Auswirkungen eines hohen Frauenanteils in der Richterschaft

Eine erstaunlich offene Befürchtung äußert der Vorsitzende des Bundes der Richter und Staatsanwälte:

Unter den Bewerbern mit guten Examens-Abschlüssen, die sich für den öffentlichen Dienst interessieren, sind überwiegend Frauen. Die leisteten zwar „hervorragende Arbeit“, seien „gute Entscheider und belastbar“, räumt Reiner Lindemann, Vorsitzender des Bundes der Richter und Staatsanwälte in NRW, ein. „Aber die guten Männer suchen sich die bessere Bezahlung und gehen in die Wirtschaft und die Kanzleien.

Folge: Viele Juristinnen, die Nachwuchs bekommen, fielen für Familienzeiten einige Jahre aus. „Das führt zu dem Problem, dass wir Richterstellen nicht besetzen können mit auf Lebenszeit ernannten Richtern und an der Basis die Arbeitskräfte ersetzt werden müssen“, so Lindemann. Das allerdings funktioniere nicht immer reibungslos und erschwere die Arbeit: „Schon jetzt sind die Richter vor Ort überlastet.“

Hier wirken sich die Umstände, die für Frauen bei der Beurfswahl wichtig sind, aus: Sie wollen einen Job, der sich mit Familie vereinbaren läßt und bei dem es gerade auch möglich ist, dass man wegen der Kinder möglichst folgenlos aussetzt. Mit den Examensergebnissen würden die Richterinnen und Staatsanwältinnen auch in einer Großkanzlei unterkommen. Aber da wäre eben ein zu langes Aussetzen oder danach eine Teilzeit wesentlich problematischer und auch karriereschädlicher.  Zudem lässt so ein Job dann auch weniger Raum dafür, etwas mit seinen Kindern zu machen. Das der Richterjob gleichzeitig mit wesentlich geringeren Gehalt verbundene ist, wird dann billigend in Kauf genommen.

Dies führt dazu, dass dann eben auch die Auszeiten genommen werden. Und anderweitig ausgeglichen werden müssen, indem man diese Zeiten überbrückt.