34 Gedanken zu “Selbermach Samstag

  1. Sehr guter Thread, das fördert die Diversifizität. 🙂
    Also das Buch von Kachelmann wird mich dann wohl in der nächsten Zeit beschäftigen. Soll im Oktober rauskommen und kann offenbar bereits bestellt werden:

    „Recht und Gerechtigkeit
    Ein Märchen aus der Provinz

    Jörg Kachelmann wurde am 31. Mai 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Nach wie vor jedoch wirft sein Fall viele Fragen auf. Wie geht es einem, der zu Unrecht als Vergewaltiger beschuldigt wird? Den die Ermittlungsbehörden mit allen Mitteln zum Täter machen wollen? Der 132 Tage im Gefängnis sitzt? Der sehr schnell zum Gegenstand einer öffentlichen Vorverurteilung wird? – Zum ersten Mal erzählen Jörg Kachelmann und seine Frau Miriam die Geschichte, die hinter dem Fall Kachelmann steckt. Und es wird klar, welche Rolle Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht und Medien dabei spielen.

    Was bleibt nach einem höchst fragwürdigen Prozess und einer beispiellosen Medienberichterstattung noch von Recht und Gerechtigkeit? Der Fall Kachelmann ist in dieser Hinsicht leider keine Ausnahme – mit dem Unterschied, dass viele Opfer von Falschbeschuldigungen in erster Instanz oft keinen Freispruch bekommen. Jörg und Miriam Kachelmann haben sich entschlossen, aufzudecken, was sich hinter den Kulissen abgespielt hat, und geben erschütternde Einblicke in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Recht und Unrecht nicht mehr existieren. In ihrem Buch schildern sie detailliert die Ereignisse vom Moment der Verhaftung bis zur Urteilsverkündung und der Zeit danach, enthüllen Fehler und Ungereimtheiten und legen die unheilvolle Mechanik bloß, die hinter dem Prozess gegen den Meteorologen steckt – und die offenbar nicht nur hier wirksam wird.“

    https://www.morebooks.de/assets/product_images/9783453200/big/7057764/recht-und-gerechtigkeit.jpg?locale=gb

  2. @ Christian

    *Also: welche Themen beschäftigen euch gerade so?*

    Ob Christians neue Freundin so anstrengend ist, dass er uns nur noch Knochen vorwerfen kann, mit denen wir dann spielen sollen.

    • Ob Christians neue Freundin so anstrengend ist, dass er uns nur noch Knochen vorwerfen kann, mit denen wir dann spielen sollen.

      Yo Bro, hab ich auch schon kritisiert. Etwas weniger wäre mehr.

  3. Ach ja:

    „Ist Peer Steinbrück ein Genosse der Bosse?“, die Frage beschäftigt mich auch.

    Dann könnte man ihn ja wählen.

    Ebenso, ob Romney vielleicht nur noch 15 Minuten mehr Zeit gebraucht hätte im Fernsehduell und Obama hätte erklärt, für Romney stimmen zu wollen.

    Viel hat nicht mehr gefehlt.

    Die erotisierende Wirkung von Geld vor allem auf Frauen beschäftigt mich, die ja schon lange, sehr lange bekannt ist.

    Das ist übrigens Mlle Lange, Pariser Schauspielerin, 27 Jahre alt, im Jahre 1799 als „Die moderne Danae“.

    Der Truthahn zur Linken, dem eine Amorette Pfauenfedern in den Hintern steckt (costly signal!), repräsentiert ihren späteren Ehemann, einen reichen Heereslieferanten.

    Eine Taube liegt mausetot neben ihr, offenbar erwürgt.

    Die Maske unten rechts (Goldmünze im Auge) trägt die Züge eines ihrer bekannteren Liebhaber, eines reichen Bankiers.

    Das Bild, innerhalb weniger Tage gemalt (Girodet war wütend), was man dem Bild leider Gottes auch ansieht (nicht die beste Qualität), war DER Skandal des Pariser Salons 1799.

    Wütend war Girodet, weil er zunächst dieses Porträt der arg vielgeliebten Starschauspielerin (Bankiers, Heereslieferanten, Politiker, angeblich auch Barras) gemalt und im Salon ausgestellt hatte: Mlle Lange als Venus, keine Hungerhippe, durchaus etwas, woran man sich festhalten kann bei schwerem Seegang.

    Das Bild gefiel ihr nicht (wahrscheinlich zu nackt) und sie bat ihn, es zurückzuziehen.

    Girodet, ob nun in seiner Eitelkeit als Künstler gekränkt oder weil er bei ihr, der Umschwärmten, nicht landen konnte (vielleicht war er auch nur schwul, mit 17 trat der hübsche Junge in’s Atelier des berühmten David ein, vor seinem Tod ließ er, im Sterben liegend, große Teile seiner Korrespondenz verbrennen, so gibt es nur Gerüchte und Vermutungen), ersetzte die Venus durch die Danae mit Truthahn, gekillter Taube, zerbrochenem Spiegel.

    Merke: VERÄRGERE NIE EINEN KÜNSTLER, der womöglich auch noch eine schwule Zicke ist.

    Na, ja.

    Mlle Lange hat’s überlebt, genau wie die Revolution.
    Mehrfach verhaftet, immer wieder von hochmögenden Liebhabern befreit, zuletzt erneut denunziert, saß sie am 9. Thermidor noch in Haft und Fouquier-Tinville hätte sie wohl ganz ungalant einen Kopf kürzer machen lassen, wenn an diesem Tag Robespierre nicht gestürzt worden wäre.
    So konnte sie später ihren „Truthahn“ rupfen und heiraten, in die Schweiz ziehen und als Witwe auf seinem und damit ihrem Schloss Bossey sterben.

    Heute ist das Schloss in der Nähe von Genf im Besitz des Ökumenischen Rates. Vielleicht war Herr Rosowksi auch schon mal als Tagungsgast dort.

    Die Ausgehaltenen wechseln, die Schlösser bleiben, manchmal.

    Gibt’s denn keine reichen Witwen mehr in der Schweiz, Meister Peter, die ich heiraten könnte?

    Die ein Schloss mit in die Ehe bringt?

    So was beschäftigt mich.

    Möchte auch einmal als Witwer auf einem Schloss sterben.

    Und Frauen natürlich – ständig sehe ich nackte Frauen, überall nur nackte Frauen – und das im Herbst!

    Ich glaube, ich halluziniere.

    Wahrscheinlich kippt Tippse mir etwas in den Tee.

    Ich glaube, ich halluziniere.

    Wahrscheinlich kippt Tippse mir etwas in den Tee.

    • *Und Frauen natürlich – ständig sehe ich nackte Frauen, überall nur nackte Frauen – und das im Herbst!

      Ich glaube, ich halluziniere.

      Wahrscheinlich kippt Tippse mir etwas in den Tee.*

      Gerade im Herbst.
      Der Herbst ist die sexuell aktivste Zeit, zumal unser Sommer schlapp war und nicht das was die Erderwärmung verprochen hat hielt.

    • Dann könnte man ihn ja wählen.Ebenso, ob Romney ..

      Man könnte auch einen dressierten Affen mittlerer Intelligenz wählen. Käm aufs Gleiche raus .. Mormonen? Das ist die beknackteste Religion auf Erden.

      Gibt’s denn keine reichen Witwen mehr in der Schweiz, Meister Peter, die ich heiraten könnte?

      Solches könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren!

  4. Also ich würde ja gerne mal über die erotisierende Wirkung von Kraftfahrzeugen reden.

    Ich habe dazu schon einen Merksatz kreiert:

    Wenn ein Mann sich zwischen Frau und Auto entscheiden muss entscheidet sich die Frau für einen Mann mit Auto.

  5. Was mich seit längerem beschäftigt: Entscheidungsfindungsprozesse. Ist aber hier mit Sicherheit nicht die richtige Adresse, um solches zu diskutieren.

    Um das ein wenig ausführlicher zu erläutern, ein paar Bemerkungen.

    – Wir haben Zugang zu Informationen und werden von der Masse der Informationen nahezu erschlagen
    – Trotzdem gilt, dass die Informationen unvollständig sind
    – Die Informationen teilweise ungenau oder falsch sind, falsche Informationen bewusst gestreut werden
    – Unser aller Wissen ist beschränkt, was die Einordnung/Wertung der Information erschwert

    Als Beispiel, um die Problematik aufzuzeigen: Die sehr ideologisch geführten Diskussionen rund um die Veränderung des Klimas.
    Als politisch interessierter Zeitgenosse sollte ich mir eine Meinung bilden. Mich einfach der Mehrheitsmeinung der Experten (wer ist tatsächlich ein Experte, wer gibt sich bloss als solcher aus?) anzuschliessen ist unbefriedigend, denn dann wäre es bloss Glaube.

    Es geht mir nicht primär um eine Klimadiskussion, sondern um den vernünftigen Entscheidungsfindungsprozess.

    • Peter,
      ich hab letzte Woche eine Rede von Andrew Haldane, Direktor für Finanzstabilität der Bank of England gelesen und war schwer beeindruckt. Sein Thema ist Entscheidungsfindung und Regulierung in komplexen und unsicheren Systemen. Klingt trocken, aber als echter Angelsachse kann der Mann anschaulich reden und klar argumentieren. Denke das passt zu deiner Beschäftigung. Grundthese ist dass einfache Bewertungsmechanismen, komplexen überlegen sind, je größer die Anzahl der zu berücksichtigenden Parameter ist. Sein Beispiel ist die Newtonsche Physik zur Berechung der Flugnahn einer Frisbeescheibe um sie fangen zu können. Eine Aufgabe, die Hunde erstaunlicherweise in der Lage sind zu bewältigen 🙂
      http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/archive/2012/09/01/hunde-frisbeescheiben-und-die-finanzregulierung-neues-aus-jackson-hole.aspx

      • Danke ck für den Lesetipp. Ja, das ist ziemlich genau, was mich beschäftigt, seit längerem: Entscheidungsfindung und Regulierung in komplexen und unsicheren Systemen.

      • Die Frage lautet: Welche Regel ist die richtige?
        Mann könnte ja einfach mal den Mindestreservesatz erhöhen. Erhöht die Bankenstabilität ungemein. Würgt aber die Wirtschaft garantiert ab. Schlechte Regel.

        Und dann: Kann man diese Regel befolgen?
        In Bezug auf die Finanzstabilität gilt ja auch die einfache Regel, „Gib nicht dauerhaft mehr aus als Du einnehmen kannst“. Nur ist diese Regel in einer Demokratie nicht so leicht zu befolgen.
        Eine andere Regel wäre auch, daß die Zentralbank zuständig ist für die Geldmengensteuerung nichts sonst und sonst niemand dort reinzureden hat.
        Aber wir sehen: Auch diese Regel ist offensichtlich nicht zu befolgen in einer Demokratie.

  6. TRIGGERWANUNG!!!!

    hatr.org hat jetzt eine TIGGERWARNUNG vorgeschaltet.

    was für eine ideologie steht hinter diesem gewarne? „die welt ist voller oper und wir, die guten, nehmen rücksicht“? oder „wir machen opfer durch warnungen sichtbar“? oder handelt es sich um verkappte anklagen? um ein in-group ritual? um besserwisserei oder bevormundung?
    welchen moralischen zugewinn versprechen sich diese leute von triggerwarungen?

    • @hottehü

      Das ist ganz einfach zu erklären: Triggerwarnung hat den Sinn, vor Retraumatisierungen zu schützen. Nun ist es leider so, dass sich spezifische Reize, die zu Retraumatisierungen führen können, generalisieren. Soll heissen: Der Vietnamveteran wird bereits durch das liebliche Frühlingsgrün an Bäumen und Sträuchern in den USA retraumatisiert, weil dies ihn irgendwie an den Dschungel in Vielnam erinnert. Das hat zur logischen Folge, dass Triggerwarnungen selbst zu einem generalisierten Reiz werden können und somit zu Retraumatisierungen führen können. Deshalb gehe ich davon aus, dass Triggerwarnungen ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für arbeitslose feministische Psyotherapeutinnen sind. 🙂
      Ok, ist ein bisschen böse. Aber ich denke wirklich, dass Triggerwarnungen keine sehr schlaue Idee sind, weil ich wirklich davon ausgehe, dass Triggerwarnungen selbst zum generalisierten Reiz werden können und vor allem ist Vermeidung kein sehr guter Ratgeber bei PTBS etc.

      • @ Chomsky

        * Aber ich denke wirklich, dass Triggerwarnungen keine sehr schlaue Idee sind,*

        Sie sind sogar eine ausgesprochen dumme Idee, nur verstehbar als Statusanzeiger (s. Hottehü: „Wir sind so sensibel, wir schützen, wir sind fürsorglich, WIR SIND DIE GUTEN in dieser bösen, patriarchalen Welt! – the caring crowd – auch das Denglish auf diesen Seiten ist grauenhaft, dieser ganze halbgare Büldungsjargon, der wohl Internationalität vermitteln soll und doch nur plärrt: „WIR HABEN STUDIERT!“).

        Wovor wird wohl ein Leser geschützt, wenn man das rape-culture-Getröte als ra*pe-culture-Getröte betreibt?

        • Pardon, das „p“ muss weg, also ra*e culture. Dass kann ja nur jene nicht triggern, die with less than half a brain ausgestattet, über kein intern zuschaltbares Wortergänzungsprogramm verfügen.

        • Mir haben schon mehrere Betroffene glaubhaft versichert, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob bestimmte Wörter mit Splats versehen werden oder nicht. Das hat nichts mit Wortergänzung zu tun, denn das Wort wird ja trotzdem erkannt, sondern damit, wie das ungesplattete „Bild“ des Wortes aussieht.

          Viele Triggerwarnungen und Splats sind Schwachsinn. Ändert aber nichts daran, dass diese für Betroffene wirklich hilfreich sind. Ich habe es immer so gehalten: Triggerwarnungen werden vor Inhalte gesetzt, die im RL vermeidbar sind, z.B. Bilder von Ritzorgien. Eine grüne Wiese kann man dagegen nicht vermeiden, also muss da auch kein Trigger hin.

        • @Robin

          Wenn es empirische Untersuchungen gibt, die sagen, dass Triggerwarnungen sinnvoll sind, dann kann man dies einführen; nur habe ich solche r e p r ä s e n t a t i v e Untersuchungen noch nirgends gesehen.

          Aber: Ich würde differenzieren: Wer destabilisiert ist oder auch dekompensiert, der sollte möglichst jegliche Reize verhalten, also so reizarm wie möglich. In einer solchen Phase ist auch keine Desensibilisierungstherapie oder Konfrontationstherapie angesagt. Aber wenn eine Person einmal stabilisiert ist, dann ist Vermeidungsverhalten eher kontraproduktiv.

          Und: Beim Wort Triggerwarnung sind m.E. gerade Wörter enthalten, die eben erst richtig triggern können: Wer überall vor Gefahren gewarnt wird, nimmt entweder die Schilder nicht mehr ernst, weil er einfach nicht immer in einem erhöhten Erregungszustand sein möchte oder er wird erst richtig paranoid oder eben entwickelt eine generalisierte Phobie und begeht Vermeidungsverhalten; ist meine bescheidene Laienmeinung! 🙂

        • also ra*e culture

          Falsch! Wir sind doch keine Asiaten, mit einer Tonsprache! Das ist _viel_ zu schwierig, weil der Assoziationsspeicher ins Rotieren kommt. „Rabe“? „rate“? Da muss man ja den Kontext zu „culture“ begreifen!

          Kontext begreifen – das kann man einer_m Genderstudierten doch nicht zumuten.

          Damit auch Geringstaktive sicher retraumatisiert werden, und vor allem: damit sich der Gutmensch sicher als solcher markieren kann, werden stets nur Vokale durch Platzhalter ersetzt.

          Also bitte: „Sl*twalk“ oder „r*pe culture“, aber niemals: „Slu*walk“ oder „ra*e-culture“.

          Sonst schalten die Rezipienten noch aus Versehen das Kontextprogramm ein, und rennen dann zwangsläufig schreiend davon.

        • „Aber: Ich würde differenzieren: Wer destabilisiert ist oder auch dekompensiert, der sollte möglichst jegliche Reize verhalten, also so reizarm wie möglich. In einer solchen Phase ist auch keine Desensibilisierungstherapie oder Konfrontationstherapie angesagt. Aber wenn eine Person einmal stabilisiert ist, dann ist Vermeidungsverhalten eher kontraproduktiv.“

          Für viele Betroffene sind Selbsthilfeforen der erste Schritt zur Hilfe bzw. der erste Schritt zurück zur sozialen Interaktion. Es ist nicht einzusehen, warum andere Betroffene, die schon so weit sind, über ihre Erfahrungen mit Gewalt, SVV etc. zu berichten, dies nicht mit einer Triggerwarnung versehen können. Ein wenig Rücksichtsnahme ist nicht zu viel verlangt und eine Triggerwarnung zu schreiben ist keine unzumutbare Forderung. Und natürlich ist es auch keine Lösung, auf Triggerwarnungen zu verzichten und damit gleichzeitig die Menschen auszuschließen, die mit gewissen Inhalten noch nicht klar kommen, aber trotzdem ein solches Forum brauchen.

          Ihr kennt vielleicht nur die mitunter zu radikale Nutzung von Splats und Triggerwarnungen in gewissen Blogs, deren Inhalte ihr nicht teilt. Das kann man durchaus kritisieren. Für mich grenzen manche mit dieser Praxis das schon fast an eine Verhöhnung von Opfern echter Traumata. Aber ich wiederhole mich: Das ändert nichts daran, das Triggerwarnungen vor bestimmten Inhalten sinnvoll sind. Dies zu negieren, obwohl man selbst nicht betroffen ist, ist schlicht Verharmlosung.

        • Viele Triggerwarnungen und Splats sind Schwachsinn. Ändert aber nichts daran, dass diese für Betroffene wirklich hilfreich sind.

          Die Triggerwarnungen sind eben nicht Schwachsinn, sie dienen dem In-Gouping und der sozialen Distinktion des_r Schreibenden.

          Ich habe es immer so gehalten: Triggerwarnungen werden vor Inhalte gesetzt, die im RL vermeidbar sind,–

          Man könnte auch einfach schreiben: „Ich schreibe jetzt was zu selbstverletzendem Verhalten“, dann müsste sich der Traumatisierte auch nicht exkludiert fühlen.

          Aber dann sieht natürlich niemand, wie toll man doch ist.

          Mir haben schon mehrere Betroffene glaubhaft versichert, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob bestimmte Wörter mit Splats versehen werden oder nicht.

          Gibt es dazu Empirie? Ich wage das zu bezweifeln.

        • @Robin

          Ich würde behaupten, bei PTBS, Phobien und Angststörungen etc. ist das V e r m e i d u n g s v e r h a l t e n das zentrale Problem oder Folgeproblem einer solchen Erkrankung. Soll heissen: Durch ein ursächlich traumatisches Ereignis, können sich eben chronifizierte Krankheiten entwickeln, die darauf zurückzuführen sind, dass die Person ein extremes Vermeidungsverhalten zeigt und gerade dadurch nicht mehr lebensfähig wird, weil sich die Angststörung oder die Phobie etc. generalisiert und sie schlussendlich keinen Schritt mehr vor die Haustüre wagt etc.
          Vermeidungsverhalten ist somit wohl auch das zentrale therapeutische Problem.

          Viele Personen mit psychischen Erkrankungen, die extremes Vermeidungsverhalten zeigen, finden dann auch die Therapeuten Idioten, die daran arbeiten, dass das Vermeidungsverhalten durchbrochen wird; der Therapeut wird dann schon fast zum Feind, weil er sieht, dass das Vermeidungsverhalten der Person die Sache nur noch verschlimmbessert. Eine Person, die extrem vermeidet, hat meistens an einem Therapeuten keine Freude, der ihr sagt, es wäre besser, wenn sie sich einer Desensibilisierungs- oder Konfrontationstherapie aussetzt.

          Wenn also Leute sagen, es habe ihnen geholfen, diese oder jene Situation zu vermeiden, dann ist immer zu fragen, ob hier nicht das Vermeidungsverhalten ein ganz grosses Problem ist.

          Ausserdem gibt es auch das Problem des sekundären Krankheitsgewinns zu berücksichtigen: Wer vermeidet, ist immer auf Hilfe von anderen angewiesen, was ihm eben auch wieder einen Gewinn geben kann.

          Ausserdem: Reagiert wohl jede Person immer wieder ein bisschen anders auf äussere Reize, weil sie eben diese Reize in idiosnykratischer Weise verarbeitet und interpretiert. Gewisse Leute entwickeln ev. bei Triggerwarnungen kein weiteres Vermeidungsverhalten, aber andere Leute eben ev. doch. Vor allem wie soll der wissen, der eine Triggerwarnung rausgibt, was dies für einen Einfluss auf andere Leute hat? Und warum soll die Triggerwarnung nur bei ganz spezifischen Texten oder Bildern rausgebracht werden und bei anderen nicht?? Eine versuchte Tötung, ein Raubmord, eine Vergewaltigung etc. kann auf unterschiedlichste Arten und Situationen passieren, ev. in Kombination mit anderen Verbrechen. Eigentlich müsste dann hinter jeder irgendwie gewaltvollen Handlung einen Triggerwahrnung stehen.
          Wir müssten dann auch im Radio, im TV im gesamten Internet in den Zeitungen/Zeitschriften Triggerwarnungen durchgeben.

          Also: für mich ein falsches Konzept, solange dies nicht auf breiter Basis in umfangreichen Studien als empirisch sinnvoll angesehen wurde. Und ich möchte, wenn ich irgendwie durch ein Verbrechen traumatisiert wurde, ganz sicherlich nicht durch irgendwelche inflationären Warnungen vor irgend etwas abgehalten werden.

        • Gibt es dazu Empirie? Ich wage das zu bezweifeln.

          Es gibt tonnen an Untersuchungen zur Funktion von subkulturellem Sprachgebrauch.

          Wenn es keine Empirie für die Sinnhaftigkeit von Triggerwarnungen gibt, dann ist der inflationäre Gebrauch auch wohl kaum anders zu erklären.

        • @ Nick

          *Damit auch Geringstaktive sicher retraumatisiert werden, und vor allem: damit sich der Gutmensch sicher als solcher markieren kann, werden stets nur Vokale durch Platzhalter ersetzt.

          Also bitte: “Sl*twalk” oder “r*pe culture”, aber niemals: “Slu*walk” oder “ra*e-culture”*

          Ah, danke für die Korrektur.

          Also ra*pe culture triggert, r*pe culture nicht.

          Jetzt, wo Du’s sagst, sticht es mir selbst auch geradezu in die Augen.

          Ist Dir übrigens auch aufgefallen, wie viele führende Radikalfeminist.I.nnen psychische Probleme schwerster Art haben?

          Mir fällt das auf.

          Könnte natürlich auch bloß ein Vorurteil sein, weil ich durch Feministisches getriggert werde.

          Die nehmen aber wie üblich keinerlei Rücksicht auf Männer und verstehen sich einfach nicht dazu, F*m*n*sm*st*sch*s zu schreiben.

          Obwohl, wenn ich mir das so ansehe, ich glaube, das triggerte mich erst recht.

        • „Für viele Betroffene sind Selbsthilfeforen der erste Schritt zur Hilfe bzw. der erste Schritt zurück zur sozialen Interaktion.“

          die feministischen blogs bzw. hatr.org sind aber keine selbsthilfeplattformen (vll. doch?!). aber selbst wenn, wäre das unlogisch, denn in selbsthilfeforen werden genau diese themen besprochen, vor denen gewarnt wird. wer sich in so einem forum anmeldet, will nicht über briefmarken reden. also erschließt sich auch dort der sinn nicht so recht. aber sei’s drum.

          „Ein wenig Rücksichtsnahme ist nicht zu viel verlangt …“

          an dieser stelle waren wir schon.

          das inflationäre gewarne und gesplatte auf feministischen blogs richtet sich nicht an irgendwelche opfer. die können höchstwahrscheinlich selbst beurteilen, welche medien für sie geeignete themen behandeln. überdies gibt es dort gar keine expliziten inhalte, die triggerwarnungen rechtfertigen würden. und ja, eine triggerwarnung für meinungen, die den femnistinnen nicht in den kram passen, ist für tatsächliche opfer purer zynismus.

          die verwendung von triggerwarnungen und splats geschieht in feministischen blogs aus reiner selbstdarstellung. ich vermute, es handelt sich dabei um eine form von „reflektieren von privilegien“. man heftet sich das opfertum fremder leute ans revers, um damit selbstgefällige opferbezogenheit zu heucheln.

  7. Mich beschäftigt die Frage warum Staatsferne und Liberalismus so fürchterlich inkompatibel mit dem Massengeschmck sind. Und wieso man etwas was sich schon so oft als falsch erwiesen hat doch immer weitermacht – wieso ist das eigentlich evolutionär stabil?

  8. Pingback: Selbermach Samstag 150 (22.08.2015) | Alles Evolution

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