Zur Frauenfeindlichkeit des radikalen Feminismus

Leser Leszek hatte auf diesen Kommentar von mir:

Ansonsten ist Feminismus als Gleichberechtigungsfeminismus etwas man man keineswegs bekämpfen, sondern energisch unterstützten sollte. Die Gleichsetzung von radikalen Feminismus mit dem Gedanken des Feminismus an sich sollte man tunlichst vermeiden.

einiges interessantes zu radikalfeministischen Thesen:

Der radikale Feminismus ist in letzter Instanz männer- und frauenfeindlich, genauso wie der radikale Maskulismus frauen-und männerfeindlich ist.

Fast alle Grundkonzepte und typischen Inhalte radikalfeministischer Propaganda sind für frauenrechtliche Anliegen schädlich:

Die Gender-Ideologie ist normativ, genauso wie traditionelle Geschlechterrollen normativ sind. Beides schränkt die innere und äußere Freiheit des Individuums ein, so zu sein wie es ist und sein will – Rollenfreiheit ist dadurch nicht zu erreichen.

Das Konzept der Definitionsmacht transportiert zu 100 % das klassische frauenfeindliche Klischee von der Frau als vernunftunfähig, rein emotional, irrational und hysterisch und verstärkt dieses. Definitionsmacht bedeutet ja nichts anderes als die Verweigerung rationaler und intersubjektiv nachvollziehbarer Kriterien und Begründungen.

Von einem frauenrechtlichen Standpunkt aus erscheint es eigentlich geradezu als unfassbar, dass sowas von feministischer Seite vertreten wird. Da haben Generationen von ernsthaften und engagierten Frauen und Frauenrechtlerinnen dafür gekämpft, dass Frauen als vernunftfähig und rational angesehen werden und dann kommen diese durchgeknallten Gender/Radikalfeministinnen und versuchen das alles kaputt zu machen, indem sie mit ihrem absurden Definitionsmachtsblödsinn mit größter Vehemenz die Botschaft verbreiten – dass Frauen tatsächlich irrational, rein emotional, subjektivistisch etc. seien.

Die sogenannte „geschlechtssensible Sprache“ kann nichts anders bewirken als eine Entfremdung zur Mehrheitsbevölkerung. Männer UND Frauen wollen nicht so schreiben und sprechen und werden es nie tun. Sprachverkomplizierungen werden von der Mehrheitsbevölkerung immer abgelehnt werden. Die „geschlechtssensible Sprache“ ist nichts anderes als akademischer Narzissmus und auf sowas kommt man nur, wenn man den Kontakt zur Basis bereits weitgehend verloren hat (was auch einiges über die heutige Linke aussagt, mit ihren ganzen durchgegenderten Publikationen).

Die pseudowissenschaftliche Queer-Ideologie mit ihrer falschen Behauptung sexuelle Orientierungen seien rein sozial konstruiert ist nur Wasser auf die Mühlen jener erzkonservativer/reaktionärer/religiös-fundamentalistischer Kreise, welche Umerziehungstherapien für Homosexuelle den Weg ebnen wollen.

Die radikalfeministische Diskriminierung von Frauen, die freiwillig Hausfrauen (und Mütter) sein wollen, ist de facto eine Form der Schaffung neuer Rollenvorgaben für Frauen – radikale Feministinnen müssen sich nicht wundern, wenn solche Frauen sich dann dagegen wehren.

Die radikalfeministische Sexualfeindlichkeit läuft darauf hinaus Erotik und sexuelle Freiheit auch für Frauen zu zerstören und durch die Heterophobie mancher lesbischer Radikalfeministinnen werden auch heterosexuelle Frauen diskriminiert.

Die Leugnung von Frauen als Täterinnen bei häuslicher und sexueller Gewalt verhindert die Erforschung der tatsächlichen Ursachen dieser negativen Phänomene, behindert die Entwicklung angemessener präventiver, sozialpädagogischer und therapeutischer Maßnahmen und schadet damit beiden Geschlechtern.

Die z.T. stark abwertende Haltung radikaler Feministinnen gegenüber Sexarbeiterinnen bewirkt nichts anderes, als das viele Sexarbeiterinnen – auch solche, die aus dieser Art von Arbeit rauswollen – sich nicht von Feministinnen repräsentiert fühlen und diese nicht als potentielle Unterstützung ansehen.

Die z.T. gravierende sozialpädagogische Inkompetenz von radikalen Feministinnen auch gegenüber dem eigentlichen angeblichen Klientel ist immer wieder erstaunlich.

Die Forderung nach Quoten – obwohl kein Nachweis gegeben ist, dass eine gegebene gesellschaftliche Ungleichverteilung überhaupt auf Diskriminierung anstatt auf unterschiedlichen durchschnittlichen Präferenzen von Frauen und Männern beruht – verstärkt frauenfeindliche Klischees weiblicher Inkompetenz („die inkompetente Quotenfrau“) und läuft Gefahr frauenfeindliche Ressentiments bei solchen Männern zu verstärken, die aufgrund von Quotenregelungen abgelehnt werden bzw. dann verringerte Chancen haben, einen adäquaten Job zu finden.

Usw. usw. – das ließe sich jetzt noch lange weiterführen und lang und breit erklären und belegen.

Ich weiß nicht genau, was bei den meisten radikalen Feministinnen in psychodynamischer Hinsicht dahinter steht, diese absurde frauen-, männer-, sexual- und wissenschaftsfeindliche Ideologie zu vertreten – aber die Förderung berechtigter Frauenanliegen ist gewiss nicht ihre vorrangige Motivation.

Ich finde das sind viele interessante Ideen genannt über die sich zu diskutieren lohnt.

Wer lieber in eine andere Richtung gehen möchte: Welche Elemente im radikalen Maskulismus schaden den Männern? Ein paar Ideen:

  • die Annahme, dass Männer sich einfach dumm ausbeuten lassen
  • die Abwertungen von Beziehungen und Liebe als reine Geschäftsbeziehung

18 Gedanken zu “Zur Frauenfeindlichkeit des radikalen Feminismus

  1. Wenn Radikalfeminismus und Gender-Ideologie weiter an Fahrt gewinnt, dann ist allerdings ist zu erwarten, dass die Hauptleidtragenden die Frauen sein werden. Denn wenn die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden, ist die innere Identität zerstört und es bleiben nur noch Äußerlichkeiten, die dann kultmäßig in den Mittelpunkt rücken (Diäten, Schönheitsoperationen, Castingshows usw.) [Kommunikationswissenschaftlerin Petra Grimm, 2010: Mädchen ziehen zunehmend Selbstbewusstsein daraus, Jungen als Sexobjekte zu dienen].
    Gefahr: Frau wird zur Ware (Leihmutter, Eizellenlieferantin, Prostitution usw.)
    Die Überredungs-Ideologie, dass Gleichberechtigung nur durch Aufhebung der Geschlechtrollenunterschiede möglich sei, kann bei Frauen mit den anderen selbst erlebten motivationalen Grundlagen zu inneren Konflikten und damit zu Depression und anderen ernsthaften psychischen Problemen führen [Moulton, 1977]
    Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität; über die Irrtümer der Gender-Ideologie“)

    • @Gassenreh

      Nur die Verschiedenheit zu betonen und dabei essentialistisch zu werden wäre allerdings auch der falsche Weg. Meiner Meinung nach hat das Abstellen auf Äußerlichkeiten auch andere Ursachen, insbesondere die freiere Sexualität.

      „Denn wenn die eigentlichen weiblichen Vorteile und Überlegenheiten ausgeredet oder gar negativ bewertet werden“

      Welche sind das denn deiner Meinung nach?

    • @Gassenreh

      *…dann ist allerdings ist zu erwarten, dass die Hauptleidtragenden die Frauen sein werden.*

      Wieso „werden“? Es ist schon so, es wird nur schlimmer.

  2. „Wer lieber in eine andere Richtung gehen möchte: Welche Elemente im radikalen Maskulismus schaden den Männern? Ein paar Ideen:

    die Annahme, dass Männer sich einfach dumm ausbeuten lassen
    die Abwertungen von Beziehungen und Liebe als reine Geschäftsbeziehung“

    Wer vertritt das denn? Das Problem bei radikalen Maskulisten ist doch eher, dass diese über das Ziel hinausschießen. So konnte man etwa im gelben Forum schon mehrfach Berichte unter der Überschrift „Falschbeschuldigung“ (bei Vergewaltigung) finden, bei denen der verlinkte Artikel für das Vorliegen einer Falschbeschuldigung nicht den geringsten Anhaltspunkt bot.

    Die These, dass Männer sich „dumm ausbeuten lassen“ würde ich eher dem feministischen Lager zuordnen, so unter der Rubrik „ihr seid doch selbst schuld, wenn ihr ausgebeutet werdet“. Denn hier wird die Verantwortung der Frau ja gerade geleugnet.

    • @sigmundus Alkus

      „Wer vertritt das denn?“

      In diesem Blog mal nach Imion und Zhen googlen.

      Die Behauptung, dass Frauen hauptsächlich ausbeuten wollen und dies auch machen impliziert ja ebenso, dass Männer dies zulassen und sich ausbeuten lassen. Der Aufruf „doch nunmehr endlich aufzuwachen“ scheint mir auch nicht unverbreitet.

  3. Der radikale Maskulismus schadet m.E. insofern, als dass es schnell zu einer Self-fullfilling Prophecy wird (ebenso wie der radikale Feminismus). Die Reaktionen auf diese extremen Positionen werden selten positiv sein und führen dann zu einer weiteren Bestätigung des negativen Bildes des anderen Geschlechts.
    Grundsätzlich kann man sagen, dass ernsthafte und wichtige Anliegen durch diese Extremisten in die Lächerlichkeit gezogen werden, denn niemand möchte in eine Schublade mit diesen Menschen gesteckt werden.

  4. Schon den Begriff „Radikalfeminismus“ selbst kann man kritisieren. Radikalfeministische Positionen beschränken sich in der Regel auf die Reprdoduktion immergleicher, moralisch aufgeladener Geschlechterstereotypien (in denen „Männlichkeit“ automatisiert mit Gewalt und Herrschaft assoziiert wird) und bleiben dadurch ausgesprochen oberflächlich, sind jedenfalls als Instrumente zur Analyse gesellschaftlicher oder zwischenmenschlicher Strukturen nicht zu gebrauchen. Radikalität bedeutet aber ja eher das Gegenteil – Dingen (bzw. Zuständen) auf den Grund gehen zu wollen, nicht nur Bestehendes (und gar holzschnittartig) zu beschreiben, sondern auch seine Bedingungen. Kurz gesagt: Eine wirklich radikale Feministin würe nach kurzer Zeit aufhören, Feministin zu sein, oder sie würde aufhören, radikal zu sein. 😉

    Die Selbstbeschriebung „Radikalfeminismus“ dient wohl eher der Abgrenzung gegenüber anderen Feministinnen (Stichwort IDPOL). „Radikalfeministinnen“ sind demnach eben die, die keine Kompromisse machen, sich nicht auf Zugeständnisse gegenüber den „patriarchalen Strukturen“ einlassen. Insofern ist der Begriff vergleichbar mit dem alten Slogan, das Feminismus die Theorie, Lesbischsein die Praxis sei – wer noch mit Männern ins Bett ging, war gleichsam eine Verräterin an der antipatriarchalen Sache.

    Beunruhigend daran finde ich, dass dieser Selbstbeschreibung eigentlich einer Reinheitsideologie zu Grunde liegt, wie sie auch rassistische oder antisemitische Konzepte prägt. Man konstruiert zwei Gruppen, eine gute und eine schlechte – und auch in der guten Gruppe ist nur das, was „rein“ erhalten bleibt, tatsächlich gut, und das, was kontamininiert wird, sich dem schlechten „Anderen“ zu sehr annähernd, ist abzulehnen (ja, es ist möglicherweise schlimmer als der „Feind“ selbst – denn bei dem erkennt man ja wenigstens gleich, dass es der Feind ist). Ich finde es völlig plausibel davon auszugehen, dass solche Strukturen nicht nur Männern, sondern auch Frauen schaden.

  5. Welche Elemente im radikalen Maskulismus schaden den Männern?
    Vor allem ein Element, das ich nicht nur beim radikalen, sondern generell beim Maskulismus für problematisch halte, ist die allzu unkritische Übernahme der feministischen Denke, dass das Geschlecht das eigentlich wesentliche, alles andere überragende gesellschaftliche Kriterium sei (bzw. zu sein habe). Diese Überbetonung des Geschlechtlichen ist vernunftwidrig und führt intellektuell und gesellschaftspolitisch in eine Sackgasse.
    Schon die Bezeichnung „Maskulisten“ legt nahe, das es sich um eine Art Feminismus mit umgekehrtem Vorzeichen handelt, der im Unterschied zum echten Feminismus noch nicht einmal etwas Originäres ist, sondern nur dessen matte Kopie.
    Wenn Männer in der Vergangenheit Herausragendes geleistet haben, dann taten sie das als Künstler, als Wissenschaftler, als Philosophen, als Politiker, als Erfinder etc. – aber nicht vorrangig „als Männer“. Es wäre gut, dahin zurückzufinden und dem Geschlecht den Rang zuzuweisen, der ihm zukommt: einen untergeordneten.

    • „Wenn Männer in der Vergangenheit Herausragendes geleistet haben, dann taten sie das als Künstler, als Wissenschaftler, als Philosophen, als Politiker, als Erfinder etc. – aber nicht vorrangig “als Männer”.“
      Genau das allerdings lässt sich gerade mit dem Hinweis auf Geschlechterunterschiede erklären. „A woman is a human being, a man is a human doing,“ hat Warren Farrell das ausgedrückt. Während der menschliche Wert einer Frau schon darin begründet sei, dass sie eine Frau sei, müsse der Mann seinen Wert erst durch etwas, was er tut, unter Beweis stellen.
      Ansonsten finde ich es aber richtig, zu überlegen, ob es nicht möglicherweise von anderen, mindestens ebenso wichtigen Kategorien (etwa dem sozialen Status) ablenkt, wenn die Kategorie der Geschlechtszugehörigkeit in den Vordergund geschoben wird. Oder ob dies nicht wichtige Gemeinsamkeiten überdeckt – z.B. die Allgemeingültigkeit der Menschen- und Grundrechte, die ja durchaus von feministischer Seite aus angegriffen wird.

      • “A woman is a human being, a man is a human doing,”

        Ich denke da liegt auch das Problem mit dem radikalen maskulismus. Entweder sie wollen Frauen zu Sexspielzeug und Brutkammern degradieren, oder als alternative dazu zwingen human doings zu werden. Anstatt das man versucht Männer zu human beings zu machen sollen Frauen auch dehumanisiert werden.
        Das ist denke ich auch das größte Problem des radikalen Feminismus. Weshalb auch die bösen Seiten des Feminismus geleugnet werden. Die Mehrheit der Menschen, der Frauen ist schlichtweg nicht gewillt Männer über das sowieso schon kulturell gegebene Maß heraus zu dehumanisieren. Vielmehr werden die radikalen Feministinnen wohl als wahnsinnig abgetan und sich somit nicht mit ihnen als Problem auseinander gesetzt.

  6. über das was du hier von Leszek ziiterst, kann ich nicht diskutieren. Ich stimme da schlicht zu.

    Schädliche Tendenzen bei den Männerrechtlern/Maskulisten/wie auch immer sehe ich, wo sich allzusehr auf Religion bezogen wird, und daraus evtl sogar eine „natürliche Hierarchie“ zwischen Mann und Weib fantasiert wird.

    • @Robert

      „sogar eine “natürliche Hierarchie” zwischen Mann und Weib fantasiert wird.“

      Ja, dass finde ich auch eine der bedenklichsten Teile des radikalen Maskulismus. Entweder über Religion oder ein „die Frau hat nur die geistigen Kapazitäten eines Kindes“ oder etwas in der Art.

  7. @christian
    „In diesem Blog mal nach Imion und Zhen googlen.“

    Zhens Texte mögen radikal und hochemotional sein, aber man kann ihn wohl kaum als Maskulisten bezeichnen (auch nicht als radikalen). Schließlich behauptet er auf seinem Blog, dass große Teile des Maskulismus rechtsextrem seien.

    http://zhenles.wordpress.com/2012/12/14/konjunktur-des-stumpfsinns-rechter-libertarianismus-bei-maskulisten/

    Außerdem bezeichnet er sich als männliche Lesbe.

    http://zhenles.wordpress.com/2011/12/26/was-ist-eine-mannliche-lesbe/

    Dies würde ein Maskulist, dem es ja unter anderem um die Bekämpfung der Abwertung der Männer bzw. von Männlichkeit geht, eher nicht von sich sagen.

    „Die Behauptung, dass Frauen hauptsächlich ausbeuten wollen und dies auch machen impliziert ja ebenso, dass Männer dies zulassen und sich ausbeuten lassen. Der Aufruf “doch nunmehr endlich aufzuwachen” scheint mir auch nicht unverbreitet.“

    Im Ergebnis macht Imion bei der Ausbeutungsfrage den gleichen Fehler wie Du, nur im anderen Gewand. Du rechtfertigst das Verhalten der Frauen häufig mit biologischen Aspekten. Nun bin ich kein Biologe, aber ich werde sehr misstrauisch, wenn (Fehl)verhalten vorschnell mit Biologie gerechtfertigt werden soll. Nur ein Beispiel: Kürzlich habe ich einen Bericht gelesen, dem zufolge in Amerika bei 40% der Paare die Frauen das gesamte oder den überwiegenden Teil des Familieneinkommens erwirtschaften. Bei uns sind dies etwa 13%. Sind Frauen in Amerika biologisch anders? Für mich bestätigt diese Zahl, dass Frauen in Deutschland -meines Erachtens hat dies mit dem Unterhaltsrecht und den zusätzlichen Leistungen für Alleinerziehende zu tun- geneigt sind, sich einen besserverdienenden Partner zu suchen, um es sich richtig gut gehen zu lassen. Entgegen feministischer Ansicht ist Berufsleben nämlich nicht der Himmel, sondern die Hölle.

    Was die Kontrolle des Mannes durch Sex angeht, so empfehlen zahllose Frauenzeitschriften und -bücher die bewusste Vorenthaltung desselben zu „Erziehungszwecken“. Gleichzeitig wird ein gigantisches Frauenopfertum betrieben. Wenn Männer aufgrund dieses Verhaltens -welches im umgekehrten Fall als psychische Gewalt bezeichnen würde- gewalttätig werden oder fremdgehen, dann ist wieder die „arme“ Frau das Opfer, welches Hilfe braucht.

    Imion rechtfertigt das Verhalten der Frauen nicht, sondern greift es in scharfer Form an. Er geht aber offenbar davon aus, dass Frauen von sich aus so sind und übersieht bzw. ignoriert die massiven gesellschaftlichen Einflüsse. Hierdurch wird das Problem dann zu einem unabänderlichen Zustand.

    Der Aufruf, endlich aufzuwachen, ist für mich lediglich ein Appell, gewisse Fehlentwicklungen als solche wahrzunehmen, die bislang nicht ausreichend wahrgenommen werden. Für mich hat das nichts mit Radikalismus zu tun.

    • @Sigmundus

      „Zhens Texte mögen radikal und hochemotional sein, aber man kann ihn wohl kaum als Maskulisten bezeichnen (auch nicht als radikalen). Schließlich behauptet er auf seinem Blog, dass große Teile des Maskulismus rechtsextrem seien.“

      Dann nimm eben Manifolds Blog:

      http://sonsofperseus.blogspot.de/2009/06/der-missbrauchte-sexualtrieb.html

      Frauen wissen um diese natürliche Schwäche des Mannes. Sie werden versuchen, die besten Nutztiere für sich zu gewinnen, denn für sie ist Männlichkeit nichts anderes als Nützlichkeit. Sei dies in Form von Schutz gegen andere Männer und / oder durch finanzielle Versorgung.

      Liebe ist für Frauen somit die Versicherung, dass der Mann seine Nützlichkeit nur ihr zur Verfügung stellt. Für den Mann ist Liebe die Versicherung, dass die Frau nur ihm ihre Gebärfähigkeit zur Verfügung stellt.

      http://sonsofperseus.blogspot.de/2009/03/der-verschleiss-der-opferkarte.html

      Wir haben es mit einem gigantischen Moloch zu tun, welcher den Frauen eintrichtert, dass Männer einerseits entbehrlich und andererseits zur Ausbeutung da seien. Man macht ihnen verständlich, dass ein gigantischer Staatsapparat sich um alle Probleme der Frauen sorgt

  8. @christian
    „Dann nimm eben Manifolds Blog“

    Hier gibt es zwar einige provokante Formulierungen, aber auch erhebliche Einschränkungen, z. B. diese hier:

    „Doch was können wir tun, damit unsere Beziehungen zu Frauen nicht von einseitiger, ausbeuterischer Natur werden? Zum einen kommt das klassische, ausgewogene Geben und Nehmen zum Zuge. Doch das ist nur ein gewünschter Sollzustand. Denn es braucht immer zwei damit es zur Ausbeutung kommt, einer der ausbeutet und ein anderer, der sich ausbeuten lässt.“

    Könnte von Dir sein. In Deinem Beitrag über Ausbeutung hast Du ähnlich argumentiert. Oder das hier:

    „Trotz aller feministischer Indoktrination und Domination verfügt der Mann über eine Reihe von mächtigen Waffen, um sich gegen Ausbeuterei und Missbrauch zu wehren.

    Männer verfügen mehr als die Frauen über die Fähigkeit, ihre Würde und ihren Stolz unabhängig vom anderen Geschlecht zu entwickeln und auszubauen. Ein abwechslungsreiches Leben mit vielen (echten) Freunden und erfüllenden Hobbies sind dazu eine gute Grundlage. Im Wissen, ständig Alternativen gegenüber den Frauen zu haben (oder durch Zugang zu mehreren Frauen -> PUA) erleichtert die Fähigkeit Nein sagen zu können, massiv.“

    Manifold rät also den Männern zu Strategien, die einer Ausbeutung entgegenwirken (sollen). Ausbeutung wird somit gerade nicht zu einem unabänderlichen Zustand und Männern wird eben auch nicht per se unterstellt, dass sie sich ausbeuten lassen.

    Außerdem betont er eben, dass -auch bei einer Arbeitsteilung- nicht immer eine Ausbeutung vorliegen muss, solange es sich um ein Geben und Nehmen handelt. Damit ist auch klargestellt, dass nicht jede Frau ausbeutet.

  9. – Männerfeindlich im radikalen Maskulismus ist beispielsweise die Bejahung traditioneller Geschlechterrollen als Leitbild im traditionalistischen Flügel der Männerbewegung. Glücklicherweise werden traditionelle Geschlechterrollen im linken und liberalen Flügel des Maskulismus und auch in Teilen des konservativen Maskulismus (Savvakis/Manifold) abgelehnt.
    Bei Warren Farrell und Arne Hoffmann strukturiert sich ein großer Teil ihres Werkes um die Analyse und Kritik der Nachteile, die die traditionelle Geschlechterrolle für Männer mit sich bringt. Der linke Maskulismus vertritt ausdrücklich nicht-normative Geschlechterbilder jenseits von traditionellen Geschlechterrollen einerseits und genderistischer Umerziehung andererseits.

    – Männerfeindlich ist die Homophobie, die es z.T. im konservativen/rechten Spektrum der Männerrechtsbewegung gibt. Im linken und liberalen Flügel der Männerbewegung ist dergleichen zum Glück eine seltene Ausnahme (und natürlich gibt es auch unter konservativen Männerrechtlern einige, die nicht homophob sind).
    Für Männerrechtler sollte ganz selbstverständlich der Grundsatz gelten: Der Kampf für Schwulenrechte ist ein Kampf für Männerrechte.
    Ich persönlich halte es übrigens für ein gravierendes Defizit, dass MANNdat die Forderungen nach gleichgeschlechtlicher Ehe und Adoptionsrecht für homosexuelle Paare bislang nicht ausdrücklich in ihren Forderungen-Katalog aufgenommen haben. Für jede feministische Organisation wäre so etwas selbstverständlich. Da muss man sich nicht wundern, dass manche Schwule den Eindruck gewinnen, ihre Interessen seien im Feminismus besser repräsentiert.

    – Gegner der Männerrechtsbewegung verwenden gerne die Diskursstrategie zu versuchen eine kleine Minderheit von Individuen mit ultrarechter Gesinnung in der Männerbewegung zur Mehrheit aufzubauschen, obwohl die große Mehrheit der Männerrechtler, egal ob links, liberal oder konservativ, weit von dieser Gesinnung entfernt ist.
    Dennoch gibt es diese Minderheit ja leider, (der es allerdings weniger um Männerrechte als darum geht, den konservativen Flügel der Männerrechtsbewegung zu unterwandern).
    Wo immer sich tatsächlich fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen bei Individuen finden, die im Kontext der Männerbewegung agieren, sind diese auf die Liste männerfeindlicher Einstellungen zu setzen und von allen ernsthaften Männerrechtlern, egal welcher politischen Richtung, entschieden zu bekämpfen.
    Aufgabe der Männerrechtsbewegung ist es, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, kulturellem Hintergrund und Religion, sich zu bemühen alle Diskriminierungen, Benachteiligungen, sozialen Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen zu beseitigen, von denen Jungen und Männer betroffen sind. Der Kampf gegen Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und jede andere Form von Rassismus fällt schon deshalb in den Zuständigkeitsbereich der Männerrechtsbewegung, weil unter diesen sozialen Pathologien auch Jungen und Männer zu leiden haben. Auch der Kampf gegen jede Form von Rassismus ist ein Kampf für Männerrechte.
    Darüber hinaus müssen auch alle anderen Benachteiligungen und sozialen Problemlagen, von denen Jungen und Männer mit Migrationshintergrund betroffen sind, ein selbstverständliches Anliegen der Männerrechtsbewegung sein.
    Bezüglich dieses Themas geht MANNdat durchaus mit gutem Beispiel voran. Es gibt ein paar interessante Artikel dazu auf ihrer Homepage und auch in ihrem Forderungen-Katalog findet dieser Aspekt Berücksichtigung.

    http://www.spiegel.de/spiegel/a-588067.html

    http://manndat.de/leitartikel/rezension-zu-halbmondwahrheiten-tuerkische-maenner-in-deutschland.html

  10. Pingback: Das Anfeinden von Frauen im Maskulismus wegen der Unterstellung feministischer Positionen | Alles Evolution

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.