Feminismus als Verbreitung negativer Stereotype zu Lasten von Frauen

Nach feministischer Theorie wirken sich gerade Stereotype und Vorurteile zu Lasten von Frauen aus. Weil Frauen gesagt wird, dass sie etwas nicht können oder etwas nicht sollen verinnerlichen sie diese Regeln und akzeptieren sie als Teil des Frauseins.

Mich verwundert es daher immer, wenn man sieht, wie viele negative Stereotype der Feminismus selbst vertritt und wie wichtig es ihm zu sein scheint, die Unterdrückung der Frau hervorzuheben:

  • Frauen verdienen 23% weniger (statt einer Betonung, dass der reale Unterschied eher bei 5% bis 8% liegt und schon bei passender Berufswahl stark sinken kann)
  • Männerbündnisse verhindern jeden Aufstieg von Frauen
  • Das Patriarchat ist überall und übermächtig
  • die hegemoniale Männlichkeit hat die Macht.
  • Männer werden dich sabotieren wo sie können.
  • überall lauern Vergewaltiger
  • befördert werden dann doch nur Männer
  • sie werden dich nie als gleichwertige Kollegin akzeptieren
  • etc.

Vieles, was einem der Feminismus als Bild vorhält, kann eine Frau eigentlich nur abschrecken. Sicherlich werden auch empowernde Nachrichten hinterher geschickt, aber letztendlich wird ein sehr düsteres Bild für Frauen gezeichnet.

Nimmt man die feministischen Theorien ernst, dann müsste all dies die Rollenbilder stärken. Denn auch wenn man jemanden sagt, dass er all diese Hindernisse niederkämpfen sollte, würde er ja immer noch die Hindernisse wahrnehmen. Und eine Frau, die vor der Entscheidung steht, ob sie oder ihr Mann für Kindererziehung aussetzen will, würde bei Akzeptanz all dieser Hindernisse fast schon logischerweise eher ihren Mann in Vollzeit arbeiten lassen als dies selbst zu machen und bei der Studienwahl entsprechendes einplanen.

Ein positiver Feminismus müsste, wenn nicht negative Stereotype dargestellt und verstärkt werden sollen, also versuchen die Probleme als möglichst kleine und überwindbar darzustellen. Eine Frau, die davon ausgeht, dass sie bei richtiger Berufswahl lediglich 5% weniger verdient und die davon ausgeht, dass die meisten modernen Chefs ihr Potential nutzen wollen, statt ihr eigenes Geschlecht zu fördern, würde sicherlich eher Karriere machen als eine Frau mit der obigen Einstellung

110 Gedanken zu “Feminismus als Verbreitung negativer Stereotype zu Lasten von Frauen

  1. Eine Betonung der Nachteile die Frauen haben, ist meiner Meinung nach, ein Appell an die Beschützerinstinkte der Gesellschaft (oder der Männer). Uns geht es ja so schlecht, helft uns. Es wird ein moralischer Druck aufgebaut und Schuldgefühle erzeugt.

  2. Ich habe den Eindruck, dass dies Tatsächlich eine Art Selbsterfüllende Prophezeiung und ein Selektionskriterium ist. Allerdings nicht nur begründet durch reine Verbreitung dieser Stereotype, sondern auch durch Wahrnehmung des Persönlichen Umfeldes und Interpretation dessen. (wie viele Frauen arbeiten, bleiben bei Kindern?) Dies (Frauen stecken eher zurück) sorgt allerdings häufig für Resignation, und führt dazu dass zusätzliche Energie Aufgewendet werden muss um es trotzdem „zu schaffen“. Allerdings habe ich auch den (Subjektiven) Eindruck, dass die weniger fachlich kompetenten Eindruck sich am stärksten über diese Behinderungen beschweren, und am ehesten aufgeben, während bessere den Jobeinstieg (einfacher und besser) schaffen. Wie sich dort (im Job) angelangt die Aussichten und Ansichten ändern werde ich in den nächsten Jahren wohl an meinem Umfeld beobachten können.

  3. „Frauen verdienen 23% weniger (statt einer Betonung, dass der reale Unterschied eher bei 5% bis 8% liegt und schon bei passender Berufswahl stark sinken kann)“, aber erzielen aufgrund der Transferleistungen im Mittel ein gleiches Einkommen (seit 2004, vorher hatten Frauen ein etwas höheres monatliches Nettoeinkommen als Männer gleichen Alters).

    – Sorry, die Quelle (destatis) habe ich schon des Öfteren gepostet –

    • Ich dachte Frauen verdienen noch deutlich mehr als die 23% weniger, weil sie weniger arbeiten und das auch in schlecher bezahlten Jobs?

      Mit dieser ganzen Zahlenspielerei, ich würde fast schon sagen Numerologie, wollen sich die Frauen doch auch nur eine vermeintliche Ungerechtigkeit konstruieren, anderen Schuldgefühle ankonstruieren und letztendlich ihrem Egoismus fröhnen.

      Männer sollten auf diese numerische Neurose der Frauen nicht noch mit eigenen Zahlenspielen reagieren und damit dem Dämon der Frauenunterdrückung groß machen.

      Wenn Frauen sagen sie verdienen weniger, sage ich: „Ja, zu recht.“

      Und wenn sie dann sagen sie hätten aber die besseren Schulnoten, dann sage ich das der Arbeitsmarkt nicht nach Schulzeugnissen sondern nach dem tatsächlichen Wert den er bekommt bezahlt und zudem Jungen bei gleicher Leistung schlechter benotet werden.

  4. „bei richtiger Berufswahl lediglich 5%“ ist natürlich Blödsinn. Bei geschickter Berufswahl mit Tariftabellen unterworfenen Jobs bekommt sie genau das gleiche wie vergleichbare Kollegen (Alter, Ausbildung, Dauer der Betriebsangehörigkeit, Stellung). Im öffentlichen Dienst finden sich besonders viele Frauen…

    Man muss diese Mär von der riesigen Gender Pay Gap nicht unnötig befördern, finde ich.

  5. Der Feminismus fördert Opfernarzissmus bei Frauen.

    Er liefert Ausreden die von jeder Verantwortung befreien und weiblichen Egoismus und Elitarismus legitimieren sollen.

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    Heute ist offensichtlich mal wieder 100% Märchentag in diesem Blog!
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    *Frauen verdienen 23% weniger (statt einer Betonung, dass der reale Unterschied eher bei 5% bis 8% liegt und schon bei passender Berufswahl stark sinken kann)*

    Nein, es gibt keine Unterschiede wenn man ehrlich ist und sich nicht feministisch blöd stellen will als „armes Schein-Opfer“. Schaltet man den Verstand ein, gibt es eine Restdifferenz von 2%.
    http://www.antifeminismus.ch/beruf/lohndiskriminierung/index.php
    http://www.produktion.de/beruf-karriere/iw-sieht-nur-2-gehaltsunterschied/

    *Männerbündnisse verhindern jeden Aufstieg von Frauen*

    Nein, im Gegenteil, Männerbündnisse haben gerne „schöne und qualifizierte“ Frauen. Auch heiraten praktisch viele viele Frauen von unten nach oben.

    *Das Patriarchat ist überall und übermächtig*

    Nein,ein reines Patriarchat haben und hatten wir nie.

    *die hegemoniale Männlichkeit hat die Macht*

    Nein, ich vermute, im normalen Alltag haben mehr Frauen die „Hosen an in der Beziehung“

    *Männer werden dich sabotieren wo sie können*

    Nein, das ist eine geisteskranke Behauptung die auf Denk- und paranoide Persönlichkeitsstörung schliessen lässt.

    *überall lauern Vergewaltiger*

    Nein, effektiv lauern nach Statistik überall Falschbeschuldigerinnen. Das haben wir natürlich der kranken Feminismus zu verdanken.

    *befördert werden dann doch nur Männer*

    Nein, befördert werden Menschen, die nicht pessimistisch denken.

    *sie werden dich nie als gleichwertige Kollegin akzeptieren*

    Nein, der „Zickenkrieg“ unter Frauen ist faktisch bekannt. Alles andere sind kranke Vorurteile.

    Lest doch mal wieder etwas substanzielles. Schönen Tag noch:
    http://www.antifeministenzeitung.ch

    • Heute ist offensichtlich mal wieder 100% Märchentag in diesem Blog!

      Welchen Teil von „negative Stereotype des Feminismus“ hast du nicht verstanden?

    • @urs

      du hast anscheinend nicht verstanden, worum es in diesem Artikel geht. Jedenfalls nicht darum, dass ich diese aufgelisteten Statements teile, sondern darum, dass sie selbst wenn man sie glaubt in dieser Form schädlich sind für das, was Feministinnen eigentlich angeben erreichen zu wollen.

      Und selbst die meisten Feministinnen wissen ja das die 23% nicht absolut sind. Es wundert mich, dass es aus deren ideologischer Haltung heraus niemand schreibt, dass der Lohnunterschied geringer ist als gedacht und man vieles selbst daran ändern kann, eben durch entsprechende Berufswahl. Das wäre ja ein Abbau von Vorurteilen und ein Empowerment.

      Wundern ist natürlich dabei relativ, weil IDPOL verhindert, dass man die Probleme der Frauen als kleiner darstellt und fördert, dass man mit den größtmöglichen Benachteiligungszahlen arbeitet, ganz unabhängig von der Wirkung in dem Bereich. Es zeigt aus meiner Sicht, dass dort Ideologie vor tatsächlichen Abbau von Benachteiligungen geht.

      Eine interessante Frage ist natürlich auch, inwieweit das anders herum im Maskulismus auch auftritt. AUch hier werden gerne Horrorszenarien gemalt.

      Deine Stellungnahmen finde ich im übrigen eher unsubstanziert. Was zB bedeutet denn “ Männerbündnisse haben gerne “schöne und qualifizierte” Frauen“? und was ist dein Beleg dafür, dass sie zB befördert werden?

      • Könnte es evtl. daran liegen, dass die Feministinnen gar keine Verbesserung der Verhältnisse (im Sinne von Angleichung) wollen, sondern eher eine Art Entschädigung? Etwa in Form von symbolischen Anerkennungsgesten, Quoten und Stellen für Frauenbeauftragte?

        • „Was ist denn diskriminierungsfreie Sprache?”

          Sprache die nicht diskriminiert? Man könnte natürlich eine Meta-Diskussion darüber führen, was Diskriminierung ist und inwiefern das durch Sprache möglich ist, aber ich werde das nicht tun.

          „Jeden nur noch so benennen wie er es selb er möchte? Also vorher fragen?”

          Warum nicht? Alternativ dazu: Im Gesellschaftlichen Diskurs einen Konsens erzielen.

        • “ Man könnte natürlich eine Meta-Diskussion darüber führen, was Diskriminierung ist und inwiefern das durch Sprache möglich ist, aber ich werde das nicht tun.“

          Schade eigentlich. Es einfach per Ordre de Mufti festlegen wie die Autoren der zitierten Seite es tun, befriedigt aber auch nicht recht.

        • *Was ist denn diskriminierungsfreie Sprache?*

          Diskriminieren bedeutet unterscheiden.

          Diskriminierungsfreie Sprache ist unterscheidungsfreie Sprache, belanglose Sprache, semantikfreie Sprache.

      • @ kinch

        Dann sollen diese Honks von kleineDrei erstmal selbst aufhoeren vom weissen heterosexuellen Mann zu reden.

        Mal sehen ob sie dann pc noch so toll finden…

        Fuer mich nur eine weitere Hetzseite primitiver Emanzen und nem Quotenschwulen.

        • „Dann sollen diese Honks von kleineDrei erstmal selbst aufhoeren vom weissen heterosexuellen Mann zu reden.“

          Inwiefern ist das diskriminierend? „Schwarze, homosexuelle Frau” ist ja auch kein diskrimierendes Begriffspaar.

        • @basti

          Sorry, ich verstehe dein Problem mit dem Begriffspaar wirklich nicht. Bist auch nicht der erste, der sich daran stört, dass man vom weißen, heterosexuellen, CIS-Mann spricht. Ich kann das halt nicht nachvollziehen.

          • @kinch

            „Bist auch nicht der erste, der sich daran stört, dass man vom weißen, heterosexuellen, CIS-Mann spricht“

            als Beschreibung verschiedener Personen ist es nicht diskriminierend. Alles Übel dieser Welt an genau diesen Personen festzumachen ist ziemlich undifferenziert und ein schlichtes Gruppendenken, das einem Schwarz-Weiß-Schema folgt und eine Sündenbockmentalität aufbaut.

        • @ christian

          Sorry aber du hast es ja gut erklaert so das kinch es verstehen wird.

          Ich habe keinen bock das offensichtliche zum 100 mal durchzukauen.

          • @Adrian

            Das Rechtfertigt dennoch nicht die Verurteilung der Gruppe an sich. „Der weiße heterosexuelle Mann ist rassistisch und homophob“ ist genau so falsch wie „der schwarze Mann ist ein verbrecherisch“, selbst wenn man in Amerika anhand der Kriminalstatistik sicherlich einen oberflächlichen Grund dafür, eine solche Behauptung aufstellen zu können, finden kann.

            Rassismus gibt es überall. Er ist häufig gegen Minderheiten gerichtet, in Afrika dann eben gegen Weiße oder Asiaten oder andere Schwarze. Homophob können Männer und Frauen sein, sogar ein schwuler kann homophob sein, wenn er rationalisiert, dass er ja nicht schwul ist, sondern einfach nur mit Männern schläft, echte Schwule aber „Schwuchteln“ sind.

        • Also, man kann sich natürlich an dem Post stören, wenn man mag. Er stellt allerdings klar, dass das ne Übertreibung ist und darüberhinaus sagt er meiner Meinung mach, nichts wirklich problematisches.

          Wenn man davon ausgeht, dass sich Weiße daran stören, keine rassistische Sprache mehr zu benutzen. Und Männer daran stören, keine sexistische Sprache mehr zu benutzen. Und Heteros daran stören, keine homophobe Sprache mehr zu benutzen. Und PC als Sprache versteht die rassistische, homophobe und sexistische Stereotype zu vermeiden versucht — ja, da gibts halt eine Gruppe, die da ganz pauschal ihre Probleme mit PC hat: Weiße, heterosexuelle Männer.

          Darüberhinaus sagt er doch ganz klar: „Natürlich sind nicht alle weißen, heterosexuellen Männer so und nicht alle, die sich so verhalten, sind weiß, heterosexuell und männlich.“. Ich bin auch ein Freund von PC, aber auch der Meinung, wenn es klar ist und nützlich, kann man durchaus auch rethorische Mittel anwenden, die nicht mehr soganz PC sind.

          Ob die Fokussierung auf WHM nützlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

          • @kinch

            „Ich bin auch ein Freund von PC, aber auch der Meinung, wenn es klar ist und nützlich, kann man durchaus auch rethorische Mittel anwenden, die nicht mehr soganz PC sind.“

            Das kann man aber nicht in einem Artikel, indem die wesentliche Aussage „wehret den Anfängen, wir müssen Sprache gestalten, alles muss PC sein“ ist

        • „Und Männer daran stören, keine sexistische Sprache mehr zu benutzen.“

          Vielleicht könnte sich mal einer bemühen zu erklären, was Sexismus überhaupt ist. Vor der Brüderle-Debatte dachte ich, ich wüsste es. Jetzt weiß ich es nicht mehr.

          Ausgehend von der Wikipedia-Definiton…

          „Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit und weist ihnen auf dieser Basis unterschiedliche Rechte und Pflichten zu.“
          http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

          kann ich nur behaupten, dass Sexismus in unserer Gesellschaft ein marginales Phänomen ist. Brüderle bspw. wäre demnach nicht sexistisch.

          • @Adrian

            „Brüderle bspw. wäre demnach nicht sexistisch.“

            Es sei denn man geht davon aus, dass er ihr nicht das Recht zugesprochen hat, frei von sexueller Belästigung zu sein, weil sie eine Frau ist, sie also damit auf ein Sexualobjekt reduziert hat aufgrund ihres Frauseins. Weil sie eine Frau ist meinte er, solche sexuellen Bemerkungen machen zu können und wird darin von der Gesellschaft bestärkt, wohingegen dies Männern nicht passiert.

            Wenn man Rechte und Pflichten ausdehnt auf „Recht ohne sexuelle Anmache eine Gespräch zu führen“ etc kann sehr viel Sexismus sein

        • „Mein Hauptproblem ist das ja auch nicht.“

          Nee, das stimmt doch nicht. Jetzt war ich zu pc 😉 Vom schwulen Standpunkt her, ist der heterosexuelle weiße Mann in dieser Gesellschaft tasächlich das Hauptübel.

          • @Adrian

            „Vom schwulen Standpunkt her, ist der heterosexuelle weiße Mann in dieser Gesellschaft tasächlich das Hauptübel.“

            Wenn man zu PoCs alle nichtweißen zählt, also auch den arabischen Raum etc, dann scheint mir gerade da eine hohe Homophobie zu herrschen. Und auch Frauen müssen ja nicht schwulenfreundlich sein.

        • @ CHristian
          „Es sei denn man geht davon aus, dass er ihr nicht das Recht zugesprochen hat, frei von sexueller Belästigung zu sein“

          Mit Erschrecken stell ich fest, dass Du recht haben könntest.

          „Wenn man Rechte und Pflichten ausdehnt auf “Recht ohne sexuelle Anmache eine Gespräch zu führen” etc kann sehr viel Sexismus sein“

          Ich persönlich glaube, dass dieses Recht niemand hat. Wenn jemand an einen interessiert ist, folgt die sexuelle Anmache früher oder später. Was ist Anmache sexistisch?

        • @Christian

          “Das kann man aber nicht in einem Artikel, indem die wesentliche Aussage “wehret den Anfängen, wir müssen Sprache gestalten, alles muss PC sein” ist.”

          Er begründet das ja in den Kommentaren weiter: WHM sei eine Gesellschaftliche Norm, die sichtbar gemacht werden muss. Auch hier kann man das so sehen, dass der Feminismus paradox agieren muss: Die Strukturen, die ich überwinden will, müssen sichtbar gemacht werden.

          Man kann denke ich, der Meinung sein, dass das unglücklich ist. Aber ich finde, dass ist nicht per se problematisch und schon gar nicht diskriminierend.

          • @kinch

            „WHM sei eine Gesellschaftliche Norm, die sichtbar gemacht werden muss.“

            Ein aus meiner Sicht sehr einfaches Weltbild. Es sind ja nun genug junge Türken oder arabischstämmige vorhanden, die mit einem „Alter, bist du schwul oder was?“ diesen Sprachgebrauch fördern. Die Mehrheit der weißen heterosexuellen wird nichts gegen Homsoexuelle haben, um so wohlhabender und aufgeklärter das Land, um so höher die Akzeptanz.

            Normen werden auch von Frauen gestaltet, gerade das Zusammenspiel der Geschlechter wird nicht von einer Seite diktiert und weiße Frauen werden vielleicht ebenso etwas gegen den schwarzen Freund ihrer Tochter haben wie die Väter. Meine Großmutter hatte erhebliche Vorbehalte gegen Zigeuner etc.

            Was ist denn genau diese gesellschaftliche Norm und warum produzieren sie nur WHMs? Was genau sind diese Strukturen, die dort immer behauptet werden?

        • @Was ist Sexismus

          Wenn der Feminismus von Sexismus redet, ist meistens eine _strukturelle_ Diskriminierung aufgrund geschlechtsspezifischer Vorurteile gemeint. Deshalb ist es überhaupt schwer bis unmöglich, anhand eines Einzelfalls über Sexismus zu reden.

          Sexuelle Belästigung ist nicht im Einzelfall sexistisch, sondern nur dann, wenn sie Teil eines gesellschaftlichen Systems ist.

          • @kinch

            „Sexuelle Belästigung ist nicht im Einzelfall sexistisch, sondern nur dann, wenn sie Teil eines gesellschaftlichen Systems ist.“

            Wobei das System ja häufig schlicht aus gewissen Häufungen gefolgert wird und dann in freier Fantasie ausgestaltet wird. Ein tatsächliches System wird eigentlich nie schlüssig dargelegt. Oder kennst du eine gute Schilderung?

            Bei sexueller Belästigung ist das „System“ ja aus meiner Sicht einfach der stärkere Sexualtrieb des Mannes, der optischer ausgerichtet ist und ihn daher eher zu Grenzüberschreitungen verleitet. Das dies selten verfolgt wird liegt eher an Überlegungen, die man mit der Spieletheorie nachvollziehen kann: Die Kosten einer Verfolgung für die einzelne Frau sind höher als der potentielle Nutzen für sie. Einem Typ, der einen einen Klapps auf den Arsch gegeben hat dafür zu Rede zu stellen oder dessen öffentliche Verurteilung zu fordern macht Arbeit, die sich viele nicht machen wollen. Sie bezeichnen ihn einfach gegenüber ihren Freundinnen als Mistkerl und errichten entsprechende private Schutzmechanismen (zB Weggehen in Begleitung etc).
            Daraus dann ein Machtinstrument „der Männer“ zu formen, dass sie zur „Unterdrückung der Frauen“ einsetzen hat wenig Bezug zur Realtität.

            Allenfalls ist die Verurteilung von Männern als Gruppe und die Behauptung eines „gesellschaftlichen Systems“ in solchen Fällen meist teil einer Struktur und als solche sexistisch.

        • @ Christian
          Sicher, im Kern müsste ich behaupten, nicht der weiße heterosexuelle Mann sei das Problem, sondern der heterosexuelle Mann ungeachtet seiner Hautfarbe.

          Allerdings müsste ich weiter differenzieren, um der Problematik gerecht zu werden:

          1.) In unserer Gesellschaft (Deutschland) ist der weiße heterosexuelle Mann das Hauptproblem – weil eh fast alle weiß sind.

          2.) Unter den klassischen weißen Mänern sind russische und polnische heterosexuelle Männer schlimmer als bspw. deutsche und französische.

          3) Global betrachtet sind eher muslimische heterosexuelle Männer das Problem, ergo also „Nichtweiße“.

          Mit Frauen hatte ich als Schwuler persönlich noch nie ein Problem. Sich gibt es homophobe Frauen, aber die fallen im Verhältnis kaum auf

          • @Adrian

            „1.) In unserer Gesellschaft (Deutschland) ist der weiße heterosexuelle Mann das Hauptproblem – weil eh fast alle weiß sind.“

            Dann liegt es aber nicht am Weißsein. Das ist nur ein Nebeneffekt der Zahlenverhältnisse.

            „2.) Unter den klassischen weißen Mänern sind russische und polnische heterosexuelle Männer schlimmer als bspw. deutsche und französische.“

            Damit wären bestimmte kulturelle Vorstellungen das Problem, die sicherlich auch von PoC-Russen und Polen und auch von Frauen dieser Nationalität geteilt werden.

            „3) Global betrachtet sind eher muslimische heterosexuelle Männer das Problem, ergo also “Nichtweiße”.“

            Was uns dann der eigentlichen Struktur näher bringt, nämlich einem bestimmten Denken.

            „Mit Frauen hatte ich als Schwuler persönlich noch nie ein Problem. Sich gibt es homophobe Frauen, aber die fallen im Verhältnis kaum auf“

            Sie müssen ja auch nicht mit dir ein Problem haben: Um die „Struktur“ zu unterstützen reicht es, wenn sie eine Abgrenzung der Männer gegenüber Schwulen verhalten fordern und fördern, selbst wenn sie sich Schwulen gegenüber selbst nicht feindselig verhalten. Aber wenn sie ihren Mann in einem Streit als „nicht echten Mann“ anschreien oder ihn als Schwuchtel auslachen (wenn kein Schwuler dabei ist) dann tragen sie ebenfalls dazu bei, diese bestimmte Kultur aufrechtzuerhalten.

        • „Ein aus meiner Sicht sehr einfaches Weltbild. Es sind ja nun genug junge Türken oder arabischstämmige vorhanden, die mit einem “Alter, bist du schwul oder was?” diesen Sprachgebrauch fördern.”

          Die Frage ist halt, was mehr nützt, bzw. das drängendere Problem ist. Wieviele dieser türkischen Jugendliche schreiben Zeitungsartikel, Moderieren TV-Sendungen, sitzen in hohen Positionen?

          Es reicht, sich auch nurmal die Mehrheitsverhältnisse anzuschauen.

          Jugendsprache ist ein Problem — für Jugendliche. WHM-Sprache ist ein Problem, der Gesellschaft. Ich bin da relativ d’accord mit dem Feminismus.

          „Normen werden auch von Frauen gestaltet, gerade das Zusammenspiel der Geschlechter wird nicht von einer Seite diktiert und weiße Frauen werden vielleicht ebenso etwas gegen den schwarzen Freund ihrer Tochter haben wie die Väter. Meine Großmutter hatte erhebliche Vorbehalte gegen Zigeuner etc.”

          Natürlich. Bei der Debatte mit den Kinderbüchern und rassistischem Vokabular hatte ich auch mit einer Frau gesprochen, die vehement rassistische Sterotype verteidigte. Die Frage ist aber, wie sehr will man in einem allgemeinen Artikel ins Detail gehen?

          Ich denke, dass kann man durchaus pragmatisch angehen und vor allem die Gruppe ansprechen, von deren Umdenken die Gesellschaft am meisten profitieren würde.

          „Was ist denn genau diese gesellschaftliche Norm und warum produzieren sie nur WHMs? Was genau sind diese Strukturen, die dort immer behauptet werden?“

          Die Sache ist halt, dass WHM sonst nie ausgezeichnet werden. Wenn ein Mensch eine Frau ist, oder Schwarz oder Homosexuell, wird das ausgezeichnet. WHM stellen imho insofern die Norm, als das andere Gruppen in der Regel nur durch ihre Differenzen zu WHM definiert werden.

          Wenn bei feministischen Texten, weiße, heterosexuelle CIS-Männer ausgezeichnet werden, stören sich viele daran. Wenn Noah Snow zum Beispiel in einem Text nicht von Schwarzen, sondern von Weißen spricht, gibt es wirklich viele Kommentare die das rassistisch finden, obwohl es rein deskriptiv ist. Ich denke durchaus, dass das daher kommt, weil WHM nicht gewohnt sind benannt zu werden und das ist ein überdenkenswerter Zustand, imho.

          • @kinch

            „Wieviele dieser türkischen Jugendliche schreiben Zeitungsartikel, Moderieren TV-Sendungen, sitzen in hohen Positionen?“

            Und da wird zB „schwul“ als Schimpfwort gebraucht? Das gibt es in der Medienlandschaft doch gar nicht. Diese ist zu einem nicht geringen Teil ja auch links und man sieht an dem Raum, der auch zb „Aufschrei“ eingeräumt wurde, dass da keineswegs nur auf männliche Interessen geschaut wird.

            Feminismus hat nun wirklich keine Probleme eine Medienöffentlichkeit zu bekommen. Die Initiatorin des Aufschreis konnte sich vor interviewanfragen kaum retten.

            “ Die Frage ist aber, wie sehr will man in einem allgemeinen Artikel ins Detail gehen?“

            Statt alles auf Heterosexuelle weiße Männer abzuwälzen ist es eher einfacher, von Menschen und bestimmten kulturellen Vorstellungen zu schreiben. Dann fällt aber leider das Feindbild weg.

            „Ich denke, dass kann man durchaus pragmatisch angehen und vor allem die Gruppe ansprechen, von deren Umdenken die Gesellschaft am meisten profitieren würde.“

            Dazu muss man erst einmal nachweisen, wie diese Gruppe denkt und warum sie das tut und da die Zusammenhänge aufschlüsseln. Das simple „weiße heteroseuxelle Männer wollen ihre Macht erhalten“ ist nicht produktiv dabei, weil es an der Sache vorbeigeht. Es geht vielen nicht um Macht, sondern um In-Group, Out-Group Vorgänge, bei denen man eine gewisse Identität aufbaut um eine Gruppenzugehörigkeit zu errichten. Diese Identität als Mann hängt natürlich auch von Einflüssen von Frauen ab. Russische Frauen beispielsweise fragen meines Wissens nach durchaus eine verstärkte Männlichkeit ab und fordern insoweit eine Abgrenzung zur Homosexualität durchaus.

            „Wenn Noah Snow zum Beispiel in einem Text nicht von Schwarzen, sondern von Weißen spricht, gibt es wirklich viele Kommentare die das rassistisch finden, obwohl es rein deskriptiv ist.“

            Das könnte an der Art liegen, wie Noah Snow über Weiße spricht.

        • „Wobei das System ja häufig schlicht aus gewissen Häufungen gefolgert wird und dann in freier Fantasie ausgestaltet wird. Ein tatsächliches System wird eigentlich nie schlüssig dargelegt. Oder kennst du eine gute Schilderung?”

          Nein, ich finde das auch Problematisch. Will ich wissen, ob sexuelle Belästigung Teil von Sexismus ist, muss ich auch evaluieren, ob Männer davon nicht genauso betroffen sind. Das bleibt zum Beispiel bei #Aufschrei völlig offen.

          Die Frage ist halt, ob das wichtig ist, ob sexuelle Belästigung jetzt sexistisch sind oder nicht. Die Diskussion ist aber schwierig, weil die Begriffe so unklar sind.

          „Bei sexueller Belästigung ist das “System” ja aus meiner Sicht einfach der stärkere Sexualtrieb des Mannes, der optischer ausgerichtet ist und ihn daher eher zu Grenzüberschreitungen verleitet.”

          Hm… ich will dem nicht so zustimmen. Vielleicht gibt es in Art und Weise unterschiede, aber ehrlich gesagt: Ich glaube nicht, dass Frauen weniger übergriffig sind.

          Wie auch immer: Selbst, wenn die Grundannahme stimmt, bleibt das eben dennoch Sexismus.

          „Daraus dann ein Machtinstrument “der Männer” zu formen, dass sie zur “Unterdrückung der Frauen” einsetzen hat wenig Bezug zur Realtität.”

          Wieso? Wenn die gesellschaftliche Strukur derart ist, dass der Nutzen Frauen sexuell zu belästigen höher ist, als die Kosten, dann kann man hier schon von einer Superior-Position des Mannes sprechen, weil seine Bedürfnisse auf Kosten der Rechte von Frauen befriedigen kann.

          • @Kinch

            „Wenn die gesellschaftliche Strukur derart ist, dass der Nutzen Frauen sexuell zu belästigen höher ist, als die Kosten, dann kann man hier schon von einer Superior-Position des Mannes sprechen, weil seine Bedürfnisse auf Kosten der Rechte von Frauen befriedigen kann.“

            Es ist aber keine gesellschaftliche Struktur, sondern die Verhaltensweisen folgen durchaus den tatsächlichen kosten. Es folgt eher daraus, dass wir eine freie Gesellschaft haben, in der die Leute weniger in gesellschaftliche Strukturen eingebunden sind und daher auch mehr der Auffassung sind, dass man da nicht ohne weiteres eingreift. Es ist auch eine Folge gestiegener Gewaltlsloigkeit und der Vermeidung von Selbstjustiz: Wenn man früher so etwas gemacht hätte, dann wäre es ein skandal gewesen und die Ehre der Frau stark beeinträchtigt. Dies ist heute nicht mehr der Fall, es ist einfach die Handlung eines Idioten. Stellt man diesen zB als umstehender Mann zur Rede oder wendet sich gegen ihn, dann setzt man sich selbst der Gefahr von Gewalt aus und zudem auch dem Vorwurf sich als weißer Ritter in Sachen einzumischen, die einen nichts angehen. Was genau soll man denn machen? Ihn dazu bringen, dass er sich entschuldigt? Will die Frau wahrscheinlich gar nicht. Ihn aus dem Club schmeißen lassen? da hat sie mehr Ärger von als es ihr Genugtuung bringt.

            Allenfalls könnte man ein Überwachungssystem fordern, nach dem der Clubbetreiber bei entsprechenden Übergriffen sofort tätig wird. Aber da scheint der Leidungsdruck der Frauen nicht hoch genug zu sein um die Kosten zu rechtfertigen.

            Wenn sie ihn anzeigt, dann wird er natürlich vom System bestraft. Es ist nur viel zu mühselig für sie, diese Kosten zum Wohle der Gesellschaft zu tragen.

        • @ Christian
          „Dann liegt es aber nicht am Weißsein. Das ist nur ein Nebeneffekt der Zahlenverhältnisse.“

          Schon klar. Aber ich habe die Hautfarbe ja auch nicht als Faktor ins Spiel gebracht. Das waren unsere antirassistischen Kollegen der pro-PC-Fraktion 😉

          „Um die “Struktur” zu unterstützen reicht es, wenn sie eine Abgrenzung der Männer gegenüber Schwulen verhalten fordern und fördern“

          Ja mei die „Struktur“. Kann man die überhaupt überwinden? Es erscheint mir logisch, dass Frauen keine „schwulen“ Männer als Partner wollen. Und dass Männer sich davon abgrenzen, erscheint mir auch bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar.
          Das erscheint mir aber nicht als das Hauptproblem.

          Du grenzt dich schließlich auch vom „schwulen Verhalten“ ab, oder? Machst doch auch auf Hahn, in einem Raum voller attraktiver Hennen. Aber bist Du deshalb homophob? Wohl kaum.

          • @Adrian

            „Ja mei die “Struktur”. Kann man die überhaupt überwinden? Es erscheint mir logisch, dass Frauen keine “schwulen” Männer als Partner wollen. Und dass Männer sich davon abgrenzen, erscheint mir auch bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar.
            Das erscheint mir aber nicht als das Hauptproblem.“

            Was ist denn aus deiner Sicht das Hauptproblem?

            „Du grenzt dich schließlich auch vom “schwulen Verhalten” ab, oder? Machst doch auch auf Hahn, in einem Raum voller attraktiver Hennen. Aber bist Du deshalb homophob? Wohl kaum.“

            Ich komme auch zum einen aus einer Kultur, die dies als rückständig ansieht, zumindest in ihrem gebildeteren Teil, und zum anderen habe ich das entsprechende Selbstbewußtsein und die Aufgeklärtheit, dies nicht notwendig zu haben.
            In anderen Kreisen mag das problematischer sein und eine Abgrenzung direkter erfolgen. Ich kann mich viel besser profilieren, wenn ich aufgeklärt wirke und solche Vorhalte als Shittest behandele.

            Zur Klarstellung: Natürlich sind nicht die Frauen schuld, wenn Männer homophob sind. Aber es geht aus meiner Sicht eben darum, Verflechtungen aus der Richtung auch mit einzubeziehen. Auch Frauen prägen kulturelle Bilder mit.

          • @Adrian

            „Du grenzt dich schließlich auch vom “schwulen Verhalten” ab, oder?“

            Dazu noch:

            Ich nehme schon eine Unterteilung in schwules Verhalten wesentlich weniger vor, weil ich die Gleichung „schwul=essentialistisch unmännlich“ in diesem Sinne nicht mittrage. Aber natürlich mache ich auch deutlich, dass ich auf Frauen stehe.

            Ich muss mich schon aufgrund meines Umfeldes selten zu Homosexuellen abgrenzen und wenn, dann nicht ernsthaft.

            Eher werden eher Betrachtungen von Mann und Frau vorgenommen. Also solche Vorhalte wie „in Sachen Promiklatsch bist du doch besser informiert als manche Frau und lästern kannst du auch wie eine“

            Sollte mal ein Vorhalt in der Art kommen, dann verwende ich eher „Agree and amplify“, also auf ein „das ist aber etwas schwul“ ein Schulterzucken und etwas wie „ich wünschte es. Ihr Frauen seid eh viel zu kompliziert“. Das kann man als Neg oder als Aufforderung, dass diese Frauen sich einem gegenüber qualifizieren viel besser nutzen. Oder man sagt einfach „Wahre Liebe findet man eh nur unter Männern“.

        • @Kinch:
          Sorry, ich verstehe dein Problem mit dem Begriffspaar wirklich nicht.

          Das Begriffspaar für sich ist natürlich zunächst neutral.

          Allerdings ist der Begriff „Neger“ für sich ja auch neutral. Die gruppenbezogene Abwertung entsteht erst durch den Kontext, in dem der Begriff verwendet wurde/wird, und es geht dann recht schnell dass der Begriff eben doch eine pauschal abwertende Funktion erhält.

          Der Autor wendet leider genau die Mechanismen des Erzeugens von gruppenbezogenem Ressentiments an.

          Mehr als deutlich wird das durch das photogeshoppte Foto, das eben symbolisch für DenWHM stehen soll: Nase und Ohren verkleinert, die Mundpartie so, als wäre noch kein Gebiss vorhanden.

          Also eine Karikatur des WHM-an-sich, Daniel bedient sich aus dem lange bewährten rassistischen Werkzeugkasten.

          Die Relativierung:

          Aber das ist nicht der Punkt, es geht nämlich, wie immer, um dominierende Tendenzen.

          ..entschärft das Ganze nur sehr scheinbar, selbst der NS sprach eben vom „typischen Juden“.

          Es werden gezielt – was ja nach weitverbreiteter Auffassung in diesen Kreisen nur allzu „politisch korrekt“ ist – negative Emotionen gegen die Feindgruppe „WHM“ aufgebaut.

          Als Rechtfertigung dafür dient im Allgemeinen die Behauptung, man könne doch „dominante Gruppen“ gar nicht verletzen/diskriminieren. Was gleichermaßen ein gruppenbezogenes Ressentiment darstellt: Jedes Mitglied der Feindgruppe wird ohne Ansehen der Person unter Generalverdacht gestellt, wer sich dem entziehen möchte hat seine „Unschuld“ zu beweisen (z.B. durch Anwendung/Bekenntnis zu den aufgestellten Sprachregelungen)

          In den real existierenden Machtverhältnissen kann das ziemlich fatale Folgen haben, es gibt durchaus viele weiße heterosexuelle Männer mit sehr wenig Macht. Auf diese darf man dann – politisch korrekt- nach Belieben herumtrampeln, Empathie und Beißhemmung wurde ja gezielt abgebaut.

          Der „Unterschicht“ – Vater beispielsweise, der von der Jugendamtsbeamtin schikaniert wird muss es dann ausbaden. „Der jammert doch wohl ganz erbärmlich“ (Weil er seine Kinder nicht sehen darf; Ist doch schön, wenn die „Bildungs“bürgersdame diese mehr als hundertjährige Muttikitschtradition weiterhin ausleben darf)

          Der real existierende PC-Diskurs ist vor Allem ein Mittel zur sozialen Distinktion als Bessermensch, und ist bis in den innersten Kern bigott.

          Es ist nichts dagegen einzuwenden, das Wort „Neger“ nicht mehr zu benutzen, aber mit Sensibilität für solche potenziell gefährlichen Kollektivierungen hat so eine Instrumentalisierung nichts mehr gemein, im Gegenteil.

          Wer bereit ist, die Feindkollektivierung als „WHM“ zu akzeptieren ist auch schnell bereit, andere Feindkollektivierungen zu akzeptieren.

          • @Adrian

            „Entwürdigung, Beleidigung, Verächtlichmachung, Geringschätzung. Mensch zweiter Klasse zu sein.“

            Aber folgt das nicht aus der Anforderung, ein „echter Mann“ zu sein und dem Gedanken, dass Homosexuelle dies nicht sind, der durch Anforderungen in intrasexueller Konkurrenz (also unter Männern um die Erfüllung der Bedingung echter Mann) und intersexueller Konkurrenz (als Frau „ich will einen echten Mann als Partner/Liebhaber, Schwule sind zwar ganz putzig, aber keine echten Männer“) begründet wird?

        • @ Christian

          Ich sehe den zwangsläufigen Bezugspunkt nicht. Wenn ich nicht so sein will wie der andere, kann ich ihn doch trotzdem respektieren und muss ihn nicht beleidigen, etc.

          • @Adrian

            Es ist ja auch kein zwangsläufiger Bezugspunkt,aber man kann ihn kreieren, wenn man eben jedes Schwules als Verstoß gegen die Anforderung „echter Mann“ ansieht und dann feindselige Abgrenzung als deutlichste Betonung, dass man diese Verstöße nicht begehen will, sieht.

            Aus dem gleichen Grund sind wohl eine gewisse Anzahl von besonders energischen Gegen-Schwule-Hetzern selbst homophob. Die nach außen getragene negative Abgrenzung, das Outgroupen über Feindseligkeit, soll einen um so sicherer der gewünschten Gruppe (also Nichtschwule oder „echte Männer“ zuordnen).

        • Wenn ich nicht so sein will wie der andere, kann ich ihn doch trotzdem respektieren und muss ihn nicht beleidigen, etc.

          Mein WHM-Cisprivilegienpenis sagt mir doch, aus innerster egoistischer Motivation heraus, eher: „Cool, ein Konkurrent weniger! Hach, wenn Alleaußerich Schwul wären..“

          Das ist eben der Punkt, wo das vorherrschende Framing als „Privilegienmotiviertes Ressentiment“ komplett absurd wird: Ein Privileg ist eben ein Sonderrecht, und Referenzpunkt für Sonderrechte ist eben die breite Masse. Wer in einer Villa wohnt hat ein Interesse daran, dieses (uU hart erarbeitete) Privileg zu verteidigen, aber kaum jemand hat ein materielles Motiv dafür, dass Obdachlose obdachlos bleiben.

          Insofern ist die Konstruktion eines inhärenten Interesses der WHM an der Verwendung von homophober/rassistischer Sprache eher selbst ein essenzialisierendes Ressentiment.

          Was „sexistische Sprache“ betrifft: Die Geschichte zeigt wohl ganz klar dass es gerade Frauenbewegungen waren, die DieFrau als das Besondere konstruiert haben.

        • @ Kinch

          *Sexuelle Belästigung ist nicht im Einzelfall sexistisch, sondern nur dann, wenn sie Teil eines gesellschaftlichen Systems ist.*

          Du scheinst zu glauben, dass sexuelle Belästigung (was ist eigentlich sexuelle Belästigung, könnte man auch fragen, aber lassen wir das erst mal), dass sexuelle Belästigung Teil eines gesellschaftlichen Systems ist.

          Woran machst Du das fest?

          Woran erkennst Du, dass es so ist?

        • @ kinch

          „Wenn bei feministischen Texten, weiße, heterosexuelle CIS-Männer ausgezeichnet werden, stören sich viele daran. Wenn Noah Snow zum Beispiel in einem Text nicht von Schwarzen, sondern von Weißen spricht, gibt es wirklich viele Kommentare die das rassistisch finden, obwohl es rein deskriptiv ist. Ich denke durchaus, dass das daher kommt, weil WHM nicht gewohnt sind benannt zu werden und das ist ein überdenkenswerter Zustand, imho.“

          Ich glaube das siehst du falsch.

          Ich als weißer Deutscher (*) störe mich nicht daran als Weißer benannt zu werden.

          Es kommt drauf an WIE.

          Mich in Verbindung mit Sklaventreibern und Massenmördern zu bringen nur weil ich dieselbe Hautfarbe habe?

          Noah Sow geht gar nicht. Eine Rassistin wie sie im Buche steht.

          Von wegen Schwarze können nicht rassistisch sein.

          *

          Homosexualität dort mit einzubeziehen ist deswegen schon dumm, weil es auch Homosexuelle gibt die nicht geoutet sind.

          Hautfarbe und Geschlecht kann man in der Regel nicht verstecken.

        • @ Adrian

          “ Vom schwulen Standpunkt her, ist der heterosexuelle weiße Mann in dieser Gesellschaft tasächlich das Hauptübel“

          Du meinst in Staaten wie den USA, Deutschland, Holland, Frankreich usw. lebst du als Schwuler schlechter als in Nigeria, Simbabwe, Iran, Saudi-Arabien usw?

          Gib mir auch mal was von dem ab was du rauchst.

        • @ Adrian

          „Mit Frauen hatte ich als Schwuler persönlich noch nie ein Problem. Sich gibt es homophobe Frauen, aber die fallen im Verhältnis kaum auf“

          Zu kurz gedacht.

          Es gibt jede Menge homophober Frauen.

          Es sei den du reservierst den Begriff Homosexuell alleine auf Schwule.

          Andersherum: Ich finde Lesben auch geil deswegen kann ich nicht homophob sein hihihi

        • @Adrian: „In unserer Gesellschaft (Deutschland) ist der weiße heterosexuelle Mann das Hauptproblem – …“
          mit andere Worten: du bist heterophob.

        • @ Adrian

          Bei allem Respekt aber du scheinst nicht zu kapieren das alles was gegen Maenner geht auch gegen schwule Maenner geht. Ungeoutet oder nicht.

          Ausserdem haben Schwule wohl doch eher mit muslimischen Maennern Probleme auf der Strasse als mit Christen.

          Zum Anderen: Nur weil eine Frau gegenueber Schwulen tolerant ist, heisst das noch lange nicht das sie es Lesben gegenueber auch ist.

    • @El Mocho

      Ich sehe es als Betonung der Wichtigkeit von Political Correctness:

      Nun ist das aber mit den bewussten, normativen Sprachänderungen so eine Sache – sie setzen sich meist nicht durch, wenn eine Institution von oben herab bestimmt, wer wie zu sprechen hat. Hier in Frankreich wäre das z. B. die Académie française, die sich vor kurzem den Begriff „mot-dièse“ für Hashtag ausdachte – und das Gelächter war groß. Nein, sprachliche Veränderungen setzen sich ganz simpel nur dann durch, wenn die Mehrheit (oder zumindest eine ausreichend große Anzahl) der Sprecher_innen sie benutzt. Deswegen ist es an uns die Political Correctness durchzusetzen, indem wir sie benutzen und sie im Alltag umsetzen. Es hängt also nur von uns ab.

      Er will eben. dass solche Bezeichnungen wie „das ist schwul“ für „das ist schlecht“ nicht geduldet werden, weil durch die Duldung eine Verfestigung und Zulässigkeit eintritt. Da bin ich ja auch sogar noch bei ihm. Die Bezeichnung ärgert mich auch, wenn sie in dem Sinne gebraucht wird.

      Allerdings macht er es sich etwas einfach alles auch den ausdrücklich heterosexuellen weißen Mann abzuwälzen. Der schwule Mann oder die weiße Frau kann ja genau so Rassist sein

      Es ist übrigens der gleiche Autor, der darüber geschrieben hat, dass rein homosexuelle Männer sexistisch sein können

      • ich wollte da gerade mal kommentieren und mal schauen, inwiefern er seine eigenen Privilegien hinterfragt. Aber es kam gleich die Nachricht.

        „You do not have permission to post on this thread“

        Anscheinend bin ich schon gesperrt.

        ich stelle den Kommentar mal hier rein:

        Ich verstehe die Fixierung auf den weißen heterosexuellen Mann nicht. Gerade Intersektionalität macht ja deutlich, dass auch Frauen oder Homosexuelle auf anderen Ebenen diskriminieren können. Ein homosexueller Mann kann Rassist sein, ebenso wie eine heterosexuelle oder homosexuelle Frau Rassistin sein kann. Eine Frau kann homophob sein. Auch sie können – wenn man diese Theorien bejaht – einen Machtverlust fürchten.

        Es ist auch insofern interessant, weil du dich über den WHM ja selbst von dieser Betrachtung ausnimmst. Da solltest du deine eigenen Privilegien als Mann und als Weißer noch einmal genau hinterfragen.Dominierende Tendenzen sind die eine Sache, aber Privilegien haben nun einmal Männer an sich und Weiße an sich. Sich hier einfach reinzuwaschen, weil die anderen dominieren ist etwas simpel. Welchen Machtverlust fürchtest du in dieser Hinsicht?

        • @ El Mocho

          *War nichts anderes zu erwarten.

          Typisch ist auch die Verwendung des Kollektiv-Singulars, DER weiße, heterosexuelle Mann.*

          Es ist politisch nicht korrekt, politisch Korrekte bei ihren Inkorrektheiten zu ertappen!

          Deshalb ist es zwingend, Christian zu sperren.

          Schließlich muss der herrschaftsfreie Diskurs der politisch Korrekten geschützt werden!

          • @Roslin

            Der Fairness halber muss man sagen, dass ich erst in dem „Männer-die-nur-auf-Männer-stehen-sind sexistisch“_Artikel in Kommentaren Studien zur Biologie aufgeführt hatte und danach noch den Artikel darüber geschrieben habe. Bereits das wird dort nicht gut angekommen sein.

    • Political Correctness (ich spreche gerade von der linken Variante, die rechte Variante der Political Correctness – z.B. Anti-Kulturmarxismus-Diskurs – ist noch übler) ist eine Form soziozentrischer Stammesmoral, die sich gerne fälschlich als universalistisch ausgibt. Darin liegt m.E. das Grundproblem.

      Politische Korrektheit ist unfähig allgemein menschlich zu denken und gleiche Maßstäbe bei allen Menschen und Menschengruppen anzulegen. Man sollte den Begriff auch keinesfalls auf rein sprachliche Aspekte beschränken, ganz wesentlich für die Political Correctness ist außerdem die extreme Identitätspolitik, durch die sich die Mentalität der PC-Fanatiker auszeichnet, eben jene Identitätspolitik, die die französische poststrukturalistische Frauenrechtlerin Julia Kristeva als antidemokratisch und totalitär bezeichnete:

      Der Political Correctness-Diskurs geht im Allgemeinen so vor, dass er bestimmte Attribute negativ besetzt: männlich, weiß, heterosexuell, cissexuell, christlich, westlich

      Diskriminierungen, Benachteiligungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, welche Menschen mit diesen Attributen hier oder weltweit betreffen, können dann übergangen und aus den öffentlichen Diskursen ausgeschlossen werden.

      Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen gegenüber Christen in manchen Ländern – nicht der Rede wert.

      Genderzide (geschlechtsbezogene Massentötungen) an Männern – darüber darf gelacht werden:

      http://www.amazon.de/S-C-U-M-Manifest-Gesellschaft-Abschaffung-M%C3%A4nner/dp/3865726666/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1360234701&sr=1-1

      http://de.wikipedia.org/wiki/Gendercide

      Diskriminierungen und soziale Problemlagen von Jungen und Männern allgemein – der (weiße, heterosexuelle) Mann hat sich „absolut gesetzt“, daher gibt es keinen gegen Männer gerichteten Sexismus.
      Das entspricht zwar nicht der Realität, aber die ist PC-Fanatikern egal:

      http://www.vaetersorgen.de/Maennerbewegung.html

      http://manndat.de/ueber-manndat/was-wir-wollen

      http://www.zeit.de/2012/16/DOS-Maenner

      Die bei den Critical Whiteness-Spinnern verbreitete Auffassung, dass alle Weißen per se rassistisch seien, ist selbst rassistisch – verallgemeinerte Zuschreibungen negativer Eigenschaften auf Menschengruppen mit Bezug auf die Hautfarbe werden nicht auf einmal gut und progressiv, nur weil es sich in diesem Fall um Weiße handelt.

      Die von einigen radikalen Queer-Feministinnen vertretene heterophobe Abwertung von Verhaltensweisen wie Umarmen, Händchenhalten, Knutschen, Reden in der Wir-Form, Verwendung von Kosenamen etc., wenn diese von Heterosexuellen in der Öffentlichkeit praktiziert werden („Rumheten“), ist nur der komplementäre Diskurs zur traditionellen Homophobie, welche diese Verhaltensweisen negativ bewertet, wenn Homosexuelle sie praktizieren.

      Der ernsthafte und notwendige Kampf gegen Rassismus und Homophobie wird durch solche absurden PC-Diskurse darüber hinaus in den Dreck gezogen und lächerlich gemacht.

      Political Correctness und ihr Feindbild des „weißen, heterosexuellen Mannes“ ist kein Versuch zu einer diskriminierungsfreien Gesellschaft zu gelangen. Political Correctness ist eine regressive und reaktionäre Irrlehre, die mit den allgemein menschlichen, universalistischen Grundsätzen klassischen linken Denkens völlig unvereinbar ist.

      Die Konstruktion des Feindbildes vom „weißen, heterosexuellen Mann“ kritisch zu analysieren und wieder zu dekonstruieren, ist daher eine wichtige Aufgabe heutiger, tatsächlich emanzipatorischer linker Theoriebildung.

      Interessanterweiserweise kann der PC-Diskurs unter Umständen aber auch dazu führen, dass Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen keine angemessene Berücksichtigung erfahren. Das ist z.B. manchmal der Fall, wenn die kulturrelativistische Komponente des PC-Diskurs in den Vordergrund tritt („westlich“ ist ja schließlich per se böse).

      Nach Judith Butler bedeutet z.B. queere Politik, „dass auch die Burka als queere Lebensform bedacht werden müsse“. Das hat m. E. mit einer ernsthaften frauenrechtlichen Perspektive nichts mehr zu tun.

      http://www.tagesspiegel.de/wissen/judith-butler-den-hass-bekaempfen/1864232.html

      Interessant ist, dass viele PC-Fanatiker auch keine Probleme damit haben unter bestimmten Umständen Vergewaltigung von Frauen als Verbrechen zu relativieren – wenn es sich nämlich um Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Soldaten der Alliierten im Zweiten Weltkrieg handelt. Der PC-Diskurs in seiner extremen Variante postuliert dazu: „Deutsche Täter sind keine Opfer“, in der etwas gemäßigteren Variante heißt es, dass für solche Taten ausschließlich die Nazis, aber nicht die Alliierten als verantwortlich anzusehen sind, (was im Klartext heißt, dass ein Soldat der Alliierten, der eine deutsche Frau vergewaltigt hat, für diese Tat keinerlei Verantwortung besäße).

      (Anmerkung: Ich bin freiheitlicher Sozialist und als solcher entschiedener Antifaschist und Antinationalist. Die radikale Nationalismuskritik von Eric Hobsbawm, Benedict Anderson und Ernest Gellner wird von mir geteilt. Auch ich verabscheue die Versuche von Neo-Nazis die Leiden der deutschen Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg für sich zu instrumentalisieren und den Holocaust zu relativieren.
      Das bedeutet aber nicht, dass ich deshalb Menschenrechtsverletzungen von Seiten der Alliierten leugne oder schönrede oder Personen, die Menschenrechtsverletzungen begangen haben von der Verantwortung freispreche. Eine solche Auffassung steht in völligem Widerspruch zu den Grundsätzen der Ethik des freiheitlichen Sozialismus.)

  7. Wenn Frauen nicht mehr unterdrückt sind, welche Existenzberechtigung haben Feministinnen dann noch? Können sie sich hinstellen und sagen: Ok, wir haben jetzt alle unsere Ziele erreicht. Wir können nach Hause gehen.

    Es geht um Geld, Macht und Bedeutsamkeit. Ohne Frauenunterdrückung ist es vorbei damit. Die ganzen schönen Jobs, Posten und Studien, die prima Diskussionshoheit und Deutungsmacht. Das gibt man doch nicht einfach auf, negative Stereotypen hin oder her.

    Es ist natürlich schon ein ordentlicher Eiertanz, Frauen als das überlegen Team darzustellen und gleichzeitig als Opfer. Dadurch müssen sie ja mit jeder Logik auf Kriegsfuß geraten.

    Dazu kommt, dass die meisten mehr oder weniger bekannten Feministinnen in vielerlei Hinsicht eine negative Grundhaltung haben. Es sind einfach negative Typen. Etwas, das sie mit vielen Maskulisten gemeinsam haben.

    • @Salvatore

      „Es ist natürlich schon ein ordentlicher Eiertanz, Frauen als das überlegen Team darzustellen und gleichzeitig als Opfer. Dadurch müssen sie ja mit jeder Logik auf Kriegsfuß geraten.“

      Es gibt eine klassische und naheliegende Lösung für dieses Dilemma, vor dem ja auch schon die Nazis standen, als sie von der Überlegenheit der „arischen Rasse“ phantasierten und sich trotzdem als Opfer einer „jüdischen Weltverschwörung“ wähnten (ich will damit hier natürlich keine beliebigen Nazi-Vergleiche anstellen, es geht nur um die Logik in dem einen erwähnten Punkt). Ähnlich weiße Rassisten, die eine Überlegenheit der „weißen Rasse“ imaginieren und trotzdem eine massive Bedrohung durch andere „Rassen“ phantasieren. Die Lösung ist jeweils: Wir sind zwar „besser“, aber dummerweise eben deshalb auch edler und ziviler, und so fallen wir der Skrupellosigkeit der anderen zum Opfer – wenn wir uns nicht entschlossen zur Wehr setzen und eigene moralische Bedenken fallenlassen.

      Das ist womöglich ein Aspekt, warum manche feministische Positionsnahmen eher eine Aussichtslosigkeit für Frauen konstruieren, anstatt Wert auf „Empowerment“ zu legen. Die Skrupellosigkeit des Patriarchats, der hegemonialen Männlichkeit etc. wird damit betont, zugleich die enorme Bedrohung, die davon ausgeht. Problematisch ist daran in meinen Augen nicht nur die Diffamierung der Gegner (bzw. derjenigen, die als Gegner wahrgenommen wwerden), sondern auch, dass diese Position geeignet ist, Menschen von moralischen Ansprüchen an das eigene Verhalten zu entlasten.

      • @schoppe

        „Wir sind zwar “besser”, aber dummerweise eben deshalb auch edler und ziviler, und so fallen wir der Skrupellosigkeit der anderen zum Opfer – wenn wir uns nicht entschlossen zur Wehr setzen und eigene moralische Bedenken fallenlassen.“

        Interessant, ich denke, dass solche Rechtfertigungsstrategien tatsächlich eine große Rolle spielen können. Wobei es im Feminismus eben noch das besondere Problem der Gleichheit gibt.

        Im Differenzfeminismus lässt sich das unproblematisch umsetzen.

        Im Gleichheitsfeminismus wird es schon etwas schwieriger. Da kann man darauf abstellen, dass der weibliche Weg der Sozialisation der bessere ist und die männliche Sozialisation eben zu viele negative Aspekte hat und dann dazu kommen, dass man ja gerne diese negativen Aspekte ausmerzen möchte, dass man damit ja auch den Männern hilft. Und dann anführen, dass das aber gerade durch diese negativen Aspekte verhindert wird. Hier ist ja dann der Vorschlag, dass Männer ebenfalls an sich arbeiten und die Sozialisierung überwinden.
        Im Gegenzug wird natürlich die Sozialisierung der Frau als für sie hinderlich angesehen (Frauen werden zum brav sein erzogen, dürfen nicht toben) ohne das daraus folgende Widersprüche dann wieder thematisiert werden.

      • @Schoppe

        Stimmt, es wird häufig die von dir genannte Lösung gewählt. Es gibt dabei allerdings noch ein Problem, vor dem Rassisten eben nicht stehen.

        Der Rassist muss nicht die Mitglieder der anderen Rasse davon überzeugen, dass er Recht hat und dass auch die andere Rasse nur Vorteile aus seinen Ansichten ziehen kann. Der Rassist hat keine Motivation mit der anderen Rasse zusammenzuleben(er muss es manchmal, aber er möchte nicht).

        Das ist nun bei Frauen anders. Der versuchte Separatismus der späten 70er frühen 80er ist ja gescheitert. Und nun versuchen Feministinnen sowohl Frauen als auch anderen Männern weiszumachen, sie hätten alle Vorteile davon, wenn sie ihnen nur folgen würden. Man beobachtet ja auch, dass Feministinnen es neuerdings weit von sich weisen, männerfeindlich zu sein, obwohl das kaum übersehbar ist.

        Der Vorwurf der anderen Rasse eher feindlich gesonnen zu sein, wird einen Rassisten vermutlich nicht zu einem hektischen Dementi veranlassen.

  8. Der Feminismus hat halt das grundsätzliche Problem, dass Unterschiede betont werden müssen, damit sie aufgehoben werden können.

    Dass negative Vorurteile oder Erwartungen, einen Menschen hemmen und zu selbsterfüllenden Prophezeiungen führt stimmt schon. Aber das sind meistens unterbewusst ablaufende Prozesse die eben internalisiert werden. Das Anliegen des Feminismus ist es doch gerade, die negativen Aspekte vom Leben als Frau in dieser Gesellschaft bewusst zu machen, damit sie Wahrgenommen werden können. Denn die Wahrnehmung von Problemen ist Grundvorraussetzung für ihre Überwindung.

    Insofern finde ich das durchaus legitim, zumal die Darstellung von Problemen von Frauen eben auch argumentativ wichtig ist.

    Das Feminismus durchaus positiver sein könnte sehe allerdings auch so.

    • @kinch

      „Das Anliegen des Feminismus ist es doch gerade, die negativen Aspekte vom Leben als Frau in dieser Gesellschaft bewusst zu machen, damit sie Wahrgenommen werden können“

      Dann gerade wäre ja eine realistische Darstellung sinnvoll. Einen feministischen Text etwa zum Gehaltsunterschied, der tatsächlich informierend geschrieben ist und die Faktoren objektiv aufzeigt, findet man aber selten bis nie. Hinweise darauf, dass Faktoren wie Überstunden, Teilzeit und Berufswahl dafür verantwortlich sind, werden in der Regel als Angriff verstanden. Das spricht dagegen, dass man nur informieren will.

      Auch bei Patriarchat etc sind die Gegner ja sehr nebulös. Es sind irgendwelche undurchsichtigen Strukturen, die niemand wirklich benennen kann.

      • „Dann gerade wäre ja eine realistische Darstellung sinnvoll.”

        Ah, okay. Ich glaube, ich habe die Intention deines Posts falsch verstanden.

        Ja, eine realistische Darstellung halte ich aus mehreren Gründen für wünschenswert. Ich halte das aber ehrlich gesagt nicht für Absicht. Viele Feministinnen sind wirklich der Auffassung, sie würden pauschal im Schnitt 23% weniger verdienen. Menschen glauben einfach gerne das, was ihr Weltbild bestätigt.

        Die „Patriachat”-Sache finde auch ärgerlich, vor allem auch, weil sie nicht falsifizierbar ist. Aber ist ein anderes Thema.

        • @kinch

          „Viele Feministinnen sind wirklich der Auffassung, sie würden pauschal im Schnitt 23% weniger verdienen. Menschen glauben einfach gerne das, was ihr Weltbild bestätigt.“

          Das wäre dann ja ein trauriges Bild innerhalb des Feminismus. Für viele ist dieses Thema ja genau das, worüber sie sich definieren, es ist ihr täglich Brot, bei dem man eine gewisse Faktenkenntnis durchaus erwarten sollte. Es wäre schon ein sehr selektives Ausblenden. Ich kann mir allerdings durchaus vorstellen, dass so etwas passiert.

          Zum Patriarchat habe ich hier auch schon verschieden Artikel, zB den:
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/09/28/patriarchat-definition-und-funktion/

        • „Das wäre dann ja ein trauriges Bild innerhalb des Feminismus. Für viele ist dieses Thema ja genau das, worüber sie sich definieren, es ist ihr täglich Brot, bei dem man eine gewisse Faktenkenntnis durchaus erwarten sollte.”

          Na ja. Zumindest für die meisten Frauen ist Feminismus ja kein Selbstzweck. Sie beschäftigen sich damit nicht, weil sie wollen, sondern weil sie eine entsprechende Motivation haben. Und die Motivation wird halt durch das Weltbild geboren.

          Man setzt sich also nicht mit dem Feminimus auseinander, wie das ein Akademiker mit einem Studienfach tun würden. Ich finde es nicht gut, aber nachvollziehbar, dass man als Feministin ein vielleicht etwas überzeichnet negatives Bild hat. Man bildet sich dann halt selektiv und neigt auch eher dazu die Dinge als wahr anzuerkennen, die man eh schon glaubt.

          Wem man das eher vorwerfen könnte, wären die Personen, die tatsächlich einen wissenschaftichen Anspruch an sich erheben. Das Familienministerium hälft die 23%-Geschichte ja auch gerne am Laufen, wenn ich mich richtig erinnere, obwohl es selbst weiß, dass der unbereinigte Lohnunterschied keine Aussagekraft hat. Hier würde ich auch tatsächlich von interessensgeleiteter Lüge sprechen (das Familienministerium ist darin sich die Welt genehm zu rechnen ja generell ganz groß).

          • @Kinch

            „Man setzt sich also nicht mit dem Feminimus auseinander, wie das ein Akademiker mit einem Studienfach tun würden.“

            Ein nicht geringer Teil der Netzfeministen tut ja genau das und hat enge Anbindungen an Studienfächer wie Gender Studies, wo dies ebenfalls nicht gemacht wird. Jedenfalls sind mir keine entsprechenden Positionen von den passenden Leuten wie Lantzschi und Co bekannt

        • „Ein nicht geringer Teil der Netzfeministen tut ja genau das und hat enge Anbindungen an Studienfächer wie Gender Studies, wo dies ebenfalls nicht gemacht wird.”

          Wenn an deutschen Unis etwas gelehrt wird, was im Widerspruch zur wissenschaftlichen Erkenntnis steht, ist das imho nicht tolerabel. Ob das bei Gender-Studies so ist, kann ich nicht beurteilen.

          Im Gegensatz zu vielen anderen, finde ich Lantzsch sympathisch, aber ich glaube, vieles was sie so in ihrem Blog schreibt ist beeinflusst von einer schwierigen psychischen Kondition. Ich würde daher über sie nicht so gerne diskutieren, weil sie eher ein Einzelfall darstellt.

          Feministinnen, die tatsächlich einen akadamischen Zugang zu dem Thema haben, sind auch objektiver und paraphrasieren objektive Zahlen. Das ist zumindest meine Beobachtung, aber ich kann das ad hoc nicht belegen. Der Großteil der Feministinnen (imho), sind aber aus pragmatischen Gründen im Feminismus und weniger aus akademischen Interesse und ich denke, so muss man das auch verstehen.

          • @kinch

            „Feministinnen, die tatsächlich einen akadamischen Zugang zu dem Thema haben, sind auch objektiver und paraphrasieren objektive Zahlen. Das ist zumindest meine Beobachtung, aber ich kann das ad hoc nicht belegen.“

            Ich sehe Gender Studies als radikalen Ort, der einen queerfeministischen, poststrukturalistischen Ansatz verfolgt und schon wegen Standpunkttheorie etc wenig objektiv ist.
            Für Belege für deine These würde ich mich interessieren. Es muss ja nicht ad hoc sein.

  9. Ich hatte mir vor kurzem ähnliche Gedanken gemacht, allerdings zu einer etwas spezifischeren Fragestellung :
    http://maennergedanken.wordpress.com/2013/02/01/glauben-feministinnen-frauen-waren-behinderte/

    Man kann diesen Aspekt von einigen Seiten beleuchten :

    – Wegfall der eigenen Existenzberechtigung
    Ich behaupte für viele Feministen ist der Kampf für Frauenrechte ein Lebensinhalt („Berufung“), genährt aus verschiedensten Quellen, den sie bis zu ihrem Tod nachgehen wollen. Würden die zu überwindenden Hürden als klein dargestellt dann würde irgendwann wohl der selbst auserkorene Lebenssinn verloren gehen.

    – Helfersyndrom
    Manche Feministen haben vielleicht ein Helfersyndrom (egal ob die Hilfe nun wirklich benötigt wird oder nicht). Wie viele im Retter-Opfer Schema geht es nicht darum, dem Opfer wirklich nachhaltig auf die Beine zu helfen, sondern in beständiger Abhängigkeit zu halten, der Retter ist süchtig nach der Hilfe und hilft immer nur gerade soviel, daß das Opfer noch immer weitere Hilfe braucht.

    – Wegfall der finanziellen Vorteile bzw. Berufsverlust
    In staatlichen, staatsnahen oder subventionierten Vereinen hauptberuflich Tätige haben nun schon existentiell ein Problem damit, die Unterschiede klein darzustellen, schließlich leben sie davon. Ihre Motivation ist sogar genau gegenteilig und besteht darin sich möglichst immer neue Frauenbenachteiligungen auszudenken um den eigenen Job nicht obsolet erscheinen zu lassen.

    – Sexismus
    Besonders männliche Femisten leiden oft an einer Art extrem überzeichneten weiße Ritter Attitüde. Sie trauen Frauen pauschal rein gar nichts zu und sind der festen Überzeugung ohne männliche Hilfe kriegten Frauen gar nichts auf die Reihe

    – Sexismus der anderen Art
    Viele Feministen sind von der naturgegebenen Bösartigkeit und Schlechtigkeit der Männer so überzeugt, daß ein Zugeständnis ein bestimmtes Problem wäre gar nicht so groß oder existierte gar nicht sie in den grundfesten ihres Glaubensdogmas erschüttern würde. Nach deren Einstellung ist die einzige Chance der angeborenen Schlechtigkeit der Männer beizukommen staatliche Repressalien jeglicher Art, ein kleinerwerden eines Problems ohne jegliche staatliche Zwangsmaßnahmen kann in der Denke dieser Menschen nicht vorkommen, würde das ja bedeuten Männer sind gar nicht so schlecht wie angenommen.

    und ein paar andere mehr………………..

    • Die Überzeugung von der inhärenten Schlechtigkeit der weißen, heterosexuellen Männer wird benötigt, um die eigenen „Misserfolge“ (im Rahmen des feministischen Weltdeutungsmusters) zu erklären.

      Wie kann das sein?

      Frauen sind doch in allem mindestens genauso gut wie Männer und trotzdem seit Jahrtausenden unterdrückt?

      Obwohl Männer und Frauen doch gleichartig sind?

      Das kann nur sein, indem man annimmt, dass Frauen und Männer eben doch nicht gleichartig sind.

      Männer müssen als bösartiger gedacht werden denn Frauen.

      Frauen als selbstloser, sanfter, fairer.

      Nur so ist es zu erklären, dass die eigentlich genauso guten, ja besseren, stärkeren etc. unterdrückt werden.

      Natürlich ist die „Bösartigkeit“ der Männer nur ansozialisiert, die Güte der Frauen ebenso.

      Weshalb wir ja auch wie blöde umsozialisieren.

      Die Betonung liegt auf „blöde“.

      Selbst im Rahmen des feministischen Deutungsmusters wäre es eine prickelnde Frage, warum Frauen offenbar selbst – denn sie beherrschen die Sozialistion der Jungen und Mädchen in ihrer bildsamsten Phase – ihre Unterdrücker zu Unterdrückern sozialisieren und die Unterdrückten zu Sich-Unterwerfenden.

      Natürlich wird die gelernte Feministin antworten, weil sie selbst die toxischen Werte der patriarchalen Gesellschaft ansozialisiert bekamen.

      Aber von wem?

      Von ihren Müttern?

      Was sagt das über Frauen aus, wenn man annimmt, dass sie offenbar unfähig sind, sich gegen toxische Umwelt-/Kultureinflüsse so weit zur Wehr zu setzen, dass sie fähig werden, sich gegen sie zu stellen und in ihrem eigenen Interesse zu handeln, dass sie aufhören, so hirnlos-unbewusst zu sein, dass sie sogar noch ihre eigenen Unterdrücker zu Unterdrückern ausbilden, ihr eigenes Geschlecht zum unterdrückten?

      Natürlich lässt sich das Rätsel lösen, wenn man annimmt, dass Frauen sehr wohl wissen, was sie tun und in ihrem ureigensten Interesse handeln, wenn sie ihre eigenen „Unterdrücker“ ausbilden und ihr eigenes Geschlecht zum „unterdrückten“.

      Aber dann wären sie ja wiederum nicht unterdrückt, wüssten sehr viel genauer, wo und wie Bartel den Most holt, als Feminist.I.nnen annehmen möchten, wären viel weniger OPFA.

      • @ Roslin
        Eine mM nach sehr überzeugende Darstellung dieses feministischen Henne-Ei Problems lieferte Girl Writes What in einem ihrer Videos. Dabei wurden, soferne ich es noch richtig im Kopf habe Inuit-Frauen befragt, bei denen es teilweise auch noch ziemlich „partriarchalisch zugeht“.
        Die Antwort bestand in Etwa darin : Der (ihr) Inuit Mann geht täglich unter Lebensgefahr jagen, stellt sich der Kälte, Wölfen und Eisbären, dem Eis u.v.m.
        Warum sollte er das tun, wenn er dafür im Gegenzug keine Benefits erhielte. Sich selbst würde er viel leichter ernähren können, bräuchte nur alle 3 Tage statt jeden Tag jagen zu gehen.

        • @ Roslin :
          Ja genau, das meinte ich.
          (auch wenn ich offensichtlich diese Passage nicht mehr ganz genau wiederzugeben vermochte).

          Ich denke das ist eine valide These und der Fehlschluß von Feministen darin liegt heutige Verhälntisse was Sicherheit, Umwelt, Gesetze und deren Durchsetzung e.t.c in die Vergangenheit projizieren und so zum Schluß kommen Frauen könnten damals nur durch Zwang unter männliche Vorherrschaft gelangt sein anstatt es als das zu sehen, was es wahrscheinlich war : Ein Tauschhandel

  10. Warum erkennen manche feministischen Autoren nicht, dass sie selber durch ihre negativen Stereotypen eine passive Haltung fördern?

    Ich vermute, weil sie ausblenden, wie hoch der Preis für ihre Vorgehensweise ist.
    Man sieht eben nur die Profitseite: Bei der dauernden Forderung nach Sonderförderung geht es natürlich darum, Sonderrechte zu etablieren (Von der Quote bis „bitte nicht tief und sonor reden, das kann bei so sensiblen Geschöpfen die nächste ganz schlimme Krise auslösen“).

    Leider hat man sich nicht klargemacht, welchen Preis man für so was zahlt:
    Durch die dauernde Forderung nach Sonderförderung (am besten für die nächsten Tausend Jahre) wird faktisch kommuniziert, Frauen hätten generell den Status von Behinderten.

    Dass man damit den Mit-Frauen einen Bärendienst erweist, nimmt man in Kauf, weil die Sonderrechte so verlockend sind.

    Aber weil jedes propagierte und induzierte Ohnmachtsgefühl einen Gegenpol braucht, findet man konsequenterweise dann auch Gestalten, die in einer fast schon größenwahnsinnigen Art die Rettung des Planeten durch Frauen propagieren.
    Womit wir wieder bei dem Paar „Ohnmacht und Größenwahn“ wären.

  11. Was „Critical Whiteness“ usw. betrifft, sollte man mal zur Kenntnis nehmen, was Schwarze selber zu dieser Form von Antirassismus zu sagen haben, z.B. Adolph Reed von der Universität Pensylvania, “the smartest person of any race, class, or gender writing on race, class, and gender” (Katha Pollitt, Mother Jones)

    http://www.sas.upenn.edu/polisci/people/standing-faculty/adolph-reed

    Etwa dies:

    “All too often, “racism” is the subject of sentences that imply intentional activity or is characterized as an autonomous “force.” In this kind of formulation, “racism,” a conceptual abstraction, is imagined as a material entity. Abstractions can be useful, but they shouldn’t be given independent life. I can appreciate such formulations as transient political rhetoric; hyperbolic claims made in order to draw attention and galvanize opinion against some particular injustice. But as the basis for social interpretation, and particularly interpretation directed toward strategic political action, they are useless. Their principal function is to feel good and tastily righteous in the mouths of those who propound them. People do things that reproduce patterns of racialized inequality, sometimes with self-consciously bigoted motives, sometimes not. Properly speaking, however, “racism” itself doesn’t do anything more than the Easter Bunny does. … My point is that it’s more effective politically to challenge the inequality and injustice directly and bypass the debate over whether it should be called “racism.”

    Demnach wird also der Begriff “Rassismus” in einer mystifizierenden Art und Weise verwendet, und Rassismus wird implizit zum handelnden Subjekt, das unabhängig von den Individuen in irgendwelchen Strukturen sitzt und alles durchdringt.

    „The contemporary discourse of “antiracism” is focused much more on taxonomy than politics. It emphasizes the name by which we should call some strains of inequality—whether they should be broadly recognized as evidence of “racism”— over specifying the mechanisms that produce them or even the steps that can be taken to combat them. And, no, neither “overcoming racism” nor “rejecting whiteness” qualifies as such a step any more than does waiting for the “revolution” or urging God’s heavenly intervention. If organizing a rally against racism seems at present to be a more substantive political act than attending a prayer vigil for world peace. … Properly speaking, however, “racism” itself doesn’t do anything more than the Easter Bunny does.”

    Im gegenwärtigen antirassistischen Diskurs geht es also eher darum, zu bestimmen, ob Vorfall XY rassistisch ist und wenn ja warum, als darum konkrete politische Strategien zu entwickeln. „Den Rassismus zu überwinden“ ist eine ungefähr genauso konkrete Handlungsanweisung, wie auf die Revolution oder den Eingriff Gottes zu warten.

    “My point is that it’s more effective politically to challenge the inequality and injustice directly and bypass the debate over whether it should be called “racism.”

    Mein Reden. Als wenn es dadurch, dass man den Text irgendwelcher Kinderbücher ändert, weniger Rassismus gäbe.

    Quelle für alle Zitate ist:
    http://www.leftbusinessobserver.com/Antiracism.html
    Höchst lesenswerter Artikel.

  12. Dazu passend evtl: es gibt studien, denen zufolge bestimmte typen von menschen sich selbst handicappen um hinterher eine entschuldigung zu haben. so wurden probanden aufgaben gestellt und sie konnten vorher wählen ob sie diese unter schlechteren bedingungen (zb. alkoholeinfluss) machen wollen oder unter optimalbedingungen. grade die ehrgeizigen wählten eher die unguten bedingungen. das ist eine stark ego-schützende strategie, da scheitern nicht in einem selbst und den eigenen fähigkeiten begründet werden muss.
    auf den feminismus übertragen könnten solche frauen eben auch grade solche leistungsorientierten typen sein, die bereits im vorfeld entschuldigungen (von aussen) suchen für ihr potentielles scheitern – was dann leider oft zur selbsterfüllenden prophezeiung wird.

  13. @erzaehlmirnix

    * … unter schlechteren bedingungen (zb. alkoholeinfluss) machen wollen oder unter optimalbedingungen. grade die ehrgeizigen wählten eher die unguten bedingungen. das ist eine stark ego-schützende strategie, da scheitern nicht in einem selbst und den eigenen fähigkeiten begründet werden muss.*

    Genauso könnte der Wunsch etwas neues zu lernen und eigene Grenzen zu probieren dahinter stehen.

    Hier wäre es wirklich interessant ob es Geschlechterunterschiede bei solchen Versuchen gibt.

    Man müsste dann natürlich messen ob auch neues gelernt wurde und subjektive Grenzen genauer eingegrenzt wurden, oder ob es nur dem ego diente.

    Ich tippe dass Männer hier deutlich schneller neues lernen und eigene Grenzen ermitteln würden als Frauen.

  14. OT – Programmhinweis!

    Heute bei Beckmann

    „Weiberfastnacht – der K(r)ampf der Geschlechter

    Was ist typisch Mann, was typisch Frau? Passen beide überhaupt zusammen? Über die Tücken im Miteinander der Geschlechter sprechen fünf Fachleute mit unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen. Wissenschaftliche Studien zeigen: Die Evolution beeinflusst früh unser Verhalten – bereits nach der Geburt reagieren Mädchen anders auf visuelle Reize als Jungen. Doch welche Unterschiede lassen sich tatsächlich biologisch begründen? Wie prägen uns Rollenvorbilder in Familien, Schulen und Medien? Und nicht nur im Karneval eine heikle Frage: Wer geht häufiger fremd?

    Gäste: Ildikó von Kürthy (Bestsellerautorin), Prof. Karl Grammer (Verhaltensforscher), Ann-Marlene Henning (Paar- und Sexualtherapeutin), Oliver Mommsen (Schauspieler), Lilo Wanders (Moderatorin und Travestie-Star), Roman Maria Koidl (Autor)

    22:45 – 00:00
    Das Erste“

    Wundert mich jetzt fast ein wenig, ist da gar niemand aus der Genderfraktion? Oder konnte ich nur niemanden zuordnen, der wohl diese Rolle übernehmen wird? Sonst wäre die Sendung ja fast langweilig.

      • OT (na ja, ist ja bald Rosenmontag, der Höhepunkt des Kirchenjahres für rheinische Katholiken):

        Maskulinistisches Utopia = Bruteland

        Bruteland is governed by male chauvinist swine, who have reduced females to slavery and property. Bruteland’s parliament–the Brutestag–has outlawed female children and has institutionalized rape. The religious mythology of Bruteland, contained in „The Brutestament“, is written in „High Brutish“: that is, pig-Latin. The Brutish deity („Odgay“) celebrates man’s dominion over woman. Armed violence is rife in Bruteland: hyper-macho men kill one another for trifles. Bruteland exports machinery to Feminania, in exchange for supposedly docile female slaves.

        Feministisches Utopia = Feminania

        Feminania is ruled by militant sexist sows, who have reduced men to figurative and literal eunuchs. Feminanians speak a language called „Fairspeak“, which is English absurdly purged of all male lexemes. Every conceivable offense against women, whether real or imagined or instigated, is catalogued as „gendercrime“. The GEQUAPO (Gender Equality Police) and their hordes of Brown Skirts maintain a constant vigil against offenders, who are sentenced to the BREAST (Behavioral Rehabilitation, Empathy And Sensitivity Training). The sex-life of rank-and-file Feminanians is confined to the realm of virtual reality, while their rulers (the Femininny Party) conduct shocking biological experiments, and maintain a clandestine commerce with hated Bruteland.

        Gequapo, Brown Skirts, Breast 🙂

        Bevor hier einer fragt:“Wo bleibt denn das Positive?“ (Leszek?)

        Na hier:

        Träumen wir von Melior:

        Feminanians and Brutelanders alike share an ironic fear and loathing of Melior: „Go to Melior!“ is a popular expression in both dystopias. Melior’s rulers have wisely disseminated disinformation about their utopia in order to distance Melior from its dystopian neighbors. Melior is a radical meritocracy, in which individual advancement depends solely upon ability, and not at all upon gender. In Melior, males and females co-exist on the basis of a shared humanity, which encourages cultural equality of the sexes while recognizing that biological differences potentiate social divergencies. Political and sexual machinations among the three states reach an apocalyptic climax, culminating in a war between Feminania and Bruteland, in which Melior judiciously intervenes.

        Obwohl, Meritokratie?

        Klingt nicht gerade nach Anarchosozialismus.

        http://www.loumarinoff.com/books_fnw.htm

    • Mit der müden Gästeliste kann er aber keinen Hardcoresexist wie mich vom Rechner weglocken.

      Schnarch.

      Wenn er wenigstens King Orgasmus One und die Domscheit-Berg im Dirndl zum Battle eingeladen hätte.

      Oder Brüderle und Schwarzer, das Traumpaar.

      • @ Borat

        Man kann ja von Schwarzer halten was man will aber im Gegensatz zu diesen Internet-Feministinnen wie Lantsch und co ist diese fast schon normal 😉

        • @basti

          Nein, sie kann den Leuten besser die Illusion verkaufen sie sei normal.

          Auch jemand mit schädlicher Absicht und tödlicher Wirking kann intelligent und rhetorisch begabt sein, wer wenn nicht die Deutschen sollten das wissen?

          Der Weg an die Spitze: gestört sein und normal wirken.

      • Scheint mir doch so zu sein, als gebe es gar keine Gleichheitsposition zur Unterschiedshypothese (um den Unterschied mal nicht als Fakt zu bezeichnen, der er ist).
        Seltsam, da wird wohl ein Aufschrei durch die Genderszene gehen.

        Aber dadurch kommt eine viel interessantere Diskussion zustande, an Stelle einer kontroversen Grundsatzdiskussion. Eigentlich eine geniale Idee, radikal Realitätsferne einfach mal auszuschließen, damit Geschlechterdiskurse nicht weiter auf der Stelle treten. Diese extreme Minderheitenposition ist sowieso vollkommen überrepräsentiert.

        Unbedingt anschauen.

        Bei Grammer wundert mich, dass er den Forschungsstand doch etwas einseitig wiedergibt, Hypergamie zum Beispiel („Intelligenz spielt für Frauen gar keine Rolle“). Er wärmt auch die überholte Wortzahl-Asymmetrie wieder auf.

        • Die Paartherapeutin hat es verstanden. Hetero-Beziehungen funktionieren besser, wenn beide sich ihrer HETEROgenität bewusst sind. Vor allem was das Sexleben angeht gibt es nichts fataleres als geschlechtsspezifische Bedürfnisse zu projizieren (Vorspiel weglassen z.B.)
          Gilt aber auch für Kommunikation, wie auch schon gesagt wurde.

          Ich habe auch das Gefühl, dass Gleichheitsfanatikerinnen im Bereich Paartherapie kaum bestehen können, bzw es beißt sich wohl schon mit jeglicher Fachexpertise. Gibt viel weniger als man(n) denkt, selbst bei den feministisch angehauchten.

        • Grammer gibt leider kein gutes Bild ab, finde ich. Auch wenn er natürlich für den neutralen Uninformierten sehr überzeugend hinsichtlich wirken dürfte. Säße Cordelia Fine am Tisch, sähe er alt aus.

          Die Feministin finde ich dagegen klasse. Reflektiert und kein dogmatischer nurture-Wahn. Interessante Beobachtung,dass neuentdeckte Männerdomänen aufgewertet werden, zum Beispiel Kochen (früher: essen machen). Schon was dran vielleicht. Aber: soll der moderne Mann – so wie Alice ihn haben wollte – etwa ab- statt aufgewertet werden? Und wenn schon: wenn Männer das was sie tun aufwerten, sollen Frauen doch dasselbe tun (passiert ja auch). In Zeiten wo Frauen mindestens gleich viel mediale Deutungsmacht über Alltagsthemen haben, zieht doch das Argument nicht mehr

          lol, jetzt Digit Ratio 🙂 Auch extrem vereinfacht. Dyskalkulie korreliert mit foetalem Testosteron? Ist mir neu, muss ich nachschauen.

          Testosteron macht dumm, Östrogen macht schlau. Naja.

        • Wären doch nur alle Feministinnen wie Ildikó von Kürthy.

          Tolle Sendung. Hätte ich kaum gedacht das Geschlechterdebatten so noch möglich sind auf einer solchen Plattform.

  15. @ Christian

    Mich verwundert es daher immer, wenn man sieht, wie viele negative Stereotype der Feminismus selbst vertritt und wie wichtig es ihm zu sein scheint, die Unterdrückung der Frau hervorzuheben

    In der Transaktionsanalyse würde man von einem klassischen Drama-Dreieck in Form des „Täter-Opfer-Retter“-Spieles sprechen. Die Feministin gibt dabei die Rolle des Retters. Und der Retter in dem Spiel MUSS das Opfer in der Opferrolle halten. Sonst gäbe es ja nichts zu retten und keinen Lustgewinn und keine Identitätsstiftung aus der Rettung zu ziehen.

    „Opfer“, die einfach sagen: Vielen Dank, ich komme schon klar, sind ganz ungeeignete Opfer Da macht das Retten einfach keinen Spaß

    Kurz: Es geht um EGO-Pämperung. Dazu muss die „Frau an sich“ als klein, schwach und hilflos, der Täter als dämonisch angesehen werden. Sonst funktioniert das Spiel nicht.
    (Jeder professionelle Helfer lernt übrigens als Erstes, dass man dieses Spiel keinesfalls spielen darf, auch den allfällig herumliegenden Einladungen zu diesem Spiel widerstehen muss. Wenn man der Aufforderung zum Tanz erliegt, kann man nichts mehr bewirken.)

    Für die Feministin DARF es Frauen gar nicht gut gehen. Wo bliebe sie dann als Feministin?

    So simpel ist das manchmal.
    Der Feministin geht es nie um „die Frauen“ – nur um sich selbst. Der egozentrische Charakterzug ist dieser Ideologie und ihren Anhängern beiderlei Geschlechts so offen auf die Stirn geschrieben wie der Kaiser im Märchen nackt ist.
    (Hat das jemand „Lantschiiiii“ gerufen?)

    • Die Feministin gibt dabei die Rolle des Retters. Und der Retter in dem Spiel MUSS das Opfer in der Opferrolle halten.

      bestes beispiel ist das konzept „victim blaming“, welches ausdrücklich prävention untersagt, weil damit dem opfer die schuld zugewiesen werden würde.

    • „Für die Feministin DARF es Frauen gar nicht gut gehen. Wo bliebe sie dann als Feministin?“

      Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, denn seit einiger Zeit wird man andererseits ja von dem Geschwätz über „starke Frauen“ und „Powerfrauen“ regelrecht überflutet. Meist wird es von den gleichen Gestalten/Institutionen verbreitet, die kurz vorher die beschriebenen feministischen Jammerrituale aufgeführt haben. Die geradezu blödsinnige Kombination beider Extreme wird ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert.

      • Die geradezu blödsinnige Kombination beider Extreme wird ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert.

        Das ist doch gerade der Heroinenepos, so wie eben jeder kitschtriefender Heldenepos gestrickt ist: Auch den allerwidrigsten zum Trotze siegt, am Ende, das Tugendhafte, aufgrund der Stärke seiner inneren Unschuld.

        Die Feministin wird nie arbeitslos werden, weil eben das Böse auf immer existieren wird, und die Stärke hinter der bescheidenen Tugendhaftigkeit deshalb immer einer Erweckung bedürfen wird. „Jetzt musst du aber auch mal an dich selbst denken :cry:“

        Für die Feministin ist das aus tiefstem Inneren eigentlich übermenschlich starke Wesen Frau auf ewig in einem Prozess der Erweckung, das was als Schwäche erscheint ist ja letzlich nur dem Umstand geschuldet, dass Frau eben deshalb auch übermenschlich liebt.

        Alle Emmas treffen sich halt an einem Ort, an dem sie auf ewig 13 sein können..

  16. „lediglich 5% weniger verdient“

    Naja selbst die „5%“, die Frauen angeblich weniger verdienen kommen nur durch einen Denk-/Rechenfehler zustande.

  17. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

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