Unterschiedliche Behandlung nach Geschlecht und ihre Auswirkungen

Häufig werden von der „Nurture“-Seite Studien angeführt, bei denen nachgewiesen wird, dass Babies oder Kinder unterschiedlich behandelt werden.
Daraus wird dann sogleich der Schluß gezogen, dass diese unterschiedliche Behandlung Behandlung dann auch zu unterschiedlichen Verhaltensweisen der Kinder führt.
Damit macht man sich meiner Meinung nach den Kausalitätsnachweis etwas sehr einfach.
Aus meiner Sicht ist insbesondere das Folgende zu bedenken:
1. Eine unterschiedliche Behandlung muss nicht zu einem geänderten Verhalten führen
Wie die Studie von Udry  und die Spielverhaltenstudie bei CAH-Mädchen zeigt, kann eine gewisse Resistenz gegen Erziehungsmaßnahmen bestehen. Menschen lassen sich nicht beliebig umformen.
Das stimmt natürlich zumindest für den Schnitt, wenn es tatsächlich Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Dann ist es keine Umerziehung, sondern lediglich ein Aufgreifen der Unterschiede. Wenn Jungen also eher zu Rough and Tumble Play ermuntert werden als Mädchen, dann kann das bei den Jungen, die tatsächlich diese Spielweise lieber mögen ein Einrennen offener Türen sein. Mädchen und Jungs, die das nicht so mögen, würden den Hinweise hingegen als Einschränkung sehen. Wenn aber ein Großteil der Jungen genau dies lieber mögen als ein Großteil der Mädchen, dann ist damit nicht unbedingt eine Einschränkung dieser verbunden.
2. Die Unterschiede können eine unterschiedliche Behandlung gerade erforderlich machen
Ein (stark konstruiertes) Beispiel dazu:
Es soll untersucht werden, ob Männer und Frauen gleich erzogen werden. Die Lehrer bestätigen, dass sie dies machen wollen.
Dann läßt man sie Kinder beaufsichtigen, die unter einer 1,60 hohen Stange durchlaufen. Und stellt fest, dass die Jungs häufiger aufgefordert werden den Kopf runter zu nehmen.
Hier werden die Jungs nicht häufiger aufgefordert, den Kopf runter zu nehmen, um sie anders zu erziehen, sondern weil sie größer sind. Und wenn eine Erzieherin die Größe nicht sehen könnte, dann würde sie wahrscheinlich der Gruppe Jungs eher raten den Kopf runter zu nehmen als den Mädchen.
Genauso kann es natürlich beim Toben sein. Wenn sie die Erfahrung gemacht hat, dass Mädchen beim Toben sensibler sind, dann wird sie auch eher auf diese aufpassen und sie warnen es nicht zu übertreiben als bei den Jungs.