Selbermach Samstag XII

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

52 Gedanken zu “Selbermach Samstag XII

  1. Group selection between equilibria

    Hab gerade was Interessantes von Geoffrey Miller zum Thema Gruppenselektion gefunden. Père Alexandre hat ja mal auf ein besonders altruistisches Verhalten bei Löwen hingewiesen; möglicherweise lässt es sich – wenn nicht durch klassischen reziproken Altruismus – auf diese Weise erklären:

    Wenn verschiedene Gruppen ein jeweils stabiles Costly-Signaling-Verhalten entwickeln, dann ist diejenige Gruppe überlegen, deren Signalling altruistischer, d.h. aus Gruppensicht weniger verschwenderisch ist. Costly Signaling an sich ist sehr stabil, es dient ja einem egoistischen Zweck: dem Kommunizieren eigener Qualitäten, und wer es sich nicht leisten kann, hat einen Nachteil. Gerade weil es ein Fitness-Indikator ist, erklärt sich auch, warum es interindividuell stark variiert (wie in Alexanders Löwen-Beispiel). Allerdings sollte das Signalling-Verhalten theoretisch durch mehr (oder bessere) Nachkommen belohnt werden – was bei den Löwen angeblich nicht der Fall ist.

    Hier die Textstelle von Miller, die es ausführlicher erklärt:

    A highlight of the book is the Zahavis’ powerful critique of reciprocal altruism theory in chapter 12, wielding a three-ounce group-living songbird called the Arabian babbler (Turdiodes squamiceps). The Zahavis have been studying these confounding creatures for almost three decades, and have discovered that they do a number of behaviors that look altruistic. They act as sentinels for the group, they share food with non-relatives, they do communal nest care, and they mob predators. Reciprocal altruism theory predicts they should try to cheat, to reap the benefits without paying the costs. Instead, they do the reverse: they compete to perform the apparently altruistic behaviors. Dominant animals, upon seeing a subordinate trying to act as sentinel, will attack and drive off the subordinate, taking over the sentinel role. The birds try forcibly to stuff food down the throats of reluctant non-relatives. The Zahavis propose they are using these ‘altruistic’ acts as handicaps to display their fitness, thereby attaining higher social status and better reproductive prospects within the group.

    Most intriguingly, they extend the handicap principle to offer the only group selection argument for altruism I have ever read that stands up to game-theoretic scrutiny. Consider two hypothetical groups of birds. In one group, the birds compete for prestige by conspicuously throwing food into the sea, showing their fitness through their ability to squander their foraging effort. In the other group, birds compete for prestige by conspicuously throwing food down the gullets of non-relatives. In each group, all individuals are behaving selfishly and rationally, playing the local Nash equilibrium of their subspecies’ prestige game. However the feeding-each-other equilibrium is Pareto-superior to the feeding-the-sea equilibrium, so can be favored by group selection between equilibria. Groups that evolve ‘altruistic’ signals that confer benefits on others while advertising one’s own quality will do better than groups that evolve purely wasteful signals that confer no benefits except to increase one’s own prestige. This type of group selection between signalling equilibria is not group selection as traditionally defined, and does not entail any conflict whatsoever between individual self-interest and group-interest (Boyd & Richerson, 1990). However, it may be the form of group selection that may best account for the trickle of genuine altruism that we do see in human behavior: altruism as a (sexually-selected) handicap (Tessman, 1995).

    https://www.dropbox.com/s/rhn5mtsv1ub05vc/1998%20%20review%20of%20the%20handicap%20principle.doc

    Zum Vergleich:
    Steven Pinker: The False Allure of Group Selection
    http://edge.org/conversation/the-false-allure-of-group-selection

    Interessant vor allem auch die Kommentare. (Die Kommentatoren kann man unter der Rubrik „THE REALITY CLUB“ direkt anspringen.) Eine ähnliche Argumentation wie oben habe ich da allerdings nicht gefunden.

    • Passend zu Davids interessantem Link zu den Arbeiten von Barbara Krahé ein Interview mit Erin Pizzey über das „Kapern“ der Frauenhausbewegung durch radikale (tut mir Leid, Peter) marxistisch inspirierte Feministinnen und den Ausbau des Gewerbes zu einer Millionen-Dollar-Helfer.I.nnenindustrie, die den Funktionär.I.nnen Einkommen, Einfluss und politische Macht beschert.

      Weshalb an der Lüge (männliche Täter – weibliche Opfer) festgehalten werden muss.

      http://www.avoiceformen.com/mens-rights/domestic-violence-industry/refuting-40-years-of-lies-about-violence/

      Ich nehme an, dass im Bereich „Sexulle Gewalt“ ganz ähnliche Interessen/Mechanismen am Werke waren/sind, wie sie Murray Straus hier für den Bereich „Häusliche Gewalt“ schildert.

      http://pubpages.unh.edu/~mas2/V74-gender-symmetry-with-gramham-Kevan-Method%208-.pdf

      Feminismus lebt von LÜGEN und HALBWAHRHEITEN.

      Das Ganze überzuckert von Weibchenkitsch, Muddikitsch, Opfa-Bewusstsein, Gutmenschen-Geschwätz („Liebe, Friede, Freude, Eierkuchen für alle, alle in der Welt – in Wahrheit: „Jedem das Seine und uns das Meiste!“).

      Ekelhaft.

      Der Erfolg einer solchen Dumpfbackenideologie ist mir nur durch instinktive Dispositionen in Frauen UND Männern erklärlich, die dieses „Denken“ begünstigen und plausibel erscheinen lassen.

      • So kurz vor Weihnachten?
        „Das Gott“ von Frauenministerin Schröder!
        Eindeutig das Beste, was geboten werden kann!
        Da wünsche ich doch fröhliche Gendertage!
        Und am Ende des Frauenjahres einen
        guten Femirutsch!

    • Ich stimme dir zu, Adrian, deshalb habe ich diese Kritik auch nicht für Genderama aufgegriffen, obwohl ich das bei diesem Thema generell sonst häufig tue. Der Katalog scheint eher in Richtung Rollenfreiheit statt Hinführen zu politisch gewünschten Rollen zu gehen und von den Konsumenten gewollt und befürwortet zu werden, statt von Ideologen in erzieherischer Absicht aufgezwungen worden zu sein. Insofern habe ich damit kein Problem.

    • Ist das der Katalog?
      http://viewer.zmags.com/publication/d1f788f8#/d1f788f8/1

      Nach Alexis‘ Kommentar scheint es nicht konsequent durchgehalten zu sein:
      „Die meisten Abbildungen sind Jungen mit jungstypischem Spielzeug und Mädchen mit Puppen. Ein paar Abbildungen dazwischen zeigen Kinder die sich genau umgekehrt verhalten und einer der mit beidem spielt.“
      http://gaywest.wordpress.com/2012/12/07/spielen-wie-es-einem-gefallt/#comment-13021

      • Ich weiß nicht, ob das der Katalog ist.

        „Nach Alexis’ Kommentar scheint es nicht konsequent durchgehalten zu sein:“

        Doch wurde es, denn man wollte Kindern nicht etwas aufzwingen, was ja der Fall wäre wenn man ausschließlich „typisches“ oder „untypisches“ Spielverhalten zeigten würde

      • @ Stephan

        Christina Hoff Sommers zitiert ja in dieser Diskussion mit der Feminist.I.n Kimmel die Erfahrungen des Spielzeugherstellers Hasbro mit Jungen und Mädchen in deren Spiellabor.

        Die sind natürlich daran interessiert, das TATSÄCHLICHE Spielverhalten der Kinder zu erforschen, denn sie wollen verkaufen.

        Und was konnten sie beobachten?

        Zitat Hoff Sommers:

        *For example, some of the best research that I saw on male female differences was done by toy companies. Toy companies aren’t interested in ideology, they want to sell toys. If they would sell a toy that both boys and girls would buy, it doubles profits. So in one case Hasbro toys manufactured a playhouse. They brought children in to their fun lab in Providence, Rhode Island, to watch them interact with the structure. The girls came in and played constructively, they put the doll in the baby buggy, played with the house and the refrigerator and so forth. The boys came in and catapulted the baby carriage from the roof. And the surprised researchers said, my goodness, boys and girls really are different.*

        http://www.pbs.org/thinktank/transcript893.html

        • „The boys came in and catapulted the baby carriage from the roof.“

          Erinnert mich an meine Kindheit. Sachen katapultieren war schon cool. Muttern hat uns Brüdern auch so komische Puppen geschenkt:

          Konnte ich nie was mit anfangen.

    • Wenn´s wirklich geschlechtsneutral und nicht durchgegendert ist im Sinne von Feministinnen, ist es gut. Erstens, weil man Kindern nicht unnötig Vorschriften beim Spielen machen sollte, zweitens, weil sie dann von sich aus zeigen, wie wenig das Geschlecht ein gesellschaftliches Konstrukt ist.

      Es könnte aber auch dann, wenn es wirklich geschlechtsneutral ist, auf irgendwelche Genderprogramme zurückzuführen sein.

    • Es besteht aus meiner Sicht ein Unterschied zwischen antikonform – ein Mädchen hält eine Pistole und neutral – irgendein Kind hält eine Pistole.

    • Hab mich leider nur oberflächlich damit beschäftigt. Aber ich denke schon, dass man eine Übergangsregelung braucht, um den Religionsfrieden zu wahren und Hinterhofbeschneidungen zu verhindern.

      Ein alternativer Gesetzentwurf, der eine Beschneidung nur bei Jungen ab 14 Jahren bei deren ausdrücklicher Einwilligung erlauben wollte, fand im Bundestag keine Mehrheit.

      Wie wird das eigentlich von den Religionsgemeinschaften gesehen? Wäre das akzeptabel?

      • Besonders irritierend für mich ist die windelweiche Reaktion der christlichen Kirchen. Warum sagt niemand, dass das Christentum die Beschneidung ausdrücklich ablehnt:

        „Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.hr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss.Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.“

        So Paulus in seinem Brief an die Galater, Kap. 5

        Die Kirchen in Deutschland haben sich aber ausdrücklich für dieses Gesetz stark gemacht. Warum? Ist die Angst vor der Säkularisierung schon so groß, dass einem irgendeine religion immer noch lieber ist, als der Säkularismus?

        • @ El Mocho

          Die windelweiche Reaktion der Kirchen, gerade der deutschen, erklärt sich aus ihrer windelweichen Reaktion gegenüber den Nazis (Protestanten – in weiten Teilen überzeugte „Deutsche Christen“ = Nazi-Christen, Katholiken – in weiten Teilen positiv-neutral aus Angst vor dem Kommunismus, dessen Wüten seit 1917 in Westeuropa niemand genauer registrierte als die Katholische Kirche – während viele linke Intellektuelle den Massenterror der Bolschewiki, die bis 1939 bereits Millionen Menschen ermordet hatten – im Gegensatz zu den Nazis! – ignorierten oder gar untertützten.)

          So war für die Katholische Kirche der Nationalsozialismus das geringere Übel, immerhin ein Übel (im Gegensatz zu den Deutschen Christen, für die der Nationalsozialismus ein Gut war), zumal man ihn auch noch mit dem Dollfuß-, Mussolini- und Salazar-Faschismus verwechselte, die in der Tat „harmlos“ waren im Vergleich zu den Millionen-Mördern in der Sowjetunion oder später im III. Reich.

          Die deutschen Kirchen fürchten also den Vorwurf des Antisemitismus von Seiten der jüdischen Lobby in Deutschland, der ja auch prompt erhoben wird gegenüber Beschneidungsgegnern.

        • Ich sehe da eher die Angst vor Antismitismus- und Islamophobievorwürfen.

          Ich glaube nicht, dass die Kirchen die Beschneidungsriten anderer Religionen befürworten.

        • „… Angst vor der Säkularisierung…“
          da wieder spreche ich dir mal. die kirchen sind doch schon zeitgeist angepasst die ekd hört man doch auch nur noch beim kampf gegen rechts oder sonstigen mainstream themen das gleiche sagen, wie alle anderen. du kannst da nix mehr Säkularisieren.

          @el mocho

          richtig erkannt. aber für juden ist das ein anderes thema die warten noch auf den erlöser, darum halten sie an der beschneidung fest.

      • hi stephan

        tja das ist ein problem wenn du die jüdische tradition anschaust basiert das auf vorschriften des alten testaments bzw der tora genauer aus einem der bücher mose. dort wird vorgeschrieben das die beschneidung innerhalb der ersten tage passieren muss, ich glaube das waren ca 7 tage. ansonsten ist der jude kein jude mehr.
        es ist offensichtlich das hier ein eingriff in die religion der juden eingegriffen würde bei einem verbot. en religiöser mensch würde mit sicherheit soeinem gesetzt nicht folge leisten. (historisch wurde das schon versucht in israel wurde unter todesstrafe die beschneidung verboten, das ergebnis waren tausende tote)

        ansonsten ist beschneidungen kulturrell begründet und nicht religiös zu verstehen. insbesondere die verstümmelung von mädchen ist absolut pervers. —> googl’n gibt da genug bilder

        • @ Holger

          Auch die Beschneidung eines Jungen ist brutale Genitalverstümmelung und die schief gegangenen Beschneidungen von Jungen lieferten auch genügend brutale Bilder.

          Wenn sie denn jemand einstellte.

          Aber Jungen sind nicht so „opferwürdig“ wie Mädchen.

          An deren Leid kann man leichter vorbeisehen, das kann man eher ignorieren.

          Schließlich sollen sie als Männer in der Lage sein, die zarten Mädchen/Frauen unter Preisgabe von Gesundheit und Leben zu schützen.

          *historisch wurde das schon versucht in israel wurde unter todesstrafe die beschneidung verboten, das ergebnis waren tausende tote*

          Wann und von wem wurde das in Israel versucht?

          Hast Du Quellen zu verlinken?

        • Ich sage jetzt mal als Ungläubiger: Das ist eine ethisch sehr viel akzeptablere Position, als die stupide Identitätsbehauptung von Juden und Muslimen (Das haben wir schon immer so gemacht, ist Teil unsere Identität, wer es kritisiert ist Antisemit bzw. islamophob). Glaube und Liebe machen den Christen, nicht irgendwelche Zeremonien. Damit könnten die Christen wuchern in einer sich weiter säkularisierenden Gesellschaft.

          Und die Juden selber sind übrigens auch schon weiter als ihr deutscher Zentralrat:

          http://www.jewsagainstcircumcision.org/

        • @stephan

          „…Also auch im Islam? Ich kenn mich da echt nicht aus…“
          ja so verstehe ich den sachverhalt. bislang habe ich in diskusionen und berichten von menschen die sich damit auskennen eben genau die aussagen gehört. im islam ist beschneidung kulturell bedingt.
          es gibt auch aktionen die den koran benutzt haben um gegen die beschneidung zu argumentieren.

          @alex

          kaisers hadrian und seleukidenkönigs antiochos epiphanes habe beide die beschneidung verboten letztere unter todesstrafe.

          ich habe das in einem vortrag gehört auf die schnelle aber hier : buch der makabäer da ist das beschrieben. gläubige juden sollten sich an den rest anpassen und so wurde unter anderem die beschneidung verboten. am ende stand der makabäer aufstand und die befreiung judäas der grund für das ‚chanukka fest‘ was gerade gefeiert wurde.
          beginn:
          http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/1makk1.html#41
          bis
          http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/1makk1.html#60

        • @ Holger

          Ach so, das hat aber mit dem modernen Israel nichts zu tun (Ich habe Deine Bemerkung verstanden als auf das moderne Israel bezogen), nichts mit Menschenrechtsdiskussionen, dem Konzept von körperlicher Unversehrtheit, Schutz der Kinder etc.

          Damals (2.Jhdt. v. Chr.) war Israel teilautonomer Bestandteil des hellenistischen Seleukidenreiches, das in der Tat gerne eine einheitlich hellenisierte Bevölkerung gehabt hätte (war ein multiethnisches/multikulturelles Großreich und entsprechend instabil, die einzelnen Ethnien/Religionsgruppen, häufig identisch, kämpften immer wieder gegeneinander und gegen die hellenistische Zentralregierung und das bei schweren außenpolitischen Konflikten mit dem ebenfalls hellenistischen Ägypten im Westen und dem Partherreich = Perser – na ja nicht ganz, aber fast – im Osten).

          Und unter Kaiser Hadrian war Israel nicht mal mehr teilautonom, sondern römische Provinz

  2. Kennt jemand wissenschaftliche Befunde oder andere interessante Links zu Geschlechtsunterschieden in der Häufigkeit von Homosexualität sowie Zwischenstufen zwischen Homo- und Heterosexualität?

    Was haltet ihr von dem Geschreibsel auf Wikipedia dazu?

    Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t unter „demographische Häufigkeit“?

    Wie gesagt, ich habe nichts gegen Homosexuelle, mich interessiert nur das Geschlechterverhältnis auf dem Hetero-Partnermarkt.

      • Sorgen mache ich mir keine, mich interessiert das.

        „Es gibt mehr Frauen als Männer…“

        Genau mit dem Argument hat mir gegenüber schon manche Frau, und dazu auch manche Frau in einer Talkshow eine Konkurrenz der Frauen um die Männer in der Gesamtbilanz herbeiphantasiert. Motto: Es gibt mehr Frauen als Männer, also einen Frauenüberschuss, und Frauen haben es daher schwerer.

        Ein wirklich schwaches Argument, denn der Frauenüberschuss basert vor allem auf ziemlich alten Damen, die sich teilweise nur noch mit Krückstock, Rollator, Rollstuhl oder gar nicht mehr fortgewegen können, oft dement sind oder andere schwere, gesundheitliche Probleme haben, und deren Männer bereits unter der Erde sind. Auf dem Partnermarkt spielen sie milde ausgedürckt keine Rolle mehr.

        Der Frauenüberschuss basiert auch auf größeren Sterblichkeitsziffern bei den Jungen und Männern in den meisten oder sogar allen Altersklassen.

        Ich bin also nicht im Vorteil und das mit dem Geschlechterverhältnis ist ein Faktor von vielen, in diesem Falle ein ziemlich unbedeutender.

        Sowas klarzustellen, ist gerade im Zeitalter des Feminismus, in dem „Frauen und Mädchen“ als „noch immer benachteiligt“ gelten, und hiermit die aus meiner Sicht abstrusesten staatlichen Programme gerechtfertigt werden, meines Erachtens sehr wichtig.

  3. Zwei Meldungen finde ich angesichts des Kommenden besonders passend.

    Zum einen schrieb der Väter-Blog (Quelle leider nicht mehr online):

    „Im Rahmen einer Umfrage im Auftrag von Turtle Beach wurden 1.000 Deutsche ab 18 Jahren zu ihrem Gaming-Verhalten in der Weihnachtszeit befragt.

    33 % der Befragten gaben an, an Weihnachten bis zu zwei Stunden gemeinsam mit ihren Kindern bei Videospielen zu verbringen. Bei elf % sind es sogar bis zu sechs Stunden. Dabei geht es in den Familien durchaus ehrgeizig zu: 72 % der befragten Deutschen halten sich für ziemlich kompetitiv beim Spielen, 17 % sogar für sehr kompetitiv. Auch hier sind die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Befragten gering. Während 70 % der Männer sich für ziemlich ehrgeizig bzw. 21 % der Männer für sehr ehrgeizig halten, sind es bei den Frauen 73 bzw. 13 %.

    Die Kinder gewinnen lassen – von wegen. 67% der befragten Väter versuchen, beim Spielen gegen ihre Kinder zu gewinnen. Bei den Müttern sind 65 % ebenso ehrgeizig. 18 % der Väter ärgern sich zudem, wenn sie das Spiel am Ende verlieren. Mütter stecken dies ein wenig besser weg: nur dreizehn % gaben an, dass sie sich darüber ärgern. 37 %der befragten Eltern geben zudem zu, dem Nachwuchs auch schon einmal weisgemacht zu haben, sie hätten sie gewinnen lassen, obwohl sie in Wirklichkeit Vater oder Mutter fair und eindeutig besiegt haben.“

    http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2012/12/19/vater-wollen-gewinnen/

    Zum Anderen:
    In der Busladung Kölner Fussballfans, die sich vor Stuttgarter Polizisten nackig machen mussten, befand sich auch eine Frau, die sich folgende „Sonderbehandlung“ erarbeitete:

    „Eine 28-Jährige Kölnerin wurde laut Polizei auf richterliche Anordnung für die Dauer des Spiels in Gewahrsam genommen, weil sie die Aufnahme ihrer Personalien verweigert und Beamten beleidigt hat, sie wird wegen Widerstands angezeigt.“

    http://www.tagesspiegel.de/sport/polizei-durchsucht-koelner-fans-bei-zwei-fans-wird-pyrotechnik-gefunden/7556294-2.html

    Offenbar die Einzige, die es wagte, dieser Willkür bzw. überzogenen Leibesvisitation entgegenzutreten. Hat sie zwar jetzt nix von außer mehr Ärger als die anderen, unbescholtenen, männlichen Fussballfans, dennoch: Hut ab!

    • @ muttersheera

      Dazu fällt mir diese Webseite hier

      http://www.kritische-polizisten.de/

      ein, die ich kennen lernte, als das vor über zwei Jahren mit dem „schwarzen Donnerstag“ in Stuttgart war.

      Ob die kritischen Recht haben oder ihre Gegner, weiß ich letzendlich nicht, ist aber lesenswert.

      Andere Seite der Medaille: Polizeibeamte müssen sich selbst auch viel gefallen lassen, werden oft beleidigt, verletzt usw. – das schaukelt sich halt hoch. Und Fußballfans sind auch nicht immer angenehm. Kommen besoffen in den Zug („Eeyyyy, SCHALKE! GRÖÖÖÖÖHHHL!“) , machen die ganze Fahrt über einen Höllenlärm…

      …und neulich wurde doch noch so ein Linienrichter zu Tode geprügelt, oder?

      „Offenbar die Einzige, die es wagte, dieser Willkür bzw. überzogenen Leibesvisitation entgegenzutreten. Hat sie zwar jetzt nix von außer mehr Ärger als die anderen, unbescholtenen, männlichen Fussballfans, dennoch: Hut ab!“

      Fast hatte ich den geschlechterpolitischen Hintergrund vergessen. Gut, dann hätten wir ja jetzt die Janne d‘ Arc unter den Fußballfans gefunden (HA HA HA HA HA). Hat die es aber diesen feigen, erbärmlichen, ängstlichen Männern gezeigt, die sich vor der juten „Bullerei“ weggeduckt haben. Weiter so, Schwester…

      Mal im Ernst: Du weißt doch gar nicht, was die zu denen gesagt hat.

      Außerdem: Darf man Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte leisten, wenn die überzogenerweise von einem erwarten, einen „Strip“ zu machen zwecks Durchsuchung? Bzw. sich einer polizeilichen Anweisung verweigern?

      Hier könnte man genauso gut sagen: Hut ab vor den gesetzestreueren Männern.

      Na gut, überzogen war es wohl wirklich.

      P.S.: Was könnte noch der Grund sein, warum sich die Männer das haben von der Polizei gefallen lassen? Ganz einfach: Viele Sportschützen/Jäger dabei, die nicht ihre Zuverlässigkeit/persönliche Eignung im Sinne des Bundeswaffengesetzes mitsamt ihren Lieblingsspielzeugen verlieren wollten. Auch hier sieht man (ohne mich jetzt zum deutschen Waffenrecht positionieren zu wollen), dass totale Waffenverbote die Welt nicht in jeder Hinsicht sicherer machen, haben ansonsten doch manche einen zusätzlichen, gewichtigen Grund, keine Straftaten zu begehen, auch nicht solche gegen Frauen! Komisch, dass auf das Argument nie einer kommt bei dem Thema und schon gar keine Frau!

      • @ Matthias

        *Was könnte noch der Grund sein, warum sich die Männer das haben von der Polizei gefallen lassen?*

        Ganz einfach: Das Durchsetzen von Regeln/Gesetzen wird gegenüber Frauen nicht mit der gleichen Härte/Unnachgiebigkeit praktiziert als gegenüber Männern.

        Zudem drohte Polizisten, die von einer Frau verlangen, sich auszuziehen, immer der Vorwurf der sexuellen Belästigung.

        Tödlich für die Karriere, nicht erst der der Vergewaltigung.

        So haben Frauen eine ganz andere Machtposition gegenüber der Staatsgewalt als Männer.

        Weil man sie mit Glacé-Handschuhen anfasst, in der Regel und im Vergleich.

        • Ja, stimmt glaub ich in vielen Fällen. Natürlich mit Einschränkungen: Frauen dürfen nur von Polizistinnen körperlich untersucht werden, Männer nur von Polizisten. (Also wenn, würde ich das lieber von einer Polizistin gemacht kriegen – bin schließlich hetero!!!) Es gibt Beispiele dafür, dass hier Frauen Frauen schlecht behandelt haben – das haben sie dann von Frauen in Männerberufen. Da war doch die eine 14jährige, die nur ein bisschen gegen Rechts demonstriert hatte, und sich vor zwei Polizeibeamtinnen nackt ausziehen musste und deren blöde Bemerkungen ertragen musste. Hatte ich mal gelesen früher.

          Gibt auch Beispiele dafür, dass männliche Bull… ähm ich meine natürlich Freunde & Helfer in Uniform sich an Frauen vergriffen haben, einer brach von hinten einer fliehenden (!) Demonstrantin mit dem Knüppel die Schädeldecke, hatte sie nur knapp überlebt. Übel sowas.

          Aber gut, ich denke, die meisten männlichen Beamten gehen bei Frauen vorsichtiger vor, vermutlich viel vorsichtiger – Urinstinkt halt und Angst vor Repressalien.

      • @ Matthias

        Ich kenne die Seite der kritischen Polizisten auch seit dem „Vorfall“ auf der angemeldeten Demo damals in Stuttgart

        http://m.youtube.com/#/watch?v=hdhDEZW-G5I&feature=player_embedded&desktop_uri=%2Fwatch%3Ffeature%3Dplayer_embedded%26v%3DhdhDEZW-G5I&gl=DE

        Und – wie soll ichs sagen? – die Stuttgarter Polizei hat sich wohl auch dieses Mal nicht mit Ruhm bekleckert.

        Zugegeben:
        „Polizeibeamte müssen sich selbst auch viel gefallen lassen, werden oft beleidigt, verletzt usw. –das schaukelt sich halt hoch. Und Fußballfans sind auch nicht immer angenehm.“

        Das stimmt Alles.
        Und dabei fällt mir ein:

        „Die gefährlichsten Gegner für deutsche Polizisten sind neben Hooligans und Krawalldemonstranten offenbar gewalttätige Ehemänner. (…) Insgesamt stieg die Zahl der Fälle, in denen Polizisten bei Einsätzen wegen häuslicher Gewalt mindestens sieben Tage lang dienstunfähig waren, zwischen 2005 und 2009 um fast 80 Prozent an. Ein Grund für den hohen Anstieg ist das 2002 erlassene Gewaltschutzgesetz, das es Angehörigen erleichtert, gewalttätige Familienmitglieder von der Polizei aus der Wohnung entfernen zu lassen. Generell nahm die Zahl der schwerer verletzten Polizisten der Studie zufolge von 2005 bis 2009 um mindestens 60 Prozent zu.“
        http://m.spiegel.de/panorama/justiz/a-697488.html#spRedirectedFrom=www

        Aber in diesem jüngsten Fall scheint mir ziemlich klar, dass es keines „hochschaukelns“ bedurfte, um unangemessene Maßnahmen zu ergreifen. Das verlief wohl alles soweit „nach Plan“ (mit Ausnahme der sich-widersetzenden Frau), meinste nicht?

        @ Alexander

        „So haben Frauen eine ganz andere Machtposition gegenüber der Staatsgewalt als Männer.“

        Ich oute mich mal als Teil einer Al Kreida-Zelle
        http://www.google.de/search?q=al+kreida&hl=de&tbo=d&source=android-browser-type&v=141278776&source=lnms&tbm=vid&sa=X&ei=iADXUMzRAoTbsgbs0ICQCA&ved=0CAoQ_AUoAg

        In diesem Zusammenhang habe ich schon interessante Begegnungen mit örtlichen Streifenpolizisten (ist auch wieder was ganz anderes als die Hundertschaft!) erleben können. Mich ignorieren die nämlich zunächst völlig (Frechheit!), während mein(e) Mitstreiter den Adler machen müssen, durchsucht und angeschrien werden. Irgendwann aber schlägt meine Stunde, und auch ich kann rhetorische bzw. diplomatische Fähigkeiten erproben & beweisen… Es ist sogar schon passiert, dass der anfängliche Schrei-Bulle als Erster einlenkte und zugab: also eigentlich habt ihr ja Recht…

        Unsere großen Vorbilder, denen wir noch lange nicht das Wasser reichen, sind diese Jungs hier:

        http://m.youtube.com/#/watch?feature=related&v=q6au2ASlZy4

        http://m.youtube.com/#/watch?v=nZNmNp280KY&feature=related

        http://m.youtube.com/#/watch?v=IRDRLS81W5w&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DIRDRLS81W5w&gl=DE

        Deren Beispiel allmählich Schule macht:
        http://m.youtube.com/#/watch?v=phUdO0Z4Dr4&desktop_uri=%2Fwatch%3Fv%3DphUdO0Z4Dr4&gl=DE

        Ich bin nur zu selten auf Demos unterwegs (der Kinder wegen).
        Aber was wären wir ohne Ziele?

        • „Aber in diesem jüngsten Fall scheint mir ziemlich klar, dass es keines “hochschaukelns” bedurfte, um unangemessene Maßnahmen zu ergreifen. Das verlief wohl alles soweit “nach Plan” (mit Ausnahme der sich-widersetzenden Frau), meinste nicht?“

          Ja doch, stimmt – es kann sich in dem Fall allenfalls durch vorherige Erlebnisse der Beamten hochgeschaukelt haben.

          Was die gewaltigen Ehemänner betrifft: Tja, das ist nicht gut, aber zeigt, wir müssen das Konlfiktpotential zwischen beiden Seiten verringern. Männer dürfen nicht draufschlagen, nicht Amok laufen, aber Frauen müssen meines Erachtens auch mehr drauf achten, dass sie ihre Männer nicht so weit bringen. In solchen Fällen stand ja für den Mann bestimmt sehr viel auf dem Spiel – Trennung, Scheidung, Sorgerecht, Umgangsrecht usw. – oder er lief wegen z. B. einer angedrohten Falschbezichtigung Amok. Kann jedenfalls so sein. Oder die frau hatte in den Fällen selbst zuerst, vielleicht sogar mit Gegenständen draufgeschlagen. Das ibt es alles. Natürlich wird in vielen Fällen auch der Mann der schuldige sein, aber ich schätze nur so in der Hälfte aller Fälle.

          Und nee, die Stuttgarter Polizei hat sich echt nicht mti Ruhm bekleckert.

          Jut, okay, muttersheera, dann auch frohes Fest bzw. allerseits schon mal frohes Fest!

  4. Auch hier sind die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Befragten gering. Während 70 % der Männer sich für ziemlich ehrgeizig bzw. 21 % der Männer für sehr ehrgeizig halten, sind es bei den Frauen 73 bzw. 13 %.

    da hast du in irgendeiner umfrage von einer computerzeitschrift was gefunden, wo männer und frauen ähnlich erwartbare antworten gegeben haben – das muss wohl dein highlight des tages gewesen sein.
    wenn du schon aus dem ehrgeiz von eltern beim weihnachtlichen computerspielen mit den kindern für gesellschaftlich relevante themen ableiten willst, dann kannst du dir mal überlegen wie das in der freien wirtschaft aussieht, wenn da auch unter den „sehr ehrgeizigen“ 60% mehr männer sind. die dann auch noch begabter sind und vor allem bereit sind mehr zeit aufzuwenden.

    Offenbar die Einzige, die es wagte, dieser Willkür bzw. überzogenen Leibesvisitation entgegenzutreten. Hat sie zwar jetzt nix von außer mehr Ärger als die anderen, unbescholtenen, männlichen Fussballfans, dennoch: Hut ab!

    tolles vorbild für dich, weil sie (wahrscheinlich betrunken) die beamten beleidigt hat, die nur ihrem job tun. bekanntlich muss schon sehr viel mehr passieren, bis eine frau verhaftet wird.
    die männer protestieren übrigens schon seit wochen auf konstruktive art gegen die neuen sicherheitsbestimmungen, hast du wahrscheinlich nicht mitbekommen.
    pyrotechnik kommt übrigens fast immer durch das schmuggeln im BH von frauen ins stadion

  5. Interessante Diskussion im Emma-Forum über Konflikte, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem klassischen Emma-Radikalfeminismus und dem „poststrukturalistischen“ Radikalfeminismus der MM:

    http://forum.emma.de/showthread.php?7937-Slutwalk-Bloggerinnen

    Ich halte von beiden nichts – sie sind beide gleichermaßen einseitig und sexistisch und stehen der Etablierung eines vernünftigen Ansatzes in Bezug auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen und soziale Problemlagen entgegen.

    Vernünftig und notwendig wäre ein Ansatz der biologische UND soziale Faktoren berücksichtigt, geschlechtsübergreifend angelegt ist, Diskriminierungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen in Bezug auf Frauen UND Männer erforscht und kritisiert, der sich jenseits monokausaler Patriarchats- und Feminatskonstrukte bemüht festzustellen, welche Mißstände real existieren, was die möglicherweise vielfältigen Ursachen dafür sind und versucht realistische Lösungsstrategien zu entwickeln, die dann in einer gerechten, demokratisch legitimierten, kein Geschlecht ausschließenden Geschlechterpolitik zur Anwendung kommen.

    Das ist mit dem Emma-Feminismus genausowenig zu machen wie mit dem MM-Feminismus – diese einseitigen, sexistischen Ideologien sind völlig überholt, wirken wie ideologische Dinosaurier, deren Aussterben kurz bevorsteht.

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