee, mit dem nicht, aber mit vielen anderen Didaktikern und vor allem auch mit Lehramtsstudenten, mit denen ich in einigen Fällen, teils im didaktischen Bereich, teils im fachwissenschaftlichen, dieselben Lehrveranstaltungen besuchte.

          Bei denen darf man oft noch nicht mal denken was man will!

          Roslins Vorsstellungen von Pädagogik und Lehrbetrieb finde ich sehr realitätsnah.

          • *Nee, mit dem nicht, aber mit vielen anderen Didaktikern und vor allem auch mit Lehramtsstudenten, mit denen ich in einigen Fällen, teils im didaktischen Bereich, teils im fachwissenschaftlichen, dieselben Lehrveranstaltungen besuchte.*

            Es mag vielleicht deine Art gewesen sein, die sie zu Widerspruch reizte. Mit Verlaub, du redest oft ziemlichen Stuß

            *Roslins Vorsstellungen von Pädagogik und Lehrbetrieb finde ich sehr realitätsnah.*

        • Man kann nunmal nicht das Potential benoten, nur die tatsächlich erbrachte Leistung.

          Es spricht Preußens Glanz und Gloria.

          Die Leistung eines Schülers ist zuvörderst sein eigener Lernerfolg.

          Ich finde Marens Vorstellungen von Sekundärtugenden als Primärtugenden eher befremdlich.

          Vielleicht sollte sie lieber an einer Miltärschule lehren..

        • @ Maren

          *Man kann nunmal nicht das Potential benoten, nur die tatsächlich erbrachte Leistung.*

          Wenn die Leistungsfähigkeit eines Schülers durch Lehrer nicht benotbar ist, dann vielleicht auf Testverfahren ausweichen, die in der Lage sind, das Notenprivileg für braves, „weibliches“ Verhalten aufzudecken?

          Diese Tests sind ja in der Lage, die Diskrepanz aufzudecken zwischen der tatsächlichen Leistung, die ein Schüler zu erbringen vermag und seinen Noten.

          Oder sollte man Schülern einen pauschalen Notenbonus zubilligen, um sie den Schülerinnen gleich zu stellen?

          Als Diskriminierungsausgleich?

        • @ Maren

          „Es mag vielleicht deine Art gewesen sein, die sie zu Widerspruch reizte. Mit Verlaub, du redest oft ziemlichen Stuß“

          Kannst Du überhaupt nicht beurteilen. Du warst nicht dabei, und hast nicht annähernd die Qualifikation, meine Argumente auf dem Gebiet zu beurteilen. Wer sein Abitur nachholt oder gerade nachgeholt hat, beurteilt besser nicht die Arbeit oder Argumente eines Diplom-Biologen innerhalb der Biologie oder der entsprechenden Fachdidaktik. Schon gar nicht Leute, die ein Schulbuch für eine wissenschaftliche, zitationswürdige Quelle halten.

          Ich stieß dort häufiger auf Widerspruch ohne Argumente, und auf Linientreue unter den Lehramtsstudenten.

          Stuß reden? Gerade hörte für Dich noch die Meinungsfreiheit auf, wenn andere Menschen verletzt oder beleidigt werden.

          „*Roslins Vorsstellungen von Pädagogik und Lehrbetrieb finde ich sehr realitätsnah.*“

          Kein Stuss, sondern Meinungsäußerung.

        • @marenleinchen:
          „Man kann nunmal nicht das Potential benoten, nur die tatsächlich erbrachte Leistung.“
          In der Tat.
          Welche Leistung glauben eigentlich Lehrer so von Schülern erbringen zu lassen?

          Ist das nicht etwas aus dem Fenstergelehrnt bei dem was abgefragt wird von „Leistungen“ zu sprechen?

          Dort wird etwas abgefragt, was dem Lehrer und Ministerium als solche ansehen – nicht jedoch was fachwissenschaftlich korrekt ist. Da kommt dan so ein Unsinn raus:
          http://grundschule.bildung-rp.de/fileadmin/user_upload/grundschule.bildung-rp.de/Downloads/Mathemathik/Entbuendeln.pdf

          Fürjemanden der Mathematik studiert hat, ist das glatter Unsinn und noch dazu unmathematisch, weil sich dieses Verfahren nicht auf mehrere Subtrahenden verallgemeinern läßt.

  9. Noch ein Artikel von Erin Pizzey, Feministin der ersten Stunde, Gründerin eines der ersten Frauenhäuser der Welt, jedoch bald angewidert von der marxistischen Infiltration der Frauenbewegung in den 70’er-Jahren, von der Konstruktion der Männer als „Klassenfeinde“ und „bourgeoise“ Unterdrücker des „Frauenproletariates“, heute scharfe Kritikerin dieses geschlechtersozialistischen Geschlechterklassenkampffeminismus.

    Sie beschreibt hier

    http://www.avoiceformen.com/women/working-with-violent-women/

    das Verhalten von Frauen, die sie als „Familienterrorisierer“ bezeichnet, rachsüchtige Frauen voll aggressiver Feindseligkeit.

    An wen erinnert mich diese Beschreibung bloß?

    Richtig.

    An viele Feministinnen.

    Auch das, was die terrorisierende Aktivität meist auslöst, klingt vertraut: die drohende Auflösung der Familie, bei uns im Westen ja mittlerweile ein gesellschaftsweiter, vielleicht sogar von manchen erwünschter und darum beförderter Prozess.

    *The potential for terrorism may rest dormant for many years, emerging in its full might only under certain circumstances. I found that in many cases it is the dissolution, or threatened dissolution, of the family that calls to the fore the terrorist’s destructiveness. It is essential to understand that prior to dissolution; the potential terrorist plays a role in the family that is by no means passive.

    The terrorist is the family member whose moods reign supreme in the family, whose whims and actions determine the emotional climate of the household. In this setting, the terrorist could be described as the family tyrant, for within the family, this individual maintains the control and power over the other members’ emotions.

    The family well may be characterized as violent, incestuous, dysfunctional, and unhappy, but it is the terrorist or tyrant who is primarily responsible for initiating conflict, imposing histrionic outbursts upon otherwise calm situations, or (more subtly and invisibly) quietly manipulating other family members into uproar through guilt, cunning taunts, and barely perceptive provocations. (The quiet manipulative terrorist usually is the most undetected terrorist. Through the subtle creation of perpetual turmoil, this terrorist may virtually drive other family members to alcoholism, to drug-addiction, to explosive behavior, to suicide. The other family members, therefore, are often misperceived as the ‘family problem’ and the hidden terrorist as the saintly woman who ‘puts up with it all.’)

    The single-mindedness, the one-sidedness of feeling, is perhaps the most important shibboleth of the emotional terrorist. Furthermore, the extent of this one-sidedness is, for the practitioner, perhaps the greatest measure and indicator of how extreme the terrorist’s actions are capable of becoming.

    To the family terrorist, there is only one wronged, one sufferer, only one person in pain, and this person is the terrorist herself. The terrorist has no empathy and feels only her own pain. In this manner, the terrorist’s capacity for feeling is narcissistic, solipsistic, and in fact pathological.

    And when that relationship finally faces dissolution, the terrorist is aware only of her own pain and outrage and, feeling no empathy for other family members, will proceed single-mindedly in pursuit of her goal, whether that goal is reunion, ruin, or revenge. The terrorist’s perspective is tempered by little or objectivity. Instead the terrorist lives in a self-contained world of purely subjective pain and anger.*

    Möglicherweise sind solche „Familienterrorisierer“ im Rahmen der Familie das, was viele Feministinnen im Rahmen der „erweiterten Familie“ sind, also der Gesellschaft, in der sie leben und so überaus segensreich wirken.

    „Imposing histrionic outbursts“.

    Hashtag #aufschrei.

    Bleibt noch hinzuzufügen, dass all das auch in männlicher Ausgabe existiert.

    *In my experience both men and women are equally guilty of the above behavior but on the whole, because it is men’s dysfunctional behavior that is studied and reported upon, people do not realize that to the same extent women are equally guilty of this type of violent behavior.*

    Allerdings beherrschen feministische Histrioniker.I.nnen heute die Medien in der Geschlechterdebatte, die Geschlechterpolitik.

    Sie segeln mit dem Rückenwind des feministisch-femizentrischen Zeitgeistes, sind die starken RRRiot Girlzzzz und Schlampen, die Role Models emannzipierten Alphamädchentums.

    Das sich auf Vater Staat verlässt.

    Irgendwo muss die Emannzipation ja auch Grenzen haben.

    Nicht, dass die Ochsen eines unschönen Tages den Karren plötzlich nicht mehr ziehen wollen.

    Da brauchts den Stachelstab der Staatsmacht, um die Ochsen zu treiben.

    Vorher muss man sie natürlich erst mal kastriert haben.
    http://www.avoiceformen.com/women/working-with-violent-women/

    das Verhalten von Frauen, die sie als „Familienterrorisierer“ bezeichnet, rachsüchtige Frauen voll aggressiver Feindseligkeit.

    An wen erinnert mich diese Beschreibung bloß?

    Richtig.

    An viele Feministinnen.

    Auch das, was die terrorisierende Aktivität meist auslöst, klingt vertraut: die drohende Auflösung der Familie, bei uns im Westen ja mittlerweile ein gesellschaftsweiter, vielleicht sogar von manchen erwünschter und darum beförderter Prozess.

    *The potential for terrorism may rest dormant for many years, emerging in its full might only under certain circumstances. I found that in many cases it is the dissolution, or threatened dissolution, of the family that calls to the fore the terrorist’s destructiveness. It is essential to understand that prior to dissolution; the potential terrorist plays a role in the family that is by no means passive.

    The terrorist is the family member whose moods reign supreme in the family, whose whims and actions determine the emotional climate of the household. In this setting, the terrorist could be described as the family tyrant, for within the family, this individual maintains the control and power over the other members’ emotions.

    The family well may be characterized as violent, incestuous, dysfunctional, and unhappy, but it is the terrorist or tyrant who is primarily responsible for initiating conflict, imposing histrionic outbursts upon otherwise calm situations, or (more subtly and invisibly) quietly manipulating other family members into uproar through guilt, cunning taunts, and barely perceptive provocations. (The quiet manipulative terrorist usually is the most undetected terrorist. Through the subtle creation of perpetual turmoil, this terrorist may virtually drive other family members to alcoholism, to drug-addiction, to explosive behavior, to suicide. The other family members, therefore, are often misperceived as the ‘family problem’ and the hidden terrorist as the saintly woman who ‘puts up with it all.’)

    The single-mindedness, the one-sidedness of feeling, is perhaps the most important shibboleth of the emotional terrorist. Furthermore, the extent of this one-sidedness is, for the practitioner, perhaps the greatest measure and indicator of how extreme the terrorist’s actions are capable of becoming.

    To the family terrorist, there is only one wronged, one sufferer, only one person in pain, and this person is the terrorist herself. The terrorist has no empathy and feels only her own pain. In this manner, the terrorist’s capacity for feeling is narcissistic, solipsistic, and in fact pathological.

    And when that relationship finally faces dissolution, the terrorist is aware only of her own pain and outrage and, feeling no empathy for other family members, will proceed single-mindedly in pursuit of her goal, whether that goal is reunion, ruin, or revenge. The terrorist’s perspective is tempered by little or objectivity. Instead the terrorist lives in a self-contained world of purely subjective pain and anger.*

    Möglicherweise sind solche „Familienterrorisierer“ im Rahmen der Familie das, was viele Feministinnen im Rahmen der „erweiterten Familie“ sind, also der Gesellschaft, in der sie leben und so überaus segensreich wirken.

    „Imposing histrionic outbursts“.

    Hashtag #aufschrei.

    Bleibt noch hinzuzufügen, dass all das auch in männlicher Ausgabe existiert.

    *In my experience both men and women are equally guilty of the above behavior but on the whole, because it is men’s dysfunctional behavior that is studied and reported upon, people do not realize that to the same extent women are equally guilty of this type of violent behavior.*

    Allerdings beherrschen feministische Histrioniker.I.nnen heute die Medien in der Geschlechterdebatte, die Geschlechterpolitik.

    Sie segeln mit dem Rückenwind des feministisch-femizentrischen Zeitgeistes, sind die starken RRRiot Girlzzzz und Schlampen, die Role Models emannzipierten Alphamädchentums.

    Das sich auf Vater Staat verlässt.

    Irgendwo muss die Emannzipation ja auch Grenzen haben.

    Nicht, dass die Ochsen eines unschönen Tages den Karren plötzlich nicht mehr ziehen wollen.

    Da brauchts den Stachelstab der Staatsmacht, um die Ochsen zu treiben.

    Vorher muss man sie natürlich erst mal kastriert haben.

    • Weiß jemand, ob sich Frau Himmelreich um eine Audienz nachgesucht hat?

      Falls ja, wollte der Papst möglicherweise einfach nur vermeiden, gefragt zu werden, ob er sich nicht zu alt für einen Brückenbauer fühle.

        • Adrian wird der neue Papst. Und dann steht auf dem Schwulen-Magazin „Siegessäule“:

          Wir sind Papst!

          Der erste schwule Papst. Kann immerhin den Zölibat einhalten. Ist doch nicht schwer für dich, Adrian, oder?

        • @ Kirk
          Warum sollte ein schwuler Papst den Zölibat besser einhalten können? Und nein, ich könnte nicht. Müsste ich aber auch nicht, denn wenn ich Papst wäre, würde ich das als erstes abschaffen.

        • Warum sollte ein schwuler Papst den Zölibat besser einhalten können

          Na komm schon, Adrian. Da wirst du auch von selbst drauf kommen können, ganz ohne meine Genialität.

          Oder bist du manchmal doch scharf auf Frauen?

          Jetzt hast du dich verraten!

          • @Adrian

            Ich kann mir zwei Möglichkeiten vorstellen:

            1. Religiöse Menschen, die Homosexuell sind, und sich dies nicht eingestehen wollen, flüchten auch gerade weil sie das „erlaubte“ andere Geschlecht nicht interessiert, in das Zölibat und versuchen sich dort rein zu verhalten.

            ==> Mehr Schwule als im sonstigen Landesdurchschnitt

            2. Der Vatikan siebt kräftig aus und lässt Personen, über die es entsprechende Gerüchte gibt, gar nicht erst nach oben. Diese meiden daher die unmittelbare Nähe des Vatikans und sind eher abseits der Macht anzutreffen

            ==> weniger Schwule als im sonstigen Landesdurchschnitt

        • @Adrian:

          Das Zölibat bedeutet ’nur‘, dass es Priestern verboten ist zu heiraten. Das Gebot der Keuschheit für Priester ergibt sich aus dem Zölibat nur mittelbar. Dadurch, dass für den Rechtgläubigen Sex außerhalb der Ehe pfui ist.

          Verpflichtend wurde das Zölibat übrigens weil im 11. Jahrhundert viele Priester eheliche, also erbberechtigte Kinder hatten. Beim Tod des Priesters kam dann regelmäßig die Frage auf, ob diese oder jene Pfründe einst dem Priester oder der Gemeinde übereignet wurde – ob sie also in den Besitz der Kinder des Priesters oder in den Besitz der Kirche übergingen.

          Die Kirche in ihrer ewigen Weisheit, hat damals beschlossen dieses Problem mittelfristig 100% zu ihren Gunsten zu lösen.

        • Ich kenne einen Typen im Priesterseminar aus meinem Dorf, der nur deswegen Pastor wird, weil er schwul ist und damit nicht klar kommt.

          Und wie es der Zufall will hatte ich sogar mal einen seiner Tutoren vor der Theke, mit dem ich über ihn redete. Der meinte auf meine vorsichtige Nachfrage hin, dass dessen sexuelle Orientierung ja nicht SCHLIMM sei – immerhin hätte er sich mit seiner gewählten Laufbahn gegen eine Ausübung derselben und damit für den RICHTIGEN WEG entschieden.

          Ich musste innerlich ganz dezent kotzen, als ich das hörte.

        • Ja, das ist offizielle katholische Lehrmeinung. Homosexualität an sich ist nicht schlimm, nur das Ausleben selbiger.
          In der Praxis macht das zwar keinen Unterschied, aber wie soll sich ein katholischer Priester auch in Sachen, Liebe, Sex und Partnschaft auskennen?

  10. Es gab hier vor kurzem einen Ausfall von meiner Seite. Das schlimmste hat Christian dankenswerter Weise wegeditiert.

    Ich bin einer von denen (Rezensionen lesen):

    http://www.amazon.de/Hilfe-Mein-Sohn-Macker-Gesellschaft/dp/3596247489/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1360792417&sr=8-1

    Vor Jahren habe ich mich mehr als einmal hingesetzt, und ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich nicht meine Mutter töte. Wie ginge es dann weiter? Nun, erstens könnte ich mich selbst töten, eher unwahrscheinlich, da ich nur über ein großes Messer und nicht über eine Kanone verfüge, und sich selbst mit einem Messer zu töten, das ist hart, echt hart, krieg ich wahrscheinlich nicht hin. Also würde ich ins Kittchen wandern. Vor kurzem kam eine Mutter, die zwei Kleinkinder getötet hatte, mit vier Jahren davon. Ein falschbeschuldigter Vergewaltigter, dessen falsches Opfer heute noch lebt, saß ganze fünf Jahre. Wenn ich hingegen meine Mutter töten würde, wäre Sicherungsverwahrung angesagt, bis ich verschimmle.

    Diese Frage hat sich allerdings erledigt, denn: Meine Mutter ist eine arme Sau. Die arme Frau hat als echte Feministin die verdammte, gesamte, verfickte, halbe Menschheit gegen sich, nämlich alle Männer. Alle wollen sie begrapschen, dissen, unterdrücken, vergewaltigen. Schlimm.

    Aber das tollste kommt noch: Dieses Schicksal, die halbe Menschheit gegen sich zu haben, wäre ja noch erträglich, wenn man zum Ausgleich die andere Hälfte stärkend im Rücken hätte. Aber: Von wegen!

    Sowas wie „Frauensolidarität“ existiert nämlich nicht. Was dazu führte, dass diese Schlampe komplett allein im All ist. Und das ist, finde ich, „besser“ als der Tod.

      • Und jetzt, David, bist Du mit deiner Weisheit am Ende, oder?

        Nun, Schlaumeier, sag mir, wie ich zu einem besseren Leben finde. Im Ernst, sag’s mir, ich wäre dir dankbar.

        • @ David

          Ich fände eine Antwort hier tatsächlich gar nicht schlecht.
          Was wären denn vermutlich gute therapeutische Ansätze bei einer solchen Problematik?

        • Auch wenn ich eine ernsthafte Antwort gebe, wird sich Baldrian wahrscheinlich nicht ernstgenommen fühlen.

          Wenn man tiefsitzenden Hass und Verletzungen nicht verarbeiten kann, würde ich im Zweifel so lange Therapeuten und Therapieschulen abklappern, bis mir geholfen ist. Ob nun Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundiert, Schematherapie, Focusing oder kognitive Therapie.

        • @Böser Wolf auf Baldrian

          david ist ein ausgewiesener Kenner in Sachen Hasskomplexe.

          Immerhin verstehe jetzt ich deine Frage damals an muttersheera (wie sie ihren Sohn erzieht) ein bisschen besser. Da waren wohl deine eigenen Erfahrungen die Motivation.

        • @ Böser Wolf

          Ich denke zwar nicht, dass Dir das irgendwie weiterhilft, aber ich finde die durch die Buchauszüge geschilderte „Erziehung“ fürchterlich. Rein destruktiv, anstatt zu überlegen, welche „unkonventionellen“ Fähigkeiten/Fertigkeiten (wie) dem Sohn zusätzlich noch mitgegeben werden könnten.

          Vielleicht kannst Du mit diesem Buch was anfangen:

          Was die Frage nach Therapien angeht:
          eine (weibliche) Vertrauensperson von mir (Inzest-Opfer) schwört eher hierauf http://www.emdr-institut.de/0200_therapie/index.php als auf klassische Gesprächstherapien. Falls Du an „Familienaufstellung“/“Familienskulptur“ Interesse haben solltest -> BLOSS NICHT nach Hellinger!

          Was haste bisher denn schon so gemacht?

          Ein kleines Lied noch:

  11. @Böser Wolf

    Ist das von dir?

    Erschreckend ist nicht zuletzt, dass das Buch bis heute bei Feministinnen überwiegend Zuspruch inne hat, was bedeutet, dass Frau Leyrer keineswegs ein Einzellfall sein dürfte, sondern pars pro toto für die ganze Ideologie Namens Feminismus steht!

    Zum Schluss noch einige Beispiele aus dem Buch:

    „Sie [die kleinen Jungen] müssen zurückstecken lernen, verunsichert werden, sich in sich selbst und ihrer bisherigen männlichen Rolle in Frage stellen lassen. […]
    Den kleinen Buben soll der kalte Wind um die Ohren blasen, sie haben den kleinen Mädchen Platz zu machen. […]

    Dennoch geht es ihm [dem Sohn] schlechter als seinen Schwestern, und das muss auch so sein […]

    Weil ich eben bei fast keiner Sache, die den Sohn stark macht, Solidarität zeigen kann und/oder fühle. Überspitzt gesagt: Die Entwicklung der Töchter zur Frau schafft mir gelegentlich Konkurrenz- und Neidgefühle. Die Entwicklung des Sohnes zum Mann bedroht mich existentiell. Da möchte ich, ehrlich gesagt, nicht Kind sein. […]

    Und trotzdem: Wir müssen den Söhnen die Privilegien nehmen! Wir können nicht Männermacht bekämpfen und die Augen vor den eigenen Söhnen verschließen. Wir haben keine neutralen Wesen an unseren alternativen Busen genährt, sondern die Patriarchen von morgen, wenn wir ihnen diese Sicherheit nicht rauben – ganz persönlich. Wir müssen unseren männlichen Kindern etwas wegnehmen, sie unterdrücken. […] Praktisch heißt das zum Beispiel, solange es also die Mutter entsetzt ablehnt, ihrem Sohn die Nachthemden der älteren Schwester anzuziehen, obwohl sie ja noch so schön sind, wird sich bei den Männern nichts ändern. […]
    Ich vermute, dass ich – Feministin hin oder her – dennoch nicht in der Lage wäre, die Entwicklung meines Sohnes zu einem Versager in der Männerwelt tagtäglich zu beobachten – wenn ich nicht zwei Töchter hätte. Das macht es leichter.“

Schreibe eine Antwort zu Matthias Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.