Pubertät und Evolution

In einer Studie werden verschiedene Änderungen, die innerhalb der Pubertät ablaufen angesprochen:

1. Sexual development: Maturation of primary and secondary sexual characteristics; growth spurt in height and weight; each stage of pubertal development moves the adolescent toward greater physical reproductive capacity.

Klar, die Kinder werden erwachsen und insbesondere Zeugungsfähig. Damit kommen sie aus dem Kinderalter heraus und sind plötzlich auch sexuell Konkurrenz. Deswegen werden jetzt vollkommen andere Sachen wichtig. Größe und Gewicht sind dabei auch innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz wichtig.

2. Sleep: Circadian shift in sleep timing preference, with later onset of sleep and morning rise times, occurs in midpuberty; increased sleepiness, which may indicate increased need for sleep, is linked to more advanced pubertal development. Carskadon, Harvey, Duke, Anders, & Dement (1980); Crowley, Acebo, & Carskadon (2007); Holm et al. (2009); Sadeh, Dahl, Shahar, & Rosenblat-Stein (2009); Wolfson & Carskadon (1998)

Mehr Schlaf um mehr Reserven zu haben um wachsen zu können.

3. Appetite and eating: Total caloric intake increases over the stages of pubertal development, with approximately a 50% increase from prepuberty to late puberty; sharpest increases occur from pre- to midpuberty in girls and mid- to late puberty in boys, corresponding to the periods of most rapid growth in females and males, respectively. Shomaker et al. (2010)

Frauen können es sich erlauben schneller erwachsen zu werden, weil ihre Konkurrenz untereinander weniger brutal war und sie zudem auch auf eine Schwangerschaft vorbereitet sein müssen. In Arten mit einer starken körperlichen intrasexuellen Konkurrenz tritt häufig eine gewisse Entwicklungsverzögerung bei dem Geschlecht, welches dieser Konkurrenz unterliegt, ein. Denn das erlaubt, noch etwas weiter ausserhalb der Konkurrenz zu stehen und zu lernen, wie man sich in dieser durchsetzt, ohne das es zu ernst wird.

4. Sexual motivation: Each stage of pubertal development increases the probability of being romantically involved (e.g., dating), being sexually active, sexually harassing members of the other sex, and being “in love”; effects generally apply to both boys and girls. McCabe (1984); McMaster, Connolly, Pepler, & Craig (2002); Richards, Crowe, Larson, & Swann (1998); Richards & Larson (1993); Smolak, Levine, & Gralen (1993); Udry (1990)

Die Hormone rauschen durch den Körper und plötzlich sieht man als heterosexueller das andere Geschlecht mit ganz anderen Augen. Was vor ein paar Jahren noch doof war ist plötzlich interessant. Beziehungen werden wichtig und Sex ebenso. All das im Gleichklang mit den Hormonen. Gibt es eigentlich gesellschaftliche Erklärungen für die Pubertät oder darf man hier recht unumwunden Biologist sein?

5. Sensation seeking (wanting or liking high-sensation, high-arousal experiences): Boys and girls with more advanced pubertal development display higher levels of sensation seeking and greater drug use. Martin et al. (2002); Quevedo, Benning, Gunnar, & Dahl (2009); Steinberg et al. (2008)

Mit der Pubertät muss man seinen Platz finden und viele neue Gefühle ausprobieren. Zudem muss man sich beweisen um eine Position in der Gruppe zu erlangen.

6. Emotional reactivity: Boys and girls with more advanced pubertal development (pre- to early vs. mid- to late) display greater reactivity of neurobehavioral systems involved in emotional information processing. Quevedo, Benning, Gunnar, & Dahl (2009); Silk et al. (2009); see also Graber, Brooks-Gunn, & Warren (2006)

Es dürfte auch eine Zeit sein, in der einige wichtige Banden geknüpft werden, weil es eben damals eine Übergangsphase war, in der man neue Erfahrungen gesammelt und mit anderen geteilt hat. Zudem muss man lernen, die anderen Mitmenschen mehr zu verstehen, schon weil weniger Rücksicht auf einen genommen werden kann als vor der Pubertät

7. Aggression/delinquency: Progression through each Tanner stage is associated with increasing levels of aggression and delinquency in both boys and girls. Ge, Brody, Conger, Simons, & Murry (2002); Najman et al. (2009)

Auch hier dürfte sich bemerkbar machen, dass man seinen Platz in der Gruppe finden und verteidigen muss.

8. Social dominance: During pubertal maturation, higher levels of testosterone are associated with greater social dominance or potency in boys; this relation appears to be strongest in boys who affiliate with nondeviant peers. Reynolds et al. (2007); Rowe, Maughan, Worthman, Costello, & Angold (2004); Schaal, Tremblay, Soussignan, & Susman (1996); Tremblay et al. (1998)

Auch hier bilden sich Dominanzhierarchien, der Umgang mit diesen muss gelernt werden.

9. Parent–child conflict: Parent–child conflict/distance increases and parent–child warmth decreases over the course of pubertal maturation; some research suggests a curvilinear relation, with conflict/distance peaking at midpuberty; effects generally apply to both boys and girls. Laursen, Coy, & Collins (1998); Paikoff & Brooks-Gunn (1991); Sagrestano, McCormick, Paikoff, & Holmbeck (1999); Steinberg (1987, 1988)

Um Eigenständig zu werden muss das Kind eine gewisse Distanz zu seinen Eltern aufbauen, da es sonst immer unter deren Autorität verbleibt.

10. Depression and anxiety: More advanced pubertal maturation, as well as underlying changes in pubertal hormone levels, is associated with more symptoms of depression and anxiety and greater stress perception in girls.

Das gerade weibliche Hormone eine gewisse Wirkung in Richtung Depression unterstützen können wird ja diskutiert