Antifeminismus, Maskulismus, Feminismus und die jeweiligen Ziele

Elmar Diederichs schreibt in einem Kommentar auf Quantenwelt etwas zum Antifeminismus und Maskulismus, was ich interessant finde:

” Bei manchen Anti-Feministen bekommt man ja den Eindruck, sie verstünden Feminismus als Fortsetzung des Schulhofspiels “Jungs gegen Mädchen”. ”

Ja, bei manchen Leuten, die sich zu dem Thema äußern, muß man das leider in der Tat feststellen. Aber deren Ideen haben mit Anti-Feminismus meiner Ansicht nach nichts zu tun. Sie sind – obwohl sie sich das label des Anti-Feminismus überziehen – für Leute wie mich, die Feminismus für einen gefährliche Ansammlung von Irrtümern und Platitüten halten, auf deren Basis wir unsere Gesellschaft aufgebaut haben, genauso ein Problem, wie für den einen vernünftigen Feminimus Autoren, die eine Bewegung von Frauen für Frauen favorisieren. Leider wagen feministisch bewegte Autoren in der Regel nicht, das auch laut zu sagen.

Feminismus als eine Weltanschauung, deren Konzept und Argumente nicht vom Gender der vertretenden Person abhängen, ist da wohl ein deutlich vielversprechender Ansatz. Woran es hingegen in dem Durcheinander feministischer Strömungen durchweg fehlt, ist sowas wie eine Adapation feministischer Forderungen an die lokale Gesellschaft und ich wundere mich immer sehr, daß das nicht als Mangel angesehen wird.

Das hat in meinen Augen etwas damit zu tun, daß der Feminismus keine tragbare Gesellschaftstheorie entwickelt hat und mit der Analyse sozialer Situationen meistens überfordert ist. Und konsequenterweise führen die an sich begrüßenswerten Ideen wie Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit dann im Geschlechterzusammenhang auch zu recht merkwürdigen Entwicklungen.

Was Anti-Feminismus daher meiner Ansicht nach wirklich will, ist, solche Analysen wie auch eine Gesellschaftstheorie nachzuliefern – eben weil sie dieselben Ideale wie Feministen vertreten. “Jungs gegen Mädchen” ist ein Motto, daß sich bei der Mehrzahl maskulistischer oder anti-feministischer Autoren nicht findet und es wäre schön, wenn du, Joachim, auch Autoren aus dem anderen Lager lesen würdest. Auf den websites von Arne Hoffman kann man sich kinderleicht weiterhangeln.

Anti-Feminismus ist daher eine weniger eine soziale Bewegung, sondern eine theoretische Herausforderung, deren Ende von vornherein feststeht: Falls die Feministen das Versäumte nachholen oder beigebracht bekommen, wird der Anti-Feminismus nicht mehr gebraucht und es bleibt eine Gruppe von Leuten übrig, die die Lebensumstände aller Menschen verbessern wollen. Feministen fördern hingegen eher sowas wie eine Art institutionalisierte Revolution und es ist wenig verwunderlich, daß sie dadurch den Spott der Anderen auf sich ziehen.

Entsprechen sehe ich den Unterschied zwischen Anti-Feminismus und Maskulismus darin, daß der Maskulismus eine soziale Bewegung mit ganz praktischen Zielen ist, nämlich der Verbesserung der Rechte und er sozialen Lage von Männern. Für Feministen sollte eine solche Bewegung keine Problem sein, da sie Motivation geteilt wird, aber einmal das Augenmerk auf den Frauen und einmal auf dem der Männer liegt. Feministen haben mit dem queer-Feminismus ja auch bereits erkannt, daß man nicht nur Frauen schützen und fördern muß. Maskulisten haben von Anfang an das Miteinander der Geschlechter betont – was du auch leicht hättest nachlesen können.

Soviel aus meiner Sicht zu den labeln: Anti-Feministen sind Theoretiker, die sich an den begrifflichen Rätseln abarbeiten, die der Feminimus, verstanden als Bewegung von Frauen für Frauen z.B. im Hinblick auf Gerechtigkeit oder soziale Dynamik hinterlassen hat.

Der zweite Punkt: Maskulisten und Feministen brauchen aus meiner Sicht nicht gegeneinander zu arbeiten. Wo sie es dennoch tun, liegt etwas Unausgesproches im Argen, weil die Protagonisten etwas anderes tun, als sie vorgeben.

Also

  • Antifeminismus als vorübergehende Bewegung, mit der dem Feminismus auf Fehler aufmerksam gemacht werden soll
  • Feminismus als Interessenvertretung für Frauen, die aber aufgrund von Irrtümern und Fehlern vom Weg abgekommen ist
  • Maskulismus als gleichwertige Vertretung von Männerinteressen
  • Wenn Feminismus und Maskulismus gegeneinander arbeiten und nicht insgesamt an der Verbesserung der Zustände.

Das ist eine freundlich klingende Vision einer besseren Welt, es würde mich sogar freuen, wenn man es so umsetzen könnte. Mir scheint der gemäßigte Maskulismus hat in letzter Zeit durchaus an Substanz gewonnen und etwas mehr Akzeptanz gewonnen. Teilweise liegt dies sicherlich auch daran, dass der Radikalismus des Feminismus einfach deutlicher in das „normale Leben“ getreten ist und dadurch mehr öffentliche Ablehnung erfährt. Aktionen wie der „Aufschrei“ haben zwar viel Aufmerksamkeit gebracht, scheinen mir aber wesentlich weniger im Alltag der Leute angekommen zu sein als es die Anzahl der Talkshows erscheinen lässt. Ein gewisses Gegeneinander ist sicherlich immer noch vorhanden, was man natürlich auf die gegenwärtige Ausrichtung des Feminismus zurückführen kann.

Ich hatte schon häufiger geäußert, dass eine gerechte Geschlechterpolitik aus meiner Sicht ein Zusammenspiel von gemäßigten Maskulismus und gemäßigten Feminismus erfordert. Es muss eben eine Abwägung der Interessen beider Geschlechter erfolgen.

58 Gedanken zu “Antifeminismus, Maskulismus, Feminismus und die jeweiligen Ziele

  1. Mein Eindruck ist, dass der Begriff „Antifeminismus“ hier sehr verharmlost wird. Diederichs behilft sich da mit einem definitorischen Trick – diejenigen, die „unter dem Label Anti-Feminismus“ indiskutable Positionen beziehen, seien eben gar keine EIGENTLICHEN Antifeministen.

    Wenn es aber nur darum geht, vom Feminismus eine “tragbare Gesellschaftstheorie“ einzufordern, verstehe ich nicht, warum man dafür einen Anti-Feminismus braucht. Ein „sozialtheoretischer Feminismus“ o.ä. tät es dann auch, und wäre weniger missverständlich. Tatsächlich glaube ich, dass der Begriff „Antifeminismus“ eigentlich gar nicht vernünftig brauchbar ist (außer zur Diskreditierung von Menschen, die für die Rechte von Männern und Jungen eintreten, siehe Rosenbrock). Man kann ihn leicht als Parallelbildung zum Begriff „Antisemitismus“ verstehen, dann bezeichnete er eine Gegnerschaft gegen Frauen generell – und wäre offensichtlich indiskutabel. Man könnte ihn auch als Parallelbildung zum „Antifaschismus“ verstehen, als Gegnerschaft gegen eine inhumane Position – das wäre tragbar, aber problematisch, denn man würde von Vornherein die Möglichkeit ausschließen, dass der Feminismus auch wichtige oder humane Positionen beziehen könnte (so wie ja auch kein Mensch, der noch alle Taschen im Schrank hat, ernsthaft über das Für und Wider des Faschismus diskutieren würde).

    Ähnlich geht es mir aber mit den Begriffen „Feminismus“ und „Maskulismus“. Wenn sie die Überlegenheit eines Geschlechts über das andere bezeichnen sollen (was sie de facto oft tun), dann sind sie ähnlich strukturiert wie rassistische Konstrukte. Auch damit kann man nichts Vernünftiges anfangen (und es ist kein Wunder, dass solche Ansätze keine „tragbare Gesellschaftstheorie“ hervorbringen, das würde man vom Rassismus ja schließlich auch nicht erwarten).

    Man könnte auch beides als egalitäre Ansätze verstehen, die sich nur deshalb auf ein Geschlecht konzentrieren, weil das eben in besonderer Weise benachteiligt sei. Das ist möglich – legt aber zumindest nahe, dass die Benachteiligungen des jeweils anderen Geschlechts regelrecht programmatisch ausgeblendet werden. Ein egalitärer Feminismus oder Maskulismus müsste eigentlich, wenn er nicht in solch einer Weise ausblendet, bald in „humanistischen“ Ansätzen aufgehen (das könnte man so vielleicht für den Equity-Feminismus feststellen.)

    Ich kann also verschiedene Aspekte des Textes nicht ganz nachvollziehen, finde aber sein Fazit sehr gut: „Maskulisten und Feministen brauchen aus meiner Sicht nicht gegeneinander zu arbeiten. Wo sie es dennoch tun, liegt etwas Unausgesproches im Argen, weil die Protagonisten etwas anderes tun, als sie vorgeben.“

    • @Schoppe

      „Mein Eindruck ist, dass der Begriff „Antifeminismus“ hier sehr verharmlost wird.“

      Er verwendet ihn hier als Begriff für Kritik an Feministischen Theorien. Ich habe es in einem anderen Beitrag auch schon so gesehen, dass der Begriff zu weit ist und eigentlich nicht nur berechtigte Kritik umfasst, sondern eine umfassende Ablehnung des Feminismus nahelegt.
      Dagegen wird auch gerne eingewandt, dass es eben um den Feminismus geht, wie er sich gerade zeigt, also diese besondere Form, die eben nichts mehr mit dem Kampf um Gleichberechtigung zu tun habe.
      Wie gesagt, ich denke der Begriff erzeugt eher eine negative Assoziation.

      „Ähnlich geht es mir aber mit den Begriffen „Feminismus“ und „Maskulismus“. Wenn sie die Überlegenheit eines Geschlechts über das andere bezeichnen sollen (was sie de facto oft tun), dann sind sie ähnlich strukturiert wie rassistische Konstrukte“

      Welche Begriffe würdest du denn verwenden? Einfach nur Humanismus? Allgemeine Gleichberechtigung? Ich halte es durchaus für hilfreich bestimmte Ansätze zuordnen zu können.

      • @Christian

        „Welche Begriffe würdest du denn verwenden? Einfach nur Humanismus? Allgemeine Gleichberechtigung? Ich halte es durchaus für hilfreich bestimmte Ansätze zuordnen zu können.“

        Die Begriffe können Orientierungshilfen und dadurch funktional sein, das sehe ich ein. Nach meinem Eindruck ist der Preis aber ziemlich hoch – dass nämlich jeweils die Interessen der anderen ausgeblendet werden.

        Tatsächlich finde ich Begiffe wie „Humanismus“, „Rechtsstaat“, „Gleichberechtigung“, auch „Aufklärung“ sehr wichtig, auch wenn sie bieder und selbstverständlich wirken. – Und es wäre schon viel gewonnen, wenn man sich auf die Ablehnung von Positionen einigen könnte, für die solche Begriffe „Rotz“ (Lantzsch) oder „Unwörter“ sind (denn wenn Schwarzers Emma „Unschuldsvermutung“ als Unwort des Jahres vorschlägt, dann impliziert auch das eine Ablehnung rechtsstatlicher Positionen und eine Hinwendung zu einem autoritären Staat).

    • „Mein Eindruck ist, dass der Begriff „Antifeminismus“ hier sehr verharmlost wird. Diederichs behilft sich da mit einem definitorischen Trick – diejenigen, die „unter dem Label Anti-Feminismus“ indiskutable Positionen beziehen, seien eben gar keine EIGENTLICHEN Antifeministen“
      Es ist hilfreich ein wenig die politischen DIskussionen z.B. des 19. Jhd um die Sklavenbefreiung oder die Kidnerarbeit in Englands Fabriken zu kennen.

      Es gibt hier erstaunliche Parallelen zwischen Feminismus und dem gemäßigten Flügel der Sklavenhalter: „Ja Männer (Schwarze) sind Menschen, aber von minderwertiger Art und müssen durch uns (die Frauen, die Weißen) erzogen werden“.
      Das ist der Tenor.

      Und man kann halt einsch nur dagegen sein – wenn man die TItulierungen von Männern als „Alpha-Tiere“, schwanz/testosterongesteuert liest, dann fragt man sich doch, ob diejenigen die gleichzeitig auf den Innen bestehen, weil ja Sprache „Respekt“ ausdrückt und eben doch wichtig ist, ob das denn ncith wirklich so gemeint ist – „auch Männer sind Menschen“.

      Tatsächlich? Man gewinnt den Eindruck, dass gerade den „Frauen“-politikern diese simple Weisheit abhanden gekommen ist.

  2. Elmar Diederichs gehört zu den sehr klugen, sehr sympathischen Menschen, die glauben, mit ein wenig Vernunft ließe sich alles regeln.

    Womit er Recht hätte, wenn alle oder zumindest die Mehrheit der Menschen so wäre, wie er.

    Das scheint er gütiger Weise anzunehmen.

    Dem ist aber nicht so.

    Mit dem heute vorherrschenden Feminismus und seinen Protoagonist.I.nnen ist eine Geschlechterpolitik, die beiden Geschlechtern gerecht wird, nicht zu machen.

    Von Beginn an installiert als eine aus dem Neomarxismus (Fokus weg von der Kritik der ökonomischen Verhältnisse, hin zur Kulturkritik – hier halte ich den Begriff „Kulturmarxismus“ für berechtigt) abgeleitete Geschlechterklassenkampfideologie, auf Zerstörung der „patriarchalen“ Familie ausgerichtet (reales Ziel: Hinausdrängen der Männer aus der „Kernfamilie“, Sicherung der Kinder als Besitz der Mütter, Sicherung der Versorgungs-und Abschirmungsleistungen der Männer ohne Verpflichtung der Frauen zur Gegenleistung, also Installierung einer matriarchalen Ordnung, ethisch abgesichert durch das Opferbewusstsein – Opfern ist gegenüber Tätern als Notwehrhandlung fast alles erlaubt, dazu noch bei lesbischen Protagonist.I.nnen Kampf gegen die Heterosexualität an sich), ist mit ihm ein Friedensschluss nicht möglich.

    Zumal die Akteur.I.nnen nicht von rationalen Motiven geleitet werden, sondern von Hass gegenüber Männern, Neid auf Männer/Männlichkeit und der Notwendigkeit, tiefsitzende, vielleicht unheilbare Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren, um ihre fragilen Persönlichkeiten auf diese Weise, durch die Korsettstangen einer irrwitzigen Ideologie, die ihnen Selbstbewusstsein und Lebenssinn schenkt und leider die Grundlagen der Zivilisation selbst zerstört, getrieben werden.

    Man kann diesen Feminismus nur in die Bedeutungslosigkeit verdrängen, man muss seine Protagonist.I.nnen entmachten, ihnen die Möglichkeit nehmen, Jungen/Männern zu schaden, sich an diesen zu „rächen“.

    Gelingt das nicht, darf man sich einstellen auf den in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Zusammenbruch dieses Systems, das sich nicht selbst trägt, sondern davon abhängt, dass Männer sich nicht emanzipieren, sondern weiter zur gegenleistungslosen Ausbeutung ihrer Leistungen zur Verfügung stehen.

    Wozu sie „animiert“ werden sollen durch missionarische Verbreitung von Schuldgefühlen, etwa durch Aufschrei-Kampagnen und ähnlichem Gekreisch, durch „Diagnose“ einer Rape Culture, von gläsernen Decken, einer patriarchalen Unterdrückungskultur und ähnlichem mehr.

    Irrationale „Wahrnehmungen“ und Propagandamythen, glaubwürdig nur in der verdrehten Weltanschauung der Zelot.I.nnen des Feminismus.

    Sie durch Vernunft erreichen zu können, durch Argument und Logik, ist eine vergebliche Hoffnung aufgrund der Irrationalität der Aktivist.I.nnen der Bewegung, aufgrund ihres Wunsches nach „Gerechtigkeit“, also in Wahrheit nach Rache für die unterstellten Bösartigkeiten und Übeltaten der Männer, die vorgeblichen Verursacher der eigenen psychischen Malaisen.

    Elmar Dederich, der Noble, hat diese aufklärerische Hoffnung.

    Ich fürchte, er wird noch einige Lektionen im Laufe seines Lebens lernen müssen.

    Es werden keine angenehmen sein.

    • Er heißt natürich DIIIIIIederichs. Schon damals bei sciencelogs habe ich ihn als Dederichs abgespeichert – das sitzt so tief, ich weiß nicht, warum.

    • Diederichs widerlegt die Prämissen der Evolutionspsychologie…ein kleiner Auszug:

      „…Doch das ist nicht alles und wir setzen das eben aufgebaute Szenario fort: Wenn A0 im selben mentalen Zustand sein soll wie jeder Bk, dann muß man angeben, in welcher Welt ωk diese Identität verifiziert wird. Jeder Bk hat in seiner Welt ωk den Zustand Φ und ansonsten dürfen sie sich die Bk je voneinander beliebig unterscheiden. Insbesondere verlangt Supervenienz keine physiologische Identität, so daß weitere Merkmale Ψ G, H… des mentalen Zustandes von ω0 aus gesehen, möglich sind. Folgerung: Mentale Identität je zwischen den Bk’s von ω0 aus gesehen ist nicht transitiv, so daß mit der Annahme, daß A0 im selben Zustand sein soll wie jeder Bk, die weitere Annahme verträglich ist, daß A0 sowohl im Φ-Zustand von Bk als auch im Φ-Zustand von B(k+1) ist, Bk und B(k+1) aber nicht im selben mentalen Zustand sind, obwohl A0 nach Voraussetzung nur in genau einem geistigen Zustand Φ ist. Das ist auch ein Widerspruch….“

      Das ist Kopfwichserei vom Feinsten. Ich nehme an, der arme Mann ist Philosoph.

      Schade, dass die Philosopie sich in wesentlichen Teilen von der Welt verabschiedet hat…. *fg*

  3. Bei manchen Anti-Feministen bekommt man ja den Eindruck, sie verstünden Feminismus als Fortsetzung des Schulhofspiels “Jungs gegen Mädchen”.

    Das ist leider schon sehr treffend, muss man sagen.
    Die Mädchen haben aber angefangen! 🙂

    • „Die Mädchen haben aber angefangen!“

      Dem möchte ich widersprechen. Das ganze männliche Verhalten gegenüber Frauen musste zwangsläufig zum narzisstischen Feminismus führen. Und ich rede hier nicht von Unterdrückung. Ich rede vom Verhalten als Kavalier und Gentlemen, der es als Pflicht ansieht, Frauen den Stuhl hinzurücken, ihr die Rechnung zu bezahlen und sie zu behandeln, als wäre sie eine Prinzessin.

        • Eine Frau zu umwerben ist natürlcih tief in der menschlichen Biologie verankert. Insofern hat der Maskulismus keine Chance. Er führt sich selbst ad absurdum.

          Für Männer, die (Geschlechter)-Politik als die Fortführung des Balzens mit anderen Mitteln verstehen, wird der politische Bereich der Männerrechte immer ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Diese Männer sind durch ihre Sozialisation hoffnungslos deformiert.

          Vielleicht hülfe eine Art Deprogrammierung, um die verzerrte Wahrnehmung zurecht zu rücken. Daran arbeiten wir. Gockel, die der Henne imponieren wollen und dieses Verhalten ins Politische transformieren sind das eigentliche Übel, das einer vernünftigen Geschlechterpolitik im Wege steht, viel mehr als all die durchgeknallten Radikalfeministinnen.

      • Es wird ja gesagt ein Mangel oder ein zu viel an „Liebe“ führt zu krankhaften Narzissmus, zusammen mit genetischer Veranlagung.

        Wenn ich mir unsere Frauen, unsere Mütter, die besten der Welt so ansehe, würde ich eher auf einen Mangel an Liebe tippen.

        Wenn ich dann noch erkenne dass unsere Frauen wenige Kinder haben die sie bräuchten, sie als Gruppe aufgrund ihres durchschnittlich hohen Alters unbegehrter sind, dass sie sich mit „Karriere“ schwer tun dann ist die Flucht in krankhaften Narzissmus, für den Feminismus nur ein Synonym ist recht plausibel.

  4. Nun treibt es mich doch, hier noch einmal die Tasten zu greifen, was ich länger nicht getan habe.

    Ich fange einmal mit der Conclusio an, so wie ich es derzeit für mich verorte – und liefere die Begründung hinterher.

    Ich halte Feminismus (und auch Maskulismus) für Sexismus. Grundsätzlich. Und inhärent. Und daher halte ich von beidem nicht viel.

    Warum? Wenn diese Begriffe mit dem „-ismus“ hinten irgend etwas bezeichnen wollen / sollen, dann kann es ja nur bedeuten: Das was davor steht, wird als das Primäre, das Fundamentale, das Wesentliche aufgefasst. Und das jeweilige andere ist allenfalls ein Epiphänomen, randständig und nicht von Belang.

    Beispiel: In der Philosophie bezeichnet die Denkrichtung des Materialsmus eine Auffassung, dass die materielle Welt das Eigentliche ist. Gedanken sind nur mehr oder weniger zufällige (oder auch gesetzmäßige) „Nebenprodukte“ dieser materiellen Verhältnisse. Eine Widerspiegelung – mehr nicht. So wie ein Spiegel das Gesicht dessen zurückwirft, der hineinschaut. Mehr nicht.
    Und die Gegenrichtung, der Idealismus, sieht es genau umgekehrt. Die ganze Welt ist primär und in erster Linie eine Welt der Ideen – und die Materie folgt diesen Ideen, indem sie diese Ideen materialsiert. (In the long run …. 😉 )

    Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, wer hier „Recht“ hat. Sondern nur sagen, was es bedeutet, einen solchen „-ismus“ als Denkfigur zu haben. Als mehr oder weniger ausgearbeitets System von Deutungsmustern.

    Und dann bedeutet es im Kern, Feminist zu sein, dass man vom Primat der Frau ausgeht. Sie ist das Wesentliche, das allgemein Menschliche. Der Mann kann dann nur als defizitäre Abweichung, also als minderwertig vorkommen.

    Umgekehrt macht der Begriff „Maskulismus“ nur Sinn, wenn er gedanklich vom Primat des Männlichen ausgeht und das Weibliche nur als defizitäre Abweichung ansieht. (Man kann das im gelben Forum an manchen Stellen ganz gut studieren).

    Der Punkt ist also: Ich bemerke einen Unterschied – und gehe dann gleich in die Wertung. Das ist eine ist Wesentlich, das andere abhängiges Epiphänomen. Und dann bin ich ganz schnell bei: „Das eine ist wertvoll, dass andere minderwertig.“ Oder schlichter: Das eine ist „gut“, das andere „böse“.

    Für den Feminismus hat es einmal eine Feministin schön ausgedrückt: „Ein Feminismus, mit dem ein Mann gut leben kann, ist keiner!“. Besser kann man es nicht sagen. Dasselbe gilt vice versa für den Maskulismus.

    Und scharf davon trennen würde ich eine Frauenrechtsbewegung oder eine Männerrechtsbewegung. Hier geht es um die Frage – die sowohl empirisch wie bewertend diskusiv – wo es spezifische Benachteiligungen und „Ungerechtigkeiten“ gibt und wie wir ein Zusammenleben gestalten wollen, dass diese Benachteiligungen aufhebt.

    In diesem Verständnis der Begrifflichkeiten ist ein männlicher Feminist ungefähr so hirnrissig wie ein Schwarzer als Mitglied des Ku-Klux-Klans oder ein jüdischer Nazi.

    Und wenn man sich für Menschenrechte interessiert, wäre man automatisch gleichermaßen Anti-Feminist wie auch Anti-Maskulist. (Wobei ich ja den Maskulismus sowieso nur für eine Nachäffung des Feminismus mit umgedrehten geschlechtlichen Vorzeichen halte.)

    • Ich möchte aber auf einen Fehler in Deiner Argumentation hinweisen: Die Begrifflichkeiten sind verschwommen. Das ist nicht Dein Fehler, sondern das Grundüberl aus dem heraus die Diskussion befeuert wird.

      Man kann heute kaum etwas gegen bestimmte Politikauswüchse sagen, ohne dass man zum „Frauenfeidn“ wird. Umgekehrt darf man ja kaqum mal die nach Geschlecht getrennte Sterbetafel der DAV verwenden ohne gleich zu Masku zu werden.

      Vor diesem Hintergrund hilft irgendwie nur noch „dagegen sein“.

    • @ virtual-cd

      Freut mich, mal wieder was von Dir zu lesen.

      Wir beide hatten das Thema ja auch schonmal etwas diskutiert.

      Für eine wünschenswerte geschlechtsübergreifende Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen und soziale Problemlagen verwende ich zur Zeit den Begriff „integraler Antisexismus“.

      Bezüglich des Umgangs mit den hier diskutierten Begriffen halte ich es ja gewöhnlich so, dass ich Maskulist und Männerrechtler sowie Feministin und Frauenrechtlerin synonym verwende.

      Daher habe ich stets betont, dass ich undifferenzierten Antifeminismus genauso wie undifferenzierten Antimaskulismus ablehne, weil durch solche Anti-Begriffe und -Konzepte nicht nur die problematischen, sondern auch berechtigte frauenrechtliche oder männerrechtliche Positionen und Strömungen diskreditiert werden.

      Ich verstehe, warum Du die Begriffe „Feministin“ und „Maskulist“ (im Unterschied zu Frauenrechtlerin und Männerrechtler) für problematisch hältst, ich glaube, der Unterschied in unserer Beurteilung liegt wesentlich darin, dass Du dem Einfluss der Sprache auf das Bewusstsein bei diesem Aspekt deutlich mehr Raum beimisst als ich. Ich tendiere eher dazu andere Faktoren für entscheidender für die Herausbildung der bedauernswerten Einseitigkeit und Soziozentrik zu halten, von der beide Bewegungen zu großen Teilen heute geprägt sind.

      Aber ich werde nochmal über Deine Argumentation diesbezüglich nachdenken.

      Wo ich aber tatsächlich eine Gefahr hinsichtlich der Pauschalabwertung der Begriffe „feministisch“ und „maskulistisch“ in deiner Argumentation in der heutigen Situation sehe, ist, dass sich diese Begriffe als Synonym für „frauenrechtlich“ und „männerrechtlich“ ja weitgehend etabliert haben. Und sie werden natürlich daher, ähnlich wie von mir, auch von vielen anderen Personen, die damit nicht zwangsläufig einen Geschlechterchauvinismus verbinden, im Sinne von „frauenrechtlich“ und „männerrechtlich“ verwendet.
      Mir scheint daher, man tut vielen Personen und Positionen, die derzeit unter diesen Labels existieren, aber tatsächlich an Gleichberechtigung orientiert sind, Unrecht, wenn man so knallhart darauf besteht, dass „feministisch“ und „maskulistisch“ (im Gegensatz zu „frauenrechtlich“ und „männerrechtlich“) stets sexistisch sein müssten.

      Die Fragestellung, ob und inwieweit die Verwendung von Begriffen wie „Feminismus“ und „Maskulismus“ dazu beitragen, die entsprechenden sozialen Bewegungen tendenziell hin zum Soziozentrischen und Sexistischen zu disponieren und ob es daher besser wäre, sich nur an die Begriffe „Männerrechtsbewegung“ und „Frauenrechtsbewegung“ zu halten, ist aber sicherlich interessante und berechtigt.

      Geht der Einfluss der Sprache hier tatsächlich so weit oder ist Deine Sorge hier übertrieben? Vielleicht käme man der Beantwortung dieser Frage näher, wenn man versuchen würde zu recherchieren, ob es in soziokulturell vergleichbaren Kontexten, in denen entsprechende soziale Bewegungen für Frauenrechte und Männerrechte existieren, auch Beispiele für solche gibt, bei denen die Bezeichnungen „Feminismus“ und „Maskulismus“ unpopulärer sind. (Für die Männerrechtsbewegung wäre es vermutlich leichter hierfür Beispiele zu finden, ich vermute, der Begriff „Feminismus“ für Frauenrechtsbewegung dürfte weltweit inzwischen ziemlich populär sein, aber genau weiß ich es nicht.)
      Würden sich hierfür Beispiele finden und würde sich dann zeigen, dass das Ausmaß an Soziozentrik und Sexismus bei solchen frauenrechtlichen und männerrechtlichen sozialen Bewegungen, die die Begriffe „Feminismus“ und „Maskulismus“ meiden, tatsächlich signifikant geringer wäre, wäre dies eine Bestätigung für Deine Hypothese.

  5. @Christian

    Viel spannender als den von dir zitierten Kommentar des Herrn Diederichs finde ich ja etwas weiter unten von ihm das Folgende:

    Worum es euch in euren Diskussionen hingegen vielleicht wirklich geht, ist, wie ihr die Ungerechtigkeiten MESSEN wollt. Nach allem, was ich so lese, funktioniert das für euch alle immer gleich: Ihr nehmt einfach eine empirische Ungleichverteilung und macht hinsichtlich der Ungerechtigkeit einen Schluß auf die beste Erklärung.

    Hier ist der eigentliche Stich ins Wespennest feministischer Theoriebildung (soweit man sie überhaupt als solche bezeichnen kann).

    Die Unhaltbarkeit des unmittelbaren und spontanen Schlusses, dass eine Abweichung von einer Gleichverteilung eine Ungerechtigkeit impliziert und implizieren MUSS.

    Es kommt aber dann noch etwas hinzu, was Herr Diederichs interessanterweise NICHT erwähnt. Der Feminismus interessiert sich ja in diesem Sinne durchaus nicht für JEDE Art der Abweichung von der Gleichverteilung.
    Im Fall von Trennungen kommen die Kinder fast immer zu den Müttern? Ungleichverteilt, ja – aber kein Problem für den Feminismus. Zumindest keines, was ein „Gerechtigkeitsdefizit“ an dieser Stelle begründen würde.
    Jungen bekommen für die gleiche Leistung schlechter Noten, machen inzwischen die schlechteren Schulabschlüsse? Eine Ungleichverteilung, aber kein Problem für Feministinnen.
    Männer stellen 80% der Obdachlosen? Eine Ungleichverteilung, aber keine Ungerechtigkeit im Sinne der Feministinnen.

    Man könnte die Liste beliebig forsetzten – aber ich denke, es ist klar, wo das Problem mit dieser Denke liegt.

    Rosinenpicker my ass – you name it.

    • @ virtual-cd

      „Der Feminismus interessiert sich ja in diesem Sinne durchaus nicht für JEDE Art der Abweichung von der Gleichverteilung.“

      Wer die Deutungshoheit hat, gewinnt das Opferspiel.

      „Im Fall von Trennungen kommen die Kinder fast immer zu den Müttern? “

      Frauen werden mit der Bürde der Erziehung alleine gelassen und leiden unter der Doppelaufgabe.

      „Jungen bekommen für die gleiche Leistung schlechter Noten, machen inzwischen die schlechteren Schulabschlüsse?“

      Wird strikt bestritten…die schlechteren Schulleistungen der Jungs sind Folge der „gerechteren“ Bedingungen für die Mädchen.

      “ Männer stellen 80% der Obdachlosen? “

      Männer sind psychisch labiler, suchtgefährdeter und beziehungsunfähiger. Da kann frau sich bemühen, wie sie will…..

      😉

      • ” Männer stellen 80% der Obdachlosen? ”

        Männer sind psychisch labiler, suchtgefährdeter und beziehungsunfähiger. Da kann frau sich bemühen, wie sie will…..

        Das letzte, was mir eine Feministin im real life dazu gesagt hatte war, dass Obdachlosigkeit meist selbstgewähltes Schicksal sei und es habe mit überholten Rollenbildern zu tun, dass Männer keine Hilfe in Anspruch nähmen.

        Die beste Maßnahme gegen Obdachlosigkeit ist wohl, Jungs von kleinauf beizubringen, dass sie schwach sein müssen dürfen.

        Persönlich halte ich es sowieso für Hohn, sich den lieben langen Tag mit Geschlechtertünnef zu beschäftigen, ohne sich mal mit der Situation der vielen unter uns (nicht-)hausenden Männlein und Weiblein und ihren tragischen Schicksalen zu befassen.

    • @ Virtual-CD

      *Die Unhaltbarkeit des unmittelbaren und spontanen Schlusses, dass eine Abweichung von einer Gleichverteilung eine Ungerechtigkeit impliziert und implizieren MUSS.*

      Zwangsläufig für Menschen, die von der prinzipiellen Gleichartigkeit von Männern und Frauen ausgehen.

      Also müssen sie auch dasselbe wollen/können/anstreben/gut finden etc.

      Ergeben sich hier Abweichungen, müssen sie durch Kultur/Macht erzwungen sein, von außen aufgedrückt, können gar nicht Ausdruck inhärenter Unterschiede sein.

      Hier sind Feminist.I.nnen mal streng logisch, verkennen nur die Realität der Geschlechter und ihrer biologischen Fundierung.

      *Es kommt aber dann noch etwas hinzu, was Herr Diederichs interessanterweise NICHT erwähnt. Der Feminismus interessiert sich ja in diesem Sinne durchaus nicht für JEDE Art der Abweichung von der Gleichverteilung.*

      Klar, auch logisch.

      Wer die Welt einteilt in ein böses Tätergeschlecht – stark, mächtig, brutal – und ein gutes, unschuldiges Opfergeschlecht – schwach, aber eigentlich stark, ohnmächtig, aber nur weil unterdrückt, da sanft, der kann sich für männliche Nachteile, gar solche, die (horribile dictu) durch Frauen und ihre Ansprüche/Begehren-/Handlungsweisen verursacht werden, nicht interessieren.

      Das kann es ja gar nicht geben.

      Dann wären ja Frauen nicht so ohnmächtig, nicht so sanft, nicht so gut, nicht so OPFA.

      Dann wäre ja der ganze schöne Anspruch auf Wiedergutmachung, Kompensation, Reparation durch die allein schuldigen Männer hinfällig, der ganze Privilegierungsapparat nicht zu rechtfertigen.

      Geht gar nicht.

      Opfernarzissmus ist notwendige Bedingung für das Funktionieren einer Ideologie, die der Überhöhung und Rechtfertigung des Egoismus wenig selbstbewusster, wenig konkurrenzfähiger, wenig leistungsfähiger Menschen dient.

  6. @virtual-cd:
    Nun treibt es mich doch, hier noch einmal die Tasten zu greifen, was ich länger nicht getan habe.

    Schade eigentlich.

    Dieser Elmar Diederichs ist auch nicht gerade auf den Kopf gefallen, finde ich sehr interessant und richtig was er schreibt.

    Bei diesem Quantenphysiker lese ich beser nicht mit, der ist mir wirklich zu dämlich. Zudem „argumentiert“ er neben moralischer Doppelbödigkeit auch noch mit Zensur, das frustriert dann doch zu sehr.

    • Joachim mag ein guter Physiker und ein netter Mensch sein, aber seine feministischen Ansichten erscheinen mir oft naiv, unreflektiert, analytisch schwach und schlecht begründet.

      Von Equityfeminismus und Männerrechtsbewegung hat er offenbar überhaupt keine Ahnung und kann sich daher auch kein Urteil erlauben.

      Bei manchen der feministischen Blogs, die ihm gefallen, kann ich wirklich nur fassungslos den Kopf schütteln, wie irgendein halbwegs intelligenter Mensch diesen Schwachsinn ernst nehmen oder gar für unterstützenswert halten kann.

      Wenn da z.B. auf irgendwelchen Blogs zu lesen ist, Sexismus gegen Jungen und Männer könne es nicht geben, alle Weißen seien rassistisch, Heterosexuelle sollten nicht soviel „rumheten“, bestimmte Menschengruppen hätten ein Recht sich rationaler Diskurskriterien zu entziehen (Definitionsmacht) etc., dann sollte doch eigentlich jedem klar sein, dass es sich hier um Durchgeknallte handelt, deren Ansichten nichts anderes verdienen als scharfe Ablehnung und Kritik. Wer sowas unkritisch unterstützt, kann nicht ernst genommen werden.

      Elmar Diederichs hört sich allerdings in der Tat sehr reflektiert und intelligent an. Ich stimme zwar nicht allem zu, was er sagt, aber es ist sehr interessant und anregend.
      Von dem würde ich gerne mal mehr zu geschlechtsbezogenen und geschlechterpolitischen Themen lesen.
      Weiß jemand, ob es weitere Diskussionsstränge oder Artikel gibt, in denen er sich zu geschlechterpolitischen Themen äußert?

  7. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten. Sollte eigentlich nicht so schwer sein. Wenn man sich natürlich auf das Spiel einlässt, wer alles geschützt und gefördert werden muss, kommt man nie aus dem Geschlechterkampf heraus. Den Männer sowieso immer verlieren würden.

    „Es muss eben eine Abwägung der Interessen beider Geschlechter erfolgen.“

    Und welche Interessen sollen das sein?

    • „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten.“

      Eben. Ich muss mir kein Ismus-Mäntelchen umhängen.
      Es reicht völlig aus, auf Doppelmoral hinzuweisen, um faktisch subversiv zu wirken. Dabei ruhig eine gewisse Hartnäckigkeit zeigen und bei den üblichen Ablenkungsmanövern („ja, aber die armen Frauen in Usbekistan …“) immer wieder gezielt auf die Sachebene der Ausgangsfrage zurückleiten.

      (Zur Schulung der nötigen Geduld hilft die Erinnerung an Tuchos „Bei Schmeicheleien empfiehlt es sich, immer drei Nummern gröber zu verfahren, als man es gerade noch für möglich hält.“ Das gilt auch für Hinweise auf Doppelmoral.)

  8. @ Christian
    Off topic / zur Info

    „Bei der betreffenden Sendung von “ZDF log in” sind Bildmaterialien verwendet worden, zu denen uns leider nicht die entsprechenden Onlinerechte vorliegen. Sobald der Sachverhalt geklärt ist, wird die Sendung aber noch nachträglich in die ZDFmediathek eingestellt werden. Bitte haben Sie noch etwas Geduld.“

    Quelle Blog Hadmut Danisch.
    Auf meine egene Anfrage habe ich noch keine Antwort bekommen.

  9. @ Christian

    „Ich hatte schon häufiger geäußert, dass eine gerechte Geschlechterpolitik aus meiner Sicht ein Zusammenspiel von gemäßigten Maskulismus und gemäßigten Feminismus erfordert.“

    Was ich nie verstanden habe, was ist „Geschlechterpolitik“? „Gerechte“, gar?
    Was soll das sein?
    Warum nicht einfach gleiche Rechte, gleiche
    Pflichten?

    Nehmen wir mal an, jemand ist gegen Atomkraft,
    dann ist er (Antiatomkraft) Atomkraftgegner.
    Und wenn jemand gegen Feminismus ist,
    dann ist er eben Antifeminist (Feminismusgegner).
    Ist doch eigentlich ganz einfach und nix
    Schlimmes, wie ich finde.

  10. Liebe Leute, ich werde versuchen, meine Motivation etwas transparenter zu machen.

    „Diederichs behilft sich da mit einem definitorischen Trick“

    Das stimmt insofern, als Feministen ohne Skrupel laufend neue Feminismusvarianten ersinnen. Warum sollten Gegener des Feminismus das nicht auch tun? Anti-Feminismus hat einen sehr schlechten Ruf und wenn man sich die Thesen einiger erklärter Anti-Feministen z.B. von der „weiblichen, bewahrenden Kraft“ und der „männlichen, schaffenden Kraft“ ansieht, dann wundert man sich schon, daß man im 21 Jhr. so eine Sülze angeboten bekommt. Was man stattdessen tun muß, ist eine vernünftige Version des Anti-Feminimus zu formulieren. Das kann niemand verbieten, aber natürlich kann man es für verwirrend oder für nutzlos halten.

    Was stünde den noch zur Verfügung? Feminismus und Maskulismus leisten meiner Ansicht nach u.a. als Lobbyarbeit für bestimmte Geschlechter. Und wer verstanden hat, wie Demokratie funktioniert, der weiß auch, daß man damit ebenso leben muß, wie mit einer Lobby für die Rüstungsindustrie oder die Energieerzeuger. Lobbyarbeit sollte man aber unterscheiden von einer theoretischen Perspektive, die bestimmte tools und Methoden anwendet, um soziale Phänome zu analysieren und zu verstehen. Denn erst. wenn man das geschafft hat, kann man die Berechtigung politischer Forderungen einsehen.

    Mein Eindruck ist, daß der Maskulismus so eine theoretische Unterstützung braucht. Vieles, was ich so in blogs und Büchern lese, befindet sich noch auf dem Niveau der Präsentation von Beispielen. Das ist nicht falsch, aber auf diese Weise wird man dem Feminismus nie wirklich standhalten können. Der Feminismus hat sowas bereits und zum Teil ist diese theoretische Komponente mit den Gender Studies auch akademinisiert.

    Das erklärt, warum ich einen anderen Begriff zu definieren wünsche als irgendwas mit „Maskulismus“.

    Könnte man irgendwas mit „Feminismus“ definieren? Diejenige theoretische Perspektive, die ich erarbeiten möchte, steht bedingungslos hinter der Emanzipation der Frauen. Aber sie soll mehr können, eine Emanzipationsbewegung für Männer begründen. Normalerweise bieten sich hier die Feministen an. Doch die Feministen machen in meinen Augen alles falsch: Z.B. führen sie Quoten als Mittel zu Korrektur von Resouorcenverteilungen im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit ein, ohne zu merken, daß das gegenwärtige design der Quoten die Chancengleichheit und damit die Leistungsgerechtigkeit verletzt. Aber Korrekturen der Verteilungengerechtigkeit müssen die Chancengleichheit nicht durchbrechen. Wer soll das zeigen und sich sich dafür gegen den Feminismus stark machen? Anderes Beispiel: Frauen- und Männerrechte sind Menschenrechte und zu ihnen gehört es, daß die Menschen versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Das legitimiert sie, probeweise in die Sphäre anderer Menschen einzugreifen, nicht aber, dort zu bleiben. Die Sexismusdebatte wird aber so geführt, Menschen eines bestimmten Geschlechts ihre Gestaltungsrechte zu nehmen. Wer soll dagegen argumentieren und dafür sorgen, daß wir Frauen ernstnehmen und nicht in entwürdigender Weise von Staats und Gesellschafts wegen wie unmündige Kinder behandeln, von denen man in der Tat nicht verlangen kann, daß sie den Mund aufmachen?

    Das erklärt, warum die neue Bewegung zur Begründung einer theoretischen Perspektive mit eigenen tools und Methoden nicht als Feminismusspielart daherkommen kann: Sie ist gegen den Feminismus, sieht einen Gegensatz zwischen Feminismus und Emanzipation und nimmt Gleichheit und Gerechtigkeit viel ernster als der Feminismus.

    Anti-Feminismus paßt da ganz gut: Es geht darum, dort zu helfen, wo der Feminismus versagt hat. Das hilft allen – Frauen und Männern. Denn Feminismus bedeutet sehr viel mehr als slogans zu führen, die beanspruchen, sich für Frauen stark zu machen. Und genau das muß man deutlich machen. Und ein vernünftiger Anti-Feminismus, der sich für Frauen und Männer einsetzt, tut genau das.

    P.S.: Ich habe die Kommentare erst überflogen und werde nun genauer lesen.

    • Wie man an der Wikiprawda sieht, wurde die Definitionsmacht über den Maskulismus dort übernommen als Superioritätstheorie des Mannes – weil das in einem englischen Buch so stand.
      Das muss man wohl ertragen.

      • Die Unzuverlässigkeit und Parteilichkeit der deutschen Wikipedia sind bekannt, hat aber auch den Vorteil, daß er für feministisches Selbstverständnis recht zuverlässig ist. Persönlich rate ich generell zur englisch-sprachigen Wikipedia.

    • @elmardiederichs

      „(…)soziale Phänome zu analysieren und zu verstehen. Denn erst. wenn man das geschafft hat, kann man die Berechtigung politischer Forderungen einsehen.
      Mein Eindruck ist, daß der Maskulismus so eine theoretische Unterstützung braucht. Vieles, was ich so in blogs und Büchern lese, befindet sich noch auf dem Niveau der Präsentation von Beispielen.“

      Ich glaube, dass gerade der Feminismus die „Einsicht“ in die „Berechtigung politischer Forderungen“ in der Regel eben nicht auf überzeugende theoretische Analysemodelle baut, sondern schlicht an hergebrachte, originär noch gar nicht feministische Versorgungsstrukturen (nämlich der Versorgung von Frauen durch die Arbeit von Männern) anschließt. Insofern weiß ich nicht, ob es nötig und nützlich ist, den Feminismus auf der Ebene einer Gesellschaftstheorie zu kontern – die ist für ihn nach meinem Eindruck ohnehin nicht sonderlich relevant.

      Ich finde den Ansatz, männerrechtliche Beispielpräsentationen mit einem theoretischen Gerüst zu versehen, trotzdem sehr interessant – weil das die Diskussion sehr öffnen und Raum für neue Ideen schaffen könnte. Ich glaube aber, dass für eine solche Öffnung die Selbstdefinition im expliziten Bezug auf den Feminismus – sei es in der Abgrenzung als Maskulismus oder der Abgrenzung als Anti-Feminismus – eher störend ist. Das Gros feministischer Positionen konstruiert ein Spiel mit scharfen Dichotomien (Mann-Frau, patriarchal-antipatriarchal, etc.), in das man sich, ob man will oder nicht, mit einer solchen Bezugnahme gleich einsortieren würde.

      Ein Beispiel für diese Strukturen ist ja weiter unten die Suche nach Feministinnen, die Väterrechte unterstützen – davon finden sich hier gerade mal drei, und bei einer ist nicht so ganz klar, ob sie Feministin ist, bei einer anderen, ob sie tatsächlich für Väterrechte eintritt. Eigentlich aber müssten, wenn sie sich selbst ernst nehmen würden, ja ALLE Feministinnen für Väterrechte eintreten, im Interesse einer Abgrenzung von der auf die Mutterrolle „reduzierten“ Frau, einer stärkeren Etablierung von Frauen im Arbeitsleben, einer Angleichung der Geschlechterrollen etc. Natürlich aber geschieht dies nicht – die Beibehaltung gewohnter Freund-Feind-Muster ist wesentlich wichtiger als Erwartungen an die Kohärenz oder intellektuelle oder politische oder moralische Redlichkeit der eigenen Positionen.

      Nach meinem Eindruck ist es ein aussichtsloses Unterfangen, hier in die intellektuelle Auseinandersetzung auf der Ebene einer Gesellschaftstheorie zu treten. Ich finde den Anspruch einer stärkeren theoretischen Fundierung sehr gut, kann mir aber vorstellen, dass die besser ohne die Selbstdefinition über den Feminismus funktioniert (beispielsweise geschlechterübergreifend als „Anti-Sexismus“, wie das oben vorgeschlagen wurde).

  11. beispiel:

    Maskulismus: Stärkung der Väterrechte.

    Feminismen: Überwindung des Patriarchats, Väter gilt es grundsätzlich von Kindern fernzuhalten, Hat der Vater Rechte, muss die Mutter ihm ständig hinterherlaufen, weshalb von der Anwältin bis zur Jugendamtsmitarbeiterin alle der Mutter raten, das alleinige Sorgerecht anzustreben, und im Übrigen lieben Väter ihre Kinder nicht sondern schieben das nur vor, um Macht über die Mutter auszuüben, oder (laut Kultursender ARTE) um die Kinder zu vergewaltigen (Väter = Täter).

    Inwieweit soll das vereinbar sein, inwieweit können Maskulisten und Feministen da zusammenarbeiten, für eine bessere Welt? Nee, wer so denkt, lebt offenbar auf einem Ponyhof.

        • Öhm, die sollen Feministinnen sein?

          Zitat Wendy McElroy: „Entschuldigungen wären angebracht bei der Hälfte der menschlichen Rasse: das heißt, den Männern.“

          Spricht so eine Feministin? Klingt eher nach Maskulismus. Esther Vilar (sinngemäß: „Der (dressierte) Mann wird von der Frau ausgebeutet“) bezeichnet sich auch als Feministin.

          Da müsste man mal definieren, was Feminismus überhaupt ist, und wer darüber schon mal gestritten hat, weiß, dass das praktisch unmöglich ist.

        • Du, ich könnte dir ausser der Schwarzer nicht eine Feministin nennen, die was zu melden hätte. Mich interessiert das nicht so vertieft, dass ich mir da Namen merken würde, geschweige denn was die Leute genau vertreten.

        • @ Böser Wolf auf Baldrian

          Wendy McElroy ist die Hauptvertreterin des individual-anarchistischen Feminismus.

          Sie ist eine pro-maskulistische Feministin und unterstützt ausdrücklich Männerrechte und Väterrechte.

        • Was soll der Personenkult?

          Reicht eine Initiative wie „la cause des femmes“ nicht, die immerhin auch das „hohe finanzielle Niveau des Elterngeldes und das angestrebte System des Alternierens zwischen Mutter und Vater“ & das gemeinsame Sorgerecht als besonders Frauenfreundlich bezeichnet und Europaweit durchsetzen will?

          Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die französische Anwältin und Feministin Gisèle Halimi an diesem Projekt – Unterstützung (auch mediale) ist sicher noch immer hochwillkommen:

          http://www.choisirlacausedesfemmes.org/allemand.html

          Oder stört es etwa, dass es hierbei um ein Gesamtpaket gehen würde, das eben vorrangig die Verbesserung der Situation von mehr als 250 Millionen Europäerinnen anstrebt?

          http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2009/emma-das-heft-2009-3/eu-laendervergleich-2009-3/

    • @ Dummerjan

      Als Cohiba Liebhaber ist mir der folgende
      Spruch von Kipling im Gedächtnis geblieben.

      „A woman is only a woman,
      but a good cigar is a smoke.“

    • Ich höre den Text, Dummerjan, und was höre ich da?

      Genau jenes Programm, das Feminist.I.nnen wie Patriarchen Männern abverlangen, an dem sie festhalten sollen, an dem sie festhalten MÜSSEN, soll diese femizentrische Gesellschaft funktionieren, sollen Frauen weiterhin bevorzugt geschützt und versorgt sein, sollen sie weiterhin von Männern, durch Männer, von den Härten des Daseins weitgehend abgeschirmt werden.

      Damit sie Kinder gebären und aufziehen können.

      Das war die Gegenleistung, das war der Deal.

      Das begründete den Anspruch der Frau auf bevorzugten Schutz, auf bevorzugte Versorgung.

      Und dann noch der kleine Unterschied, dass das Patriarchat Männer, die dieses Programm zu erfüllen versuchten in und mit ihren Leben, so sie es ÜBERLEBTEN, ehrte und belohnte.

      Während die heutige Gesellschaft Männer, die es zu leben versuchen, verhöhnt und diffamiert.

      Obwohl sie überlebensnotwendig darauf angewiesen ist, dass es immer noch und immer wieder genug Männer gibt, die es umzusetzen versuchen.

      Das erkennt sie aber nicht mehr.

      Weil sie Frieden und Wohlstand als selbstverständliche Gegebenheiten wahrnimmt.

      Nicht als hart erarbeitete, hart erkämpfte Früchte angestrengter Leistung.

      Dekadenz eben.

      Das wird sie erst dann wieder erkennen, wenn es diese Männer nicht mehr gibt, auf die sie heute spuckt.

      Wenn Frieden und Wohlstand Geschichte sein werden.

      Wenn Du Dummerjan, dieses Programm für Dich akzeptierst und leben willst, nur zu.

      Feminist.I.nnen werden es Dir danken.

  12. Ja, es geht um jungsundmaedchen.wordpress.com. Im Moment ist der blog eine Leiche, der nur eine Kopie meines uralten „Ich – als Frau“-posts enthält. Es gab vor einem Jahr mal die Hoffnung, ein für viele interessierte Autoren offenes blog ohne Zensur und inhaltliche Ausrichtung einzurichten, wo man sich wirklich hätte aussprechen können sollen.

    Leider haben sich die 6 anderen Koautoren, die sich zunächst bereiterklärt hatten, dann doch in Schweigen gehüllt.

  13. Ich denke mir in letzter Zeit häufiger, dass „Maskuli(nis)smus“ eigentlich der gleiche falsche Ansatz wie Feminismus ist. Ja, es gibt einige positive Beispiele, aber man lese nur mal ein paar der Seiten der Blogroll hier, beispielsweise „The Spearhead“, und es ist klar, dass das Potential für Realitätsverlust, Gruppendenke und Verschwörungstheorie nicht nennenswert kleiner als das beim Feminismus ist (die Beispiele für den spar ich mir mal).

    Die einzigen positiven beispiele scheinen mir weniger „Maskulisten“ zu sein, sondern mehr das, was mal kurzfristig im Rahmen von Dawkins und Atheismus als „Brights“ im Gespräch war: Menschen, die erstmal hauptsächlich daran interessiert sind, wie die Dinge wirklich sind, und erst sekundär eine Meinung haben, in der Erfahrung, dass Meinungen der Realität einfach egal sind.

    Im weiteren Sinne denke ich auch, das ist der Charme von diesem Blog: anstatt zu politisieren, einfach mal fragen: „ist das so?“.

    Daher denke ich auch nicht, dass eine gerechtere Geschlechterpolitik einen Kompromiss, oder eine Debatte oder sonstwas braucht.

    Sie braucht einfach weniger Hysterie und weniger Hysteriker, und das erreicht man nicht, indem man selber einer wird, sondern, indem man ganz unpersönlich immer wieder höflich „Bullshit“ sagt, wenn Menschen zuhören.

  14. Pingback: Antifeminismus zwischen Demagogie und Flirthilfe – man tau

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