Costly Signals und Kultur

Aus meiner Sicht ist das Setzen von Signalen für die verschiedenen Aspekte von „Guten Genen“ ein Aspekt, der gerade beim Menschen vieles erklärt. Hiergegen wurde bereits eingewendet, dass die ursprüngliche Bedeutung von „Costly Signals“ wesentlich enger war und sich insbesondere auf körperliche Merkmale bezog und die Kosten dort meist wesentlich deutlicher erhöht wurden, etwa durch eine höhere Chance getötet zu werden, weil man durch lange Schwanzfedern eingeschränkt ist.

1. Lohnt sich Signaling nur bei sehr hohen Kosten?

Das Prinzip hinter dem Setzen von Signalen ist, dass diese den eigenen Wert gegenüber einem potentiellen Partner (sei es für Kooperation oder Fortpflanzung) signalisieren sollen. Bei nahe jeder menschlichen Interaktion ist dies von Relevanz, da immer die Frage ist, ob derjenige, mit dem man sie durchführt, der richtige ist, man ihm vertrauen kann, man nicht einen besseren bekommt. Bei jeder menschlichen Interaktion ist es daher wichtig, der anderen Seite die notwendigen Zeichen hierfür so deutlich wie möglich zu übersenden und es ist im Gegenzug für den Empfänger wichtig, diese Zeichen zu empfangen und „ehrliche Signale“ von „unehrlichen Signalen“ zu unterscheiden. Um so kooperativer dabei eine Spezies ist, um so weniger können solche Signale über „Kann sich vor Raubtieren schützen trotz Nachteil X“ gesendet werden. Diese haben in einem auf Handel ausgerichteten menschlichen Zusammenleben schlicht keinen Raum. Im übrigen kommen Signale außerhalb dieser Kategorie auch bei Tieren vor. Der komplizierte Gesang der Singvögel und dessen fehlerfreie Wiederholung zeigt beispielsweise an, dass dieser Teil des Gehirns fehlerlos erstellt ist und damit einen genetisch hohen Wert besitzt, was dann auf den übrigen Genanteil hochgerechnet wird. Komplizierte Balztänze haben eine ähnliche Funktion.

2. Intelligenz erzeugt Komplexität, Komplexität schlägt sich auch in den Signalen nieder

Ein weiterer Faktor ist, dass es in einer intelligenteren Spezies mit einem komplexen Sozialleben zu erwarten ist, dass der Partnerwert gerade auch über die Fähigkeit, in sozialen Situationen zu bestehen, dargestellt wird. Denn gerade im Zusammenspiel mit anderen und in der Konkurrenz mit anderen zeigt sich am deutlichsten der Vorteil von Intelligenz. Die Erkennung von „guten Partnern“ ist insoweit gerade unter den Bedingungen, in denen Menschen leben und evolviert sind, eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann. Daraus wiederum folgt, dass auch das Senden solcher Signale von überaus hoher Wichtigkeit ist. Deswegen ist es gerade in solchen auf hohe Zusammenarbeit ausgelegten Arten zu erwarten, dass die Position in der Gruppe, die Bündnisse, die bereits bestehen, die Ressourcen, die man gegen andere verteidigen kann oder von ihnen zugewiesen bekommt, als Signale ausgewertet werden. Um so komplexer ein Lebewesen in ein Beziehungsnetz eingebunden ist und um so eher das Lebewesen durch Arbeitsteilung und Zusammenarbeit Vorteile erlangen kann, um so eher ist es auf Signale angewiesen.

3. Kultur als Signal

Bei dieser Betrachtung ist es zu erwarten, dass Lebewesen, die ein besonders starkes Interesse an der Darstellung von Signalen und deren Erkennung haben, soziale Praktiken entwickeln, die gerade dieser Darstellung dienen. Soziales Interesse der jeweiligen Lebewesen wird gerade auf die Erkennung von Signalen und die Erlangung von Darstellungsmöglichkeiten gerichtet sein.

Darunter würden fallen:

Nimmt man all diese Bereiche, in denen Menschen Signale aussenden sollten, um ihren Wert anzuzeigen, dann wird deutlich, dass Costly Signals einen großen Teil der heutigen Kultur ausmachen oder auf diese zuzurückzuführen sind. Dabei greifen die Kategorien natürlich auch ineinander. Insbesondere bewirken viele Zeichen einen sonstigen hohen Wertes auch eine Erhöhung des Partnerschaftswerts für das andere Geschlecht.

4. Wandelbarkeit von Signalen

Weil die Art, nach der man diese Eigenschaften demonstrieren kann, auch davon abhängen, inwieweit Technik und Kultur oder andere Ausprägungen die Darstellung erlauben, kann ein Signal, welches früher ehrlich war, heute aussagelos sein.

Beispielsweise wäre in der Steinzeit die Herstellung oder der Besitz eines fehlerlosen Tontopfs (symmetrisch, ohne Ungenauigkeiten in der Ausführung etc.) ein Zeichen sowohl hoher Handwerkskunst als auch hoher Ressourcen gewesen. In Zeichen industrieller Herstellung ist aber Perfektion die Norm und nur ein zeichen der zeitunaufwändigen Herstellung, ein Tonkrug (zB als Blumentopf), der Unperfektheiten aufweist, kann heute als Zeichen einer Zeitaufwändigen manuellen Herstellung gerade aufgrund dieser ein besseres Zeichen sein.

Ebenso kann ein überaus verzierte Kleidung aus Seide, mit filigranen Schuhen auf Absätzen und Spitzenkragen ein Zeichen dafür gewesen sein, dass man sich zum einen die teure Seide leisten konnte (Ressourcen) und zum anderen nicht körperlich oder auch gar nicht arbeiten musste, weil andere dies für einen machen (Status). Mit einer Steigerung von Tätigkeiten im geistigen Bereich sinkt hingegen der Nutzen hiervon, zudem drückt praktischere Kleidung dann wieder eher Kooperationsbereitschaft aus, also auch die Bereitschaft wertvolle Arbeit zu leisten aus, die in einer Leistungsgesellschaft wichtiger ist als in einer Ständegesellschaft.

In einer Gesellschaft, in der mangels effektiver Verhütung sexuelle Treue besonders wichtig war, mag die Keuschheit und Unberührtheit einer Frau als Signal betont werden, während in Zeiten effektiver Verhütung Treue in einer Beziehung Keuschheit als Signal ablehnt und sexuelle Signale eine höhere Bedeutung erhalten. Eine Frau, die sich früher für Nacktfotos zur Verfügung gestellt hat, hat in bestimmten Bereichen Signale gesetzt, die negativ waren, etwa indem sie die üblichen Signale von Keuschheit und Unberührtheit durch starke sexuelle Signale überlagerte. Da heute diese Werte kulturell herabgestuft sind und emotionale Treue wichtiger ist, fällt der Malus in diesem Bereich teilweise Weg und die stärkere Aufwertung sexueller Signale führt dazu, dass das Ausziehen für den Playboy gesellschaftsfähig geworden ist. Auch heute aber müssen bestimmte Regeln eingehalten werden, die die Bilder „Stilvoll“ im Gegensatz zu „billig“ machen, wobei der Unterschied meist daran liegt, dass in den Bildern zwar eine Bewertung des Körpers (=Rückschluss auf „gute Gene“) erlaubt wird, aber ein sexuelles Anbieten durch entsprechende, den Sex ermöglichende Stellungen und die Betonung der eigenen sexuellen Erregung unterbleibt.

Solange die Macht von Kirchen besonders hoch war, konnte Religionszugehörigkeit ein Costly Signal dafür sein, dass man Bestandteil der Gruppe ist und insofern kooperationsfähig, dass man einen normalen sozialen Umgang pflegt (im Gegensatz dazu mit dem Teufel im Bunde zu sein).

5. Aufnahme als Zeichen trotz heute fehlender Ehrlichkeit

Viele Zeichen, die heute kulturell bestehen, fehlt es allerdings aufgrund des technischen und kulturellen Wandels an Ehrlichkeit. Weil sie aber einmal Costly waren, nehmen wir sie teilweise auch heute noch als Costly wahr. So ist der Besuch in einem feinen Restaurant insbesondere deswegen als Zeichen interessant, weil die Bediensteten einem besonders zuvorkommend und ehrergiebig behandeln und dabei selbst Zeichen eines hohen Status über ihre Kleidung tragen. Ebenso dient der Preis als Costly Signal von Ressourcen, obwohl diese heute auch mit einem normalen Gehalt zu stemmen sind. Ebenso können zB falsche Brüste als Imitat guter Gene gefallen, obwohl wir wissen, dass sie falsch sind. Und die Anonymität und der in das Berufsleben verlagerte Wettbewerb der heutigen Welt in Vergleich zu steinzeitlichen Welten erlaubt uns stärker, auch Statusverhalten, welches eigentlich nicht zu unserem Status passt vorzugeben. Es bestehen also viele Möglichkeiten, heute Zeichen, die früher eine hohe Aussagekraft hatten, zu fälschen.

25 Gedanken zu “Costly Signals und Kultur

    • Vielleicht ist gerade mit dem gestrigen Beitrag alles hier unzumutbar frauenfeindlich geworden?

      Oder der aktuelle Beitrag liefert keiner Seite im evolutionären Geschlechterkampf eine Aussicht auf befriedigende Selbstdarstellung?

      Ich glaube ja das was früher mal „sex sells“ hieß bald „gender sells“ heißen wird.
      Die Geschlechter werden nicht mehr kopulieren, wir sind ja auch mit einem Altersdurchschnitt von 44 schon bald zu alt für so einen Kinderkram, sondern statt sich per „Speed Dating“ zu finden im „Gender Battle“ mit „Speed Hating“ versuchen werden den Gegner zu vernichten.

    • „wie? noch keine Kommentare? ist das allgemeine Zustimmung oder habt ihr alle gerade zu viel zu tun?“

      Beides in meinem Fall.

      „wie würdet ihr denn die Wichtigkeit der Zeichen und den Zusammenhang mit Kultur einordnen?“

      Wichtigkeit? Immer hoch. Zusammenhang mit Kultur? Der ist natürlich unbestreitbar dar, aber nicht in jeder Hinsicht. Denn nur für manches Signal haben Menschen eine unmittelbare Präferenz, so wie eine Pfauenhenne für die bunten Federn des Pfaus. Für bestimmte andere Signale ist es vermutlich nicht leicht zu sagen, ob eine Präferenz nur erlernt ist durch kulturelle Einflüsse, oder ob sie teils erlernt ist, teils eine echte „tierische“ Präferenz darstellt.

      „Oder der aktuelle Beitrag liefert keiner Seite im evolutionären Geschlechterkampf eine Aussicht auf befriedigende Selbstdarstellung?“

      Das geht notfalls immer!

      „Ich glaube ja das was früher mal “sex sells” hieß bald “gender sells” heißen wird.
      Die Geschlechter werden nicht mehr kopulieren, wir sind ja auch mit einem Altersdurchschnitt von 44 schon bald zu alt für so einen Kinderkram, sondern statt sich per „Speed Dating“ zu finden im „Gender Battle“ mit „Speed Hating“ versuchen werden den Gegner zu vernichten.“

      So weit kommt das noch.

  1. Lohnt sich Signaling nur bei hohen Kosten?

    Mag sein, dass mir hier der Theoretische Hintergrund fehlt, oder ich (Informatiker) zu „Signal“ falsche Assoziationen habe, allerdings halte ich „Signal“ irgendwie für das Beschriebene oft für unpassend.

    „Signaling“ ist die übermittlung von Symbolen, die für etwas stehen.
    Im trivialen Fall Worte. Der Wahrheitsgehalt der Übermittlung spielt keine Rolle. Wenn ich neben einem Auto mit offener Motorhaube stehe, und anderen Fahrern zuwinke, übermittle ich „ich hatte einen Unfall und bitte um hilfe“, egal, ob die Karre tatsächlich kaputt ist, oder ob ich den anhaltenden überfallen will.

    Zurück zum Signalling: Wenn ich sage „Ich verdiene jeden Tag 10.000€“ signalisiere ich Reichtum. Die Nachricht wird codiert (in Worte gefasst), übertragen (gesprochen), decodiert (die Worte werden verstanden und dadurch wieder Gedanken), Signalisierung abgeschlossen.

    Nur, mein Gegenüber ist, da intelligent, einigermaßen geübt darin, Wahrheitsgehalte von Nachrichten zu überprüfen.
    Millionäre sind selten, also ist die Aussage vmtl falsch. Was für anzeichen gibt es, dass ich nicht lüge? Scheine ich den gleichen finanziellen Beschränkungen zu unterliegen, wie nicht-millionäre? Einmal überfliegen: Schuhe, Kleidung, Auto, Haus, Freizeit… sieht alles normal aus. Nope, ich habe gelogen.

    Es reicht also nicht, zu _signalisieren_, sondern ich muss _demonstrieren_. Ich muss etwas tun, was nur möglich ist, wenn meine Behauptung stimmt. Also beispielsweise eine teure Karre fahren, Lokalrunden schmeissen, oder mir meine Kippe mit einem 50er anzünden.

    Das _kann_ für sich auch wieder ein Signal sein, wenn mein Hintergedanke die Kommunikation ist, nur ist das ein fliessender Übergang. Die teure Karre, die zwar meinen Reichtum _demonstriert_ habe ich mir mglw nicht mit dem Hintergedanken gekauft, dass ich das _signalisieren_ will, sondern – wie die Playstation – weil sie einfach spass macht und ein stückchen Lebensqualität ist.
    Gleiches bei Lokalrunden, wobei es da imho schon etwas unwahrscheinlicher ist, und endgültig unwahrscheinlich ist’s dann beim finanziellen Fidibus.

    Im Tierreich würde ich argumentieren, dass es nie wirklich „Signale“, sondern immer „Demonstrationen“ sind.
    Die hüpfende Gazelle teilt sich keinen Symbolpool mit den Raubtieren, so dass sie nachrichten codieren könnte, sie „verhält“ sich einfach, und lässt das Raubtier aus seiner Beobachtung den einzig möglichen Schluss ziehen: es lohnt sich nicht.

    Zur Frage: Es ist imho weniger so, dass sich sich das Signaling nur bei hohen Kosten lohnt, als vielmehr so, dass dem Signalempfänger das Signal selber egal ist (unbedingt glauben, was andere wesen mit anderen interessen behaupten ist sicher kein Evolutionärer vorteil), und er nur die Demonstration bewertet. Und die ist eben keine, wenn sie ohne die Kosten betrieben wird.

    • @ Keppla

      *Es reicht also nicht, zu _signalisieren_, sondern ich muss _demonstrieren_. Ich muss etwas tun, was nur möglich ist, wenn meine Behauptung stimmt. Also beispielsweise eine teure Karre fahren, Lokalrunden schmeissen, oder mir meine Kippe mit einem 50er anzünden.*

      Das genau sind doch costly signals, die schwer zu fälschenden kostenaufwändigen Signale, die darum besonders glaubwürdig sind.

      @ Christian

      Ja, ich bin einverstanden, möchte noch ergänzen, dass Frauen aufgrund ihres vorherrschenden Begehrensmusters Intelligenz bei Männern sehr viel mehr belohnen als Männer Intelligenz bei Frauen, weil Männer Aussehen/Jugendlichkeit wichtiger ist, Frauen (im Vergleich und im Schnitt!) die Darstellung von „Potenz“, eben auch geistiger.

      Frauen half es dagegen nicht viel, potent zu sein, konnten sie doch zum einen nur 1 Kind per annum zustande bringen, egal ob sie mit einem Mann 100 mal schliefen oder mit 100 Männern 1 mal, am Ende kam nur 1 Kind für sie dabei heraus, dessen Überlebenschancen aber größer war, wenn sie es verstanden, einen Versorger – und Beschützermann an sich und SEIN Kind zu binden.

      Was bei Methode 2 eher schwieriger gewesen sein dürfte.

      Außerdem zieht bei einer direkten physischen Auseinandersetzung doch in der Regel die Frau den kürzeren, selbst wenn sie die wesentlich klügere ist.

      Sie braucht also wieder potente Männer, die sie schützen können, die sie bestenfalls instrumentalisieren kann, die sie aber damit auch wieder „einkaufen“ muss, also belohnen.

      All das scheint mir ein wesentlicher Faktor bei der Tatsache zu spielen, dass Hochkultur zum überwiegenden Teil von Männern erschaffen wurde.

      Sie entspringt dem männlichen Balzverhalten, ist Demonstration geistiger Potenz, die Frauen mehr belohnen (bei Männern) als Männer (bei Frauen).

      • @alexander: worauf ich rauswollte, ist, dass mir die Definition von „signal“ hier zu weit gefasst wird. Mal total übertrieben: würdest du sagen, dass ein Kissen dir „Flauschigkeitssignale“ sendet, die dich dazu bringen, dich draufzulegen, oder ist es einfach weich, du erkennst diese Eigenschaft, und nutzt sie?

        Oder würdest du sagen, dass ein Schmetterling durch seine Pseudoaugen „Raubtiersignale“ sendet, anstatt zu sagen, dass die Raubtiere nicht vernünftig in der Lage sind, zu unterscheiden?

        Wie viel von dem, was, in fast schon geisteswissenschaftlichem themaneid „Signal“ genannt wird, ist einfach nur eine nicht zu verbergende Eigenschaft? Wie kann man falsifizieren, dass etwas ein Signal ist?

        • @ Keppla

          Alle Signale beginnen ganz einfach als Merkmale. Erst, wenn das Merkmal verhaltensrelevant wird für andere Individuen, wird ein Merkmal ein Signal, wenn also jemand da ist, der es liest und darauf reagiert.

          Das muss kein bewusstes Lesen sein, Blumen signalisieren den Bienen, wenn sie blühen, dass da Futter zu holen ist.

          Selektion sorgt dafür, dass aus einem Merkmal ein Signal wird.

          Ein „Signal“, dass keine Reaktion auslöst, ist keines, kann so als Signal falifiziert werden.

          (Es sei denn, die Reaktion ist unserer Beobachtung bisher entgangen – alle Aussagen sind ja immer nur vorläufig).

        • Mit „falsifikation“ meinte ich nicht, wie es evolutionär zu Symbolen kommen kann, sondern auf die Theorie bezogen: wie grenzt du ab, was du signal nennst, und was nicht?

          Sendet das Kissen für dich Flauschsignale aus? Warum nicht?

        • @ Keppla

          Das Kissen, da unbelebt, sendet kein Signal. Es wird für mich zum Signal, weil es in mir einen Rezipienten findet, der es als solches liest und versteht.

          Signalsender ist allenfalls der Gestalter des Kissens.

          Er hätte ja versuchen können, mich hereinzulegen, indem er ihm die Anmutung eines Holzklotzes verpasste (oder einem Holzklotz die eines Kissens).

          Hat er aber nicht getan.

          Sondern das Kissen so aussehen lassen, dass ich erkenne: „flauschig und weich“.

          Also hat die spezifische Form des Kissens Signalcharakter, auch wenn das Kissen nicht selbst der Sender sein kann.

    • @ Keppla

      *Die hüpfende Gazelle teilt sich keinen Symbolpool mit den Raubtieren, so dass sie nachrichten codieren könnte, sie “verhält” sich einfach, und lässt das Raubtier aus seiner Beobachtung den einzig möglichen Schluss ziehen: es lohnt sich nicht.*

      Damit codiert sie eben doch, wenn auch nicht willentlich-bewusst.

      In grauer Vorzeit gab es Gazellen, die nicht sprangen, wenn die Raubtierattacke drohte – entweder weil sie zu schwach waren oder nicht „einsahen“, was das bringen soll, so zu „prangen“.

      Die wurden gerissen.

      Einige wenige Gazellen dagegen – reagierten mit Sprüngen, warum auch immer, auf die Bedrohung.

      Raubtier griff an > war seltener erfolgreich, weil nur die fitten Gazellen sich dieses seltsame „nervöse“ Verhalten leisten konnten.

      Die prangenden Gazellen überlebten häufiger > Ausnahmeverhalten wurde allmählich zur Regel ausgelesen.

      Die Raubtiere, die sich auf die nicht springenden Gazellen konzentrierten – warum auch immer – pflanzten sich besser fort und wurden zu den Urvätern/-müttern des Verhaltensmuster „Es ist sinnlos, eine quietschfidele Gazelle zu attackieren!“

      So enstehen Signalsendung und -wahrnehmung blind, ohne willentliche Beteiligung der Sender /Empfänger, indem einfach Verhaltensmuster ausgelesen werden durch Selektion.

      • Damit codiert sie eben doch, wenn auch nicht willentlich-bewusst.

        Dadurch macht man den Begriff des Symbols imho so vage dass er wertlos wird. Wie gesagt: Kissen senden dann Flauschsignale aus, schmetterlinge Raubtiersignale, lahme Tiere „friss mich“-Signale…

        Hier ein Modell von „Signalen“ aufzubauen gibt keinen Vorteil gegenüber dem einfacheren Modell, das man ohnehin braucht: dass Wesen in der Lage sind, Sachverhalte zu erkennen und danach zu handeln.

  2. Die Menschen achten heute zu sehr auf äußere Werte. Die Menschen sollten sich darum bemühen, verstärkt innere Werte wahrzunehmen. Dabei achten Männer mehr auf äußere Werte als Frauen. Eine Frau heiratet z. B. einen Mann, der attraktiv ist, genauso gerne, wie einen Mann, der sehr attraktiv ist. Aber ein Mann heiratet eine sehr attraktive Frau lieber, als eine „nur“ attraktive.

    • Äußere und innere Werte…gute und schlechte Werte…das „Innere“ des Menschen ist ihm selber fremd, so widersprüchlich, verwinkelt und abgründig ist es…

      Einen Frau vögelt lieber mit einem Mann, der attraktiv ist, als mit einem Mann, der unattraktiv ist, aber „innere Werte“ (was´n das eigentlich? Monogames Vermögen, Fleiß, Friedfertigkeit, Belesenheit, Duldsamkeit?) hat.

      Eine Frau bindet sich lieber an einen Mann, der im Zweifel mehr „innere Werte“ als Attraktivität besitzt…er darf um so unattraktiver sein, je mehr er an materiellen Ressourcen und sozialem Status zu bieten hat und je zukunftsgerichteter der weibliche Bindungswunsch (dauerhafte materielle Versorgung, Kinder) ist.

      In Fickportalen daten Frauen (was die Attraktivität angeht) nach oben und Männer nach unten…in Partnerschaftsportalen daten Frauen nach unten und Männer nach oben…

      Innere und äußere Werte…ick lach mir scheckig….

  3. Es passt nicht ganz zum Thema, aber ich möchte es doch einmal sagen. Die heute übliche Rasur im Intimbereich ist verächtlich. Es wird erwartet, dass eine Frau lange Kopfhaare hat. Aber viele Männer erwarten, dass eine Frau im Intimbereich keine Haare hat. Diese Männer sind alle charakterlos oder psychisch krank. Es kann doch nicht sein, dass Haare einmal etwas Gutes sind (Kopfhaar), und einmal etwas Böses (Intimbereich). Aber die Entfernung der Achselhaare ist okay.

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