13 Gedanken zu “US-Präsidentenwahl: Obama bleibt Präsident

  1. Ob Romney oder Obama, die nächsten Jahrzehnte der USA werden von strikter Austeritätspolitik bestimmt werden, weil schlicht das Geld zum Manövrieren fehlt.

    In den nächsten 20 Jahren geht die Generation der von 1946 bis 1966 Geborenen in den Ruhestanden, wird altersbeihilfeberechtigt, erhält Zugang zur kostenlosen Gesundheitsfürsorge für Alte.

    Diese Generation der Babyboomer ist die bestausbildete der bisherigen US-Geschichte. Sie wird ersetzt durch Generationen, die wesentlich schlechter ausgebildet sind, je jünger, desto schlechter.

    Generationen mit höheren Drop-Out-Raten aus dem Schulsystem, umso schlimmer, je jünger.

    Das, obwohl die Investitionen in’s Bildungssystem pro Schülerkopf auf einem Rekordniveau sind.

    Dazu bricht die familiäre Basis ein (ca. 50 % der hispanischen Kinder in Alleinerziehendenhaushalten, ca. 75 % der farbigen, ca. 40 % der weißen Unterschicht).

    Was das bedeutet für die zukünftige Erwerbsfähigkeit, Steuerzahlerfähigkeit und den Sozialhilfebezug dieser Generationen konnten wir in den letzten 40 Jahren studieren.

    Mit weniger Geld und Leistungsfähigkeit mehr Aufwand finanzieren bei jetzt bereits überbordender Verschuldung.

    WIE SOLL DAS GEHEN?

    Der Zusammenbruch lässt sich nur verschieben/in einen langsameren Sinkflug herabmoderieren, wenn die Steuern drastisch erhöht werden (dem können sich gerade die Superreichen weitgehend entziehen – es wird also die treffen, die sich weniger leicht entziehen können, die, die heute schon wütend die Tea Party bevölkern), wenn die Militärausgaben drastisch gekürzt werden (wird die Europäer zu mehr Verteidigungsausgaben zwingen, weil die USA für uns nicht mehr die Kastanien aus dem Feuer holen wollen und können), wenn die Sozialprogramme drastisch gekürzt werden (bei wachsendem Migrantenanteil an der Bevölkerung), wenn die Zahl der Staatsbediensteten drastisch gesenkt wird, deren Gehälter und Pensionen gekürzt werden und die Fed Dollars druckt bis die Maschinen qualmen (Inflation = Enteignung gerade der kleinen Leute und der Rentner).

    Es wird…spannend.

    • militärausgaben zu kürzen geht nicht wirklich. wenn statten wie iran atomwaffen haben wird das extrem gefählich für usa.

      was aber passieren wird ist das gleiche wie nach dem zweiten weltkrieg da wurde die schuldenlast auch durch die hintertür stark gesenkt, das gleiche was in europa passieren wird. kaum zinsen und inflation und evtl wie damals goldverbot.

      nur usa hat gerinde kosten für energie und wird bald eigenversorger sein. damit ist der mittlere osten mehr oder weniger egal. gas ist dort so preiswert das kohle oder atomkraftwerke das nachsehen hat.(der preis für gas ist da auf 20% gefallen). und die menden an gas sind so gross das auf lange sicht keine probleme entstehen. das wird da sicher helfen.

      interessant ist auch das wahlverhalten der schwarzen in den usa die wählen alle obama.

      was ich auch bemerkenswert finde sind die linken medien usa. die umstände zu der ermordung des botschafter in bengasi werfen ein extrem schlechtes bild auf obama. der hat faktisch zugeschaut wie die eigenen leute ermordet wurden und das hinterher vertuscht mit den aussagen zu dem youtube filmchen, das schuld sei. quasi watergate mit toten. (der kampf dauerte 7h, in 2h hätten weitere spezialkräfte da sein können in 20 min ein jagdbomer usw.)

      • @ Holger

        *militärausgaben zu kürzen geht nicht wirklich. wenn statten wie iran atomwaffen haben wird das extrem gefählich für usa.*

        Nein, für die USA wird das nicht gefährlich. Warum sollten sie sich vor iranischen Bomben mehr fürchten als vor pakistanischen oder russischen?

        Der Iran ist keine Bedrohung für die USA, Mullahs sind keine Selbstmordattentäter, so wenig wie einst Stalinisten.

        Auch Mullahs wissen, dass ein Nuklearschlag, ob nun offiziell oder terroristisch, gegen die USA die Auslöschung ihres Landes bedeutete.

        Ein atomar bewaffneter Iran ist eine Bedrohung für die Golfmonarchien und für Israel, nicht für die USA, nicht mal für Europa.

        Ihn als Bedrohung für die USA hinzustellen ist die Methode der sehr, sehr starken Israellobby in den USA, die natürlich daran interessiert ist, dass die USA helfen, Israels Kastanien aus dem Feuer zu holen.

    • @Alexander

      Du schreibst:

      Militärausgaben drastisch gekürzt werden (wird die Europäer zu mehr Verteidigungsausgaben zwingen, weil die USA für uns nicht mehr die Kastanien aus dem Feuer holen wollen und können), wenn die Sozialprogramme drastisch gekürzt werden (bei wachsendem Migrantenanteil an der Bevölkerung), wenn die Zahl der Staatsbediensteten drastisch gesenkt wird, deren Gehälter und Pensionen gekürzt werden und die Fed Dollars druckt bis die Maschinen qualmen (Inflation = Enteignung gerade der kleinen Leute und der Rentner).

      Kommentar:

      Was soll denn das schon heissen, dass die USA bezüglich Verteidigung die Kastanien aus dem Feuer holt. Sicherlich konnten die Demokratien froh sein, dass es die USA im 2. Weltkrieg gab. Aber ab den 60er Jahren hat doch die USA vor allem ureigenste Interessenpolitik betrieben. Krieg in Vietnam, Irak, Afghanistan etc., usw., usf. waren vollständig überflüssig und somit Militärausgaben, die Europa überhaupt nix bringt. Wenn die USA auf der gesamten Welt miltärisch präsent sein will, um ihre hegemoniale Stellung als Weltmacht zu behaupten, dann ist das schliesslich nicht das Problem von Europa.

      Zur Innenpolitik: Nun, wenn der Reichtum mal primär vermehrt von oben nach unten umverteilt wird und es dann immer noch nicht reicht, dann kann man dann über Sparprogramme etc. diskutieren, aber vorher sicherlich nicht.

      • @ Chomsky

        Die Sicherung und Stabilisierung der Region, aus der vor allem Europa sein Öl importiert, die Sicherung der freien Durchfahrt durch den persischen Golf, sie werden dann vermehrt von Europa selbst zu leisten sein.

        Europa wird auch die US-Flottenverbände ersetzen müssen, die wahrscheinlich aus dem Mittelmeer abgezogen und eingemottet oder an die Pazifikküste der USA/nach Taiwan/nach Japan verlegt werden, um Geld zu sparen, um Druck gegenüber China aufzubauen, dem neuen globalen Rivalen der niedergehenden USA.

        Das wird teuer.

        Europa hat gegenwärtig nur einen einsatzfähigen (französischen) Flugzeugträger.

        Einen einzigen.

        Für’s ganze Mittelmeer, dessen Südküste von immer stärker werdenden, antiwestlichen Islamisten beeinflusst wird.

        Ganz abgesehen davon, dass in keinem einzigen arabischen Land die postrevolutionären Regime stabilisiert sind.

        Überall sind die alten Funktionseliten noch in den alten Machtpositionen und reiben sich mit den neuen, aus den Umstürzen hervorgegangenen Regierungen.

        Das ist hochbrisant, kann sehr leicht kippen in Bürgerkrieg und Krieg, besonders wenn sich die wirtschaftliche Lage in diesen instabilen Ländern weiter verschlechtert.

        • @Alexander

          Habe leider nicht so viel Zeit, nun gross darauf einzugehen oder zumindest jetzt nicht. Aber m.E. argumentierst Du vollständig aus einer Perspektive der Theorie des „Realismus“, einer Theorierichtung in den Theorien der Internationalen Beziehungen, die sich eben empirisch nur teilweise bestäntigen lässt.

          Aber in Grundzügen geht diese so: „Man klappert mit den Waffen und hört als Echo ständig Waffen klappern.“ Das führt dann, wie wir im Kalten Krieg sehr schön gesehen haben, quasi zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Aber auch sonst ist Deine Analyse viel zu einfach. Wie gesagt, habe nun nicht die Zeit, genauer darauf einzugehen.

        • @ Chomsky

          *Aber in Grundzügen geht diese so: “Man klappert mit den Waffen und hört als Echo ständig Waffen klappern.” Das führt dann, wie wir im Kalten Krieg sehr schön gesehen haben, quasi zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Aber auch sonst ist Deine Analyse viel zu einfach. Wie gesagt, habe nun nicht die Zeit, genauer darauf einzugehen.*

          Ja, ich sehe sie schon vor mir, die gutmenschliche Stuhlkreisdiplomatie.

          Keine Sorge, wir werden empirisch erleben, wie die uns und unseren Wohlstand sichert.

          Denn zu mehr sind wir angesichts der geistigen und finanziellen Verfassung der EU gar nicht in der Lage.

          Ich sagte ja: Es wird spannend.

        • @Alexander

          Ein schönes Beispiel ist die EU, die eben gegen die Theorie des Realismus gegründet wurde und zumindest in friedenspolitischer Hinsicht ein Erfolg ist und nicht ganz zu Unrecht hat nun die EU den Friedensnobelpreis erhalten, obwohl man auch hier Abstriche machen muss. Also: mein Gütesiegel für Dich: wieder einmal unterkomplex! 😀

    • @roslin und andere
      Sorry, Leute, das sind doch durchgängig Worhülsen, die sich als Argumente tarnen.

      Ich selbst kann da mit wenig Fakten aufwarten, denke aber daß einige Basisdaten eruiert werden sollten.
      1. Wie hoch ist die Pro Kopf-Produktivität (monetär ) in den USA zur Zeit und welche Entwicklung wird diese nehmen? Roslin ist da sehr pessimistisch
      2. Wie groß ist die Kapitalausstattung
      a) absolut
      b) relativ zur Humankapitalausstattung (Leute, das sind Fachbegriffe und keine Neoliberalismen odeer BWL-Gequatsche)? Wie verhält sich diese zum Rest der Welt?

      Ich schieße mal ins Blaue und behaupte, dass nach wie vor die Arbeitsproduktivität und Kapitalausstattung der USA Weltspitze sind, gleiches gilt für die Arbeitskraftaustattung, sowohl quantitativ als auch qualitativ.
      Hier ein internationaler Vergleich

      Klicke, um auf pon400.pdf zuzugreifen


      CHina steht da schlechter als z.B. Kenia da.

      China bewegt sich wohl – auch hier ein Schuß ins Blaue von mir – auf einem industriellen (d.h. durch Einbeziehung großer Arbeitskraftressourcen) Wachstumspfad, anders als die USA, die auf einem postindustriellen Wachstumspfad sind.
      Hier z.B. http://www.seiofbluemountain.com/upload/product/201005/2010qyjjhy01a5.pdf
      China: average residual is only 0.79%
      In Deutschland war sie 2001 ca. 1,5 %.

      Selbstverständlich ist die Verschuldung entwickelter Demokratien problematisch, aber letzlich waren auch die Entwicklungsländer die die großen Finanzkrisen Ende des 20. Jhds. verursacht haben.

    • Ja, Romney war unbeschreiblich daneben – aus meiner Sicht dei soziale Kälte UND wirtschaftliche Unfähigkeit in Person. Dann noch ich glaube Latinos beleidigt, was einfach nur dumm & daneben ist…

      …Obama scheint nur leider auf dem geschlechterpolitischen Auge blind zu sein. Weiß ich aber nichtviel drüber.

      • @ Matthias

        So schlecht hat Romney gar nicht abgeschnitten. Nur 300000 Stimmen weniger als Obama bei rund 120 Mio. abgegebenen Stimmen.

        Ich denke, dieses knappe Ergebnis wird die Republikanische Partei nicht gerade kompromissbereiter machen, besonders die Tea Party nicht.

        Wir werden’s sehr bald sehen.

        Die Zwangsmaßnahmen bei Nichterhöhung der Verschuldungsgrenze durch den Kongress (in dem die Republikaner die Mehrheit haben) greifen ja ab 1. Januar.

        Bis dahin muss ein Kompromiss her.

        Oder es fährt einiges an die Wand.

        Ohne Moss nix los.

        Die Diktatur der leeren Kassen führt Demokratie ad absurdum.

        • @ Roslin

          „So schlecht hat Romney gar nicht abgeschnitten.“

          Mit „unbeschreiblich danaben“ meinte ich nicht den Wahlausgang, sondern seine Politik und seine Charaktereigenschaften.

          Erschreckend, dass so viele ihn gewählt haben. Und ja, auch in den USA sieht es düster aus – diese Tea Party und die Republikaner werden vermutlich weiterhin alles vernünftige blockieren.

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