Selbermach Samstag XVI

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

88 Gedanken zu “Selbermach Samstag XVI

  1. Geoffrey Miller berichtet auf der Webseite von Edge über das Eugenikprogramm der Volksrepublik China, das offenbar nicht nur von der „national-sozialistischen“ Partei-und Staatsführung getragen wird, sondern auch weit über die Partei hinaus Anklang findet unter chinesischen Inellektuellen/Wissenschaftlern, weil es anknüpfen kann an weit in Chinas Geschichte zurückreichende Vorstellungen:

    *The BGI Cognitive Genomics Project is currently doing whole-genome sequencing of 1,000 very-high-IQ people around the world, hunting for sets of sets of IQ-predicting alleles. I know because I recently contributed my DNA to the project, not fully understanding the implications. These IQ gene-sets will be found eventually—but will probably be used mostly in China, for China. Potentially, the results would allow all Chinese couples to maximize the intelligence of their offspring by selecting among their own fertilized eggs for the one or two that include the highest likelihood of the highest intelligence. Given the Mendelian genetic lottery, the kids produced by any one couple typically differ by 5 to 15 IQ points. So this method of „preimplantation embryo selection“ might allow IQ within every Chinese family to increase by 5 to 15 IQ points per generation. After a couple of generations, it would be game over for Western global competitiveness.*

    Zu lesen hier:

    http://www.edge.org/response-detail/23838

    Hatte ich am Donnerstag schon mal gepostet in Rektion auf eine Bemerkung von muttersheera, es aber eigentlich für den Samstag vorgesehen gehabt, deshalb hier noch mal.

    • So this method of “preimplantation embryo selection” might allow IQ within every Chinese family to increase by 5 to 15 IQ points per generation. After a couple of generations, it would be game over for Western global competitiveness.*

      Dies naiv zu nennen ist eine beschönigende Untertreibung.

    • Miller nennt eigentlich nichts Konkretes außer der Möglichkeit für reiche Leute, mehr als ein Kind zu bekommen. (Ansonsten erwähnt er relativ unspektakuläre Dinge wie Urbanisierung, hohe Bildungsstandards und routinemäßige Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft.)

      Dann kommt er auf das von Alexander zitierte Intelligenzforschungsprogramm, nimmt dessen Erfolg schon vorweg und spekuliert darauf, das ein relevenater Teil der Bevölkerung auf künstliche Befruchtung umstellen wird:

      „Potentially, the results would allow all Chinese couples to maximize the intelligence of their offspring by selecting among their own fertilized eggs (…)“

      Interessanterweise scheint er diese Art von Eugenik zu befürworten:

      „Given what I understand of evolutionary behavior genetics, I expect – and hope – that they will succeed. The welfare and happiness of the world’s most populous country depends upon it. (…) My real worry is the Western response. (…) A more mature response would be based on mutual civilizational respect, asking – what can we learn from what the Chinese are doing, how can we help them, and how can they help us to keep up as they create their brave new world?

  2. Selbermach Samstag – juchhuhh, na dann wollen wa mal den Femis so richtig eine…

    …ach was rede ich da? Am besten lehnt man sich zurück, wartet auf den Zusammenbruch der Gesellschaft (vgl. ROSLIN 2012, ROSLIN 2012, ROSLIN 2013) und genießt, wie einige Frauen, denen wohl ein Licht aufgegangen ist, selbst gegen einige feministisch mitbedingte Fehlentwicklungen kämpfen.

    Dieses Exemplar hier

    http://www.bild.de/ratgeber/partnerschaft/heirat/gruende-warum-nicht-verheiratet-frauen-26030990.bild.html

    scheint so eine zu sein.

    Also normal würde ich hier nicht die BILD verlinken, in dem Fall aber kann man es machen.

    Ich selbst muss mir das Buch noch kaufen. Erst hat sie ihre Idee als Artikel verfasst und es gab einen Aufschrei, wie so oft, wenn jemand die Wahrheit, insbesondere die tabuisierte Wahrheit, ans Tageslicht bringt. Dann hat sie es als Buch verfasst.

    Hat es einer und kennt es schon? Ist es gut?

    • Oh sorry, dass sollte natürlich heißen:

      „…wartet auf den Zusammenbruch der Gesellschaft (vgl. ROSLIN 2011, ROSLIN 2012, ROSLIN 2013)…“

    • ich halte die annahme, frauen, die nicht verheiratet sind, wären automatisch zicken und müssten sich ändern, um endlich das lebenziel der frau, die ehe, erreichen, für reichlich dumm.
      vielleicht wollen die gar nicht heiraten. das wäre völlig ok. und ist eh privatsache.

      • „ich halte die annahme, frauen, die nicht verheiratet sind, wären automatisch zicken und müssten sich ändern, um endlich das lebenziel der frau, die ehe, erreichen, für reichlich dumm.“

        Das hat die frau auch so nicht gesagt oder geschrieben, zumindest meines Wissens nach nicht. Sie hat wohl nur gemeint, dass es in einigen oder vielen Fällen von weiblichen Singles so ist. Und das finde ich gar nicht dumm. Wer nicht beziehungsfähig ist, ist nicht verheiratet. Nur logisch. Natürlich folgt daraus nicht, dass jede Frau oder jeder, der oder die nicht verheiratet ist, nicht ehefähig ist.

        „vielleicht wollen die gar nicht heiraten. das wäre völlig ok. und ist eh privatsache.“

        Offenbar wollen es viele und finden keinen aus ihrer Sicht geeigneten. Völlig okay, Privatsache? Ja, solange nicht ein hoher, zweistelliger Prozentsatz oder gar die Mehrheit aller Frauen als Single lebt mit allen erschlagenden demographischen Kosten. In die Richtung entwickelt es sich aber.

        Im Falle der einzelnen Frau bleibt es Privatsache un muss es bleiben. Was die Gesamte Gesellschaft angeht, ist es aber eine der großen Herausforderungen der Zukunft, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Wir werden daran nicht vorbei kommen. Singlegesellschaften ohne genug gesellschaftserhaltenden Nachwuchs kriegen soziale Probleme, die sie sich besser nicht einbrocken.

        • Offenbar wollen es viele und finden keinen aus ihrer Sicht geeigneten. Völlig okay, Privatsache?

          aus individueller sicht ist das sicher nicht ok. aber privatsache ist es allemal. wenn eine frau keinen passenden partner findet, muss das auch nicht zwangsläufig an ihr liegen. es gehören ja immer 2 dazu. und wieso sollte ausgerechnet die frau „falsch“ sein (zicke, flittchen, oberflächlich, lügnerin) und sich ändern müssen? diese zuschreibungen sind ziemlich übel und diffamieren unverheiratete frauen.

          Ja, solange nicht ein hoher, zweistelliger Prozentsatz oder gar die Mehrheit aller Frauen als Single lebt mit allen erschlagenden demographischen Kosten.

          wenn das so ist, dann lebt die entprechende anzahl männer auch als single und verursacht demographische kosten. ich wüsste nicht, warum man dieses problem allein an den frauen festmachen sollte. und schon gar nicht mit den o.g. zuschreibungen. frauen müssen heutzutage nicht mehr heiraten und das ist gut so.

        • @ hottehü

          Natürlich liegt es manchmal auch an den Männern, dass Beziehungen /Ehen erst gar nicht zustande kommen oder scheitern. Allerdings wird den Männern das seit 40 Jahren vorgehalten („Der Mann ist ein sozialer und sexueller Idiot“, „kann besser gucken als denken“, „Egoist“, „halbes Mangelwesen“ u. ä.), während bei Frauen das Kind noch nicht mal dann beim Namen genannt werden darf, wenn krasses Fehlverhalten vorliegt. Frauen gewinnen ja selbst dann Scheidungskriege, wenn sie selbst durch einen oder mehrere Ehebrüche die Ehe zerstört haben, während der Mann gar nichts destruktives getan hat.

          Frauen haben früher übrigens auch nicht heiraten müssen. Die Freiheit, niemals schwanger zu werden und erwerbstätig zu sein, hatten sie fast immer. Ob es gut ist, dass sie nicht heiraten müssen? Ja, aber wenn dann hohe Anteile aller Frauen nicht mehr heiraten, auch wenn sie es auch in diesen Fällen oftmals grundsätzlich wollen, muss eine Gesellschaft nicht hinnehmen, schon gar nicht, wenn die Entwicklung solche Kosten verursacht.

          Nee, alleine an den Frauen festmachen wollte ich das keineswegs. Aber mich dafür einsetzen, dass auch der Anteil der Frauen daran, dass Ehe und Familie immer mehr abgewickelt werden, ganz offen zur Sprache kommt.

        • Nachtrag: Es ist übrigens ziemlich naiv zu glauben, die Monogamie würde immer am Mann scheitern. Was hab ich mir das schon oft im Leben anhören müssen.

          Wenn ihr mal richtige ZUSCHREIBUNGEN und VORURTEILE sehen wollt, dann guckt euch doch mal das hier

          http://www.myvideo.de/watch/4326715/Samajona_Warum

          und vor allem das hier

          an.

          Im Unterschied zu dem, was ich hier (Triggerwarnung an Christian!) in einem solchen vergleichsweise wirklich unbedeutendem Blog poste, sind diese Zuschreibungen durch die Massenmedien gegangen und es wurde damit massiv Geld verdient. Das Lied „Männer sind Schweine“ von den „Ärzten“, die man(n) meiner Meinung nach wegen diesem Lied eher „die Quacksalber“ nennen sollte, war 1998 sogar ein Nr. 1-Hit.

          Hätten sie dasselbe Lied über Juden oder „Neger“ geschrieben, wären sie wegen Volksverhetzung eingebuchtet worden, hätten niewieder auftreten dürfen, weil niemand sie mehr hätte hören wollen außer der NPD, weil sie niemand mehr unterstützt hätte, weil sich die Mehrheit ihrer Fans von ihnen sehr klar (und natürlich auch völlig zurecht) abgewendet hätte.

          Das Brisante an dem „Männer sind Schweine“-Song aus verhaltensbiologischer Sicht: In dem Lied wird es zum Fehler erklärt, wenn eine Frau heiratet. Doch heiraten und Treu sein würde gerade das verhindern bzw. unwahrscheinlicher machen, was in dem Lied sonst lauthals beklagt wird, nämlich dass die Frau mit falschen Versprechungen ins Bett gelockt, dort sexuell ausgenutzt und dann am nächsten Morgen weggekickt wird.

        • scheidungskriege können ja erst stattfinden, wenn es bereits eine ehe gab. um diese frauen geht es also nicht.

          „Hätten sie dasselbe Lied über Juden oder “Neger” geschrieben, wären sie wegen Volksverhetzung eingebuchtet worden“

          jau, das gilt 1:1 für die tipps aus dem buch auf bild.de

          „Doch heiraten und Treu sein würde gerade das verhindern bzw. unwahrscheinlicher machen, was in dem Lied sonst lauthals beklagt wird, nämlich dass die Frau mit falschen Versprechungen ins Bett gelockt, dort sexuell ausgenutzt und dann am nächsten Morgen weggekickt wird.“

          wär mir neu, dass man das mit heiraten verhindert.

        • @ Matthias

          Die Ärzte ist zwar ein beliebtes Beispiel für Misandrie in den Medien, aber leider ein schlechtes. „Männer sind Schweine“ ist doch eine Parodie auf protestantisch-feministische Klischees. Die Ärzte haben sicher das ein oder andere Mal das Urteil „Sexismus“ auf sich gezogen, z.B. „Claudia hat nen Schäferhund“.

        • @ hottehü

          Scheidungskriege gibt es aber nicht nur, weil Menschen heiraten, sondern z. B., weil aufgrund des hohen Singleanteils in der Bevölkerung viele Ehen kaputtgehen. Oder weil viele Menschen, auch weibliche, nicht ehefähig sind. Mit heiraten kann man es verhindern? Kann man teilweise – Monogamie verringert das Konfliktpotential zwischen den Geschlechtern, zumindest aus verhaltensbiologischer Sicht.

          @ ichichich

          Ich werde den Fall prüfen – danke für den Hinweis. Ich glaube nicht, dass das Lied überall als Parodie angekommen ist. Der Text ist ein bisschen sehr heftig. Haben sich denn die Ärzter mal dazu geäußert, dass sie das wirklich nur als Parodie gemeint haben?

        • So, und jetzt kostet & seht, oder hört besser die moderne, westliche junge Frau von heute in ihrer engelsgleichen, wunderbaren und gar nicht sexistischen Tonalität & Wortwahl – viel Spaß! (Und immer dran denken: Solche Lieder mit umgekehrten Geschlechterrollen wären bei gleicher Tonalität und Wortwahl nicht möglich gewesen!)

          Nee, also dann lieber 50er Jahre, Försterliesel und überhaupt Heimatfilme.

        • @ Matthias

          „Haben sich denn die Ärzter mal dazu geäußert, dass sie das wirklich nur als Parodie gemeint haben?“

          Keine Ahnung, aber ich habe mich schon bei Arne Hoffmann gewundert, dass er das Beispiel angeführt hatte. Ich würde aber jede Wette eingehen, dass er parodistisch gemeint ist, gerade im Kontext dessen, was die Band sonst noch macht, würde ich jede Wette eingehen. Man muss die Sachen m.E. vor dem Punk-Hintergrund der Ärzte sehen. Ich glaube, in Wirklichkeit sind die Ärzte weder frauen- noch männerfeindlich.

          Frauenfeindlichkeit wurde ihnen jedenfalls auch schon wiederholt vorgeworfen:

          „Fans ist die zehn Meter hohe Dame von Live-Konzerten bestens vertraut. Sie wissen auch, dass Gwendoline gefesselt und geknebelt ist. Und genau das kam in der ostdeutschen Stadt nicht gut an. Ein Exemplar der anrüchigen Dame war dort aus Promo-Zwecken (die neue Single „Yoko Ono“ kommt am 5. März in die Läden) an den Mauern eines Kaufhauses angebracht worden und musste nach der Intervention der Frauen-Beauftragten wieder weichen. … So kam u.a. die Scheibe „Die Ärzte“ wegen anzüglicher und sexistischer Anspielungen auf den Index….

          http://www.laut.de/Die-Aerzte/Bei-Gwendoline-ist-die-Luft-raus/07-02-2001

        • „weil aufgrund des hohen Singleanteils in der Bevölkerung viele Ehen kaputtgehen.“

          das liegt doch nicht an den singles, sondern daran, dass niemand mehr aus wirtschaftlicher notwendigkeit heiraten muss.

        • @ ichichich

          „aber ich habe mich schon bei Arne Hoffmann gewundert, dass er das Beispiel angeführt hatte“

          Wenn selbst Arne Hoffmann es anführt, dann ist dies ein starkes Indiz dafür, dass die Ärzte es nicht als Parodie gemeint haben. Er ist Germanist & Medienwissenschaftler und prüft sowas glaub ich ziemlich genau. Er liest hier oft mit und kann, wenn er will, selbst mal was dazu sagen.

          Es ist jedenfalls nicht eindeutig als Parodie/Satire erkennbar. Und seit wann ist es oder war es in den 90er Jahren aus Mainstreammedien-/Political Correctness-Sicht erlaubt, den Feminismus und seine zentralen Botschaften zu parodieren? Die hätten dafür doch gerade in den 90ern bestimmt Ärger gekriegt und wären zensiert worden.

          Die „Ärzte“ mögen keine Sexisten sein, aber Kommerz-Opportunisten.

          Alles, wie üblich, meiner Meinung nach.

        • @ Matthias

          „Wenn selbst Arne Hoffmann es anführt, dann ist dies ein starkes Indiz dafür, dass die Ärzte es nicht als Parodie gemeint haben. Er ist Germanist & Medienwissenschaftler und prüft sowas glaub ich ziemlich genau.“

          Ich glaube, er fand eher den Titel griffig, eine Inhaltsanalyse hat er m.W. nicht gemacht. Mein Studium hatte auch einen starken kulturwissenschaftlichen Einschlag, daher bilde ich mir da lieber mein eigenes Urteil, als mich auf Arne Hoffmann zu verlassen 😉

        • „das liegt doch nicht an den singles, sondern daran, dass niemand mehr aus wirtschaftlicher notwendigkeit heiraten muss.“

          An beidem.

          Oh, sorry, dass hier

          hatte ich ganz vergessen. Stellt euch dasselbe mit umgekehrten Geschlechterrollen vor!

          Würde das dann etwa nicht als „sexistische Kacksch******“ bezeichnet?

        • Ich persönlich halte das Ärzte-Lied für eine Parodie. Die Gruppe hat alles andere als einen feministischen Hintergrund, der Text ist komplett überzogen mit seiner Ansammlung von männerfeindlichen Klischees, und die Schlusszeile „Männer sind Autos …“ weist auch darauf hin, dass es nicht ernst gemeint ist. Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass die Gruppe es (neben anderen Gründen) auch deshalb life nicht mehr singen, weil zu viele Fans den Text naiv für bare Münze nähmen.

        • @ Arne

          Mag sein – dennoch aber hätten die „Ärzte“ etwas Vergleichbares niemals über Frauen gesungen oder wären durch massiven Widerstand auf allen Ebenen dran gehindert worden, nicht wahr?

          Über andere Bevölkerungsgruppen, insbesondere Minderheiten (z. B. Homosexuelle eines oder beider Geschlechter, Farbige, Juden, Menschen mit Migrationshintergrund oder speziell Türken) schon gar nicht…

          …die „Ärzte“ haben meines Erachtens eine der zentralsten Botschaften des Radikalfeminismus zum Nr. 1- Hit gemacht und damit viel Geld verdient.

        • @ Arne Hoffmann

          Also findest Du es ok, dass dieses Lied nicht mehr als Beleg für die angeblich allumfassende Mainstream-Misandrie bei wikipedia aufgeführt ist?

        • @ Arne Hoffmann

          Danke für die Aufklärung.

          „auch deshalb life nicht mehr singen, weil zu viele Fans den Text naiv für bare Münze nähmen.“

          Das ist allerdings krass.

        • @Matthias
          Der Erfolg von „Männer sind Schweine“ hing den Ärzten selbst zum Hals raus, wesgwegen sie das Lied auch irgendwann aus dem Live Programm genommen haben.

          Wie man ausgerechnet DÄ in die Nähe des feministischen Mobs bringen kann, ist mir unbegreiflich.
          Wahrscheinlich wegen dem Lied ♀ / „Mädchen mit den Latzhosen“.

          U.a. in anbetracht der Zensurgängelei wie z.B. nach dem „Ab 18“ Album und „debil“ würde ich ihren Humor nicht gerade als politisch oder feministisch angepasst einordnen.

          oder etwas älter :

          bzw. ganz alt (Game-Bezug? 😉 ):

        • @matthias

          *Das Brisante an dem “Männer sind Schweine”-Song aus verhaltensbiologischer Sicht: In dem Lied wird es zum Fehler erklärt, wenn eine Frau heiratet.*

          Das ist sogar Frauenfeindlich, vor allem Frauen sehnen sich nach Heirat.

          Aussage in der Art: „Was du willst mich heiraten? Das geht nicht, ich bin ein Schwein.“.

          Perfide geknebelt mit populären Vorurteilen, vor allem wenn sich die Heiratswillige an eigene Äußerungen erinnert fühlt … da muss sie noch etwas Graß drüber wachsen lassen … fünf Minuten…

          Bei Tic-Tac-Toe lässt sich hingegen kaum so eine „Feinsinnigkeit“ erkennen.

          Pubertäre Hartz4 Ghetto Power Grrrlzz. Wahre Kunst.

        • @ Borat

          „Das ist sogar Frauenfeindlich, vor allem Frauen sehnen sich nach Heirat.

          Aussage in der Art: “Was du willst mich heiraten? Das geht nicht, ich bin ein Schwein.”.“

          Das Ganze wird noch saftiger wenn Mann es unter
          der Tatsache sieht, dass viele Frauen von
          Schweinen und Arschlöchern geradezu magisch
          angezogen werden.

        • @Matthias:
          „Und das finde ich gar nicht dumm. Wer nicht beziehungsfähig ist, ist nicht verheiratet. Nur logisch.“

          Hä? Nö. Wieso soll zwischen diesen beiden Größen zwangsläufig ein Zusammenhang bestehen?
          Wenn jemand – aufgrund welcher Bedürfnisse auch immer – so ein Ritual wünscht, sagt das erst Mal nur was über seine Wünsche. Ob deshalb auch eine sogenannte Beziehungsfähigkeit vorliegt (müsste man eh erst mal definieren, was das sein soll), ist eine völlig andere Frage.

        • @ Seitenblick

          Es geht nicht so sehr um das Ritual der Hochzeit hier. Wer nicht beziehungsfähig ist, ist eher nicht bzw. weniger lang im Leben verheiratet. Das ist logisch.

          Dass es einen zwangsläufigen Zusammenhang gibt, habe ich nirgendwo behauptet.

          Aber das ist auch einer der Schattenseiten, wenn man seine Meinung sagt. Man ärgert sich hinterher nur darüber, wie viele einen falsch verstanden haben und wieviel man richtig stellen muss.

        • @Matthias:
          Ich wollte mit meiner Frage bzw. meinem Hinweis keine sprachliche Haarspalterei betreiben.

          Mir geht es um eine Sachfrage. So wie ich das sehe, gibt es recht viele Menschen, die ihre Beziehungen ohne so etwas wie Ehe leben. Hat für die einfach nichts miteinander zu tun. „Funktioniert“ u.U. trotzdem.

          Ich halte deshalb die Frage „Ehe oder nicht Ehe“ für ein nur wenig aussagekräftiges Werkzeug, wenn man etwas darüber erfahren will, wie Menschen ihre Beziehungen sehen und leben. Das taugt nur in bestimmten Fällen als Indikator.

          Der Satz „beziehungsfähige Menschen haben längere Beziehungen“ würde für mich die Sachlage besser treffen. Ist erst mal plausibel bis zur Widerlegung. Der Überraschungseffekt ist dafür etwas begrenzt.

  3. Tugendterror: 20 Jahre Politische Korrektheit
    „…Tugendterror. Das Wort entstand in der Französischen Revolution, als sie schon alle Masken fallen gelassen hatte. Am Anfang hatte sie sich noch als Mittel zur Befreiung der Menschheit ausgeben. Begeistert begrüßt auch von deutschen Schriftstellern wie Hölderlin und Komponisten wie Beethoven. Goethe jedoch blieb skeptisch ….“

    http://www.preussische-allgemeine.de/nc/nachrichten/artikel/tugendterror-20-jahre-politische-korrektheit.html

    • Für alle, die nicht draufgeklickt haben oder denen dieser über 16seitige Text zu lang war (Weil es hier keiner kommentiert, wird es oft wohl so sein.) : Hier mein persönliches Best of. Eignet sich wie der Originaltext gut zum weiterverbreiten, den Original-Link z. B. verlinkt unten in jeder E-Mail, die man schreibt, oder Ausdrucken und z. B. im Zug liegen lassen usw.

      „Ein junger Maler erzählt mir, dass seine Partnerin das ungeborene Kind erst nicht wollte, dann aber doch bekam. Als es wenige Monate alt war trennte sich das Paar und die Mutter zog mehrere hundert Kilometer weit weg in die Nähe ihrer Eltern. Es war dem dann arbeitslosen jungen Mann kaum möglich sein Kind zu sehen, weil er sich die Fahrtkosten finanziell nicht leisten konnte. Einige Male stand er nach zweistündiger Autofahrt auch noch erfolglos vor verschlossenen Türen, obwohl ein Besuchstermin zuvor telefonisch vereinbart und sogar über das Jugendamt besprochen war. Seine Tränen hat er dann mit lauter Musik erstickt, eine Weile im Auto vor der Tür gesessen. Seine Hoffnung, die im Hause wohnenden Großeltern würden ein Einsehen haben, erfüllte sich nicht.“

      „Ich habe oft erlebt, wie zerstritten ein Elternpaar sein kann und das tut mir im Interesse des betroffenen Kindes unendlich leid. Eine Mutter übergibt den Säugling im Kinderwagen mit einem Zettel auf der Bettdecke an den Vater und dreht sich dann wortlos um. Solches Verhalten halte ich für keine gute Lösung. Ich kann berichten, dass dieses Paar sich nach etlichen schwierigen Monaten versöhnte. Heute lebt die Familie wieder zusammen und ein weiteres Kind wurde geboren.“

      „Ein anderer Vater berichtete mir, dass er die Polizei anrief, weil Frau und Kind am Abend immer noch nicht zu Hause waren. Er machte sich Sorgen um die beiden. Klar, es kriselte in der Beziehung, aber, er hätte sich nicht ausmalen können, dass die Partnerin tatsächlich mit dem Kind ins Frauenhaus gegangen sein könnte. Doch so war es! Der Mann beteuerte mir gegenüber aber, keine Gewalt ausgeübt zu haben.
      Das Ergebnis für ihn war, dass er seinen Sohn wochenlang nicht sehen durfte. Nicht nur das. Er musste gerichtlich Umgang durchsetzen und erhielt dann nur die Möglichkeit das Kind im begleiteten Umgang, also unter Aufsicht, zu treffen. Es fiel dem Vater nicht leicht, so unter den Augen einer Aufsichtsperson entspannt mit dem Kind zu spielen. Die Anzeige der Frau verlief im Sande und er wurde nicht verurteilt, aber der Makel blieb und wirkte sich maßgeblich auf das gesamte Scheidungsverfahren aus.“

      „Einige Väter können ihre Kinder während eines Umganges nicht zum Arzt bringen, weil die Mutter die Krankenkassenkarte nicht herausrücken möchte. Es wird manchem Vater verwehrt an der Einschulungsfeier, der Konfirmation oder ähnlichen wesentlichen Lebensereignissen des Kindes teilzunehmen. Ihnen wird manchmal sogar von der Partnerin gedroht, die Kinder gefälligst nicht mit zu den verhassten Ex-Schwiegereltern zu nehmen, sonst würden die Umgänge zukünftig ausfallen.“

      „Ich habe den Eindruck, dass ein Teil von Frauen eine gelebte und praktizierte Vaterschaft auch als Störung empfindet und mit Gegenwehr reagiert. Es kommt mir so vor, als ob ein Vater, sich erst bewähren und beweisen muss, während eine Mutter qua Geschlecht und Mutterschaft einen Bonus hat. Gerade an diesem Wochenende erzählt mir ein Vater von einer sogenannten ´Begutachtung´. Unter Aufsicht einer Gutachterin brachte er sein Kind zu Bett. Seine derzeitige Lebenspartnerin ist hochschwanger und die Hochzeit steht demnächst an. Dennoch muss er beweisen, dass er ein guter Vater sein kann. Ich finde das bemerkenswert. In einem anderen Fall handelte es sich bei der Begutachtung um einen Lehrer, der zwar im Job mit Kindern arbeiten und allein sein durfte, dem aber sein eigenes Kind verweigert wurde.“

      „Ein Vater berichtete mir, dass ihm Jugendamt und Gericht das Kind mit der Bedingung überlassen hatten, dass er seinen Vollzeitjob aufgeben würde. Er müsse ja schließlich das Kleinkind tagsüber betreuen, hatte man ihm vorgehalten. Der Mann hatte dann seinen unkündbaren Job in einer Behörde aufgegeben und hält sich und das Kind nun seit Jahren mit mehreren Jobs über Wasser. Wäre bei einer Mutter ähnlich geurteilt worden? Ich glaube, wäre hier eine Mutter betroffen gewesen, dann hätte das einen Sturm der Entrüstung gegeben, meinen sie nicht? Warum durfte dieser Vater nicht die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung nutzen? Er erzählte mir auch noch von der Entwicklung und den Schwierigkeiten seines Sohnes im Bildungswesen. Auf meine Frage, wem es von den beiden denn schlechter ginge, antwortete er ´mein Sohn sagt mir´. Es fällt manchen Vätern nicht leicht über die sie belastenden Dinge zu sprechen, sie brauchen jemanden, der ihre Anliegen ernst nimmt und rückhaltlos zuhört.“

      „Warum sollten wir denn eigentlich die männliche Gesellschaft überwinden wollen, wie es im SPD Parteiprogramm heißt? Insbesondere den politisch Linken scheint traditionelle Männlichkeit ein Dorn im Auge zu sein. Vielleicht, weil diese Form von Männlichkeit als aggressiv und zerstörerisch pathologisiert wird? Warum sollten wir Männlichkeit in ihrer Vielfalt und Fülle nicht gleichberechtigt wertschätzen können? Auch die traditionelle. Ich sehe dem Moment entgegen, wo Feuerwehrleute vor dem brennenden Haus erst darüber diskutieren, wer den Mut hat in Rauch, Flammen und Hitze Menschenleben zu retten.“

      „Als ich eine junge Frau war, hieß es raus aus der Küche, weg von den Kindern. Die drei K´s (Kinder, Küche, Kirche) sind uns als nicht emanzipiert verkauft worden. Die Selbstverwirklichung der Frau sollte auf dem Arbeitsplatz stattfinden und keinesfalls in der Familie. Viele Frauen haben den Frauenrechtlerinnen in ihrem Umfeld geglaubt und entsprechende Lebensentscheidungen getroffen, auch heute noch. Es soll für uns Frauen immer nur eine Lösung geben und die heißt raus aus der Enge eines angeblich patriarchalen Familienlebens. Vielleicht fühle nicht nur ich mich betrogen und kann mich des Gedankens vom Feminismus auf einen Irrweg geführt worden zu sein nicht entziehen.“

      „Vor der Unterhaltsreform mussten Männer oft Jahre oder gar Jahrzehnte für ihre Exfrau zahlen, das machte für diese Männer die Neugründung einer Familie schwer oder unmöglich. Ich kenne Männer die über Jahrzehnte ihre Ex-Frau mitfinanzieren. Im Verhältnis dazu war die Ehezeit sehr kurz. Noch mit fast 70 Jahren finanziert ein Mann von seiner Lehrerpension eine arbeitslose jüngere Ex-Frau. Ein Dozent zahlt noch heute Unterhalt an seine halbtagstätige Ex-Frau, obwohl die gemeinsamen Kinder bereits selbst verheiratet sind. Mir kommt das ungerecht vor und nicht gleichberechtigt.“

      „Viel zu schnell werden Abtreibungen vorgenommen, weil die Wahrscheinlichkeitsrechnung schlechte Prognosen stellt, selbst auf die Gefahr hin,
      ein gesundes Kind dabei zu erwischen. Das passiert durchaus nicht selten. Frauen so unter Druck zu setzen ist nicht fair. Die Diskussion über Abtreibung und den § 218 einmal im Kontext der Geschlechterdebatte aufzugreifen erscheint mir problematisch. Ich muss gestehen, es juckt mich aber in den Fingern das zu tun, auch, weil ich sehe, dass die werdenden Väter hier weitgehend ausgegrenzt sind.“

      „Ein unehelicher Vater berichtet mir, dass er mit seiner Partnerin beim Jugendamt war, weil sie das gemeinsame Sorgerecht vereinbaren wollten. Die Jugendamtsmitarbeiterin wies die junge Mutter im Beisein des jungen Vaters eindringlich darauf hin, welche Nachteile ihr Wunsch für sie bringen würde. Er sagt zu mir: ´In diesem Moment bin ich ganz still geworden habe gehofft und gebetet, dass meine Freundin bei ihrer Meinung bleibt und sich nicht überreden lässt´. Ein anderer Vater wundert sich, dass die Ex-Frau Aussagen macht, die darauf schließen lassen, dass die Jugendamtsmitarbeiterin Inhalte des mit ihm geführten Gespräches an die Ex-Frau weitergeleitet hat. Ein anderer teilt mir mit, dass die Mediatorin eine stadtbekannte Feministin ist und er sich in der von der Richterin angeordneten Mediation nicht fair behandelt fühlt.“

      „Ein Vater möchte den Wohnsitz seines Kindes erfahren. Weil die Mutter ohne Probleme einen Sperrvermerk in das Melderegister einbringen kann, ist ihm das aber unmöglich. In einer Gerichtsverhandlung maßregelt der Richter einen Vater, er möge doch schnellstmöglich eine Arbeit finden, damit er Unterhalt zahlen kann. Die Mutter ist Ingenieurin und würde sofort einen Arbeitsplatz erhalten, an sie richtet er sich
      nicht. Es wird im Gerichtssaal auch nicht darüber diskutiert, ob das Kind womöglich tagsüber beim Vater betreut werden könnte, statt die Kita zu besuchen, denn seine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt ist aufgrund seines Alters problematisch. Ich habe viele solcher Geschichten gehört und komme zu dem Schluss, dass wir noch deutlich zu tun haben, wenn wir die Gleichstellungsbedürfnisse von Vätern ernst nehmen wollen.“

      „Die Solidarität zwischen zwei Frauen, der Mutter und einer Fachfrau, ist schnell zu spüren. Auf Anhieb sind Koalitionen geschlossen, die sich gegen einen Mann und Vater richten können. Ich habe das selbst über Jahre praktiziert und kann es bezeugen.“
      „Mir scheint der Mann und Vater steht heute schlecht da, wie im Regen ohne Schirm.“

      „Ist es vorstellbar, dass es auch Nachteile durch Vaterschaft und Familienleben für Männer geben könnte? Mir berichten junge Väter darüber, dass ihr Arbeitgeber Schwierigkeiten macht, wenn sie Elternzeit anfragen. Der Chef droht mit der Aussage, der Mitarbeiter würde seine Beförderung damit aufs Spiel setzen. […]Während es Gang und Gäbe ist Frauen Teilzeit zu beschäftigen tun sich Arbeitsgeber noch schwer damit, das Recht auf Teilzeit auch Männern zuzubilligen.“

      „Ein Vater berichtet, dass ihm das Babyschwimmen sehr viel Spaß gemacht hat, allerdings war er der einzige Mann in der Runde. Ein Witwer erzählt, es sei für ihn mit seinen Kindern auf den Spielplatz einmal problematisch geworden. Er wurde als möglicher Kinderschänder geoutet, nur weil kein anderer Mann auf dem Spielplatz saß und die anwesenden Frauen die Kinder nicht ihm zuordneten.“

      „Väter bekommen nicht annähernd die medizinische oder sonst wie aufgestellte Aufmerksamkeit und Fürsorge, wie sie Frauen mit Eintritt einer Schwangerschaft erhalten. Männer sind jedoch in der Zeit der Schwangerschaft ihrer Partnerin stärker involviert, als wir es bisher wahr haben wollen. Männer sind weder psychisch noch physisch kalt oder tot, Vater zu werden ist immer ein besonderes Ereignis in ihrem Leben.“

      „Während die Frau immer weiß, dass sie Mutter wird, erfährt dies ein Mann nicht sofort mit dem Nachweis der Schwangerschaft. Manchmal erfährt er von seiner Vaterschaft auch gar nicht und manchmal ist das Kind für das er sorgt nicht seines, sondern ein sogenanntes Kuckuckskind. 10 von 350 Kindern dürfen davon ausgehen ein Kuckuckskind zu sein, also nicht den Vater zu haben, den sie glauben zu haben.“

      „Es ist selten die Rede von dem Leid eines Mannes, wenn ihm mitgeteilt wird, dass das ungeborene Kind abgetrieben werden soll. Ungewollte Vaterschaft wird aus Perspektive des betroffenen Mannes kaum empathisch diskutiert, man geht da eher holzklotzartig vor. In unserer Gesellschaft ist das Image der Väter denkbar schlecht.“

      „Heute ist es sehr leicht, den Mann aus den Bereichen Vaterschaft und Familie auszuschließen und es gelingt Frauen und Müttern schnell ihn ´über den Tisch zu ziehen´, wie es der Volksmund formulieren würde. Abserviert und ausgenommen vegetiert so mancher Vater vor sich hin. Fragen Sie mal obdachlose Männer nach
      ihrem Lebenslauf. Wenn man nachhakt, dann wird oft davon berichtet, dass die Scheidung der wirtschaftliche und soziale Knick war, von dem der Mann sich nicht mehr erholen konnte.“

      „Je niedriger das Bildungsniveau des Mannes ist, desto eher nimmt er die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch, was unter Umständen ein fataler Fehler gewesen sein kann und in bösen Erfahrungen endet. Es gibt erfahrene Männer, die anderen Männern dringend abraten sich an Jugendämter zu wenden. Vielleicht macht mancher Mann im Amt deshalb böse Erfahrungen, weil hier Menschen arbeiten, die sich mit der Dichotomie böser Mann- gute Frau arrangiert haben?“

      „Mich ärgert es mittlerweile, wenn über Familienthemen und Familiendramen einseitig parteilich berichtet wird und Väter nicht zu Wort kommen.
      Selten ist die Rede von der ´Ernährerfalle´ in die Männer geraten können, wenn Familienzuwachs gekommen ist. Überaus häufig wird aber von Transferleistungen an alleinerziehenden Frauen berichtet.“

      „Wenn die Frau weniger verdient als der Mann, dann hat er oft keine Wahl, verzichtet auf einen zufriedenstellenden Umgang mit dem Kind und verdient den Lebensunterhalt für die Familie. Solchen Männern wird manchmal sogar noch vorgehalten, sie würden sich aus der Verantwortung für Hausarbeit und Kindererziehung stehlen, weil sie im Job bleiben und sogar Überstunden leisten, um die wirtschaftliche Existenz der neuen Familie sichern zu können.“

      „Es gibt Untersuchungen von Kriegskindern, die vaterlos aufgewachsen sind. Sie hatten signifikant stärkere psychische Probleme. Die 68´er suchten ideologisch idealisierte Ersatzväter und trugen eine tiefe Enttäuschung am Mann und Vater mit sich herum wie es Prof. Franz von der Uni Düsseldorf auf einem Männerkongress formulierte.“

      „Fast jeder kennt einen geschiedenen oder getrenntlebenden Vater, der sich von der Mutter seiner Kinder dominieren lassen muss, um den Kontakt zum Kind nicht zu verlieren.“

      „Inzwischen wird Männern vorgeworfen sie würden so tun, als wären sie Opfer. Warum so tun? Meiner Meinung nach sind sie es auch. Die Opferrolle ist kein Privileg der Frau und ich sehe keinen Grund, eine mögliche Opferschaft der Frau aufzuwerten und die des Mannes kleinzureden. Opfer bleibt Opfer, unabhängig des Geschlechtes muss geholfen werden. So interpretiere ich jedenfalls das Leitbild einer demokratischen, sozialen und christlichen Gesellschaft. Mir haben Männer über Gewalterfahrungen berichtet, die von Frauen gegen sie ausgeübt wurde.
      Ein Vater sitzt mit dem Kind auf dem Schoß im Auto, während die in der offenen Fahrertür stehende Frau auf ihn einprügelt. Ein anderer schildert, dass seine Partnerin ihn schlägt und er sich nicht wehren kann, dagegen aber die Prügel vorbehaltlos einsteckt, unfähig jeder Abwehr. Eine Großmutter berichtet, dass ihr Sohn von der Schwiegertochter geschlagen wird, die Brille sei dabei zu Bruch gegangen und das Gesicht zerkratzt. Eine Bierflasche sei zerbrochen worden, mit der der Mann bedroht wurde. Und eine Tochter berichtet weinend, sie sei mit dem alten Vater gerade von der Polizeiwache gekommen. Sie hätten die derzeitige Lebensgefährtin des Vaters anzeigen wollen. Diese hätte dem Vater schon die Finger gebrochen würde ihn regelmäßig schlagen.
      Gewalt von Frauen gegen Männer ist kein Ammenmärchen und auch kein Kavaliersdelikt. Ein Youtubevideo zeigt eindringlich wie das aussehen kann. Eine gestellte Situation, in der ein Mann öffentlich auf einer Parkbank von einer Frau angeschrien, beschimpft und auch geschlagen wird. Fast alle Passanten gehen daran vorbei, einige lächeln wohlwollend. Auf Nachfrage meint ein Passant, der Mann wird es wohl verdient haben. Ich frage mich, was Männer gegenüber Frauen manchmal so wehrlos macht.“

      „In Studien wurden Männer und Frauen befragt, ob sie im vergangenen Jahr Gewalt gegen die Partnerin/den Partner ausgeübt hätten. Das Ergebnis ist ernüchternd, weil nahezu gleich und deutlich hoch.“

      „Wenn der unter häuslicher Gewalt leidende Mann auch Vater ist, dann wird es ein großes Problem für die Familie. Die Mutter kann sich ins Frauenhaus flüchten, aber wohin geht der Vater? Ein Mann ruft mich an. Er lebt seit mehr als zwanzig Jahren mit einer Frau, die immer wieder zuschlägt. Er sagt, er kann nicht mehr, er weiß aber nicht was er machen soll. Wenn er sie verlassen würde, dann wäre es ihr Untergang, erklärt er mit, denn sie sei auch alkoholabhängig.“

      „Männer, Väter und Jungen haben heute nur wenige Advokaten, nur wenige Menschen, die sich für ihre Sache einsetzen. Zu schnell wird als frauenfeindlich registriert, was männerfreundlich gedacht ist. Dennoch hat sich Männerforschung konstituiert. Sie unterwirft sich aber leider viel zu oft voreilig der Frauenforschung, indem sie sich an dem Selbstverständnis und den Kategorien feministischer Wissenschaft und frauenpolitischer Forderungen orientiert. Männerforschung läuft damit Gefahr an den pragmatischen Bedürfnissen realer Männer vorbei zu laufen und droht auf diese Weise kontraproduktiv zu werden.
      Für Diskriminierungen von Müttern und Frauen sind wir sensibilisiert und seit Jahren engagiert etwas dagegen zu tun. Misandrie und Männerfeindlichkeit, die Abwertung von Männern, Vätern und Jungen wird dagegen oft nicht als das wahrgenommen was es ist – eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes.“

  4. Ey Leute, mir fällt noch was ein, hab ich gerade ausprobiert:

    Geht doch einfach mal auf http://www.google.de und tippt ein

    „Männer“

    „Männer sind“

    „Frauen“

    „Frauen sind“

    „Jungen“

    „Jungen sind“

    „Mädchen“

    „Mädchen sind“

    Und dann kostet & seht den Unterschied!!!

    • In meinem Google sind Frauen glücklicher.

      Vergleiche ich das mit denen die ich draußen so sehe kann ich das nur als Mutmacher- und Durchhalteparole werten.
      Glück kann Frau nicht vortäuschen, der Frust, der Hass, die Überheblichkeit und die damit verbundene Selbstwertschwäche quellen aus jeder Pore.
      Ich denke eher Männer sind glücklicher, aber auch bei denen ist das Frustpotential erheblich.

      Nee halt.

      Welche Frau kann noch glücklich sein wenn ich auch nur in der Nähe bin?

  5. Das Spektakulärste diese Woche war sicherlich die Dank der Notfallärztin bekanntgewordenene Abweisung eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers an 2 Kölner Kliniken aufgrund einer im November in Kraft getretenen, vom Katholiken-Verein ausgearbeiteten, neuen Richtlinie.

    • Theorie und Praxis
      „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Matthäus Kapitel 11, Vers 28
      „Ärztinnen und Ärzte haben ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ihnen bei ihrer Berufsausübung entgegengebrachten Vertrauen zu entsprechen. Sie haben dabei ihr ärztliches Handeln am Wohl der Patientinnen und Patienten auszurichten. Insbesondere dürfen sie nicht das Interesse Dritter über das Wohl der Patientinnen und Patienten stellen.“ Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte §2, Absatz 2

    • Spektakulär? Man nehme ein (natürlich weibliches) Vergewaltigungsopfer, mische etwas katholische Kirche und Abtreibung bei und schon hat man eine tolle Schlagzeile. Ich kann die Story leider nicht ernst nehmen. Ich bin aber auch keine antiklerikal eingestellte Feministin.

        • Tja, männliche (Vergewaltigungs)opfer werden in den Mainstream-Medien überhaupt nicht erwähnt.

          Hast du noch mehr Einzelfallbeispiele oder können wir uns darauf einigen, dass sowas unter „dumm gelaufen“ fällt?

        • Können wir uns nicht drauf einigen, ist nämlich ein Grundsatzproblem der katholischen Kirche – und der von ihr beeinflussten Staatsgewalt. Im Kölner Fall will die Staatsanwaltschaft offenbar nichtmal Anklage gegen die Kliniken erheben, die sich nun versuchen rauszureden, indem sie den jeweiligen Ärzten die Verantwortung für dieses „Missverständnis“ zuschustern.

        • Ergänzung: Meine Äußerung bezog sich nicht auf den Irland-Artikel aus der Süddeutschen. Ich bin gegen ein striktes Verbot von Abtreibung.

        • „Können wir uns nicht drauf einigen, ist nämlich ein Grundsatzproblem der katholischen Kirche – und der von ihr beeinflussten Staatsgewalt.“

          Ich sehe ganz klar eine antifeministische Verschwörung…

        • Hast du noch mehr Einzelfallbeispiele oder können wir uns darauf einigen, dass sowas unter “dumm gelaufen” fällt?

          Das sind keine Einzelfälle. „Dumm gelaufen“ ist für die Kirche höchstens, dass solche Dinge inzwischen herauskommen und es Widerstand dagegen gibt.

          “Können wir uns nicht drauf einigen, ist nämlich ein Grundsatzproblem der katholischen Kirche – und der von ihr beeinflussten Staatsgewalt.”

          Ich sehe ganz klar eine antifeministische Verschwörung…

          Katholische Kindergärten, katholische Schulen, katholische Krankenhäuser, Religionsunterricht, Sondergesetzgebung z.B. im Punkt Arbeitsrecht – dass die katholische Kirche die Staatsgewalt beeinflusst, ist keine antifeministische Verschwörung, sondern Fakt.

        • Wenn das keine Einzelfälle sind dann hast du bestimmt noch einige hundert Fälle auf Lager in denen katholisch indoktrinierte Ärzte schwangere Frauen abgewiesen haben.
          Religionsunterricht ist kein Pflichtfach und auf eine katholische Schule wird niemand zwangsweise geschickt. Einen katholischen AG musst du dir auch nicht aussuchen

    • @ muttersheera

      Das in Köln und der Vorfall aus Irland hätten sich natürlich nicht ereignen dürfen. Die katholischen Kliniken in Köln hätten die Frau aufnehmen können, ihr von der Pille danach abraten und sie ggf. an andere Stellen verweisen können. Oder wie schnell muss die „Pille danach“ eingeworfen werden? Kommt es auf Stunden oder Minuten an dabei?

      • @ Matthias

        „Das in Köln und der Vorfall aus Irland hätten sich natürlich nicht ereignen dürfen.“

        Freut mich, dass wir das beide so sehen.

        „Oder wie schnell muss die “Pille danach” eingeworfen werden?“

        So früh wie möglich, maximal 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr. Das war aber wohl nichtmal das Hauptproblem (die Notärztin hatte bereits das entsprechende Rezept ausgestellt). Das erkenne ich eher in dem Umstand, dass KO-Tropfen, die ihr vermutlich verabreicht worden waren, nur etwa 12 Stunden lang nachweisbar sind. Durch die doppelte Abweisung haben die Krankenhausärzte also möglicherweise Beweismittel vernichtet (Straftatbestand der versuchten oder vollendeten Strafvereitelung, sagt mein Laienverständnis)…

        Um nochmal auf den irischen Fall zurückzukommen: siehst Du anhand dieses Beispiels ein, wie fatal ein vollständiges Abtreibungsverbot ist? Hat das für Dich noch was mit „Lebensschutz“ zu tun? Oder stimmst auch Du zu: die Haltung der katholischen Kirche ist purer Dogmatismus – um jeden Preis!

        • „Freut mich, dass wir das beide so sehen.“

          Ja, es gibt für mich auch keinen Grund, aus Prinzip immer gegenzuhalten, nur, weil mein Gegenüber weitgehend andere Standpunkte vertritt.

          „So früh wie möglich, maximal 72 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr. Das war aber wohl nichtmal das Hauptproblem (die Notärztin hatte bereits das entsprechende Rezept ausgestellt). Das erkenne ich eher in dem Umstand, dass KO-Tropfen, die ihr vermutlich verabreicht worden waren, nur etwa 12 Stunden lang nachweisbar sind. Durch die doppelte Abweisung haben die Krankenhausärzte also möglicherweise Beweismittel vernichtet (Straftatbestand der versuchten oder vollendeten Strafvereitelung, sagt mein Laienverständnis)…“

          Schlimm – wie gesagt, sie hätten die Frau nicht abweisen dürfen. Religiöse Pronzipien müssen natürlich ihre Grenzen haben.

          „Um nochmal auf den irischen Fall zurückzukommen: siehst Du anhand dieses Beispiels ein, wie fatal ein vollständiges Abtreibungsverbot ist?“

          Ein vollständiges Abtreibungsverbot habe ich hier ja auch noch nie (oder sonstwo) gefordert. Eine Abtreibung muss natürlich lega oder straffreil möglich sein, wenn

          – die Frau durch eine Vergewaltigung schwanger wurde

          – ihr Kind im erheblichen Maße Mißbildungen aufweist

          – das Leben der Frau selbst durch die Schwangerschaft in einem deutlich höherem Maße als dem üblichen in Gefahr geraten ist oder absehbar ist, dass es dies wird.

          „Hat das für Dich noch was mit “Lebensschutz” zu tun?“

          Der irische Fall hat natürlich auch nicht mehr mit Lebensschutz zu tun, denn wenn eine Frau in solchen Fällen nicht abtreiben darf, sterben Mutter und Kind, ansonsten gibt es nur einen Toten – das kleinere Übel.

          „Oder stimmst auch Du zu: die Haltung der katholischen Kirche ist purer Dogmatismus – um jeden Preis!“

          Es gibt in der katholischen Kirche leider auch Dogmatismus, ja, viel sogar.

          Das mit den Abtreibungen ist schwierig zu regeln. Würde man z. B. verbieten, gesunde Kinder aufgrund „sozialer Indikation“, also Armut/finanzielle Not der Mutter, sonstige Nöte der Mutter, abzutreiben, müsste man diese Nöte auffangen (Was in der ersten Welt meines Erachtens gehen muss.).

          Würde man es verbieten, gäbe es mit Sicherheit mehr Falschbezichtigungen der Vergewaltigung, zwecks Legitimierung einer Abtreibung aus anderen Gründen.

          Ich sag das nicht, weil ich ein „makulistischer Troll“ oder „Frauenfeind“ bin, sondern weil ich ein Realist bin. Eine kleine Minderheit aller Frauen würde so weit gehen.

          Denn: Es hat ja auch Fälle gegeben, in denen jugendliche Mädchen Jungs oder Männer der Vergewaltigung bezichtigt haben, weil sie z. B. beim einvernehmlichen Sex von ihren Eltern erwischt wurden oder plötzlich schwanger waren, dies aber nicht durften in dem Alter, und vor ihren Eltern besser oder wesentlich besser darstehen wollten, sich Ärger (der je nach Elternhaus leider vernichtend sein kann) ersparen wollen.
          (Ein guter Grund dafür, Monogamie in der Bevölkerung nicht mit der Brechstange durchzusetzen. Seine Kinder zur Monogamie erziehen ist aus meiner Sicht gut, sie mit solcher Härte dazu zu erziehen, dass sie so weit gehen, einen unschludigen Menschen zu zerstören, ist natürlich nicht gut.)

          Oder Fälle, in denen eine Frau einvernehmlich schwanger wurde, sich dann aber vom Vater ihres Kindes getrennt hat oder er sich von ihr, und das Kind dann deshalb abgetrieben werden sollte, um den Schmerz des Weggekickt werdens besser loszuwerden, oder um einen neuen Mann oder generell neue Männer besser haben zu können, was natürlich ohne Kind wesentlich besser geht. Hier wäre bei einem zu restriktivem Abtreibungsrecht der Fall durchaus denkbar, dass die vom Vater ihres Kindes verlassene Frau diesen aus gleich zwei Gründen falschbezichtigt, einmal um das Kind von diesem Mann loszuwerden UND um sich zu rächen. Bzw. wenn sie sich selbst getrennt hat: Um den neuen besser an sich binden zu können (vgl. Bruce-Effekt im Tierreich bei z. B. Mäusen: Schwangeres Mäuseweibchen resorbiert die Föten, wenn es den Vater dieser verloren und einen neuen kennengelernt hat, um ihn an sich zu binden.).

          Sowas gibt es leider – ich will damit übrigens auf gar keinen Fall behaupten, Frauen seien die schlechteren Menschen – vergleichbar schlimme Seiten haben auch Männer auf Lager, leider. Vergewaltigungen oder auch Sexualmorde gibt es ja, das sei unbestritten.

          Was ich mit all dem sagen will: Sowohl beim Abtreibungsrecht als auch, wenn es darum geht, wie man eine monogamere Gesellschaft schafft, man muss dabei aufpassen, dass man nicht zu weit geht oder die Folgen einer neuen Gesetzgebung nicht gut genug überdenkt.

          Viele oder alle Männchen-Weibchen-Konflikte aus der Tierwelt lehren uns ja, dass der Versuch, einen Geschlechterkampf zu gewinnen, nur dazu führt, dass die andere Seite zu einer Gegenmaßnahme greift. Der Fehler ist somit bereits, zu versuchen, gegen die andere Seite zu gewinnen.

          Gegen Monogamie spricht das nicht, denn Monogamie minimiert das Konfliktpotential zwischen den Geschlechtern – doch leider nicht umsonst, denn im Einzelfall kann ein Programm für mehr Monogamie erstrecht Konflikte zwischen den geschlechtern vom Zaun brechen, wenn dann die minderjährige Tochter, die von ihren Eltern aus keinen Sex haben durfte, mit Falschbezichtigungen um sich schmeißt, außerdem sind die Methoden, mit denen traditionelle Gesellschaften Monogamie durchdücken, auch nicht gerade schön, in manchem Land geradezu barbarisch.

          Was Abtreibungen angeht: Ich würde schon ein restriktiveres Abtreibungsrecht befürworten, aber kein hartes, schon gar nicht mit so Fällen wie in Irland oder jetzt in Köln. Den Frauen muss mehr geholfen werden, dann treiben sie weniger Kinder ab – eine Überwindung des Neoliberalismus würde hier gute Dienste leisten. Kampagnen gegen Abtreibungen (keine Hetzkampagnen der Marke „Abtreiberinnen sind Mörderinnen“, natürlich nicht) und das Aufzeigen von Alternativen (Babyklappe) wären vielleicht auch gut. Mehr Monogamie in der Bevölkerung aber auch – ich bin sicher, viele Frauen treiben ab, weil der Vater nicht mehr da ist, ob er nun selbst gegangen ist oder entsorgt wurde.

          Man muss halt bei allem, was man auf dem Gebiet entscheidet, genau gucken, was man mit der Gesetzesänderung anrichtet. Ein neues Unrecht, neue Härten gegen welches Geschlecht auch immer oder eine Verschlechterung der Gesamtsituation will ich auch nicht.

          Die große Zahl an abgetriebenen Kindern aber (offiziell waren das, wenn ich mich richtig erinnere, zwischen 110000 und 120000) will ich auch nicht hinnehmen, erstmal weil das meines Erachtens Menschen sind, die da getötet werden, und ferner auch wegen der demographischen Krise und den Folgen.

          Okay, es ist halt echt schwierig zu lösen, und jeder Lösungsversuch muss sehr vorsichtig vorgenommen werden, aber ein „Weiter so“ finde ich auch nicht gut.

          Den Fall in Irland hätte es, wenn es dort nach mir gegangen wäre, so nicht gegeben, auch nicht den Vorfall in Köln.

        • @muttersheera
          „Straftatbestand der versuchten oder vollendeten Strafvereitelung“

          Man müsste allerdings Vorsatz nachweisen. Oder gibt es auch fahrlässige Strafvereitelung?

      • Es als gesamtgesellschaftliches Problem zu sehen, ist sicher übertrieben, es als Einzelfall abzutun, trifft es aber auch nicht. Grund für die Ablehnung war das katholische Christentum und das hat verdammt viele Einrichtungen in seiner Hand.

        • Ich finde, es ist schon ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wenn man allein bedenkt, dass wir in Deutschland die Schulpflicht haben und alle deutschen Kinder demnach die Pflicht haben, einen Religionsunterricht zu besuchen (rein rechtlich hat man zwar Anspruch auf ein Ersatzfach, z.B. Ethik, de facto wird ein solches aber in vielen Schulen überhaupt nicht angeboten. Ich habe die erste Chance ergriffen, das Ersatzfach zu belegen, und das war in der Oberstufe auf einer anderen Schule!).

          Das könnte man ja nicht so wild finden, wenn der Religionsunterricht eher der Information denn der Indoktrination dienen würde, was er aber nicht tut. Ich war ja auch mal nahe dran, Lehrerin der katholischen Theologie zu werden. Ich bin zwar nicht gläubig, aber Religion interessiert mich vom (kultur-)historischen Standpunkt sehr.
          Ich habe mein Studienfach gewechselt, als mir klar wurde, dass ich ohnehin niemals die missio canonica, das ist die Unterrichtserlaubnis, die von der katholischen Kirche ausgegeben wird, erhalten hätte. Dazu muss man nämlich kirchengefällig leben und die Dogmen der Kirche auch im Unterricht vertreten.
          Das ging für mich gar nicht klar. Wie könnte ich es beispielsweise moralisch verantworten, pubertierenden Teenagern zu erzählen, Verhütung sei schlecht?

        • „dass wir in Deutschland die Schulpflicht haben und alle deutschen Kinder demnach die Pflicht haben, einen Religionsunterricht zu besuchen (rein rechtlich hat man zwar Anspruch auf ein Ersatzfach, z.B. Ethik, de facto wird ein solches aber in vielen Schulen überhaupt nicht angeboten“

          Dann hat man während des Religionsunterrichts eine Freistunde. Perfekt, um Hausaufgaben nachzumachen etc.

        • @robin:“ch habe mein Studienfach gewechselt, als mir klar wurde, dass ich ohnehin niemals die missio canonica, das ist die Unterrichtserlaubnis, die von der katholischen Kirche ausgegeben wird, erhalten hätte. Dazu muss man nämlich kirchengefällig leben und die Dogmen der Kirche auch im Unterricht vertreten.“

          Sind Batman-T-Shirts nicht kirchengefällig?

  6. Indien plant eine Verschärfung der Regelung für Leihmutterschaft:
    http://mobil.diestandard.at/1358303949738/Indien-Neue-Regeln-fuer-Leihmutterschaft
    http://www.heise.de/tp/blogs/3/153567

    Ich finde, Eizellenspende und eben Leihmutterschaft (beides bei uns verboten, in den USA und manchen europäischen Nachbarländern aber erlaubt) wäre auch mal ein schönes Thema für diesen Blog. Mich zumindest würde die Haltung des Blog-Eigners und der Kommentatoren dazu sehr interessieren…

    • Das ist wirklich interessant – insbesondere in Hinsicht auf die Auswirkung auf das Klonverbot, denn das würde die immer noch nowendige Samenzellenspende des Mannes überflüssig machen.

      Warum verbietet man das klonen, wenn man doch leimutterschaft, Eizellenspende und in vitro-Befruchtung erlaubt.

      Warum beäßt an diese – doch immerhin künstliche Grenze intakt.

  7. Angesichtes der dauerhaften Diskussion um „traditionelle Familienmodelle“ würde mich schon interessieren, wie es denn aus historischer Sicht um diese bestellt war.

    Ich bin auch z.Zt. auf der Jagd nach Modelle zur Maximierung des Haushaltseinkommens und der Haushaltsproduktion (G.Becker).

    • z.B. Hier:

      Klicke, um auf S09-Geschlechtergeschichte-Folien.pdf zuzugreifen

      Was wir als traditionelles Familienbild und Geschlechterrollen kennen entstand frühestens im 19. Jhd.
      Allerdings legen einige Quellen nahe (Konversationslexikon von 1824) daß es sich hier um die Strukturierung besonders wohlhabender bürgerlicher Familien von Freien ging (die leibeigenschaft wurde ja erst in den 1810 Jahren im deutschen Gebiet abgeschafft – in Rußland erst 1864).

  8. Da inzwischen der Neger, der Zigeuner, der Mohr usw. Unworte sind, wie stets eigentlich mit so abwertenden Sammelbezeichnungen wie:
    Macho, Machoschwein, Sexist, Fascho, Testosteron ~ (irgendwas).

  9. Und hier noch ein Hinweis auf eine interessante Variante der Genderverwirrtheiten:

    Ein Mainzer Juso-Funktionär zieht unter dem Namen Clara Fusel betrunken in Frauenkleidern durch die Gegend.
    Als man ihn in einer Kneipe rausschmeißt, weil seine Aufenthalte auf dem Frauenklo als unpassend empfunden wurden, fühlte er sich mächtig diskriminiert.

    Nebenbei ließ er sich vom unterdrückerischen Alkoholmeßwert nicht einschüchtern, sondern führte dagegen die gefühlte Betrunkenheit ins Feld – eine prima Anregung für kommende Debatten.
    („Dann musste Clara auch noch „pusten“ und kam auf 1,45 Promille. „Aber ich habe mich sehr nüchtern gefühlt“, beteuert Bohne.“ „).
    Und on the top erwägt er noch eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ein paar Polizeibeamte wegen Diskriminierung.
    Hach, das ist so schön durchgeknallt, das hat schon wieder was.

    Nachlesen kann man das hier:
    http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/12506347.htm

    Viel Spaß!

    • @Seitenblick

      Es ist schon eine ziemliche Arroganz, mit der er da vor geht. Erstaunlich auch, dass er trotz seiner vorgeblichen Sensibilisierung quasi in einen Schutzraum der Frauen eindringt und seine Verkleidung als Frau als höherwertig ansieht als deren Recht, einen Raum für sich zu haben, aus dem sich Männer rauszuhalten haben und er ihnen da auch nicht die Deutungshoheit überläßt. Da hat jemand seine Privilegien noch nicht hinreichend hinterfragt und bleibt patriarisch dabei, dass er als verkleideter Mann nach wie vor Raum einnehmen kann (um mal ein paar Vorlagen für entsprechende feministische Kritik zu geben)

      • Hm, ich seh den eher als interessanten Querschläger:

        „und seine Verkleidung als Frau als höherwertig ansieht als deren Recht, einen Raum für sich zu haben, aus dem sich Männer rauszuhalten haben „.

        Ne, eben nicht, das ist ja sein Querschlägermoment. Das ist ja keine „Verkleidung“ für ihn.
        Wenn Gender sozial konstruiert ist, dann kann er durch das Senden der Dress-codes ja beanspruchen dass man ihn gefälligst als „Klara Fusel“ (guter Name, wenn man auf Gender-Sauftour geht!) akzeptiert. Er beansprucht die Definitionsmacht ;-).
        Und beleuchtet dadurch sehr schön die Konsequenzen dieses Konzepts.

        • @Seitenblick

          „Wenn Gender sozial konstruiert ist, dann kann er durch das Senden der Dress-codes ja beanspruchen dass man ihn gefälligst als “Klara Fusel” (guter Name, wenn man auf Gender-Sauftour geht!) akzeptiert. Er beansprucht die Definitionsmacht“

          Die kann er natürlich trotz sozialer Konstruktion nicht haben, weil er ja nach wie vor „privilegiert gelesen“ wird. Er kann seine Privilegien da gar nicht ablegen.

          Böswillig könnte man solche Verkleidungen innerhalb dieser Theorien als „Blackfacing“ auf Genderebene ansehen. Ich habe es spaßeshalber mal gegoogelt und das hier gefunden:

          http://transgriot.blogspot.de/2011/07/what-we-has-here-is-fauxgressive.html

          „Madisyn Barbosa I hate dragqueens. its blackface for transwomen. the only thing worse that dragqueens are transvestite fetish sick bastards“

        • @Christian:
          „Die kann er natürlich trotz sozialer Konstruktion nicht haben, weil er ja nach wie vor “privilegiert gelesen” wird. Er kann seine Privilegien da gar nicht ablegen.“

          Hm, ich glaube, es gibt nicht nur diese eine Möglichkeit. Die Frage ist nämlich, wie hart man die extrem individualistische Seite des Definitionsmachtkonzepts ausspielt.

          Das Definitionsmacht-Konzept betont ja, dass es für Außenstehende generell nicht zulässig ist, Selbstzuschreibungen zu widersprechen. Dieser Grundsatz ließe sich aber auch gegen den Hinweis auf die Privilegien anzuwenden: „Gelesen werden“ ist ja ein externer, objektivierender Blick, quasi die Macht des Sozialen. Dass dieser Blick zufällig nur von einer relativen Mehrheit kommt, ist für das einzelne Individuum egal.
          Definitionsmacht heißt dann, dass nur das Individuum seine Erlebniswelt artikulieren darf. Alles andere wird als übergriffig weggeschreddert.

          Nun müsste der Privilegien-konstatierende Blick seinen privilegierten Rang nachweisen. Sinngemäß würde kommen „ja, aber unser Blick, der aus langen Auseinandersetzungen entstanden ist, ist doch was ganz anderes als die bösen allgemeinen sozialen Zuschreibungen.“ Das wäre letztlich dein fiktiver Einwand.

          Der wird aber von der gleichen Kritik getroffen, die sich bsw. hier
          https://linksunten.indymedia.org/de/node/23759
          gegen extreme Definitionsmachtvertreter wendet.
          Dort lautet die Antwort auf den stereotypen Einwand, dass die Andersdenkenden sich halt noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben:
          „die Auseinandersetzung, die so oft gutmenschlich eingefordert wird, heißt i.d.R. nichts anderes, als die Unterordnung unter das Primat der Macht (der Szene), an die es sich zu halten gilt.“
          Eben. Primat der Macht einer bestimmten Szene.

          Um nun auf Klara Fusel zurückzukommen: Je nachdem, wie individualistisch man sich auf „Definitionsmacht“ beruft, könnte es zwei Flügel geben:
          Einen anarchistischen pro Klara Fusel, der sein Recht zum Besuch von Damentoiletten verteidigt.
          Und es könnte eine Partei geben, die Gehorsam gegenüber den erleuchteten Kadern verlangt („wir haben Privilegien festgestellt, übe Selbstkritik“) und Klara Fusel als privilegierten Konterrevolutionär an die Wand stellen will. Oder zumindest ins Umerziehungslager aka Gender camp ;-). Das wäre dein „Blackfacing auf Genderebene“.

          Verwirrt sind natürlich beide Flügel 😉

  10. Mich beschäftigt gerade das Thema der Kinderfeindlichkeit des radikalen Feminismus.
    Es wundert mich schon lange, dass Kinderrechtler nicht gegen den radikalen Feminismus Sturm laufen, denn die Kinderfeindlichkeit dieser Ideologie besitzt ja eine ganze Reihe von Facetten:

    – Förderung von Jungendiskriminierung im Kontext der institutionalisierten Pädagogik

    http://www.amazon.de/The-War-Against-Boys-Misguided/dp/0684849577

    – (mindestens indirekt) Förderung von Jungendiskriminierung im Gesundheitswesen:

    http://www.welt.de/gesundheit/article13405748/Die-Gesundheit-von-Jungen-wird-vernachlaessigt.html

    – Auch das Thema der Väterdiskriminierung besitzt eine kinderrechtliche Dimension. Wird einem Vater der Kontakt zu seinem Kind verweigert, so bedeutet dies umgekehrt ebenfalls, dass dem Kind der Kontakt zu seinem Vater verweigert wird. Dass der radikale Feminismus seinen wesentlichen Beitrag zu dieser Problematik geleistet hat, steht für mich außer Frage. Wer daran glaubt, wir würden immer noch im „Patriarchat“ (wörtlich „Väterherrschaft“) leben, für den kann die Bejahung von Väter-Entrechtung eine logische Schlussfolgerung sein, wie z.B. dieser widerwärtige radikalfeministische Text dokumentiert:

    http://www.raw.at/texte/attack/heul-doch-papa/

    – Förderung psychischer Gewalt radikalfeministischer Mütter gegen Jungen:

    http://www.amazon.de/Hilfe-Mein-Sohn-Macker-Gesellschaft/dp/3596247489

    – Leugnung oder Relativierung und Verharmlosung körperlicher Gewalt von Frauen gegen Kinder

    – Leugnung oder Relativierung und Verharmlosung sexuellen Mißbrauchs von Frauen an Kindern:

    Klicke, um auf DRadio-VonFrauMB-Korr_Kalmar.pdf zuzugreifen

    – Plädoyers für Jungenbeschneidung bei einigen radikalen Feministinnen

    Es wäre daher m.E. möglich – und auch längst angebracht – den radikalen Feminismus aus einer primär kinderrechtlichen Perspektive zu analysieren und zu kritisieren.

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