Habitus nach Bourdieu

Ein in der Soziologie verbreiteter Begriff ist wohl der des Habitus:

Habitus (lateinisch habitus = „Gehaben“, von habere = „haben“) ist ein Ausdruck für das Auftreten oder Benehmen eines Menschen; für die Gesamtheit seiner Vorlieben und Gewohnheiten bzw. für die Art, sich zu verhalten.

In der Soziologie wurde der Begriff „Habitus“ von Norbert Elias und Pierre Bourdieu zum Fachterminus erhoben. Bei Elias bezeichnet der Begriff „sozialer Habitus“ Gewohnheiten im Denken, Fühlen und Handeln, die Mitgliedern einer Gruppe gemeinsam sind (gleichbedeutend „soziale Persönlichkeitsstruktur“: die den Mitgliedern einer Gruppe gemeinsamen psychischen Merkmale). Nach Bourdieu bezeichnet „Habitus“ das gesamte Auftreten einer Person, im Einzelnen also z. B. den Lebensstil, die Sprache, die Kleidung und den Geschmack. Am Habitus einer Person lässt sich ihr Rang oder Status in der Gesellschaft ablesen. Durchaus möglich ist allerdings auch, dass eine Person mit einem der sozialen Schicht angemessenen Habitus durch verschiedenste Einflüsse in eine tiefere oder höhere soziale Schicht absteigt bzw. aufsteigt. Der Habitus ändert sich (zumindest kurzfristig) nicht.

Soweit, so gut. Der Begriff scheint also nicht ganz einheitlich verwendet zu werden. Einmal geht es um gewisse Gemeinsamkeiten, die Mitglieder einer Gruppe haben, das andere mal um das Auftreten einer Person. Letzteres scheint mir die auch umgangssprachlich gebräuchlichere Variante zu sein, wie auch die ganz oben stehende Definition zeigt.

Habitus wäre insofern ein Verhalten, mit dem Status und Position in einer Hierarchie angezeigt werden können und die für die jeweilige Position kulturell zugeordnet werden.

Habitus wird insofern auch immer einen biologische Komponente haben, weil Statusverhalten und Auftreten auf biologischen Grundlagen beruhen und zwar verschieden kulturell ausgeprägt sein können, aber dabei im Grundsatz Gemeinsamkeiten aufweisen. Jemand wird üblicherweise als statushoch verstanden, wenn er  die Regeln macht, die Anordnungen gibt, Respekt verlangt und erhält und Zeichen von hohen Ressourcen, Intelligenz und anderen Indikatoren besitzt, die vermuten lassen, dass er einen hohen Paarungswert hat. Unsere gesellschaftlichen Regeln dienen insoweit der Abgrenzung und Personen aus einem „Höheren Stand“ werden üblicherweise die kompliziertere Sprache haben, die die „niedrigeren Stände“ nicht ohne weiteres imitieren können.

Aus meiner Sicht ein gutes Beispiel für jemand der den Habitus einer höheren sozialen Schicht zeigt, dabei aber einer niedrigeren Schicht angehören soll, ist Jack Dawson (Leonardo DiCaprio, Titanic), der einen statushohen Habitus, ein Alpamannverhalten, eine gehobene Sprache, Gelassenheit und Abgebrühtheit zeigt und sich schnell in die als überstarr dargestellten Regeln des höheren Standes einfindet und sich sogar noch über sie lustig macht und dadurch einen höheren Status anzeigt (und danach die Frau in seine viel lebensfrohere Welt zieht und sie so erobert).

Aber zurück zum Habitus nach Bourdieu:

Habitus“ umfasst für Bourdieu zunächst die objektive Kategorisierung von Angehörigen bestimmter sozialer Klassen innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen und darüber hinaus ein auf das Subjekt bezogenes Konzept der Verinnerlichung kollektiver Dispositionen.

Der Habitus ist ein Erzeugungsprinzip von Praxisformen und Verhaltensstrategien eines sozialen Akteurs. In Bezug auf eine der drei zentralen Strukturkategorien der Gesellschaft, auf die soziale Klasse, wird die Ausprägung des Habitus unter anderem von der Teilhabe an den gesellschaftlichen Gütern abhängig. Dabei spielen das ökonomische, kulturelle, soziale und symbolische Kapital eine entscheidende Rolle.

Es scheint also um eine sozialkonstruktivistische Theorie zu handeln. Über den Habitus wird geregelt, wie sich jemand verhalten darf, wenn er einer bestimmten Klasse zugehörig sein möchte .

Um die Funktionsweise des Habitus klarzustellen, muss man erstens verstehen, was Bourdieu unter der „generativen Grammatik“ versteht und zweitens muss man den Habitus im sozialen Kontext, vor allem in Bezug auf die drei zentralen Kategorien der Gesellschaft – soziale Klasse, Geschlecht und soziales Feld betrachten.

Hier wird also das Geschlecht eine der drei Kategorien der Gesellschaft.

Um die Funktionsweise des Habitus klarzustellen, muss man erstens verstehen, was Bourdieu unter der „generativen Grammatik“ versteht und zweitens muss man den Habitus im sozialen Kontext, vor allem in Bezug auf die drei zentralen Kategorien der Gesellschaft – soziale Klasse, Geschlecht und soziales Feld betrachten

Zur generativen Gramatik:

1. Generative Grammatik: In Anlehnung an Noam Chomskys Analyse der Sprachprozesse entwickelt Bourdieu diese Seite des Habitus. Noam Chomsky untersuchte das Sprechverhalten der Menschen und ist zu mehreren Ansichten gekommen. Das Wichtigste für das Verständnis des Habitus ist nach Bourdieu die Annahme, dass soziale Subjekte über ein System generativer Strukturen verfügen, die ihnen ermöglichen, unendlich viele Äußerungen zu erzeugen und damit auf jede mögliche Situation im Leben zu reagieren. Dies verhalf Bourdieu zur Konstruktion des Habitus als generative Grammatik.

Man muss im Zusammenhang mit Noam Chomsky klarstellen, dass Bourdieu von Chomsky nur diesen Ansatz übernahm und weiterentwickelte. Chomskys Annahme, dass Sprecher ihre persönliche Sprechweise von einer angeborenen Universalgrammatik ableiten, lehnte Bourdieu ab. Bourdieu definiert den Habitus als eine erworbene (nicht als angeborene) und als erfahrungsabhängige Konstruktion

Also Sprache, die ein bestimmtes System hat, innerhalb der mit ihr freie Konstruktionen erzeugt werden können. Bisher aus meiner Sicht keine so weltbewegende Einschätzung.

2a. Habitus und soziale Klasse: Mit der sozialen Klasse sind die vertikalen Ungleichheiten der Gesellschaft und die ungleiche Teilhabe der sozialen Subjekte an gesellschaftlichen Gütern gemeint. Man unterscheidet unter mehreren Kapitalformen, die für die Definierung der Klassen eine grundlegende Bedeutung haben. Es handelt sich um

  • ökonomisches Kapital,
  • kulturelles Kapital,
  • symbolisches Kapital und
  • soziales Kapital.

Mit dem ökonomischen Kapital sind die materiellen Ressourcen, über die ein soziales Subjekt verfügt, gemeint. Die akademischen Titel, erworbene Praktiken bilden kulturelles Kapital. Mit symbolischem Kapital sind Prestige und Anerkennung in der Gesellschaft gemeint. Die sozialen Beziehungen sind die Grundlage für soziales Kapital.

Also der Habitus bildet sich aus den Ressourcen, den akademischen Titeln als Zeichen von zum einen Intelligenz aber auch guter Ausbildung, den Praktiken, die jeweils bezeichnend für die jeweilige Klasse sind, mit Prestige und Anerkennung oder auch Ruhm oder Wertschätzung und schließlich die Beziehungen untereinander.

Meiner Meinung nach kann man das alles wesentlich präziser in einen evolutionär biologischen Zusammenhang darstellen. Ökonomisches Kapital sind auch hier Ressourcen, die Anzeigen, dass man sowohl die Möglichkeiten hat, sie zu besorgen als auch die Fähigkeiten, sie zu verteidigen, nachdem man sie erworben hat.

Kulturelles Kapital sind costly Signals für Intelligenz (eine Havardausbildung oder der Doktortitel sind gute Möglichkeiten die Qualität der eigenen Gene aufzuzeigen und werden auch beispielsweise von Geoffrey Miller in „The Mating Mind aufgeführt) und erworbene Praktiken sind Gruppenzugehörigkeiten zu einer Gruppe mit einem bestimmten Status. Prestige und Anerkennung sind ein Zeichen, dass man seinen Wert bereits früher unter Beweis gestellt hat oder zumindest aus einer Familie kommt, die dies getan hat also ein Anzeichen, dass auch andere von guten Genen ausgehen. Beziehungen untereinander stellen die Eingebundenheit in die Gruppe dar und sind damit ebenfalls ein Zeichen zum einen für den Einfluss innerhalb der Gruppe als auch für das Potential etwas in der Gruppe zu erreichen und nach oben zu kommen. Auch dies sind klassische Zeichen guter Gene.

Wenn eine Gruppe von sozialen Subjekten ähnliche Vorlieben vorweist und sich außerdem in ähnlichen sozialen Verhältnissen befindet, beobachtet man gewisse Gemeinsamkeiten. Diese gemeinsamen habituellen Strukturen sind nach Bourdieu für eine bestimmte soziale Klasse typisch. Diese gemeinsamen habituellen Strukturen bezeichnet der Begriff „Klassenhabitus“. Der klassenspezifische Habitus kann durch das Handeln der sozialen Subjekte, die einer Klasse angehören, rekonstruiert werden. Damit ist das Handeln der Klassenzugehörigen für andere Mitglieder der Gruppe leicht nachvollziehbar und erklärbar.

Die Klassen geben sich insoweit also bestimmte Rituale und Verhaltensweisen, die eine Zuordnung leichter machen. Das würde ich zum Teil auch so sehen. Man sollte allerdings auch nicht vergessen, dass bestimmte Verhaltensweisen auch bestimmte Möglichkeiten erfordern. Ein hoher Sprachschatz angereichert mit Fremdwörtern etc. setzt neben dem Zugang zu diesem Wissen auch eine gewisse Intelligenz voraus, ohne die der Sprachschatz meist nicht zutreffend eingesetzt werden kann.

Nun aber zum eigentlichen Thema des Blogs, dem Geschlecht:

2b. Habitus und Geschlecht: Mit dieser Strukturkategorie ist die Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann gemeint. Diese gesellschaftliche Strukturierung ist in jeder Gesellschaft vorfindbar.

Diese gesellschaftliche Strukturierung ist in jeder Gesellschaft vorhanden, weil die Arbeitsteilung eines der Erfolgsmodelle der Evolution ist. Mit ihr wurde eine weitergehende Spezialisierung möglich, die auch notwendig war, da zum einen die Kinderbetreuung bei Menschen eine der aufwändigsten, wenn nicht die aufwändigste der Lebewesen ist und zum anderen der Mann sich damit weiterentwickeln konnte um sich für andere Aufgaben – intrasexuelle Konkurrenz, Schutz, Wettbewerb und Ressourcenbeschaffung über Jagd – zu spezialisieren.

Nach Bourdieu wird durch diese grundlegende Strukturkategorie der Gesellschaft das Herrschaftsverhältnis impliziert. Mit dem Verständnis von Zweigeschlechtlichkeit und mit der Hervorhebung der männlichen Herrschaft ist das Herrschaftsverhältnis in unserer modernen Gesellschaft besonders gut begreifbar.

Warum muss eigentlich jeder sofort in das Geschlechterverältnis ein eindeutiges Machtverhältnis hineindeuten, wenn die Beziehung der Geschlechter untereinander von einer gegenseitigen Beeinflussung bestimmt ist? Natürlich ist es einfach, eine männliche Herrschaft aufgrund der höheren Körperkraft und der häufig dominanteren Art herzuleiten aber das unterschätzt auch die Einflussmöglichkeiten der Frauen über Männer und deren Beteiligungen an der Ausgestaltung der Geschlechterverhältnisse.

Und auch da Herumhacken auf der Zweigeschlechtlichkeit ist aus meiner Sicht wenig nachvollziehbar, weil diese zwei Geschlechter nun einmal diejenigen sind, die sich evolutionär auswirken und auch den jeweiligen Hauptfall darstellen. Natürlich gibt es gewisse Mischfälle und fließende Übergänge, aber diese betreffen einen sehr kleinen Teil der Gesellschaft.

Die Zweigeschlechtlichkeit ist ein Unterscheidungsprinzip, das bei den Individuen von früher Kindheit an besonders ausgeprägt ist.

Was auch kein Wunder ist, da diese Unterscheidung einen starken biologischen Anteil besitzt

Diese Kategorie spielt eine große Bedeutung bei der Herausbildung des Habitus. Geschlechter sind als polare entgegengesetzte Kategorien, nicht wie ein Klassifikationssystem, konstruiert. Das geschlechtsspezifische Verhalten ist im Habitus besonders tief eingeprägt und beeinflusst intensiv das soziale Verhalten

Im Zusammenhang mit der Kategorie Geschlecht verwendet Bourdieu den Begriff der symbolischen Gewalt. Mit der symbolischen Gewalt ist eine mittelbare Form der Gewaltausübung gemeint. Charakteristisch für die symbolische Gewalt ist das nicht bewusste Einverständnis der Beherrschten (Frauen) gegenüber der herrschenden Ordnungsvorstellung. Beide Seiten, die Herrschenden (Männer) und die Beherrschten (Frauen), müssen dafür über ein Verhaltenssystem, über einen Habitus verfügen, in dem dieses Herrschaftsverhältnis eingeprägt ist.

Das klingt so ähnlich wie bei Foucault. Die symbolische Gewalt sind dort die gesellschaftlichen Regeln, die der Machtabsicherung dienen. Der Rest ergibt sich eigentlich schon aus den Grundlagen der Theorie.  Weil Frauen unterdrückt sind, muss über sie Macht ausgeübt werden. Deswegen muss es ein geheimnisvolle Macht geben, die es den Männern erlaubt, diese Macht aufrechtzuerhalten, ohne das die Frauen sich wirklich wehren. Die Begründung ist dann immer, dass der jeweilige Unterdrückte so in Regeln eingebunden ist, dass er nicht denken kann und deswegen die Regeln einfach akzeptiert.

Dabei gibt es eine viel einfachere Erklärung: Frauen sind einverstanden und es gibt keine geheimnisvolle Unterdrückung. Das Rätsel löst sich auf, wenn man berücksichtigt, dass Frauen anders sind als Männer und – natürlich nur im Schnitt – anderes wollen als Männer. Viel mehr Frauen als Männer wollen nicht in einem stressigen Wettbewerb stehen und um Status und Macht kämpfen. Sie bevorzugen es, wenn Männer diesen Wettbewerb unter sich ausüben und partizipieren an deren Früchten, in dem sie arbeitsteilig andere Arbeiten übernehmen, die Männer lieber ausführen wollen.

So muss man sich die Frage stellen, warum auch in unserer modernen Gesellschaft die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann nicht vollkommen stattgefunden hat. Bourdieu erklärt dieses Phänomen damit, dass der Habitus so tief „verwurzelt“[1] ist, dass er die erlernten (patriarchalen) Verhaltensweisen und das geschlechtsspezifische Verhalten in der Praxis (oder besser in der Mehrzahl, den Praxen) des sozialen Lebens „vorstrukturiert“.[2] Dies führe dazu, dass die Frauen unbewusst die männliche Herrschaftsordnung akzeptieren und diese selbst wiederum aktiv reproduzieren.

Hier sieht man gut, dass im letztendlich die Antworten fehlen. Einfach auf eine tiefe Verwurzelung zu verweisen macht die Sache sehr einfach. Überall veränderten sich die Geschlechterrollen, Frauen sind Anwälte, Bundeskanzlerinnen oder Unternehmerinnen, aber der Habitus ist einfach ansonsten zu tief verwurzelt und das Schreckgespenst der patriarchalen Lebensweise hält die Frauen in Schach. Die Frauen fahren unbewußt auf dieser Linie und bekommen es gar nicht mit.

Es ist aus meiner Sicht eine sehr einfache Sicht der Dinge, die die Geschlechterrollen und die jeweiligen Vorteile und Nachteile, die sie jeweils haben eben so wenig berücksichtigt wie die verschiedenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch hier ist die Grundlage der Theorie die Gleichheit der Geschlechter, die durch die erlernten Vorstrukturierungen aufgehoben wird.

2c. Habitus und soziales Feld: Mit dem sozialen Feld ist die funktional-differenzierte arbeitsteilige Gliederung der Gesellschaft gemeint. Ein soziales Feld ist nach Bourdieu ein Kräftefeld, in dem die Beteiligten um Macht konkurrieren. Die Beteiligten versuchen, ihre Positionen und Repräsentationen durchzusetzen. Bourdieu vergleicht das soziale Feld mit einem Spiel. Jedes soziale Feld verfügt über eigene, für das soziale Feld typische Funktionsweisen mit spezifischen Grundsätzen. Für die Existenz eines sozialen Feldes ist die Identifizierung der Beteiligten mit diesem Funktionssystem wichtig – die Beteiligten machen es zu ihrem Beruf. Die spezifische Funktionsweise und die für das soziale Feld typischen Grundsätze sind bei den beteiligten sozialen Subjekten tief eingeprägt. Sie sind ihnen zur Natur geworden und werden im Habitus gespeichert.

Hier hat die Kultur einen starken Einfluss bei einem Spiel, dass sich aus der Natur ergibt. Wir kämpfen um Macht und soziale Anerkennung, weil wir im Herzen Primaten sind und als Gruppentiere die Position innerhalb der Gruppe ein wichtiges Merkmal für gute Gene ist. Die Regeln könnten dabei in den Kulturen verschieden ausgestaltet sein und unterliegen in der Tat einer starken Gewöhnung. Ein Stammeskrieger, bei dem man erst zum Mann wird, wenn man einen Gegner getötet hat, hat andere Vorstellungen von dem Spiel als jemand, der sich um eine gute Ausbildung bemüht, um dann eine hohe und gut bezahlte Position zu erhalten. Einer Frau des Typs Millionärsgattin mag hoher Status in einem eigenen Job mit vielen Überstunden weniger wichtig oder prestigeträchtig erscheinen als der Mann an ihrer Seite und die neuste Mode, die Einladung zu den wichtigsten Parties und das Gefühl gut in das soziale Leben eingebunden und von anderen wichtigen Leuten akzeptiert zu sein.

Im ganzen finde ich Bourdieu etwas „unterkomplex“. Er stellt gerade im Geschlechterverhältnis auf falsche Grundlagen ab.

Interessantes zu seiner Berücksichtigung im Feminismus:

Pierre Bourdieus Buch „Die männliche Herrschaft“ löste Ende der neunziger Jahre in Frankreich heftige Debatten aus. Feministinnen warfen ihm vor, er argumentiere einseitig und vernachlässige die Publikationen der Gender Studies. Vor allem, so der Einwand, zeige Bourdieu keinerlei Perspektive auf, um die männliche Herrschaft zu überwinden. (…)

Und nun gibt sich Pierre Bourdieu sogar als Theoretiker des Feminismus zu erkennen. In Die männliche Herrschaft träumt er von einer starken feministischen Bewegung – einer Bewegung, die sich einreiht in die Avantgarde der fortschrittlichen Kräfte. (…)

Deswegen nennt Pierre Bourdieu sein Vorgehen „objektive Archäologie unseres Unbewussten“ (S. 10). Ihr geht es um das Enthüllen von Machtmechanismen, die selbst an entlegendsten Orten Ähnlichkeiten aufweisen. Bourdieu versteht diese stillschweigenden Unterwerfungen als symbolische Gewalt: Es ist jene sanfte, für ihre Opfer unmerkliche, unsichtbare Gewalt, die im wesentlichen über die rein symbolischen Wege der Kommunikation und des Erkennens, oder genauer des Verkennens, des Anerkennens oder, äußerstenfalls, des Gefühls ausgeübt wird (S. 8). Die symbolische Gewalt findet Bourdieu in den Grundformen männlicher Herrschaft und weiblicher Zustimmung wieder. Sie manifestiert sich in einem System geschlechtlicher Unterschiede, die der französische Soziologe zu Konstanten menschlicher Verhaltensweisen erklärt. Was bedeutet es aber, wenn Bourdieu von Invarianz spricht? Findet man sie ebenso in den Sprach- und Verhaltenscodes der Kabylen und in denen westlicher Gesellschaften? Anders gefragt: Ist das konstante Schema, das Bourdieu für die Ausprägung männlicher Herrschaft verantwortlich macht, wirklich überall auffindbar? Als ein Schema, das dem Mann das Hohe, das Oben, das Gerade, das Trockene, das Harte, das Helle und das Öffentliche zuweist? Und entsprechend der Frau das Tiefe, das Unten, das Krumme, das Feuchte, das Weiche, das Dunkle und das Private? Es hat den Anschein, dass Pierre Bourdieu von einer traditionellen wissenschaftlichen Prämisse ausgeht: Er möchte zunächst eine idealtypische Geschlechterkonstellation aufzeigen. Diese ins Extreme verformte Konstellation männlicher Herrschaft und weiblicher Unterwerfung findet Bourdieu bei den algerischen Berbern, während er in den westlichen Gesellschaften die Entwicklung subtilerer Herrschaftsformen entdeckt. Diese Prämisse, die Annahme einer universellen Ausformung der geschlechtsspezifischen Gegensätze, lässt Bourdieu an eine Allmacht der Struktur glauben. Deswegen kostet es ihm einige argumentative Verrenkungen, den Gegenbewegungen den ihnen gebührenden Platz einzuräumen.

Das Problem des Feminismus ist also, dass bei Bourdieu ein Aussteigen schwierig ist. Er hat eine sehr starke Struktur, die sich nicht ohne weiteres umstürzen lässt.

Pierre Bourdieu erzählt den Ursprungsmythos der Kabylen. Er berichtet vom ersten Mann und der ersten Frau, von ihrer Begegnung an einem Brunnen und dem darauffolgenden Geschlechtsverkehr, bei dem die erfahrene Frau den unkundigen Mann in den Liebespraktiken unterweist. Bis zu diesem Zeitpunkt herrschte noch eine „verkehrte“ Welt vor, da die Frau die obere Position beanspruchte. Das sollte sich aber schnell ändern: Eines Tages sagte der Mann zur Frau: ‚Ich möchte dir auch etwas zeigen; ich weiß auch etwas. Leg dich hin und ich leg mich auf dich.‘ Die Frau legte sich auf den Boden, und der Mann legte sich auf sie. – Er empfand dasselbe Vergnügen und sagte zur Frau: ‚Am Brunnen bist du es [die das Sagen hat], im Haus bin ich es.‘ Im Kopf des Mannes sind es immer die letzten Worte, die zählen, und seither lieben es die Männer, auf die Frauen zu steigen. So kam es, dass sie die Ersten wurden und dass sie regieren müssen.

Auch ein erschreckend einfaches Weltbild. Die Sexposition entscheidet darüber, wer das sagen hat. Immerhin hätte das bei feministischen aufgreifen ja auch Vorteil, da unten liegen ja auch ganz bequem ist.

So oder ähnlich, meint Pierre Bourdieu, habe sich die männliche Herrschaft in allen Gesellschaften entwickelt. Ihr Gefüge ist deswegen so unerschütterlich, weil sie sich niemals rechtfertigen muss. Wird sie dennoch angegriffen, dann gilt dies als Verstoß gegen die Naturordnung. Gegen eine Ordnung, die biologische Geschlechtsunterschiede und gesellschaftlich sanktionierte Geschlechtsteilung zusammenschweißt. „Willkürliche Konstruktion des Biologischen“ (S. 44) nennt dies Bourdieu. Dass diese Konstruktion von den Beteiligten, von den Herrschenden und den Beherrschten, nicht durchschaut wird, liegt für Bourdieu an einem Verblendungszusammenhang. Um diesen fatalen Zusammenhang für alle durchschaubar zu machen, verlangt er eine „historische Archäologie des Unbewussten“ (S. 97). Historisierung des mythischen Verblendungszusammenhangs lautet Bourdieus Devise. Erst wenn erkannt wird, dass auch diese Herrschaft ihren Ursprung hat, dass die geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen zu Instrumenten männlicher Herrschaftssicherung geworden sind – erst dann ist wirklicher Wandel möglich.

Also doch ein Ausstieg möglich. Es muss eben die Einsicht kommen, dass es alles auch anders geht. Insofern wäre Bourdieu sicherlich für den Feminismus sicherlich verwertbar. Aber auch hier wäre wohl eine Dekonstruktion vorzunehmen.

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Fehlvorstellungen des Feminismus über Frauen

Mir scheint, dass im (Gender-)Feminismus einige Fehlvorstellungen über Frauen herrschen, die die dortige Theorien beeinflussen

1. Frauen haben keine soziale Macht

Im Feminismus scheint teilweise die Meinung vorzuherrschen, dass Frauen machtlos sind. Dies wird damit begründet, dass sie keine Machtpositionen inne haben. Dies unterschätzt aber die Einflussmöglichkeiten die Frauen haben und unterschätzt, welche Art von Macht Frauen ausüben wollen. Es wollen weniger Frauen den Stress einer hohen Position haben, aber durchaus viele einen mächtigen Mann, was auch ihnen wiederum Macht verleiht.

Zudem haben auch Frauen als Teil der Gesellschaft eine erhebliche Macht durch Billigung und Mißbilligung von Verhalten, die noch dadurch verstärkt wird, dass viele Männer gerade billigendes Verhalten ausüben wollen

2. Frauen haben keine politische Macht

Auch hier ist die Annahme, dass Frauen eben seltener in hohen Ämtern in der Politik sein. Mit einer Bundeskanzlerin an der Spitze des Staates gerät diese Argumentation bereits etwas ins wanken, allerdings ist nur etwa 1/3 der Bundestagsabgeordneten weiblich.

Die vernachlässigt allerdings, dass Frauen die Mehrheit des eigentlich entscheidenden Souveräns einer Demokratie bilden: Der Wählerschaft. Frauen mögen in geringerer Zahl an der Spitze stehen, allerdings haben Frauen die Möglichkeit, diejenigen an die Spitze zu wählen, die nach ihrer Auffassung ihre Interessen am ehesten umsetzen. Bei vielen Wahlen waren die Stimmen der Frauen das ausschlaggebende und „ihre“ Partei ist gewählt worden. Beispielsweise verdankt Obama seinen Wahlsieg wohl den Frauen. Wenn Frauen eine Frau wählen könnten, dann könnten sie dies tun, wenn sie eine Frauenpartei wählen wollten, dann würde diese die Kanzlerin stellen.

Politische Parteien richten ihr Programm daher natürlich auch auf die weibliche Wählerschaft aus .

3. Frauen sind durch ihre Geschlechterrollen fremdbestimmt und erkennen deren Nachteile nicht

Frauen setzen meiner Meinung nach ihre Lebensentwürfe durchaus gezielt um. Sie entscheiden sich überlegt für bestimmte Modelle und nicht einfach nur stumpf, weil sie Frauen sind. Sie wählen bestimmte sehr frauenlastige Berufe, weil sie diese interessieren, nicht aufgrund eines perfiden Planes des Patriarchats. Sie wählen sie auch, weil deren Faktoren sie auf eine bestimmte Weise betreffen, etwa weil sie eine bessere Vereinbarung von Beruf und Kindern erlauben oder eine bestimmte Life-Work-Balance erlauben.

Sie richten ihr Leben weniger auf Status und Karriere oder Verdienst aus als Männer und planen dafür andere Sachen ein, die ihnen wichtig sind.

4. Ohne gesellschaftlichen Druck wären Frauen wie Männer und Männer wie Frauen

Das vernachlässigt die biologische Seite der Geschlechter. Ich denke dazu habe ich hier im Blog auch schon genug ausgeführt.

5. Frauen stützen die gegenwärtige Gesellschaft nicht

In feministischen Texten scheint die Gesellschaft nahezu aussschließlich zum Vorteil der Männer konzipiert zu sein, die dort alle Privilegien haben, während Frauen nur Nachteile haben. In so einer Vorstellung wäre ein stützen der Gesellschaft durch Frauen nur insoweit vorstellbar, wie diese gar nicht bemerken, welche Nachteile sie dort eingehen.

Tatsächlich wollen Frauen meiner Meinung nach hochmoderne Gesellschaften, mit einer Wettbewerbsstruktur, die neue Produkte zu billigen Preisen hervorbringt und Luxusartikel schafft. Frauen wollen häufig nicht unbedingt in diesem Wettbewerb stehen und suchen sich Jobs, die im Schnitt weniger wettbewerbsorientiert sind, das bedeutet aber nicht, dass sie die Produkte eines Wettbewerbs nicht zu schätzen wissen. Von Louis Vuitton Taschen über Mode jeder Spielart wollen und fordern Frauen Konsummöglichkeiten und nehmen dabei natürlich in Kauf, dass ihre Kleidung in China gefertigt wird und man das Geld für diverse Luxusartikel für soziale Zwecke moralischer einsetzen könnte. Sie wollen ein sicheres Leben mit finanzieller Abgesichertheit, guter Infrastruktur etc. Ein Leben in einem landwirtschaftlich geprägten Matriarchat wollen sich die meisten Frauen genau so wenig vorstellen wie ein Leben in einem abgeriegelten Kommunismus. Die meisten Frauen wollen einen Rechtsstaat, sie denken nicht, dar wir in einer Rape Culture leben und sie wollen auch keine Revolution mit der Absetzung von Männern und deren Ersetzung durch Frauen, wenn ihnen diese keine konkreten Vorteile bietet, die man erkennen kann.

Sie sind ebenso ihren Männern, Brüdern, Söhnen und Vätern verbunden wie diese jeweils ihren Frauen, Schwestern, Töchtern und Müttern verbunden sind.

6. Frauen sind keine interessante Zielgruppe, deren Umwerbung sich lohnt

Es scheint mitunter die Denkweise vorzuherrschen, dass es sich für Konzerne mehr lohnt, Frauen gegen ihre eigenen Interessen zu beeinflussen als sie als mündige Kunden zu sehen, deren Wünsche und Interessen man berücksichtigt.

Das ist meiner Meinung nach eine merkwürdige Vorstellung vom Kapitalismus: Zunächst muss es den Kunden interessieren, seine Ware zu verkaufen. Wer immer eine Ware hat, die den Wünschen und Vorstellungen von Frauen entspricht, der hat ein Interesse daran, diese Wünsche und Vorstellungen zu bedienen. Ein einheitlicher Plan, diese Wünsche und Vorstellungen zu manipulieren muss damit zu Lasten bestimmter Produzenten gehen, die ihre Waren  sonst besser absetzen würden. Frauen haben eine enorme Nachfragemacht und erledigen einen Großteil der Einkäufe. Sie als Kundengruppe nicht ernst zu nehmen, ihnen nicht ein möglichst gutes Bild in Verbindung mit der Nutzung des Produktes zu vermitteln, wäre gefährlich. Natürlich kann es sich lohnen, hierbei auch Klischees anzusprechen oder auszubauen, aber auf lange Sicht muss sich die Frau mit ihren Wünschen in dem Produkt wiederfinden. Sowohl in der Werbewirtschaft als auch in den Medien ist daher ein Eingehen auf Frauen notwendig.

7. Frauen werden nur in Geschlechterrollen gebracht, sie bringen diese nicht hervor.

Vielleicht nur eine Erweiterung eines oben genannten Punktes, aber wenn man davon ausgeht, dass Frauen bestimmte Verhaltensweisen bei Männern attraktiver finden und diese als attraktiv empfundenen Verhaltensweisen eher der Darstellung eines Mannes, der den Geschlechterollen entspricht,  nachempfunden sind, dann ist das nicht nur ein passives Aufgreifen der Geschlechterrollen, sondern gleichzeitig eine Aufforderung an Männer sich genau so zu verhalten.

Wenn bestimmtes Verhalten gefördert und anderes als langweilig oder unsexy empfunden wird, dann erzeugt dies einen gewissen kulturellen Druck zu einem solchen Verhalten.

Männer und Frauen befinden sich in einem gegenseitigen Beeinflussungsverhältnis, in dem jedes Geschlecht über seine Anforderungen bestimmte Verhaltensweisen des anderen Geschlechts hervorruft. Viele dieser Anforderungen haben über Attraktivitätsmerkmale biologische Hintergründe, die über Kultur stärker oder schwächer ausgeprägt werden können.

Das wäre erstmal meine vorläufige Ideensammlung. Vielleicht fällt ja dem ein oder anderen noch ein Punkt ein, der ergänzt werden sollte.

Reproduktionsarbeit und Unterdrückung der Frau

Sanczny wettert über das Betreuungsgeld und kommt dabei auf die Gründe zu sprechen, aus denen Frauen die Reproduktionsarbeit, also Kinderbetreuung, Haushalt und Putzen machen:

Reproduktionsarbeit ist in heterosexuellen Zweierbeziehungen zu schätzungsweise der Hälfte Männerarbeit. Biologische Differenz bedeutet nicht, dass Männer zu blöd wären, Windeln zu wechseln. Es hat politische Gründe, Frauen die Reproduktion aufzudrücken: Billige bis kostenlose Arbeitskraft.

Männer nehmen nicht ihren Frauen Arbeit ab, wenn sie sich an der Arbeit, die Haushalt, Kind(er), und sie selber verursachen, beteiligen. Männer hören nur damit auf, ihre Frauen auszubeuten.

Simone de Beauvoir hat mal sinngemäß gesagt, dass Töpfe scheuern aus Liebe erträglicher sei, als Töpfe scheuern als Sklavenarbeit. Und das ist der Trick. Auch heute noch machen Frauen, selbst in auf Gleichberechtigung angelegten heterosexuellen Zweierbeziehungen, tendenziell mehr Hausarbeit. Frauen machen systemtragende Scheiße™ mit aus Liebe. Und weil sie sich nicht eingestehen, dass in überholten Rollenbildern feststeckende Männer sie schamlos ausnutzen könnten.

Also die Frau macht das alles nur aus Liebe und wird dabei schamlos ausgebeutet. Das auch Frauen meist wollen, dass der Mann der Haupternährer ist und sie meist auch keine Männer wollen, die den Rollentausch mitmachen würden und ihnen den Haupternährerposition überlassen würden und das Frauen die Aufteilung durchaus gut finden, aussetzen wollen um dann, wenn es die Kinder zulassen einen Halbtagsjob anzufangen, dass scheint bei ihr ausgeschlossen zu sein.

Es ist auch eine merkwürdige Form der Ausbeutung in einer Ehe, wenn er im Gegenzug arbeitet, sie auf sein Gehalt zurückgreifen kann, sie an seinen Vermögenszuwächsen und seinen Rentenanwartschaften teilhat.

Dazu kommt noch, dass auch Frauen arbeiten delegieren, die nicht Erwerbsarbeit sind: Alles, was mit dem Auto zu tun hat, Reparaturen, das Tragen schwerer, sperriger Sachen, viele weitere unangenehme Jobs.

Es ist ein schönes Modell, weil man hier sieht, wie sich beide radikalen Seiten ein gegenseitiges Ausnutzen und Sklavenarbeit für den anderen vorwerfen.

Gleichheit um jeden Preis, also gleichmäßige Aufteilung aller Arbeiten muss von den Eheleuten gar nicht gewollt sein.

Eine Firma mit nur weiblichen Angestellten

Samantha Bricks, die gerade aktuell wieder Schlagzeilen macht, weil sie meint, dass sie zu hübsch ist und sie deswegen alle Frauen hassen, hatte früher wohl ein besseres Bild von Frauen und wollte dem patriarchischen Elend entfliehen, indem sie in ihrer Firma nur Frauen angestellt hat. 

Working in TV is notoriously difficult for women. There is a powerful old boys‘ network, robust glass ceiling and the majority of bosses are misogynistic males. Gradually, what had started out as a daydream – wouldn’t it be great if there were no men where I worked? – turned into an exciting concept. I decided to create the first all-female production company where smart, intelligent, career-orientated women could work harmoniously, free from the bravado of the opposite sex. In hindsight, I should have learned the lessons of my past – at my mixed secondary school I was bullied by a gang of nasty, name-calling girls, so I knew only too well how nasty groups of women could become. And working in TV, I’d met lots of super-competitive ‚door-slammers‘ who’d do anything to get to the top. But I told myself that, with the right women, work could be wonderful.

Die Folgen:

But within a week, two cliques had developed: those who had worked together before and those who were producing ’new ideas‘. Most days would bring a pointed moment when some people were invited out for lunch or a coffee break – and some weren’t. Nothing explicit was ever said; the cutting rejection was obvious enough. Even when we all went to the pub after work, strict divisions remained, made clear according to who sat where around the table and who would be civil – or not – to whom. Fashion was a great divider, though in this battlefield everyone was on their own. Hideously stereotypical and shallow as it sounds, clothes were a huge source of catty comments, from sly remarks about people looking over-dressed to the merits of their fake tan application. I always felt sorry for anyone who naively showed off a new purchase in the office, because everyone would coo appreciatively to their face – then harshly criticise them as soon as they were out of earshot. This happened without exception. Sienna Miller recently said the sisterhood does not exist after she experienced bitchy comments from other women My deputy, Sarah, the general manager, first showed how much style mattered when she advertised for an office assistant and refused to hire the best-qualified girl because she could not distinguish Missoni from Marc Jacobs. This girl would have been making tea and running errands. But I didn’t challenge the decision not to hire her because I had a policy of picking my battles carefully. The office was like a Milan catwalk, but with the competitiveness of a Miss World contest – and the low cunning of a mud-wrestling bout. A fashion spat ended one friendship when Sarah and our young development researcher received the same surprise Christmas gift – a Chloe Paddington bag worth £900. When they clocked the matching bags in the office, it was like pistols at dawn. They forced a few compliments, but relations never recovered, to the expense of my company. Another time, when two members of staff bought the same jeans, one proclaimed: ‚They’ll look better on me, because I’m a size eight and she’s a ten.‘ It didn’t take long for the office to become divided between the girls who wore make-up and those who didn’t. Comments from the former were typically ‚Doesn’t she know what spot cover-up is?‘ or ‚Has she ever met a hairbrush?‘, while the no-make-up clan were equally biting, with comments – behind their backs, naturally – such as ‚People on the morning bus must think she’s a prostitute‘; or ‚She looks like a slapper‘. The obsession with appearance meant nearly all the staff were on diets. If I bought a tuna mayonnaise baguette for lunch, I would overhear staff commenting that I was pig – I’m a size 12. Two of the skinny girls often snidely said about the largest girl: ‚I’d kill myself if I got that fat.‘ One of the assistants got her own back on the food police for several weeks by pretending to buy them fat-free lattes. . . which were really full-fat. Employees considered it acceptable to take time off for beauty treatments – and not out of their holiday allowance. One girl regularly came in late because she was getting her hair coloured, and when I mentioned this she blew up in outrage. Though at least she had a reason; most just turned up late regardless, and huffed ‚That’s the time my train gets in‘ if I pointed at the clock.

Es geht noch eine Weile weiter, aber ich will nicht den ganzen Artikel kopieren.

Ihr Resümee:

And while I stand by my initial reason for excluding male employees – because they have an easy ride in TV – if I were to do it again, I’d definitely employ men. In fact, I’d probably employ only men. (…)

Though I will not absolve myself of all guilt, I believe the business was ruined by the destructive jealousy and in-fighting of an allfemale staff. Their selfishness and insecurities led to my company’s demise. When I needed the socalled ‚Sisterhood‘, believe me, it just wasn’t there.

Es kann natürlich sowohl ihre Schuld gewesen sein, weil sie die falschen Frauen ausgesucht hat und zudem es nicht geschafft hat, selbst für Ordnung zu sorgen, es kann auch einfach sein, dass sie sich selbst von Schuld freisprechen will, um sich besser zu fühlen. Aber es mag denen als Warnung dienen, die meinen, dass alles besser wäre, wenn alle Machtpositionen mit Frauen ausgefüllt wären.

Das auch bei Frauen eine hohe intrasexuelle Konkurrenz besteht und diese gerade dann ausgelebt werden kann, wenn viele besonders karriereorientierte Frauen untereinander in Konkurrenz stehen, nicht nur um Jobs, sondern auch um Status und Rang innerhalb der Gruppe, kann eben dazu führen, dass auch hier erhebliche Spannungen auftreten.

Player vs. Monogamist

Roosh hat einen Artikel, wie man den inneren Player tötet. Dabei geht es nach seiner Auffassung insbesondere darum, die für den jeweiligen Lebensstil richtigen Einstellungen zu entwickeln:

Player Belief: “I’m in my prime. I should be banging a lot of girls.”

Monogamist Belief: “Thankfully I found this girl while I’m in my prime. I can enjoy her when life is richest.”

Player: “I can do better than her. I’m selling myself short.”

Monogamist: “A man can spend his whole life finding a better girl. I’m lucky that I found someone who I can enjoy the passing of time with.”

Player: “She’s not the coolest girl I’ve dated. I should call Mariana.”

Monogamist: “A failed relationship with a better girl still means you weren’t a proper match. Tasting fruit is not the same as owning the fruit tree.”

Player: “I feel more masculine when I’m hunting for pussy.”

Monogamist: “I feel more masculine when I provide for my girlfriend.”

Player: “Relationships are boring. I need more excitement.”

Monogamist: “Casual sex is shallow. There’s no deep connection or love.”

 

Player: “She’s not young enough. She’s showing signs of age.”

Monogamist: “I want to grow old with the person I love. This is what humans have done for hundreds of thousands of years.”

 

Player: “She doesn’t understand me. We’re too different.”

Monogamist: “Real compatibility takes time and mutual understanding. Don’t confuse sexual attraction with human connection.”

 

Player: “Relationships are very time consuming for little gain.”

Monogamist: “Game is very time consuming for little gain.”

In der Gegenüberstellung sieht man auch, dass es einerseits eine Kurzzeitstrategie ist, die eher auf direkte Freuden und Vorteile ausgerichtet ist und das andere eine Langzeitstrategie, bei der sich die Wirkung erst mit der Zeit zeigt und man insofern mehr einsetzt.

Das macht es wahrscheinlich auch schwierig, aus der Kurzzeitstrategie auszusteigen, wenn man sehr in ihr aufgegangen ist, weil man in ihr weniger Verpflichtungen übernimmt und seine Wünsche direkt bedient. Und es ist wohl gleichzeitig der Grund, warum die meisten nach einiger Zeit dennoch bei der zweiten Variante landen, einfach weil man ruhiger und gelassener wird und sich auch der Reiz, den die Kurzzeitstrategie hat, schnell verlieren kann, weil eben alles auf eine kurze Zeit ausgerichtet ist.

Wie Frauen die Rape Culture fördern: Angst vor Vergewaltigung und gute Ratschläge

Anlass der Slutwalks war ja, dass ein Polizist Frauen Tipps gegeben hat, wie sie Vergewaltigungen verhindern können. Der danach folgende Aufschrei war dadurch bedingt, dass man von Opfern nicht erwarten kann, dass sie etwas gegen ihre Benachteiligung tun, sondern die Täter diejenigen sind, die zur Verantwortung gezogen werden müssen und die ihr verhalten ändern müssen. Dies ist insbesondere im Zusammenhang damit zu sehen, dass die Täter nur deswegen vergewaltigen, weil die Gesellschaft überhaupt eine Rape Culture zulässt. Durch Tipps, wie man Vergewaltigungen verhindert, weist man hingegen dem Opfer zumindest indirekt eine Mitschuld zu: Hätte es die Tipps umgesetzt, dann wäre es eben nicht vergewaltigt worden.

Ich hatte zur Rape Culture schon einiges geschrieben

Meiner Meinung nach ist diese Auffassung auch deswegen so lebensfremd, weil ganz überwiegend Frauen genau diesen Gedanken hochhalten. Frauen wollen häufig nicht alleine nach Hause laufen. Eben weil sie Sorgen haben. Ebenso wie Eltern. Sie können sich wohl leichter vorstellen, dass ein Mädchen vergewaltigt wird als das ein Junge zusammengeschlagen wird. Oder sie gehen davon aus, dass ein Junge sich eher wehren kann.

Es mag dazu beitragen, dass ein Vergewaltiger meist ein Ziel hat, dass gerade in der Vergewaltigung liegt, ein Dieb aber meist nur hinter dem Geld her ist, die Gefahr von Gewalt insofern geringere Folgen hat. Hier scheinen mir jedenfalls Frauen und Mütter weitaus deutlicher die “Rape Culture” zu fördern, indem sie so etwas als gefährlich ansehen. Was auch kein Wunder wäre, wenn sie etwa die feministischen Zahlen glauben.

Es ist insofern interessant, dass eigentlich keine Richtung Frauen mehr Angst vor Vergewaltigung macht als der Feminismus und damit indirekt die Rape Culture fördert, wenn es sie den geben sollte. Meine Mutter beispielsweise hat meine Schwestern weitaus häufiger abgeholt als mich, weil ihr nicht wohl dabei war die beiden jeweils durch die Nacht laufen zu lassen, Beide haben das auch durchaus gern angenommen. Meine Position war eher “dann fahrt halt gerade mit dem Rad, um die Zeit ist eh nichts los” was aber mit dem Hinweis “das verstehst du nicht, du bist ein Mann” abgebügelt wurde.

Mitfahrerinnen über die Mitfahrzentrale haben regelmäßig die Nummer meines Autos an eine Freundin gesimmst un das eben recht ausdrücklich, obwohl das Auto drei weitere Mitfahrer hatte, damit mir deutlich gemacht wird, dass man mein Auto zuordnet, wenn sie nicht ankommen. Nach einer Fortbildung, die Samstag an einem frühen Nachmittag endete sass ich mit ein paar Teilnehmern und Teilnehmerinnen noch auf ein Bier an der Hotelbar. Eine etwas dickere Teilnehmerin um die fünfzig, Geschäftsfrau, erklärte, dass sie noch Geld abholen müße, von der Bank 30 Meter von dem Hotel entfernt. Sie erklärte, dass ihr etwas unwohl sei dabei, aber man könne ja nichts machen. Als sie dann in das helle Sonnelicht hinausging meinte eine der bei uns sitzenden Teilnehmerinnen, dass ja wenigstens einer der beiden jungen Männer Gentleman hätte sein können und sie eben hätte begleiten können. Ich erwiderte, dass es hell draussen sei und wir den Bankautomaten von hier aus fast sehen könnten und das Hotel in einer belebten Gegend sei. Sie erwiderte, dass man ja nie sicher genug sein könnte.

Den Vorwurf, vorsichtig zu sein, nun gerade als Förderung der Rape Culture den Männern anzulasten halte ich dann doch für stark überzogen. Dies zeigt eher die besondere Stellung der Vergewaltigung, insofern vergleichbar etwa mit Kinderentführung, bei der trotz sehr geringer Zahlen ebenfalls solche Hinweise erfolgen. Eher wird an diesen Beispielen meiner Meinung nach deutlich, dass ein gewisser Schutz der Frauen erwartet wird und dafür aufgewandte Mühen nicht im Verhältnis zu der Gefahr stehen müssen. Eine Vergewaltigung gilt als eines der Verbrechen, dass man auf jeden Fall verhindern will und vor dem jede Frau zurecht Angst haben darf. Der Hinweis, dass ihre Ängste irreal sind, wird üblicherweise nicht akzeptiert.

Aus dieser Konstellation folgt meiner Meinung nach, dass ein entsprechender Schutz gegen Vergewaltigung als selbstverständlich angesehen wird. Kann ihn niemand aktiv leisten und soll dennoch Vorschläge machen, dann führt das eben zu den Vorschlägen des Polizisten, dass die Frauen selbst aktiv sein sollen. Es ist so gesehen die logische Folge der geäußerten Angst. Wenn an Polizisten die Erwartung herangetragen wird, dass er Vergewaltigungen verhindert, dann folgt darauf logisch auch ein Eigeninteresse des potentiellen Opfers solche Vergewaltigungen zu verhindern.

Es wäre eine gewisse Ironie, wenn der Polizist nur die gute Ratschläge, die seine Mutter seinen Schwestern erteilt hat, an die Frauen weitergegeben hat, und nunmehr deswegen als Aushängeschild des Patriarchats und der Rape Culture gilt. Es ist mir auch nach wie vor unverständlich, wie man von einer extrem hohen Vergewaltigungsrate von „jede 4 Frau“ oder „jede 6 Frau“ ausgehen kann und nicht gleichzeitig erwarten kann, dass Frauen sich schützen und Schutz verlangen sowie das Männer schützen wollen und Schutz anbieten.

Das führt dann bei Anwendung der Theorie zu der etwas bizarren Lage, dass ein Mann immer wieder von Frauen Angst vor einer Vergewaltigung erfahren kann, immer wieder aufgefordert werden kann, Schutz zu bieten, ihnen vielleicht sogar immer wieder sagt, dass sie übertreiben, aber die Rape Culture fördert, wenn er ihnen statt auf seinen Schutz zu vertrauen, die Teilnahme an einem Selbsthilfekurs nahelegt.

Selbermach Samstag VIII

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