„Der traurige Feminismus“

Helga Hansen ist der traurige Feminismus und wünscht sich die Revolution.

Sie zählt dabei einige Benachteiligungen auf, die sie erlitten hat und die sie als Unterdrückungsmechanismen sieht:

„Ihr Mann verdient doch gut, da brauchen wir sie nicht befördern.“

Mitunter habe ich ja den bösartigen Gedanken, dass gerade radikale Feministinnen so etwas häufiger hören als andere. Einfach weil man weiß, dass man sie damit trifft. Aber wenn es tatsächlich zu ihr gesagt wurde und auch so gemeint war, dann ist es natürlich schlecht.

„Die Leistungskriterien in unserer Firma haben nichts mit Leistung, aber mit männlich-besetzen Eigenschaften zu tun.“

Da Geschlechtszuweisungen an Eigenschaften eigentlich gerade in der feministischen Theorie weit verbreitet sind hat das eine gewisse Ironie: in anderen Zusammenhängen fände man bestimmt eine Feministin, die viele der Eigenschaften, um die es da vielleicht geht, als männlich oder patriarchalisch bezeichnen würde: vielleicht wären das Überstunden, wettbewerbsbezogenheit, sprich alles, was das patriarchal-kapitalistische System so stützt. Wenn man es essentialistisch meint in dem Sinne, dass diese Eigenschaften nur Männer haben können, dann wäre es natürlich um so falscher.

„Ich war die erste Frau in dem Institut und die sagten gleich, ich werde Probleme bekommen. Die haben mir die Probleme dann auch gemacht.“

Das eine radikale Feministin, die sich beständig unterdrückt fühlt und überall frauenfeindliche Strukturen sieht Probleme bekommt, wenn sie nur von Männern umgeben ist, das erstaunt mich jetzt wenig. Es ist eine recht einfache Vorhersage. Es wäre interessant, dass daraufhin zu untersuchen.

„Gute Mitarbeiter werden knapp, also müssen wir jetzt auch gut ausgebildete Frauen einstellen.“

Kein schöner Satz. Aber gerade gut ausgebildete Frauen haben eben auch den Nachteil in die Erziehungszeiten zu gehen. Das kann bei der einzelnen Frau anders sein, aber es ist für die Gruppe, der sie angehört jedenfalls der Fall. Was nachteilig für den Arbeitgeber ist.

„Pass auf Deinen Ruf auf, Du wechselst so oft den Freund.“

Meiner Meinung nach haben Männer, die pausenlos die Freundin wechseln auch nicht den besten Ruf, was Beziehungen angeht. Es ist zwar eine andere Abwertung, aber auch da wollen viele Frauen nicht die nächste für ein paar Wochen sein.

Ich habe sexualisierte Gewalt demütigend ertragen und mich nicht gewehrt. Ich habe mich gegen sexualisierte Gewalt gewehrt und bin demütigend ausgelacht worden. Ich habe mich gegen sexualisierte Gewalt gewehrt und bin dafür geschlagen worden.

Auch hier wären die Einzelfälle interessant. Gerade im feministischen kann sexualisierte Gewalt ja eine weite Bedeutung haben.

Männliche Raumeinnahme bedeutet nicht nur nervige Breitmachmacker, sondern auch Männer, die eine im Straßenverkehr lachend von der Fahrradspur verdrängen und in Gefahr bringen.

Breitmachmacker sind Leute, die zu breitbeinig sitzen, wenn ich richtig informiert bin. Meines Wissens werden allerdings nicht beständig Frauen von der Fahrradspur abgedrängt und auch die wenigsten Männer drängen Frauen von der Fahrradspur ab.

Selbst in ach-so-aufgeklärten Räumen vergeht kaum ein Abend, an dem einer Frau nicht „Ausziehen!“ oder „Was ist denn Deine Körbchengröße?“ hinterhergerufen wird.

Der selben Frau? Jeden Abend?

Was sind nun ihre Forderungen aus diesen Vorfällen:

Und immer noch läuft soviel falsch in diesem System. Sind die Nachteile für Frauen strukturell bedingt. Ist der Backlash real. Warum sind Feminist_innen und Frauen heute eigentlich nett? Wo bleibt der explizite hate speech auf das System und die realen Arschlöcher, die uns bedrohen und verletzen?

PS: Ich kann den nicht anstiften. Ich sitze zu Haus und habe keine Kraft dazu. Ich bin der traurige Feminismus.

Also der Aufruf nicht mehr nett zu sein. Zu mehr Hate speech. Wie sie mit dieser Einstellung nur Probleme bekommen? Wer würde sie da nicht befördern wollen? Wer würde da nicht mit ihr in einer Beziehung bleiben wollen? Schuld an allem muss die diskriminierende Struktur sein.

38 Gedanken zu “„Der traurige Feminismus“

  1. ich habe mitunter den Verdacht, dass solche externen Haltungen auch selbst erfüllende Prophezeiungen erzeugen. wer beständig mit einer “ihr wollt mich doch diskriminieren“ oder “alle Strukturen sind gegen mich“ Haltung durchs Leben geht, der erfährt bereits deswegen mehr Ablehnung. Gilt natürlich auch für den Maskulismus. wer immer denkt, dass Frauen ihn ausnehmen, der wird bereits deswegen schlechter bei Frauen ankommen.
    es ist dann schwer zwischen der Struktur und der persönlichen Ablehnung aufgrund dieses Misstrauens zu unterscheiden.
    das kann auch einfach nur ein verstärkender Effekt sein: vielleicht hat eine Frau in einem Männerbetrieb erst einmal gewisse Nachteile, wird entsprechend getestet bevor sie akzeptiert wird. wenn sie dann auf das Patriarchat verweist und auf Strukturen, die sie unterdrücken, dann wird das sicherlich nicht besser oder einfacher. ob Helga das gemacht hat weiss ich natürlich nicht, vielleicht ist die einfach auf ein schwieriges Umfeld gestossen. ich kenne aber durchaus auch die Ankündigungen “als Frau wirst du es da schwer haben“ die sich dann in Wohlgefallen auflösten, gerade wenn die jeweilige Frau zeigte, das sie auch mal einen Spruch abkann und es dann locker zurückgibt.

    • @Christian

      Die selbsterfüllende Prophezeiung gibt es mit Sicherheit. Ich habe das vor ca. 20 Jahren einmal in einem Fall recht eindrücklich erlebt:

      Es ging um die Stellenbesetzung eines Geschäftsführerpostens in einem großen Unternehmen. Da wurde ein AC durchgeführt mit 8 Kandidaten in der Endauswahl. 3 Frauen, 5 Männer.
      Nach den 2 Tagen AC kamen 3 Personen in Frage mit klarer Priorität:

      Pos.1: Ein Mann, der in allen, aber wirklich allen Bewertungsdimensionen mit Abstand am besten war. Der war saugut – und wusste es auch. Seine Gehaltsvorstellungen waren allerdings um einiges zu hoch – und da wollte er auch nicht von runter

      Pos.2: Ebenso klar positoniert eine Frau. Die aber in den 2 Tagen mehrfach auffällig geworden war durch spitze Bemerkungen wie „das sei ja wieder mal typisch für die Männer“ und „wahrscheinlich würde sie ja eh‘ nicht genommen werden, weil sie als Frau ja immer doppelt so gut sein müsse wie alle anderen zusammen“ usw. usf.
      Das waren zwar immer nur kleine Randbemerkungen, aber sie vielen so oft und so gezielt platziert, dass ich schon dachte: Da sabotiert sich jemand selber. Irgend ein Teil in ihr will den Job gar nicht.

      Pos 3: Wieder ein Mann – noch relativ jung. In allen sachlich-inhaltlichen, kommunikativen und Sozialkompetenzkategorien ein kleines wenig, aber erkennbar schlechter als Pos. 2. Aber noch so, dass man ihm insgesamt den Job zugetraut hätte.

      Der Vorstandsvorsitzende der Holding hätte eigentlich die Frau an Pos. 2 einstellen wollen. Dann haben die beiden Damen von der Personalabteilung im Gremium massiv interveniert und gesagt: „Das ist ’ne Zicke, die schiebt jedes Sachproblem auf die Männer-Frauen-Schiene, das gibt nix wie Probleme.“ (Meine freie Paraphrasierung)

      Resultat: Man hat den Menschen auf Pos. 3 eingestellt. Und die Dame auf Pos. 2 ging bestimmt mit der wunderbaren Bestätigung aus dem AC, dass sie nicht genommen wurde, WEIL sie eine Frau ist und das Patriarchat keine Frau hochkommen lässt ect. pp.

      Irgendwie – so meine Deutung – war es ihr wichtiger, ihr Weltbild bestätigt zu bekommen als den Job zu haben. Sonst hätte sie anders agiert.

      Der relativ junge Mensch (Mitte 30), den man dann genommen hat, hat sich prächtig entwickelt, ist mit seiner Aufgabe gewachsen. Und hat nach 5 sehr erfolgreichen Jahren in eine anderes Unternehmen derselben Branche in eine Position höher (Vorstand einer Holding) gewechselt. Für den war die Selbstsabotage der Dame ein echter Karrierebooster …

    • @ Christian

      „Der freudlose Feminismus“.

      Taugte gut als Buchtitel.

      Was mir auffiel als ich noch häufiger auf feministischen Blogs las, war die freudlose Humorlosigkeit, die dort herrscht, die fast völlige Ironiefreiheit.

      Wie giftete eine lesbische Feministin in einem Fernsehinterview einen Reporter an, der sie als Mitglied der Gay Community verortete: „We are not gay! We are angry!!“

      Wie wahr, wie wahr: aggressiv, wütend, hasszerfressen, freudlos, unsinnlich, unspielerisch, tonnenschwere geistige Schwerfälligkeit – a pain in the ass.

      Welcher Mann wünscht sich nicht eine solche männerhassende Mitarbeiterin, diese Stimmungskanone im Team?

      Mein Traum.

      PS:

      Wo findet man denn den Text von Helga Hansen?

      Hab‘ ich den Link übersehen?

  2. Es heisst da:

    „Selbst in ach-so-aufgeklärten Räumen vergeht kaum ein Abend, an dem einer Frau nicht „Ausziehen!“ oder „Was ist denn Deine Körbchengröße?“ hinterhergerufen wird.“

    Kommentar:

    Nun, ich könnte mir in etwa vorstellen, was Helga Hansen hier für Räume meint: Das werden wohl die sogenannten links-autonomen Räume sein, wo alle Polizisten mal Bullen genannt werden und zusätzlich alle Bullen Dreckschweine sind und ein exorbitanter Alkohol- und Drogenkonsum herrscht und vor allem informelle Machtstrukturen herrschen, weil irgendwelche Regeln nun wirklich Repression symbolisieren würden und ja, das Reflexionsniveau bezüglich „sexualisierter Gewalt“ wohl auch nicht wahnsinnig hoch angesiedelt ist. Vielleicht sollte Helga Hansen mal andere „aufgeklärte Räume besuchen“ (also ich kenne doch einige), wo ihr das sicherlich nicht oder viel, viel weniger passieren würde.

    Dann heisst es:

    Männliche Raumeinnahme bedeutet nicht nur nervige Breitmachmacker, sondern auch Männer, die eine im Straßenverkehr lachend von der Fahrradspur verdrängen und in Gefahr bringen.

    Kommentar:

    Vielleicht ist ihr schon mal aufgefallen im Strassenverkehr, dass auch FahrradfahrerInnen überall durchfahren, wo sie überhaupt nicht durchfahren dürften: FahradfahrerInnen machen sich breit auf Fussgängerstreifen, wo Fahrradfahren verboten, aber sich auch gegenüber Autofahrer vielfach rücksichtslos verhalten. Und ob das alles Männer sind? Sollten es sich vorwiegend um Männer handeln, werden die kaum in ihrem Verhalten einen Unterschied bei den Geschlechtern machen.

    Zur Raumeinnahme: Ich finde, wenn genügend Platz vorhanden ist, dann ist ja nix dagegen zu sagen, wenn man sich auch breitmacht und zwar Frauen und Männer. In der Sozialpädagogik ist das sogar ein wichtiges pädagogisches Prinzip heisst: Raumaneignung! 🙂

    Da heisst es:

    „Die Leistungskriterien in unserer Firma haben nichts mit Leistung, aber mit männlich-besetzen Eigenschaften zu tun.“

    Kommentar:

    Nun weiss ich natürlich nicht, in was für einer Firma sie arbeitet, aber wie wäre es, wenn Helga Hansen und alle Feministinnen mal selbst den Arsch hochkriegen würden und selbst Firmen gründen würden, wo sie dann, weil sie ja die operative und strategische Führung inne haben, selbst die Leistungskriterien definieren können, welche Eigenschaften Mitarbeiterinnen haben sollen? Auf diese Idee kommen Feministinnen selbstverständlich nicht, weil frau müsste ja selbst aktiv werden und könnte nicht mehr dauernd jammern, wie ungerecht das „System“ ist. 🙂

    • „Dann heisst es:

      „Männliche Raumeinnahme bedeutet nicht nur nervige Breitmachmacker, sondern auch Männer, die eine im Straßenverkehr lachend von der Fahrradspur verdrängen und in Gefahr bringen.“

      Kommentar:

      Vielleicht ist ihr schon mal aufgefallen im Strassenverkehr, dass auch FahrradfahrerInnen überall durchfahren, wo sie überhaupt nicht durchfahren dürften: FahradfahrerInnen machen sich breit auf Fussgängerstreifen, wo Fahrradfahren verboten, aber sich auch gegenüber Autofahrer vielfach rücksichtslos verhalten.“

      Sorry, Chomsky, da kann einem echt die Hutschnur hochgehen. Zwar ist es blödsinnig, Auseinandersetzungen zwischen Auto- und Radfahrern als „männliche Raumeinnahme“ zu bezeichnen, da man als männlicher Radfahrer genauso Gefährdungen durch Autos ausgesetzt ist (deren Fahrer vielleicht meist männlich sind, aber oft auch weiblich).
      Ich schätze mal, es geht um das „Abdrängen von der Fahrradspur“ um Autofahrer, die einen halt durch Schneiden versuchen, von der Straße zu bekommen, in dem Fall auch unter Vorhandensein einer gestrichelten Linie speziell für Radfahrer.
      Oder glaubst du, sie wurde auf dem Fußweg abgedrängt? Was macht dann das Auto auf dem Fußweg?

      http://www.tagesspiegel.de/berlin/fahrrad/verkehrsplanung-die-fahrradstadt-kommt-in-die-spur/6284158.html

      http://www.tagesspiegel.de/berlin/toedliche-fahrradunfaelle-der-mensch-ist-die-schwachstelle/4679506.html

      „aber sich auch gegenüber Autofahrer vielfach rücksichtslos verhalten“

      Alter, fahr mal mit dem Rad ein paar Tage lang durch eine deutsche Großstadt, bevor du solche blöden Sprüche zum besten gibst. Radfahrer können zwar manchmal nerven, aber Autofahrer können töten.

      • @3xIch

        Schwachsinn! Ich fahre täglich mit Fahrrad, Motorrad oder Auto durch Basel! Du solltest mal die Fahrradkurriere sehen: Hier wird quasi alles durchfahren, wo man nicht durchfahren darf: bei Rot, auf dem Gehweg, wo Fahrräder bei uns nix zu suchen haben, ist vielleicht bei Euch anders, Vortritt wird missachtet oder abgeschnitten etc. Natürlich wenn es zum Crash kommt, dann ist der Fahrradfahrer der Dumme, aber es gibt wegen solchen Idioten auch genug Auffahrunfälle, weil ein Autofahrer wegen einem Idioten voll auf die Bremse muss und der hintere Autofahrer nicht mehr bremsen kann. Und schau mal die Bikers an, wo es in Naturschutzerholungsgebieten extra Weg für Wanderer gibt: Dort rauschen die Bikers auch mit Höllentempo durch, obwohl sie dort überhaupt nix verloren haben und erschrekcen alte Omis und Opis! 😀

        • Chomsky, vielleicht ist es in Basel auch anders – keine Ahnung, in Holland gibt es auch eine andere Verkehrspolitik mit einer hohen Priorität für Radverkehr, aber Fr. Hansen wohnt ja wohl in Deutschland.
          Radfahrer auf Fußwegen kann man zurecht schlimm finden, aber nicht gleichzeitig Radfahrer auf Straßen!
          „Voll auf die Bremse treten“ musste ich auch schon das eine oder andere Mal, aber nie wegen eines Radfahrers. Wenn „der hintere Autofahrer nicht mehr bremsen kann“, dann ist dieser viel zu dicht aufgefahren.

        • @ Cpt. Kirk

          Danke für den Link.

          @ Chomsky

          Hier mal eine nette Kompilation von lauter lebensgefährlichen Situationen, in die man als Radfahrer so von Autofahrern gebracht wird, aufgenommen von einem britischen Radfahrer mit Helmkamera.
          Hier sind auch mehrere Situationen des von Helga Hansen beschriebenen Abdrängens (ich denke, dass sie das meint).

        • @ Chomsky

          Hast du dir den youtube-Film mal angeschaut oder hast du kein Interesse, deine Vorurteile in Frage zu stellen?

          PS: Dass du täglich mit dem Fahrrad unterwegs bist, glaube ich dir nicht. Hast du natürlich auch nicht geschrieben, sondern dass du täglich „Fahrrad, Motorrad oder Auto“ in Basel fährst. Das ist natürlich auch wahr, wenn du noch nie mit dem Fahrrad gefahren bist. 😉

        • @3 x Ich

          Es gibt ein Menschenrecht auf Vorurteile! Und deshalb verschone mich vor irgendwelchen Filmchen, die mein festgefügtes Weltbild in zerstören könnte! 🙂 Ok, gebe zu, dass ich doch eher mit dem Auto oder Motorrad unterwegs und dann am liebsten Feministinnen das Leben schwer machen, die meinen, sie könnte auf ihrem Fahrad mir das Wasser reichen (grins)!

        • Im Ernst: du schreibst so einen Satz: „es gibt wegen solchen Idioten auch genug Auffahrunfälle, weil ein Autofahrer wegen einem Idioten voll auf die Bremse muss und der hintere Autofahrer nicht mehr bremsen kann.“ und dir fällt nicht auf, dass hier der „hintere Autofahrer“ die Hauptschuld am Unfall trägt (zumindest in Deutschland wäre das so).
          Was hat denn der Radfahrer gemacht, dass ein anderer plötzlich bremsen muss? Vor ihm auf der Straße kann er ja nicht gefahren sein.

          Dass man sich als Radfahrer an die Regeln hält, hat übrigens noch lange nicht zur Folge, dass Autofahrer diese Tatsache wahrnehmen. Für viele ist schon ein Radfahrer auf der Straße regelwidrig.

          Mich würde allerdings wirklich interessieren, was du für eine Erklärung hättest, dass ein einzelner Radfahrer wie auf dem youtube-Video in einer gewissen Zeitspanne derart häufig in Lebensgefahr gebracht wird? Macht er was falsch?

          Von jemandem, der die Soziologie wie eine Monstranz vor sich her trägt, finde ich solche platten Sprüche über „Idioten“ auf Fahrrädern (*) etc. wirklich enttäuschend. Das ist so, als würdest du je nach Gusto mal eine Bourdieusche Analyse über die Situation in den Banlieues hervorzaubern, dann, wenn es dir danach ist, mal als Lösungsvorschlag parat zu haben, dass die Polizei nur mal richtig draufhauen muss, damit Ruhe im Karton ist.

          * und der Knaller: „“aber sich auch gegenüber Autofahrer vielfach rücksichtslos verhalten”- Autofahrer verhalten sich im Gegenzug auch vielfach rücksichtslos gegenüber Panzern. Gut, in dem Fall sind die Autofahrer die Dummen, aber das kommt davon, wenn sie auf ihrer Vorfahrt bestehen. Auch ein Panzerfahrer kann mal kurz vor sich hindösen, ist ja menschlich. Da muss man mit dem Auto vorausschauender fahren und auch mal Platz machen.

        • @ 3x ich

          Du musst ja nicht immer alles ernst nehmen, was ich sage, ich lasse auch mal Schrott raus! 🙂 Aber liess doch mal folgenden Artikel:

          „Was treibt der Tranceradler auf dem Trottoir?

          Die Verkehrssituation in Schweizer Städten ist alles andere als entspannt. VelofahrerInnen fühlen sich vom motorisierten Verkehr bedrängt und weichen aufs Trottoir aus – auf Kosten der FussgängerInnen. Ein Bericht aus Basel.“

          http://www.woz.ch/1242/verkehrspolitik/was-treibt-der-tranceradler-auf-dem-trottoir

        • @ Chomsky

          Danke für den Link, ich habe den Artikel quergelesen und finde ihn, soweit ich nicht irgendwas überlesen habe, in Ordnung – der anschließende Kommentar von Hrn. Howald ist übrigens weitgehend scheiße.*

          Die Ursache des Problems steht ja schon unter der Überschrift: „VelofahrerInnen fühlen sich vom motorisierten Verkehr bedrängt und weichen aufs Trottoir aus – auf Kosten der FussgängerInnen.“

          Radfahrer gehören auf die Straße, dort werden sie aber durch schlechte Verkehrsführung und Feindseligkeit von Autofahrern verdrängt (zur Illustration verweise ich wieder auf das youtube-Video: und weichen auf den Gehweg aus, wo sie nicht hingehören. Es existiert also ein strukturelles Problem.

          * Herr Howald vermischt Ordnungswidrigkeiten (bei Rot über die Ampel) mit
          völlig legalem Verhalten (mit dem Rad zwischen stehenden Autokolonnen hindurchfahren – nicht nur legal, sondern auch sinnvoll, da man nicht über mehrere Ampelphasen direkt vor dem Auspuff eines Autos steht). Dass Hr. Howald den Habitus-Begriff nicht verstanden hat, darüber sind wir uns wohl einig btw

    • @ Chomsky

      „Nun, ich könnte mir in etwa vorstellen, was Helga Hansen hier für Räume meint: Das werden wohl die sogenannten links-autonomen Räume sein, wo alle Polizisten mal Bullen genannt werden und zusätzlich alle Bullen Dreckschweine sind und ein exorbitanter Alkohol- und Drogenkonsum herrscht und vor allem informelle Machtstrukturen herrschen, weil irgendwelche Regeln nun wirklich Repression symbolisieren würden und ja, das Reflexionsniveau bezüglich “sexualisierter Gewalt” wohl auch nicht wahnsinnig hoch angesiedelt ist.“

      Das hätte ein reaktionärer, rechter Ideologe wohl ähnlich ausdrücken können.

      Undifferenzierte Hetze gegen ein bestimmtes Spektrum der antiautoritären Linken auf primitivstem Niveau.

      Wie viele autonome Zentren hast Du denn schon besucht? Ich kenne mehrere und da ist kein einziges, in dem es so zugehen würde, wie Du behauptest.

    • Mag vielleicht überzogen sein, ich finde es aber eine gute Karikatur. Spricht mir voll aus der Seele. Es gibt nun mal auch unter Linken ein hohes Maß an Verlogenheit und Bigotterie.

      Ich muß gestehen, daß mich dieses progressive Gehabe auch abstößt. Wo etwas zu einer Religion wird.

  3. Helga Hansen ist lesbisch.

    Da es den meisten Frauen nicht so ergeht, wie sie es schildert, bzw. sie es nicht so persönlich nehmen, sind die Probleme dieser Selbstbemitleiderin und Therapieverweigerin irrelevant.

    Sie hat offenbar Realitätsabgleichungsprobleme.

    Eine lesbische Furie muß sich nicht wundern, wenn sie bestimmte Reaktionen provoziert. Auch eine „männliche Lesbe“ wie z.B. Zhen provoziert immer wieder die gleichen Reaktionen, bemitleidet sich selbst und lebt in einer Art Frauenparanoia. Sorry, Zhen, falls du das liest.

    Zhen will auch nicht sein „Feminatpostulat“ hinterfragen und mit anderen Männern abgleichen. Wir leben jedenfalls nicht in einem zhenschen Feminat.

    Mich wundert am meisten die Realitätsverweigerung dieser männerhassenden Feministinnen. Es gibt auch noch andere Frauen auf der Welt, die andere Erfahrungen machen und nie im Leben unsere Gesellschaft als patriarchal oder rape society bezeichnen würden.

    Habe ich schon oft erlebt! Realität! Haben Frauen zu mir richtig echt gesagt, liebe Frau Hansen.

    Hau dir einmal auf den Pansen, dann ist gut Frau Hansen!

    PS: Christian, erklär‘ mir mal folgenden Satz. Habe ich nicht verstanden:

    und ich könnte mir auch vorstellen, dass eine solche Vergewaltigung Frauen vielleicht noch stärker trifft als einen Mann, weil eine Verhinderung einer Vergewaltigung für eine Frau evolutionär wesentlich schwerer wiegt.

    • @ Kirk

      *Helga Hansen ist lesbisch.*

      Ach so.

      Wieder eine für meine Kartei (wenn ich sie denn führte) der besonders misandrischen Feminist.I.nnen, die „zufällig auch“ Lesbe ist.

    • Hallo Roslin,

      dir kann ich’s ja sagen. Feministinnen sind sehr häufig sexuell mißbraucht worden und deshalb nicht zufällig so oft lesbisch.

      Die Vergewaltigung, die Christian für’s Erwachsenenalter insinuiert, fand also schon in der Kindheit statt und ist natürlich ungleich traumatisierender als eine Vergewaltigung als Erwachsener.

      Genau aus diesem Grunde provozieren diese Frauen auch so oft mißbräuchliche und zerstörerische Beziehungen, die sie in ihrem Weltbild „bestätigen“.

      Es ist ein geschlossener Kreis. Und erklärt nebenbei auch sehr leicht die Obsessionen des Feminismus. Alles sehr leicht durchschaubar. Man braucht nur ein bißchen Empathie.

      Nur mal ein kleiner Lehrgang vom Tiefenpsychologen der Sternenflotte. Ist alles leicht verständlich, wenn man nicht alles materiell zu erklären versucht und dem Menschen eine Seele zuerkennt.

      So erklärt sich auch leicht die Magersucht. Aber ich will hier niemanden überfordern.

      Eine traumatisierte Seele kann auch zu veränderten Hirnstrukturen und Hormonspiegeln führen. Aber na ja. Ich will nicht nachtragend sein.

      Roslin, Sie steigern mein Selbstbewußtsein immens, indem Sie mich nicht zum Idioten erklären.

      • @ Kirk

        Na, wenn das allein schon Dein Selbstbewusstsein steigert, dann muss es um selbiges an und für sich bedenklich schlecht bestellt sein.

        Ich stimme Dir zu, dass ein gewisser Prozentsatz Lesben/Schwule durch Traumatisierungen „erzeugt“ wurde.

        Wie hoch der Anteil ist, weiß ich nicht.

        Ich glaube aber nicht, dass dies für die Mehrheit der Schwulen/Lesben gilt.

        Da sind nach Datenlage biologische Ursachen plausibler (wobei Lesben zu einem höheren Anteil sozial „erzeugt“ zu sein scheinen als Schwule, die deshalb auch konsequenter/stetiger schwul sind, nicht so häufig auch mal von bisexuellen Phasen „geplagt“.

        Mein Selbstbewusstsein wird übrigens gemindert, wenn mich eine Feminist.I.n nicht zum Idioten erklärt (oder mich Tippse auf ihre unnachahmliche Art ironisch aus den Augenwinkeln heraus anfunkelt – die ist allerdings keine Feminist.I.n, sondern ein verdammt weibliches Weib, mit allen Licht-und Schattenseiten, die das mit sich bringt).

      • dir kann ich’s ja sagen. Feministinnen sind sehr häufig sexuell mißbraucht worden und deshalb nicht zufällig so oft lesbisch.

        Nur ein verschwindend geringer Teil aller Frauen wurde jemals vergewaltigt. Das gilt für Feministinnen wie Nichtfeministinnen gleichermassen. Ob der Anteil vergewaltigter Frauen bei den Feministinnen etwas höher liegt als der Duchschnitt bezüglich aller Frauen weiss ich nicht – es bleibt aber eine Tatsache, dass es in jedem Fall eine kleine Minderheit ist, die darum nicht als repräsentativ gelten kann.
        Interessanter wäre die Frage, ob einige der besonders radikal und männerfeindlich agierenden Feministinnen durch Missbrauchserfahrungen zu dem wurden, was sie sind. Aber auch das halte nicht für die Regel. Die meisten von denen hassen einfach, weil sie durch jahrelange Hasspropaganda aufgestachelt worden sind.
        Dann wären da noch die nach meiner subjektiven Wahrnehmung häufig anzutreffenden Hassfeministinnen, die lesbisch sind. Da bin ich mir noch nicht im Klaren, warum Lesben so oft Männer hassen, zumindest die, die den Hassfeminismus prägen. Bei Schwulen sehe ich analog dazu keinen ausgeprägten Frauenhass, d.h das sexuelle Desinteresse führt nicht zu Hass.

        • „Da bin ich mir noch nicht im Klaren, warum Lesben so oft Männer hassen“

          Ich spekuliere mal: Vielleicht, weil sie als homosexuelle Frauen nicht an den Privilegien der breiten Mehrheit der Frauen teilhaben können?

          – sie haben keinen Mann an der Seite der sie versorgt
          – niemand gibt ihnen Drinks aus
          – niemand trägt sie auf Händen
          – niemand macht sich für sie zum Trottel

          Was ich sagen will ist: Lesben sind Frauen und erwarten demnach wie Frauen behandelt zu werden – soll heißen: bevorzugt, verwöhnt, auf Händen getragen.

          Da Lesben aber nicht auf Männer stehen, finden sie niemanden, der sich in derartiger Art und Weise „ausbeuten“ lässt (Frauen lassen sich nicht wie Männer ausbeuten), das heißt sie müssen sich durchs Leben schlagen wie Männer.

          Lesben greifen daher den „Sexismus der Männer“ zurecht an – d.h. ein System, in dem Frauen ihren Sexappeal benutzen können um Männer auszubeuten – und sie greifen ihn deshalb an, weil sie daran nicht partizipieren können, das heißt nicht selbst Ausbeuter sein können.

          Es muss frustrierend sein: Die Machtmittel der Frauen haben Lesben zwar – sie nützen ihnen aber nichts , weil Frauen sich nicht in dem Maße ausbeuten lassen wie Männer.

        • @ Peter

          Nicht nur Du nimmst wahr, dass die hasserfülltesten Feminist.I.nnen überproportional häufig Lesben sind (die sprichwörtliche Kampflesbe, die feministische Rampensau par excellence), die es DEGOUTANT d.h das sexuelle Desinteresse führt nicht zu Hass.finden, dass sich Hetera PIV wünschen, vaginale Orgasmen haben, sich nicht, wenn sie schon mit dem Feind in die Kiste steigen, mit Schlecken Fingertremolo begnügen, sondern sich PENETRIEREN lassen, womöglich noch auf dem Rücken liegen, Beine weit auseinander und hoch in der Luft – wie demütigend!

          Ich vermute, dass dieser besondere Lesbenhass auf’s andere Geschlecht mit dem höheren bisexuellen Anteil bei Frauen zu tun hat.

          Da hat sich Lesbe gerade so schön verliebt – und dann entpuppt sich die große Liebe doch als Tusse und zieht mit einem Macker davon, etwas, was analog Schwulen sehr viel seltener passiert: Wenn ein Mann schwul ist, dann für den Rest seines Lebens – Männer halt, konsequent, standfest.

          Was bei Lesben eine ganz besondere Steigerung des Neides auf Männer bewirken könnte, ein Neid, der bei Frauen ohnehin sehr häufig anzutreffen ist, weil sie nur die Vorteile der Männerrolle sehen als das versorgte, beschützte, nicht kämfen müssende Geschlecht
          Und nur die in ihren Augen vorteilhaften Seiten wollen sie kennenlernen, das ganze Paket lehnen sie ab – Rosinenpickerei, wie gehabt.

          Dafür gibt’s dann Frauenschonung, Frauenpämperung, Frauenförderung, Work-Life-Bilanzierung etc., damit Frauen auch „Männer“ spielen können.

          Den ganzen Frauenpämperungsschmus müssen dann wieder Männer erarbeiten, durchsetzen, abschirmen, abfedern – also umso „männlicher“ sein, je (frauempämperungs-)feministischer eine Gesellschaft wird.

        • @ Adrian

          *Was ich sagen will ist: Lesben sind Frauen und erwarten demnach wie Frauen behandelt zu werden – soll heißen: bevorzugt, verwöhnt, auf Händen getragen.*

          Das trifft ja auch auf hässliche Frauen zu (gut, viele führende Feminist.I.nnen sind auch überproportional häufig hässlich mit testosteronhaltigen Gesichtern – Kiefer wie Benito Mussolini z.B.)

          Aber bei hässlichen Heterafrauen scheint mir dieser spezifisch ätzende, „lesbische“ Männerhass, der dazu führt, dass man Männer am liebsten ausrotten möchte, ihre Gegenwart nicht erträgt, es stört, wie sie sitzen, reden, riechen, ihr bloßes Dasein zu allergischen Reaktionen führt, wird meines Wissens nur von Lesben vertreten (Mary Daly, Sally Miller Gearhart u. dgl.).

          Owohl die Mama dieses Mannes ihn auch vertreten hat, fällt mir gerade ein, gestern erst gepostet:

          http://theohumanity.org/storage/articles/son-of-a-feminist.html

          Vielleicht eine Lesbe, die zur Tarnung eine Konventionsehe einging, irrtümlicherweise sozusagen, wie ja auch manche Schwule heiraten und Kinder zeugen.

  4. Ich finde, dass Feminismus generell etwas ziemlich trauriges ist. Die Auswirkungen dieser gefährlichen Ideologie sind noch trauriger.

    Und die Frauen profitieren von diesem Sch… mittel- bis langfristig auch nicht.

    • @ Matthias

      *Und die Frauen profitieren von diesem Sch… mittel- bis langfristig auch nicht.*

      Noch profitieren sie, sogar immer mehr.

      Solange Männer bereit sind, sich für dieses femizentrische System halb zu Tode zu schuften, werden sie profitieren.

      Erst, wenn diesem System das Geld, das es von den Männern abkassiert, um es vor allem hin zu Frauen umzuverteilen, ausgeht, wird sich das ändern, wird „Bewusstsein geschaffen“.

      Bleibt das Fressen aus, kommt die Moral.

      Vorher nicht.

      Wäre bei Männern auch nicht anders.

      Deshalb sollten Männer viel weniger arbeiten, viel weniger Steuern zahlen und gelassen zusehen, was passiert.

      • Ja, die Sprache dürften sie dann verstehen. Alle gutgemeinten Warnungen vorher und Bitten um Fairness werden ja niedergekeift oder lächerlich gemacht.

  5. Die „Medienelite“ über sich, auch ein Beispiel für den traurigen Feminismus:

    *Ich bin gut ausgebildet und könnte viele Jobs arbeiten. Meine derzeitige Lebenssituation (Anm.: ohne Erwerbsarbeit) ist eine bewusste Entscheidung meinerseits. Ich musste sie treffen, um meine Gesundheit zu schützen, die bedroht war und ist vom ständigen Leistungsdruck, von Heterosexismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit auf der Arbeit. Nicht, dass ich mit Leistungsdruck nicht umgehen könnte, ich arbeite sogar sehr gut unter Stress und stürze mich in Arbeit, wenn ich weiß, dass es gute Arbeit ist, dass sie Menschen weiterbringt, dass es mich erfüllt. Anweisungen eines chauvinistischen Chefs sind ein Gräuel für mich, weshalb auch die Entscheidung unterhalb der Armutsgrenze zu leben eine Entscheidung meinerseits war. Meiner Gesundheit zuliebe. Und trotzdem ist es eine Entscheidung gewesen, die ich mir leisten kann, eine vielleicht auch eher temporäre Lebensrealität, eine Lebensrealität, die ausgesucht bleibt.*

    http://medienelite.de/2012/11/15/wo-ist-eigentlich-dieser-elfenbeinturm-und-in-welchem-zimmer-wohne-ich/

    Ich denke, hier haben wir einen weiteren Grund, warum Frauen im Schnitt 23 % weniger verdienen als Männer.

    Sie arbeiten schlicht weniger und weniger intensiv, im Schnitt.

    Sie können es sich eher leisten als Männer, stehen unter einem geringeren Erwartungsdruck, Leistung zu zeigen, sich selbst zu versorgen und andere mit ihrer Arbeit gleich mit.

    So fällt es ihnen leichter, sich versorgen zu lassen, obwohl sie arbeiten könnten, ihrer Gesundheit zuliebe aber darauf verzichten, weil Arbeit so stressig ist, so unbefriedigend.

    Und der Alphamann Staat, den vor allem Männer mit ihrer Arbeit finanzieren müssen, einspringt.

    • „Ich denke, hier haben wir einen weiteren Grund, warum Frauen im Schnitt 23 % weniger verdienen als Männer.“

      Ich kann Dir noch einen nennen, einen, der vielleicht (nicht) nur für mich gilt. Seit Jahr und Tag sagen mir meine Mentoren, welches Salär meinen Qualifikationen entspräche, und ich finde das viel zu viel, unverschämt viel. Ich habe eine eingebaute Schamgrenze, wenn ich in meinem Alter etwa das Doppelte von dem verlangen soll, was mein Vater als Facharbeiter nach 40 Jahren für seine bisweilen sehr harte, körperliche Arbeit erhalten hat (inzwischen ist er – auch „Dank“ eines Arbeitsunfalls – schwerbehindert und nun auch Berufsunfähig, mit 60).

      Sprüche wie „Du bist zu bescheiden“ & „Andere verlangen doch noch mehr“ lassen mich zwar nicken, erreichen mich aber nicht.

      Ich verachte diejenigen, die als Sesselpupser 60-100k (oder noch mehr) p.a. meinen zu „verdienen“.

      Und so hangel ich mich weiter von einem unterbezahlten Projekt zum nächsten, gelegentlich ergänzt um Ehrenamtliche Arbeit… auch kein Zustand auf Dauer.

      Vielleicht sollte ich doch mal koksen 😆

      • @ mutter sheera

        Ja, die höhere Bescheidenheit von Frauen, was Einfordern von Vergütung anlangt, mag eine Rolle spielen (weniger Testosteron, weniger auf Konkurrenz hin optimiert, weniger auf Status angewiesen, dafür mehr auf Schönsein, Nettsein).

        Aber auch das wird natürlich von der Gesellschaft/Kultur unterstützt.

        Ein Mann, der nicht versucht, das Optimum herauszuholen, gilt sehr schnell als Versager, eine Frau gilt als „typisch weiblich“, zwar nach den Kriterien der Leistungsgesellschaft ebenfalls „versagend“, zumindest nicht optimal funktionierend, aber als Frau gilt sie nicht als Versagerin, eher im Gegenteil, als Frau funktiniert sie gut.

        So wie erfolgreiche Männer doppelt belohnt werden (durch ihren Berufserfolg bekommen sie materielle Vorteile und Status, werden dadurch gleichzeitig für viele Frauen attraktiver – „gutter“ Mann, toller Mann = kann gut versorgen und schützen, kann sich durchsetzen auch gegen Widerstände), werden erfolglose Männer doppelt bestraft: ist ein Leistungsversager, ergo für viele Frauen unattaktiv, ergo kein echter Mann.

        Ein erfolgsloser Mann ist daher auch ein „entmannter“ Mann.

        Eine erfolglose Frau jedoch keine kastrierte Frau.

        Ist sie hübsch, kann sie sogar noch auf den Prinzen hoffen, der sie auf sein Ross hebt.

        Ein hübscher, erfolgloser Mann kann darauf nur mit sehr viel geringerer Aussicht auf Gewinn spekulieren, eben weil Männer anders begehren als Frauen und Frauen anders als Männer, im Schnitt.

        Auch deshalb kann sich Gleichstellung nie einstellen unter den Bedingungen von einigermaßen freier Selbstbestimmung und Gleichberechtigung.

        Nicht nur die Begabungsprofile (was wir gut können) und Neigungsprofile (wofür wir uns interessieren, was wir gerne machen – in der Regel ja das, was wir gut können) von Jungen/Mädchen/Männern/Frauen unterscheiden sich im Schnitt, sondern auch unsere Begehrensprofile, die „Hitlisten“ der Eigenschaften, die wir am jeweiligen Geschlecht attraktiv finden.

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