Selbermach Samstag III

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer?

49 Gedanken zu “Selbermach Samstag III

  1. Lustige Diskussion drüber im EMMA-Forum über das „magische Dreieck“
    http://www.emma.de/ressorts/artikel/koerperbild/schamhaarrasur-es-lebe-der-dschungel/

    Artikel von Malte Welding über Familienplanung
    http://www.malte-welding.com/2012/10/15/sindfrauenweicher/
    (Und ja, er wurde von Frau Lantzsch in ihrem letzten Blogeintrag der „Gewaltausübung“ bezichtigt.)

    Sex und Husten? Artikel im Spiegel über Schluckauf-Attacken vor dem Eisprung und anderen Kuriositäten.
    https://magazin.spiegel.de/reader/index_SP.html#j=2012&h=42&a=89079817
    (Mist, ich sehe grade, dass es den Artikel wohl nur in der gedruckten Ausgabe oder mit Account gibt. Schade!)

    Ein schönes Wochenende!

  2. Lucia hat auf deiner Fb Seite einen Post hinterlassen!
    Mich würds ja insgeheim freuen hier mal wieder was von Ihr zu lesen
    oder bin ich etwas der einzige der Sie hier vermisst???

  3. @ Robin

    Ähm, ne so oft lese ich hier nicht um das beurteilen zu können.
    Ich meinte eher die große Kämpferinnen-Front da draußen…
    Wie stehst du denn dazu?

    • Sorry…

      Ich habe keine Meinung zum Fall Kachelmann. Ich glaube, selbst wenn man sich richtig reinhängt, kann man da nicht alle Fakten kennen, deshalb verzichte ich da auf ein Statement.

      Den Artikel habe ich gepostet, weil ich es interessant fand, wie die (ja wohl nicht rein weiblichen) Medien auf diese Frau und ihre „Hochnäsigkeit“ reagieren. Da sieht man halt, dass eine Frau, die auch mal reinredet, obwohl Männer anwesend sind, ein noch nicht allzu bekanntes Phänomen darstellt. Das sorgt für Befremden.

      • Ich denke das kommt nicht von ungefähr. Die Medien als auch die große breite Öffentlichkeit, haben ja bereits vor dem Urteil, ein Urteil gefällt. Entweder für oder gegen Kachelmann. Nun sitzt da diese Frau und stellt sich vor ihren Mann, behauptet sogar, das dass Phänomen Falschbeschuldigung, kein seltenes ist. Alleine deswegen muss sie ja hochnäsig und arrogant sein. Versucht man den Fall Kachelmann, rein objektiv zu betrachten, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass die Nebenklägerin ihn falsch beschuldigt hat. Kein Mensch würde ein Buch schreiben, wenn er wirklich etwas getan hätte und frei gesprochen werden würde. Und zu den selbstbewussten Frauen: Ich finde es heute garnicht ungewöhnlich das Frauen sich gegen Männer behaupten, vor allem dann, wenn sie die Wahrheit sprechen.

        • *Kein Mensch würde ein Buch schreiben, wenn er wirklich etwas getan hätte und frei gesprochen werden würde.*

          Warum nicht? (Der Fall Kachelmann ist mir relativ egal, ich halte ihn aber auf jeden Fall menschlich für ein Arschloch.)

  4. Hi Maren,

    habs leider eilig, Bundesliga fängt gleich an 🙂
    nur kurz: genau dieses Argument, K. sei ein Arschloch, der Fall ist dir aber egal, ist ja das schlimme. Moralisch kein Vorbild zu sein, heißt ja nicht zu berauben, zu töten, zu vergewaltigen. Darum gings und gehts hier aber. Es gibt soooo viele Menschen die moralisch gesehen keine Vorbilder sind, dazu zähle ich mich in meiner Vergangenheit mal dazu. Deswegen, dazu fähig zu sein kriminell zu werden ist ein weit her geholter Gedanke. Die Frauen die sich blind auf die Seite der Nebenklägerin stellen, schaden wirklichen Opfern. Hätte K. sie wirklich mit einem Messer bedroht und vergewaltigt, hätte er sich sicherlich schnellstens zurück gezogen und hätte nicht mehr viel dazu gesagt, außer vlt. das die Mannheimer Staatsanwaltschaft klasse gewesen sei.

    • Menschen die moralisch keine Vorbilder sind, lügen auch manchmal.
      Und manchmal sind Vergewaltiger oder Mörder nebenbei auch Arschlöcher. Heisst nicht dass K. unbedingt einer ist, aber man kann es auch nicht daraus ableiten, dass bloss weil er öffentlich sagt, er sei keiner, er tatsächlich keiner ist.

      „I did not have sexual relations to this woman!“

      • Mensch Maren,

        denkst du eigentlich bevor du etwas schreibst?

        Der K. ist freigesprochen, also nix da er könnte es getan haben nur weil er moralisch kein Vorbild ist, warum eigentlich nicht? Nur weil er ein paar Tussen flachgelegt hat? Hab ich auch im Laufe meines Lebens und bin ich jetzt böse oder schlecht?

        Ich wünsche dir das du im nächsten Leben ein Kerl wirst und in dieser scheiß Atmosphäre leben musst wie wir Männer heute.

        Ich hab die gleiche Scheiße durchmachen müssen wie der K., drei verdammte Jahre musste ich kämpfen nur weil ich es gewagt habe, das Sorgerecht für meine Kinder zu erkämpfen. Ein Tag nachdem ich den Sorgerechtsprozess gewonnen hatte hat meine EX mich angezeigt.

        Kannst du dir auch nur ansatzweise vorstellen was man als Mann da durchmacht? Und weist du was man mit einem Freispruch machen kann in unserer ach so schönen Welt? Den kannst ins Klo treten denn den Makel „er hat es vielleicht doch getan“ wirst du nicht mehr los.

        Ich könnt jedes Mal brechen wenn ich solche Kommentare von Frauen lese. Ihr habt keine Ahnung von dem Thema, seid ja Frauen, kann ja gar nicht sein das eine Frau beim Thema Vergewaltigung lügt. Boa genau wegen dieser scheiß Einstellung haben echte Opfer es so schwer.

        Ach was rege ich mich auf. Ihr seit ja die Guten, ich vergaß.

        anonym

        anonym

        • „Ich wünsche dir das du im nächsten Leben ein Kerl wirst und in dieser scheiß Atmosphäre leben musst wie wir Männer heute.“

          Ja, das sollte die wirklich mal erleben.

          „Ich hab die gleiche Scheiße durchmachen müssen wie der K., drei verdammte Jahre musste ich kämpfen nur weil ich es gewagt habe, das Sorgerecht für meine Kinder zu erkämpfen. Ein Tag nachdem ich den Sorgerechtsprozess gewonnen hatte hat meine EX mich angezeigt“

          Eine Ex, die einen Tag nach einer Urteilsverkündung im Sorgerechtsstreit, in dem sie unterlegen hat, den Mann einer Sexualstraftat anzeigt, beweist doch eigentlich schon durch diesen Termin, dass es eine Falschbezichtigung ist. Was ist das für ein Staat, der solche Anzeigen überhaupt bearbeitet?

          „Kannst du dir auch nur ansatzweise vorstellen was man als Mann da durchmacht? Und weist du was man mit einem Freispruch machen kann in unserer ach so schönen Welt? Den kannst ins Klo treten denn den Makel „er hat es vielleicht doch getan“ wirst du nicht mehr los.“

          Wie schon Astrid von Friesen richtig konstratierte, gibt es Männern gegenüber eine regelrechte Gefühlsroheit.

      • Er gab ja sogar zu, dass er mehrere Beziehungen gleichzeitig hatte, inklusive seiner jetzigen Frau und das dies nicht in Ordnung war. Worauf ich hinaus will: Bei Vergewaltigungen, die ja wie du weißt zu mehr als 80% in Beziehungen oder im Bekanntenkreis vorkommen, ist es doch ohnehin immer sehr schwierig die Wahrheit zu finden, wenn nicht gerade eindeutige Spuren am Opfer vorhanden sind. Im Fall K. gab es diese nicht. Zudem hatte die Frau einen Brief geschrieben und gab an, dieser sei von einer anderen Geliebten geschrieben worden. Später gab sie dies zu. Man fand auf ihrem Pc, Bilder von Hämatomen nach Vergewaltigungen, die sie ca. 1 Jahr vor der Anzeige auf diesem speicherte. Sie war außerdem zutiefst verletzt, als sie raus bekam das sie nicht die einzige war. Sie schrieb ihm daraufhin eine SMS mit dem Inhalt, sie wünsche sich das er tot sei. Schon diese 3 Punkte lassen doch hörig werden.

        Und ich finde es nur logisch, dass wenn jemand eine wirkliche Tat begeht aber frei gesprochen, dass dieser sich eher zurückhält und nicht noch gegen sämtliche Medien, Polizei und Staatsanwaltschaft hetzt. Das macht jemand der unschuldig im Knast saß und vor Wut kocht, warum man ihn wie einen Kriminellen behandelt. Es gibt nun aber Frauen, die trotz dieser Faktenlage sagen, ok vergewaltigt hat er sie vlt. nicht aber er ist ein Arschloch. Ich finde schon das diese Frauen und Männer unterscheiden sollten und sagen könnten, ok er ist ein Arschloch aber deswegen ist er kein Vergewaltiger. Das ist ein erheblicher unterschied. Denn diese Fälle zu beurteilen ist immer ein schmaler Grad und hoch emotional. Darum sollte man finde ich, versuchen, auch wenn man eine Frau ist, ehrlich zu sein, auch wenn man K. am liebsten im Knast sehen würde. Davon mal abgesehen hat jeder auf diesem Blog inklusive du, nicht immer moralisch völlig korrekt gehandelt und mal gelogen.

        Davon aber mal abgesehen: Ich lese Christians Blog ab und an, weil ich die Diskussionen hier schon mal ganz interessant finde. Man merkt aber oftmals, das die Fronten hier zum Teil so verhärtet sind, dass selbst wenn jemand recht hat, dies nie zugegeben würde. Lieber hält man an seiner eigenen Meinung fest und versucht immer noch ein, zwei Schwächen oder inhaltliche Fehler beim gegenüber zu suchen. Das finde ich schade, weil ja das Ziel sein sollte auf einen Nenner zu kommen oder zumindest in die Nähe. Kenne dich nicht aber du bist glaube ich schon immer darauf getrimmt, Recht zu behalten, wenn ich hier so manches Lese. Bist aber nicht der/die einzige. Will damit nur sagen, dass ich wenig Hoffnung habe, mit dir auf einen Nenner zu kommen, weil er ja ein Arschloch ist und wir nicht dabei waren blabliblub. Deshalb schönen Abend @ all.

  5. Dann erzähle ich Euch einfach mal, welche 2 Bücher ich diese Woche ANGEFANGEN habe zu lesen (ich lese meistens mehrere Bücher gleichzeitig):

    1. H. E. Baber – The Multicultural Mystique: The Liberal Case Against Diversity

    Da ich ja beschlossen habe, eine LINKE Kritik an der Political Correctness zu entwickeln, (eine Kritik aus linker Perspektive, welche sowohl die linke als auch die rechte Variante der Political Correctness umfasst), sammle und sichte ich gerade brauchbare Literatur zu den entsprechenden Themen.

    Das oben angegebene Buch ist ein im englischsprachigen Raum bekanntes Standardwerk zur Kritik am Multikulturalismus aus linksliberaler Perspektive. Ich habe bisher das 1. Kapitel gelesen und fand es sehr interessant. Hat in seinem argumentativem Aufbau bisher nichts mit den konservativen Kritiken am Multikulturalismus zu tun und scheint für mein Anliegen einer Kritik des Multikulturalismus (als einem zentralen Teildiskurs der linken Variante der Political Correctness) also gut brauchbar zu sein.

    Neben der linken Political Correctness-Variante möchte ich auch die rechte Variante der Political Correctness gerne „dekonstruieren“ und „niederkritisieren“ (um diese beiden bösen Worte zu gebrauchen). Erste Recherchen zu vorhandenen kritischen Analysen zu der rechten Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie, welche einen zentralen Teildiskurs innerhalb der rechten Political Correctness-Variante darstellt, führten mich leider ausgerechnet auf die Seite irgendeiner obskuren Marxisten-Leninisten-Sekte (als freiheitlicher Sozialist hasse und verabscheue ich den Leninismus), auf welcher sich allerdings eine insgesamt wirklich lesenswerte Analyse und Kritik der rechten Kulturmarxismus-Ideologie findet:

    Debunking William S. Lind & “Cultural Marxism”

    http://theredphoenixapl.org/2011/08/26/debunking-william-s-lind-cultural-marxism/

    Tja, es mag sehr selten sein, aber manchmal kann es selbst einem der marxistisch-leninistischen Knallköpfe gelingen, einen guten Artikel zu produzieren. Drei Kritikpunkte an diesem Text will ich trotzdem erwähnen:
    1. die marxistisch-leninistische Ausrichtung des Autors ist extrem störend
    2. der Text enthält einige wenige Passagen, die aus männerrechtlicher Perspektive fragwürdig/kritikwürdig sind
    3. Kritische Theorie und Frankfurter Schule werden in ihren Leistungen zu wenig gewürdigt (was wiederum aus der dogmatisch marxistisch-leninistischen Ausrichtung des Autors resultiert)
    Ansonsten – ein erster brauchbarer Ansatz, um die rechte Kulturmarxismus-Ideologie auseinanderzunehmen. Ich kann nicht anders, als dem Autor dankbar zu sein, dass er sich dieses Themas angenommen hat.

    Des Weiteren habe ich begonnen folgendes Buch zu lesen:

    David Benatar – The Second Sexism: Discrimination Against Men and Boys

    David Benatar ist ein zeitgenössischer Philosoph und Professor an der Universität Kapstadt mit dem Schwerpunkt Ethik. Das genannte Buch scheint die erste Aufnahme des Themas „Diskriminierung von Jungen und Männern“ im akademischem philosophischen Diskurs zu sein. Das Thema „Männerrechte“ wird hier aus Perspektive der analytischen Philosophie behandelt, der Schreibstil des Autors ist insgesamt gut verständlich. Das Buch ist von Männerrechtlern im englischsprachigen Raum mehrfach gelobt haben.

    Ich bin gerade beim ersten Kapitel, in welchem der Autor sehr präzise versucht zu definieren, was Sexismus ist und begründet, warum es sinnvoll ist von gegen Jungen und Männer gerichteten Sexismus zu sprechen – hier also (vulgär)feministischen Positionen ausdrücklich widersprechend, nach denen es Sexismus gegen Jungen und Männer nicht geben könne.

  6. Was mich auch beschäftigt: Ich darf vermutlich bald ein Referat über Batman (!) halten. Ich möchte darin auch auf die Vorwürfe von Dr. Fredric Wertham im Vorfeld der Comics Code Authority, Batman und Robin hätten ein homosexuelles Verhältnis, hinweisen und bin sehr auf die Reaktionen gespannt. Dieser Vorwurf (nur als „lustige Meldung“ getarnt) war vor einigen Monaten wieder in den Medien und hat vielerorts für Erheiterung gesorgt, dabei halte ich das im Kern für übel männerfeindlich. Vielleicht kommt da ja eine Diskussion zustande (aber hach je, 20 Minuten Referat, ich hätte gerne wesentlich mehr).

      • Der Vorwurf impliziert, dass Männer untereinander keine enge Beziehung aufbauen können, ohne dass eine sexuelle Komponente mit reinspielt. Solche Männer MÜSSEN ja schwul sein. Weil es ja schwul ist, Gefühle zu zeigen (also für Männer).
        Es geht hier um Ziehvater und Ziehsohn, das macht die Sache besonders widerlich. Ich weiß nicht, wie man bei einem erwachsenen Waisen, der Mitleid mit einem jüngeren Waisen hat und ihn bei sich aufnimmt, auf so eine Idee kommen kann.

        Dazu sei außerdem gesagt, dass die Vorwürfe von Wertham zu einer Zeit kamen, als Robin vielleicht 12 Jahre alt war. Es wäre also ohnehin kein homosexuelles, sondern ein pädophiles Verhältnis. Womit Homosexualität wieder eng an Pädophilie angelehnt wird. Gott sei Dank sind die Fünfziger vorbei.

        • @ Robin

          Sehr enge Freundschaften enthalten oft auch ein erotisches Element, ohne dass dieses bei Heterosexuellen ausgelebt wird.

          Aber die Übergänge sind wie so oft in der Natur fließend, nicht distinkt.

        • Man kann drüber streiten, inwiefern die Beziehung zwischen Batman und Robin in dieser Hinsicht „selbst gewählt“ war. Er hat ihn ja nicht bei sich aufgenommen, weil er ihn so cool fand, sondern weil er Mitleid hatte und sein Potential nutzen wollte. Überhaupt ist die gesamte Beziehung nicht symmetrisch, so wie es bei einer Freundschaft sein sollte. Batman ist nicht Robins Kumpel, sondern sein Mentor, Trainer und Ziehvater.

      • Es ist ja noch gar nicht klar, ob ich es halten darf, das Thema wird die Woche entschieden 😉 Es wird auf jeden Fall um Comics gehen, aber ob es einfach von den verschiedenen Epochen handeln wird oder ob Batman repräsentativ als Beispiel fungiert, ist noch nicht klar. Interessant fände ich beides (und bei den Epochen allgemein wäre auch der Anteil, der sich um den Comics Code und die Begleitumstände dreht größer). Mal sehen, was wird…

        • Hi Robin,

          ich weiß nicht, ob dir das bei deinem Referat hilft oder stört, aber eine, wie ich finde, gelungene aktuelle Auseinandersetzung mit der Geschichte der Superheldencomics, dabei insbesondere auch den Thesen Werthams, der in der Literatur zu diesem Genre ja seit Jahrzehnten nur noch als Witzfigur kursiert, leistet Grant Morrisons Buch „Supergods“ (Spiegel & Grau 2011). Während Morrison einerseits auch nicht damit einverstanden ist, dass Wertham sexuelle Minderheiten sowie ein komplettes Comicgenre als bedrohliche Verführer unserer Jugend anfeindet („It is Wertham whose name belongs in the annals of perversity, not Batman’s“), argumentiert Morrison andererseits, womöglich habe Wertham dennoch Subtexte in den Comics entdeckt, die tatsächlich bestanden. („Wertham had made innocent comic superheroes aware of their own sexual potential, and like Adam and Eve blinking in the garden, there was embarassment, denial, and overwhelming eruptions of feelings so new they could only be represented by outlandish monstrosities of a kind that were entirely original.“)

          Man müsste das ganze Buch lesen statt nur der beiden von mir zitierten Sätze, aber in Batman-Comics und –Filmen gibt es nun mal tatsächlich häufig Fetisch-Motive, Bondage-Bilder und lesbische Anspielungen bei Wonder Woman sind ebenfalls relativ häufig. Oder nehmen wir dieses Cover eines Lois-Lane-Heftes aus dem Jahr 1967:
          http://dc.wikia.com/wiki/Superman%27s_Girlfriend,_Lois_Lane_Vol_1_73

          Es fält mir schwer zu übersehen, dass da SM-Phantasien aus dem Unterbewusstsein erwachsener Autoren in ihre Comics gerutscht sein dürften. (Morrison, wie so oft ironisch stark zugespitzt: „This was a Jungian bowel movement rendered as a story for children. The kind of behavior this primed young boys to expect from their own future girlfriends was more obscene than the blow jobs, boob jobs, and anal entry they now expect as a result of boring old Internet porn. Superman was educating a generation of sadomasochistisc swingers with tastes trending beyond the outré.“)

          Liebe Grüße

          Arne

        • Danke, aber ich bin immer noch ein bisschen sauer auf Grant Morrison, weil ER diese blöde Diskussion, dass Batman und Robin ein homosexuelles Verhältnis haben, wieder aufgebracht hat. Dabei bin ich mir eigentlich sogar ziemlich sicher, dass er da nur falsch zitiert bzw. interpretiert worden ist. Ich kenne von ihm nur die Äußerung, dass Batman bzw. das gesamte Konzept von Batman schwul sei, was ja noch lange nicht heißt, dass der was mit Robin hatte.
          Auch wenn er ein paar echt gute Stories geschrieben hat, hat der Kerl, unabhängig von der Qualität seines Buchs, die ich nicht beurteilen kann, schon einen recht eindeutigen Dachschaden. Andererseits, je mehr Sekundärliteratur, desto besser.

          Ich bezweifle im Übrigen gar nicht, dass gewisse SM-Phantasien selbst in den sehr frühen Comics ihren Niederschlag fanden. Es ist bekannt, dass William Moulton Marston, der Schöpfer von Wonder Woman (UND, Fun Fact: Erfinder des Lügendetektors), Bondage-Fan war. Das schlug sich auch immer wieder in seinen Geschichten nieder, er nutzte dabei die (von ihm erfundene?) Sage, dass Amazonen ihre Kraft verlieren, wenn ein Mann sie fesselt. Das nahm alles irgendwann so Überhand, dass er als Autor gefeuert wurde.
          Aber ein homosexuelles Verhältnis zwischen Batman und Robin ist da was ganz anderes… vor allem wenn man das aus heutiger, ja wohl lange nicht mehr so homophober Sicht wie in den 50ern betrachtet.

        • Ja, Morrison hat das Fass wieder aufgemacht, aber eben unter dem von dir zuletzt genannten Gesichspunkt: Inwiefern wäre eine Lesart von Batman & Robin als homosexuellen Superhelden heute noch so ein Problem wie damals? Und zu dieser Frage gehört der Hintergrund, dass Morrison homo- und transsexuelle Superhelden in seinen Serien – vor allem den „Invisibles“, aber auch schon „Doom Patrol“ – salonfähig gemacht hat, bis dieses Konzept erst von anderen Indie-Superheldenserien („The Authority“) und dann Mainstream-Serien (diverse X-Men) übernommen wurde. Hier hat Morrison entscheidend zum Aufbrechen homophober Strukturen beigetragen. Es ist nur konsequent, dass Morrison diese Linie fortsetzt. Vielleicht schreibt er irgendwann die ersten Comics über einen offen schwulen Batman. (Ein Afro-Latino-Spiderman, geschrieben von einem Mainstream-Autor, ist ja inzwischen auch möglich.) Insofern kann ich Morrison seine Vorstöße in diese Richtung nicht übel nehmen.

          Und dass ich bei ihm als Genie betrachte, was du als Dachschaden wahrnimmst, ist ja eh klar. 😉 Er gehört sicher zu den Leuten, die auf mein eigenes Schreiben den größten Einfluss hatten.

      • „Und dass ich bei ihm als Genie betrachte, was du als Dachschaden wahrnimmst, ist ja eh klar. 😉 “

        Hm, warum ist das klar und was ist denn das, was ich bei ihm als Dachschaden betrachte?

        „Inwiefern wäre eine Lesart von Batman & Robin als homosexuellen Superhelden heute noch so ein Problem wie damals?“

        Das hab ich eigentlich schon oben geschrieben. Ich hätte kein Problem damit, wenn beide plötzlich schwul wären, auch wenn ich mich das an kindische Slashfics erinnert, da es dafür bisher keinen Anhaltspunkt gab und diverse Frauengeschichten von beiden dagegen sprechen.
        Womit ich ein Problem habe, wäre ein homosexuelles Verhältnis der beiden untereinander. Natürlich haben sich die Voraussetzungen inzwischen geändert: Dick Grayson ist kein Kind mehr, sondern ein Mann Anfang/Mitte Zwanzig. Dennoch empfinde ich ein sexuelles Verhältnis, egal ob das jetzt homo oder hetero ist, zwischen zwei Personen, die sich so nahe standen und deren Beziehung immer ausgesprochen komplementär war, einfach als falsch. Das ist, als würde ich was mit meinem Stiefvater anfangen, nur weil ich jetzt volljährig bin.
        Bei Batman und Robin (dabei stört mich auch, dass die meisten, die darüber schmunzeln und lachen, offensichtlich gar nicht wissen, dass es nicht nur einen Robin gibt. Der aktuellste Robin zum Beispiel ist Batmans leiblicher Sohn. Wäre da ein homosexuelles Verhältnis auch lustig? Der wurde übrigens von Grant Morrison eingeführt.) kommt der männerfeindliche Aspekt dazu, den ich schon ausgeführt habe. Zwei männliche Personen, enges Verhältnis – die müssen ja schwul sein.

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