Wie verteilt man die Ausgaben in einer Beziehung?

Ausgehend von dieser Schilderung bei Geschlechterchaos, die „zufälligerweise“ in einer heterosexuellen CIS-Beziehung lebt:

Wir legen Wert darauf, dass wir beide etwa gleich viel für die Wohnung/das Leben darin zahlen. Das kann auch mal ungleicher ausfallen in besonderen Situationen wie Arbeitslosigkeit oder finanziellen Engpässen aber ist keine dauerhafte Möglichkeit. Weder möchte ich mich von ihm “aushalten” lassen (gesellschaftlich anerkannte und strukturell geförderte Variante) noch möchte ich für alles zahlen. Wir führen Buch darüber. (…)  Wie es mit der geschlechtsspezifischen Bezahlung unserer Arbeiten aussieht, wird sich noch zeigen. (…)

Ein befreundetes Paar hat ein gemeinsames Konto zusätzlich zu den je persönlichen, auf das beide jeden Monat einen bestimmten Betrag einzahlen und von dem der gemeinsame Haushalt (Miete, Strom, Wärme, Essen…) getragen wird. Wir überlegen, ob das auch für uns eine gute Idee ist.

stellt sich mir die Frage, wie man so etwas am besten organisiert.

Ich denke mal es ist auch eine Frage, in welchem Stadium sich die Beziehung befindet:

  • Beziehung mit getrennten Mietwohnungen
  • Beziehung mit gemeinsamer Mietwohnung
  • Beziehung mit Kindern und Arbeitsteilung (im folgenden mit gemeinsamer Wohnung)
  • Heirat ohne Kinder
  • Heirat mit Kindern und Arbeitsteilung

Das wären aus meiner Sicht verschiedene Stadien, die alle eine eigene Planung erforderlich machen.

  • Bei der Beziehung mit getrennten Wohnungen würde ich immer eine „jeder zahlt selbst, gibt einer was aus, dann versucht man es auszugleichen“ Aufteilung vorschlagen.
  • Bei einer Beziehung mit gemeinsamer Wohnung wird es schon etwas schwieriger. Man kann sich die Miete teilen und einen Topf für gemeinsame Ausgaben einrichten oder gleich ganz gemeinsame Kasse machen. Letzteres scheint mir etwas übertrieben, wenn die Beziehung nicht schon sehr stark verfestigt ist.
  • Eine Beziehung mit Kindern und Arbeitsteilung macht eine gemeinsame Kasse attraktiv. Schließlich bedeutet die Aufteilung, dass einer von beiden sein Einkommen einschränkt. Eine eingeschränkte gemeinsame Kasse kann je nach dem, wie sie befüllt wird, einen vielleicht wieder für die Beziehung ungünstige Machtposition einbringen, bei der einer der beiden dem anderen Geld zuteilt.
  • Bei einer Heirat ist zu bedenken, dass ohne Ehevertrag in Deutschland am Ende eh der Zugewinn abgeschöpft wird, wenn er auftritt. Insofern kann man dann wohl auch gemeinsame Kasse machen. Es kann sich aber auch anbieten dann nach wie vor getrennt zu wirtschaften, da jeder ja die gleichen Möglichkeiten hat Geld zu verdienen.
  • Bei einer Heirat und Kindern gilt im Prinzip das oben gesagte.

Ob man bei getrennten Kassen mit Gemeinschaftsausgaben nun gleich Buch führen sollte ist aus meiner Sicht eine Typsache. Für die einen bringt es vielleicht die notwendige Klarheit und verhindert Streit, den anderen ist es zu aufwendig und kleinkrämerisch und sie führen lieber mentale Konten.

Wie würdet ihr ein „gemeinsames Kasse“-Modell praktizieren? Wie organisiert man so etwas nach eurer Meinung am Besten? Sollte man „privates Geld“ einführen, für das man keine Rechenschaft schuldig ist.?

Letztendlich ist die Frage, wie man so etwas organisieren könnte einer der Kernfragen des Geschlechterverhältnisses. Mit heutigen vergleichsweise lockeren Beziehungen und Ehen ist eine Beziehung nicht mehr notwendigerweise etwas auf Lebenszeit und klare Rollenbilder gibt es auch weniger, so dass neue Regelungsmechanismen notwendig sind.

Auch interessant: Welche Auswirkungen haben Einkommensunterschiede jeweils, zB auch bei der Miete für eine gemeinsame Wohnung? Zahlt man quotenmässig oder streng hälftig?

55 Gedanken zu “Wie verteilt man die Ausgaben in einer Beziehung?

  1. Auch eine Frage?
    Ist es weniger Wert, wenn ER in der Freiwilligen
    Feuerwehr ist, oder SIE in der FrauenhausunterstüterIngengruppe?

    Ja,er ist weniger Wert, dann er muss
    Lehrgänge machen, um Brandmeister zu werden,
    SIE muss nur „betroffen“ sein, um Frauenhaus-
    Leiterin zu werden! Und Natürlich Feministin
    sein! Aber Feuerwehrmann ist auch der
    Läuschknecht Krause!
    Dem Krause, noch der Feministin, möchte ich aber
    eine leitende Funktion überlassen!

    • 1.
      dein Kommentar hat nichts mit dem Artikel zu tun. bitte bleib beim Thema

      2.
      warum ist es die so wichtig, welcher freiwillige Dienst mehr wert ist? Freiwilligendienst muss man nach Stunden und Arbeit in diesem Stunden bewerten. mit den Feuerwehrleuten Bier zu trinken, kann weniger anstrengend sein als Frauen und Kinder zu betreuen. ein echter Einsatz hat im Gegenzug auch harte Belastungen

      • Kann es sein das Du etwas gegen
        Freiwillige Feuerwhr hast?
        Das sind für Dich nur „Biertrinker“
        Danke für Deine Achtung für die
        Freiwillige Feuerwehr!
        Danke für die Sicht auf männliche
        „Feiwillige“.
        Alles nur Biertrinker!

        Jetzt kann ich den Christian verstehen?

        Wenn Männer etwas tun, wollen die nur Bier trinken, aber Frauen sind doch viel besser!

        Gut Wehr, von einem nur Birtinkendem
        Ex Kammeraden!

        Christian ist sicher Ex-BrandmeisterIn?

        Gut Wehr!

      • Was glaubt ihr Schlauberger, was geschen
        wird, wenn es diese „biertrinkenden“
        haarigen Monster der freiwilligen Feuerwehr
        nicht mehr gebe?
        Wer würde auf demLande den Feuerschutz
        machen? Der Christian? Die Feministinnen?
        Wer hat denn unter dem Beruf einen
        „Pieper“ dabei!
        Der Christian?
        Und der Christian wirft den Feuerwhren
        Bier vor? Das könnte er auch den Pharaonen
        vorwerfen!

        Nein, hier soll eine männliche Tugend
        einfach nur schlecht gemacht werden!

  2. „Letztendlich ist die Frage, wie man so etwas organisieren könnte einer der Kernfragen des Geschlechterverhältnisses.“

    Was für eine traurige Welt, in der so was eine Kernfrage ist.

    • Was für eine traurige Welt, in der so was eine Kernfrage ist.

      Allerdings! Das ist weniger eine Beziehung als eine vertraglich abgesicherte Dienstleistungsvereinbarung zwecks Sicherstellung der Triebabfuhr. Jessers, ist das erbarmungswürdig! Die führen Buch über die erbrachten Leistungen und rechnen sie gegenseitig auf! Naja, ist wohl billiger als das Puff. Da haben sich zwei Asoziale gefunden.

      • @peter

        „Die führen Buch über die erbrachten Leistungen und rechnen sie gegenseitig auf! Naja, ist wohl billiger als das Puff“

        Es wäre auch nicht mein Model, aber es ist eben eins. Ich habe es bisher nur in WGs so gehandhabt, allerdings auf einer lockeren Ebene und ohne direkte Buchhaltung. Ich denke aber nicht, dass man es deswegen mit einem Puff vergleichen muss. Es geht ja in dieser sehr auf „Gleichheit“ ausgerichteten Beziehung darum, dass sich keiner ausgebeutet wird und wohl auch darum, dass etwas zu dokumentieren.

        Bitte etwas zurückhaltender mit den Wertungen sein, in dieser Hinsicht.

        Wie würdest du es denn in einer festen Beziehung/Ehe/mit kindern praktizieren?

        • Es geht ja in dieser sehr auf “Gleichheit” ausgerichteten Beziehung darum, dass sich keiner ausgebeutet wird und wohl auch darum, dass etwas zu dokumentieren.

          Jeder und Jede, die mal in einer Beziehung gelebt hat, kennt die Situation, dass eine Partei findet der oder die Andere könnte ruhig etwas mehr tun. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch aufgezählt, was man so alles tut. Ganz alltäglich, oder? Aber Pläne und eine Art Buchführung, welche die kleinsten Details regelt, vielleicht noch eine Stech- und Stempeluhr, um die zeitliche Belastung genau zu dokumentieren? Das ist sowas von jenseits!
          Soll doch keiner glauben, damit wäre das Konfliktpotential minimiert oder gar eliminiert. Das Gegenteil ist wahr. Wer so darauf fixiert ist, er oder sie könnte übervorteilt werden, der hat immer reichlich Konfliktstoff.

          Wie würdest du es denn in einer festen Beziehung/Ehe/mit kindern praktizieren?

          Na, indem gestritten wird. Danach ist der Sex umso besser. 🙂

    • Da stimm ich dir vollkommen zu!
      Ich bin da regelrecht schockiert: Listen, Putzpläne, Kontenaufstellungen. Ganz erhlich, wenn man ernsthaft der Meinung ist, dass der Partner oder die Partnerin einen sofort ausnützt, wenn man nicht alles penibel protokolliert und kontrolliert, dann sollte man vielleicht einen anderen Patner in Erwägung ziehen! Ich bleib doch nicht mit jemandem zusammen, von dem ich erwarte, dass er mich übervorteilt, sobald ich ihm den Rücken zukehre.

      • @binchen

        „Ich bleib doch nicht mit jemandem zusammen, von dem ich erwarte, dass er mich übervorteilt, sobald ich ihm den Rücken zukehre.“

        ja, das wäre auch mein Gedanke bei solch übertriebener Buchführung. Allerdings ist „nie bringst du den Müll runter“ und „dafür mähe ich den Rasen“ in Beziehungen den Gerüchten nach ja auch nicht ungewöhnlich.
        Es scheint mir eine Absicherung gegen Übervorteilung zu sein, die analog des Konsensprinzips zu sehen ist: Wenn wir ausschließen wollen, dass einer sich übervorteilt fühlt, dann müssen wir die Ausgaben so transparent wie möglich machen.

        Wie würdest du es denn in einer Beziehung halten?

        • Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit und hängen beide der Idee „wir arbeiten um zu leben“ an. Daher ist uns Freizeit und gemeinsame Zeit sehr wichtig.

          Die Arbeit ist bei uns nicht fest aufgeteilt. Früher haben wir immer Samstags gemeinsam geputzt, aber wir mögen diese Hausarbeit beide überhaupt nicht, also haben wir inzwischen eine Putzfrau. Dieser Posten fällt also weg.

          Wir kochen beide sehr gern, das wird also nicht als Arbeit gesehen, sondern entweder gemeinsam gemacht oder von dem erledigt, der das Gericht zum Kochen ausgesucht hat. Aufgeräumt wird hinterher gemeinsam und dabei die Gespräche vom Tisch weitergeführt.

          Für Geld haben wir ein gemeinsames Konto. Da geht alles drauf und alles weg. Größere Anschaffungen werden sowieso vorher besprochen, weil bei uns keiner ein Spontankäufer ist. Da wird vorher eh überlegt und die Gedanken dazu sowieso miteinander geteilt und auch eine zweite Meinung eingeholt.

          Und den Müll: naja wer sieht, dass er voll ist, stellt ihn vor die Wohnungstüre und der nächste der eh runtergeht nimmt ihn mit und wirft ihn auf dem Weg in die Tonne. Das ist echt keine Arbeit. Wer sich über sowas streitet hat ein ganz anderes Problem. 😉

          • @binchen

            Ich denke es ist gut, es auf diese Weise zu sehen.
            Ich persönlich koche auch gerne, gemeinsames kochen oder mal der eine mal der andere finde ich in Beziehungen daher auch am angenehmsten.

            „Größere Anschaffungen werden sowieso vorher besprochen, weil bei uns keiner ein Spontankäufer ist.“

            Ja, das kann ich mir auch nicht anders vorstellen.

            Interessant wäre natürlich noch, ob ihr etwa gleiche Einkommen habt. Das macht denke ich das Teilen grundsätzlich einfacher.

            Ich denke der Punkt, wo es schwieriger werden kann, ist, wenn einer wegen der Kinder aussetzt. Wobei die meisten dann es auch als ein Zusammenarbeiten sehen und der Meinung sind, dass jeder seinen Teil leistet. Aber es ist von der Aufteilung denke ich konfliktträchtiger (wobei ich ja auch keine Kinder habe, es also nur vermute)

      • @Binchen: „Ganz erhlich, wenn man ernsthaft der Meinung ist, dass der Partner oder die Partnerin einen sofort ausnützt, wenn man nicht alles penibel protokolliert und kontrolliert, dann sollte man vielleicht einen anderen Patner in Erwägung ziehen!“

        Ich kenne es so, daß sich beide als diejenigen, die mehr beitragen, fühlen, sich also „ausgenutzt“ fühlen könnten. In so einem Fall ist es gut, das auch mal zu dokumentieren.
        Ob man das Cent-genau macht, ist natürlich wieder typabhängig.

    • @Adrian

      Ich meinte damit, dass es eine der Kernfragen in der Debatte um Gleichberechtigung ist. Innerhalb der Beziehung mag es wichtigere Fragen geben, aber das mag auch einfach daran liegen, dass man zB sich für das gemeinsame Kontenmodel entscheidet und damit die Sache erledigt ist.

      Dennoch geht mit Geld nun einmal Macht einher und spätestens bei Kindern wird das relevant. Jedenfalls bewirkt ein „Teilungsmodel“ auch eine erhebliche Umverteilung, meist von Mann zu Frau.

      Wie handhabst du es denn in längeren Beziehungen?

      • „Wie handhabst du es denn in längeren Beziehungen?“

        Ich musste mir diese Frage nicht stellen, denn ich habe bislang nie mit jemandem zusammengewohnt.
        Sollte es soweit kommen, werde ich das mit meinem Freund gemeinsam, pragmatisch lösen.
        Aber da wir beides Männer sind, werden wir sicher nicht in die Peinlichkeit geraten, der Geschlechtergleichberechtigung eine führende Rolle in unserem Leben zuzuweisen.

        • @Adrian

          „Sollte es soweit kommen, werde ich das mit meinem Freund gemeinsam, pragmatisch lösen.“

          Sicher, man muss es abstimmen. Welches der Modele würdest du denn gegenwärtig bevorzugen, wenn du es auswählen könntest?

          Ich kann mir vorstellen, dass es bei einem schwulen Paar einfacher ist. Es werden ja meist keine Kinder vorhanden sein. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass dort größere Gehaltsunterschiede ebenfalls dazu führen, dass eine gewisse Spannung entstehen kann

        • Sorry, Christian, ich gackere nicht über ungelegte Eier. Das wäre das Gegenteil von Pragmatismus. Ich werde das entscheiden, wenn es soweit ist und wenn ich alle Parameter kenne.

          „Wobei ich mir vorstellen könnte, dass dort größere Gehaltsunterschiede ebenfalls dazu führen, dass eine gewisse Spannung entstehen kann“

          Sicher, nur gibt es kein feministische Frau, die sich unterdrückt und sexistisch diskriminiert fühlen könnte. Das erleichtert die Sache dann doch erheblich.

          • @adrian

            „Sicher, nur gibt es kein feministische Frau, die sich unterdrückt und sexistisch diskriminiert fühlen könnte. Das erleichtert die Sache dann doch erheblich.“

            Ja, ich denke der Hintergrund ist da unproblematischer. Ein Mann kann vielleicht auch wesentlich weniger erwarten, dass der Partner ihn versorgt, sondern wird sich eher darauf verweisen lassen müssen, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

            Interessieren würde mich aber, wie es homosexuelle Paare halten. Hast du da Erfahrungswerte aus dem Bekanntenkreis oder was dazu gelesen?

        • “Wie handhabst du es denn in längeren Beziehungen?”

          Ich würde vorschlagen, jeden Tag neu
          aushandel, heute zahlst Du, morgen Ich,
          je nachdem, wer den M;üll runtergebracht hat!

        • „Interessieren würde mich aber, wie es homosexuelle Paare halten.“

          ICh nehme an, so wie nicht-feministische Hetero-Paare auch. Hast du da Erfahrungswerte aus dem Bekanntenkreis oder was dazu gelesen?

          Nee sowas interessiert mich eigentlich nicht. Wenn ich Rat brauche werde ich fragen. Aber sonst soll jeder machen wie er denkt.

          • @adrian

            „Hast du da Erfahrungswerte aus dem Bekanntenkreis oder was dazu gelesen?“

            Meine Erfahrung: Um so eheähnlicher es wird um so eher gibt es eine gemeinsame Kasse. Mit der Ehe und jedenfalls mit Kindern dürfte es das ganz überwiegende Modell sein.

            Ich kenne eigentlich keine Frau, die Haushaltsgeld zugeteilt bekommt. Es wird insoweit auf Vertrauensbasis gewirtschaftet. Interessanterweise gibt es aber noch das „ihr Gehalt aus einer Halbtagsstelle geht auf ihr separates Konto, sein „Hauptgehalt“ auf das Konto, auf das sie zugriff hat, wobei ich auch da vermute, dass es fair gehandhabt wird.

    • Nun ja, aber was will man von jemandem erwarten, der seine Beziehung tatsächlich als „Partner*innenschaft“ bezeichnet?

      Das ist keine Beziehung, das ist Politik. Würde mich nicht überraschen, wenn beide auch für den Sex Pläne erarbeitet haben, z.B. wer heute mit dem Orgasmus dran ist.

  3. „Zahlt man quotenmässig oder streng hälftig?“
    Oder, wer nutzt die Wohnung länger?
    Oder wer bestimmt über die Farbe der Wände?
    Und die Bilder an der Wand?
    Das würde doch mindestens zwei oder drei
    Genderprofs, rechtfertigen?

    Also noch ein Genderinstitut erlaubt ist,
    haben wir zu viel Geld!
    Dekadent eben!
    Solange wir Feminismus haben, geht es uns
    einfach zu gut!

  4. „Das private ist politisch“, ist der Unsatz (ich weiß gibt es nicht), der letzten Jahrzehnte!!!! Jedes Paar sollte selber darüber entscheiden, wer was im Haushalt macht, wer wieviel bezahlt, wer was in die Beziehung investiert usw. Letztendlich sollte es ein geben UND nehmen sein. Musste auf den von dir verlinkten Artikel, nach 5 Sätzen aufhören zu lesen, weil mir ernsthaft schlecht wurde.

    • @7th sign

      “ Musste auf den von dir verlinkten Artikel, nach 5 Sätzen aufhören zu lesen, weil mir ernsthaft schlecht wurde.“

      ich denke in der Ausgestaltung geht es gerade darum, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu vermeiden. Sie wird das als Ausdruck gegenseitiger Freiheiten sehen, in der man eben alles ganz offen anspricht und ausdiskutiert. Die meisten Menschen werden es als den Tod jeder Beziehung sehen und eher als Belastung als als tragfähiges Modell.
      Allerdings sind die Menschen eben auch verschieden. Für sehr sachliche Leute, die in einer entsprechenden Ideologie leben, mag es klappen.

      Es ist aus meiner Sicht viel merkwürdiges in dem Text. Der absolute Wille um Gleichheit in den Tätigkeiten, die zurückhaltung beim „rumheten“, der Gedanke, dass man eine Art Musterbeziehung wirkt, die ein passendes Bild nach außen geben muss.

      Solche Sätze:

      „Eine feministische Partner*innenschaft kennzeichnet sich dadurch, wie sie nach außen wirkt, wie sie um ihre Rahmen und Regulationen weiß und sie bekämpft, sofern sie Ungleichheit fördern. Sonst ist sie keine!“

      geben ja den alten Satz „das private ist politisch“ recht deutlich wieder.

        • An dieser Stelle muss ich dir mal echt ein Kompliment machen, dass du dich mit diesem Zeugs auseinander setzt. Es zu ignorieren wäre zwar das einfachste aber es ist eben auch gefährlich, da es ja wirklich z.T. verpolitisiert wird. Es gibt bei mir Tage, an denen ich denke, dass ich den Leuten jetzt mal sagen muss, wie krankhaft sie fast schon sind. An anderen wie heute, lese ich solche Sachen und weiß nicht ob ich lachen oder heulen soll und lass es dann einfach. Du bist ja auch die meiste Zeit im Gegensatz zu vielen anderen sachlich, selbst wenn du provoziert wirst.

          Diesbezüglich: Meinen Respekt an dich!!!

          p.s. Hast du einen Boxsack zu Hause hängen, den du während des Schreibens benutzt um ruhig zu bleiben?? 🙂

          • @7th Sign

            „Diesbezüglich: Meinen Respekt an dich!!!“

            Danke

            „p.s. Hast du einen Boxsack zu Hause hängen, den du während des Schreibens benutzt um ruhig zu bleiben??“

            Nein, ich rege mich da eigentlich nicht auf, insofern brauche ich da keinen Boxsack. Es ist eher interessant, wie sich Leute warum verhalten und wie sie damit jeweils glücklich (oder unglücklich) werden.

    • @ 7th sign

      *Jedes Paar sollte selber darüber entscheiden, wer was im Haushalt macht, wer wieviel bezahlt, wer was in die Beziehung investiert*

      So ist es.

      Wer so leben will Khaos.Kind soll’s tun.

      Für mich liest sich ihr Text wie der Produktionsplan einer Kinderproduktionskolchose, nur (noch) ohne Kinder.

      Bei uns läuft das ganz einfach.

      Bei uns läuft das ganz informell-einfach.

      M. Roslin zu Mme Tippse: „Ich Tarzan – Du Jane!“

      Jane: „Ja, ja…“

      Und dann beginnt das Verhandeln.

  5. Nützliches Zubehör für’s feministische Heim, im Retrodesign, damit’s gemütlich wird:

    Die würde ich in die Küche hängen.

    In’s Schlafzimmer (neben das Bett und über dem Kondomautomaten) gehört natürlich etwas Modernes, damit jeder sieht: Hier wird völlig up-to-date der (enthusiastisch!) konsensuelle Austausch von Körperflüssigkeiten organisiert.

    Außerdem bewältigt so eine elektronische Stechuhr auch größere Menschenmassen leichter.

    Falls man mal ’ne polyarmore Fête auf dem Wochenplan steht.

    Ohne Stechuhr wär’s ja bloß eine gute, alte, römische Orgie oder Bunga-Bunga-Party.

      • @ Christian

        Da ich die Haupterwerbsarbeit leiste, leistet Tippse das Gros der Hausarbeit – gemeinsames Konto, Beteiligung meinerseits an allen Hausarbeiten (auch Toilettenputzen).

        Kochen, Backen meist Tippse oder, wenn Zeit, gemeinsam (besonders Backen: ich betätige die Kurbel der Nussmühle, des Mandelhobels etc., schlage Eiweiß mit der Küchenmaschine, glasiere, tunke in Flüssigschokolade usw., Tippse macht den Teig, rollt ihn aus, sticht aus usw. – ist eine schöne gemeinsame Freizeitveranstaltung, die Weihnachtsbäckerei).

        Eingekauft wird auch gemeinsam, nur im Supermarkt trennen sich kurzzeitig die Wege (sie Obst, Gemüse, Salat, ich Wurst und Fleisch).

        Oder Wochenmarkt, wenn Zeit ist (macht mehr Spaß).

        • @ Stephan

          *Deine langen Kommentare, tippst du die eigentlich selbst?*

          Ja.

          Habe vor einigen Jahren das Schreiben mit 10 Fingern erlernt, beherrsche es aber nur unvollkommen (mal bleibt ein Finger zu lang auf einer Taste, dann fehlt der nötige Druck oder die falsche Taste wird getroffen).

          Deshalb müsste ich eigentlich vor dem Posten jeden Beitrag noch einmal Korrektur lesen, dazu bin ich aber zu ungeduldig und undiszipliniert.

          Außerdem kostete das zuviel Zeit.

          So kann ich sehr schnell schreiben, fast so schnell wie ich lese, leider aber nicht sehr korrekt.

          Wenn ich mir keine Mühe gebe.

    • Mir wird klar warum ich eine Beziehung zu unseren Frauen, den besten Frauen der Welt, meide.

      Braucht man dann eigentlich beim Geschlechtsverkehren Punktrichter die bewerten wer mehr „Einsatz“ gezeigt hat oder wer wen Ausgebeutet hat?

      Hat die Frau dann eine Preisliste wie eine besonders geschlechtstüchtige Prostituierte?

  6. Der Mann lässt sich von einem Anwalt ausrechnen, was an Unterhaltszahlungen, fiktives Einkommen eingerechnet, auf ihn zukommt und überweist dann diesen Betrag seiner Holden. Dann weiß er auch schon mal, was nach 3 Jahren auf ihn zukommt, wenn seine Ex-Holde beschließt, sich auf seine Kosten selbst zu verwirklichen.

  7. „Letztendlich ist die Frage, wie man so etwas organisieren könnte einer der Kernfragen des Geschlechterverhältnisses.“

    Der Tenor dieser Diskussion liegt eigentlich voll im Fahrwasser der ständigen misstrauischen Aufrechnerei zwischen den Geschlechtern, die sich z.B. in diesen nervtötenden 23% Lohnlügen oder auch Quotenforderungen äussert. Jede Kleinigkeit wird peinlich genau in Hinblick auf irgendwelche Benachteiligungen überprüft. Im Grunde steht hinter all dem einfach nur ein ausufernder Materialismus, der paradoxerweise gerade in Zeiten immer größeren materiellen Überflusses immer stärker geworden ist (naja, wo ein Trog ist, sammeln sich eben…).

    Typische Wohlstandsprobleme, wovon unsere Gesellschaft inzwischen aber derart durchdrungen ist, dass man sie bis auf Weiteres wohl nicht mehr loswerden wird.

    • @Kareem

      Ich denke es interessiert die Theoretiker mehr als die Praktiker. Die meisten Leute teilen in einer guten Partnerschaft gerne. Aber in der Theorie kommt eben ein „wie sollte es sein und wie wirkt sich das auf gesellschaftliche Verhältnisse aus“ hinzu.

      Das kann dann so enden wie bei Khaos.kind, mit einer genauen Buchhaltung.

      • @ Christian

        *Das kann dann so enden wie bei Khaos.kind, mit einer genauen Buchhaltung.*

        In eine solche Lage gerät man nur, wenn man wahnhaft nach Gleichheit, absoluter Gleichheit.

        Dann muss man aufrechnen, buchführen, dokumentieren.

        Sozialisten sind Menschen, die Ungleichheit nicht ertragen, die Gleichheit so hoch gewichten, dass sie eher bereit sind, sich und anderen das Leben zur Hölle zu machen als Ungleichheiten hin zu nehmen oder sich sogar – Göttin behüte – sich an ihnen zu erfreuen.

        Es ist dieser Gleichheitswahn, im Grunde ein kompensiertes tiefes Minderwertigkeitsgefühl, der so problematisch ist.

        Sie können nicht sein lassen, sie können nicht gelassen, sie könnten ja zu kurz gekommen – und kommen mit dieser Lebenseinstellung wirklich zu kurz.

        Aber wer’s mag, soll damit (un-)glücklich werden, sein Privatvergnügen.

        Nur hat es damit nicht sein Bewenden.

        Diese Leute sind mit missionarischem Eifer bestrebt, die ganze Welt mit ihrem Wahn von „Gerechtigkeit“ und „Gleichstellung“ zu beglücken.

  8. „Wir leben derzeit in einer Partner*innenschaft mit insgesamt zwei Personen, eine davon cisweiblich und eine cismännlich. Zufällig heterosexuell. Bewusst monogam.“

    Mir fehlen die Worte 😀 Priviligiertes weißes Standard-Hetero-Pärchen klingt dagegen natürlich ernüchternd.

    • Hab ich auch gedacht. Eigentlich doch eine ganz normale heterosexuelle Beziehung wie die allermeisten. Nur alles ideologisch überformt.

      In unserer Ehe läuft es eigentlich vergleichbar, nur ohne alle diese formalen Arrangements. Beziehungsgespräche ergeben sich, wenn einer von beiden ein Problem hat und der andere das merkt.

      „Du hast doch irgendwas, lass uns mal drüber reden.“

  9. Zum Thema:
    der Begriff „das eigene Geld“ u.ä. sind so unausgesprochene Tabu der heutigen Zeit, wo man nicht anders mehr denken darf.

    Traditionell war mal die Ehe eine Wirtschaftsgemeinschaft, wo das vorhandene Geld gemeinsam war, und es eigentlich egal war, wer prof Forma das Geld „verdient“ hat, und wo die anfallenden Arbeiten mehr oder weniger „gerecht“ auf die beiden Eheleute verteilt waren. (traditionell halt: Geldbeschaffung macht der Mann, Haushalt organisieren und erledigen die Frau).

    In diversen Partnerschaften hab ich schon viele unterschiedliche Modelle gelebt: rein gemeinsames Konto / jeder hat sein Geld und zahlt auf gemeinsames Konto ein / jeder hat sein eigenes Geld und bestreitet einen bestimmten Anteil der Ausgaben. Und bei Beziehungen ohne Zusammenleben: mal zahlt der, mal zahlt jener, und jeder schaut drauf, daß er nicht der ist, der den anderen ausnutzt (mit Partnerinnen, die es darauf anlegen, mich auszunutzen, würde ich keine Beziehung haben wollen).
    Alles hat seine Vor- und Nachteile.

  10. ich geb zu, den blogeintrag von khaos-kind hab ich nun nicht gelesen

    aber was spricht generell dagegen darauf zu achten, dass es halbwegs ausgewogen in ner Beziehung zugeht?

    Für mich hat das nichtmal konkret mit Feminismus zu tun, schließlich scheinen die großen Themen der Antifeministen ja auch sowas wie Scheidung/Sorgerecht/Unterhalt usw zu sein. Die achten doch genauso auf Ausgewogenheit.

    Ich sehe es eher so: es gibt Menschen, bei denen pendelt sich automatisch irgend ein Wert in der Mitte ein innerhalb einer Partnerschaft.
    Und bei anderen nicht, da greift dann die menschliche Eigenschaft der Hierarchiebildung und der eine versucht den anderen zu dominieren aus irgendwelchen gründen. Quasi ein ungleiches Machtverhältnis. Was spricht in dem Falle dagegen das mal genau aufzuwiegen um sich ein „objektiveres“ Bild zu verschaffen?

    Hier heißt es doch so häufig, „Gleichheit“ gibt es nicht. Dann würden Beziehungen unterm Strich nicht im Gleichgewicht sein können, weil immer einer die erste Geige spielen will.

    (Okay, mein Verständis von „Gleichheit“ bzw „Gleichgewicht“ ist vielleicht ein anderes als die hier geäußterte Sicht wie „Gleichheit aus Sicht von Feministen“ sei.)

    Oder bin ich da zu „überängstlich veranlagt“, wenn ich sehe, was in anderen Beziehungen schief läuft und vorbeugend versuche Transparenz zu schaffen, bevor es eskaliert? Wenn Partner sich gegenseitig in ihren Gefühlen bereits verletzt haben, und sei es nur aufgrund von Missverständnissen, falsch verstandener Kommunikation und fehlender Transparenz, dann ists meist schwierig noch klar und rational zu denken.
    Also lieber sich ein Konzept schaffen, solange man noch klar im Kopf ist, sobald Gefühle im Spiel sind ist das nicht mehr so leicht.
    (Zumindestens glaub ich nicht daran, dass Männer rein rational gesteuert sind und sich von Gefühlen nicht mitreißen lassen. Das ist bullshit. Wird nur gerne als männliches Ideal verbreitet.)

    • @unkraut

      „aber was spricht generell dagegen darauf zu achten, dass es halbwegs ausgewogen in ner Beziehung zugeht?“

      Aus meiner Sicht nichts. Bei Khaos.Kind wirkt es aber etwas übertrieben, Gleichheit um der Gleichheit willen.

      „Und bei anderen nicht, da greift dann die menschliche Eigenschaft der Hierarchiebildung und der eine versucht den anderen zu dominieren aus irgendwelchen gründen. Quasi ein ungleiches Machtverhältnis. Was spricht in dem Falle dagegen das mal genau aufzuwiegen um sich ein “objektiveres” Bild zu verschaffen?“

      Wie ich bereits schrieb: Es kann ein Mittel für bestimmte Beziehungen sein.

      Machtstrukturen sind denke ich eine schwierige Sache in einer Beziehung und sie verlaufen eben mitunter entlang des Einkommens und der verfügungsgewalt darüber.

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