„Wie uns die Natur anhält, uns um Babies zu kümmern“

Ein Artikel in „Cracked“ stellt (humoristisch) einige Punkte zusammen, mit denen die Natur dafür sorgt, dass wir uns um Babies kümmern:

1. Oxytocin

Babies sorgen für erhebliche Ausschüttungen an Oxytocin:

One of the most calming and euphoric drugs you will ever feel massaging its way into your brain is oxytocin. Fortunately, you will never have to pay anything for it, because your own body is your dealer. Oxytocin is a neuromodulating hormone that’s released after sex, when you fall in love and, for mothers, when a baby breast-feeds. In fact, any skin-to-skin contact between a mother and her baby, even gazing into her child’s eyes, will trigger another dose of this bliss hormone, effectively turning the baby into a vehicle for a drug.

Oxytocin ist in der Tat eine Droge, und ein Baby insofern eben, wenn eine gute Beziehung zu ihm besteht, ein eifriger Lieferant. In dem Artikel wird weiter ausgeführt, dass genau diese Droge bewirkt, dass Mütter ihr eigenes Kind als besonders hübsch und liebenswert ansehen. Um so mehr sich die Mutter (und auch der Vater) mit de Kind beschäftigt, um so mehr Oxytocin wird ausgeschüttet und um so stärker wird die Bindung. Ein gutes System, das sich evolutionär auch leicht einrichten läßt: Sowohl das Kind als auch die Eltern haben ein Interesse an der jeweiligen Bindung und auch an der Eigenbindung, denn ohne die Eltern können die Kinder nicht groß werden und ohne groß werdende Kinder gelangen die Gene der Eltern nicht in die nächste Generation. 

2. Neugeborene sehen ihrem Vater ähnlich

Vatersicherheit ist ein überaus wichtiges Kriterium für eine Bindung zwischen Mann und Frau: Ein Mann, der  nicht glaubt, dass er der Vater der Kinder ist, hat aus evolutionärer Sicht keinen Grund in fremde Gene zu investieren: Um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass er der Vater ist, um so eher lohnt sich eine Investition in das Kind:

A separate study in 2000 asked new mothers and fathers which parent their baby most resembled, and the answer was resoundingly the father … but only when the father was present during the questioning. Researchers asked 60 couples together and then 100 mothers alone whom the baby looked like, and when the mother didn’t have to worry about the father overhearing, the paternal resemblance magically dropped 27 percent.Now, that doesn’t mean that each one of those moms is trying to pull a fast one on some unassuming guy in the hopes that he’ll help share the load of her new tiny black-eyed nightmare. In fact, most of those mothers probably didn’t even realize that their answers would change based on whether the father was in the room. Instead, it’s an evolved response built into a mother’s brain after thousands and thousands of years.(…) Evolution isn’t stupid enough to make every newborn look like the father, because that would be disastrous any time a woman happened to swap forensics with a guy who wasn’t her partner. Instead, nature conditioned the minds of mothers to insist, and even believe, that the baby looks like her partner just to ensure that he doesn’t abandon her, or eat the baby, or whatever it is that cuckolds do.

Das wäre durchaus ein interessanter Mechanismus: Wenn das Gehirn der Frau ermöglicht, Ähnlichkeiten zwischen dem Baby und dem Lebensgefährten zu sehen, dann kann sie diese Ähnlichkeiten angeben und nach Außen vertreten. Und wenn sie davon ausgeht, dass diese Ähnlichkeiten tatsächlich bestehen, dann kann sie sie überzeugender vertreten.

3. Bindung des Vaters

Interessante Ausführungen auch zu der Bindung des Vaters:

the father’s body is stockpiling prolactin to keep him from acting like an asshole once the baby arrives. Prolactin is like the antagonist to testosterone, and it’s the reason men don’t have multiple orgasms. After sex, it’s responsible for that satisfied, sometimes sentimental but completely non-erotic sensation most men feel, and if you happen to be a new father, you’ll recognize it as that overwhelming affection you feel every time you interact with your baby.

Eine Absenkung des Testosteronspiegels kann in dem Moment viele Vorteile haben. Zum einen sinkt der Sexualtrieb, so dass der Mann weniger Lust auf einen Seitensprung hat und es senkt auch Aggressivität und Risikobereitschaft. Insofern alles gute Voraussetzungen für eine dauerhafte Versorgung des Kindes.

4. Das Kindchenschema

Ein Baby ist der Inbegriff der Niedlichkeit:

süsses Baby und das Kindchenschema

Ein süßes Baby

Der Vergleich im Artikel ist gut gewählt: Es ist schwer beim Anblick eines Babies etwas böses zu denken. In dem Artikel dazu:

While this may seem completely intuitive to you, science deemed it worth exploring why we turn into cooing, smiling puddles in the presence of babies. Well, it turns out it’s all in the face. Those big eyes, the tiny nose and the comically oversized head are all features we are built to treasure. For proof, look at literally any representation of cuteness in modern culture. Disney has built an entire multimillion-dollar empire entirely on those characteristics. It’s called the baby schema, and it’s not something we are conditioned to love — it’s something we love instinctively. Studies have proven that just seeing a face that matches the baby schema will activate pleasure and reward regions in every human brain, which is part of the reason the Internet is flooded with pictures of baby animals.

So, lacking the muscle strength to even lift their own heads, babies are equipped with only one weapon, and that weapon affects us on such a fundamental level that we are powerless to fight against it. It’s not just true of humanity, either; across the board, mammals are overwhelmed with the impulse to nurture babies of any species, even ones they would otherwise eviscerate.

Nicht umsonst ist nahezu alles, was wir niedlich finden, dem Kindchenschema nahe. Puppen, Stofftiere, selbst wir selbst sind im Vergleich zu anderen Tieren auch als Erwachsene näher am Kindchenschema, insbesondere bei Frauen schätzen wir große Augen. Es verwundert auch nicht, dass Östrogen und Progesteron einen das Kindchenschema besser erkennen lassen.

74 Gedanken zu “„Wie uns die Natur anhält, uns um Babies zu kümmern“

  1. Ich möchte Punkt 2 ergänzen mit einem Auszug aus diesem Interview mit einer erfahrenen Hebamme (übrigens einer der typischen Frauenberufe, die gleichzeitig extremst fordernd, in Selbstständigkeit natürlicherweise total familienunverträglich UND furchtbar schlecht bezahlt werden, das Jahreseinkommen von Hebammen liegt laut dem Deutschen Hebammenverband bei rund 14.000 Euro, alleine die Haftpflichtprämie für Freiberufliche beträgt inzwischen 4.200 Euro jährlich, der Stundenlohn liegt bei mageren 7,50 Euro – EINE ECHTE SCHANDE!!!):

    „ZEIT: Wie ist es mit Ähnlichkeiten? Beugen sich alle sofort über das Baby und sagen: »Oh, ganz…«

    Kaller: …der Vater! Ich kann mir das nicht erklären, aber in den ersten Wochen sieht fast jedes Kind dem Vater ähnlich. Jedenfalls empfinden alle das so, ich auch. Besonders wenn das Kind schläft und ich es im Profil betrachte. Das muss ein Trick sein, damit der Vater dieses Kind auch annimmt.

    ZEIT: Wie oft entbinden Sie ganz offensichtlich ein Kuckuckskind?

    Kaller: Dass ich das merke? Selten. Das sind die traurigsten Geschichten. Einmal hat eine Frau ihr Baby im Krankenhaus gelassen. Sie hatte ihrem Mann nach der Geburt gestanden, dass ihr Junge nicht von ihm ist. Er hat dann gesagt: »Du darfst nach Hause kommen, das Kind aber nicht.« Die Frau hat eine schwere Psychose bekommen und ist eingewiesen worden. Ein Ärztepaar hat das Kind dann später adoptiert.“

    http://www.zeit.de/2010/01/DOS-Interview-Hebamme/komplettansicht

    Blaffer-Hrdys simple Feststellung, dass Babies so niedlich seien, weil sie es sein müssten, lässt sich somit auch auf die Ähnlichkeit mit dem Vater übertragen.

    Aus „Mutter Natur“:

    „Menschenmütter lassen ihre Babys weit häufiger im Stich als andere Primaten, die jeweils nur für ein Baby zu sorgen haben. Auf der einen Seite finden wir also die unverhüllte, bedingungslose Hingabe, wie sie für Affen- und Menschenaffenmütter charakteristisch ist, auf der anderen Seite die mehr selektive Fürsorge menschlicher Mütter in traditionellen Gesellschaften und quer durch die Geschichte. In Bezug auf Kindstötung und Vernachlässigung durch die Mutter ähneln Menschen nicht so sehr anderen Primaten, sondern eher den Vögeln und den Säugetieren, die mehrere Junge zugleich haben. Obwohl ihr Verhalten für Primaten ausgesprochen untypisch ist, sind infantizidale Mütter nicht im Geringsten unnatürlich.“

  2. So, und jetzt noch die persönlichen Anmerkungen 😉

    Kind 1 wurde von der Hebamme begrüßt mit den Worten: „Oh! Das ist aber eine ganz Süße!“ – mir kam das in dem Moment noch nicht so vor. Mein erster Gedanke war komischerweise: „Kenn ich ja gar nicht“, weil ich wohl irgendwie davon ausgegangen war, dass sich ad hoc ein Vertrautheitsgefühl einstellen würde (während der Wehen hatte ich übrigens auch den Gedankengang, dass ich niemals „spontan“ hätte gebären wollen, „wenn mir DAS vorher jemand gesagt hätte…“ :D). Jedenfalls kommt sie von Anfang an VOLL nach mir. Vom Papa hat sie die Augen, den dicken Zeh und den stabilen Magen.

    Bei Kind 2 dachte ich als Erstes: „Doch ganz anders!“ Hier hatte ich zuvor nämlich 3-D-Ultraschallbilder gesehen und meinte große Ähnlichkeiten zu Kind 1 zu entdecken. Pustekuchen. Dieses Kind ist optisch und vom Wesen her bis jetzt noch immer „ganz der Papa“. Außerdem verkündete ich noch während des Nähens: „Von mir aus können wir noch ein drittes Kind bekommen!“, weil diese Geburt so viel leichter und deshalb auch schöner war als die erste, woraufhin die Ärztin lachend entgegnete, dass sie normalerweise immer nur hören würde, dass die Frau das nicht nochmal durchmachen wollen würde.

    Bei beiden Kindern dauerte das Verlieben bei mir ein paar Stunden, und somit vielleicht länger als bei ihm, der augenscheinig sofort völlig ergriffen war.

    Bei der ersten Geburt konnte ich kurzzeitig nicht unterscheiden, ob ich nun geboren wurde oder gebar, und seltsam war auch ein Moment, als er das zweite Baby in den Armen hielt, und ich mich plötzlich so fühlte, als sei er die Mutter und ich der Vater.

    Wenn ich jetzt noch erzähle, dass ich knapp 2 Jahre vor dem ersten Atemzug unserer Großen bereits beim Sex in der warmen, roten, mystischen Gewissheit aufging, ein Kind zu bekommen, dann haltet ihr mich endgültig für eine depperte Eso-Spinnerin…

    • @muttersheera

      „Wenn ich jetzt noch erzähle, dass ich knapp 2 Jahre vor dem ersten Atemzug unserer Großen bereits beim Sex in der warmen, roten, mystischen Gewissheit aufging“

      Das wäre ja dann deutlich vor der Empfängnis. Du meinst du hattest bei Sex ohne Verhütung ein mystisches Gefühl, dass das irgendwann zu einer Schwangerschaft führt?

      • Nö, es war noch absurder: trotz Gummi war ich in dem Moment so felsenfest davon überzeugt, ein Kind zu HABEN (es war quasi mit im Raum), dass ich das sogar meiner besten Freundin erzählt habe. Ich dachte nicht, dass ich schwanger war oder gerade würde, es war wie eine Begegnung mit einem Engel (nein, ich setzte mich damit nicht Maria gleich, aber es war so einmalig und unbeschreiblich, dass ich das nicht verleugnen möchte). Den Moment der Zeugung selbst habe ich nicht wahrgenommen, erst durch die anhaltende „Morgen“übelkeit (die sich in diesem Fall über den ganzen Tag zog und etwa 5! Monate anhielt) wurde mir klar, dass ich schwanger war.

        Beim zweiten Kind aber „wusste“ ich sofort nach dem erfolgreichen Akt was Sache war. Ich bekam das Grinsen gar nicht mehr aus meinem Gesicht. Zuerst angesprochen hat er es jedoch als meine Periode ausblieb. Nach der kann man normalerweise nämlich die Uhr stellen.

        Wir haben übrigens nur einmal einen Schwangerschaftstest gemacht, nach 2 Monaten Beziehung. Und der war positiv. Ohne, dass ich schwanger war… seitdem vertrauen wir dem modernen Diagnostik-Scheiß nicht mehr so ganz, sondern verlassen uns lieber auf unser Gefühl 😀

        • @muttersheera
          „trotz Gummi war ich in dem Moment so felsenfest davon überzeugt, ein Kind zu HABEN (es war quasi mit im Raum)“

          Mir hat mal eine Freundin erzählt, das sie das Gefühl, schwanger werden zu können, beim Sex antörnt. Also: Sex ohne Verhütung törnt mehr als mit. Ich weiß nicht mehr, was ich geantwortet hab, aber falls ich damals ehrlich war, dann habe ich ihr wohl gesagt, dass es mir genauso geht. Du hast ja mal gefragt, warum du einigen deiner früheren Partner dieses Gummidings aufnötigen musstest. Vielleicht bist du mit deiner Vorstellungskraft da im Vorteil. 😉

          Ich will riskanten Sex natürlich nicht entschuldigen.

  3. infantizidale Mütter nicht im Geringsten unnatürlich.“

    Darauf weist zumindest alles hin. Infantizid ist ebenso wenig unnatürlich wie Vergewaltigung ( und wir haben sicher viel viel eher eine „anti-rape culture“ als eine ominöse „rape culture“).
    Kindstötung sollte meiner Meinung nach zwar bestraft werden wie jeder andere Mord auch – schon um wegzukommen vom Kindsbesitzerinnen-Paradigma – aber sie ist immer auch ein Symptom eines sozialen Systems, welches versagt und die Mutter im Stich gelassen hat.

    (übrigens einer der typischen Frauenberufe, die gleichzeitig extremst fordernd, in Selbstständigkeit natürlicherweise total familienunverträglich UND furchtbar schlecht bezahlt werden, das Jahreseinkommen von Hebammen liegt laut dem Deutschen Hebammenverband bei rund 14.000 Euro, alleine die Haftpflichtprämie für Freiberufliche beträgt inzwischen 4.200 Euro jährlich, der Stundenlohn liegt bei mageren 7,50 Euro – EINE ECHTE SCHANDE!!!)

    Die Gynäkologin in meiner Mitfahrgelegenheit sagte mir neulich, dass selbstständige Hebammen umstritten seien und mit nicht ausreichender medizinischer Qualifikation eine gewisse „unlautere“ Konkurrenz auf ihrem Markt darstellen. Inwiefern das stimmt, kann ich keinesfalls beurteilen.

    Aber ansonsten ist das ein legitimer Punkt, den man leider viel zu selten von Feministinnen hört. Für eine bessere (monetäre) Anerkennung von real existierenden „Frauenberufen“ wie Friseurinnen, Pflegerinnen, Hebammen, Psychologinnen ( 😉 ) zu kämpfen, steht meist nicht auf der Agenda, da es opportuner ist, sich mit dem System zu arrangieren und stattdessen Frauen in – sowie Männer aus -Männerberufe(n) zu drängen sowie für selbige Gender wage gap – Mythen zu verbreiten. Natürlich ist diese Systemaffirmität nicht nur opportuner weil sie viel eher auf Unterstützung durch das System hoffen kann, sondern auch weil Feministinnen mit besagten Frauenberufen selbst ja nicht viel zu tun haben – die sind irgendwie bäh.

    @Christian: schöner Artikel.

      • Zumindest Mädchenmannschaft und Mädchenblog hatten mehrere “Protestartikel” zum Thema Hebammen, wenn ich mich richtig erinnere.

        Schön dass es wenigstens ein paar Artikel dazu gibt, die deren prekäre Lage thematisieren.

        Ich nehme mal an die Hebammen haben vielleicht noch am ehesten eine feministische Lobby, da dieser Beruf wohl unweigerlich Frauen vorbehalten bleiben wird selbst im Utopia der Gleichstellung – im Moment gibt es nur einen einzigen Entbindlungspfleger in Deutschland. Eventuell Erzieherinnen noch, die zumindest laut einigen Feministinnen alter Schule doch besser unter sich bleiben.

        Gibt es auch etwas über Friseurinnen, Alten- oder Krankenpflegerinnen?

  4. @ muttersheera

    Hebammen verdienen zu wenig?

    Warum streiken sie nicht?

    Vielleicht, weil das wenig effektiv wäre?

    Weil dann herauskäme, dass viel zu wenig Menschen bereit sind, für ihre Dienste tatsächlich mehr zu bezahlen?

    Weil es attraktive Konkurrenzangebote gibt?

    Das wäre dann bitter für die Hebammen, aber erhellend – falschen Beruf gewählt.

    Im Übrigen ist keine Frau/Familie gehindert, der Hebamme mehr zu bezahlen.

    Auch Du nicht, wenn Du und Dein Partner eine beauftragen.

    Oder steht ihr auf dem Standpunkt „Dann machen wir’s doch lieber selbst!“ ?

      • @ Marenleinchen

        Von der Solidarität ihrer Schwestern.

        Warum gründen Hebammen denn keine Streikunterstützungskasse?

        Warum zahlen denn Gleichstellungsbeauftragte und Genderprofessor.I.nnen/feministische Ärzt.i.nnen nicht 10 Jahre 10% ihres Gehaltes in eine solche Kasse ein?

        • @ Maren

          Ich weiß ja, dass Dir jenseits von Ad-Personam-Argumenten wenig einfällt in einer Diskussion, trotzdem die Nachfrage: Was ist daran Dummes Zeug?

          Wovon leben denn Arbeiter während eines Streikes?

          Von ihren Aktiendepots auf den Bahamas?

        • @ Marenleinchen

          *Na sicherlich nicht von Solidaritätszahlungen anderer Berufsgruppen.*

          Natürlich haben reiche Sozialisten den Aufbau von Gewerkschaften finanziell unterstützt.

          • @Maren

            Es würde ja auch reichen, wenn sie sich auf bestimmte Zuzahlungen einigen würden und diese dann am Markt durchsetzen. Wenn ihr Dienst einen Mehrwert hat, dann wird der Preis auch gezahlt. 100 € mehr bei einer Geburt sind angesichts der Folgekosten wahrscheinlich für die meisten Eltern akzeptabel.

            Müsste man natürlich anders auftreten gegenüber den Kundinnnen und ihnen diesen Mehrwert verkaufen.

            Außerdem haben sie meine ich 2010 gestreikt.

        • @ Maren

          *Ich mus dir doch nicht wirklich erklären, warum ein Streik bei Freiberuflern mehr als suboptimal ist, oder?*

          Doch, das musst Du mir erklären.

          Warum sollte ein Streik von Freiberuflern nicht effektiv sein?

          Wenn sie solidarisch sind und eine NOTWENDIGE Dienstleistung anbieten.

        • Ich bin auch freiberufler. Es ist nicht einfach, sich zu organisieren, wenn da nicht schon entsprechende Strukturen vorhanden sind. Wichtig ist auch eine kritische Masse von Leuten, wenig Zersplitterung, offenliegende Verhältnisse.

        • @ Stephan

          *Es ist nicht einfach, sich zu organisieren, wenn da nicht schon entsprechende Strukturen vorhanden sind. Wichtig ist auch eine kritische Masse von Leuten, wenig Zersplitterung, offenliegende Verhältnisse.*

          Wer sagt denn, dass es einfach ist?

          Es war für Arbeiter auch nicht einfach, sich zu organisieren im 19. Jhdt. bei 12-h-Tag und 6-Tage-Woche.

          Und finanziellen Möglichkeiten weit unterhalb eines Hartz-IV-Empängers heute.

    • 200 Euro bekommt eine freiberufliche Hebamme von den Krankenkassen für eine Geburt, soweit ich weiß. Egal, wie lange die dauert. Die Reaktion der Hebammen auf die um mehr als 500 % gestiegene Haftpflichtprämie innerhalb der letzten 15 Jahre ist nicht nur Streik, sondern gleich Ausstieg: in meiner Umgebung (Radius von 100 km) gibt es nur noch EINE Frau, die zusätzlich zur Vor- und Nachsorge noch die vertrauensvolle Geburtsbegleitung als Beleghebamme anbietet (ja, sie verlangt einen privaten Elternanteil, anders könnte sie gar nicht überleben, sie kann ja nicht unbegrenzt viele Paare annehmen, aus Zeitgründen).

      Ich finde es echt übel, dass beinah jede Gebärende mehrere ihr unbekannte Klinikhebammen „verbraucht“ bis zur Niederkunft. Ich halte es für das Recht einer Frau, sich dafür jemanden aussuchen zu können, dem sie Sympathie entgegenbringt. Davon sind wir Lichtjahre entfernt!

      • @muttersheera

        Hier ist etwas zu den Preisen:

        http://www.hebammenverband-hamburg.de/uf/Was_kostet_eine_Geburt.pdf?PHPSESSID=f747d9376f964887ffc2243a7d4f55cd

        Für eine Beleggeburt erhält die Hebamme 237,85 Euro. Hinzu kommen für jeweils einen
        Besuch am Tag nach der Geburt 13 Euro. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 39 – 65 Euro. Für eine Hausgeburt erhält die Hebamme 548,80 Euro. Hinzu kommen 27,00 Euro für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 81 – 135 Euro.
        Für eine zweite Hebamme können bis zu 164,80 Euro anfallen.
        Für eine Geburt im Geburtshaus erhält die Hebamme 467,20 Euro. Hinzu kommen 27,00
        Euro für jeweils einen Besuch am Tag nach der Geburt. Für drei bis fünf Tage ergibt dies 81
        – 135 Euro. Für eine zweite Hebamme können bis zu 164,80 anfallen. Der Träger des Geburtshauses erhält 550 Euro für Betriebskosten. Geburtshäuser erhalten keine zusätzlichen
        Investitionszuschüsse für Aufbau und Erhalt der Infrastruktur.
        Ca. 15% der außerklinisch begonnenen Geburten werden in die Klinik verlegt. Für diese fallen sowohl die Kosten von außerklinischer als auch der darauf folgenden klinischen Betreuung an. 2,2% der Kinder werden innerhalb der ersten 7 Tage in eine Klinik verlegt. Für diese
        fallen zusätzlich o. g. Kosten für Neugeborene in der Klinik an.

        • Hier noch etwas zu der Einigung mit den Krankenkassen:

          Nun haben sie sich auf einen Ausgleich geeinigt, teilte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung GKV am Dienstag in Berlin mit. Die Einigung gilt rückwirkend zum 1. Juli.

          http://www.spiegel.de/politik/deutschland/teure-versicherungen-kassen-einigen-sich-mit-hebammen-a-843637.html

          Zu diesem Datum waren die Beiträge zur Berufshaftpflicht erneut gestiegen – um 15 Prozent auf 4200 Euro pro Jahr. Allein für diese Versicherung müssen freiberufliche Hebammen somit etwa einen Monat lang arbeiten. In Deutschland bieten nur noch rund 3000 freiberufliche Hebammen klassische Geburtshilfe an.
          Die Kassen geben durch den beschlossenen Ausgleich nun 1,7 Millionen Euro mehr im Jahr für in der Geburtshilfe tätige freiberufliche Hebammen aus, erläuterte der GKV-Spitzenverband. Eine Hebamme bekomme für jede von ihr betreute Geburt im Geburtshaus 25,60 Euro und bei einer Hausgeburt 78 Euro zusätzlich.

      • @muttersheera

        „Die Reaktion der Hebammen auf die um mehr als 500 % gestiegene Haftpflichtprämie innerhalb der letzten 15 Jahre“

        Interessant wäre ja, warum die Haftpflichtprämie gestiegen ist. Normalerweise berechnen sich solche Prämien am Markt ja nach Häufigkeit und Höhe der zu erwartenden Schäden zuzüglich einer gewissen Marge.
        Vieles spricht dafür, dass es dann auch zu entsprechenden Schäden gekommen ist. Schließlich haften Hebammen voll für alle Fehler am Baby und ein Kind, dass deswegen eine Behinderung erleidet muss eben über lange Zeit, evtl lebenslang behandelt werden etc.

        Gibt es Begründungen für den Anstieg?

        • „Grund für die Erhöhung ist eine seit dem Jahr 2000 bestehende Regelung, die es den Krankenkassen ermöglicht, den Hebammen „grobe Fehler“ bei der Geburt anzulasten. Es ist die Schadenshöhe der einzelnen Fälle, die den Versicherungen zu schaffen macht. Die Schmerzensgeldsätze sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, bei schweren Behinderungen, zum Beispiel nach einem Sauerstoffmangel während der Geburt, können es mehrere Millionen Euro sein. Rund 30 Schadensfälle im Jahr bezahlen die Versicherungen – auch, weil die Hebammen nicht nachweisen können, dass sie nicht falsch gehandelt haben.“

          http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/sommer-2010/hebammenprotest/

          • @muttersheera

            “Grund für die Erhöhung ist eine seit dem Jahr 2000 bestehende Regelung, die es den Krankenkassen ermöglicht, den Hebammen „grobe Fehler“ bei der Geburt anzulasten.“

            Und leichte wahrscheinlich auch. Einen Ausschluss für grobe Fahrlässigkeit kenne ich eigentlich aus keinem Bereich. Ärzte allgemein haften ebenfalls unbeschränkt für leichte Fahrlässigkeit, warum sollte das bei Hebammen anders sein?

            „Die Schmerzensgeldsätze sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, bei schweren Behinderungen, zum Beispiel nach einem Sauerstoffmangel während der Geburt, können es mehrere Millionen Euro sein. “

            Das dürfte weniger das Schmerzensgeld sein als vielmehr der Schadensersatz, insbesondere die langen Förderungen etc.

            „Rund 30 Schadensfälle im Jahr bezahlen die Versicherungen – auch, weil die Hebammen nicht nachweisen können, dass sie nicht falsch gehandelt haben.“

            Das muss auch der Geschädigte beweisen, üblicherweise über ein gerichtliches Sachverständigengutachten. Die Hebammen haben die üblichen „Gegenbeweismittel“, zB ebenfalls ein Gutachten oder sie können ihre Einwände gegen das Gutachten auch direkt vorbringen und auf eine mündliche Befragung des gerichtlichen Sachverständigen bestehen.

        • Christian, interessieren Dich die fiesen Details meiner Geburten und warum ich – daraus abgeleitet – die Entwicklung im Feld Geburtshilfe als „russisches Roulette“ bezeichnen würde?

          Vielleicht können wir dann gemeinsam feststellen, was wünschenswert wäre…

          • @muttersheera

            Die fachlich höhere Qualifikation wird sicherlich nicht bei den Hebammen sein und bei Komplikationen wird es immer besser sein, schon in einem Krankenhaus zu sein als dort noch hingebracht werden zu müssen.

            Natürlich werden auch da Fehler passieren und einem mag eine bestimmte betreuende Person mehr zu sagen als eine andere.

        • Prinzipiell ist die Versicherung ja im Sinne der Familie. Die Hebammen fordern dementsprechend auch die Beteiligung der Allgemeinheit (Steuerfinanzierung). Mich hat erstaunt, dass deren Petition soviel Zuspruch erfahren hat: 90.000 Unterschriften.

          • @Stephan

            „Die Hebammen fordern dementsprechend auch die Beteiligung der Allgemeinheit (Steuerfinanzierung)“

            Bei welchem freien Beruf wird denn die Pflichtversicherung durch die Allgemeinheit abgedeckt? Ich kenne keinen. Das wäre ein vollkommen unlogisches System, da es ja den Anreiz mindert gut zu arbeiten, da schlechtes arbeiten die Prämien erhöht. So etwas muss über den Preis abgedeckt werden.

            Die Petition lief ja auch auf vielen (feministischen) Blogs und bei seiner Hebamme unterschreibt man auch schnell, wenn es einen selbst nichts kostet und es als unhöflich erscheint, dass abzulehnen.

          • @Stephan

            Lässt sich zumindest besser in das System einfügen. Die Frage ist eben, was die Betreuung durch eine Hebamme für objektiven Nutzen und damit als Mehrwert bringt. Die Krankenkasse zahlt ja auch in anderen Bereichen nicht alles.
            Vielleicht müssen sie sich eher darauf einstellen, höhere Gebühren als Zusatzleistung am Markt durchzusetzen.

        • @ Stephan

          Egal wie man’s macht: Es bedeutet höhere Kosten, für die jemand BEZAHLEN muss.

          Viele Berufstätige meinen, sie könnten durchaus mehr verdienen (Friseure, Kellner, Tankwarte, Klempner, Zimmermädchen usw.).

          Man muss jemanden finden, der BEREIT ist, dafür mehr zu bezahlen oder jemanden, den man ZWINGEN kann, mehr zu bezahlen.

        • @ Christian

          Ich glaube eher, dass Hebammen sich zu Kinderkrankenschwestern umschulen lassen sollten, wenn sie anständig verdienen wollen.

          Ihr Beruf ist obsolet geworden durch die Entwicklung und den Aufbau der modernen Geburtsmedizin und flächendeckender Versorgung mit Krankenhäusern/Arztpraxen.

          Die Solidargemeinschaft kann nicht ad infinitum jeden überflüssig gewordeenen Beruf am Leben erhalten und dafür den Steuerzahler/Beitragszahler zur Kasse bitten, weil der Markt kostendeckende Löhne/Preise nicht hergibt.

        • @ Christian

          „Die fachlich höhere Qualifikation wird sicherlich nicht bei den Hebammen sein“

          Sie sind dem Gesetz nach die Einzigen, die im Normalfall eine Geburt leiten dürfen. Auf Ärzte kann frau dabei traditionell verzichten – auf eine erfahrene und einfühlsame Hebamme nicht.

          „und bei Komplikationen wird es immer besser sein, schon in einem Krankenhaus zu sein als dort noch hingebracht werden zu müssen.“

          Das sehen fast alle Erstgebärenden so. Aber gerade die Umgebung, die Schichtwechsel, die Eingriffe, etc. erhöhen die Komplikationsgefahr.

          „Natürlich werden auch da Fehler passieren und einem mag eine bestimmte betreuende Person mehr zu sagen als eine andere.“

          Und darum sollte es doch in aller erster Linie gehen! Wie oft gebären Frauen denn heutzutage so im Leben?

          In Frankreich haben Frauen sogar das Recht auf eine schmerzfreie Geburt, und bei uns werden gerade die Beleghebammen vom System massivst zurückgedrängt! Warum?
          Eine Geburt in einem Krankenhaus ABER mit einer Hebamme, die sich die Frau selbst ausgesucht hat und die sie kennt, ist doch im Grunde kaum zu toppen!

          @ Stephan

          „90.000Unterschriften“

          Innerhalb der ersten zwei Wochen nur. Insgesamt war es die quantitativ erfolgreichste Petition überhaupt, mit 186.356 Unterschriften. Damit wurde sie von mehr als 50.000 Menschen mehr gezeichnet als die gegen die „Internetsperren“.
          Ohne irgendeinen Erfolg, leider. Da gärt was!
          Und in den Medien wird diskutiert über das „Bild der guten Mutter“…

          • @muttersheera

            „Sie sind dem Gesetz nach die Einzigen, die im Normalfall eine Geburt leiten dürfen“

            Und Ärzte.

            „Auf Ärzte kann frau dabei traditionell verzichten – auf eine erfahrene und einfühlsame Hebamme nicht.“

            Wo ist da eigentlich der Gegensatz? Warum kann eine Ärztin aus deiner sich nicht einfühlsam sein?

            „Das sehen fast alle Erstgebärenden so. Aber gerade die Umgebung, die Schichtwechsel, die Eingriffe, etc. erhöhen die Komplikationsgefahr.“

            Das ist eben die Frage. Die Gefährdung, die damit verbunden ist, erscheint mir relativ gering im Vergleich zu einer nicht möglichen Notbehandlung außerhalb eines Krankenhauses

            „Und darum sollte es doch in aller erster Linie gehen! Wie oft gebären Frauen denn heutzutage so im Leben?“

            Dann kann man sich ja eine Ärztin suchen, die man gut findet. Genauso wie man sich die Hebamme aussucht.

            „In Frankreich haben Frauen sogar das Recht auf eine schmerzfreie Geburt, und bei uns werden gerade die Beleghebammen vom System massivst zurückgedrängt! Warum?“

            Hier kann man auch eine Betäubung wählen

            „Eine Geburt in einem Krankenhaus ABER mit einer Hebamme, die sich die Frau selbst ausgesucht hat und die sie kennt, ist doch im Grunde kaum zu toppen!“

            ist ja auch möglich.

        • „Wie wichtig für die Gesellschaft ist überhaupt die Leistung von freiberuflichen Hebammen?“

          Wer will messen, was wichtig für die Gesellschaft ist? Und wer will beurteilen können, wie wichtig irgendetwas in Relation zu irgendetwas anderem ist?

          Und was ist überhaupt „die Gesellschaft“?

        • @ muttersheera

          *Das sehen fast alle Erstgebärenden so. Aber gerade die Umgebung, die Schichtwechsel, die Eingriffe, etc. erhöhen die Komplikationsgefahr.*

          Wenn eine Frau sich von einer niedergelassenen Belegärzt.I.n betreuen lässt, ist die auch rund um die Uhr für sie da, wenn sie ihren Beruf ernst nimmt.

          Das sollte also kein Problem sein.

        • „Da gärt was!“

          Nee, da gärt nix. Das ist ein simpler Assoziationsreflex: Hebamme = Baby; Hebamme in Not = Baby in Not. Da unterschreibt es sich schnell, denn wer will schon Babies in Not sehen?

        • Ah, Alexander, JETZT glaube ich Dir, dass Du Medizin studiert hast. Unverkennbarer Standesdünkel.

          In Wahrheit ist es genau andersrum: eine gute Hebamme kann etwas, dass der bestbezahlteste und hochdekorierteste Arzt mit neuester Hightech kaum hinbekommt, jedenfalls nicht besser. Und damit meine ich nicht, das Gewicht exakter zu bestimmen als die Maschine, sondern, der Gebärenden Vertrauen und Mut in den Ablauf und ihren Körper zuzusprechen.

        • “Sie sind dem Gesetz nach die Einzigen, die im Normalfall eine Geburt leiten dürfen”

          Und Ärzte.“

          Nein. Nur in Notfällen. §4 HebG

          „Eine Geburt in einem Krankenhaus ABER mit einer Hebamme, die sich die Frau selbst ausgesucht hat und die sie kennt, ist doch im Grunde kaum zu toppen!”
          „ist ja auch möglich.“

          Kaum noch irgendwo.

          • @mutterheera

            „Nein. Nur in Notfällen. §4 HebG“

            Da liest du den Paragraphen falsch:

            http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/hebg_1985/gesamt.pdf
            㤠4
            (1) Zur Leistung von Geburtshilfe sind, abgesehen von Notfällen, außer Ärztinnen und Ärzten nur Personen
            mit einer Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Hebamme” oder „Entbindungspfleger” sowie
            Dienstleistungserbringer im Sinne des § 1 Abs. 2 berechtigt. Die Ärztin und der Arzt sind verpflichtet, dafür Sorge
            zu tragen, daß bei einer Entbindung eine Hebamme oder ein Entbindungspfleger zugezogen wird.
            (2) Geburtshilfe im Sinne des Absatzes 1 umfaßt Überwachung des Geburtsvorgangs von Beginn der Wehen an,
            Hilfe bei der Geburt und Überwachung des Wochenbettverlaufs.“

            Ärzte sind immer berechtigt. Dann neben Hebammen andere Personen nur in Notfällen.
            Wäre ja auch merkwürdig, wenn die qualifizierteren Ärzte es nicht dürften

            „Kaum noch irgendwo.“

            Dann scheint keine entsprechende Nachfrage zu bestehen. Vielleicht sehen es andere anders und haben lieber eine vollausgebildete Kraft, eben einen Arzt.
            Warum man zu der kein Vertrauen haben kann hattest du ja auch noch nicht gesagt

        • @ muttersheera

          Das hat mit Standesdünkeln nichts zu tun, sondern mit einer Aversion gegen Hebammenkitsch.

          Das sind die Fakten:

          Mortalitätsrisiko bei Hausgeburten fünfmal höher als bei Klinikgeburten.

          http://www.focus.de/gesundheit/baby/geburt/hebammen/hebammen-und-aerzte_aid_20735.html

          Wahrscheinlich ist das Risikoverhältnis noch schlechter zuungunsten der Hebammen, denn für diese besteht keine Dokumentationspflicht, auch nicht für von Hebammen geleitete Geburtshäuser.

          Was es übrigens sehr schwer macht, für Patientinnen/Kundinnen von Hebammen diese im Falle einers Fehlers erfolgreich zu verklagen.

          Wo keine Dokumentation, da keine nachweisbaren Tatbestände.

          Sehr praktisch.

          Das Hebammengesetz aus der Nazizeit (!) dient dazu, den von den Nazis verkitschten Hebammenberuf unter Denkmalschutz zu stellen (Die weise GERMANISCHE FRAU, die das altbewährte Geheimwissen der GERMANISCHEN FRAU gegen die akademischen Ärzte, die Latein sprachen, die Römlinge waren, bewahrte, war Hebamme, so die Legende von Hexenverfolgung/9 Millionen Toten/Verfolgung der GERMANISCHEN WEISEN FRAU samt ergänzendem Hexenkitsch, verfolgt durch die römische Klerisei, später dann wurde die GERMANISCHE Gebärende geschändet durch JÜDISCHE Ärzte – igitt. Eine Legende, die in den feministischen Propagandamühlen so viel Anklang fand, dass man den ganzen Stuss fröhlich zweitverwertet hat. Nur die Stoßrichtung der Nazipropaganda wurde etwas verändert: Nicht gegen Römlinge = Christen = die mit jüdisch inspirierter Rückenmarkserweichung und Juden = geile jüdische Gynäkologen, sondern gegen MÄNNER, böse, frauenverachtende Männer, die den Frauen ihr Geheimwissen nicht gönnen, die Räume autonomer Frauenmacht bedrohen, sie männlicher Macht und kalter Vernunft = Wissenschaft, die ja bekanntlich PATRIARCHAL ist, unterwerfen.

          Passt schon.

          Eine Sündenbockideologie reicht der nächsten hilfreich die Hand.

          Die Psychostruktur der Anhänger.I.nnen ist eh vergleichbar.

        • Alexander, ich wäre Dir sehr verbunden, wenn Du anerkennen würdest, was ich für das non-plus-ultra ausgab:

          Im Krankenhaus, aber mit Beleghebamme.

          Und jetzt sag mir mal, ob bzw. was Du dagegen einzuwenden hast & warum genau dieses Szenario mittlerweile Exotenstatus besitzt.

          Btw: ab der Erstnennung des Begriffs NAZI hab ich aufgehört zu lesen.

        • @ muttersheera

          *Alexander, ich wäre Dir sehr verbunden, wenn Du anerkennen würdest, was ich für das non-plus-ultra ausgab:

          Im Krankenhaus, aber mit Beleghebamme.*

          Gar nichts habe ich dagegen einzuwenden.

          Vorausgesetzt, Beleghebammen müssen die gleichen Kosten tragen, den gleichen Qualitätsstandards (z.B. in Sachen Dokumentation) genügen, werden nicht stärker subventioniert als die Belegärzte, tragen also z.B. die Kosten ihrer Haftpflicht selbst.

          Wenn sie dann die daraus sich ergebenden Kosten der Berufsausübung mit einem auskömmlichen Einkommen vereinbaren und das übersetzen können in ein preislich konkurrenzfähiges Angebot – nur zu.

          Dann wird es ihnen an Kundinnen nicht fehlen.

        • @muttersheera
          „Christian, interessieren Dich die fiesen Details meiner Geburten“

          Mich würde mal interessieren, wieso du wegen der Geburtserfahrung zum Feminismus gekommen bist. Du hattest es mal mit einer Grenzerfahrung begründet (und dass dir Psychologiebücher nichts gebracht haben). Du hättest eigentlich ja früher Feministin werden können wegen einiger Erfahrungen mit Männern. Hast du ähnlich negative Erfahrungen bei deiner ersten Geburt gemacht? Erfahrungen, die sozusagen „im System“ liegen?

        • @ Christian

          „Warum kann das deiner Meinung nach ein Arzt/eine Ärztin nicht?“

          Ich sage nicht: prinzipiell nicht. Aber ich glaube, dass eine Hebamme einen anderen Blick auf das Geschehen hat, eben wegen ihrer Ausbildung, die sich jahrelang und immer nur darum dreht. Sie ist die spezialisierte Expertin für „Spontangeburten“ und alles rundherum. Hebammen preisen übrigens auch den Mehrwert von Sex und Sperma bis Ultimo (also auch noch während der Wehen) wie niemand sonst 😉

          „Da liest du den Paragraphen falsch“

          Ärzte sind verpflichtet eine Hebamme hinzuzuziehen, Hebammen andersrum nicht. Kann mann falsch finden, ist aber (noch) so.

          „Dann scheint keine entsprechende Nachfrage zu bestehen.“

          Du hast doch selbst präzise angegeben, wieviel eine Beleghebamme von den Krankenkassen für eine Geburt bekommt. Wenn eine freiberufliche Hebamme diesen „Service“, also ihr eigentliches Kerngeschäft, noch anbietet, muss sie (ohne Zusatzbeiträge zu erheben, die ein bestimmtes Klientel ausschließen) allein um die Haftpflichtprämie abzudecken rund 18 Geburten pro Jahr abwickeln. Das ist absurd!
          Und wenn die Situation einmal so ist wie jetzt, wenn Du im Internet suchst und für Deinen Ort keine Beleghebamme mehr findest, was machste dann?
          Es gibt ein Angebotsproblem!
          Obwohl Erstgebärende nicht immer aufm Schirm haben, wie wichtig die Geburtsbegleitende Person ist und was sie im Krankenhaus wirklich (schlimmstenfalls) erwartet…

          @ Stephan

          „Hab noch nicht richtig verstanden, warum Beleghebammen schwerer finanzierbar sein sollen als angestellte Hebammen.“

          Ich nehme an, angstellte Hebammen sind für die Ärzte angenehmer weil berechenbarer, dass sie sich eher der „Autorität“ des Arztes beugen, ihm unterordnen. Um das Wohl der werdenden Mütter geht es in dem System ganz bestimmt nicht.

          „Hast du ähnlich negative Erfahrungen bei deiner ersten Geburt gemacht? Erfahrungen, die sozusagen “im System” liegen?“

          Nicht ähnlich, sondern schlimmer, viel schlimmer (und ich meine nichtmal die Todesangst)!

          Bei der ersten Geburt erlebte ich 2 Schichtwechsel (also 3 Hebammen) – und dabei war ich noch „schnell“ für eine Erstgebärende. Die Letzte erinnere ich mit ganzen 4 Sätzen:

          – „Hallo, mein Name ist…“
          – „Das tut jetzt weh“ als sie mir die Fruchtblase aufstach (weil es ihr nicht schnell genug ging)
          – „Sie müssen jetzt pressen oder ihr Kind stirbt“ als einzige „Ermunterung“ während der Presswehen
          Und eben den bereits zitierten Satz über unsere Tochter.

          Ich habe einen Wahnsinns-Hass auf diese Frau geschoben (ich hätte sie sooo gern einfach weggetreten).

          Und die Ärztin war keinen Deut besser. Schnitt mich tief ohne Vorwarnung, nähte mich ohne Betäubung und schimpfte gar noch mit mir rum, weil ich dabei nicht ruhig liegen blieb, sondern (mehr als bei der Geburt selbst) schrie, jammerte und zappelte (ich hätte sie sooo gern einfach weggetreten).

          Außerdem befanden sich noch 3 oder 4 männliche Voyeure zu meinen Füßen, die nichtmal vorgestellt wurden (das waren wohl Kinderärzte und/oder Pfleger – ich hätte sie sooo gern … aufgefordert sich zu verpissen) und unser frischgeschlüpftes Kind sogleich „vorsorglich“ zur Kinderklinik brachten. Erst knapp 2 Stunden später hielt ich sie das erste Mal im Arm. Ich nehme an, das war auch ein Grund dafür, dass mich das Nähen so quälte: die fehlende Ablenkung. Jedenfalls bin ich in genau der Sekunde, als die Ärztin ausrief: „Fertig!“ vom Bett gehüpft und im OP-Hemdchen davongerannt, bis mich irgendwer irgendwo wieder einfing (mein Weg ließ sich leicht nachverfolgen, bei der fetten Blutspur, die ich zog).

          Niemals hätte ich DAMIT gerechnet. Ich brauchte ein halbes Jahr, bevor ich unter Tränen darüber sprechen konnte und etwa 2 Jahre, um diese Erfahrung zu verarbeiten.

          Bei der zweiten Geburt (selbstverständlich in einem anderen Krankenhaus) hatte ich dann großes Glück und geriet an ein perfektes, einfühlsames Doppelgespann, das mir viele Fragen stellte & meine Wünsche respektierte. Auf keine der beiden (die Ärztin war älter und behielt vorallem die Übersicht über die Geräte und machte die Dokumentation – die ganz junge Hebamme blieb die ganze Zeit an meiner Seite und sprach quasi meine Gedanken aus) hätte ich verzichten wollen, da wir die Einzige Geburt in der Nacht waren, mussten wir das auch nicht.

          Nach vielen Gesprächen mit anderen Müttern bin ich mir sicher, dass es wirklich so rum war: das ich beim zweiten Mal Glück hatte, und nicht, beim ersten Mal Pech.

          In irgendeiner Studie las ich mal, dass roundabout 70% der Mütter sich die Geburt „ganz anders“ vorgestellt hätten. Leider wurde nicht erfragt, wie. Ich wage aber zu behaupten, dass Beleghebammen einen Schlüssel zu einem angenehmeren Geburtserlebnis – aus Sicht der Frau – darstellen würden…

          Beim nächsten Mal (falls es ein nächstes Mal gibt), würde ich mir wünschen, dass es mehr so läuft wie hier:
          http://m.youtube.com/#/watch?v=-EqDdfSRLWU&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3D-EqDdfSRLWU&gl=DE

          Käme aber aufs Gewicht des Kindes an. Mein Gyn sagt, dass er ab geschätzten 3500 g ganz eindeutig zum Kaiserschnitt tendieren würde, weil ich bin ja ein sehr zierliches Persönchen, und an diese Empfehlung würd ich mich dann natürlich auch halten. Wobei ich auch da schon die dollsten Storys gehört habe, vom „Verschätzen“ der Maschine um ein läppisches Kilo, dass das Kind dann mehr wog, bis zum verweigerten, obwohl Frauenärztlicherseits empfohlenen Kaiserschnitt, wo Kind und Mutter sich dann 3 Tage durchquälen mussten und dabei fast starben (alles passiert in D nach der Jahrtausendwende)…

          Ja, es gibt auch einfache Geburten & Frauen, die ihre Kinder quasi ohne Zutun „verlieren“. Selten.

        • O je, hab schon darauf gewartet, dass du was schreibst, aber damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Ich stell mir eine Geburt echt heftig vor, aber wenn man sich dann noch solche apokalytischen Sprüche anhören muss wie „Ihr Kind stirbt“. Diese Respektlosigkeit: „Außerdem befanden sich noch 3 oder 4 männliche Voyeure zu meinen Füßen“ fällt mir in Kliniken und Arztpraxen auch auf. Überall offene Türen, langes Herumsitzen in Unterwäsche.

          Muss mal meine Exfreundin noch mal fragen, die vor zwei Jahren Mutter wurde. Sie meinte, sich nicht mehr richtig an die Geburt zu erinnern. Ich war auch mal bei einer Geburt dabei (Anfang Neunziger), die sogar sehr lange dauerte (mind. 12 Std., mit künstl. Wehen, war nur kleines Kind, Frühchen, aber auch zierliche Mutter), aber die waren da wirklich sehr lieb. Die haben sich sehr auf die Mutter konzentriert, sie motiviert, geradezu angefeuert, jedes Atmen und Pressen, jede Pause. Die körperliche Anstrengung hat mich sehr beeindruckt. Die Mutter war bei den letzten Wehen knallrot, fast in Richtung bläulich, aber auch in Extase. War deutlich zu merken, dass sie die Schmerzen, die sie eigentlich haben müsste, nicht mehr spürte. Die haben auch einen Dammschnitt gemacht (mit so ’ner Art Geflügelschere), das hatte mich auch leicht erschreckt, wie die da ohne Betäubung plötzlich beherzt drauflosschnippelte, in dem Moment wo das Kind kam. Die Mutter hat davon nichts mitbekommen, un der Sinn liegt wohl darin, dass ein glatter Schnitt besser verheilt.

          Mein übeselstes Arzterlebnis war mal eine Netzhaut-Laserbehandlung, wo mich auch niemand vorbereitet hat oder während der Behandlung mal nachgefragt, ob es noch erträglich ist, wie lange es noch dauert oder so. Das war 15-20 min Dauerblendung pur, mit geweiteten Pupillen ohne Möglichkeit zu zwinkern.

          Ärzte sind Halbgötter in weiß. Viele wählen den Beruf, weil er prestigeträchtig ist, sicher nicht alle. Aber bei Hebammen dürfte das wohl kaum der Fall sein. Lässt sich auch gut vereinbaren mit der Theorie, dass Charaktermerkmale zum großen Teil angeboren sind.

        • Nochmal zu den Markt-Argumenten: Eine Hebammengeburt dürfte doch von den Kosten her kaum zu unterbieten sein. Warum knausern da die Kassen? Geht es da wirklich nur um die Sicherheit des Kindes? Oder spielen auch Lobbyinteressen eine Rolle?

          • @Stephan

            Die Sicherheit des Kindes kann aus Sicht der Krankenkasse ein überaus starkes Kostenargument sein. Letztendlich müssen sie die Rechnung ja begleichen, wenn die Deckungssumme der Hebamme nicht hoch genug ist.

            Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Hebammen einfach schlecht verhandeln/eine schlechte Verhandlungsposition haben. Es ist ja recht offensichtlich kein Karrierejob, sie haben wenig Ausweichmöglichkeiten und sie scheinen auch nicht gewillt zu sein, die höheren Preise selbst am Markt durchzusetzen. Anscheinend gibt es auch bei schlechten Bedingungen genug Hebammen. (Man könnte zum Ursprung dieses Artikels zurückkehren und es auf die stärkere Wirkung des Kindchenschemas auf Frauen zurückführen).

          • „(Man könnte zum Ursprung dieses Artikels zurückkehren und es auf die stärkere Wirkung des Kindchenschemas auf Frauen zurückführen).“

            Man kann folgenden Grundsatz aufstellen: In jedem Beruf, in dem es eine Sparte gibt, die im positiven Sinne viel mit Kindern zu tun hat, wird diese Sparte einen sehr hohen Frauenanteil haben.

        • „wenn man sich dann noch solche apokalytischen Sprüche anhören muss“

          Es war wohl tatsächlich so, dass die Herztöne runtergingen (sie hatte die Nabelschnur um den Arm gewickelt und drückte sie sich zu), aber, naja… es war halt das Einzige, was dieser Frau einfiel um mich (die ich gar keine Wehenpause mehr wahrnahm) zu „motivieren“. Da war mein Liebster eine größere Hilfe, ich war ihm sehr dankbar, als er mir die wichtige Botschaft verkündete: „Ja, weiter, ich seh schon das Köpfchen!“. Beim zweiten Mal wurde ich aufgefordert selbst hinzufassen, und das war echt wow! & voll der Motivationsboost.

          „Sie meinte, sich nicht mehr richtig an die Geburt zu erinnern.“

          Solls häufiger geben, keine Ahnung, ich versteh das nicht. Hinterher dann, ja, da hab ich dann auch mal ne Freundin gefragt, wann sie mich besuchen käme, dabei war sie schon da gewesen.

          „Die körperliche Anstrengung hat mich sehr beeindruckt.“

          Mein Freund hat es bereut, dass er meine Hand hielt. Aber so hatte er auch was davon und weiß nun (besser als ich), welche Kräfte in mir schlummern 😀

          „Die haben auch einen Dammschnitt gemacht (mit so ‘ner Art Geflügelschere), das hatte mich auch leicht erschreckt, wie die da ohne Betäubung plötzlich beherzt drauflosschnippelte, in dem Moment wo das Kind kam. Die Mutter hat davon nichts mitbekommen, un der Sinn liegt wohl darin, dass ein glatter Schnitt besser verheilt.“

          Halte ich für Bullshit. Ich habs gespürt, und zwar holla-die-Waldfee, und es war mit das Grässlichste an dem ganzen Erlebnis, hat nämlich die gerade erst einsetzende Exstase im Keim bzw. Schmerz erstickt. Ich hab auch schon viele Frauen sagen hören, sie hätten das vor lauter Schmerzen nicht mehr mitbekommen – aber bei Weitem nicht Alle. Und was das Verheilen angeht: beim zweiten Mal habe ich drauf bestanden lieber zu reissen, bin ich dann auch leider (nach hinten & vorne), DAS habe ich nicht mitbekommen (die Piekser der Betäubungsspritze schon, war aber kein Vergleich zum unbetäubten Nähen) – und verheilt ist das besser.

          Weiß man inzwischen auch „offiziell“
          http://www.eltern.de/schwangerschaft/geburt/dammriss.html
          – was die Kliniken natürlich nicht grundsätzlich davon abhält zur Geflügelschere zu greifen, m.M.n. vorallem, weil: aus Sicht des Nähenden ist ein glatter Schnitt einfacher zu handeln.

          „Mein übeselstes Arzterlebnis war mal eine Netzhaut-Laserbehandlung“

          Kann ich mir vorstellen, mir wurde mal ein verkapseltes Gerstenkorn an der unteren Lid-Innenseite entfernt. Das tat zwar kaum weh, aber zu sehen, wie der Arzt wiederholt mit dem Skalpell Richtung Auge „sticht“ – ebenfalls ohne Zeitangabe, ablenkendes Gespräch z.B. durch die Helferin oder gelegentliche Nachfragen, wie sie beim Frisör bspw. Usus sind („Ist die Temperatur für Sie ok?“) – da wird Dir mulmig.

          Aber was beschweren wir uns: wir haben doch fachlich sooo toll ausgebildete Ärzte, von denen kann man ja gar nicht erwarten, dass die auch noch in der Masse ihre Menschlichkeit bewahren oder gar eine Dienstleister-Mentalität entwickeln (gibts bestimmt mal als IGEL-Leistung)…

          Ich bin ja schon ewig Pispers-Fan, und der hat über Ärzte bereits Alles gesagt, was es zu sagen gibt:

          http://m.youtube.com/#/watch?v=_KXuk_TglHI&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3D_KXuk_TglHI&gl=DE

          http://m.youtube.com/#/watch?v=PTTSNFQUUvQ&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DPTTSNFQUUvQ&gl=DE

          Und ganz besonders:
          http://m.youtube.com/#/watch?v=5o82qQrE6S4&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3D5o82qQrE6S4&gl=DE

          Ich wüsste zu gern, welcher Fachrichtung Alexander angehört…

        • @Christian
          Man müsste z.B. mal bei Hausgeburten die normalerweise viel niedrigeren Kosten gegen die zusätzlichen Kosten bei Kompilikationen abwägen. Allerdings wirken in unserem Gesundheitssystem ja nicht nur Marktmechanismen.

        • @ Robin

          Auf alle Viere begab ich bei Baby 2 auch (aus eigenem Antrieb) für einige Zeit, weils so einfach leichter ging mit dem Pressen. Dafür brauchts aber auch Vertrauen zu den Anwesenden, denen frau schließlich dem Gefühl nach „vor die Füße sch****“.

          Der Link ist nett, Danke.

          Ich hab ja so Vieles vergessen zu erwähnen… z.B. den Einlauf, den mir noch die erste Hebamme – angeblich Standardmäßig – verpasste, wozu die liebe Hebamme nur wenige Jahre später meinte: „Das macht man heutzutage doch gar nicht mehr!“; dass man mir, als ich anfing mich während der Wehen zu übergeben, nonchalant mitteilte: „Das ist ein gutes Zeichen, es geht voran!“; oder auch – ganz furchtbar! – dass man mich junge, unerfahrene Mutter die ersten zwei Tage nach der Geburt alle 4 Stunden antanzen ließ, damit sie meinem süßen, meist schlafenden Baby in die Ferse pieksen konnten, um ihm Blut abzunehmen – obwohl die Werte IMMER ok waren! Wie mich diese Prozedur nicht nur Schlaf und damit bereits Nerven kostete, sondern es mir jedesmal beinah das Herz brach, das dann elendig-jammernde, kleine Würmchen mit seinem blau-unterlaufenen Fuß nicht davor beschützen zu „können“ (ich hab mich nur nicht getraut zu widersprechen, wollte „alles richtig“ machen, erstes Kind halt). Wie sie andererseits aber „vergaßen“, mich auch nur einmal zu fragen, ob das Stillen klappt oder ob ich Hilfe/Ersatznahrung bräuchte… undundund

          Josephine schreibt:
          „In jedem Fall ist ein großes, medizinisch voll ausgestattetes Haus meiner Meinung nach gerne mal “gefährlicher”, als ein kleiner, überschaubarer Laden.“

          And guess what:
          Es war natürlich ein größerer Klinik-Komplex mit sehr gutem Ruf.
          Never again!

          (Hausgeburten find ich von der Idee her zwar nett, aber dieses dumme Sicherheitsdenken hält mich ab. Und wiedermal schiebe ich es z.T. auf meine Statur 😉 )

  5. Babies stehen in der Tat im Mittelpunkt des Geschehens, wie ich Weihnachten mal wieder persönlich erfahren durfte 😀
    Eigentlich komisch, dass Paare nur noch wenige bekommen wollen. Ich hätte Lust drauf.

  6. @ Christian

    Oxytocin-Berauschung kommt durchaus mit einem Preis daher.

    Da Frauen mehr Oxytocin ausschütten als Männer, sind sie „süchtiger“, haben stärkere Entzugserscheinungen, leiden mehr, wenn der Rush ausbleibt, den ihr Baby auslöst.

    Das könnte einer der Gründe sein, warum so viele Frauen – selbst unter denen, die vorher ehrlich ganz anderes zu tun beabsichtigten – ihr Kind vor der Erwerbsarbeit priorisieren, viel stärker schmerzlich dem Kind nachhängen, es schmerzlicher vermissen, wenn sie es in der Obsorge anderer zurücklassen müssen, sich weniger gut auf die Arbeit konzentrieren können, weil sie immer wieder daran denken müssen, ob’s dem Kind, das sie gerade nicht sehen, auch wirklich gut geht.

    Männern fehlt dieses Zurücklassen leichter zu fallen, vielleicht weil weniger oxytocinsüchtig.

    Außerdem habe ich vor ca. 2 Jahren eine Studie gelesen (Link mal wieder nicht auffindbar), dass sich das Gehirn von Frauen, die Schwangerschaft/Stillen hinter sich haben, DAUERHAFT verändert, indem es auf das erhöhte Oxytocinanfluten mit einer Vermehrung der Anzahl der Oxytocinrezeptoren im Gehirn reagiert, die auch nach dem Stillen nicht zurückgebaut werden.

    So könnten Mütter dauerhaft „oxytocinsüchtiger“ geworden sein.

    Mit entsprechenden Verhaltensänderungen (mehr nach Oxytocinräuschen strebend, IM SCHNITT), also Verhaltensweisen/-gelegenheiten suchend/herbeiführend, die ihnen einen neuen Oxytocinkick verpassen.

    Ich denke, dass dies nicht gerade das Kompetitionsverhalten, die Kampfbereitschaft, das Siegen-Wollen fördert.

    Vielleicht ein Grund, warum Frauen beim Karrieremachen gegenüber Männern so häufig den Kürzeren ziehen.

    • Da Frauen mehr Oxytocin ausschütten als Männer, sind sie “süchtiger”, haben stärkere Entzugserscheinungen, leiden mehr, wenn der Rush ausbleibt, den ihr Baby auslöst.

      Das könnte einer der Gründe sein, warum so viele Frauen – selbst unter denen, die vorher ehrlich ganz anderes zu tun beabsichtigten – ihr Kind vor der Erwerbsarbeit priorisieren, viel stärker schmerzlich dem Kind nachhängen, es schmerzlicher vermissen, wenn sie es in der Obsorge anderer zurücklassen müssen, sich weniger gut auf die Arbeit konzentrieren können, weil sie immer wieder daran denken müssen, ob’s dem Kind, das sie gerade nicht sehen, auch wirklich gut geht.

      Sehr interessante und plausible Theorie, die mir unformuliert und diffus auch schon länger im Kopf rumschwirrt.
      Ohne mich jetzt tiefgehender damit befasst zu haben, vermute ich ganz stark dass Oxytocin die vermeintliche „glass ceiling“ am besten erklären kann.

  7. Herrje.

    *Männern fehlt dieses Zurücklassen leichter zu fallen, vielleicht weil weniger oxytocinsüchtig.*

    Anstelle von fehlt müsste scheint stehen.

  8. Das hat jemand geschrieben der keine Kinder hat. Es ist nur blanke Theorie. Mit Kindern hat man sehr viele sehr negative, ermüdende und zermürbende Situationen. Das kann auch Wochen andauern. Nur eine höhere Form von Liebe führt dazu dass man genug Kraft aufbringt um das durchzustehen.

    Dies hat gar nichts mit Hormonen zu tun und weil diese höhere Form der Liebe ist dass was man Caritas nennt. Dies fehlt heutzutage, es ist eine Geiste Form der Liebe – hat mit Vernunft zu tun und äussert sich durch Handlungen. Weil diese Wahrnehmung fehlt kommt es so oft zu Kindermorden oder die Menschen sind nicht mehr fähig mehr als ein Kind aufzuziehen und zu ertragen. Die Krippen und Fernseherziehung von Kindern zeugt davon. Das Volk verdorrt..

    Templarii

  9. Pingback: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl | Alles Evolution

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