Gefühle und Charaktereigenschaften und ihre biologische Grundlage

Liebe: Die Bindung der Partner aneinander zur Ermöglichung der gemeinsamen Aufzucht der Kinder
Fairness: Präsentation als jemand, der bei der Interaktion auch die Interessen der anderen berücksichtigt und nicht lediglich auf den eigenen Vorteil aus ist: Letztendlich ein Zeichen, dass man zu einem sozialen Miteinander in der Lage ist und es sich lohnt mit einem Geschäfte zu machen
Eifersucht: Eine Form des „mate guarding“, also des „Bewachens“ des gegenwärtigen Partners
Reinlichkeit: Sowohl ein Zeichen von Parasitenfreiheit und insoweit ein „Costly Signal“ als auch Selbsterhaltung
Rache: Eine Möglichkeit, (subjektive) Verstöße gegen einen Selbst für den anderen teurer zu machen. Wenn der jenige in seine Planung einkalkulieren muss, dass der andere sich rächt, auch wenn es ihm keine Vorteile bringt, sondern Kosten produziert, dann schreckt dies evtl. vor entsprechenden Taten ab.
Ehre: In einem engen Zusammenhang mit Rache stehend und die Ankündigung, dass man bestimmte Werte hochhält, unabhängig von den jeweiligen Kosten. Insofern eine Warnung und eine vertrauensbiildende Maßnahme, je nach Sicht
Freundschaft: Eine Versicherung sich zu gesteigerter Reziprozität verpflichtet zu fühlen und daher selbst würdig für wohltätiges Verhalten des Anderen zu sein
Freundlichkeit: Die Versicherung, dass man keine feindlichen Absichten hat und insofern mit dem anderen Kooperieren will. Eine Ankündigung auf Kooperation ebenfalls mit Kooperation zu reagieren.
Feindseligkeit: Eine Dominanzgeste, die den anderen von eigenen feindlichen Verhalten abschrecken soll
Ekel: Eine Gefühl, welches insbesondere vor dem Verzehr verdorbener Speisen und der Ansteckung schützen soll. Ausgelagert auf eine moralische Ebene, die die gleichen Kanäle nutzt und dazu dient unsoziales Verhalten abzuweisen.
Verachtung: Verdeutlichung, dass man ein Verhalten als Unsozial/unfair ansieht. Führt üblicherweise auch dazu, dass diese Person nicht mehr als Empfänger altruistischen Verhaltens für würdig empfunden wird und schützt damit vor Fehlinvestitionen, Warnung, dass ein Ausschluss aus der Gruppe droht
Furcht: Eine Sicherheitsmaßnahme um das Genvehikel vor Beschädigung zu schützen
Scham: Bewahrung vor zu sexuellen Situationen, wenn diese nicht gewünscht sind.
Schuld: Anerkenntnis, dass noch eine Erwiderung einer altruistischen Handlung erfolgt, insofern Zusicherung, dass eine Erwiderung erfolgen wird und die „Schuld ausgeglichen wird“, also ein Zeichen dafür, dass man weiterhin als Empfänger von Wohltaten akzeptabel ist.
Interesse/Neugier: Entdeckung von Ressourcen und Schutz vor Überraschungen. 
Wer will kann gerne ergänzen und korrigieren.
Aus meiner Sicht wird den meisten Gefühlen und Charaktereigenschaften eine Ausprägung eines bestimmten evolutionären Ziels zugrundeliegen. Gefühle etc haben insofern einen biologischen Sinn, der ermittelt werden kann.

74 Gedanken zu “Gefühle und Charaktereigenschaften und ihre biologische Grundlage

  1. Mir fehlen die Gefühle „Trauer“ und „Wut“ in der Aufzählung.

    Eifersucht hat m.M.n. eine andere Funktion. Eifersucht entwickelt sich aus dem Glauben/der Hoffnung, Liebe sei etwas exklusives. Das Gefühl der Eifersucht verschleiert damit zwei andere Gefühle: Verlustangst und Neid.
    Hinter Verlustangst stecken dann noch: Trennungsangst, Angst vor dem Alleinsein, Verlust der Geborgenheit, ökonomischer oder emotionaler Sicherheit, Angst vor Ohnmacht, aber auch Angst vor Autonomie oder Verlust der Autonomie.
    Eifersucht zeigt auch, dass wir endlich sind, wir existieren nur eine sehr begrenzte Zeit, werden älter und sterben.

    • @Julia

      Trauer finde ich gar nicht so einfach. Vielleicht geht es darum, dass einfach deutlich gemacht wird, dass man Bindungen eingehen kann, wenn Personen betroffen sind.

      Wut würde ich als Signal sehen, dass man, wenn man provoziert wird unlogisch handelt. Dazu hatte ich hier auch was geschrieben
      https://allesevolution.wordpress.com/2011/09/01/rache-starke-gefuhle-ehrenkodexe-und-verhandlungspositionen/

      „Eifersucht entwickelt sich aus dem Glauben/der Hoffnung, Liebe sei etwas exklusives.“

      Das ist sozusagen das „Wie“. Bei meiner Antwort geht es eher um das „warum“. Davon auszugehen, dass Liebe etwas exklusives ist ist ja insoweit eine nettere Umschreibung dessen, was man in der Biologie „Mate Guarding“ nennt. Die Verlustangst lässt einen den Partner mehr bewachen, sorgt dafür, dass man mehr tut, damit er nicht abwandert. Ebenso wie einen der Neid dazu bringt, die versuche des anderen sie/ihn zu erobern zu sabotieren

      • Christian,

        ja, Trauer ist in evolutionärem Kontext nicht wirklich zu erklären. Der lähmende Zustand nach dem Tod eines anderen Menschen hindert die Instinkte und macht denjenigen/diejenige für einen gewissen Zeitraum regelrecht „behindert“. Beim Überleben in freier Natur nicht förderlich.
        Die Frage ist ab auch, ob frühere Kulturen in dem Maße getrauert haben, wie wir das tun. Der Tod gehörte vielmehr zum täglichen Geschehen und musste schneller überwunden werden, um selbst überleben zu können.

        (Zu Eifersucht weiter unten. Darüber zu diskutieren, wie groß der evolutionäre und der kulturelle Anteil jeweils sind, fänd ich an dieser Stelle ermüdend 🙂 Es gibt eine kulturelle Komponente, die man nicht unterschlagen sollte. Das würde dem Sachverhalt nicht gerecht werden.)

        „Wut“ … kann auch gegen sich selbst gerichtet sein.
        Durch gute Wut wird punktuell Energie freigesetzt (ähnlich wie bei Stress). Das kann ich gefährlichen Situationen (oder in Verhandlungen) von Nutzen sein.

        • Irgendwo hab ich mal eine evo-Erklärung von Trauer gelesen. Trauer wäre demnach ein unangenehmes („bestrafendes“) Gefühl – ähnlich wie Schmerz – dass durch entsprechend achtsames erhalten zu vermeiden versucht wird.

        • @julian

          „ja, Trauer ist in evolutionärem Kontext nicht wirklich zu erklären.“

          Vielleicht ist es eine Nebenfolge des Mitgefühls und ein Zeichen einer Bindung. Wir empfinden ja auch Leute, die nicht trauern als kalt, fragen uns, was verkehrt mit ihnen ist, wenn sie es einfach so abschließen, ob sie den anderen wirklich geliebt haben etc.

          In dem Zusammenhang könnte Trauer einen Vorteil gegeben haben

        • @ Christian

          Ja, Trauer könnte eine Nebenwirkung des Entzugs der durch die Person, um die getrauert wird, ausgelöste Ausschüttung von Binduns-und Wohlfühlhormonen sein, also selbst eine biochemisch vermittelte „Katerstimmung“, eine Entzugserscheinung, die sich in depressiver Verstimmung äußert.

        • @ Julia

          Wenn der Mensch unter entsprechenden Überlebensstress steht, trauert er auch heute nicht so ausdauernd.

          Soldaten an der Front trauern nicht so sehr um tote oder verstümmelte Kameraden, weil die Sorge um ihr eigenes Überleben, ihre eigene aktuelle und immer wieder aktualisierte Todesangst sie davor bewahrt.

          Das kommt erst hinterher, nach der Front, nach dem Krieg, im „Frieden“, wenn sie entspannter sind.

          Ausgiebige Trauer, der man sich überlassen kann, ist so auch ein Luxusphänomen, dem man umso ausgiebiger frönen kann, je weniger herausfordernd der Kampf um’s Überleben ist.

        • Ich bin überrascht, dass man sich hier so schnell auf die Maladaptivitäts-Hypothese einigt, gibt es doch etliche denkbare (und existierende) Hypothesen, mit denen man Trauer in einen adaptiven Zusammenhang bringen kann – um so viel Kreativität ist Christian doch sonst auch nicht verlegen 😉

          Die Maladaptivität von Trauer wäre ja umso verwunderlicher aus Christians Sicht, wo ja Menschen sie im Laufe der Zivilisation zunehmend kultiviert und ritualisiert haben, sie häufig auch sozial erwünscht ist, wie Christian selbst schreibt. Warum diese Hochkonjunktur der Trauer, wenn sie doch nur Nebenwirkung ist.

          Aber was ihr schreibt, entspricht im wesentlichen der Ansicht von John Archer, der um zu dieser zu gelangen das wohl bedeutendste und wichtigste Standardwerk zu Trauer geschrieben hat, welches auch alle Alternativtheorien und Forschungsergebnisse aufaufbereitet ( http://www.amazon.com/Nature-Grief-Evolution-Psychology-Reactions/dp/0415178584 ). Ich habe es kapitelweise gelesen und finde es recht überzeugend, wenn auch nicht vollständig.

          Er ist in der Tat der Ansicht, dass es sich bei der Basisemotion Trauer (sie ist allen Kulturen gemein) um eine Art Nebenwirkung einer separation response handelt, also um ein Epiphänomen im Kontext der Evolution.
          Nach Archer ist Trauer also NICHT die psychische Entsprechung des physischen Schmerzes, welcher ja zweifellos adaptiv ist, indem er schmerzvermeidendes Verhalten negativ verstärkt.

          Trotzdem ist Trauer mit dem Reproduktionswert eines Individuums verknüpft, was sich nach Archer damit erklären lässt dass Menschen mit vielen (protektiven und fitness-förderlichen) engen Beziehungen häufiger trauern.

          Adaptive Theorien für Trauer, die ich noch so im Kopf habe, wären:
          – Separation responses erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Verlust rückgängig machen (die wenigsten Verluste sind irreversibel), z.B. die Beziehung wiederherstellen

          – bindet Aufmerksamkeit, löst affiliation, Mitgefühl bei anderen aus

          – im Kontext von Depression demotivierender psychischer Prozess, welcher dysfunktionalen Effort (auf Verlustobjekt gerichtet) reduziert

          – prädisponierte Lernerfahrung, die weitere Verluste mindern soll (=psychischer Schmerz)

          Da das Buch mehr psychologisch als Evolutionstheoretisch gehalten ist, weiß ich nicht ob er was zur kin selection schreibt.
          Man könnte ja annehmen, dass Trauer als kommunikative Handlung social bonding fördert, dass jemand in dessen sozialem Netz sozusagen ein Leck entstanden ist, einen freien Platz signalisiert, der im Interesse aller wieder gefüllt werden kann bzw das nahe Verwandte vermehrt gefährdete Grundbedürfnisse des Trauernden (oder gegenseitig) absichern, um Reproduktionspotential des Gens zu erhalten.
          Da wir aber nicht nur um nahe Verwandte trauern, ist letzteres wohl auch eher nicht anzunehmen.

          Der Ansatz den ich persönlich präferiere (ohne jetzt konkrete Forschung darüber gelesen zu haben), wäre ein adaptiver im Sinne der Signalling Theory. Durch das emotionale Leiden erzeugen wir nicht nur affiliation (kann ja bei Trauer oft beobachtet werden, dass sie stark instrumentellen Charakter hat, insbesondere bei Kindern), sondern Trauer zeugt von starken attachment, also der Fähigkeit tiefe Bindungen einzugehen und der Tendenz, diese aufrecht erhalten zu wollen, in sie zu investieren. Dann kriegt Christian auch wieder den Bogen zu seinem geliebten mate value.

          Wie Robin Urban letztens schrieb ist es ja durchaus auch attraktives Verhalten für Männer, Verluste zu betrauern oder sogar im Kino tränen zu vergießen. Da Verletztheit eben nicht nur wie in den simpleren Pickup-Annahmen Schwäche demonstriert, sondern auch ein Anzeichen von Bindungsfähigkeit ist.

          • @David

            „Der Ansatz den ich persönlich präferiere (ohne jetzt konkrete Forschung darüber gelesen zu haben), wäre ein adaptiver im Sinne der Signalling Theory. Durch das emotionale Leiden erzeugen wir nicht nur affiliation (kann ja bei Trauer oft beobachtet werden, dass sie stark instrumentellen Charakter hat, insbesondere bei Kindern), sondern Trauer zeugt von starken attachment, also der Fähigkeit tiefe Bindungen einzugehen und der Tendenz, diese aufrecht erhalten zu wollen, in sie zu investieren. Dann kriegt Christian auch wieder den Bogen zu seinem geliebten mate value.“

            Ja, dass wäre aus meiner Sicht auch eine gute Möglichkeit. Ich hatte die Signalwirkung ja hier auch schon mal angesprochen

            „Da Verletztheit eben nicht nur wie in den simpleren Pickup-Annahmen Schwäche demonstriert, sondern auch ein Anzeichen von Bindungsfähigkeit ist.“

            Läuft im Pickup unter „willing to emote“

        • Läuft im Pickup unter “willing to emote”

          Gut, ich stelle vermehrt fest, dass in der Pickup-Community so etwas wie ein (pseudo)wissenschaftlicher Diskurs stattfindet, ein starker Trend zur Ausdifferenzierung und Spezifizierung von Theorien. Also weg von den extrem reduktionistischen, vereinfachenden Modellen vom dominanten Höhlen-Alpha, dessen Verhalten imitiert und adaptiert werden muss.
          Durch Generierung und Hinzunahme von Konzepten entstehen komplexere Theorien und Hilfstheorien, die die Realität zunehmend besser abdecken, zunehmend mehr Ausnahmen (die oft die Regel darstellen anstatt sie nur zu bestätigen) erklären können.

          Die Frage ist, inwiefern entsteht aus dieser Theorienvielfalt etwas sinnvolles, etwas das Menschen nachweislich hilft, indem es falsche Grundannahmen über das Selbst und die Frauenwelt an die Realität anpasst?
          Welchem Guru soll ich vertrauen, sind die Theorien zu allgemein gehalten um auf den Einzelfall anwendbar zu sein oder zu komplex, um in einer Situation konkret umsetzbar zu sein?
          Oder wird sie durch das Wegfallen eindeutiger Handlungsvorgaben nicht obsolet?
          Reine Psychoedukation ist bspw. auch noch längst keine Therapie, evidenz-basierte Wirksamkeit bemisst sich nicht an Augenscheinvalidität, sonst ist sie kaum besser als Astrologie (welche mehr Menschen überzeugt hat als Pickup).

          Die Theorie(enbildung) nähert sich inhaltlich zunehmend der empirischen Psychologie, ohne sich jedoch wissenschaftlicher Korrektive oder Methodik bedienen zu können. Letztlich beruht das alles eben doch nur auf anekdotischer Evidenz einiger Alphas mit kommerziellen Interessen, welche einen bestimmten (vermutlich recht hohen) mate value haben, bestimmte Frauen bevorzugen und sich in einem bestimmten Milieu bewegen.

          Dass es aber in dieser Szene durchaus ein paar Autoren gibt, deren Erfahrungschatz, Beobachtungsgabe und literarisches Talent beachtlich ist, die viel im Kern Wahres gut auf den Punkt bringen können, das ist mir inzwischen auch aufgefallen.

          • @David

            Es wäre interessant, da die genauen Zusammenhänge aufzuarbeiten, aber Pickup ist aus meiner Sicht in vielen Punkten die Praxis, in der festgehalten wurde, was funktioniert und dazu Konzepte entwickelt worden sind. Ob die Konzepte dabei bereits von anderweitiger Theorie beeinflusst waren oder erst später eingearbeitet worden sind ist für mich schwer zu sagen.

            David DeAngelo empfiehlt einige biologische Bücher, zB the Mating Mind und in einer Reihe von Mystery wurde recht ausführlich zu Evolution und auch sexueller Selektion Stellung genommen.

            Konzepte wie Peacocking mögen erst entwickelt worden sein, decken sich aber hervorragend mit Theorien über Costly Signals etc.

            Ich denke man hat vieles in Hinblick auf den Forschungsstand nachgebessert und mit einem theortischen Unterbau versehen.

            Ich bin sicher, dass einige Forscher die Pickupbücher sehr begeistert gelesen habe, weil sie den Vorteil haben, offener und ehrlicher reden zu können und Mechanismen praxisbezogener darstellen zu können als es in der Forschung üblich ist.

            Andere im Pickup tätige haben auch eine entsprechende Ausbildung, zb Paul Dobransky alias Dr. Paul

            „Letztlich beruht das alles eben doch nur auf anekdotischer Evidenz einiger Alphas mit kommerziellen Interessen, welche einen bestimmten (vermutlich recht hohen) mate value haben, bestimmte Frauen bevorzugen und sich in einem bestimmten Milieu bewegen.“

            Im Zweifelsfall ausprobieren. Es gibt viele verschiedene Schulen und Ansätze. Die Intereviewserie von David DeAngelo bietet da interessante Einblicke.

            Pickup hat sich nicht aus einem kommerziellen Interesse entwickelt, die Grundlagen wurden in einer Usenetgroupe alt.seduction.fast geschaffen, damals noch vollkommen ohne zu verkaufende Produkte. Der kommerzielle Ausbau kam später dazu, als man bemerkte, dass da ein erheblicher Bedarf vorhanden ist. Die Theorien sind aber im Kern die gleichen geblieben.

        • @david
          *Reine Psychoedukation ist bspw. auch noch längst keine Therapie, evidenz-basierte Wirksamkeit bemisst sich nicht an Augenscheinvalidität, sonst ist sie kaum besser als Astrologie (welche mehr Menschen überzeugt hat als Pickup).*

          Ich kann mich erinnern, als ich so 12,13 war fiel mir ein Buch mit Liebeszaubern in die Hände. Pickliges dickes Nerdmädchen das ich war, hab ich natürlich blaue Kerzen im Mondschein angezündet. Klang ja auch alles total super, was die Frau da erzählte, Vokabular klang total magic und alles. Hat natürlich nicht funktioniert. Erst als ich ein wenig älter, hübscher und selbsbewusster wurde, klappte das mit meinem jeweiligen „Schwarm“. Da gibts einige Parallelen zu PU, nur dass es natürlich zielgruppentechnisch umgemünzt wurde.
          Inwiefern da tatsächlich zwischen PU und plötzlichem Erfolg eine Kausalität und nicht nur eine Korrelation besteht erscheint mir fraglich.

          @Christian
          *Ich denke man hat vieles in Hinblick auf den Forschungsstand nachgebessert und mit einem theortischen Unterbau versehen.*

          Jedesmal wenn im Zusammenhang mit PU von „Forschungsstand“ gesprochen wird, ist es als wenn 1000 Wissenschaftlerstimmen aufschreien um dann für immer zu verstummen…

          *Ich bin sicher, dass einige Forscher die Pickupbücher sehr begeistert gelesen habe, weil sie den Vorteil haben, offener und ehrlicher reden zu können und Mechanismen praxisbezogener darstellen zu können als es in der Forschung üblich ist.*

          Welche Forscher??

          *Pickup hat sich nicht aus einem kommerziellen Interesse entwickelt, die Grundlagen wurden in einer Usenetgroupe alt.seduction.fast geschaffen, damals noch vollkommen ohne zu verkaufende Produkte.*

          Vielleicht wäre es irgendwann ausgestorben, wenn nicht einige Typen ein (kommerzielles) Interesse gehabt hätten, diesen Trend am Leben zu erhalten. Du beziehst dich oft rein auf den Ursprung, ohne die Entwicklung zu berücksichtigen.

          • @Maren

            „Jedesmal wenn im Zusammenhang mit PU von “Forschungsstand” gesprochen wird, ist es als wenn 1000 Wissenschaftlerstimmen aufschreien um dann für immer zu verstummen…“

            Das meinst du. Ich würde vermuten, dass sowohl deine Kenntnisse im PU Bereich als auch bezüglich der Forschung nicht so umfassend sind.

        • *Pick-Up ist mehr als Mondscheinmagie.
          Keine Wissenschaft und dennoch Therapie (für die entsprechende Zielgruppe)*

          Für die sich die Herren sehr gut bezahlen lassen. Gerade Dr. Paul macht auf dieser Seite nix als Werbung für seine 500 Ocken-Kurse.
          Und redet ansonsten eine Scheiße…

          Ich hab mal den F.I.Q. (Interlenz für die Frau!) gemacht.

          Zitate aus dem Ergebnis:

          „It has been long established that one’s I.Q. is something that doesn’t change much over the lifetime“ Falsch. Als Psychologe sollte er das wissen.

          „At Women’s Happiness, we have found that your F.I.Q. – your Feminine Intelligence – CAN be raised significantly, and once cultivated, it can ONLY rise, never fall, unlike femininity level itself.“

          Was zum Geier ist der F.I.Q.? Ach ich werds wahrscheinlich im ersten Kurs gesagt bekommen…

          „You are on the right track with your life. You do understand that a woman’s friends and ability to form friendship networks are the bedrock of feminine life, prior to making stable and reliable connections to men.[…]What this means is that if you work on your character, you always, always ALWAYS get the right career at the highest income to just drop right in your lap“

          *facepalm*

          Und so weiter… Zudem, wenn jemand Psychiater wird und sich dann darauf spezialisiert, für teuer Geld Menschen bei ihrem Sexleben zu „helfen“, spricht das weder für seine Qualifikation noch für seine Seriösität.
          Aber hey, hauptsache ein Dr. vorm Namen, ne?

          • @marenleinchen

            „Für die sich die Herren sehr gut bezahlen lassen.“

            Wenn man jemanden will, der bekannt ist, zahlt man mehr. Mitunter kann ein hoher Preis einfach auch durch hohe Qualität berechtigt sein. Es ist kein automatisches Zeichen gegen Qualität.

            „Zudem, wenn jemand Psychiater wird und sich dann darauf spezialisiert, für teuer Geld Menschen bei ihrem Sexleben zu “helfen”, spricht das weder für seine Qualifikation noch für seine Seriösität.“

            Kannst du das noch einmal näher erläutern? Warum soll man bei der Hilfe von Leuten bei ihrem Sexleben diese Vorkenntnisse nicht verwenden können?

        • *Mitunter kann ein hoher Preis einfach auch durch hohe Qualität berechtigt sein. Es ist kein automatisches Zeichen gegen Qualität.*

          Für diese Dienstleistung ist der Preis aber in keinster Weise gerechtfertigt. 500,- für einen zweifelhaften Selbsthilfekurs auf CD zahlen doch nur Leute die komplett verzweifelt sind. Das hat dann schon ein Geschmäckle. Zudem das Konzept relativ doof wirkt.

          *Kannst du das noch einmal näher erläutern? Warum soll man bei der Hilfe von Leuten bei ihrem Sexleben diese Vorkenntnisse nicht verwenden können?*

          Kann man wahrscheinlich schon. Darum gehts gar nicht. Es macht mich nur stutzig, dass jemand lange für einen Beruf studiert, den man ergreift, wenn man Menschen mit psychischen Störungen helfen möchte, und dann so einen Weg einschlägt.
          Wenn du ehrlich bist, ist er nicht besser als die Leute von Astro-TV, nur dass die billiger sind.

          Ich bin immer wieder erstaunt darüber, welche Leute du anführst, wenn du andere von der Seriösität, Effektivität und Wissenschaftlichkeit von PU überzeugen willst. Liest du eigentlich mal nach, was das für welche sind?

          • @Maren

            Es ist den Leuten ja möglich, sich vorher zu informieren. Eigentlich ist alles, was man zu Pickup braucht im Netz verfügbar und das kostenlos. Ich persönlich würde auch keine 500 € dafür zahlen, es scheint aber auch ein Programm für Frauen zu sein, wenn ich das richtig verstehe?

            „Es macht mich nur stutzig, dass jemand lange für einen Beruf studiert, den man ergreift, wenn man Menschen mit psychischen Störungen helfen möchte, und dann so einen Weg einschlägt.“

            Ich meine in dem Interview mit David DeAngelo aus der „Dating Gurus“ Reihe sagt er, dass er genau so zu Pickup gekommen ist. Er hatte Menschen in seiner Klinik, die mit ihrem Leben nicht klargekommen sind, unter mangelnden Selbstwertgefühl litten und sich vom anderen geschlecht abgelehnt fühlten. Denen wollte er helfen, weswegen er sich selbst entsprechend eingelesen hat.

            „Wenn du ehrlich bist, ist er nicht besser als die Leute von Astro-TV, nur dass die billiger sind.“

            Der Unterschied ist, dass Pickup funktioniert.
            Ich finde die Argumente da häufig etwas zirkelschlüssig: „Es ist schlecht, weil es Geld kostet. Deswegen sind die Leute Scharlatane.“ Das ist aber tatsächlich kein Argument gegen die Qualität seines Programms.

            „Liest du eigentlich mal nach, was das für welche sind?“

            Wir könne ja mal reinhören:

        • *Eigentlich ist alles, was man zu Pickup braucht im Netz verfügbar und das kostenlos.*

          Aber doch nicht von einem Doktor! Zudem, es scheint ja zu klappen, ansonsten wäre er ja mit seinen Preisen schon runtergegangen.

          *Ich persönlich würde auch keine 500 € dafür zahlen, es scheint aber auch ein Programm für Frauen zu sein, wenn ich das richtig verstehe?*

          Das Männerprogramm liegt in derselben Preisklasse.

          *Er hatte Menschen in seiner Klinik, die mit ihrem Leben nicht klargekommen sind, unter mangelnden Selbstwertgefühl litten und sich vom anderen geschlecht abgelehnt fühlten. Denen wollte er helfen, weswegen er sich selbst entsprechend eingelesen hat.*

          Dass er das so sagt ist ja klar. Klingt auch besser als „Ich wollte einfach mit minimaler Arbeit ein Schweinegeld verdienen“ oder „Ich war nicht gut genug um wirklich Kranken zu helfen“
          Er ist ja kein Psychologe, sondern Psychiater. Das sind die, die Medikamente verschreiben und mehr machen als Gesprächstherapie.

          *Der Unterschied ist, dass Pickup funktioniert.*

          Sagst du immer so. Den endgültigen Beweis bleibst du aber schuldig. Kein Typ, der Scheiße aussieht, sich gehen lässt und Angst hat Menschen anzusprechen, hat Erfolg, selbst wenn er cocky und funny ist.

          *“Es ist schlecht, weil es Geld kostet. Deswegen sind die Leute Scharlatane.”*

          Es kostet soviel wie eine 4köpfige Familie im Monat zum (gut) Leben braucht. Das ist das Eine, es ist unverschämt teuer.
          Es ist ein Geschäft. Das heisst, es muss das Bedürfnis geweckt werden, damit ein Markt da ist. Daher wird den Hilfesuchenden suggeriert dass etwas mit ihnen nicht stimmt, dass es nicht reicht, mit 2 Frauen pro Monat zu schlafen, was weiss ich. Es wird eine unheimlich suggestive Sprache in den Werbeartikeln auf dem „Blog“ und in dem „Psychotest“ verwendet, die impliziert, dass irgendwas nicht so ist, wie es sein sollte. Entweder die Karriere, oder du hast zu wenig Freunde, oder zu wenig Glück beim anderen Geschlecht. Es wird eine Minderwertigkeit suggeriert (AFC, Beta/Omega-Male)
          Es KÖNNTE aber alles total perfekt sein, wenn du den Kurs belegst, das Buch kaufst, den Blog bekannt machst. Wodurch sich für den Autor (weitere) Karrieremöglichkeiten ergeben.
          Ob es dir hilft oder nicht ist da relativ egal.
          Und dann werden sie mit Binsenweisheiten wie „Sei ein unterhaltsamer Mensch“, „Mach dich mal nett“ oder „Sprich sie einfach mal an“ abgespeist, nur in fancy Worte verpackt.

          *Video*
          „to my knowledge,everything you´re gonna see,works, eventually,everytime. So you can count on it“

          Lass dir das mal auf der Zunge zergehen. Besonders die Kombination von eventually und everytime.

          Dann spricht er weiter, es seien ja nicht nur Anekdoten, er benutzt das wissenschaftlichere „research“. Trotzdem es nur Anekdoten aus seiner Arbeit sind.

          Auch elegant wie er sich um die Frage nach dem Erfolg herumwindet. Wie weiss er übrigens, dass die Leute, die nicht wiederkommen, es daher tun, weil sies nicht brauchen???
          Achso ja, ist ja ne Werbeveranstaltung.
          Nee, als sie angefangen haben sich gegenseitig in den Arsch zu kriechen hab ich ausgemacht. Grauenvoll.

          Zudem ist „Dr. Paul“ ein superschlechter Redner, monoton, leierig, ohne Verbindung zum Publikum. Da schläfst du ja ein.
          Schlechte Referenz für jemanden, der mein social life und inner game improven will…

          • @Maren

            „Das heisst, es muss das Bedürfnis geweckt werden, damit ein Markt da ist.“

            Du meinst es gab vor Pickup kein Bedürfnis danach, mit Frauen besser zu werden bzw. ein Bedürfnis danach bei Frauen gut anzukommen oder mit Frauen Sex zu haben?

            Das Bedürfnis dürfte so alt sein, wie der Mensch selbst.

            „Dass er das so sagt ist ja klar. Klingt auch besser als “Ich wollte einfach mit minimaler Arbeit ein Schweinegeld verdienen” oder “Ich war nicht gut genug um wirklich Kranken zu helfen”“

            Oder aber es stimmt einfach. Was nicht ausschließt, dass er mit wenig Arbeit ein Schweinegeld verdient. Was wiederum nicht ausschließt, dass seine Arbeit tatsächlich Leuten hilft.

            „Daher wird den Hilfesuchenden suggeriert dass etwas mit ihnen nicht stimmt, dass es nicht reicht, mit 2 Frauen pro Monat zu schlafen, was weiss ich.“

            Richtig, die Männer, die mit 2 neuen Frauen pro Monat schlafen sind die Zielgruppe. Es ist erstaunlich, dass du da die Rate so hoch setzt. Das sind ja immerhin 24 Frauen pro Jahr und damit weit über dem Lebensschnitt der meisten Menschen.

            Die meisten Männer, die schlecht mit Frauen sind, schlafen mit 0 Frauen pro Jahr. Sie würden gerne mit wesentlich mehr Frauen oder auch mit attraktiveren Frauen schlafen. Pickup muss diesen Markt nicht generieren. Es leuchtet den meisten Männern ohne weiteres ein, dass dieser Markt vorhanden ist, deswegen gibt es Prostitution etc.

            „Und dann werden sie mit Binsenweisheiten wie “Sei ein unterhaltsamer Mensch”, “Mach dich mal nett” oder “Sprich sie einfach mal an” abgespeist, nur in fancy Worte verpackt.“

            Die Ratschläge sind im Pickup wesentlich umfangreicher. Sie sagen eben, wie man ein unterhaltsamer und insbesondere ein sexuell interessanter Mensch wird. Sie sagen, welche verschiedenen Strategien es gibt, um eine Frau anzusprechen und was die jeweiligen Vorteile sind (direkt und indirekt zB), wie die Phasen eines Flirts sind und was an welcher Phase wichtig ist. Warum einfach nur nett sein häufig zur Friendzone führt etc.

            „Zudem ist “Dr. Paul” ein superschlechter Redner, monoton, leierig, ohne Verbindung zum Publikum.“

            Das sind ja sehr relative Wertungen. Der eine kann ihm gut zuhören, der andere nicht. Wie du siehst ist es aber nicht so schwer, sich ein Bild davon zu machen, ob sicher derjenige für einen lohnt.

        • @maren: Ich halte ja auch nicht all zu viel von dieser schmierigen Pickup-Sekte, die sicherlich zum Großteil aus Scharlatanerie und der Küchenpsychologie nerdiger Loser besteht, die man als letztes zum Thema Frauen befragen sollte.

          Ich denke wenn es eine Community von Frauen gäbe, die Pickup-Konzepte für Männer entwickeln würde, hätte die zwar auch einen deutlichen bias (würde vielleicht zu viel „nice guys“ produzieren), wäre aber im Resultat der Effektivität eher besser als schlechter im Vergleich zur männlichen Pickup-Lehre.

          Aber deine Argumente sind zum Teil doch ziemlich albern.
          Du streitest quasi ab, dass Pickup eine bereits vorher existierende Nachfrage bedienen würde. Das könnte man dann auch über Psychotherapie sagen, wo denn Klienten auch „eingeredet“ wird, es sei etwas nicht in Ordnung.

          Dass er das so sagt ist ja klar. Klingt auch besser als “Ich wollte einfach mit minimaler Arbeit ein Schweinegeld verdienen” oder “Ich war nicht gut genug um wirklich Kranken zu helfen”
          Er ist ja kein Psychologe, sondern Psychiater. Das sind die, die Medikamente verschreiben und mehr machen als Gesprächstherapie.

          Psychologen machen nur Gesprächstherapie? Ein Psychiater macht es sich einfach, wenn er sich mit Beratungskonzepten selbstständig macht, anstatt einfach seinem bestens bezahlten und sicheren Beruf nachzugehen?
          Na da hat mal jemand Ahnung.

          • @david

            „Ich denke wenn es eine Community von Frauen gäbe, die Pickup-Konzepte für Männer entwickeln würde, hätte die zwar auch einen deutlichen bias (würde vielleicht zu viel “nice guys” produzieren), wäre aber im Resultat der Effektivität eher besser als schlechter im Vergleich zur männlichen Pickup-Lehre.“

            Das glaube ich nicht. Wenn man Kunden fragt, wie sie am besten zum Kauf animiert werden, dann wird man auch schlechtere Resultate bekommen als wenn man gute Verkäufer fragt.

            Was meinst du denn wären die wesentlichen Unterscheidungen?

        • *Richtig, die Männer, die mit 2 neuen Frauen pro Monat schlafen sind die Zielgruppe. Es ist erstaunlich, dass du da die Rate so hoch setzt.*

          Ich hab nicht notwendigerweise Neue gemeint. Aber ja, dass ist in etwa auch die Zielgruppe. Weil da ein James-Bondesques Ideal gesetzt wird von dem smoothen Player, der jede klarmachen kann und soll. Die Hauptzielgruppe sind natürlich sehr junge Männer, weil die wesentlich beeinflußbarer sind.

          *Du meinst es gab vor Pickup kein Bedürfnis danach, mit Frauen besser zu werden bzw. ein Bedürfnis danach bei Frauen gut anzukommen oder mit Frauen Sex zu haben?*

          Du weisst aber schon wie Marketing funktioniert oder? Es liegt natürlich im Interesse der PUpper, dass der Markt erhalten wird.
          Daher beschränkt sich ja PU nicht nur auf Frauen klarmachen, sondern es gibt dann Programme für Beziehungen (Betaisierung!),Arbeits- und sonstiges Sozialleben. Und das unterstützt nicht das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die eigenen (!) Bedürfnisse, sondern die Abhängigkeit von diesem System. Schau dir nur die Jungs an, die in Foren aufgeregt nachfragen, weil sie gerade per SMS mit einer Frau kommunizieren, oder weil sie wissen wollen, ob es ok ist beim Weggehen ein Bier zu trinken oder ob es PU-technisch ein No-No ist.

          *Die Ratschläge sind im Pickup wesentlich umfangreicher.*

          Sie lassen sich aber im Wesentlichen auf diese Weisheiten runterbrechen. Nur in schicke Worte verpackt, und mit einem Hauch „Wissenschaftlichkeit“ versehen.

          *Das sind ja sehr relative Wertungen. Der eine kann ihm gut zuhören, der andere nicht.*

          Ich hab relativ lange mein Geld mit Reden verdient und dazu auch im Job einige Trainings und Seminare gehabt. Es gibt da klare Regeln, was Modulation etc. angeht. Er ist ein schlechter Redner.

          Wieso gehst du nicht auf die inhaltlichen Kritikpunkte ein?
          Ich höre immer nur „Aber PU ist ja eigentlich total super!“

        • @David
          *Du streitest quasi ab, dass Pickup eine bereits vorher existierende Nachfrage bedienen würde.*

          Das habe ich bereits relativiert.

          *Das könnte man dann auch über Psychotherapie sagen, wo denn Klienten auch “eingeredet” wird, es sei etwas nicht in Ordnung.*

          Na, „Dr. Paul“ kommt ja von da. 🙂 Und, klar gibt es da auch schwarze Schäfchen. Aber der Marketinganteil ist doch deutlich geringer.

          *Psychologen machen nur Gesprächstherapie? Ein Psychiater macht es sich einfach, wenn er sich mit Beratungskonzepten selbstständig macht, anstatt einfach seinem bestens bezahlten und sicheren Beruf nachzugehen?*

          Na, ausschliesslich nicht. Aber die Einsatzgebiete sind i.d.R. andere, was sich daraus ergibt, dass Psychiater „richtige“ Ärzte sind. Was den bestens bezahlten Beruf angeht: Was meinst du ist angenehmer, eine leitende Stelle in z.B. der Forensik oder auf ein paar CDs sprechen und Seminare halten und dafür von den Anhängern so bewundert werden wie Christian es tut?

        • „Was den bestens bezahlten Beruf angeht: Was meinst du ist angenehmer, eine leitende Stelle in z.B. der Forensik oder auf ein paar CDs sprechen und Seminare halten und dafür von den Anhängern so bewundert werden wie Christian es tut?“
          Üblicherweise geht einem solchen Jobwechsel ein radikaler Einschnitt im Jobleben voraus. Sprich, wer so einen Jobwechsel vornimmt wurde vorher meiner Erfahrung nach sechskantig gefeuert.

          Ich weiß natürlich nicht, wie das bei Dr. Paul war und ob es so war.

        • Dr. Paul ist wirklich zum Schießen, immerhin 3 Minuten hab ich das Video ausgehalten 🙂

          Die Einsatzgebiete von Psychologen sind sehr viel breiter, was du meinst sind Psychologische Psychotherapeuten. Die machen so wie Psychiater eine mehrjährige Spezialisierung, wobei Psychologen natürlich vom Studium her viel mehr psychopathologisches und psychologisches Grundwissen als Mediziner haben, welche im Studium eher so 2 Wochen Blockkurs Psychiatrie hatten und dann in der Facharztausbildung nur eine Schmalspur-Therapieausbildung (ca. 1/4 der Theorie, die PP lernen) absolvieren, dafür aber eben auch psychopharmakologisch behandeln können und dürfen. Da ich von meiner Freundin weiß, was Psychiater vor und nach ihrem Facharzt so an Psychotherapiewissen und -können haben, würde ich mir das 2 mal überlegen, einen aufzusuchen, wenn ich nicht nur Pillen verschrieben bekommen möchte (was auch der Arbeit entspricht, die die meisten niedergelassenen Psychiater machen)

          Du meinst wahrscheinlich nicht die GT, welche gar nicht zu den offiziell zugelassenen Therpaieformen in Deutschland zählt. Die KVT besteht übrigens nicht nur aus Gesprächen.

    • Trauer:

      Sperrfrist.
      Es wird getrauert um einen anderen Mensch weil die Bindung zu diesem nicht sofort aufgegeben werden soll. In der Bindung stecken Arbeit und Ressourcen, die eine gewisse Wartezeit bedingen diese nicht sofort durch andere Bindungen und generelle Änderungen im sozialen Umfeld zu entwerten weil eine gewisse Chance auf Widerherstellung der Bindung besteht.
      Das ist bei einem Toten natürlich sehr unwahrscheinlich, doch sind Gefühle nicht rational und es kann jemand auch für Tot gehalten werden obwohl er es nicht ist.

      Wut:

      Selbstbehauptung, Gefühle von Minderwertigkeit.
      Das Gefühl das der auf den man Wut hat gegen soziale Regeln verstoßen hat.

    • Fairness: Präsentation als jemand, der bei der Interaktion auch die Interessen der anderen berücksichtigt und nicht lediglich auf den eigenen Vorteil aus ist: Letztendlich ein Zeichen, dass man zu einem sozialen Miteinander in der Lage ist und es sich lohnt mit einem Geschäfte zu machen

      Und was ist damit erklärt? Ich sehe nicht, wie hier zwischen nature und nurture unterschieden werden kann. Und das ist ja wohl die Frage, die sich immer wieder stellt. Dass jegliches menschliches Verhalten nicht im Widerspruch zur Evolutionstheorie stehen kann ist – sofern die Evolutionstheorie als Tatsache anerkannt wird – selbstverständlich.

      • @Peter

        „Und was ist damit erklärt? Ich sehe nicht, wie hier zwischen nature und nurture unterschieden werden kann.“

        Für eine Abgrenzung wären andere Studien möglich. Beispielsweise bei Hirnschäden, die diesen Fairnessgedanken ausschließen und einen ein Egoist sein lassen, unabhängig von der vorherigen Sozialisation.
        Hier geht es erst einmal darum, einen möglichen evolutionären Vorgang zu beschreiben, der zu Fairness passen würde.

        Ein interessantes Buch dazu ist „Matt Ridley: Origins of Virtue“. Fairness als evolutionäre Anpassung würde genau das sein, was für ein Handeln und gegenseitige Reziprozität erforderlich wäre, sozusagen für einen Ausbruch aus dem damit verbundenen Prisoners Dilemma

        • Für eine Abgrenzung wären andere Studien möglich. Beispielsweise bei Hirnschäden, die diesen Fairnessgedanken ausschließen …

          Ich wusste es doch schon immer – Neoliberale haben einen Gehirnschaden! 🙂

          Hier geht es erst einmal darum, einen möglichen evolutionären Vorgang zu beschreiben, der zu Fairness passen würde.

          Fairness? Ich würde doch vermuten, dass Fairness die Fähigkeit voraussetzt, sich in andere einzufühlen, deren Blickwinkel einzunehmen. Solch hoch entwickelte Handlungsmuster sind doch naheliegenderweise sehr viel mehr der kulturellen Prägung ausgesetzt als Triebimpulse wie das Verlangen nach Sex, Wut und dergleichen, oder nicht?

          Fairness als evolutionäre Anpassung würde genau das sein, was für ein Handeln und gegenseitige Reziprozität erforderlich wäre, sozusagen für einen Ausbruch aus dem damit verbundenen Prisoners Dilemma

          Die Leistungsfähigkeit des Gehirns kann sicherlich als evolutionär vorteilhafte Anpassung interpretiert werden, die sich durch die Abstraktionsfähigkeit ergebenden Verhaltensmuster aber nicht so ohne weiteres, denn es gibt doch genügend Beispiele für Menschen, die sich nicht an die Regeln der Fairness halten, weil sie nicht auf Unterstützung angewiesen sind.
          Wie auch immer: Wie nature und nurture getrennt werden können, bleibt auch nach 100 Beiträgen schleierhaft. Dabei ist das doch eine zentrale Frage, wenn sich die Diskussionen nicht immer im Kreis drehen sollen.

    • Trauer dient dem Ablöseprozess von nicht mehr zu realisierenden Zielen.
      Im Allgemeinen lassen sich alle Emotionen auf 4-8 (manchmal mehr) Grundbedürfnisse runterbrechen. Hinter jeder menschlicher Handlung steht also das Bedürfnis die eigene Situation entsprechend zu verbessern, oder wenigstens nicht zu verschlechtern.

      • Eifersucht ist doch schlicht und einfach die Reaktion auf eine narzisstische Kränkung.

        Wie versteht sich das im Kontext der Evolution, hältst du sie für maladaptiv bzw krankhaft? Davon ist denke ich nicht auszugehen.

        @basementboi: Trauer dient dem Ablöseprozess von nicht mehr zu realisierenden Zielen.

        Archer als auf dem Gebiet führende Instanz sieht es zumindest anders. Klinger wiederum würde dir recht geben.
        Du sagst alle Emotionen lassen sich auf Grundbedürfnisse herunterbrechen. Dann dürfte es kaum mehr genuine Emotionen als die bisher identifizierten Basisemotionen geben.
        Außerdem reagieren wir auch auch (Nicht-)Befriedigung „höherer“ Bedürfnsse emotional, die du dann wieder auf die Grundbedürfnisse herunterbrechen musst. Besonderen Erklärwert hat das mE nicht.

  2. Eifersucht lässt sich evolutionsbiologisch bestens begründen. Ebenso, dass Männer da stärker „betroffen“ sind. (Vielleicht müsste man konsequenterweise bei manchen Emotionen/Charakterzüge die männliche und weibliche Ausprägung untescheiden.)

    • Stephan,

      http://pss.sagepub.com/content/21/2/168 (leider nur das Abstract)

      Der Beziehungstyp der Partner spielt bei der Ausprägung der Eifersucht eine größere Rolle als das Geschlecht.
      Das spricht dafür, dass Eifersucht (auch) kulturellen Implikationen unterworfen ist.
      (Dazu auch eine britische Studie, die Japanern eine deutlich geringer ausgeprägte Eifersucht bescheinigt als Brasilianern. In der brasilianischen Kultur spielt Fruchbarkeit eine viel größere Rolle.)

      • In meiner typisch männlich-zentrierten Sichtweise habe ich vergessen, zwischen emotionaler und sexualler Untreue zu unterscheiden.

        Die Studie unterscheidet dann wohl noch zwischen eher ängstlichen und selbstsicheren Männern. Hatte Christian da nicht auch mal was zu geschrieben?

    • @ Stephan

      „Eifersucht lässt sich evolutionsbiologisch bestens
      begründen. Ebenso, dass Männer da stärker “betroffen”
      sind. (Vielleicht müsste man konsequenterweise bei
      manchen Emotionen/Charakterzüge die männliche und
      weibliche Ausprägung untescheiden.)“

      Gerade bei der Eifersucht sieht man
      evolutionsbiologische Unterschiede
      sehr schön. Beim Mann ist es vor
      allem Eifersucht in Bezug auf
      sexuelle Untreue seiner Partnerin
      und den damit verbundenen Zweifeln
      in Bezug auf seine Vaterschaft.
      Stichwort Kuckuckskinder.
      Bei der Frau hat emotionale Untreue
      des Mannes und dem damit verbundenen
      Risiko des Verlustes eines Teils
      der Zuwendungen und Ressourcen des
      Mannes das grösste Gewicht.

  3. Viele negative Gefühle ermöglichen die glaubhafete Androhung Bestrafung anderer Mitglieder der Gesellschaft, obwohl dies für den Bestrafer selbst kostspielig, mitunter sogar sehr kostspielig ist.
    Wenn es negative Gefühle und Affekte nicht gäbe, wären z.B. Selbstmorddrohungen nicht glaubwürdig.

    Dadurch das Gefühle wird diese eigentlich irrationale Drohung glaubhaft und im Kampf un Ressourcen einsetzbar.

  4. Lieber Christian,
    ich finde ja grundsätzlich deine evolutionstheoretischen Aufbereitungen verschiedener Themen meistens völlig in Ordnung für so ein Blog.

    Hier sollte es aber doch mal ein wenig mehr Grundwissen sein, bevor man Just-so über Adaptivität von Emotionen herumspekuliert.
    Dazu gibt es einfach bereits eine Menge (wobei der Wissenstand über Emotionen angesichts ihrer Bedeutung für den Menschen immernoch kümmerlich ist).
    Erstmal über die (ca. 7) Basisemotionen (nach Darwin oder Ekman), die als universell, also zumindest in der Expression kulturunabhängig gelten und damit für die Evolutionstheorie am interessantesten sind.
    Dann mal kurz James, Schachter, Cannon, Zajonc und Rosemann anlesen (hab leider keine Zeit, sonst könnte ich die hier kurz anreißen).
    Gerade wenn man die kognitiven Theorien betrachtet und die semantischen Differentiale bzgl Emotionen in den Kulturen, kommt man zu dem Schluss dass die meisten der im Artikel genannten allenfalls soziobiologisch zu betrachten sind, aber nicht völlig ohne kulturellen Kontext.

    Ich weiß ich tue gerade genau das was ich bei Chomsky ständig moniere (der zudem Literaturtipps zu Themen gibt mit denen er sich kein Stück auskennt und nur unbeholfen mit Halbwissen jongliert, wie mir in letzter Zeit wieder auffiel), aber so ohne Grundlagen wird hier ein eigentlich sehr interessantes evolutionspsychologisches Thema doch deutlich unter dem sonstigen Niveau des Blogs diskutiert.

    • @David

      Alles richtig, es ist ein sehr oberflächlicher Artikel.

      Er ist eine kurze Zusammenfassung von Überlegungen aus anderen Büchern, die ich gelesen habe. Ich hatte mir schon lange mal vorgenommen einen Artikel zur biologischen Einordnung von Gefühlen zu schreiben, war aber nie dazu gekommen. Das teilt dieser Artikel mit so einigen halbfertigen Artikeln im Entwürfeordner dieses Blogs.

      Mitunter mache ich es dann so, dass ich einfach mal was runterschreibe. Das ist dann ein Artikel, der mir selbst beim Sortieren hilft und der auch dazu dient, weitere Anregungen zu bekommen, die ja häufig in den Kommentaren erfolgen. Dann kann ich daraus dann später einen zweiten Artikel machen und bin selbst etwas weiter

      „Gerade wenn man die kognitiven Theorien betrachtet und die semantischen Differentiale bzgl Emotionen in den Kulturen, kommt man zu dem Schluss dass die meisten der im Artikel genannten allenfalls soziobiologisch zu betrachten sind, aber nicht völlig ohne kulturellen Kontext.“

      Natürlich nicht. Aber die meisten Emotionen haben denke ich schon einen Hintergrund. Sie erfüllen eine bestimmte Funktion in der Maschine Mensch. Viele lassen sich denke ich spieletheoretisch (also im Sinne von evolutionärer Spieletheorie) einordnen, insbesondere so etwas wie Hass oder Stolz, ich hatte dazu ja auch einen Artikel verlinkt. Wie man diese ausleben und zeigen darf dürfte sicherlich einen starken kulturellen Faktor haben, wobei man hier auch biologische Unterschiede zwischen den Völkern nicht unberücksichtigt lassen sollte: Wenn bestimmte Emotionen über einen evolutionär interessanten Zeitraum stärker oder schwächer gezeigt werden dürfen, dann kann sich auch eine biologische Selektion daraus ergeben.

  5. @David

    Ich habe soeben gelesen: Kokain- und Heroinkonsum macht nicht mehr süchtig! Jetzt fragst Du Dich sicher wo??? Kann ich Dir gleich sagen: http://www.drugdealers-netbis-ru.co.
    Ist der internationale und transnationale Netzwerk aller Grossdealer und die haben, man glaubt es kaum, wissenschaftliche Erfahrungen veröffentlicht, wie sie der User David immer wieder zum Besten gibt: Deshalb: Gebt deM Kokain und Heroin frei! 😀

    Spass beiseite: Wenn Du mal die Häflte von den Autoren gelesen hast, die ich zitiere und rezipiere, dann können wir wieder weiterreden, aber ich habe bei Dir nicht den Eindruck, dass Du je ein Buch davon gelesen hast.
    Aber wir könnten doch mal einen Test machen: Lies doch mal die zwei folgenden Bücher:

    Bourdieu Pierre: Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft und

    Bourdieu Pierre: Die Feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft..

    Und dann können wir uns mal gerne uns darüber unterhalten, ob ich diese Bücher verstehe oder nicht. Ich befürchte jedoch, der David wird mit seinem bisherigen Vorwissen ziemlich Mühe haben, Bourdieu einigermassen folgen zu können. Aber mach Dir nix draus, Du wärst nicht der Erste. 🙂

    • „Lies doch mal die zwei folgenden Bücher:“

      und der herr bourdieu hat also die wahrheit verkündet?

      oder handelt es sich (auch nur) um meinungen (= philosophie), die hier via name dropping zur vergoldung der eigenen erscheinung dienen? 😉

      • nööö, es geht nicht um die alleinseligmachende Wahrheit, sondern darum, ob User David diese Texte überhaupt versteht und beurteilen kann, ob User Chomsky überhaupt diese Texte auch versteht! Selbstverständlich ist auch Kritische Wissenschaft immer kritisch zu analysieren. Sooo und jetzt habe ich Hunger! 🙂

        • Chomsky, hast du eigentlich Darwin gelesen? Dawkins? Pinker?
          Quine? Diamond? Dieter E. Zimmer? Kanitscheider? Mario Bunge?

          Wenn du die gelesen hast, können wir weiterreden.

          Mal im Ernst: Jeder hat ja seine persönlichen Favoriten und Lieblingstheorien, die ihn am meisten überzeugen und einen entsprechenden Bias bei der auswahl von Büchern, die er liest.

          Aber vielleicht kann man ja einfach mal auf ein Argument hin eine Gegenargument formulieren. Wenn man all die vielen Bücher verstanden hat, müsste das eigentlich möglich sein.

        • @ El Mocho

          „Mal im Ernst: Jeder hat ja seine persönlichen Favoriten und Lieblingstheorien, die ihn am meisten überzeugen und einen entsprechenden Bias bei der auswahl von Büchern, die er liest.

          Aber vielleicht kann man ja einfach mal auf ein Argument hin eine Gegenargument formulieren. Wenn man all die vielen Bücher verstanden hat, müsste das eigentlich möglich sein.“

          Das ist mal ein wirklich guter Vorschlag. Allerdings würde ich mir wünschen, du würdest ihn auch beherzigen und bei der Marx-Diskussion z.B. auf das eingehen, was ich schreibe, und nicht etwas unterstellen, was ich weder geschrieben noch sonstwie vorhabe (eine staatliche Planungskommission einsetzen).

          Bourdieu kann man bis jetzt ja noch anführen, ohne ständig um die Ohren gehauen zu bekommen, was denn die Alternative wäre. Bourdieus Analyse wird nicht dadurch widerlegt, dass es in Nordkorea beschissener ist als in Frankreich.

        • El-Mocco

          Ich lese immer die aktuellste Entwicklungspsychologie, das ist ein Verschnitt aus Biologie, Medizin, Psychologie, Pädagogik, Sozialisationsforschung; das reicht mir mich völlig, um in etwa zu wissen, was der aktuellste Forschungsstand hinsichtlich der Ontogenese und Psychogenese des Menschen ist. Wer eher die Gesamtzuhänge interessiert (deduktives Denken), der kann nun einmal nicht in jedem Wissensgebiet noch ein Spezialist sein, das ist rein aus zeitlichen Gründen ein Ding der Unmöglichkeit. Aber dafür gibt es ja transdisziplinäre Disziplinen wie die Entwicklungspsychologie oder die Sozialisationsforschung, die dann eben eher Gebiete auch abdecken, wo ich meine Zeit lieber nicht investieren möchte: das sind viele Gebiete der Psychologie und der Biologie, die mich einfach viel zuwenig interessieren, um hier nun auch noch Zeit zu investieren. Mich interessieren vor allem Geschichtswissenschaft, Politische Ökonomie, Soziologie, Politische Soziologie, Politikwissenschaft, Epistemologie, Ontologie, Diskursanalyse, Methodologie in der Geschichts- und Sozialwissenschaft und ab und an auch noch ein bisschen Sozialpsychologie.
          Du siehst, auch mein Interessensgebiet ist beschränkt und vor allem kann man auf diesen Gebieten kein Spezialist sein, weil einfach viel zu breitgefächert.

        • Chomsky, Soziologie beschäftigt sich doch mit Menschen,oder? Menschen sind aber nicht nur Subjekte, sondern auch Körper, und deshalb kann man sie ohne Einbeziehung von Biologie nicht verstehen, auch wenn dich Biologie nicht interessiert.

          Das man nicht immer bis zum Urknall zurück gehen könnte, ist ein banaler Einwand, es gibt Theoretiker, die das durchaus tun; es sind allerdings keine Soziologen.

          Wenn du dich z.B. mit Diskurstheorien beschäftigst, dann ist das ja eine Erkenntnistheoretische Fragestellung, und dabei z.B. die naturalistische Erkenntnistheorie von Quine einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen, ist schlichte Ignoranz.

          Das ist aber wohl typisch für Soziologen, die halt gern an der Oberflävche der Dinge bleiben.

      • bzgl des (oben von mir auch getätigten) Namedroppings hast du sicherlich recht, das ist oft sehr durchschaubar prätentiös. Das fängt schon mit der Trivialisierung von Usernamen als rhetorisches Stilmittel an, wo man sich selbst großer Denker als Pseudonyme behändigt, um vermeintlich keine Angriffsfläche zu bieten.
        Aber Chomsky als Soziologiestudent scheint mir persönlich schon recht bewandert zu sein, was die großen Soziologen angeht.
        Bordieu habe ich selbstredend nie gelesen, und ich finde es immer wieder spannend und aufschlussreich, von Leuten wie itsme, Leszek, el_mocho, aber auch Chomsky deren Theorien zusammengefasst zu bekommen.
        Ich lese da interessiert mit, ohne wirklich qualifiziert mitreden zu können.

        Wenn es aber um wissenschaftstheoretisches oder genuin psychologisches geht, kann ich mir manchmal nur die Hände vor das Gesicht schlagen, was speziell seine Beiträge angeht.

        • also um es klar zu stellen: ich unterstelle dir, Chomsky, kein unbeholfen präsentiertes Halbwissen über Bordieu, Foucault und Konsorten, deine soziologischen Beiträge sehe ich durchaus als Mehrwert für dieses Blog, zumindest für mich, der ich da auch nur über fragmentiertes Grundwissen verfüge.

      • @ Robin

        …und Heroin macht zwar körperlich abhängig, mit schweren Entzugserscheinungen, ist aber an sich nicht gesundheitsschädlich. Der körperliche Verfall der Konsumenten ist bedingt durch den Dreck (Streckmittel), den sich die Leute neben dem eigentlichen Heroin in die Vene spritzen, schmutzige Nadeln etc.

        • Überdosis?
          Warum hier körperlichen und geistigen Verfall trennen?
          Heroin ist die bequemere Variante sich „gut“ zu fühlen, ein „Trick“.
          Der Geist ist schwach, geht den bequemeren Weg, setzt den Körper dafür einem erhöhten Risiko aus und kompromittiert seine Fähigkeiten.

          Was ist es Wert wenn kontrolliert reines Heroin von einem „Aufseher“ zum verhindern einer Überdosis verabreicht wird?
          Der Heroinkonsument will die Dosis stetig steigern, denn Gewöhnung tritt ein. Er ist früher oder später an dem Punkt knapp vor der Überdosis angekommen.
          Denn es ist diese mentale Schwäche die ihn den Weg vom ersten Versuch bis zur stetigen Dosissteigerung hat gehen lassen.
          Er ist dann fast wieder da wo er vor der Anhängigkeit angefangen hat, nur mit körperlichen und geistigen Einschränkungen und dem stetigen Bedarf an Heroin.

          Der Geist befindet sich im Körper, im Gehirn.
          Es ist immer auch körperlicher Verfall, wenn auch kein Offensichtlicher.

          Praktisch leben wohl die wenigsten Heroinabhängigen lange bevor sie sich eine Überdosis geben. Sich hier auf die Abwesenheit körperlicher Symptome bei reinem Heroin zu berufen kommt mir wie Marketing eines Heroindealers vor.
          Der Mensch ist (mehr oder weniger) anfällig für solche Abhängigkeiten, diese utopische Negierung oder Verdrängung biologischer Grundlagen, von als nicht ideal bestimmten Eigenschaften des Menschs, deckt sich mit utopischen Botschaften von Sozialismus und Feminismus.

          Aber gerade diese negierten oder verschleierten menschlichen Eigenschaften scheinen es zu sein die der Feminismus (Genderismus) wie der Sozialismus brauchen, wie auch ein Drogendealer, um ihr Geschäft zu machen.

          Es hat auch parallelen zu Co-Narzissmus.

          Danke. Gerngeschehen, dein Diplom Küchenpsychologe und Anitgutmenschenphilosoph.

        • @ Borat

          „diese utopische Negierung oder Verdrängung biologischer Grundlagen, von als nicht ideal bestimmten Eigenschaften des Menschs, deckt sich mit utopischen Botschaften von Sozialismus und Feminismus.“

          Hahaha, was bist du denn für eine Figur? Natürlich sollte niemand Heroin nehmen, aber die Prohibitionspolitik führt eher dazu, das Leid der Süchtigen zu verstärken, mit Folgen wie körperlichem Zerfall, Beschaffungskriminalität usw.
          Die Zytotoxizität von Heroin/Diacetylmorphin ist ja wohl durchaus eine medizinisch/biologische Frage.

          … deckt sich übrigens auch mit den utopischen Botschaften des Liberalismus. Milton Friedman war vehement für die Legalisierung auch von harten Drogen und argumentierte, ohne Prohibition hätte es so etwas Crystal Meth gar nicht gegeben.

          Auch Katholik Roslin scheine ich hier nicht ganz gegen mich zu haben, er machte im anderen Thread zarte Andeutungen, dass er einer Prohibition durchaus kritisch gegenüberstehe.

          „kommt mir wie Marketing eines Heroindealers vor.“

          Prohibition ist eigentlich die Geschäftsgrundlage der Drogenbarone, Schmuggler, Dealer etc. Dadurch bleiben die Preise oben.

        • Das Friedman-Zitat:

          „if you look at the drug war from a purely economic point of view, THE ROLE OF THE GOVERNMENT IS TO PROTECT THE DRUG CARTEL“.

        • @ich^3

          Falsch verstanden?
          Auch ich bin eher für die Legalisierung aller Drogen, wenn sichergestellt ist dass damit Unbeteiligten nicht geschadet wird.

          Aber genauso bin ich für Aufklärung, Eigenverantwortung und Erkenntnis.

          Die Negierung der Abhängigkeitsproblematik wirkt auch wie Prohibition und treibt den Preis.

          Hier nicht den Preis des Drogengeschäfts aber den Preis (und die Macht) den die „Negierenden“ erzielen.

          Der Feminismus negiert auch die Abhängigkeit der Frau vom Mann (und was Reproduktion angeht auch umgekehrt) und hat den Preis erhöht.
          Den Preis pro Kind im Endeffekt, weswegen die oder deren Arbeit importiert wird.

        • @ Borat

          Na, wenn du auch gegen Prohibition bist, sind wir ja einer Meinung. Werbung für Drogenkonsum würde ich jetzt auch nicht machen wollen.

          „Der Feminismus negiert auch die Abhängigkeit der Frau vom Mann (und was Reproduktion angeht auch umgekehrt) und hat den Preis erhöht.“

          Da ist mir nicht ganz klar, was du sagen willst.

        • „Da ist mir nicht ganz klar, was du sagen willst.“

          Er versucht nur aus jedem beliebigen Thema etwas antifeministisches zu kreieren. Wirkt sehr verzweifelt und auch etwas bemitleidenswert.

          Lustig dabei die Argumentation. Wird irgendwo ein Artikel veröffentlicht, der scheinbar beweist, dass Frauen grundsätzlich dümmer/leistungsschwacher/devoter sind als Männer und Feministinnen das kritisieren, kommt ganz schnell die Maskulistenbrigade angerauscht und verteidigt die „Erkenntnisse“ mit dem vielgehörten Spruch „Das wird man ja mal noch sagen dürfen!“
          Geht es hier um zweifelsfrei wissenschaftlich bewiesene Tatsachen, wie nämlich der, dass die körperlichen Verfallserscheinungen von Junkies von Streckmitteln oder Infektionen ausgelöst durch unsterile Konsummethoden herrühren statt vom reinen Stoff, ist der pikierte Aufschrei groß. Als wären hier so viele Kinder, die mit dieser Info jetzt losziehen und sich nen Schuss besorgen…

        • „Als wären hier so viele Kinder, die mit dieser Info jetzt losziehen und sich nen Schuss besorgen…“

          Ich hoffe, hier lesen keine Kinder mit. 😦

        • @Robin

          *Er versucht nur aus jedem beliebigen Thema etwas antifeministisches zu kreieren. Wirkt sehr verzweifelt und auch etwas bemitleidenswert.*

          Was ich meinte war dass auch unrealistische Verharmlosung von in der Praxis problematischen Drogen zum Machtgewinn genutzt werden kann.

          Mann kann davon ausgehen dass mehr Menschen Suchtverhalten entwickeln werden, diese Menschen werden ruhiggestellt, machen weniger Probleme, sind besser kontrollierbar, werden zu Pflegebedürftigen, Staatsleistungsempfängern, Arbeitsunfähig.

          Neue Erfolgsmeldungen für die Arbeitslosenstatistik, wenn wir wieder ein paar weniger Arbeitsfähige haben.

          Es wäre ein großer Wurf für die Helferindustrie, die Leistungsempfängerverwaltung die „sauberen Heroinsüchtigen“ zu „verwalten“ und zu betreuen.

          Und das beste daran ist die sauberen Junkies sterben nicht so schnell, und können lange „Betreut“ werden.

          Auch wenn es Menschen gibt die Kokain konsumieren und sich dabei ganz großartig Vorkommen und dadurch im Zwangsdenken „nicht die Droge ist das Gift ist sondern die Verunreinigung“ gefangen sind bleibt der Mensch gefährdet durch Abhängigkeit und sie selbst ein Abhängiger.

          *Geht es hier um zweifelsfrei wissenschaftlich bewiesene Tatsachen, wie nämlich der, dass die körperlichen Verfallserscheinungen von Junkies von Streckmitteln oder Infektionen ausgelöst durch unsterile Konsummethoden herrühren statt vom reinen Stoff, ist der pikierte Aufschrei groß.*

          Ist das bei AIDS nicht genauso? Also dass man nicht an der eigentlichen HIV Infektion stirbt?
          Und wer schreit hier eigentlich auf?

        • „Auch wenn es Menschen gibt die Kokain konsumieren und sich dabei ganz großartig Vorkommen und dadurch im Zwangsdenken „nicht die Droge ist das Gift ist sondern die Verunreinigung“ gefangen sind bleibt der Mensch gefährdet durch Abhängigkeit und sie selbst ein Abhängiger.“

          Ähhh, es ging um Heroin und nicht um Koks.

        • *Koks macht tatsächlich körperlich nicht abhängig, so zur Info *amthemavorbeimegaklugscheiß**

          Warum geht es dir auf einmal gerade nicht um Koks?
          Nicht das der maskulistische Kückenpsychologe mit frankfurter Kranz um die Nase noch falsche Schlüsse zieht…

    • *Spass beiseite: Wenn Du mal die Häflte von den Autoren gelesen hast, die ich zitiere und rezipiere, dann können wir wieder weiterreden, aber ich habe bei Dir nicht den Eindruck, dass Du je ein Buch davon gelesen hast.
      Aber wir könnten doch mal einen Test machen: Lies doch mal die zwei folgenden Bücher:*

      Mein Haus, mein Boot, meine Bücher.

  6. nur kurz angemerkt: Scham hat nur sexuellen Kontext, sondern ist eher Ausdruck dafür, bei irgendwas ‚erwischt‘ und (öffentlich) blossgestellt zu werden, was der allgemein verachtet wird. Ich glaube, der Pranger war ein typisches Druckmittel, Scham zu bewirken.

  7. Pingback: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl | Alles Evolution

Schreibe eine Antwort zu Christian - Alles Evolution Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.