Transsexualität und Feminismus

Transsexualität und Genderfeminismus hat seit jeher einiges an theoretischen Problemen.

Nach den biologischen Theorien ist Transsexualität recht einfach zu erklären:

Aufgrund bestimmter biologischer Zusammenhänge im Zusammenhang mit pränatalen Testosteron werden insbesondere bezüglich die Bereiche, die geschlechtsbezogene Verhalten im Gehirn regeln so ausgebildet, wie es üblicherweise dem anderen Geschlecht entspricht. Die jeweilige Person will sich daher anders verhalten als ihr Geschlechtsgenossen, fühlt sich daher im eigenen Geschlecht fremd und will eher so sein, wie das andere Geschlecht.

Ich hatte da auch schon einige Artikel zu:

Und auch als feministische Theorie hatte ich es schon mal besprochen

In der genderfeministischen Theorie scheint es mir ein problematisches Konzept zu sein:

1. Transsexuell bei sozialer Entstehung der Geschlechter

Geht man davon aus, dass das Geschlechterverhalten lediglich aufgrund sozialer Vorgänge entsteht, dann müsste eine Theorie dazu entwickelt werden, wie die Transsexuellen aus ihrer Geschlechterrolle ausbrechen können.

Für sie würden ja zunächst die Regeln und die sozialen Zwänge gelten, die an ihrem Körper festgemacht werden. Sie werden also in dieser Weise beeinflusst und hätten erst einmal gar keinen Grund aus dieser auszubrechen.

Nimmt man an, dass sie erkennen, dass die Genderrollen nur sozial ausgerichtet sind, dann wäre auch nicht verständlich, warum sie dann komplett die Regeln für das andere Geschlecht übernehmen. Man müsste dann wohl eher damit rechnen, dass sie eine freie Mischung versuchen und nicht jeweils die vollkommen anderen Geschlechterrollen.

Selbst dann wäre aber noch die Frage, wie sie aus der Geschlechterrolle entkommen, wenn dies den anderen Menschen nicht möglich ist. Es gibt meines Wissens nach keine Anzeichen dafür, dass Transsexuelle in toleranteren Familien aufwachsen oder in besonders toleranten Gegenden. Viele werden vielmehr von ihrem familiären und sonstigen Umfeld entsprechende Beeinträchtigungen erleiden.

Bei Frau zu Mann Transsexuellen könnte man noch verstehen, dass die jeweilige Frau als Mann erscheinen möchte, schließlich erleidet sie nach feministischer Theorie erhebliche Nachteile durch ihr Frau sein. Wie sie aber der Sozialisation entkommt wäre dann schwieriger zu beantworten.

Ganz unverständlich würde es dann bei Mann zu Frau Transsexuellen werden, da diese ja anscheinend einem Geschlecht angehören wollen, welches beständig diskriminiert wird. Warum sie in die „schlechtere Rolle“ wechseln wollen wäre insoweit wenig nachvollziehbar.

Ein Artikel fasst die Problematik noch einmal wie folgt:

A social constructionist/performative idea of gender can just as easily assume that as gender is constructed through the re-iteration of behaviours and the already-gendered body matter, trans people’s gender is as socially constructed as anyone else’s. And hence EXACTLY as real. And EXACTLY as fake.

And indeed, that’d be the way a whole swathe of queer theory reads transness (which is problematic in another way – read Viviane Namaste for a postcolonial trans feminist critique of Judith Butler for not paying sufficient attention to the specific contexts of trans subjectivities).

But this “gender is not real” thing is almost always used to ONLY illuminate the falseness of trans genders. And considering the notion that we are “really” a man or woman despite appearances tends to feed into transphobic discourse, legislation and eventually violence, I think it is worthy of refuting those non-trans normative biases and presumptions.

See some feminist and queer theorists approach trans women by applying different rules—a cis woman’s identification as woman is unquestionable, but a trans woman’s identification as woman is incomprehensible because gender doesn’t exist.

It is apparently not possible to identify as a woman, to live as a woman, if you’re transgendered and meet the feminist standard of anti-humanist anti-essentialist social constructionism.

Because the double-bind here is, either you meet societal expectations of a feminine gender presentation, in order to pass on a day-to-day basis without the massive amounts of harassment from the general public a non-passing trans person. In which case you’re a misogynistic man just acting out the dictates of the Patriarchy onto the entire female gender. There we go, polluting the ontology again.

Or, you do not have a traditionally feminine gender presentation, or you’re too loud, too “aggressive,” in which case, well, evidence that you’re really a man. The defense rests, your Honour.

2.  Privilegien von Transsexuellen

Eine interessante Frage wäre natürlich, wie es sich mit den Privilegien verhält.

a) Frau-Mann-Transsexuelle

Eine Frau zu Mann Transsexuelle, die es schafft als Mann durchzugehen würde insofern in der Wahrnehmung auch von den Privilegien der Männer profitieren.

Hier kann man dann auch, was die Position vielleicht auch so problematisch im Feminismus macht, einen gewissen Verrat sehen. Es wird sozusagen aus der Frauenrolle geflüchtet und sich mit dem Feind identifiziert.

b) Mann zu Frau Transsexuelle

Ein Mann, der es schafft als Frau durchzugehen, würde hingegen alle seine Privilegien ablegen. Warum er so etwas machen sollte, erschließt sich mir nicht.

Ich finde es nach diesen Theorien auch schwer nachvollziehbar, warum es mehr Mann zu Frau Transsexuelle gibt (nach den biologischen Theorien ist das nachvollziehbar, weil die weibliche Konfiguration der Normalzustand wäre).

3. Operation

Auch eine Geschlechtsumwandlung wäre nach sozialen Theorien schwer nachvollziehbar. Da Gender nur ein soziales Konstrukt ist, ist eine Geschlechtsumwandlung unnötig. In einer perfekten feministischen Welt wären Geschlechtsumwandlungen unnötig.

Es wäre vor diesem Hintergrund schwer zu erklären, dass sie überhaupt durchgeführt werden. Gegenwärtig könnte man eine andere Sozialisation anführen, die bleibende Spuren hinterlassen hat, aber auch das ergibt wenig Sinn bei einer reinen sozialen Konstruktion

68 Gedanken zu “Transsexualität und Feminismus

  1. Danke für den Beitrag Christian 🙂

    „Ein Mann, der es schafft als Frau durchzugehen, würde hingegen alle seine Privilegien ablegen. Warum er so etwas machen sollte, erschließt sich mir nicht.“ Das bestätigt so nicht nur die feministische Theorie, sondern auch der Antidiskrimminierungsbericht Transsexualität NRW und die Praxis.

    Man kann Transsexualität versuchen, mit Sozialisation zu erklären. Alle Versuche hierzu sind bislang gescheiert, wenn es daran liegt, dann gibt es extrem polykausale Ursachen.

    Erklärt man Transsexualität mit einer körpergeschlechtsatypischen Hirnausprägung durch Hormonschwankungen während der Schwangerschaft oder eine körpergeschlechtsatypische genetische Disposition zur Feminisierung / Virilisierung kommt man zumindest damit aus. Ich denke auch an diesen einen Artikel, in dem über die mögliche genetische Ursache der Homosexualität gesprochen wurde – Die Umkehr der sexuellen Orientierung ist auch im Tierreich normal und muss also biologische Ursahen haben. Geht man davon aus, dass Homosexuelle in der Regel auch noch vom geschlechtertypischen Verhalten differieren klingt es für mich logisch, dass Transsexualität eine stärkerer Phänotyp dieser Gendisposition ist.

    Naja, mutmaßen kann man viel 😉 Ich bin einfach nur froh, dass es heutzutage Möglichkeiten gibt uns zu helfen, auch wenn die Ärzte sich wirklich sehr schwer tun. 🙂

    liebe Grüße 🙂
    Nina ❤

    • Geht man davon aus, dass Homosexuelle in der Regel auch noch vom geschlechtertypischen Verhalten differieren klingt es für mich logisch, dass Transsexualität eine stärkerer Phänotyp dieser Gendisposition ist.

      Das ist auch meine Theorie, dass da dieselben Genkombinationen beteiligt sein müssten.

      Schade, dass nicht mehr aus der LGBT-Community sich öffentlich gegen die Queertheorie positionieren. Ich habe auch schon von Intersexuellen gehört, die sich vom Queerfeminismus für dessen Zwecke vereinnahmt und instrumentalisiert fühlen, obwohl sie den Dekonstruktivismus in weiten Teilen ablehnen (sondern stattdessen die Anerkennung eines dritten Geschlechts fordern)

      • „Schade, dass nicht mehr aus der LGBT-Community sich öffentlich gegen die Queertheorie positionieren.“

        Die meisten werden gar nicht wissen, was Queertheorie überhaupt ist. Für das gewöhnliche schwul-lesbische Leben ist diese Theorie vollkommen bedeutungslos. Ergo braucht man sich dagen auch nicht zu positionieren.

        • Die meisten werden gar nicht wissen, was Queertheorie überhaupt ist.

          Klar, so wie die meisten Heten ja auch nicht.

          Für das gewöhnliche schwul-lesbische Leben ist diese Theorie vollkommen bedeutungslos. Ergo braucht man sich dagen auch nicht zu positionieren.

          Aber du positionierst dich ja auch, Intersexuelle tun es ebenfalls öffentlich, wie ich gelesen habe.
          Für eine marginalisierte Gruppe, als die sich Homosexuelle ja durchaus meist verstehen, ist es doch wichtig, sich gegen einen Angriff auf die Identität zu wehren. Ich halte es schon für relevant, wenn über Gender Studies in der Gesellschaft die „Lehrmeinung“ verbreitet wird, sexuelle Präferenzen seien (wie alles andere) vollständig sozialisiert – somit also potentiell vermeid- und korrigierbar (auch wenn letzteres natürlich nicht gefordert wird).
          Ich habe schon das Gefühl den meisten Schwulen ist es wichtig klarzustellen, „I was born this way“, von daher sehe ich schon eine Relevanz.

        • Die Angriffe auf die „Identität“ kommen aber nicht von der Queertheorie, sondern von religiösen, kulturkonservativen Kräften.

          Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Queertheorie, die sexuelle Präferenz überhaupt als konstruiert ansieht. Aus der Definition der Wikipedia wird das bspw. nicht unbedingt deutlich:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Queer-Theorie

          Wie gesagt, was juckt mich die Queertheorie? Sie hat keinerlei Auswirkungen auf mein Leben und sie ist auch nicht der Faktor, der mir das Leben als Schwuler schwerer macht, als es sein müsste.

        • Ergänzung, um mal etwas Konfliktpotential zu streuen 😉

          Potentiell sehe ich im Maskulismus eine größere Gefahr als in der Queer-Theorie, was die Belange von Homos angeht.

        • Klar, das kann ich nachvollziehen, dass man natürlich einer Bewegung eher wohlgesonnen ist, die einem selbst wohlgesonnen ist. Dadurch entsteht verständlicherweise auch ein gemeinsames Feindbild.

          Aber innerhalb des reaktionären Maskulismus mögen sich noch so viele ressentimentsgeladene Idioten tummeln (kann zumindest teilweise auch damit zusammenhängen, dass eine solidarische Verbindung zwischen LGBT und Queertheorie-Anhängern besteht) – ihre Anliegen berühren Schwule ja durchaus positiv, wie man an dir sieht. Aus der Queertheorie geht aber sehr wohl ein Angriff auf das von Schwulen präferierte Erklärungsmodell hervor.
          Nach der Queertheorie sind die Kategorien von Geschlecht und sexueller Präferenz ja willkürlich und zu dekonstruieren, diese kategorialen Wahrnehmungen werden in der Sozialisation eingeschrieben.
          Dementsprechend gibt es auch kein einzelnes Geschlecht mehr, „Mann*“ ist nur noch eine aufhebbare soziale Zuschreibung und von der binärgeschlechtlichen Matrix erschaffen. Schon die Aussage, du seist schwul, wird in der Endkonsequenz zur Reproduktion von gewaltvoller Normativität. Zu glauben, du stehst auf Männer*, liegt nur daran, dass du Kategorien erlernt hast, in dem einem willkürlichen Bündel von körperlichen Unterschieden erst diskursiv Bedeutsamkeit gegeben wird, wobei sich die Unterschiede auf einem Kontinuum befinden.

          Ich dachte, du hättest auch schon mal einen kritischen Artikel verfasst.

          Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum Schwule das Infragestellen des mittlerweile etablierten stark nativistischen Erklärungsmodells nicht stört – nur weil die Propagierenden ihnen nicht feindlich gesinnt sind?

        • „Ich kann immer noch nicht nachvollziehen, warum Schwule das Infragestellen des mittlerweile etablierten stark nativistischen Erklärungsmodells nicht stört “

          Weil es keine Relevanz hat, und ja, weil die Propagierenden einem nicht feindlich gesinnt sind. Es ist schlicht und einfach nicht das, womit man zu kämpfen hat.

    • hi nina,

      „…Die Umkehr der sexuellen Orientierung ist auch im Tierreich normal und muss also biologische Ursahen haben…“

      ist das nicht ein künstliches narrativ? sexuellen orientierung ist ja breit gefächert bishin zu zoophilie.
      die formulierung „…Umkehr der sexuellen Orientierung…“ verängt das alles auf die frage ‚mann–frau‘ und vermutlich auf eine bestimmte altersgruppe.

      es passt halt nicht in erklärungsmuster darum wird es ignoriert. am ende ist es unmöglich die warheit zu finden….

  2. Meiner Erfahrung nach bleibt bei Transsexuellen ein schwerer innerseelischer Konflikt aber auch nach Anpassung des körperlichen Geschlechts an das gefühlte bestehen.

    Das spricht dafür, dass bei Transsexualität weniger ein klares Mismatch zwischen „außen“ und „innen“ besteht, sondern eher eine komplexe sexuelle Identitätsstörung.

    • Also da kann ich nur von Pamela reden, er war eine wunderbare Frau.

      Pamela wollte zwischen dem schwarzen Alphamann mit großem Schwanz und dem blonden Engel aus Männerträumen das von beiden unermesslich begehrte sein.

      Ein Geschlecht war nicht genug.

      Auf der suche nach Liebe. Und ist die Frau nicht das „geliebte Geschlecht“?

    • „eher eine komplexe sexuelle Identitätsstörung.“

      das sehe ich auch so.
      wobei ich es geschlechtsidentitätsstörung nennen würde, denn „sexuell“ refezenziert im deutschen mehr auf sex als auf geschlecht.

      mismatch von außen und innen und andere ungereimtheiten bestehen ja in jedem zustand, sowohl vor als auch nach anpassungen.

      und: das „empfinden“ z.b. „als frau“ ist keineswegs universell. so etwas gibt es nicht. es könnte auch nicht verifiziert werden, und längst nicht alle frauen „empfinden“ so wie transsexuelle ihr „empfinden“ schildern.
      allerdings besteht die gefahr, das verhalten und „empfinden“ von transsexuellen als beleg für die natürlichkeit geschlechtsstereotpen verhaltens heranzuziehen. was dann unzulässig ist, wenn transsexualität eine identitätsstörung ist. daher bilden sich bei diesem thema ganz eigenartige allianzen.

  3. Erstaunlicherweise wird Transsexualität in feministischen und queertheoretischen Kreisen nicht selten als Beispielt dafür genommen, dass es eben keine Geschlechter gibt.

    • ja, das ist wirklich erstaunlich undurchdacht. Ziemlich blöd, dass bis auf die Bisexuellen gar niemand in deren flauschiges Theoriegebäude passt 🙂

    • @ Adrian

      Für einige wenige Gläubige ist es auch logisch, dass Gott eine Transe ist…

      Und wenn man mal so drüber nachdenkt ist es logischer als wenn Gott ein Mann oder eine Frau ist wenn man schon an Gott glaubt.

      Ist das schon Blasphemie?

  4. Hallo Christian,

    das mit dem Ablegen der Privilegien im Fall der MzF-Transsexuellen sehe ich schon aus persönlicher Erfahrung heraus anders. Was nämlich, gerade bei etwas später transitionierenden, erhalten bleibt sind die in den Jahren der männlichen Sozialisation gesammelten Erfahrungen.

    Meine Sicht, die ich in „Vom Vorteil, Trans* zu sein“ begründet habe, fusst darauf dass es ein grosser Vorteil ist sozusagen beide Seiten zu kennen.

    Bei der Entscheidung für eine Transition spielen die Überlegungen über möglicherweise verlorengehende Privilegien übrigens kaum eine Rolle, die möglicherweise negativen Reaktionen mancher Menschen auf Transsexuelle schon viel mehr, denn ein paar Vorurteile gibt es auch heutzutage noch.

    LG Corinna 😉

  5. Ausser dem Fact, dass es mehr „Mann zu Frau Transsexuelle“ gibt haben wir da doch noch die unzähligen F65.1 (nach ICD /fetischistischer-Transvestitismus). Da wird die grosse Anzahl wohl sicher auch in „Mann will Frauenkleidung“ und nicht umgekehrt sein. Seltsam Seltsam…. Nun ist es schon lange so – im Gegensatz zu den diskriminierten Männer – das Frauen auch in Sachen „Bekleidung“ eben absolut privilegiert sind. Über die weiteren Frauen-Privilegien wie „Frauenbonus“, „Opferabo“ „kein Zwang für Dreckjobs“ die im Leben WESENTLICH sind, wird glücklicherweise immer mehr geredet.

    Das verlogen feministische Märchen – Frauen seien diskriminiert – durchschauen eben immer mehr Männer. Unter diesem Hintergrund ist es absolut verständlich, dass es mehr und mehr Männer gibt welche auch privilegiert sein wollen und in die Rolle der Frau schlüpfen.

    • @urs

      „Da wird die grosse Anzahl wohl sicher auch in “Mann will Frauenkleidung” und nicht umgekehrt sein.“

      Frau in Männerkleidung fällt allerdings auch wesentlich weniger auf, da es so eindeutiges in dem Bereich wie ein Rock, ein Kleid oder einen BH nicht gibt.

    • @Urs,

      „Da wird die grosse Anzahl wohl sicher auch in “Mann will Frauenkleidung” und nicht umgekehrt sein.“

      Die Ursache dieser Art des Cross-Dressings darauf zu schieben, dass Männer gerne von den Privilegien von Frauen profitieren möchten, halte ich für falsch. Beinahe jeder Cross-Dresser kann bei Tageslicht eindeutig als Mann identifiziert werden. Des Weiteren wird der „Zwang zu Dreckjobs“ ganz sicherlich nicht durch Cross-Dressing nivelliert. So à la „hey, ich kleide mich mal als Frau und heimse alle Privilegien ein“.

      • *Die Ursache dieser Art des Cross-Dressings darauf zu schieben, dass Männer gerne von den Privilegien von Frauen profitieren möchten, halte ich für falsch. *

        Denke ich schon. Man muss es ja nicht „Privilegien“ im Geschlechterkrampf nennen.
        Die Frau ist ja eher der passivere, der darauf wartet vom Glück „überwältigt“ zu werden, sich im Glück aufzugeben, gehen zu lassen, in Glück zu zerschmelzen. Schwülstig gesagt.
        Die Frau hat Macht, Bedeutung und Wert alleine dadurch dass sie „ist“, sexuelle Attraktion natürlich vorausgesetzt. Von der Frau wird weniger erwartet das sie etwas tut, dass sie ihr Können oder ihren Mut beweist.

        Ich würde deswegen einem Mann mit ähnlichen charakterlichen Tendenzen (oder Wünschen, Phantasien, Obsessionen) als eher diese Strategie verfolgend bezeichnen.
        Wie ein Mann das konkret realisiert, von Crossdressing bis Volloperation, ist wohl individuell.

        • Lieber Borat,

          wenn ein Mann sich beim Sex lieber in der passiveren Rolle sieht, warum wechselt er nicht einfach auf die submissive/devote Seite? (So ganz ohne den „Umweg“ Cross-Dressing. Dafür mit einer Domme, die die Gewalt über ihn hat.)

          Cross-Dressing (und nicht die permanente Form, die ja quasi richtung Transsexualität geht) hat sexuelle Gründe.
          Dabei hat es nicht unwesentlich mit einem gewissen „Materialfetisch“ zu tun: Nylon, Spitze, Federn, Seide etc. Jemand, der kurzzeitig in diese Rolle schlüpft, erhofft sich davon körperliche Erregung. (Ähnlich wie beim Schauen eines Pornos.) Sobald Befriedigung erreicht wurde, streifen die meisten Cross-Dresser ihre Hülle gerne wieder ab und lebe ihre biologische Geschlechter-Rolle. Nach deiner (und Urs‘) Theorie müssten Cross-Dresser ja permanent draußen in Frauenkleidern rumlaufen, um von weibliche Privilegien zu profitieren.

        • Ich glaube der Wunsch, von Frauenprivilegien zu profitieren, wäre ja auch kein vollends bewusstes oder ausschließliches Motiv.

          Ich fände es aber mal interessant zu untersuchen, wie viele Mädchen im Vorschulalter lieber Jungs wären und umgekehrt.

          Wäre zumindest interessant zu wissen, welches Geschlecht von Kindern als höherwertig betrachtet wird.

          Wobei dann natürlich neben den wahrgenommenen Privilegien noch viele Dinge mit reinspielen – intra- wie intersexuelle Akzeptanz von Rollenabweichungen oder Cross-Dressing, soziale Erwünschtheitseffekte in der Operationalisierung, wahrgenommene Misandrie und Misogynie sowie erfahrene Sensibilisierung, Schwierigkeiten mit geschlechtsspezifischen Entwicklungsaufgaben usw.

        • @julia

          Da hast du mich etwas zu „maskulistisch“ ausgelegt, ich sagte ja schon „Geschlechterkrampf“ mit r.

          Die Übergänge zwischen Sub und Cross-Dressing sind doch fließend, wie ich das einschätze.
          Ist „Feminisierung“ nicht eine oft angebotene Dienstleistung von Dominas im Gewerbe?

          Mir fällt gerade ein mal einen Salat mit Cross-Dressing zu bestellen, was will mir mein Gehirn schon wieder damit sagen? Vielleicht würde mir so was auch einfallen wenn ich Cross-Dressing Ambitionen unbewusst bei der Bedienung vermute?
          Hab ja auch mal eine Banane fellatiostyle gegessen und ein Arm in Arm vorbeigehendes Schwulenpaar dabei angesehen. Die schienen leicht irritiert.

          *Dabei hat es nicht unwesentlich mit einem gewissen “Materialfetisch” zu tun: Nylon, Spitze, Federn, Seide etc. Jemand, der kurzzeitig in diese Rolle schlüpft, erhofft sich davon körperliche Erregung.*

          Das kann man ja auf verschiedensten Ebenen ansiedeln. von unterster Körperlicher bis zur höchst Bewussten.

          Je körperlicher es ist desto früher in der Kindheit wird es wohl geprägt. Wenn z.B ein Junge seine Mutter in High-Heels und Netz-Strümpfen gesehen hat und sie ihm dabei ganz glücklich erschien (weil sie sich geil gefühlt hat) hat sich das bei ihm vielleicht verknüpft, er sucht ein Leben lang wieder ähnliche Situationen und Konstellationen und kopiert evtl. dieses Verhalten. Auf mich müssen Frauenfüße einen Eindruck gemacht haben.

          Das Gehirn ist eine riesige Assoziationsmaschine, es versucht Muster zu erkennen, diese wiederherzustellen und klarer zu machen. Es hat angefangen mit dem Einzeller der zum Licht wollte, denn da gab es Futter.
          Der Mensch will auch nur zum „Glück“, nur auf millionenfach komplizierteren Wegen.
          Der kleine Mensch hat gesehen, erfahren, geahnt und gelernt das von irgend etwas bei Anderen oder bei sich selbst ein schönes Gefühl ausgeht und das will er auch, er will es wieder und perfektionieren.

          *Nach deiner (und Urs’) Theorie müssten Cross-Dresser ja permanent draußen in Frauenkleidern rumlaufen, um von weibliche Privilegien zu profitieren.*

          Sagte ich das so?
          Natürlich macht das der Mensch opportunistisch und Situationsbezogen. Er wäre sonst ja in seinem Verhalten ziemlich eingeschränkt und zwanghaft.

          *Ergänzung zum letzten Satz: Und dann müsste erstmal bewiesen werden, dass sie tatsächlich als erkennbarer Mann von “Frauenprivilegien” profitieren könnten.*

          Ich wollte sagen dass der besagte Mann sich ein „gutes Gefühl“, was er erlebt hat oder sich davon verspricht (Phantasie), durch bestimmte „weibliche“ Verhaltensweisen, Kleider, etc. erreichen will.
          Das alles kann wie gesagt sehr tief auf „körperlicher Ebene“ angelegt also unbewusst sein, denn unser Verhalten ist nicht gut mit dem „freien Willen“ zu beschreiben, unser Verhalten entspringt dem Unterbewusstsein und das schöpft aus allem was es in seinem Leben aufgesaugt, assoziiert und den Mustern die es daraus gebildet hat.

          Und natürlich stark gesteuert von biologischer Prägung, die geschlechtsspezifisch ist.

      • @Julia Du weist ganz genau, dass die Grenzen zw. diagnostizierter Transsexualität, fetischistischer-Transvestitismus oder auch nur DWT-Träger absolut fliesend sind. Viele beginnen beim DWT und enden als Transsexueller. Je mehr Vorteile die Gesellschaft an diese feministischen Göttinnen vergibt, desto mehr Männer gehen diesen queeren Weg. Nur schon eine Diagnose zu haben (Krank und Opfer zu sein) ist eben auch eine gute Perspektive im Staatsfeminismus.

        • @Urs,

          „Je mehr Vorteile die Gesellschaft an diese feministischen Göttinnen vergibt, desto mehr Männer gehen diesen queeren Weg.“

          Studien zur Korrelation bitte gerne zu meinen Händen. Bitte auch welche, bei denen eindeutig ausgeschlossen werden kann, dass häufigere „Outings“ nichts mit der Öffnung der Gesellschaft zu tun haben. Lasse mich gerne überzeugen.

          „Nur schon eine Diagnose zu haben (Krank und Opfer zu sein) ist eben auch eine gute Perspektive im Staatsfeminismus.“

          Auch wenn ich keine Ärztin/Therapeutin bin, wehre ich mich dagegen, Cross-Dressing als „Diagnose“ oder „Krankheit“ zu sehen. Du tust damit vielen Cross-Dressern unrecht, wenn du deren Sexualität als opferhaftes Verhalten diffamierst. Und die meisten werden sich gegen diese Opfer-Perspektive, die du ihnen andichtest, strikt wehren.

      • @Julia Ich wünsche Dir viel Spass mit Deinen verblödeten sexuellen Märchen und falschen Zusammenhängen. Da ist so vieles durcheinander, dass ich Dir nicht helfen kann. Vielleicht merkst du aber auch, dass du null Ahnung hast. Bye bye.

  6. *Unter diesem Hintergrund ist es absolut verständlich, dass es mehr und mehr Männer gibt welche auch privilegiert sein wollen und in die Rolle der Frau schlüpfen.*

    So kann man zwar die Argumentation der ach so unterdrückten Frau in Frage stellen, doch welche Männer wollen eine Frau werden?

    Diese Männer zeichnen sich nicht gerade durch Lebensfähigkeit aus also stolz und selbstsicher zu sein und damit das beste aus sich zu machen.

    Sie haben ein Problem mit ihrer „Identität“ mit ihrem Selbstwert, gut, unser Zeitgeist der besseren Frau tut ja auch viel dafür, vielleicht geht ja manch einer der lieber eine Frau wäre auf dieses Konto.

    • „Diese Männer zeichnen sich nicht gerade durch Lebensfähigkeit aus also stolz und selbstsicher zu sein und damit das beste aus sich zu machen“

      Ja, der Zeitgeist und das Gesetz bevorteilt Frauen und benachteiligt Männer. Die Reaktion darauf ist unterschiedlich. Viele arbeiten sich zu Tode (M sterben früher), andere begehen Selbstmord (M 3 mal so oft) und einige werden krankgeschrieben (Krankenkassen Prämien und Sozialvers. explodieren). Die letzte Variante wird Männer offensichtlich immer mehr bewusst. Klar ist, es trifft natürlich immer zuerst die Schwachen. Vielfach endet es in mehreren diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen. Am Ende haben wir irgendwann die kranke Gesellschaft. Am gesetzlichen Unrecht „Benachteiligung der Männer“ vermögen die bereits geschädigten Schwachen leider nichts zu ändern. Das momentan feministische System kann nur von der politischen Mehrheit, von gesunden strarken Leuten korrigiert werden. Damit muss der Bürger und die bereits Geschädigten leben. Noch will die Mehrheit ja diesem verlogenen feministischen Unrechts-Kurs weiter folgen. Das wird vermutlich immer teurer.

      • Sind die Männer in Deutschland schuldkultiger und autokastrativer als in anderen westlichen Ländern?

        Sehe ich mir die Verhältnisse in Frankreich oder auch zunehmend die Verhältnisse in den USA an, glaube ich es nicht.

        Die ideologische Zersetzung, die in den sechziger und siebziger Jahren ihren Anfang nahm, hat auch da ganze Arbeit geleistet, wobei die mediale Hegemonie in Deutschland einzigartig sein dürfte.

        • *Sind die Männer in Deutschland schuldkultiger und autokastrativer als in anderen westlichen Ländern? *

          Denke da gibts kaum signifikante Unterschiede.

          Was ich jedoch ineressant finde ist das die Frauenrolle z.B. in Thailand (Ladyboys) ziemlich populär und auch gut in die Gesellschaft integriert ist.
          Da bricht ein Mutter nicht in Tränen aus und der Vater will den Sohn nicht zum Doktor bringen wenn er mit 13 sagt dass er ein Kathoey werden will.

          Die Attraktivität der Frauenrolle im Verhältnis zur Männerrolle spielt wohl eine Rolle, wie groß ist die Frage.

          Aber schon interessant dass die Frauenrolle für homosexuelle Männer dort so beliebt ist wo doch Thailand der Puff der Welt ist wo die ganzen ekligen fetten alten glatzköpfigen alten Säcke hingehen um die Frauen dort nur zu erniedrigen, zu missbrauchen und auszubeuten. Und dass die Kathoeys sich dann noch viel aggressiver als die Frauen im Gewerbe an den Ausländer ranwerfen.

          • @Borat

            „Da bricht ein Mutter nicht in Tränen aus und der Vater will den Sohn nicht zum Doktor bringen wenn er mit 13 sagt dass er ein Kathoey werden will.“

            Es könnte auch sein, dass es dort auch eine höhere genetische Anfälligkeit dafür gibt und insofern das Phänomen auch bekannter ist. Hat jemand Zahlen dazu?

        • Ich habe mal ein interessantes Buch über das Phänomen der kathoey´s gelesen, in dem eher auf tief verwurzelt religiöse-kulturelle Gründe für die starke Öffentlichkeit in Thailand angegeben werden.

          Ob durch die höhere gesellschaftliche Akzeptanz der persönliche Leidensdruck geringer ist, sei dahin gestellt.

        • aus einem FAZ-Artikel:

          „….Dass Transsexuelle ausgerechnet in eine Gesellschaft integriert scheinen, die derart gläubig und konservativ ist wie die thailändische, mag verwundern. Tatsächlich aber seien Katoeys nicht trotz der allgegenwärtigen Religiosität akzeptiert, sondern gerade deswegen, schreibt der Soziologe Richard Totman in seinem Buch „The third sex“. Bereits in den ersten buddhistischen Niederschriften würden nicht zwei, sondern vier Geschlechter genannt: Männer, Frauen, Hermaphroditen und Katoeys – biologische Männer, die sich seit ihrer Kindheit als Frauen fühlen.

          Glaubt man Totmans Interpretation der Schriften, ist die Geburt im falschen Körper die Strafe für die in früheren Leben angehäuften moralischen Verfehlungen. Da jeder Buddhist mindestens eines seiner unzähligen Leben selbst als Katoey verbracht hat und davor auch in Zukunft nicht gefeit ist, solle die Gesellschaft den leidgeprüften Katoeys mit Empathie und Verständnis begegnen, heißt es in den Schriften….“

          http://www.faz.net/aktuell/reise/fern/transsexuelle-in-thailand-bei-rotlicht-betrachtet-1953556.html

        • @ratloser

          *….Dass Transsexuelle ausgerechnet in eine Gesellschaft integriert scheinen, die derart gläubig und konservativ ist wie die thailändische, mag verwundern.*

          Wie misst man „konserviertheit“?
          Durch Befragung, Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung?

          Zu vielschichtig und zu schwer objektivierbar.

          Oft glaube ich ja dass die die behaupten etwas nicht zu sein es erst recht sind.

        • @christian
          „Es könnte auch sein, dass es dort auch eine höhere genetische Anfälligkeit dafür gibt und insofern das Phänomen auch bekannter ist. Hat jemand Zahlen dazu?“
          Oder ganz einfach, was Feministinnen nicht hören wollen und du bisher negierst, das Sex die einfachste Art ist, sich sein Leben zu finanzieren, vor allem in Thailand. Wusstest du, das den Jungs dort beide Schienbeine dreimal gebrochen werden, damit sie besser im Muay Thai sind?

          Als Nutte verdienst du mit jedem mal sex, als Thaiboxer nur wenn du gewinnst, als Nutte bekommst du einen haufen kohle, als Thaiboxer nur wenn du gewinnst.

          Frauen haben überall das einfachere Leben, egal wohin man blickt.

  7. @ Adrian

    „Potentiell sehe ich im Maskulismus eine größere Gefahr als in der Queer-Theorie, was die Belange von Homos angeht.“

    Wie kommt es, dass Du Dich in letzter Zeit häufiger so stark kritisch gegenüber dem Maskulismus äußerst?

    Deine Ablehnung der radikalen, traditionalistischen und kulturkonservativen Strömungen in der Männerbewegung teile ich ja bekanntlich, aber der linke und liberale Flügel der Männerrechtsbewegung sind doch von ihren weltanschaulichen Grundlagen gut geeignet, um auch die Interessen von Schwulen zu vertreten.

    Es gibt keine Homophobie in männerrechtlichen Standardwerken, wie denen von Warren Farrell, Arne Hoffmann oder Christoph Kucklick oder bei den verschiedenen linken Männerrechtlern, die Arne Hoffmann interviewt hat.

    Selbst mit dem konservativen Manifold hattest Du Dich doch – trotz weltanschaulicher Differenzen – früher ganz gut verstanden, wenn ich mich recht erinnere.

    Ich habe hier ja hin und wieder kritisiert, dass die Männerrechtsorganisation MANNdat bislang die Forderung nach Gleichberechtigung für Homosexuelle hinsichtlich Ehe und Adoption noch nicht in ihren Forderungenkatalog aufgenommen hat. Das ist in der Tat ein großes Versäumnis.

    Nichtsdestotrotz sind MANNdat nicht homophob.
    MANNdat unterstützte z.B. eine Petition zur Entschädigung der nach § 175 StGB in Deutschland verurteilten homosexuellen Männer.
    Auf ihrer Homepage heiß es dazu:

    „MANNdat e.V. unterstützt die Petition zur Entschädigung nach § 175 StGB in Deutschland verurteilten homosexuellen Männer. Bis 1994 wurden sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe gestellt. Eine gesetzliche Anerkennung und Entschädigung der Oper des Gesetzes blieb bislang aus. Die Beseitigung der Diskriminierung von männlichen Homosexuellen deckt sich mit unserem Vereinsziel, nämlich der Beseitigung von Nachteilen und Benachteiligungen von Männern.“

    http://manndat.de/geschlechterpolitik/petition-gegen-175er-opfer.html

    Bezüglich AGENS muss man konstatieren, dass dort mit Eckhard Kuhla eine sehr konservative Person im Vorstand sitzt, was sich wohl eher ungünstig bezüglich der Interessenvertretung für Schwule auswirken dürfte.
    Arne Hoffmann betonte aber mal, dass ca. die Hälfte der Agens-Mitglieder politisch links stehen und die meisten linken Mitglieder von AGENS dürften für die Anliegen schwuler Männer offen sein.

    Insofern finde ich Deine Beurteilung hier zu undifferenziert.
    Homophobe Einstellungen gehen ja oft (nicht immer) mit der politischen Einstellung Hand in Hand, haben also per se nichts mit dem Maskulismus zu tun. Bei linken und liberalen Männerrechtlern findet sich in der Regel keine Homophobie, natürlich auch bei manchen Konservativen nicht.
    Im konservativen Flügel – insbesondere WGVDL-Spektrum – ist Homophobie häufiger, (aber was hat WGVDL ernsthaft mit Männerrechten zu tun?).

    Faktisch ist Homophobie anti-maskulistisch. Alle Diskriminierungen und sozialen Problemlagen von denen Jungen und Männer betroffen sind, fallen in das Aufgabengebiet der Männerrechtsbewegung . Der Kampf für Schwulenrechte ist ein Kampf für Männerrechte.
    Daher sollten Männerrechtler beim Kampf gegen Homophobie und für Schwulenrechte an vorderster Front stehen.
    Wo Mitglieder der Männerbewegung selbst homophob sind, verraten sie männerrechtliche Anliegen.

    Eine wesentliche Ursache dafür, dass der konservative Flügel der Männerbewegung noch ziemlich stark ist, ist natürlich, dass männerrechtliche Anliegen aufgrund der ideologischen Hegemonie des vorherrschenden Feminismus innerhalb der Linken von dieser weitgehend ausgegrenzt werden. Das führt leider dazu, dass manche Personen, die von männlichen Benachteiligungen und sozialen Problemlagen betroffen sind, tendenziell eher bei anderen politischen Richtungen ihr Glück versuchen.

    Daher würde eine Stärkung des linken (und liberalen) Flügels des Maskulismus – theoretisch, praktisch und personell – die beste Möglichkeit eröffnen die Anliegen von Schwulen angemessen zu vertreten und die homophoben Tendenzen innerhalb der Männerbewegung zurückzudrängen.

    • Hier noch ein Beispiel dafür, dass sich MANNdat von den homophoben Bekloppten im gelben Forum doch ziemlich unterscheidet:

      Am 23. August 2011 erschien ein Jungen-lesen-Newsletter von MANNdat, der u.a. eine Auswahl an Kinder- und Jugendbuchempfehlungen beinhaltete:

      http://manndat.de/jungen/jungen-lesen-newsletter/jungen-lesen-newsletter-august-2011-von-manndat-erschienen.html

      Zu den empfohlenen Büchern gehörte auch ein Jugendbuch, in dem es darum geht, wie ein schwuler Jugendlicher seine Homosexualität entdeckt und seine ersten sexuellen Erfahrungen macht, also quasi ein Jugendroman zur Hilfe für Selbstfindung und Coming-Out für schwule Jugendliche.

      Als Begründung für die Auswahl dieses Buch schreiben MANNdat:

      „Begründung für unsere Auswahl: Der Umgang für Jungen mit Homosexualität in der Pubertät ist ein Thema, das nur wenig in der Literatur aufgegriffen wird. Hier ein gutes Buch darüber.“

      Mit dem Autor des Buches hatte übrigens die „Schwule Bewegung Karlsruhe e.V.“ im letzten Jahr eine Lesung aus dem Buch abgehalten:

      http://www.schwung-karlsruhe.de/2012/02/ich-sitze-vorn/

    • @ Leszek
      „Wie kommt es, dass Du Dich in letzter Zeit häufiger so stark kritisch gegenüber dem Maskulismus äußerst? “

      Was heißt hier „stark kritisch“? Ich sehe im Maskulismus keine Heilslehre. Das ist alles.

      „Insofern finde ich Deine Beurteilung hier zu undifferenziert.“

      Ich beurteile nicht, ich habe ein Gefühl geäußert. Ich traue dem Maskulismus in der Homo-Frage nicht allzu viel zu.
      Es ist für mich einfach kaum vorstellbar, dass eine Bewegung von zumeist heterosexuellen Männern Schwule dauerhaft willkommen heißt. Das widerspricht schlicht und einfach meinem Erlebnishorizont.

      Aber selbstverständlich kann ich mich irren und würde es sogar schön finden, mich in dieser Frage zu irren.

  8. Wenn Sexualität wirklich eine frei fluktuierende Kraft im Menschen wäre, die erst durch soziale Manipulationen auf bestimmte Objekte fixiert wird (wie es diese Theorien ja voraussetzen), dann dürfte es überhaupt keine Homo- oder Bisexuellen geben, denn diejenigen, die (warum auch immer) eine Präferenz für das andere Geschlecht haben, hätten natürlich mehr Nachkommen und hätten die mit anderer Präferenz längst verdrängt.

    • @El Mocho

      Es sie denn es gibt keine biologische Präferenz, dann kann darauf eben nicht selektiert werden. Es dürfte dann allerdings in der Tat gar keine geben, wir müssten sie verloren haben, denn unsere Vorfahren werden sie gehabt haben, sofern man sie den Primaten nicht an sich abspricht.

    • (warum auch immer)

      Hm, wenn dieses „warum auch immer“ aber nicht doch irgendwie an den Genen ansetzt, kann es auch nicht evolutiv extingieren.

      Die geringe interkulturelle Varianz des Homosexuellenanteils zeigt uns aber ja dann doch ganz klar, dass genetische Faktoren hoch zu gewichten sind

      Oder ist es ein Gruppenphänomen? Benötigt eine Population vielleicht diese Devianz aus irgendeinem Grund für den Gruppenzusammenhalt? Man könnte ja theoretisch eine Verknüpfung zum „AB“-Phänomen herstellen, das hier letztens diskutiert wurde, eine vorwiegend männliche Subgruppe „evolutiver Ausschussware“.
      Auch unter Homosexuellen ist ja der Männeranteil erhöht (zudem auch wohl mit höherem genetischen Load) – wir wissen auch, dass sich Frauen nur mit einem vergleichsweise geringen Prozentsatz der Männer fortpflanzen.
      Könnte Homosexualität auch daraus entstanden sein, dass Populationen mit zu hohem AB-Anteil auseinanderbrechen, da die ABs aufbegehren und sich organisieren, wenn zu viele nicht an Sex kommen? Wirkt Homosexualität dem Männerüberschuss auf dem Reproduktionsmarkt entgegen?

      Ich spinne nur mal rum…;-)

  9. Um dem Ganzen vielleicht eine persönliche Note zu geben, kann man sich ruhig mal Lana Wachowskis wunderbare Dankesrede anlässlich der Verleihung des Human Rights Campaign Visibility Awards an sie anschauen:

    Sie war ehemals Larry Wachowski und hat mit ihrem Burder u.a. die Matrix-Trilogie inszeniert.

  10. Vorab:
    Ich gehe bei meinen Ausführungen üblicherweise von einem gehirnzentrierten Weltbild aus, denn es gibt durchaus auch Frauen mit Penis und Männer mit Vulva.

    Wegen der sozialen weiblichen Geschlechtsrolle machte ich es NICHT. Auch nicht wegen etwaiger Vorteile, welche die soziale weibliche Geschlechtsrolle ja angeblich nur hat.

    Auch in der sozialen weiblichen Geschlechtrolle gibt es Nachteile und Zwänge.
    Hinsichtlich der Nachteile kann man kämpfen, damit es besser wird. Die Zwänge muss man auch nicht alle mitnehmen.
    Das gleiche gilt auch für die soziale männliche Geschlechtsrolle. Aber nicht wenigen erscheint es ja einfacher sich in die soziale weibliche Geschlechtsrolle zu flüchten anstatt für eine Verbesserung der Zustände für die (Weibs-)Männer zu kämpfen.

    Aber wenn viele Männer denken, dass Frauen vieles einfacher haben als die Männer und überall nur Vorteile haben, dann wundert es mich nicht, dass doch so viele Männer lieber Frau WERDEN wollen…
    Ich möchte einmal wissen, wie viele Männer da schon aufgrund falscher weiblicher Geschlechtsrollenvorstellungen einen Reinfall erlebten.

    Für mich WAR und IST es wichtig, dass mein GESAMTER Körper soweit wie möglich feminisiert, weil ich eine gesamtkörperliche Diskrepanz fühle, die mich sehr stark quälte und in Resten immer noch quält, weil ich leider niemals einen komplett weiblichen Körper haben werde.
    Die Medizin ist noch nicht soweit und viele in unserer Gesellschaft denken ja z. B. auch, dass es reicht ein zweites „Loch“ zwischen den Beinen zu haben und schon ist man Frau. Völlig daneben finde ich dieses genitalzentrierte Weltbild.

    Eine Vulva ist zudem ein hoch komplexes Organ und sie als bloßes „Loch“ zu bezeichnen, wie ich es mancherorts las bzw. hörte oder auch als „Schlitz“ ist schon eine Frechheit. Die Vulva wird damit auf die Funktion reduziert, die ausschließlich im Zusammenhang mit einem männlichen Genital passiert.
    Nicht selten wird die Vulva auch auf „kein Penis“ reduziert:
    Mann = Penis, Frau = kein Penis.

    Viele empfinden eine Diskrepanz zwischen ihrem Wesen, ihrem SEIN, ihrem ICH und der sozialen Geschlechtsrolle, in die sie aufgrund ihres Genitals hinein geboren bzw. gezwungen wurden, die sie (irgendwann) nicht (mehr) ausfüllen können und/oder wollen.

    Wer sich diesbezüglich – vielleicht sogar über Jahrzehnte – verbiegen muss, sich verstellen muss, um nicht aus der sozialen GeschlechtsROLLE zu fallen, entwickelt natürlich AUCH einen Leidensdruck.
    DIESER Leidensdruck hat aber mit einer gesamtkörperlichen Diskrepanz absolut NICHTS zu tun.

    Wie weiblich oder männlich sich jemand NUR aufgrund des Geschlechtsrollen-Leidendrucks FÜHLT, muss letztlich jede/r für sich selbst erkunden.

    Oft geht das dann ja noch mit der Differenzierung nach weiblichen und männlichen Anteilen einher… – sie sind ENDLICH Frau, können ihre sog. „weiblichen Anteile ausleben“ und unterdrücken dabei dann die sog. „männlichen Anteile“ in sich. So liest man es jedenfalls immer wieder.
    Manche arbeiten dann auch viele Jahre oder gar ein Leben lang daran ihre weiblichen und männlichen Anteile in Einklang zu bringen.

    Ich selbst kann das mit den Anteilen nicht nachvollziehen, ich bin eins mit mir selbst.

    Für mich besteht das Leben auch nicht darin eine soziale Geschlechtsrolle auszufüllen.

    Ich BRAUCHTE und BRAUCHE meinen komplett weiblichen Körper seiner selbst willen, weil ich ein unbändiges Verlangen danach hatte und in Resten auch immer noch habe. Dieses Verlangen wird irgendwann so schlimm, dass es einen förmlich antreibt, man kann nicht auf Dauer widerstehen.

    Je weiblicher mein gesamter Körper wurde, umso glücklicher machte es mich und umso mehr konnte ich mich dann auch fallen lassen… – hinsichtlich Mimik, Gestik, Motorik, etc… – ich wurde immer entspannter und wozu sollte ich da etwas einstudieren?
    Ich brauche KEINE Wenn-Dann-Datenbank in meinem Kopf anlegen, um das Verhalten einer Frau zu emulieren.

    Natürlich bedeutet es auch eine Art von ENT-Spannung, wenn man sich hinsichtlich seines Verhaltens nicht mehr kontrollieren muss, sich fallen lassen kann.
    Jedoch ist es mir ein Rätsel, wie man man wirklich man selbst sein kann, wenn man sich bewusst in eine soziale Rolle hinein verbiegt, um in dieser letztlich aufgrund seiner Mimik, Gestik, Feinmotorik, Denkstrategien, etc. nicht mehr aufzufallen. Dazu wirkt es trotz aller Bemühungen oft immer noch übergestülpt…

    Bei mir folgte die soziale Geschlechtsrolle meinem Körper und es war eben NICHT so, dass mein Körper der sozialen GeschlechtsROLLE folgte, UM ggf. authentischer und besser in der sozialen weiblichen Rolle LEBEN zu können…

    Bei nicht wenigen ist es aber genau umgekehrt: An erster Stelle steht die ROLLE und UM diese dann besser ausfüllen zu können, werden auch somatische Veränderungen inkauf genommen… – wie eine Art Permanent-Make-up… – und das, obwohl sie KEINE gesamtkörperliche Diskrepanz fühlen. Ein nicht ungefährliches Spiel, weil sie sich nämlich durch die somatischen Maßnahmen eine gesamtkörperliche Diskrepanz einhandeln können.

    Für nicht wenige ist also die soziale Geschlechtsrolle und der Geschlechtsstatus in den Papieren viel wichtiger als die Rekonstruktion des eigenen Körpers.

    Immer mehr wollen auch gar keine Rekonstruktion ihres Körpers, denn sie fühlen sich letztlich mit dem Körper, in dem sie geboren wurden, wohl. Die geschlechtliche Grundaussage ihres Körpers ist einfach stimmig für sie.

    Und dennoch FÜHLEN sie sich dem „anderen“ (sozialen) Geschlecht zugehörig.

    Motivationen für einen sozialen Geschlechtsrollenwechsel gibt es reichlich. Eine gesamtkörperliche Diskrepanz dagegen fühlen offensichtlich die wenigsten… – nicht wenige bestreiten sogar die Existenz einer gesamtkörperlichen Diskrepanz, die Existenz des Syndroms, welches wir brain sex Body Discrepancy Syndrome (bsBDS) nannten.
    Nun ja… – wer das Crepe (abgeleitet von DisCREP(E)ancy in bsBDS und ebenfalls englisch gesprochen) nicht selbst fühlt…
    Gerade auch „transsexuelle“ Menschen verleugnen bzw. widersprechen, dass sie das bsBDS haben, halten es für Schwachsinn. Sie fühlen das Crepe nicht.

    Von mir aus… – müssen sie ja auch nicht… – dann wechseln sie die soziale Geschlechtsrolle eben aus anderen Motivationen heraus. Kann ja jede/r halten wie sie/er will.

    Jedoch gibt es bereits Ärzte und Wissenschaftler, die ebenfalls erkennen, dass es die gesamtkörperliche Diskrepanz gibt, z. B.:
    http://www.trans-health.info/2012/11/vortrag-in-wien.html?showComment=1355513315538#c8841016603800585834

    Wenn es nach den Gender-Gleichmachern geht, ist jeder Mann eine Frau und jede Frau ein Mann – von der Biologie des Körpers einmal abgesehen.
    Diejenigen, die das (soziale) Geschlecht wechseln wollen, brauchen es nur zu WOLLEN und sich ein wenig anzustrengen.
    Interessant finde ich dabei, wie sehr maskulin und wie wenig feminin doch so manche Menschen, die sich entschlossen, Frau zu WERDEN (ach nein, an sich waren sie ja schon immer auch Frau), auch nach Jahren der Übung noch wirken… – und ich meine hier nicht die gesamtkörperlichen Merkmale, die immer mehr ja ohnehin nicht mehr rekonstruieren lassen wollen.

    Oder fehlt ihnen einfach nur die Affinität zu weiblicher Mimik, Gestik, Feinmotorik, Denkstrategie usw.?
    Und warum passt die Ausstrahlung der Betroffenen dann so oft doch nicht?
    Nur: wie kann das sein, wenn jeder Mann doch AUCH gleichzeitig Frau ist?

    Ich hatte auch schon einmal einen Text zum Emanzipationsnotstand/-potenzial der Männer verfasst, der thematisch ganz gut mit hinein passt, wie ich finde.
    Ich poste den Link hier einmal, dann muss ich das nicht alles hier hinein kopieren: http://keydielyn.blogspot.de/2012/12/emanzipationspotenzial-der-manner.html
    Diese Blogbeitrag wurde zudem von Dr. Haupt (www.trans-health.info) kommentiert.

    LG
    Keydie Lyn

    • @Keydie

      „Oft geht das dann ja noch mit der Differenzierung nach weiblichen und männlichen Anteilen einher… – sie sind ENDLICH Frau, können ihre sog. “weiblichen Anteile ausleben” und unterdrücken dabei dann die sog. “männlichen Anteile” in sich. So liest man es jedenfalls immer wieder.“

      Ich kann mir vorstellen, dass man dann wieder andere Sachen vermisst oder sich stärker bewußt macht, die man vorher gar nicht so richtig registriert hat.

      „Interessant finde ich dabei, wie sehr maskulin und wie wenig feminin doch so manche Menschen, die sich entschlossen, Frau zu WERDEN (ach nein, an sich waren sie ja schon immer auch Frau), auch nach Jahren der Übung noch wirken… – und ich meine hier nicht die gesamtkörperlichen Merkmale, die immer mehr ja ohnehin nicht mehr rekonstruieren lassen wollen. Oder fehlt ihnen einfach nur die Affinität zu weiblicher Mimik, Gestik, Feinmotorik, Denkstrategie usw.? Und warum passt die Ausstrahlung der Betroffenen dann so oft doch nicht? Nur: wie kann das sein, wenn jeder Mann doch AUCH gleichzeitig Frau ist?“

      Es ist bei einer Theorie, die pränatale und postnatale Einwirkungen von Testosteron einbezieht, ebenso wie eine gewisse Prägung und Gewöhnung, vielleicht besser zu erklären als bei absolut frei wählbaren Geschlechterollen. Ich denke, dass wir auch viele der Signale stark unterbewusst aufnehmen und uns deswegen solche unstimmigkeiten auffallen, auch wenn wir sie nicht so bewusst benennen können

      • Keydie: “Oft geht das dann ja noch mit der Differenzierung nach weiblichen und männlichen Anteilen einher… – sie sind ENDLICH Frau, können ihre sog. “weiblichen Anteile ausleben” und unterdrücken dabei dann die sog. “männlichen Anteile” in sich. So liest man es jedenfalls immer wieder.”

        Christian: „Ich kann mir vorstellen, dass man dann wieder andere Sachen vermisst oder sich stärker bewußt macht, die man vorher gar nicht so richtig registriert hat.“

        Prüft man sich dann nicht vorher eingehend selbst, bevor man diesen Schritt des sozialen Geschlechtsrollenwechsels durchführt?
        Führt man keine tiefgehende Selbstreflektion durch, bevor man das Risiko somatischer Maßnahmen eingeht? Wobei: Selbstreflektion ist wohl leider auch nicht wirklich jedermanns Stärke.
        Fürchtet denn niemand sich das bsBDS einzufangen, wenn er/sie ohne das bsBDS zu haben, ohne das Crepe zu fühlen, somatische Maßnahmen durchführen lässt?

        Und selbst OHNE somatische Maßnahmen hat ein sozialer Geschlechtsrollenwechsel für die Betroffenen ja durchaus auch negative Folgen, wie z. B. (teilweise) Verluste des sozialen Umfelds, Verlust des Arbeitsplatzes usw.

        Es ist ja durchaus bekannt, dass Menschen hohe Risiken eingehen, um DEN Kick schlechthin zu erleben, um ihren Spaß zu haben.

        Geht es so manch Betroffenem vielleicht lediglich um seinen Spaß, um sein Wohlgefühl, um den Kick? Und das um JEDEN Preis?

        Da der sog. „Op-Zwang“ wegfiel, geht im Grunde genommen niemand mehr ein körperliches Risiko ein, wenn er/sie sich als „transsexuell“ selbst diagnostiziert.
        Man braucht nur 2 Gutachten, die bestätigen, dass man transsexuell „ist“ und man IST es ja, weil man es TUT (bei Transsexualität handelt es sich um einen Vorgang, um eine Handlung (trans = lat. für hinüber/jenseits, sex = körperliches Geschlecht) und ein Vorgang / eine Handlung kann man nicht sein, genauso wenig wie man eine Krankheit sein kann, die man hat) und man bekommt seine Vornamens- und Personenstandsänderung… – und man bekommt sie selbst dann, wenn man es NICHT TUT (also KEINE somatischen Maßnahmen durchführen lässt, den Vorgang also NICHT durchläuft).

        Eine seltsame Logik…

        Ich behaupte einmal, dass JEDER, der sich in Foren und SHGs hinreichend informiert und sich nicht ganz dusselig anstellt, es schaffen kann die Diagnose F64.0 zu erhalten und die 2 Gutachten für die Vornamens- und Personenstandsänderung zu bekommen… – wirklich JEDER…

        Dass vor allem „transsexuelle“ Menschen sagen, dass jeder nur für sich selbst diagnostizieren kann was er/sie IST, macht es noch einfacher.

        Gleichzeitig gehen offensichtlich viele „transsexuelle“ Menschen davon aus, dass diese Selbstdiagnose absolut fehlerfrei ist. Seltsam ist, dass wohl außerdem davon ausgegangen wird, dass die Ausgangsbasis, auf der die Überlegungen und Selbstreflektionen stattfinden, immer den Tatsachen entspricht.
        JEDE/R der/die sich also als „transsexuell“ selbst diagnostiziert, der/die IST es auch und daran gibt es absolut nichts zu rütteln. SO bekam ich es schon oft zu lesen.
        Damit ist JEDER Mann, der sie eigentlich nicht ist, eine Frau und JEDE Frau, die er eigentlich nicht ist, ist damit ein Mann.
        Denn JEDER Mensch, der z. B. sagt er wäre eine Frau IST es dann auch. Von außen könne man das ja nicht erkennen, denn man kann ja nicht ins Gehirn sehen.
        Blöd nur, dass es Menschen gibt, die es dennoch erkennen können. Man kann es zudem auch heraus fragen, denn selbst, wenn man nicht direkt in das Gehirn SEHEN kann, kann man heraus fragen, was in dem Gehirn darüber gespeichert ist.

        Zudem wird gerne der Leidensdruck aus der Diskrepanz zwischen dem eigenen Wesen, dem Sein, dem Ich und der sozialen Geschlechtsrolle, in die man hinein geboren wurde, VERWECHSELT mit dem Leidensdruck der aus dem brain sex Body Discrepancy Syndrome (bsBDS) erwächst, der ROLLEN-Leidensdruck wird also auf den eigenen Körper projiziert, wobei „Körper“ dazu nicht selten auch noch individuell ausgelegt wird, z. B. Körper = Genital.

        Und natürlich gibt es auch hier die Gleichmacherei… – ALLE „transsexuellen“ Menschen wären gleich, ALLE tun es aus den gleichen Gründen…

        Aber das ist leider völlig falsch.

        Diese Gleichmacherei macht es aber jenen, die sich im Grunde genommen nicht wirklich ihres SEINS sicher sind einfacher, sich in der großen Menge zu verstecken.

        Sobald jemand beginnt zu differenzieren, wird er/sie beschimpft… – als jemand, der/die ausgrenzt, diskreditiert und diskriminiert.
        Die Differenzierung wird nicht als Chance erkannt sich wirklich selbst zu erkennen und viele fühlen sich sofort ausgegrenzt und abgewertet.
        Warum eigentlich? Woher diese Angst, warum diese Unsicherheit hinsichtlich des eigenen Seins? Sollte man sich nicht sicher sein, wenn man schon die soziale Geschlechtsrolle wechselt und sogar somatische Maßnahmen durchführen lässt?

        Das Crepe fühlen zu müssen ist eine Quälerei. Es gibt aber auch eine nicht unerhebliche zusätzliche Sicherheit, z. B. die Sicherheit mit somatischen Maßnahmen bei medizinisch hoher Qualität keinen Fehler zu machen. All jene, die das Crepe NICHT fühlen, haben diese ZUSÄTZLICHE Sicherheit jedoch nicht.

        Wenn man dann von Menschen berichtet, die trotz aller Warnungen, die sie in den Wind schlugen – und ohne das Crepe zu fühlen – den Vorgang trotzdem durchzogen und dann in vollem Lauf gegen die Betonwand knallten, sie also einen Fehler machten, dann wird das gerne ignoriert, ausgeblendet oder es wird klein geredet, denn es sei ja nur eine kleine Minderheit, die das betreffen würde.
        Und man geht natürlich davon aus, dass man niemals zu dieser Minderheit gehören wird und alle Betroffenen um einen herum ebenfalls nicht.

        Allerdings ist kaum anzunehmen, dass ALLE diejenigen, die einen Fehler machten, dieses mit wehenden Fahnen überall im Internet verkünden würden.
        Sich selbst Fehler einzugestehen ist wohl doch eher unbeliebt, man verliert ja zudem sein Gesicht. Manche trauen sich deshalb dann auch nicht mehr zurück, obwohl sie es sich wünschen. Noch schwieriger wird es, wenn schon somatische Maßnahmen durchgeführt wurden.

        Wie hoch ist wohl die Dunkelziffer der Rückkehrer?

        Wie sieht das zudem mit den weiblichen und männlichen Anteilen aus? Ist die Definition nicht womöglich individuell?
        Wie will man daraus ableiten, ob man eine Frau ist oder ob man ein Weibsmann ist?

        Oh… – ich weiß… – da habe ich jetzt wieder etwas geschrieben… – ein Weibsmann zu sein ist ja in dieser Gesellschaft verpönt, da wird man doch besser gleich zur Frau…

        Womöglich daher auch die Angst doch keine Frau zu sein? Denn als weiblicher Mann zu gelten scheint in vieler Augen ja ein no go zu sein.

        Warum eigentlich?

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